{"id":6433,"date":"2010-08-10T09:19:02","date_gmt":"2010-08-10T07:19:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6433"},"modified":"2014-02-25T10:52:40","modified_gmt":"2014-02-25T09:52:40","slug":"der-reiche-als-der-ausgebeutete-gutmensch-und-der-arme-als-schmarotzer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6433","title":{"rendered":"Der Reiche als der ausgebeutete Gutmensch und der Arme als Schmarotzer"},"content":{"rendered":"<p>Unter der &Uuml;berschrift <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/08\/09\/7-wahrheiten\/ueber-milliarden-spenden-debatte.html\">&bdquo;7 Wahrheiten &uuml;ber Milliarden-Spender&ldquo;<\/a> singt die Bild-Zeitung das hohe Lied &uuml;ber die Gro&szlig;z&uuml;gigkeit und will unser Mitgef&uuml;hl f&uuml;r die Steuerlast der Reichen wecken. Es hei&szlig;t da:<br>\n<em>&bdquo;REICHE ZAHLEN: Weil die Steuerbelastung in Deutschland mit steigendem Einkommen stark zunimmt, finanzieren die Reichen bei uns den Sozialstaat &uuml;ber Steuern und Abgaben. Das oberste Zehntel der Einkommensbezieher zahlt 55&nbsp;% des gesamten Steueraufkommens, das letzte Prozent der Superreichen finanziert alleine 22,2&nbsp;%.&ldquo;<\/em><br>\nDas ist mal wieder eine halbe Wahrheit, die eine ganze L&uuml;ge ist. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Richtig ist &ndash; falsch ist<\/strong><br>\nNach der aktuellsten Angabe der Bundesregierung in der Antwort auf eine Gro&szlig;e Anfrage der Fraktion der Gr&uuml;nen vom 10. Februar 2010 ist es richtig, dass das oberste Zehntel der Steuerpflichtigen mit Eink&uuml;nften ab 70.150 Euro einen kumulierten Anteil 54,4 Prozent an der Einkommensteuer tr&auml;gt (<a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/006\/1700691.pdf\">Tabelle auf S. 3 [PDF &ndash; 157 KB]<\/a>). <\/p><p><strong>Falsch<\/strong> ist hingegen, dass sich dieser Anteil von &uuml;ber der H&auml;lfte auf das <strong>&bdquo;gesamte Steueraufkommen&ldquo;<\/strong> bezieht.<\/p><p>Aus der unten stehenden Grafik aus dem Jahr 2007 (die absoluten Betr&auml;ge d&uuml;rften sich seither etwas ver&auml;ndert haben, aber die Prozentanteile kaum) ist unschwer zu entnehmen, dass selbst wenn man Lohn- und veranlagte Einkommensteuer zusammenrechnet, alle Einkommenspflichtigen zusammen unter 30 Prozent der gesamten kassenm&auml;&szlig;igen Steuereinnahmen des Staates erbringen. <\/p><p><a style=\"border: 0\" href=\"upload\/bilder\/100810_steuereinnahmen-nach-steuerarten.png\" title=\"Klicken zum Vergr&ouml;&szlig;ern\"><img decoding=\"async\" style=\"border: 0\" src=\"upload\/bilder\/100810_steuereinnahmen-nach-steuerarten.gif\" alt=\"Grafik, Quelle: Bundesfinanzministerium\" title=\"Steuereinnahmen nach Steuerarten\"><\/a><br>\n<em>(<a href=\"upload\/bilder\/100810_steuereinnahmen-nach-steuerarten.png\" title=\"Klicken zum Vergr&ouml;&szlig;ern\">Zur Vergr&ouml;&szlig;erung auf die Grafik klicken &hellip;<\/a>)<\/em><\/p><p>(Neuere Zahlen aus 2008: siehe <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/nn_53848\/DE\/BMF__Startseite\/Service\/Broschueren__Bestellservice\/Steuern\/20220__Datensammlung__zur__Steuerpolitik__08,property=publicationFile.pdf%20\">Bundesfinanzministerium Datensammlung zur Steuerpolitik [PDF &ndash; 2 MB]<\/a>)<\/p><p><strong>Verh&auml;ltnis von Steuerlast und Einkommen bzw. Verm&ouml;gen<\/strong><br>\nAber dass das oberste Zehntel knapp 55 Prozent der Einkommensteuer aufbringt, das ist nur die halbe Wahrheit. Um das Verh&auml;ltnis zwischen Einkommen und Steuerlast realistisch einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen, m&uuml;sste man auch darstellen, dass die oberen 10 Prozent der Einkommensteuerpflichtigen einen Anteil von 37,9 Prozent am zu versteuernden Einkommen haben. (Siehe nochmals <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/006\/1700691.pdf\">Antwort der Bundesregierung a.a.O. [PDF &ndash; 157 KB]<\/a>) <\/p><p>Noch dramatischer sieht die Verteilung aus, wenn man nicht nur das zu versteuernde Einkommen, sondern das gesamte Verm&ouml;gen betrachtet. Die oberen zehn Prozent haben am privaten Verm&ouml;gen einen Anteil von 61,1 Prozent (2007, <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/kultur\/debatte\/die-schwachen-tragen-die-starken\/-\/1473340\/2813142\/-\/index.html\">Michael Hartmann<\/a>). Die unteren 70 Prozent kommen nicht einmal auf 9 Prozent des Gesamtverm&ouml;gens.<br>\nAllein das Geldverm&ouml;gen erreichte 2009 einen Wert von <a href=\"http:\/\/www.bankenverband.de\/themen\/geld-finanzen\/tipps-infos\/atproxiedcontent.2010-06-22.6439711400\">4,67 Billionen Euro<\/a>. <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/20080410_02.gif\" alt=\"Individuelles Nettoverm&ouml;gen nach Dezilen in Deutschland 2002\" title=\"Individuelles Nettoverm&ouml;gen nach Dezilen in Deutschland 2002\"><\/p><p><strong>Das letzte Prozent der Superreichen<\/strong><br>\n&bdquo;Das letzte Prozent der Superreichen finanziert alleine 22,2&nbsp;%&ldquo;, schreibt Bild um unsere Hochachtung noch h&ouml;her zu treiben. <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,602649,00.html\">Dass dieses &bdquo;letzte Prozent&ldquo; aber 23 Prozent des gesamten Verm&ouml;gens besitzt<\/a>, wird dabei aber tunlichst nicht erw&auml;hnt.  <\/p><p><strong>Steuerlast der h&ouml;heren Einkommen gesunken<\/strong><br>\nTatsache ist weiter, dass die steuerliche Belastung der h&ouml;heren Einkommen im letzten Jahrzehnt nicht etwa gestiegen sondern gesunken ist. Durch die Steuersenkungen von Rot-Gr&uuml;n und der Gro&szlig;en Koalition wurde der Spitzensteuersatz bei der Einkommenssteuer von 53 auf 42 Prozent gesenkt. Aber nicht nur die Einkommensteuer wurde gesenkt: Seit 2000 bleiben die Gewinne bei der Ver&auml;u&szlig;erung von Unternehmen oder Unternehmensteilen komplett steuerfrei. Seit 2008 sind mit der Abgeltungssteuer h&ouml;here Einkommen ihre Kapitaleink&uuml;nfte nicht mehr mit dem pers&ouml;nlichen Steuersatz von 42 Prozent, sondern nur noch mit 25 Prozent besteuert. Mit der Unternehmensteuer&ldquo;reform&ldquo; 2001 wurde der tarifliche nominale Steuersatz auf Unternehmensgewinne f&uuml;r Kapitalgesellschaften von 51,8 % auf 38,7 % gesenkt. F&uuml;r Personenunternehmen gab es von 2001 bis 2005 eine schrittweise Entlastung von 54,5 % auf 45,7 %. Die dauerhaften Aufkommensverluste der Reform belaufen sich auf mindestens 11 Mrd. Euro j&auml;hrlich. (<a href=\"upload\/pdf\/070504_imk_stellungnahme_unternehmenssteuerreform_2008.pdf\">IMK S. 7 [PDF &ndash; 38 KB]<\/a>) <\/p><p><strong>Nimmt die Steuerbelastung bei Milliard&auml;ren zu?<\/strong><br>\nBild schreibt: <em>&bdquo;Weil die Steuerbelastung in Deutschland mit steigendem Einkommen stark zunimmt, &hellip;.&ldquo;<\/em> <\/p><p>Im Kontext mit den <em>&bdquo;7 Wahrheiten &uuml;ber Milliarden-Spender&ldquo;<\/em> ist diese Aussage &ndash; gelinde gesagt &ndash; eine grobe Irref&uuml;hrung. Nach der gegenw&auml;rtigen Steuerprogression greift der Spitzensteuersatz bei einem Alleinverdienden bei 52.552 Euro. Logischerweise flacht nach Erreichen des Spitzensteuersatzes die Kurve ab, so dass ein Milliard&auml;r nominell den gleichen Spitzensteuersatz bezahlt wie ein Einkommensbezieher, der etwas &uuml;ber f&uuml;nfzig Tausend Euro im Jahr verdient. <\/p><p>Aber der nominelle Spitzensteuersatz von 42 Prozent trifft wiederum die Realit&auml;t kaum. &bdquo;Deutschland ist ein Steuerparadies f&uuml;r Million&auml;re. Selbst die Reichsten sind weit davon entfernt, den Spitzensteuersatz zu entrichten. Sie k&ouml;nnen derartig viele Freibetr&auml;ge und andere Abzugsbetr&auml;ge beim Fiskus geltend machen, dass sie im Durchschnitt nur 36 Prozent Steuern auf ihr Einkommen zahlen. Dies ergibt sich aus einer Berechnung, die das Statistische Bundesamt f&uuml;r die taz angestellt hat&ldquo;, berichtet <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/steuerparadies-deutschland\/\">Ulrike Herrman<\/a>. Das Deutsche Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung kam in einer Studie aus dem Jahr 2004 bei den absoluten Topverdienern mit einem Einkommen von 22 Millionen Euro im Schnitt auf einen realen <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php\/284274#FN2\">Steuersatz von nur 34 Prozent<\/a>.<br>\n(Siehe dazu: <a href=\"?p=4110\">Sch&ouml;n Reich. Steuern zahlen die andern.<\/a>)<\/p><p>Schaut man einmal in die <a href=\"https:\/\/www.abgabenrechner.de\/uebersicht_ekst\/index.jsp\">Steuertabelle des Bundesfinanzministerium<\/a>, so liegt die Durchschnittsbelastung bei einem Lohn eines alleinstehenden Beziehers eines Einkommens von 50.000 Euro bei j&auml;hrlich 12.950 Euro (<a href=\"upload\/pdf\/091020_Steuersenkung_Anlage_1.pdf\">Einkommensteuerbelastung nach Tarifen 1958 bis 2009 [PDF &ndash; 200 KB]<\/a>) oder bei monatlich 1.080 Euro. So viel &bdquo;kassiert&ldquo; der Staat vom Brutto. Das sind aber bei weitem nicht 42 Prozent sondern 25,9 Prozent durchschnittliche Steuerbelastung (<a href=\"upload\/pdf\/091020_Steuersenkung_Anlage_2.pdf\">Durchschnittsbelastung nach Tarifen 1958 bis 2009, Grundtabelle [PDF &ndash; 152 KB]<\/a>). Bei Verheirateten sind es nach Splittingtabelle sogar nur noch 16,7 Prozent (<a href=\"upload\/pdf\/091020_Steuersenkung_Anlage_3.pdf\">Durchschnittsbelastung nach Tarifen 1958 bis 2009, Splittingtabelle [PDF &ndash; 168 KB]<\/a>). Selbst bei einem Alleinverdiener mit 120.000 Euro zu versteuerndem Einkommen ist die Durchschnittsbelastung bei weitem noch nicht beim Spitzensteuersatz von 42 Prozent, sondern erst bei 35,3 Prozent angekommen. Laut Splittingtabelle liegt bei 120.000 Euro zu versteuerndem Einkommen die Durchschnittsbelastung bei 28,6 Prozent.<br>\nDie gr&ouml;&szlig;ten Spr&uuml;nge liegen &ndash; nebenbei bemerkt &ndash; bei den unteren Einkommen. Nach der Grundtabelle (Alleinverdiener) beginnt die Durchschnittsbelastung mit 10.000 Euro bei 3,5 Prozent, steigt auf 9,7 Prozent bei 15.000 Euro und auf 13,8 bei 20.000 Euro. Ab 40.000Euro flacht sich die Kurve ab, steigt von 24,4 Prozent auf 25,9 bei 50.000 Euro, steigt danach bei jeweils 5.000 Euro mehr an Einkommen um 1,4 Prozent, 1,3 Prozent, 1,0 Prozent bis die Durchschnittssteuerbelastung von 95.000 auf 100.000 Euro nur noch von 33,5 Prozent auf 33,9 Prozent steigt. Bei kleineren und mittleren Einkommen ist der prozentuale Anstieg also erheblich steiler als bei <a href=\"?p=4273\">h&ouml;heren und h&ouml;chsten Einkommen<\/a>.<\/p><p><strong>Umverteilungswirkung des Steuersystems hat an Gewicht verloren<\/strong><br>\nWenn man schon auf den hohen Anteil des obersten Einkommenszehntels an der Einkommensteuer hinweist, sollte man fairerweise auch hinzuf&uuml;gen, dass zwischen 1998 und 2006 die Einkommensunterschiede bei den Nettoeinkommen, also nach Steuern und Sozialabgaben, erheblich schneller gestiegen sind als bei den Bruttoeinkommen. W&auml;hrend der Anteil der Haushalte mit mittleren Einkommen, das hei&szlig;t zwischen 70 und 150 Prozent des Durchschnittseinkommens, brutto von 45,8 auf 41,2 Prozent sank, ging er netto sogar von 62,7 auf 53,9 Prozent zur&uuml;ck. <\/p><p><strong>Einkommenssteuer macht nur ein Drittel der Steuereinnahmen aus<\/strong><br>\nZur ganzen Wahrheit geh&ouml;rte auch, dass die Einkommensteuern nur rund ein Drittel (Das DIW hat in einer Studie anders als die Bundesregierung 34 Prozent ermittelt) der staatlichen Steuereinnahmen ausmachen. Daneben stehen die indirekten Steuern, also die Mehrwertsteuer, die Mineral&ouml;l- oder die Tabaksteuer. Ihr Anteil am Steueraufkommen ist kontinuierlich gestiegen, nicht zuletzt durch die Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent durch die Gro&szlig;e Koalition. Die indirekten Steuern machten 1990 noch etwa 40 Prozent des Steueraufkommens aus, seit der Jahrtausendwende liegt ihr Anteil bei etwa der H&auml;lfte der gesamten Steuereinnahmen.<\/p><p>Indirekte Steuern treffen aber &ndash; bezogen auf das verf&uuml;gbare Einkommen &ndash; weniger die hohen Einkommensbezieher, sondern eher die niedrigen und Mittleren Einkommen, die ganz oder zum allergr&ouml;&szlig;ten Teil f&uuml;r die allt&auml;gliche Lebensf&uuml;hrung ausgegeben werden (m&uuml;ssen).<br>\n&bdquo;Die in den letzten Jahren bereits reduzierte, aber immer noch vorhandene Umverteilungswirkung bei der Einkommensteuer verliert durch diese Verschiebung zwischen direkten und indirekten Steuern weiter an Bedeutung.&ldquo; (Michael Hartmann a.a.O.) <\/p><p><strong>Der Anteil mittlerer und niederer Einkommen am gesamten Steueraufkommen liegt bei 70 Prozent<\/strong><br>\nNach einer <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/impuls_2008_12_3.pdf\">Studie des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie (IMK) [PDF &ndash; 71 KB]<\/a> nahm in den vergangenen 15 Jahren die Zahl der Haushalte im mittleren Einkommensbereich um 14 Prozent ab. Die Zahl der Haushalte mit niedrigen Nettoeinkommen stieg um 27 Prozent, die der vergleichsweise reichen Haushalte stieg um 19 Prozent. Die weiterhin steigende Ungleichheit der Markteinkommen werde nicht mehr durch sozialstaatliche Umverteilungseffekte kompensiert, schreibt das DIW. Der Anteil der Steuern, die vor allem die Bezieher mittlerer und niedriger Einkommen aufbringen, ist in den vergangenen Jahrzehnten st&auml;ndig gewachsen. Solche mittlere und niedere Einkommen erbrachten 1960 knapp 38 Prozent des gesamten Steueraufkommens. 2006 waren es bereits70 Prozent. Der Anteil aller Gewinnsteuern sank im gleichen Zeitraum von 35 auf 20 Prozent.<\/p><p><strong>Steuerlast im Ungleichgewicht<\/strong><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/108010_steuerlast-im-ungleichgewicht.gif\" alt=\"Steuerlast im Ungleichgewicht\" title=\"Steuerlast im Ungleichgewicht\"><\/p><p><strong>Die Reichen k&ouml;nnen sich aus der Finanzierung des Sozialstaats ausklinken<\/strong><br>\nDie Reichen finanzieren bei uns auch nicht &ndash; wie Bild schreibt &ndash; <em>&bdquo;den Sozialstaat &uuml;ber Steuern und Abgaben&ldquo;<\/em>.<\/p><p>Besserverdiener zahlen relativ zu ihrem Einkommen weniger in die Sozialversicherung ein als Durchschnittsverdiener. Die neue Beitragsbemessungsgrenze bei der Krankenversicherung im Jahre 2010 liegt bei einem Jahreseinkommen von 49.950 Euro (oder 4.162,50 Euro monatlichem Einkommen). Bei der gesetzlichen Rentenversicherung weist die Beitragsbemessungsgrenze in den alten Bundesl&auml;ndern 66.000 Euro Einkommen pro Jahr (5.500 Euro pro Monat) in den neuen Bundesl&auml;ndern 55.800 Euro pro Jahr (4.650 Euro pro Monat) aus. Das Einkommen dar&uuml;ber wird nicht &bdquo;f&uuml;r den Sozialstaat&ldquo; herangezogen. F&uuml;r einen Million&auml;r oder gar Milliard&auml;r sind diese Sozialabgaben &ldquo;Peanuts&rdquo;. Meist weicht er ohnehin in eine private Kasse aus, wo ihn garantiert der Chefarzt behandelt, er aber nichts in die gesetzlichen Kassen einbezahlt.<\/p><p>Jedenfalls tragen die Geringverdiener die h&ouml;chste Abgabenlast, f&uuml;r Spitzenverdiener sinkt der Steueranteil, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article3723322\/Deutsche-Geringverdiener-tragen-hoechste-Last.html?print=yes#reqdrucken\">je mehr sie verdienen<\/a>.<\/p><p>Bei einem alleinstehenden Geringverdiener machen Steuern und Sozialabgaben inzwischen 47,3&nbsp;Prozent der Arbeitskosten aus, <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/document\/7\/0,3343,en_2649_34897_42723335_1_1_1_1,00.html\">wie die OECD ermittelte<\/a>. Das ist nach Belgien der zweith&ouml;chste Wert aller Industriel&auml;nder. Bei einem Ehepaar mit zwei Kindern, das durchschnittlich verdient, liegt die Gesamtbelastung bei 45,2 Prozent. Die Million&auml;re kommen also billig davon, wenn sie durchschnittlich nur 34 Prozent an Steuern zahlen m&uuml;ssen und sich ab der Beitragsbemessungsgrenze aus der Solidargemeinschaft verabschieden k&ouml;nnen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter der &Uuml;berschrift <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/08\/09\/7-wahrheiten\/ueber-milliarden-spenden-debatte.html\">&bdquo;7 Wahrheiten &uuml;ber Milliarden-Spender&ldquo;<\/a> singt die Bild-Zeitung das hohe Lied &uuml;ber die Gro&szlig;z&uuml;gigkeit und will unser Mitgef&uuml;hl f&uuml;r die Steuerlast der Reichen wecken. Es hei&szlig;t da:<br \/> <em>&bdquo;REICHE ZAHLEN: Weil die Steuerbelastung in Deutschland mit steigendem Einkommen stark zunimmt, finanzieren die Reichen bei uns den Sozialstaat &uuml;ber Steuern und Abgaben. Das oberste<\/em><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6433\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[137,11,132],"tags":[459,427,343,279,278,449,291],"class_list":["post-6433","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-und-abgaben","category-strategien-der-meinungsmache","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-bild","tag-einkommensteuer","tag-luegen-mit-zahlen","tag-spitzensteuersatz","tag-steuersenkungen","tag-umsatzsteuer","tag-verteilungsgerechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6433","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6433"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6433\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6437,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6433\/revisions\/6437"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}