{"id":64292,"date":"2020-09-01T09:00:52","date_gmt":"2020-09-01T07:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64292"},"modified":"2020-09-01T09:59:43","modified_gmt":"2020-09-01T07:59:43","slug":"auslandseinsaetze-beenden-ruestungsexporte-verbieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64292","title":{"rendered":"Auslandseins\u00e4tze beenden \u2013 R\u00fcstungsexporte verbieten!"},"content":{"rendered":"<p>Es folgt hier eine Erkl&auml;rung zum Antikriegstag von wichtigen Vertreterinnen und Vertretern der Linkspartei mit Erstunterzeichnern und einer Liste weiterer Unterst&uuml;tzer dieses Vorsto&szlig;es. Die Initiative folgt auf eine erkennbare Spaltung der Linkspartei in einer zentralen Angelegenheit: zur Frage, ob &ndash; in den Worten des fr&uuml;heren Bundespr&auml;sidenten Gustav Heinemann &ndash; der Frieden der Ernstfall ist oder ob auch die Linken, angeblich um der Koalitionsf&auml;higkeit willen, Auslandseins&auml;tze von Bundeswehr und NATO sowie R&uuml;stungsexporte mittragen. Die Erkl&auml;rung und das Motiv f&uuml;r diesen Vorsto&szlig; sind schon deshalb wichtig, weil dann, wenn auch die Linkspartei die Fortsetzung der Politik mit milit&auml;rischen Mitteln mitmacht, die Friedenspolitik im Deutschen Bundestag keine politische Vertretung mehr hat. &ndash; Die Erkl&auml;rung als PDF <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/200901-PDF-Gemeinsame-Erklaerung-Auslandseinsaetze-beenden-%20Ruestungsexporte-verbieten-mit-Unterschriften.pdf\">finden Sie hier<\/a>. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Erkl&auml;rung anl&auml;sslich des Antikriegstages am 1. September 2020:<\/strong><\/p><p><strong>Auslandseins&auml;tze beenden &ndash; R&uuml;stungsexporte verbieten!<\/strong><\/p><p>Am 1. September 1939 begann mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf Polen der Zweite Weltkrieg. Die Gesamtopfer dieses Krieges, den Nazideutschland verantwortete, sind mehr als 55 Millionen Tote, davon allein 28 Millionen Menschen in der Sowjetunion. &Uuml;ber sechs Millionen J&uuml;dinnen und Juden und f&uuml;nfhunderttausend&nbsp;Sinti und Roma wurden ermordet. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz und am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht, die entsetzliche Verbrechen verantwortete, gegen&uuml;ber der Sowjetunion, den USA, Gro&szlig;britannien und Frankeich. Europa lag in Tr&uuml;mmern. Alle diejenigen, die ein antifaschistisches Deutschland wiederaufbauen wollten, waren sich einig, dass es nach der Verantwortung f&uuml;r zwei Weltkriege in einem Jahrhundert keine deutsche Armee mehr braucht. Der Schwur von Buchenwald &bdquo;Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus&ldquo; schloss mit ein, dass es keine deutsche Wiederbewaffnung geben sollte und keine deutsche R&uuml;stungsindustrie, die aus dem Tod ein Gesch&auml;ft macht. <\/p><p>Im Kalten Krieg fiel dieser friedenspolitische Grundsatz, obwohl sich in der Bundesrepublik eine breite gesellschaftliche Bewegung gegen die Remilitarisierung gestellt hatte. Konsens &uuml;ber alle politischen Grenzen hinweg, auch als Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg, blieb, dass die Soldaten der Bundeswehr nicht im Ausland eingesetzt werden und deutsche Waffen nicht die Kriege in aller Welt n&auml;hren sollten. Dieser Konsens wurde nach dem Ende des Kalten Krieges aufgebrochen. Auch SPD und Gr&uuml;ne stimmten fortan im Bundestag f&uuml;r Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr. R&uuml;stungsexporte in alle Welt wurden zum neuen Markenzeichen der Berliner Republik. Fortan beteiligte sich Deutschland an den weltweiten Kriegen um Rohstoffe, Marktzug&auml;nge und geopolitischen Einfluss. Der Umbau der NATO weg von der formalen B&uuml;ndnisverteidigung zu einem globalen Kriegsf&uuml;hrungsb&uuml;ndnis wurde von der rot-gr&uuml;nen Bundesregierung mit der neuen NATO-Charta 1999 ebenso mitgetragen wie das Heranr&uuml;cken des Milit&auml;rpakts durch stetige Erweiterungen bis an die russische Grenze. <\/p><p>Angesichts dieser verheerenden Entwicklungen war und ist es der Gr&uuml;ndungskonsens der Partei DIE LINKE, die Bundeswehr aus allen Auslandseins&auml;tzen zur&uuml;ckzuholen und R&uuml;stungsexporte generell zu verbieten. Aufgrund der Erfahrungen mit SPD und Gr&uuml;nen, die als Regierungsparteien den v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien mit f&uuml;hrten, wurde im Erfurter Grundsatzprogramm eine Beteiligung an einer Regierung, die Kampfeins&auml;tze des Bundeswehr f&uuml;hrt, ausgeschlossen. Und es ging bei der Gr&uuml;ndung der Partei DIE&nbsp;LINKE nicht nur um die Forderung nach Aufl&ouml;sung der NATO und deren Ersetzung durch ein kollektives Sicherheitssystem unter Einschluss Russlands, sondern es wurde zugleich vereinbart, diese Aufl&ouml;sung der NATO auch durch konkrete Schritte mit zu bef&ouml;rdern. Deshalb geh&ouml;rt zum Gr&uuml;ndungskonsens der Partei DIE&nbsp;LINKE auch die Forderung, dass Deutschland aus den milit&auml;rischen Strukturen der NATO austritt. Kurz: Die Ablehnung von Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr ist keine Frage, die mit anderen Parteien &bdquo;diskursiv&ldquo; gekl&auml;rt werden k&ouml;nnte. Die Frage der Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr und die Frage wie wir zum Aufr&uuml;stungspakt NATO stehen, sind der Lackmusstest unserer friedenspolitischen Glaubw&uuml;rdigkeit. <\/p><p>Im Zuge der Debatte um Regierungsbeteiligungen wird von einigen in der Partei DIE&nbsp;LINKE dieser Gr&uuml;ndungskonsens in Frage gestellt und eine bedingungslose Koalitionsbereitschaft in Richtung SPD und Gr&uuml;ne signalisiert. Bisher formulierte Haltelinien f&uuml;r Regierungsbeteiligungen werden relativiert bis hin  ignoriert. Das ist fatal f&uuml;r die Zukunft der Partei DIE&nbsp;LINKE und eine Schw&auml;chung der breiten gesellschaftlichen Bewegung f&uuml;r Frieden und Abr&uuml;stung. Wir sehen darin auch einen Angriff auf die friedenspolitischen Grundpositionen unserer Partei und weisen diesen Versuch, den Markenkern der LINKEN besch&auml;digen zu wollen, in aller Sch&auml;rfe zur&uuml;ck. <\/p><p>Unsere roten Haltelinien f&uuml;r Regierungsbeteiligungen sind nicht verhandelbar, denn sie sichern die Glaubw&uuml;rdigkeit der LINKEN ab. Eine Regierungsbeteiligung einer LINKEN, die daf&uuml;r friedenspolitische Grunds&auml;tze &uuml;ber Bord wirft, ist nicht erstrebenswert. Wir sagen in Anlehnung an ein Wort von Willy Brandt zur Sozialdemokratie: Es hat keinen Sinn, eine Regierungsbeteiligung f&uuml;r DIE&nbsp;LINKE zu erringen, wenn der Preis daf&uuml;r ist, keine LINKE mehr zu sein. <\/p><p>Statt bedingungslose Koalitionsbereitschaft zu signalisieren, m&uuml;ssen wir gemeinsam mit der Friedensbewegung Druck machen, damit sich die SPD wieder auf Frieden und Abr&uuml;stung verpflichtet und die Gr&uuml;nen sich ihrer pazifistischen Wurzeln erinnern.<\/p><p><strong>Unterzeichnerinnen und Unterzeichner:<\/strong><\/p><p>Sevim Dagdelen (<em>MdB<\/em>), Ulla Jelpke (<em>MdB<\/em>), Heike H&auml;nsel (<em>MdB, stv. Fraktionsvorsitzende<\/em>), Tobias Pfl&uuml;ger (<em>MdB, stv. Parteivorsitzender<\/em>), Cornelia Barth (<em>Landesvorsitzende Bremen<\/em>), Eva Bulling-Schr&ouml;ter (<em>Landesvorsitzende Bayern<\/em>), Olga Fritzsche (<em>MdHB, Landesvorsitzende Hamburg<\/em>), Ates G&uuml;rpinar (<em>Landesvorsitzender Bayern<\/em>), Martin G&uuml;nther (<em>stv. Landesvorsitzender Brandenburg<\/em>), Christian Leye (<em>Landesvorsitzender NRW<\/em>), Petra Heimer (<em>Landesvorsitzende Hessen<\/em>), Inge H&ouml;ger (<em>Landesvorsitzende NRW<\/em>), Lars Leopold (<em>Landesvorsitzender Niedersachsen<\/em>), Sahra Mirow (<em>Landesvorsitzende Baden-W&uuml;rttemberg<\/em>), Thorben Peters (<em>stv. Landesvorsitzender Niedersachsen<\/em>), Heidi Reichinnek (<em>Landesvorsitzende Niedersachsen<\/em>), Jan Schalauske (<em>MdL, Landesvorsitzender Hessen<\/em>), David Schwarzendahl (<em>stv. Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz<\/em>), Dirk Sp&ouml;ri (<em>Landesvorsitzender Baden-W&uuml;rttemberg<\/em>), Katrin Werner (<em>MdB, Landesvorsitzende Rheinland-Pfalz<\/em>), Ursula Weisser-Roelle (<em>stv. Landesvorsitzende Niedersachsen<\/em>), Ali Al-Dailami <em>(stv. Parteivorsitzender)<\/em>, Friederike Benda (<em>Parteivorstand<\/em>), Judith Benda (<em>Parteivorstand<\/em>), Jules El-Khatib (stv. Landesvorsitzender NRW), Christiane B&ouml;hm (<em>MdL Hessen<\/em>), Lorenz G&ouml;sta Beutin (<em>MdB<\/em>), Barbara Borchardt (<em>Pr&auml;sidium Bundesausschuss<\/em>), Arne Brix (<em>Parteivorstand<\/em>), Michel Brandt (<em>MdB<\/em>), Ellen Brombacher (<em>Sprecherin Kommunistische Plattform<\/em>), Christine Buchholz (<em>MdB<\/em>), Isabelle Casel (Sprecherin BAG Frieden und Internationale Politik), Deniz Celik (<em>MdHB<\/em>), J&ouml;rg Cezanne (<em>MdB<\/em>), Dr. Diether Dehm (<em>MdB<\/em>), &Ouml;zlem Demirel (<em>MdEP<\/em>), Sylvia Gabelmann (<em>MdB<\/em>), Bettina Gutperl (<em>Parteivorstand<\/em>), Thies Gleiss (<em>Parteivorstand, Sprecher Antikapitalistische Linke<\/em>), Nicole Gohlke (<em>MdB<\/em>), Harri Gr&uuml;nberg (<em>Parteivorstand<\/em>), Claudia Haydt (<em>Parteivorstand<\/em>), Andrej Hunko (<em>MdB<\/em>), Alexander Kauz (<em>Pr&auml;sidium Bundesausschuss<\/em>), Kerstin Kassner (<em>MdB<\/em>), Metin Kaya (<em>MdHB<\/em>), Dr. Achim Kessler (<em>MdB<\/em>), Christian Kruse (<em>Landesschatzmeister Hamburg<\/em>), Ralf Kr&auml;mer (<em>Parteivorstand, Sprecher Sozialistische Linke<\/em>), Niema Movassat (<em>MdB<\/em>), Cornelia M&ouml;hring (<em>MdB<\/em>), Zaklin Nastic (<em>MdB<\/em>), Dr. Alexander S. Neu (<em>MdB<\/em>), Artur Pech (<em>Pr&auml;sidium Bundesausschuss<\/em>), S&ouml;ren Pellmann (<em>MdB<\/em>), Victor Perli (<em>MdB<\/em>), Norbert M&uuml;ller (<em>MdB<\/em>), Lucy Redler (<em>Parteivorstand<\/em>), Ingrid Remmers (<em>MdB<\/em>), Franziska Riekewald (<em>Parteivorstand<\/em>), Johanna Scheringer-Wright (<em>Parteivorstand<\/em>), Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (<em>MdL Hessen<\/em>), Eva-Maria Schreiber (<em>MdB<\/em>), Saadet S&ouml;nmez (<em>MdL Hessen<\/em>), Kathrin Vogler (<em>MdB<\/em>), Jochem Visser (<em>Parteivorstand<\/em>), G&ouml;kay Akbulut (<em>MdB<\/em>), Andreas Wagner (<em>MdB<\/em>), Harald Weinberg (<em>MdB<\/em>), Ulrich Wilken (<em>MdL Hessen<\/em>), Mehmet Yildiz (<em>MdHB<\/em>), Hubertus Zdebel (<em>MdB<\/em>), Pia Zimmermann (<em>MdB<\/em>), Sabine Zimmermann (<em>MdB<\/em>), Edgar Zitelmann (<em>Bundesausschuss, Sprecher BAG Migration<\/em>) und der Landesvorstand NRW, Landesvorstand Hamburg und Landesvorstand Niedersachsen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt hier eine Erkl&auml;rung zum Antikriegstag von wichtigen Vertreterinnen und Vertretern der Linkspartei mit Erstunterzeichnern und einer Liste weiterer Unterst&uuml;tzer dieses Vorsto&szlig;es. 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