{"id":6416,"date":"2010-08-09T08:45:00","date_gmt":"2010-08-09T06:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6416"},"modified":"2010-08-09T08:45:00","modified_gmt":"2010-08-09T06:45:00","slug":"hinweise-des-tages-1198","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6416","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Hartz-IV-Regels&auml;tze; Jobcenter-Chronologie; Kassenpatienten sollen selbst f&uuml;r Arztkosten zahlen; Familienpflegezeitgutachten; Versteuerung statt Verschuldung; erneuerbare Energien und Atomkraft unvereinbar; Jugendgewalt geht zur&uuml;ck; Loveparade eine Strafe Gottes; falsche Zahlen l&uuml;gen; Zeitarbeitsmanager gei&szlig;elt miese Tricks; Bahn frei f&uuml;r Betonkonzerne; SPD-Linke gegen Rente mit 67; Stuttgart 21 &ndash; ein Milliardengrab; falsche Erfassung der &ouml;ffentlichen Bildungsfinanzierung; bedenkliche Methoden der Forschungsf&ouml;rderung; Master in Lobbyismus; Bundeswehr im Innern; gef&auml;hrliche Gro&szlig;z&uuml;gigkeit; Weizenpreis steigt; Athen: Gesch&auml;fte machen zu; bestechende R&uuml;stungsgesch&auml;fte; Ende der Kolumbien-Krise; Irak-Mission unerf&uuml;llt; Konter auf Wikileaks. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Hartz-IV-Regels&auml;tze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Jobcenter-Chronologie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Niedriglohn trotzt Qualifikation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Kassenpatienten sollen selbst f&uuml;r Arztkosten zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Familienpflegezeit &ndash; Gr&uuml;ne werfen der Regierung Klientelpolitik vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Der Sozialstaat: Zur&uuml;ck zur Versteuerung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Das M&auml;rchen von der Harmonie der erneuerbaren Energien mit der Atomkraft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Den T&auml;tern Paroli bieten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Love-Parade, S&uuml;nde und die Strafe Gottes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Die Deutschen m&uuml;ssen mehr arbeiten. Viel mehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Zeitarbeitsmanager gei&szlig;elt miese Tricks der Branche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Stra&szlig;enbau: Bahn frei f&uuml;r Betonkonzerne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">SPD-Linke gegen Rente mit 67<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Stuttgart 21 &ndash; ein Milliardengrab?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Porsche-Klaus im Sommerloch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Cornelia Heintze: Statistische Erfassung der &ouml;ffentlichen Bildungsfinanzierung: Deutschland im internationalen Vergleich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Nicht alles, was z&auml;hlt, kann gez&auml;hlt werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Die andere Seite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Kanonen und Spatzen vor dem Bundesverfassungsgericht &ndash; oder wof&uuml;r die Bundeswehr im Inneren?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Gef&auml;hrliche Gro&szlig;z&uuml;gigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Weizenpreis steigt weiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Athen: Jedes 6. Gesch&auml;ft musste zusperren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Bestechende R&uuml;stungsgesch&auml;fte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Santos verspricht Ende der Kolumbien-Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">US-Truppenabzug aus dem Irak: Mission unerf&uuml;llt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h26\">Auf Wikileaks folgt Bibi Aisha<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6416&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Hartz-IV-Regels&auml;tze<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wirtschaftsweise gegen h&ouml;here Hartz-IV-S&auml;tze<\/strong><br>\nDer Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, lehnt in der Hartz-IV-Debatte Forderungen nach h&ouml;heren Regels&auml;tzen ab und fordert zugleich eine Arbeitspflicht f&uuml;r Hilfsempf&auml;nger.<br>\n&bdquo;Mit h&ouml;heren Unterst&uuml;tzungszahlungen vermindern sich insbesondere f&uuml;r Geringqualifizierte mit Kindern die Anreize, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt intensiv um einen Arbeitsplatz zu bem&uuml;hen und gegebenenfalls auch weniger attraktive Jobs anzunehmen&ldquo;, sagte Franz der &bdquo;Leipziger Volkszeitung&ldquo; (Montagausgabe) laut Vorabbericht.<br>\nDer Wirtschaftsweise Christoph Schmidt sprach sich ebenfalls gegen h&ouml;here Regels&auml;tze aus. Ein geringerer Abstand zum Arbeitseinkommen w&uuml;rde &bdquo;die Bem&uuml;hungen um einen neuen Arbeitsplatz einschr&auml;nken&ldquo;, sagte er der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung.<br>\nDer Pr&auml;sident des Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) fordert statt einer Leistungserh&ouml;hung die Flexibilisierung der Hartz-IV-S&auml;tze verbunden mit einer Arbeitspflicht. Wer nicht arbeiten wolle, m&uuml;sste Hartz-IV-K&uuml;rzungen hinnehmen. Arbeitswillige Hilfsempf&auml;nger sollten dagegen mehr als bisher von ihrem Verdienst behalten d&uuml;rfen.<br>\nFranz rechnet mit einem ausreichenden Jobangebot f&uuml;r Geringqualifizierte: &bdquo;Es werden auch im Bereich geringqualifizierter Arbeit sehr viel mehr Arbeitspl&auml;tze entstehen als viele Skeptiker glauben. Fr&uuml;her wurden an der Tankstelle die Scheiben gewischt oder es wurden morgens Br&ouml;tchen ausgetragen.&ldquo; Vereinzelt gebe es auch hierzulande schon Schuhputzer oder wie in den USA T&uuml;tenpacker im Supermarkt. &bdquo;Wichtig ist: Jede ehrliche Arbeit verdient Respekt und wenn das dort erzielte Einkommen nicht zum Lebensunterhalt reicht, dann wird es mit Hilfe des Arbeitslosengelds II aufgestockt. Das ist doch wesentlich besser als diese Betroffenen das harte Schicksal einer Arbeitslosigkeit erleiden zu lassen&ldquo;, sagte Franz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/wirtschaftsweise-gegen-hoehere-hartz-iv-saetze\/-\/1472596\/4540482\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Klarer als Wolfgang Franz kann man es eigentlich nicht sagen, wo man hin will. Statt Mindestlohn eine Ausweitung des Niedrigstlohnsektors, &bdquo;Ich-AGs&ldquo; in Form von Autoscheibenputzern, T&uuml;tenpackern, Pfandflaschensammlern oder Kaugummiverk&auml;ufern wie in S&uuml;damerika oder Asien und wer sich daf&uuml;r zu schade ist, f&uuml;r den gilt eben Arbeitspflicht egal f&uuml;r welche T&auml;tigkeit.<\/em><\/p>\n<p><em>Statt einer weiteren Anmerkung siehe:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Soziale Klimaerw&auml;rmung<\/strong><br>\nDoch die gesamte Debatte um die Regels&auml;tze scheint sich nunmehr an der H&ouml;he der Regels&auml;tze aufzuh&auml;ngen, wobei dann die 41 Euro mehr, die es geben k&ouml;nnte, anscheinend die Erh&ouml;hung der sozialen Temperatur darstellen sollen. Dabei hat die soziale K&auml;lte, die das Land seit langem ereilt, nur wenig mit der H&ouml;he irgendwelcher Gelder zu tun &ndash; egal ob der ALG II-Empf&auml;nger nun 400, 200 oder 800 Euro erh&auml;lt, die Tatsache bleibt, dass er in der Gedankenwelt der Gesellschaft l&auml;ngst als schmarotzender, arbeitsunwilliger, schwarzarbeitender und tricksender Proll angekommen ist, der froh sein darf, dass er &uuml;berlebt und insofern sich voller Demut und Dankbarkeit in jeden beliebigen Job einf&uuml;gen soll, fr&ouml;hlich dabei das Liedchen des &ldquo;1-Euro-Moorsoldaten&rdquo; tr&auml;llernd.<br>\nALG II-Empf&auml;nger sind die Auss&auml;tzigen der Gesellschaft geworden, die Solidarit&auml;t zu ihnen wurde durch unwidersprochen postulierte Fantasiezahlen wie die der 25%-Missbrauchsquote und Co. endg&uuml;ltig auf dem Schuttplatz der Bundesregierung entsorgt, wo sich auch die einstige Idee eines soziokulturellen Existenzminimums f&uuml;r jeden findet. Der Sozialstaat soll nur noch die wirklich Kranken und Hilflosen irgendwie durchf&uuml;ttern, der Rest soll arbeiten und malochen f&uuml;r ein paar Cents mehr, auf dass er dadurch seine Solidarit&auml;t zum Land und eben jener Gesellschaft, die seit langem auf ihn spuckt, unter Beweis stellt.<br>\nIn der absoluten Endlosschlaufe wird der ALG II-Empf&auml;nger so gleich zum emotionalen Sandsack f&uuml;r Viele. F&uuml;r diejenigen, die ihre Steuern zahlen und ihre Wut ob ihrer hohen Zahlungsverpflichtungen nicht gegen jene richten, die daf&uuml;r stehen, wie diese Steuern verwandt, zum Fenster rausgeworfen oder aber erlassen werden, sondern gegen jene, die sich ihren Kleinbetrag monatlich abholen, ohne daf&uuml;r vor Dankbarkeit zu zerflie&szlig;en. F&uuml;r diejenigen, die bef&uuml;rchten m&uuml;ssen, dass ihr Minijob demn&auml;chst von einem 1-Euro-Jobber oder B&uuml;rgerarbeiter getan wird, so dass sie selbst sich in die Reihe derjenigen einreihen, auf die sie vorher herabschauten. F&uuml;r diejenigen, die sich tagt&auml;glich zu einem Hungerlohn in eine Arbeit begeben und die nicht &uuml;berlegen, wieso es &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist, dass sie zu diesem Hungerlohn arbeiten &bdquo;m&uuml;ssen&ldquo;, sondern stattdessen neidisch auf jene schauen, die wom&ouml;glich fast genauso viel Geld wie sie haben, jedoch ohne Erwerbst&auml;tigkeit&hellip;<br>\nDie soziale K&auml;lte in Bezug auf ALG II-Empf&auml;nger, die die Politik wie auch die Medien seit langem forcieren, die sie durch eine fast schon pervertierte Idee des Lohnabstandsgebotes als Mittel zur Reduzierung der Sozialleistungen noch weiter ausdehnen, diese soziale K&auml;lte wird auch durch 41 Euro mehr nicht ver&auml;ndert werden. Hier w&uuml;rde es der Politiker bed&uuml;rfen, die den Mut haben, auf Pressekonferenzen nicht mehr ihre eigene hedonistische Roadshow zu veranstalten, sondern entschieden dem gegen&uuml;bertreten, was von ihnen und ihren Vorg&auml;ngern zur &ldquo;Tatsache &uuml;ber ALG II-Empf&auml;nger&rdquo; verkl&auml;rt wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/5\/148150\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Anne Will: &bdquo;Aufschwung f&uuml;r alle &ndash; H&ouml;here L&ouml;hne, mehr Hartz IV?&ldquo;<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/annewill\/aktuelle_sendung\/erste316.html\">ARD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was die Autorin und Filmemacherin Rita Knobel-Ulrich, die stellvertretende Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und der ehemals Gr&uuml;ne, Kurator der INSM und Landesvorsitzende der Mittelstandsvereinigung Baden-W&uuml;rttemberg Oswald Metzger ablieferten, lag auf dem Niveau der <a href=\"?p=6408\">Hetzkampagne der Bildzeitung<\/a>. Sie hatten nur ein Ziel, n&auml;mlich die Bev&ouml;lkerung gegen Bed&uuml;rftige aufzuhetzen, um ein politisches Klima f&uuml;r die Senkung von F&uuml;rsorgeleistungen zu schaffen und damit der Ausweitung des Niedriglohnsektors und der weiteren Senkung der L&ouml;hne Vorschub zu leisten.<br>\nIch habe es schon oft genug erfahren, wie schwierig es ist, gegen diese Hetze mit rationalen Argumenten und Fakten anzukommen, aber was der Pr&auml;ses der Evangelischen Kirche im Rheinland oder Andrea Ypsilanti dagegen gehalten haben, war entt&auml;uschend. Man muss das Sch&uuml;ren Neid, ja sogar Hass als solches auch benennen, sonst bleibt man in der perversen Logik der Vertreter, die die verfassungsrechtlichen Garantie des &bdquo;Existenzminimums&ldquo; aushebeln wollen verhaftet.<br>\nDass Anne Will zu schlecht informiert ist, um die Hetze ihrer Studiog&auml;ste zu kontern, ist leider nichts Neues. Schon bei der Zahl und Auswahl der jeweiligen Protagonisten wird erkennbar, in welche Richtung die Sendung laufen soll.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Jobcenter-Chronologie<\/strong><br>\nAuf besonderen Wunsch eines meiner Leser ver&ouml;ffentliche ich an dieser Stelle mal meine ganz pers&ouml;nliche Jobcenter-Chronologie. Eigentlich sollten die Jobcenter ja die Leute in Arbeit vermitteln. Eigentlich &hellip; Ich will hier mal &ouml;ffentlich machen, was mir selbst mit dieser Verfolgungsbeh&ouml;rde passiert ist. Ein Einzelfall bin ich dabei aber wohl nicht und vielleicht &ouml;ffnet das ja einigen die Augen. Mit Vermittlung in Arbeit hat das nicht das Geringste zu tun &ndash; ganz im Gegenteil! Aber es hat sehr viel mit Herrenrassedenken, Unterdr&uuml;ckung, Schikane, Amtsmissbrauch, vors&auml;tzlicher Verarmung und Demokratiezerst&ouml;rung gemeinsam &ndash; und zwar bundesweit, mit System! Geschehen bei einem Jobcenter, das Sch&uuml;tzt, Hilft und Gerecht ist &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/realasmodis.blog.de\/2010\/08\/06\/jobcenter-chronologie-9137551\/\">Quergedacht<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Niedriglohn trotzt Qualifikation<\/strong><br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HBLdfWqgYCU\">YouTube<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.iaq.uni-due.de\/personal\/maseite.php?mid=018\">Dr. Claudia Weinkopf<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Kassenpatienten sollen selbst f&uuml;r Arztkosten zahlen<\/strong><br>\nGesundheitspolitiker von CDU und FDP planen nach Informationen der Bild-Zeitung bei der anstehenden Gesundheitsreform auch eine direkte Beteiligung der Versicherten an den Arztkosten.<br>\nWie das Blatt in seiner Freitagsausgabe unter Berufung auf Verhandlungskreise schreibt, sollen Versicherten, die sich ab 2011 nach einem Arztbesuch eine Rechnung ausstellen lassen etwa zwei Prozent der entstandenen Behandlungskosten aus eigener Tasche bezahlen. Im Gegenzug sollten diese Versicherten beispielsweise von Zusatzbeitr&auml;gen befreit werden. Derzeit w&uuml;rden entsprechende Details mit den Krankenkassen abgestimmt, zitiert die Zeitung Verhandlungskreise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/versicherungen\/krankenversicherung\/gesundheitsreform-kassenpatienten-sollen-selbst-fuer-arztkosten-zahlen_aid_538468.html\">Focus<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Familienpflegezeit &ndash; Gr&uuml;ne werfen der Regierung Klientelpolitik vor<\/strong><br>\nEine Versicherungsgruppe hat an einem Gutachten f&uuml;r Pflegezeit mitgeschrieben, von dem sie selbst profitieren k&ouml;nnte.<br>\nSp&auml;testens von Ende dieses Jahres an will die Bundesregierung Arbeitnehmern erm&ouml;glichen, in Familienpflegezeit zu gehen. Wer das Angebot annimmt, muss nach Vorstellungen des Bundesfamilienministeriums eine Versicherung abschlie&szlig;en &ndash; f&uuml;r den Fall, dass der Arbeitnehmer den Lohnvorschuss nach der Pflegezeit wegen Berufsunf&auml;higkeit oder Tod nicht zur&uuml;ckzahlen kann. An diesem Konzept, von dem die Versicherungswirtschaft profitieren wird, hat auch eine Versicherung mitgeschrieben. Das hat das Ministerium dem &bdquo;Hamburger Abendblatt&ldquo; best&auml;tigt.<br>\nOffenkundig wurde das Engagement der N&uuml;rnberger Versicherungsgruppe, nachdem Linke-Vorsitzender Klaus Ernst die Bundesregierung um eine Stellungnahme gebeten hatte. In dem Regierungsschreiben, das dem &bdquo;Abendblatt&ldquo; vorliegt, hei&szlig;t es, &bdquo;dass im Zusammenhang mit Erstellung des Gutachtens die N&uuml;rnberger Versicherungsgruppe sowie die Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau Bankengruppe einbezogen wurde&ldquo;.<br>\nDas Familienministerium sieht in der Beteiligung der Versicherung an dem Konzept dagegen nichts Verwerfliches. Die geplante &bdquo;Lohnvorschussausfallversicherung&ldquo; sei nicht in Absprache mit der Versicherungswirtschaft erarbeitet worden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Vielmehr habe man das Gutachten bei der MaschmeyerR&uuml;rup AG in Auftrag gegeben und dieser Firma &bdquo;keine Vorgaben hinsichtlich der Einbindung von weiteren Akteuren gemacht&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article8891025\/Gruene-werfen-der-Regierung-Klientelpolitik-vor.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was soll Familienministerin Schr&ouml;der daran auch verwerflich finden, wenn selbst der Herr Bundespr&auml;sident in Maschmeyers Anwesen seinen Urlaub verbringt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Sozialstaat: Zur&uuml;ck zur Versteuerung<\/strong><br>\nDer Staat kann Geld zwangsweise (die Steuern) oder freiwillig eintreiben (indem er Kredite von den Anlegern erbittet, die ber&uuml;hmten &ldquo;M&auml;rkte&rdquo;). Macht er das erste, muss er es nicht zur&uuml;ckgeben. Macht er das zweite, dann ja. Und mit Zinsen. Das ist, wie jeder wei&szlig;, die &ouml;ffentliche Schuld.<br>\nNun denn, wenn wir die geschichtlichen Darstellungen der OECD studieren, sehen wir, dass in der Periode 1967 &ndash; 1987 der prozentuale Anteil der Eink&uuml;nfte am BIP der entwickelten Staaten &ndash;  Europa, Amerika und pazifischer Raum &ndash;  von 26,9% auf 36,3% kletterte (in Europa von 27,7% auf 38,5%). Das hei&szlig;t, die Steuerlast wuchs um nicht weniger als 10 Prozentpunkte in den 20 Jahren des goldenen Zeitalters des Aufbaus des Sozialstaates. In Spanien erreichte der Zuwachs 14 Punkte (von 16,9% auf 30,7% des BIP), da wir mit einem miserablen &ouml;ffentlichen Haushalt gerade aus der Franko-Diktatur in die Demokratie wechselten.<br>\nSchauen wir uns nun die Periode 1987 bis 2007 an. Es sind zwei Dekaden, in denen sich der Neoliberalismus oder der &ldquo;Washington Consensus&rdquo;  als die Doktrin der herrschenden Wirtschaftspolitik der westlichen Welt einrichtete. Man sprach vom &ldquo;Ende der Geschichte&rdquo; (Fukuyama) nach dem Fall der Mauer in Berlin.<br>\nIn dieser Periode wachsen die Eink&uuml;nfte &uuml;ber Steuern der Staaten der OECD im Mittel von 36,3% auf 38% des BIP (in Europa von 38,5% auf 39,7%). Das ist ein Zuwachs von etwas mehr als ein Prozentpunkt an Steuerlast in 20 Jahren. In Spanien ist die Steuerbelastung st&auml;rker gestiegen bis 33,1% in 2008, 6 Punkte unter dem europ&auml;ischen Mittel, da wir uns von einem niedrigeren Ausgangspunkt entwickelten.<br>\nDer Kontrast der untersuchten Zeitr&auml;ume ist krass. In den ersten 20 Jahren steigen die Steuereinnahmen um 10 Punkte. In den zweiten 20 Jahren steigen sie um etwas mehr als 1 Punkt in Gebiet der OECD.<br>\nAber wenden wir uns jetzt der anderen gro&szlig;en Einnahmequelle des Staates zu, der Schuld. Und untersuchen wir diese beiden Zeitr&auml;ume. Von 1967 bis 1987 reichte die &ouml;ffentliche Schuld in den L&auml;ndern der OECD von repr&auml;sentativen 35% des BIP bis 55% in gerundeten Zahlen (im europ&auml;ischen Gebiet ist das Mittel gleich). Jedoch sprang von 1987 bis 2007 die Schuld der OECD auf 100% (im europ&auml;ischen Raum auf 85%). Diese Prozents&auml;tze schnellten in 2008 und 2009 auf Grund der Krise hoch, weswegen sie uns einen kompletten und strikten Vergleich nicht erlauben.<br>\nObwohl es ratsam ist zu wissen, dass nur in einem Jahr (von 2008 zu 2009) der Anteil der Schuld am BIP in der Union von 61,6% auf 73,6% anwuchs, das hei&szlig;t, eine Ver&auml;nderung von 12 Zinspunkten (!). In Spanien wuchs sie um 13,5 Punkte an.<br>\nDas, was sich aus den vorherigen Daten ergibt, ist, dass in den letzten 20 Jahren die entwickelten Staaten in Anbetracht ihrer wachsenden Finanzierungsnotwendigkeiten Steuern durch Schulden ersetzt haben. D. h. Geld, das nicht zur&uuml;ckgegeben werden muss, durch Geld, das die Verpflichtungen des Staates gegen&uuml;ber Gl&auml;ubigern erh&ouml;ht und die Ausgaben des Staates exponentiell vergr&ouml;&szlig;ert.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.elpais.com\/articulo\/opinion\/Estado\/bienestar\/vuelta\/fiscalidad\/elpepuopi\/20100804elpepiopi_4\/Tes\">El Pais<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"upload\/pdf\/100808_HInweise_Sozialstaat_Versteuerung.pdf\">&Uuml;bertragung [PDF &ndash; 86 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ulrich Fischbach, der den Beitrag des spanischen Staatssekret&auml;rs f&uuml;r die Europ&auml;ische Union &uuml;bertragen hat, merkt an:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>F&uuml;r mich wurde durch diesen Artikel deutlich, dass die Umverteilung nicht nur in den Betrieben durch Lohnverzicht oder durch prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse, durch Privatisierung der Daseinsvorsorge erfolgte, sondern auch durch Tilgung der Schulden einschlie&szlig;lich der Zinsen zu Gunsten der Anleger durch Steuermittel.<br>\nAus meiner Sicht verkennt der Verfasser jedoch die Problematik der Besteuerung als Steuerungsmittel insbesondere im Hinblick auf die in vielen Staaten der Union durchgesetzte Mehrwertsteuererh&ouml;hung. Der Verfasser sieht hierin einen ersten Schritt, um aus der Verschuldungsfalle herauszukommen. Er ber&uuml;cksichtigt nicht die Folgen der MwSt-Erh&ouml;hung auf den privaten Konsum damit auf den Binnenmarktnachfrage. Auch die Frage der Steuergerechtigkeit wirft er nicht auf, werden doch mit den Mehreinnahmen aus der MwSt Schulden zu Gunsten der Anleger getilgt.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Das M&auml;rchen von der Harmonie der erneuerbaren Energien mit der Atomkraft<\/strong><br>\nDie Erneuerbaren Energien lieferten in den Mittagsstunden am Himmelfahrt-Wochenende mehr Strom, als die deutschen Haushalte eigentlich brauchten. Am Pfingstwochenende 2009 wiederholte sich das, und Fronleichnam schon wieder: Dank der Sonnenkraft produzierten die gr&uuml;nen Kraftwerke mehr Strom, als in Deutschland verbraucht wurde.<br>\nDank des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren wurden solche Situationen auf dem deutschen Strommarkt 2010 zur Normalit&auml;t. Das Fraunhofer-Institut f&uuml;r Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) hat im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe untersucht, was das f&uuml;r die deutsche Stromwirtschaft bedeutet. &ldquo;Wir stehen vor einem massiven Zielkonflikt&rdquo;, fasst Iwes-Experte Carsten Pape das Ergebnis zusammen. Die regenerativen Stromproduzenten genie&szlig;en n&auml;mlich einen sogenannten &ldquo;Einspeise-Vorrang&rdquo;: Decken Wind-, Wasser-, Biomasse-, Solar- oder Geothermie-Kraftwerke den Strombedarf, m&uuml;ssen alle anderen deutschen Kraftwerke abgeschaltet werden &ndash; also Kohlekraftwerke genauso wie Gas- oder Atomkraftwerke.<br>\nDas allerdings ist technisch gar nicht m&ouml;glich: Atomreaktoren beispielsweise haben einen technisch komplizierten und deshalb langwierigen An- und Abfahrtsprozess. Selbst wenn die vier Atomkonzerne Deutschlands wollten: Sie haben gar keine M&ouml;glichkeit, die juristisch verbriefte Einspeisegarantie der Erneuerbaren umzusetzen. Weil aber im Stromnetz immer nur so viel Strom sein kann, wie von den Verbrauchern auch ben&ouml;tigt, m&uuml;ssen schlie&szlig;lich Windparks abgeschaltet werden&hellip;<br>\nDer Skandal n&auml;mlich ist, dass die Verbraucher daf&uuml;r doppelt zahlen m&uuml;ssen. Zum Beispiel an Vattenfall im vergangenen Januar. &ldquo;Im Netz war so viel Strom aus AKWs, dass ganze Windparks im Netzverantwortungsbereich von Vattenfall abgeschaltet werden mussten&rdquo;, erl&auml;utert J&uuml;rgen Quentin, Jurist bei der DUH. Juristisch gedeckt sei dies durch einen Passus im Energiewirtschaftsgesetz.<br>\n&ldquo;Das M&auml;rchen von der Harmonie der Erneuerbaren mit der Atomkraft ist entlarvt&rdquo;, so Baake. Klar sei, dass die Erneuerbaren noch Zeit brauchen, um zur tragenden S&auml;ule der deutschen Energieversorgung zu werden. Baake: &ldquo;Um die Schwankungen der Regenerativen auszugleichen, brauchen wir deshalb schnell einsetzbare Gaskraftwerke statt solch schwerf&auml;lliger Erzeugungssysteme wie Atomreaktoren.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F08%2F06%2Fa0061&amp;cHash=88910ccbc6\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Den T&auml;tern Paroli bieten<\/strong><br>\nEin toter Unternehmer als Held, eine tote Richterin als Erfolgsautorin &ndash; Jugendgewalt ist ein grosses deutsches Thema. Pr&auml;vention ist wichtig, aber wo sie zu sp&auml;t kommt, muss der Gewalt mit Mut, klug dosierter Repression und einer strengeren Ahndung brutaler Exzesse begegnet werden. So k&ouml;nnte die Lehre lauten, die sich mit den Namen Dominik Brunner und Kirsten Heisig verbindet. Die F&auml;lle Brunner und Heisig korrespondieren miteinander und forcieren die dramatische Seite der &ndash; gewiss nicht nur deutschen &ndash; Diskussion &uuml;ber Jugendgewalt. Beide geben der Auffassung Nahrung, dass die Lage &laquo;immer schlimmer&raquo; werde: Brunner durch die Art, wie er Opfer wurde, Heisig dadurch, dass sie mit der Autorit&auml;t einer Praktikerin, die sich auf Erfahrungswissen st&uuml;tzt, explizit f&uuml;r die Gegenwart behauptet, &laquo;dass die Gewalttaten von gr&ouml;sserer Brutalit&auml;t und H&auml;ufigkeit gekennzeichnet sind, obwohl es wesentlich weniger junge Menschen gibt&raquo;. Damit bringt sie sich in einen bewussten Gegensatz zu den Ansichten des namhaften Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und seines Direktors Christian Pfeiffer. Gest&uuml;tzt auf die polizeiliche Kriminalstatistik und eine breit angelegte eigene Studie, verk&uuml;ndet das Institut, es gebe in den letzten vier bis sechs Jahren &laquo;einen stabilen bis leicht sinkenden Trend der Jugendgewalt&raquo;. In einem offenen Brief an die Rechtspolitiker von Bund und L&auml;ndern beklagt Pfeiffer, dass niemand die frohe Botschaft h&ouml;ren wolle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/aktuell\/den_taetern_paroli_bieten_1.7123291.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Love-Parade, S&uuml;nde und die Strafe Gottes<\/strong><br>\nBischof Andreas Laun &uuml;ber die Strafe Gottes:<br>\nUnd doch, das Ereignis und die Diskussion &uuml;ber es geben Anlass weiterzudenken! Das Mitleid mit den Opfern ist eine Sache, eine andere die Feststellung: &bdquo;Love &ndash; Parade&ldquo; und Teilnahme an ihnen sind, abgesehen von ihrem absto&szlig;enden Erscheinungsbild, objektiv eine Art Aufstand gegen die Sch&ouml;pfung und gegen die Ordnung Gottes, sind S&uuml;nde und Einladung zur S&uuml;nde! &hellip;<br>\nWas aber die Loveparade betrifft und den Gedanken, das Ungl&uuml;ck mit &bdquo;Strafe Gottes&ldquo; in Verbindung zu bringen, empfindet man als emp&ouml;rend, weil und wenn man denkt: &bdquo;S&uuml;nde? Wer? Wir doch nicht, wir am&uuml;sieren uns, wie wir wollen! Gott soll sich unterstehen, einen solchen Gott gibt es nicht!&ldquo; Mit anderen Worten: Man weigert sich anzuerkennen, dass die Loveparade, abgesehen von ihrem krankhaften Erscheinungsbild, auch mit S&uuml;nde zu tun haben k&ouml;nnte und darum, folgerichtig, auch&nbsp; mit dem richtenden und strafenden Gott!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/kath.net\/detail.php?id=27660\">Katholische Nachrichten<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ersch&uuml;tterten eben noch den gl&auml;ubigen Katholiken die Missbrauchsf&auml;lle und der Umgang damit in der Amtskirche, so darf er sich heute wieder einmal fragen, nach welchen Kriterien seine Bisch&ouml;fe bestellt werden. Theologische Kenntnisse geh&ouml;ren offensichtlich so wenig dazu wie die F&auml;higkeit, sich dann wenigstens in Selbstbeschr&auml;nkung zu &uuml;ben. &ndash; Es lohnt nicht, sich mit diesem verwirrten Bischof auseinanderzusetzen. Festzuhalten bleibt, dass das Kenzeichen eines Fundamentalisten sowohl der Christen als auch der Muslime die Reduktion seines Gottes auf einen Gott des Verbots und der Strafe ist. Leider ist bis in die h&ouml;chsten &Auml;mter der Katholischen Kirche ein Verlust an Spiritualit&auml;t zu beklagen, was solche Entwicklungen beg&uuml;nstigt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Deutschen m&uuml;ssen mehr arbeiten. Viel mehr<\/strong><br>\nEiner quasiamtlichen Sch&auml;tzung zufolge d&uuml;rften in diesem Jahr 55.953.000 Stunden Erwerbsarbeit absolviert werden. Darin ist die Hausarbeit nicht enthalten, die Schwarzarbeit und das ehrenamtliche Engagement nicht &ndash; und auch nicht inoffizielle &Uuml;berstunden wie die Heimarbeit am Computer, bei der abends und am Wochenende dienstliche Mails beantwortet und Dateien bearbeitet werden.<br>\n55.953.000 Stunden im Jahr, das hei&szlig;t: Pro Kopf der Bev&ouml;lkerung werden in Deutschland etwa 690 Stunden offizielle Erwerbsarbeit geleistet. Das sind weniger als eine Stunde und 54 Minuten pro Tag. Selbst wenn man zu der offiziellen Erwerbsarbeit 50 Prozent aufschl&auml;gt, um die inoffizielle zu ber&uuml;cksichtigen, landen wir bei weniger als drei Stunden. Von weniger als drei Stunden also muss letztlich alles bezahlt werden: alles, vom Fr&uuml;hst&uuml;cksbr&ouml;tchen bis zur Urlaubsreise, vom Pflegeheimplatz f&uuml;r Oma &uuml;ber die Zinsen f&uuml;r die Staatsschulden bis hin zum Einsatz in Afghanistan.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article8873494\/Die-Deutschen-muessen-mehr-arbeiten-Viel-mehr.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin A.B.:<\/strong> &Uuml;ble Manipulation &ndash; Kopfrechnen: glatte Sechs!<br>\nRechnet man die im Artikel behaupteten &ldquo;55.953.000&rdquo; &ldquo;Stunden Erwerbst&auml;tigkeit&rdquo; f&uuml;r dieses Jahr um auf einen 8-Stunden-Tag und ein 200-Arbeitstage-Jahr, so arbeiten in Deutschland gerade (rechnerisch) mal knapp 35.000 Leute. Bi&szlig;chen wenig, oder? Irgendwas kann also nicht stimmen an den Zahlen &hellip;<br>\nRechnet man andererseits die angeblichen 690 Stunden &ldquo;pro Kopf der Bev&ouml;lkerung&rdquo; (sic?!)&nbsp; hoch, kommen rund 56 Milliarden Stunden raus, fast die gleiche Ziffernfolge also, wie die 56 Millionen oben, nur dass drei Nullen fehlen &hellip; Legt man die nun um auf den 8-Stunden-Tag und das 200-Tage-Vollzeitjahr, so ergibt sich eine plausible Zahl von rund 34 Millionen Erwerbst&auml;tigen &hellip;<br>\nBleibt somit festzuhalten, dass Zahlen f&uuml;r den Autor dieses Machwerks Schall und Rauch sind. Hauptsache es kommt eine griffige Schlagzeile &ndash; ganz im Sinne der INSM &ndash; dabei raus.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Olaf Gersemann: Nicht nur eine Null, sondern der Nullen.<br>\nDer erzliberale Welt-Autor hat sich um drei Nullen (vor dem Komma) vertan. Das Arbeitsvolumen in Deutschland liegt nicht bei 56 Millionen Stunden sondern bei <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/wissen\/PB0R47,0,0,Arbeitszeit.html\">rund 56 Milliarden (!) Stunden<\/a>.<\/em>  <\/p>\n<p><em>Seit Juli 2005 ist Olaf Gersemann Teamleiter Ausland bei der Financial Times Deutschland. Zwischen 1996 und 2005 arbeitete er f&uuml;r das Magazin Wirtschaftswoche, f&uuml;r die er seit 1999 als Washington-Korrespondent &uuml;ber amerikanische Politik, internationale Wirtschaft und Handelspolitik berichtete.<br>\nF&uuml;r seine in der Wirtschaftswoche ver&ouml;ffentlichten Artikel erhielt Olaf Gersemann im Jahr 2001 den Ludwig-Erhard-F&ouml;rderpreis f&uuml;r Wirtschaftspublizistik. Er studierte &Ouml;konomie in K&ouml;ln und am Trinity College Dublin.<br>\nOlaf Gersemann geh&ouml;rte dem Kreis der IZA Policy Fellows seit 2005 als <a href=\"http:\/\/www.buchausgabe.de\/public_authors\/olaf-gersemann-242\">Gr&uuml;ndungsmitglied<\/a> an.<br>\nDas &bdquo;Institut zur Zukunft der Arbeit&ldquo;  (IZA) ist den NachDenkSeiten-Lesern und &ndash;Leserinnen einschl&auml;gig bekannt:<br>\nEs ist ein privatwirtschaftliches Institut, das von der Deutschen Post-Stiftung gef&ouml;rdert wird. Pr&auml;sident des Instituts ist Dr. Klaus Zumwinkel, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post World Net (bekannt durch seine Steuerhinterziehung). Direktor des IZA ist Professor Klaus Zimmermann, der nebenher auch noch Pr&auml;sident des &bdquo;Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung&ldquo; in Berlin (DIW) ist und &ndash; seit er das ist &ndash; dieses Institut, das fr&uuml;her auch schon mal nachfrageorientierte Theorieans&auml;tze vertreten hat, auf einen angebotsorientierten, neoliberalen Wirtschaftskurs gezwungen hat. &bdquo;Direktor Policy Fellows&ldquo; des IZA ist &uuml;brigens der Botschafter der INSM, und als Chef der Bundesagentur, wegen dubioser Beraterauftr&auml;ge gechasste Florian Gerster.<br>\nBevor diese Peinlichkeit wieder aus dem Netz verschwindet, haben wir diesen Beitrat sicherheitshalber gespeichert. (<a href=\"upload\/html\/100808_Hinweise_Die-Deutschen-muessen-mehr-arbeiten-Viel-mehr.html\">Anlage<\/a>)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Zeitarbeitsmanager gei&szlig;elt miese Tricks der Branche<\/strong><br>\nViele Firmen bezahlten ihre Mitarbeiter schlecht und bedienten sich Tricks, um die L&ouml;hne zus&auml;tzlich zu dr&uuml;cken, sagt der Manager einer Zeitarbeitsfirma.<br>\nDie Zeitarbeitsbranche nutzt in Deutschland nach Ansicht eines Insiders zahlreiche unsaubere Tricks im Umgang mit ihren Mitarbeitern, die an andere Firmen ausgeliehen werden. Es gebe nicht nur einige schwarze Schafe, sondern systematisch genutzte Tricks, sagte der Deutschland-Chef des Zeitarbeitsunternehmens USG People, Marcus Schulz, dem Magazin &bdquo;Wirtschaftswoche&ldquo;. Er verlangte klarere Regelungen und einen Selbstreinigungsprozess der Branche.<br>\n&bdquo;Immer noch werden Mitarbeiter vors&auml;tzlich falsch eingruppiert.<br>\nSystematisch wird mit Krankenstand und Urlaubsanspr&uuml;chen getrickst, um einsatzfreie Zeiten zu unterlaufen, die die Unternehmen eigentlich bezahlen m&uuml;ssten, oder um geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte l&auml;nger einzusetzen als erlaubt&ldquo;, erz&auml;hlt der Manager. Es liege an der Branche und den Unternehmen, das zu &auml;ndern. USG People ist nach eigenen Angaben in Europa der viertgr&ouml;&szlig;te Anbieter und geh&ouml;rt dem Bundesverband Zeitarbeit<br>\n(BZA) an. Unter Zeitarbeit oder Leiharbeit versteht man die vor&uuml;bergehende &Uuml;berlassung eines Leiharbeiters durch ein Zeitarbeitsunternehmen an ein drittes Unternehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article8892138\/Zeitarbeitsmanager-geisselt-miese-Tricks-der-Branche.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Stra&szlig;enbau: Bahn frei f&uuml;r Betonkonzerne<\/strong><br>\nErstmals l&auml;sst der Bund vier Autobahnabschnitte im Rahmen einer &ouml;ffentlich-privaten Partnerschaft (&Ouml;PP) bauen, acht weitere sind in Planung. Die Unternehmen bauen die Strecken, betreiben sie 30 Jahre lang und kassieren daf&uuml;r die Einnahmen aus der Lkw-Maut. Davon, so die Idee, haben alle etwas: Der klamme Fiskus l&auml;sst Private f&uuml;r den Bau zahlen. Die streichen pro Projekt bis zu 13 Prozent Rendite ein. Zugleich kann Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die B&uuml;rger mit neuen Stra&szlig;en begl&uuml;cken. &bdquo;Ich m&ouml;chte hier eine verst&auml;rkte Nutzung&ldquo;, hat er als Maxime ausgegeben.<br>\nOb der Staat ein gutes Gesch&auml;ft macht, bezweifeln viele. Wom&ouml;glich macht er ein sehr schlechtes Gesch&auml;ft. Der Gr&uuml;nen-Abgeordnete, Toni Hofreiter, musste Jahre k&auml;mpfen, um die Vertr&auml;ge des Bundes mit den Baukonzernen einsehen zu d&uuml;rfen &ndash; in der Geheimschutzstelle des Bundestages. Wegen des Wettbewerbs seien die Daten sensibel, hei&szlig;t es, Hofreiter darf daher niemandem erz&auml;hlen, was in den Vertr&auml;gen steht und wie die Firmen kalkulieren. Nur so viel: &bdquo;Mein Verdacht, dass der Staat dabei schlecht wegkommt, hat sich erh&auml;rtet&ldquo;, sagt er. Und regt sich &uuml;ber die Geheimniskr&auml;merei auf. &bdquo;Das ist schlicht undemokratisch.&ldquo; Gelesen hat die Vertr&auml;ge Dieter Engels. Er ist Pr&auml;sident des Bundesrechnungshofes und hat ein Gutachten &uuml;ber die Wirtschaftlichkeit der &Ouml;PP-Projekte geschrieben. Es f&auml;llt vernichtend aus: Er habe &bdquo;grunds&auml;tzlich Zweifel&ldquo;, ob mit den Modellen &bdquo;wirtschaftliche Vorteile erreicht werden k&ouml;nnen&ldquo;.<br>\nAuf einem Teilst&uuml;ck der A 1 zwischen Bremen und Hamburg, das derzeit privat erneuert wird, zerbr&ouml;selte im Fr&uuml;hjahr die gerade erst aufgetragene Fahrbahndecke. &Uuml;berdies gilt die 75 Kilometer lange Strecke mit sechs Baustellen als Unfallschwerpunkt: Die provisorischen Fahrstreifen waren zu eng bemessen, es krachte reihenweise. Jetzt bessern die Bauleute nach &ndash; doch das Image ist ramponiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/bahn-frei-fuer-betonkonzerne-\/1899438.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>SPD-Linke gegen Rente mit 67<\/strong><br>\nDer linke Fl&uuml;gel der SPD verlangt umfassende &Auml;nderungen der eigenen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Ein Aufruf, der der FR vorliegt, wirbt f&uuml;r die Abschaffung der Rente mit 67 und von Ein-Euro-Jobs.<br>\n&bdquo;Reichtum nutzen, Armut bek&auml;mpfen, Mittelschicht st&auml;rken&ldquo; lautet die &Uuml;berschrift des Appells, der auch eine Anhebung des Spitzensteuersatzes verlangt und im gleichen Zuge kleinere und mittlere Einkommen entlasten will, die Altersteilzeit fortf&uuml;hren und den &ouml;ffentlichen Besch&auml;ftigungssektor in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Kultur ausbauen m&ouml;chte.<br>\nTrotz einiger &Auml;nderungen an der Agenda-Politik ist besonders die &bdquo;Rente mit 67&ldquo; nach wie vor ein heikler Punkt f&uuml;r die SPD. Das Gros der W&auml;hlerschaft lehnt das h&ouml;here Renteneintrittsalter naturgem&auml;&szlig; ab, gleichwohl halten insbesondere der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier und seine Anh&auml;nger die &bdquo;Rente mit 67&ldquo;, die Franz M&uuml;ntefering einst fast im Alleingang durchgesetzt hatte, aufgrund der demografischen Entwicklung f&uuml;r richtig und wichtig.<br>\nDie Unterzeichner des Aufrufs werben indes f&uuml;r einen &bdquo;dringend erforderlichen Richtungswechsel&ldquo; in dieser Politik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/spd-linke-gegen-rente-mit-67\/-\/1472596\/4504254\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Stuttgart 21 &ndash; ein Milliardengrab?<\/strong><br>\nNur wenige Gro&szlig;projekte sind in der Vergangenheit so kontrovers diskutiert worden, wie der geplante unterirdische Stuttgarter Hauptbahnhof.<br>\nF&uuml;r die einen ist er ein wichtiges Bindeglied der Schnellfahrtrasse von Paris nach Bratislava, f&uuml;r andere ist es ein Millionengrab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/eisenbahn-romantik\/stuttgart-21-ein-milliardengrab\/-\/id=98578\/nid=98578\/did=6593658\/mtfvec\/index.html\">SWR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion in Waiblingen, Klaus Riedel, schickte uns dazu folgende Mail:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Hallo Claus (Schmiedel, MdL, SPD-Fraktionsvorsitzende im Baden-W&uuml;rttembergischen Landtag), und Nils (Schmid, MdL, SPD-Landesvorsitzender Baden-W&uuml;rttemberg), tja, was soll man zum Samstagabend sagen. Ca. 14.000 Menschen aus Stuttgart und der Region kommen zur Demo nach Stuttgart. Das war eine Wucht. Viele Sozialdemokraten waren auch dabei, von Liesel Hartenstein bis Peter Conradi und meiner Wenigkeit. Wenn wir die und uns alle in die Auseinandersetzungen schicken k&ouml;nnten, ich wette, dann st&uuml;nde unsere Partei weitaus besser da. Die Gr&uuml;nen beherrschen die Szene total. Sie brauchen in Stuttgart gar keinen Wahlkampf mehr machen. Das l&auml;uft von alleine.<\/p>\n<p>Hermann Scheer hat sich nun in diese Wogen geworfen und ihr werdet ihn kritisieren und ihm gro&szlig;e Vorw&uuml;rfe machen. Nun ja, er hat f&uuml;r viele Themen schon viel Schm&auml;h aushalten m&uuml;ssen und sp&auml;ter haben diese Themen alle, von Rechts bis Links zu ihren eigenen gemacht.<\/p>\n<p>Ich fordere euch noch einmal auf, alles zu tun, dass noch bevor der erste Stein am Bahnhof f&auml;llt, ihr nachbohrt, wie sich die Kosten f&uuml;r S 21 bereits jetzt entwickelt haben. Ich wette, dass der von den Machern selbst formulierte Deckel l&auml;ngst gesprengt wurde. Dies ist auch eure parlamentarische Verantwortung. Diese Forderung werde ich so lange erheben, bis sie glaubhaft beantwortet ist. In dieser Frage tragt ihr auch die volle Verantwortung mit. Dieser Verantwortung m&uuml;sst ihr auch gegen&uuml;ber uns Mitgliedern nachkommen. Nur dann wird euch die Basis noch tragen k&ouml;nnen. Manchmal habe ich das Gef&uuml;hl, dass noch nicht alle in unserer Partei sp&uuml;ren, welche Last sie f&uuml;r die Zukunft auf sich nehmen. Das Problem ist nur, dass diese Last im Zweifel nicht nur euch, sondern uns alle erdr&uuml;cken wird. Dann wird aus unserer &ldquo;gro&szlig;en&rdquo; Partei in Zukunft ein kleiner Haufen. Wie ihr seht, habe ich diese mail wieder an einen gro&szlig;en Kreis verteilt. Alle diese Freunde bitte ich, ihn weiter zu verteilen. Wir d&uuml;rfen jetzt keine Ruh&rsquo; mehr einkehren lassen. Noch gibt es die winzig kleine Chance zur Umkehr. Stoppt S 21 jetzt!<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nKlaus Riedel<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Porsche-Klaus im Sommerloch<\/strong><br>\nDa gibt es doch tats&auml;chlich einen linken Parteivorsitzenden, der Porsche f&auml;hrt, Geld verdient und eine Almh&uuml;tte in &Ouml;sterreich gepachtet hat! Wasser predigen und Wein saufen, so was geht aber nun wirklich nicht. Dabei wissen wir gutgl&auml;ubigen Medienkonsumenten doch, dass so ein linker Kommunist in der Platte wohnen, seine privaten Reisen mit dem Sozialticket des &Ouml;PNV unternehmen und seinen Urlaub &ndash; wenn &uuml;berhaupt! &ndash; auf einem Campingplatz in der N&auml;he von Bitterfeld verbringen muss. Wer gegen Armut ank&auml;mpft, muss selbst arm sein &ndash; alles andere sprengt schlie&szlig;lich unser kleinb&uuml;rgerliches Weltbild.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/3804\/porsche-klaus-im-sommerloch\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Cornelia Heintze: Statistische Erfassung der &ouml;ffentlichen Bildungsfinanzierung:<br>\nDeutschland im internationalen Vergleich<\/strong><br>\nPolitiker jeglicher Couleur ergehen sich darin, gebetsm&uuml;hlenartig zu betonen, dass an der Bildung nicht gespart werden darf und soll. Schlie&szlig;lich geht es um eine Investition in die Zukunft unserer Kinder und damit unserer Gesellschaft. Es werden Zahlen genannt und Versprechungen gemacht, die sich oftmals gut anh&ouml;ren, aber &hellip;<br>\nWas steckt wirklich hinter diesen Zahlen? Auf welcher Basis entstehen sie, was umfassen sie und wie wirkt sich dies in Politik, &ouml;ffentlicher Meinung und auf das Bildungssystem aus?<br>\nDie Materie ist komplex &ndash; zweifelsohne. Die hier vorliegende Studie ist dies auch. Sie deckt auf, wie sich welche Zahlen zusammensetzen, wieso man &Auml;pfel nicht mit Birnen<br>\nvergleichen kann, und was die &Auml;pfel und was die Birnen sind. Hier ein Beispiel:\n<blockquote><p>&bdquo;Dass das deutsche Bildungssystem unterfinanziert ist, wird mittlerweile insoweit einger&auml;umt, als sich zun&auml;chst der Bildungsgipfel von Bund und L&auml;ndern im Herbst 2008 und nun der Koalitionsvertrag der CDU\/CSU-FDP-Regierung das Ziel auf die Fahnen schrieb, 10 Prozent des BIP f&uuml;r Bildung und Forschung aufzuwenden (S.26).<br>\nDie Frage, was ist die Messlatte des 10-Prozent- resp. 7+3-Prozent Ziels und welcher Anteil soll auf &ouml;ffentliche Bildungsausgaben entfallen, wird gar nicht offen thematisiert. Glaubw&uuml;rdig w&auml;re eine Politik, wenn sie die Zielerreichung an der internationalen Bildungsfinanzstatistik ausrichten w&uuml;rde mit klaren Festlegungen zum &ouml;ffentlichen Anteil sowohl bei den Bildungs- wie bei den Forschungsausgaben.<br>\nDies ist aber genau nicht geplant. Bezugsgr&ouml;&szlig;e sind nicht die international harmonisierten Daten von OECD und Eurostat, sondern die nationale Bildungsbudgetrechnung. Sie rechnet eine Reihe von Ausgaben, die international zur Familienpolitik, zur Wirtschaftsf&ouml;rderung, zur Arbeitsmarktpolitik usw. z&auml;hlen, der Bildungspolitik zu (S.27).<br>\nDie Debatte um eine zukunftsgerechte Finanzierung des deutschen Bildungssystems von der Elementarbildung bis zur lebenslangen Weiterbildung ben&ouml;tigt eine Datenbasis, die sowohl aussagekr&auml;ftig wie international vergleichbar ist. Dazu bedarf es einer einheitlichen Abgrenzung von Bildungsprozessen und den ihnen zuzuordnenden Ausgaben. Die Ausgabenbuchung muss nach gleichen Regeln erfolgen. Unabh&auml;ngig davon, ob ein Indikator des BIP als Bezugspunkt hat oder die BIP-Ausgaben je Einwohner oder die Ausgaben je Bildungsteilnehmer, immer muss sichergestellt sein, dass die Daten l&auml;nder&uuml;bergreifend weitestgehend das Gleiche aussagen[&hellip;].<br>\nAuf gleiche Fragen darf es nicht einen Strau&szlig; von je nach Statistikquelle unterschiedlichen Antworten geben (S.29\/30).&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>Dem ist uneingeschr&auml;nkt zuzustimmen. Aufkl&auml;rung diesbez&uuml;glich bietet diese Studie. Wer sich in diesem Feld fundiert informieren und zugleich wichtige Argumentationshilfen an die Hand bekommen m&ouml;chte, dem sei die Lekt&uuml;re dieser Untersuchung w&auml;rmstens empfohlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Binaries\/Binary62542\/Heintze-Studie_akt.pdf\">GEW [PDF &ndash; 2.3 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Nicht alles, was z&auml;hlt, kann gez&auml;hlt werden<\/strong><br>\nZahlen sind unentbehrlich und n&uuml;tzlich, Zahlen k&ouml;nnen aber auch tr&uuml;gen &ndash; etwa solche, die bei der Evaluation von wissenschaftlichen Leistungen ins Spiel kommen. Wie k&ouml;nnte man in der Forschungsf&ouml;rderung dem Unberechenbaren besser Rechnung tragen?&nbsp; Es gibt aber auch Zahlen, die keinen messbaren Gr&ouml;&szlig;en entsprechen. Heutzutage werden solche Fragen einfach durch Umfragen &ndash; scheinbar &ndash; beantwortet. Je gr&ouml;&szlig;er die Anzahl der Befragten ist, desto n&auml;her w&auml;hnt man sich dem wahren Ergebnis &ndash; in einer falschen Auslegung des Gesetzes der grossen Zahlen. Dieses Gesetz greift hier nicht, denn eine Befragung ist keine Messung.<br>\nBetrachten wir die wissenschaftliche Forschung! Forschungsf&ouml;rderer m&uuml;ssen die ihnen anvertrauten Subsidien verteilen. Aber an wen? Ein Beamter im Forschungsministerium d&uuml;rfte &ndash; beispielsweise &ndash; in Sachen Astrophysik inkompetent sein und kann daher kaum Forschungsantr&auml;ge beurteilen. Zumal sich die Forschung auf das noch Unerschlossene, das Unbekannte bezieht. Die Aufgabe erscheint als schier unl&ouml;sbar, und man greift daher auf Umfragen zur&uuml;ck, die in der Sph&auml;re der Forschung &laquo;Evaluationen&raquo; hei&szlig;en. Ihr an sich logisches Grundprinzip hat sich in Zeiten der Massenforschung (der &laquo;plebiscience&raquo; nach Clifford Truesdell) verw&auml;ssert und artet immer &ouml;fter zu einer Farce aus.<br>\nWissenschafter werden &ndash; als &laquo;peers&raquo;, als Gleichgestellte und Ebenb&uuml;rtige &ndash; fast t&auml;glich aufgefordert, Forschungsantr&auml;ge, Manuskripte oder gar ganze Fakult&auml;ten von Kollegen zu evaluieren. Angesichts der Vielfalt der heutigen Forschung ist es aber nicht selten so, dass man sich in den zu evaluierenden Gebieten kaum auskennt. So mancher Evaluator &uuml;bertr&auml;gt diese l&auml;stige und zeitraubende Arbeit an junge Doktoranden. Jedenfalls kommen am Ende meist ber&uuml;hmte &ndash; und daher bereits &uuml;ppig gef&ouml;rderte &ndash; Wissenschafter zum Zuge. (In dieser &laquo;Logik&raquo; h&auml;tte Kolumbus eine Unterst&uuml;tzung erst bekommen, nachdem er Amerika entdeckt hatte.)<br>\n&nbsp;Eine Abhilfe w&auml;re, Entscheidungen weniger auf tr&uuml;gerische Zahlen zu gr&uuml;nden, den vorerw&auml;hnten R&uuml;ckkopplungskreis zu durchbrechen, dem Phantom der Objektivit&auml;t weniger nachzujagen und mehr Eigenverantwortung zu wagen. Dabei muss man nicht einmal auf Zahlen verzichten; es bieten sich gewisserma&szlig;en unpr&auml;tenti&ouml;se Zahlen an, die ehrlicher als die wie auch immer begr&uuml;ndeten Indikatoren und tr&uuml;gerischen Ma&szlig;zahlen sind. Es sind dies die sogenannten Zufallszahlen. Sie k&ouml;nnten helfen, einzelne Wissenschafter zuf&auml;llig auszuw&auml;hlen und zu f&ouml;rdern. Die Kulturgeschichte kennt derlei Auswahlverfahren: Im antiken Athen wurden einige politische &Auml;mter durch Los vergeben. Es w&auml;re also durchaus denkbar, m&ouml;glichst viele Forscher, die ein Mindestmass an Produktivit&auml;t vorweisen k&ouml;nnen, nach dem Zufallsprinzip mit (nicht allzu &uuml;ppigen) F&ouml;rdermitteln auszustatten. So k&ouml;nnte man Forschungsantr&auml;ge zun&auml;chst nach formalen Kriterien wie Klarheit, Verst&auml;ndlichkeit und Glaubw&uuml;rdigkeit hinsichtlich der Methoden aussieben (gewiss auf subjektive Weise) und danach durch Los diejenigen ausw&auml;hlen, die gef&ouml;rdert werden sollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/literatur_und_kunst\/nicht_alles_was_zaehlt_kann_gezaehlt_werden_1.7123155.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bevor man auf das Losverfahren zur&uuml;ckgreift, w&auml;re es jedoch wichtig, die Grundhaushalte der Hochschulen auszuweiten, damit die Hochschulen und die Wissenschaftler wieder eigenst&auml;ndig ihre Forschungsschwerpunkte setzen k&ouml;nnen. Das Verh&auml;ltnis von Projekt- zu Grundfinanzierung muss neu bestimmt werden. Notwendig w&auml;re eine ausreichende Grundfinanzierung, mit der sichergestellt w&auml;re, dass die Hochschulen ihre Aufgaben in der Forschung auf hohem Niveau erf&uuml;llen k&ouml;nnen.<br>\nViele der derzeitigen Auswahlverfahren f&uuml;r die Forschungsf&ouml;rderung st&uuml;tzen &bdquo;Old-boy-networks&ldquo; und sind einer innovativen Forschung alles andere als f&ouml;rderlich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Die andere Seite<\/strong><br>\nLobbyisten haben nicht den besten Ruf, aber gute Berufsaussichten. Ob Kommunikationsexperten oder Strippenzieher, ob Partei oder Greenpeace &ndash; sie sind zunehmend in Br&uuml;ssel gefragt. Private Unis bieten entsprechende Master an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/die-andere-seite\/1899112.html;jsessionid=E69A31D1CA24DF9218677006B8C52D11\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> H&auml;tte nie gedacht, dass aus einem kaum vermeidbaren, vielleicht sogar notwendigen &Uuml;bel ein ehrenwerter Beruf wird. Zentrale Bef&auml;higung des Lobbyisten ist doch die Kunst der L&uuml;ge oder anders gesagt Partikularunteressen um jeden Preis als Allgemeininteressen zu pr&auml;sentieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Kanonen und Spatzen vor dem Bundesverfassungsgericht &ndash; oder wof&uuml;r die Bundeswehr im Inneren?<\/strong><br>\nDarum ist es entscheidend, dass die Grenzen zwischen innerer und &auml;u&szlig;erer Sicherheit nicht verwischt werden d&uuml;rfen. Deutschland darf, auch wenn es Vereinbarungen im Rahmen der NATO getroffen haben mag zur zivil-milit&auml;rischen Zusammenarbeit, diese auch nur insoweit umsetzen, wie die klare Trennung zwischen innerer und &auml;u&szlig;erer Sicherheit dabei noch gewahrt bleibt, weil ansonsten der f&uuml;r die &auml;u&szlig;ere Sicherheit geltende konstitutive Parlamentsvorbehalt oder die strengen Voraussetzungen der Art. 35 Abs. 2 GG und 87a Abs. 4 GG f&uuml;r Milit&auml;reins&auml;tze im Inneren unterlaufen werden k&ouml;nnten.<br>\nDie klare Trennung von innerer und &auml;u&szlig;erer Sicherheit bezogen auf die Trennung zwischen Polizei und Milit&auml;r war eine der Voraussetzungen der Aufnahme Deutschlands in die NATO gewesen, damit sich die Einsch&uuml;chterung der Zivilbev&ouml;lkerung, wie sie w&auml;hrend der Nazizeit ver&uuml;bt wurde, nie wiederholen k&ouml;nne (Dr. Thomas Darnst&auml;dt, &bdquo;Der globale Polizeistaat&ldquo;, S. 24, DVA-Verlag).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/unser-politikblog.blogspot.com\/2010\/08\/kanonen-und-spatzen-vor-dem.html\">Unser Politblog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Gef&auml;hrliche Gro&szlig;z&uuml;gigkeit<\/strong><br>\nPrivate Generosit&auml;t, und sei sie noch so gro&szlig;, kann ein funktionierendes Sozialsystem nicht ersetzen.<br>\nSozialer Ausgleich muss staatlich organisiert und garantiert werden. Sicher, der Staat arbeitet nicht immer effizient, aber &ouml;ffentliche Gelder unterliegen einer demokratischen Kontrolle. Private Stiftungen setzen dagegen ihre Mittel allein nach dem Gutd&uuml;nken der Spender ein &ndash; und formen so die Gesellschaft, in der sie t&auml;tig sind.&nbsp;<br>\nDie eigentliche Gefahr der neuen Milliardenspenden aber ist: Je mehr &ouml;ffentlichen Raum sie besetzen, desto eher verf&uuml;hren sie den Staat dazu, sich noch weiter zur&uuml;ckzuziehen. Bildung, Gesundheitsvorsorge, soziale F&uuml;rsorge: Alles w&auml;re privatem Gutd&uuml;nken &uuml;berlassen. In letzter Konsequenz w&auml;re die Gesellschaft abh&auml;ngig vom guten Willen weniger Reicher &ndash; und das darf nicht sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2010-08\/milliardaere-spende-sozialstaat\">Die Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Ich bin dennoch wenig beeindruckt, da hier auch die Frage, gerade vor dem Hintergrund der Finanzkrise, erlaubt sein darf wie diese riesigen Verm&ouml;gen zustande gekommen sind? Ist das nicht Geld, dass der Allgemeinheit sowieso zusteht? Durch die staatlichen Milliardengarantien w&auml;hrend der Finanzkrise d&uuml;rfte sicher auch die Verm&ouml;gen der jetzt so gener&ouml;sen Spender gesch&uuml;tzt und erhalten worden sein. Man darf nicht vergessen, dass ein Warren Buffet einer der ber&uuml;chtigsten Spekulanten des globalen Finazkasinos war\/ist, der bei jeder der bisherigen Finanzkrisen (Asien, Argentinien, Mexiko) ordentlich kassiert haben d&uuml;rfte, wenn er nicht sogar einer der Initiatoren derartiger Ereignisse war. Insofern stelle ich einfach in Frage ob er sein Verm&ouml;gen rechtm&auml;&szlig;ig erworben hat. Und wie im Kommentar schon angedeutet, &uuml;ber die Verwendung dieser Mittel hat nicht ein privater Sponsor nach Gutd&uuml;nken zu entscheiden, sondern immer noch demokratisch gew&auml;hlte und legitimierte Parlamente und Regierungen. Es w&uuml;rde schon gen&uuml;gen, wenn diese Herrschaften einfach angemessene Steuern zahlen w&uuml;rden.<br>\nBezeichnend, dass die SPD und die Gr&uuml;nen dies einfach wieder unreflektiert nachplappern. Erst profitiert diese Klientel von den best&auml;ndigen Steuersenkungen f&uuml;r Verm&ouml;gens und Kapitalbesitzer, dann spiele sie den gener&ouml;sen Spender. Die SPD hat es immer noch nicht begriffen. Sie sollte einfach nicht vergessen wer eigentlich die Hauptprofiteure des globalen Finanzkasinos sind.<br>\nPolitiker von SPD und Gr&uuml;nen haben deutsche Superreiche aufgefordert, dem Beispiel amerikanischer Milliard&auml;re zu folgen. &bdquo;Ein gutes Vorbild&ldquo; sei die Ank&uuml;ndigung amerikanischer Milliard&auml;ren, mindestens die H&auml;lfte ihres Verm&ouml;gens f&uuml;r wohlt&auml;tige Zwecke zu spenden, sagte Gr&uuml;nen-Vorsitzende Claudia Roth der &bdquo;Passauer Neuen Presse&ldquo;. &bdquo;Wer spenden kann, soll das tun&ldquo;, forderte Roth. SPD-Fraktionsvize Joachim Po&szlig; bezeichnete das Vorhaben der US-Milliard&auml;re ebenfalls als <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article8850253\/Politik-will-Reiche-staerker-in-die-Pflicht-nehmen.html\">&bdquo;eine gute Idee&ldquo;<\/a>.<br>\nHedonisten, die ihr Geld nur zum eigenen Vergn&uuml;gen verprassten, seien &auml;u&szlig;erst selten, sagte der Reichtums- und Verm&ouml;gensforscher Wolfgang Lauterbach der FR. Der Soziologe der Universit&auml;t Potsdam hat mit einem Forschungsteam f&uuml;r die Studie &bdquo;Verm&ouml;gen in Deutschland&ldquo; rund 500 verm&ouml;gende Haushalte mit einem verf&uuml;gbarem Netto-Geldverm&ouml;gen von mindestens 200000 Euro zu ihrer Lebenssituation befragt.<br>\nUnter ihnen sei &bdquo;der Anteil derjenigen, die sich engagieren, sehr hoch&ldquo;. Es gebe eine &bdquo;wachsende Klientel, die der Gesellschaft etwas zur&uuml;ckgeben wolle&ldquo;. H&auml;ufig sei dies auf religi&ouml;se Motive, ein hohes Verantwortungsgef&uuml;hl gegen&uuml;ber der Gesellschaft oder <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/reichtum-verpflichtet\/-\/1472596\/4535120\/-\/index.html\">den Glauben an eine gerechte Welt zur&uuml;ckzuf&uuml;hren<\/a>.<br>\nDas halte ich f&uuml;r reine Apologetik. Dann h&auml;tte man den Spitzensteuersatz ja gar nicht senken m&uuml;ssen, dann sind die Stiftungen in Lichtenstein vermutlich reine Erfindung, dann k&ouml;nnte man ja sofort eine Verm&ouml;genssteuer einf&uuml;hren und eine Erbschaftssteuer die den Namen verdient mit dazu.<\/em><\/p>\n<p><strong>&ldquo;Ein paar Brosamen&rdquo;<br>\nRamelow: Spenden ersetzen kein vern&uuml;nftiges Steuersystem<\/strong><br>\nBodo Ramelow im Gespr&auml;ch mit Christoph Heinemann<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1242123\/\">dradio.de<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Weizenpreis steigt weiter<\/strong><br>\nDie russische Regierung hat am Donnerstag ein Verbot des Exports von Weizen ausgesprochen, nach dem es in Folge von D&uuml;rre und verheerenden Br&auml;nden zu einem Ausfall von voraussichtlich ca. 30 Prozent der Ente kommt. Vorerst bis zum Ende des Jahres darf das Getreide nicht mehr ausgef&uuml;hrt werden, wie unter anderem die Washington Post berichtet.<br>\nDie M&auml;rkte reagieren mit einem weiteren Preisanstieg. An der B&ouml;rse in Chikago klettern die Kurse bereits seit &uuml;ber einem Monat kr&auml;ftig und haben insbesondere diese Woche noch einmal stark zugelegt. Dort muss f&uuml;r eine Lieferung bis September bereits knapp 7,86 US-Dollar pro Scheffel Weizen gezahlt werden. Damit liegt der Kurswert der Weizen-Future noch etwa 25 Prozent unter den historischen H&ouml;chstst&auml;nden, die vor zweieinhalb Jahren erreicht wurden.<br>\nSeinerzeit betrugen die Preise allerdings das Dreifache des bis dahin Normalen &hellip;<br>\nRussland geh&ouml;rt neben der EU, Australien und den USA zu den gro&szlig;en Weizenexporteuren, was zum Teil die Reaktionen an den B&ouml;rsen erkl&auml;ren mag. Au&szlig;erdem gibt es in der Ukraine und in Kasachstan ebenfalls Ausf&auml;lle aufgrund der D&uuml;rre, und auch hierzulande wird ein R&uuml;ckgang um etwa zehn Prozent gegen&uuml;ber dem Vorjahr erwartet. Einige B&ouml;rsenbeobachter gehen dennoch davon aus, dass der gr&ouml;&szlig;ere Teil des Preisanstiegs auf Spekulation zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/148142\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Athen: Jedes 6. Gesch&auml;ft musste zusperren<\/strong><br>\nIm Gro&szlig;raum Athen sind in den vergangenen zehn Monaten 17 Prozent der Gesch&auml;fte geschlossen worden.<br>\nNoch schlimmer ist die Situation im Zentrum der Stadt. Entlang einer der wichtigsten Einkaufsstra&szlig;e &ndash; der Stadiou Stra&szlig;e &ndash; ist sogar jedes vierte Gesch&auml;ft zu. Das berichtete am Sonntag die griechische Presse unter Berufung auf eine Studie des Verbandes der H&auml;ndler Griechenlands.<br>\nStark zur&uuml;ckgegangen sei auch der Konsum. Die Griechen kauften bislang dieses Jahr etwa 20 Prozent weniger Schuhe als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch die K&auml;ufe von Kleidung ging um 19,6 Prozent zur&uuml;ck. Im Bereich Haushaltsger&auml;te ging der Konsum um etwa zehn Prozent zur&uuml;ck.<br>\nGrund f&uuml;r den R&uuml;ckgang des Konsums seien die wiederholte Erh&ouml;hung der indirekten Steuern auf Tabak, Spirituosen und Alkohol, die Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuern von 19 auf 23 Prozent sowie die K&uuml;rzungen der Geh&auml;lter, der Pensionen und Renten um fast 20 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/kurier.at\/wirtschaft\/2022481.php\">Kurier<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Bestechende R&uuml;stungsgesch&auml;fte<\/strong><br>\nD&uuml;sseldorfer Rheinmetall steht in Neu-Delhi unter Verdacht. Der Ausschluss von s&auml;mtlichen Ausschreibungen in Indien droht. Der Konzern bestreitet alle Vorw&uuml;rfe.<br>\nDie Luftverteidigungssparte des b&ouml;rsennotierten Unternehmens steht nach Informationen der Financial Times in Indien unter Korruptionsverdacht. Danach soll die indische Bundespolizei dem Verteidigungsministerium empfohlen haben, Rheinmetall auf die schwarze Liste zu setzen. Folgt die Regierung, w&auml;ren die Deutschen von s&auml;mtlichen Ausschreibungen in dem Milliardenmarkt ausgeschlossen.<br>\nUnter Verdacht steht Rheinmetall Air Defence mit Sitz in Z&uuml;rich. Bis zum Kauf durch die D&uuml;sseldorfer war die Hochtechnologie-R&uuml;stungsschmiede der Schweiz unter dem Namen Oerlikon weltber&uuml;hmt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/bestechende-ruestungsgeschaefte\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Santos verspricht Ende der Kolumbien-Krise<\/strong><br>\nInmitten einer schweren regionalen Krise hat der neue kolumbianische Pr&auml;sident Manuel Santos das h&ouml;chste Staatsamt &uuml;bernommen. Der ehemalige Verteidigungsminister und Spross einer Familie der Oberschicht muss nun ein Zerw&uuml;rfnis mit dem Nachbarland Venezuela l&ouml;sen, das von seinem Amtsvorg&auml;nger &Aacute;lvaro Uribe kurz vor dessen Abtritt ausgel&ouml;st wurde.<br>\nObgleich Santos &ndash; ebenso wie sein Vorg&auml;nger und politischer Vertrauter Uribe, dem rechten Lager angeh&ouml;rt &ndash; setzt er zun&auml;chst auf eine Entspannung in der Kolumbien-Krise. Seinem venezolanischem Amtskollegen Hugo Ch&aacute;vez bot er nach Medienberichten &ldquo;offene und direkte&rdquo; Gespr&auml;che an. Es sei auch n&ouml;tig, den &ldquo;gegenseitigen Respekt und Zusammenarbeit&rdquo; zu f&ouml;rdern. Ch&aacute;vez, der seinen Au&szlig;enminister Nicol&aacute;s Maduro zu der Vereidigung in die kolumbianische Hauptstadt Bogota entsandt hatte, erkl&auml;rte sich mit einem Treffen umgehend einverstanden.<br>\nZuletzt hatte der Druck auf die politische Elite in Kolumbien massiv zugenommen. Zahlreiche Staaten S&uuml;damerikas hatten sich wegen der aggressiven Au&szlig;enpolitik der scheidenden Uribe-F&uuml;hrung besorgt gezeigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/amerika21.de\/nachrichten\/2010\/08\/7865\/santos-antritt-krise\">Amerika21<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>US-Truppenabzug aus dem Irak: Mission unerf&uuml;llt<\/strong><br>\nSieben Jahre lang waren US-Kampftruppen im Irak stationiert, jetzt ziehen sie ab &ndash; und eine blutige Anschlagsserie ersch&uuml;ttert das Land. Dutzende Menschen wurden bei Explosionen get&ouml;tet. Von Stabilit&auml;t kann keine Rede sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,710757,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Auf Wikileaks folgt Bibi Aisha<\/strong><br>\nNachdem mehr als 70.000 Geheimdokumente aus dem Afghanistankrieg ver&ouml;ffentlicht wurden, r&uuml;ttelt in dieser Woche das weltweit mit 3,3 Millionen Exemplaren erscheinende US-Magazin mit dem Foto einer verst&uuml;mmelten jungen Frau auf. Mit entgegengesetzter Tendenz. Die Wikileaks-Dokumente haben die Kritik an dem Krieg verst&auml;rkt. An der Spitze der USA beherrscht zwar die Verfolgung der Verantwortlichen die Debatte. Doch zugleich w&auml;chst auch die Opposition gegen das milit&auml;rische Engagement. In dieser Stimmung h&auml;lt das Time-Magazin auf seinem Titelblatt fest, dass sich die Lage von Frauen in Afghanistan mit einem Truppenabzug verschlechtern w&uuml;rde. &ldquo;Wir stellen keine Fragen, wir geben Antworten&rdquo;, rechtfertigt Chefredakteur Richard Stengel gegen&uuml;ber CBS diese Behauptung. KritikerInnen in US-Medien und Blogs halten dagegen, dass die Misshandlung der 18-j&auml;hrigen Bibi Aisha (Name vom Time-Magazin ge&auml;ndert), die deshalb vor ihrer Schwiegerfamilie geflohen war und dann von ihrem Mann verst&uuml;mmelt wurde, im vergangenen Jahr stattgefunden haben: im achten Jahr der massiven US-Pr&auml;senz in Afghanistan. Human Rights Watch und afghanische Frauengruppen machen die Militarisierung des Landes und den Krieg f&uuml;r die Zunahme der Gewalt gegen Frauen mitverantwortlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2010%2F08%2F07%2Fa0160&amp;cHash=6ab478a203\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Neben dem Bild steht auf dem Cover des Time Magazins steht: <a href=\"http:\/\/www.time.com\/time\/covers\/0,16641,20100809,00.html\">&ldquo;What Happens if We Leave Afghanistan&rdquo;<\/a>.<br>\nErsch&uuml;tternd ist vor allem, wie sehr das Time Magazin auf die Unaufgekl&auml;rtheit des Publikums setzt. Verst&uuml;mmelte Gesichter von Frauen&nbsp; sind &uuml;berall auf der Welt anzutreffen. Frauen-(Menschen)rechte sind nicht nur durch die Taliban (in diesem Fall der Ehemann) gef&auml;hrdet. Daraus nun den Verbleib der internationalen Truppe abzuleiten, ist geradezu l&auml;cherlich. Afghanistan ist laut Verfassung ein islamischer Staat und in dieser Verfassung steht, dass kein Gesetz die Scharia verletzen darf. Das kann dann schon einmal dazu f&uuml;hren, dass ein Student, der einen Text zu Menschenrechten von Frauen verteilt hat, trotz der Anwesenheit westlicher Milit&auml;rmacht vom Obersten Gericht Afghanistans wegen Blasphemie zum Tode verurteilt wird.<br>\n&ndash; Um nicht missverstanden zu werde, dieses Spiel mit Emotionen wird nicht nur von dem US-Blatt betrieben. Die Schweizer Boulevardzeitung, Blick, macht auf mit den Satz: So sind die Taliban. Ein Bildkommentator schreibt: &ldquo;Das wird passieren. Frauen werden gesteinigt werden, Schulen f&uuml;r M&auml;dchen geschlossen werden. Lesen verboten, Musik verboten, Lachen verboten, Frauen werden Ohren abgeschnitten.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Hartz-IV-Regels&auml;tze; Jobcenter-Chronologie; Kassenpatienten sollen selbst f&uuml;r Arztkosten zahlen; Familienpflegezeitgutachten; Versteuerung statt Verschuldung; erneuerbare Energien und Atomkraft unvereinbar; Jugendgewalt geht zur&uuml;ck; Loveparade eine Strafe Gottes; falsche Zahlen l&uuml;gen; Zeitarbeitsmanager gei&szlig;elt miese Tricks; Bahn frei f&uuml;r Betonkonzerne; SPD-Linke gegen Rente mit 67; Stuttgart 21 &ndash; ein Milliardengrab; falsche Erfassung der &ouml;ffentlichen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6416\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6416","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6416","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6416"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6416\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6422,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6416\/revisions\/6422"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6416"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6416"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6416"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}