{"id":64340,"date":"2020-09-02T16:28:25","date_gmt":"2020-09-02T14:28:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64340"},"modified":"2020-09-02T17:25:34","modified_gmt":"2020-09-02T15:25:34","slug":"leserbriefe-zu-tausche-koalitionsfaehigkeit-gegen-mehrheitsfaehigkeit-soll-das-ein-gewinn-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64340","title":{"rendered":"Leserbriefe zu Tausche Koalitionsf\u00e4higkeit gegen Mehrheitsf\u00e4higkeit. Soll das ein Gewinn sein?"},"content":{"rendered":"<p>Es kamen gleich ab heute fr&uuml;h mehrere Leserbriefe. Wir ver&ouml;ffentlichen sie gleich, was den Dialog erleichtert. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo NDS-Team, <\/p><p>Bezugnehmend auf den Artikel von Albrecht M&uuml;ller und dem entsprechenden Leserbrief m&ouml;chte ich folgendes anmerken: <\/p><p>Ja, manchmal kann das sogenannte kleinere &Uuml;bel die bessere Wahl sein. Manchmal aber auch nicht. Die Gr&uuml;nen haben seinerzeit gezeigt, was passiert, wenn eine Partei eine ihrer Wurzeln &uuml;ber Bord wirft. Ich meine die Wurzeln der Gr&uuml;nen in der Friedensbewegung. Die Gr&uuml;nen unterscheiden sich in Sachen Au&szlig;en- und Friedenspolitik kaum von den anderen Parteien. Sie waren es, die zusammen mit der SPD erstmalig die Bundeswehr in Kriegseins&auml;tze geschickt haben. Es gab damals auch nicht weniger Waffenverk&auml;ufe. Von der einstigen Revoluzzer-Partei ist nicht mehr viel &uuml;brig geblieben, die meisten ihrer Amtstr&auml;ger f&uuml;hlen sich pudelwohl im einst von ihnen so geschm&auml;hten Establishment. Die Begr&uuml;ndung der Gr&uuml;nen war immer: &ldquo;Wir wollen mitgestalten.&rdquo; Wie hat es Volker Pispers immer ausgedr&uuml;ckt: &ldquo;Gr&uuml;ne, das sind Liberale, die f&uuml;r Dosenpfand sind.&rdquo; Passt! Wenn es um Identit&auml;tspolitik geht, k&ouml;nnen die Forderungen eines Teils dieser Leute nicht radikal genug sein. Ansonsten sind ihre Vertreterinnen und Vertreter so was von strunzb&uuml;rgerlich, da wundert einen gar nichts mehr. L&auml;ndlechef Kretschmann &ndash; einst auch ein Oberrevoluzzer &ndash; ist da ein gutes Beispiel. <\/p><p>Es geht nicht darum, dass wir eine andere Koalition bekommen, es geht darum, dass wir eine andere Politik bekommen. Und so m&uuml;ssen eben die Linken nicht &ldquo;regierungsf&auml;hig&rdquo; werden, sondern ihr aktuelles politisches Programm muss mehrheitsf&auml;hig werden, damit sich in dieser Republik etwas grundlegend &auml;ndern kann. Wenn das noch ein paar Jahre dauert, dann ist das ebenso. Aber es ist immer noch besser, als dass die Linke zu Gr&uuml;n-Zwei wird.&nbsp; <\/p><p>Es wird nat&uuml;rlich in den vorherrschenden Medien eifrig daran gestrickt, dass die Linke &ldquo;regierungsf&auml;hig&rdquo; wird. Und wer sich zum Beispiel seinerzeit die Debatten im Bundestag &uuml;ber Venezuela angeschaut hat, der wei&szlig;, was mit &ldquo;Querfront&rdquo; tats&auml;chlich bezeichnet werden sollte: die Einheitsfront der b&uuml;rgerlichen Parteien vom Rechtsausleger AfD bis zum linksliberalen Establishment gegen Politiker, die auch schon mal an den vermeintlichen Alternativlosigkeiten in dieser Republik r&uuml;tteln.&nbsp; <\/p><p>Wenn ich mir aktuell die Diskussionen in der Linken anschaue, so reiht sich ein Teil der Partei gerade in diese Querfront ein &ndash; und wird f&uuml;r mich damit unw&auml;hlbar. <\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nGR <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Mit Interesse verfolge ich  die Nachdenkseiten. Momentan sieht es eher so aus, dass Unregierbarkeit das Ergebnis der Bundestagswahl sein k&ouml;nnte. Einfach deshalb weil es weder f&uuml;r RRG noch Schwarz-Gelb und auch nicht f&uuml;r eine GroKo reicht. Diese Prognose beruht darauf, dass es mehr AfD-W&auml;hler gibt als die Umfragen ergeben, die SPD und CDU beide Stimmen gegen&uuml;ber der letzten Wahl verlieren werden, die Gr&uuml;nen vielleicht nicht das Umfrageergebnis erhalten werden, aber sich stark verbessern werden. Eine weitere Unbekannte ist wie die Splitterparteien abschneiden, wenn es hier relativ viele Stimmen gibt, dann k&ouml;nnte es auch wieder f&uuml;r die GroKo, die Schwampel (Schwarz-Gelb-Gr&uuml;n) oder auch nur Schwarz-Gr&uuml;n. Ich halte diese Koalitionen aber f&uuml;r sehr schwach. <\/p><p>Dabei h&auml;tte sowohl die FDP als auch die Linke die Chance, durch ein eigenst&auml;ndigeres Profil Stimmen zu gewinnen.<\/p><p>Die FDP war mal liberal und eben nicht wirtschaftsliberal. Das Lindner seine Partei jetzt wirtschaftsliberal ausrichtet ist seiner Pr&auml;ferenz geschuldet und der Tatsache, dass es vermutlich in der Partei keine Liberalen mehr gibt. Als Grundgesetz- und Menschenrechtspartei h&auml;tte die FDP ein weiteres Thema und k&ouml;nnte damit auch weitere Stimmen bekommen.<\/p><p>Die Linke muss mit Sicherheit Kompromissbereitschaft signalisieren, aber sie braucht auch ein eigenes Profil. Aus meiner Sicht ist es fatal, wenn die Linke eine Kopie der Gr&uuml;nen werden will. Damit verringert sie das W&auml;hlerpotential. Es mag ja nett sein, wenn man in Hamburg mitregieren kann, ein echtes Profil ist aber wichtiger. <\/p><p>Da bietet sich dann der verunsicherte Mittelstand an, Menschen, die um ihren Arbeitsplatz und ihr Einkommen f&uuml;rchten, alle Solo- und Kleinselbst&auml;ndigen, aber auch Mittelst&auml;ndler geh&ouml;ren dazu, genauso wie ihre Besch&auml;ftigten. Die soziale Marktwirtschaft hat einen guten Ruf und sie zu verteidigen sollte f&uuml;r die Linke ein Thema sein. Es steht sehr schlecht um Deutschland, wenn selbst die Linke glaubt, dass die wesentlichen Werte am Hindukusch verteidigt werden m&uuml;ssen. Wir sollten endlich lernen, dass Kriege Probleme bringen und keine l&ouml;sen. Die Linke muss sich ja nicht f&uuml;r Pazifismus aussprechen, aber ein neutrales Deutschland und eine  bewaffnete, aber defensive EU, w&auml;ren durchaus sinnvolle Ziele. Mit S&auml;belrasseln wird die Linke eher W&auml;hler verlieren als gewinnen. <\/p><p>Mit einem sozialen Profil, moderatem Pazifismus und einer Menschenrechtsagenda, die nicht nur gegen jemanden gerichtet ist, k&ouml;nnte die Linke leicht punkten, wenn sie denn wollte. <\/p><p>Wenn RRG die n&auml;chste Regierung stellen will, dann braucht sie ein Programm, das mehr W&auml;hler anzieht, da k&ouml;nnen SPD und Linke nicht den Gr&uuml;nen hinterher laufen. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nSwanhild Bernstein<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Nachdenker,<\/p><p>das Prinzip &bdquo;kleineres &Uuml;bel&ldquo; gibt es nicht. Allein damit hat Herr Peter Dodel schon Unrecht. Wenn ich Hunger habe und beim Kaufmann gibt es kein Brot, dann kaufe ich doch keine Cola, nur weil es gegen&uuml;ber Korn das kleinere &Uuml;bel ist. Das musste ich auch erst begreifen, ich funktionierte jahrelang genauso. Ich gehe z.B. nicht mehr w&auml;hlen, weil ich mit den kleineren &Uuml;beln in Jugoslawien eingefallen bin oder Hartz IV durchdr&uuml;ckte. Ich will, was ich will und nicht die Reste, die andere f&uuml;r mich vorsehen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en <\/p><p>Florian App<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, sehr geehrte&nbsp; Redaktion der Nachdenkseiten,<\/p><p>den&nbsp; hier folgenden Leserbrief an die FAZ zur aktuellen Thematik&nbsp; habe ich am 31. August geschrieben und er wurde bisher nicht gedruckt. Ich stelle ihn gleicherma&szlig;en und mit dieser einleitenden Erg&auml;nzung den&nbsp; Nachdenkseiten zur Ver&ouml;ffentlichung zur Verf&uuml;gung. Meine am Ende enthaltene Einsch&auml;tzung, dass es sich bei den gro&szlig;en Demonstrationen im Umfeld der sogenannten Querdenker um eine Spie&szlig;er-Rebellion mit Bezug zur deutschen&nbsp; Rechten handelt, halte ich auch nach Lesen so mancher guter Artikel der Nachdenkseiten zu den einschl&auml;gigen Protesten, nachdr&uuml;cklich aufrecht. Ich unterstelle nicht wenigen der Teilnehmer\/innen, dass sie sehr herzliche Sympathie mit in gleicher Angelegenheit protestierenden US-B&uuml;rgern und deren Trucks und Waffen haben und wie diese am ehesten jegliche Einschr&auml;nkung ablehnen, die verhindern k&ouml;nnte, individuell auf gegebenem Niveau die Sau rauszulassen. Verbunden nat&uuml;rlich immer mit der ernsten Tatsache, wie schnell im Zeichen einer Krise, die eigene Existenz bedroht und fragil ist. In Deutschland f&auml;llt mir dazu historisch betrachtet als Beispiel die SA ein. Damit stellt sich selbstverst&auml;ndlich die Frage, wie weit man solche Leute in diesem Fall &ldquo;rechts&rdquo; liegen l&auml;sst und wir sind wieder bei der hier kritisierten Partei, die schon 1989\/90 keinen wirklichen, historisch&nbsp; begr&uuml;ndeten sozialistischen oder gar &ldquo;proletarischen&rdquo; Zugang zur Frage von Volk, Staat und Nation gefunden hat, sondern im Endeffekt immer versucht hat, sich zu etablieren, modisch und modern zu sein und im Berliner Salon akzeptiert. Im Umkehrschlu&szlig; muss sich niemand wundern, wenn Leute, die den Berliner Salon hassen, anderen hinterherlaufen, die diese herzliche Ablehnung aktuell manifestieren und wie bei Kleinb&uuml;rgern &uuml;blich, farbenfroh, angeblich weder rechts noch links, gerne irrational und esoterisch und herrlich liberal (auch gegen&uuml;ber AfD und anderen Volksgenossen).<\/p><p><strong>Historische M&ouml;glichkeitsfenster bei beschr&auml;nktem Horizont<\/strong><\/p><p>In Gestalt ihrer Vorsitzenden Frau Kipping und des vermeintlich kl&uuml;gsten Kopfes Gysi sieht die Linke zum wiederholten Male &ldquo;ein historisches M&ouml;glichkeitsfenster&rdquo; bei der n&auml;chsten Bundestagswahl und aus dem Fenster blickt man auf eine rot-rot-gr&uuml;ne Bundesregierung. Wie weit man aus einem Fenster blickt, h&auml;ngt bekanntlich vom Horizont ab und wie wir aus deutschem Songtext wissen, geht es hinter dem Horizont weiter. <\/p><p>Historische M&ouml;glichkeitsfenster hatte die deutsche Linke, in deren Tradition diese Partei sich sieht, im Ausgang des ersten Weltkrieges und der Novemberrevolution und im weiteren Verlauf der Weimarer Republik. Die historischen&nbsp; Fenster im Ausgang des Sieges &uuml;ber die Naziherrschaft wurden im wesentlichen durch die Siegerm&auml;chte definiert und ge&ouml;ffnet und auch wieder geschlossen.<\/p><p>Wenn man schon so gern den Begriff &ldquo;historisch&rdquo; gebraucht, sollte man auch andere gro&szlig;e Begriffe und Zeitr&auml;ume beachten, die uns noch am Wochenende zum Beispiel&nbsp; in Gestalt des Auftritts deutscher Revanchisten am Reichstag an den geschichtlichen Zusammenhang erinnerten. Es w&auml;re also auch von Staat und Nation zu reden.<\/p><p>Der deutsche Staat und die deutsche Nation stehen mit der avisierten Bundestagswahl und im Jahrzehnt danach als solche vor der Aufgabe, ihr historisches M&ouml;glichkeitsfenster sehr aufmerksam zu pr&uuml;fen. Das beinhaltet nicht im Vordergrund die Frage, ob diese oder jene Koalition und wie lange sie regiert. Es geht grunds&auml;tzlich um die Frage, ob die Bundesrepublik Deutschland sich f&uuml;r eine weitere Epoche in eine Systemauseinandersetzung &ndash; jetzt mit der Volksrepublik China &ndash; pressen l&auml;sst oder begibt, die wieder in kleinen und gro&szlig;en Kriegen enden kann, enden wird und auch &uuml;ber die zweite historische Herausforderung, die Klimakrise, entscheidet.<\/p><p>Mit SPD und Gr&uuml;nen strebt Die Linke eine Partnerschaft an, die sich weder heute noch morgen von Trump und seinen Nachfolgern, von der NATO l&ouml;sen wird, nicht wenige Gr&uuml;ne erweisen sich als Scharfmacher gegen&uuml;ber Ru&szlig;land und China und &uuml;ben auf diese Weise Verrat an eigenen Idealen. Die Linke hat ein notwendiges Alleinstellungsmerkmal, wenn sie im Gegensatz zu den &Uuml;berlegungen Gysis den Austritt aus der NATO zu ihrer unabdingbaren Grundforderung macht und Deutschlands Rolle in Europa und der Welt neu definiert, auf diese Weise auch &ouml;konomisch-soziale und &ouml;kologische Perspektive ausweist. <\/p><p>Wenn denn die von klugen K&ouml;pfen langersehnte gr&uuml;n-rot-rote Koalition unter bisherigen kleinlauten Bedingungen tats&auml;chlich regieren w&uuml;rde, w&auml;re sie eine solch unf&auml;hige Lachnummer, dass sie auf Dauer jegliches Fenster schliesst und der Rechten alle T&uuml;ren &ouml;ffnet. Die Spie&szlig;errebellen von den Querdenkern und die Fahnentr&auml;ger der Reichtagstreppen warten gut organisiert schon und sind aus deutscher Geschichte wohlbekannt, eine modische Uniform wird sich finden&nbsp; lassen.<\/p><p>Bernd Jacoby, Wiesbaden<\/p><p><em><strong>Anmerkung A.M.:<\/strong> Na ja. Eine eigenartige Sicht der Vorg&auml;nge.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>die Linke hat ihren Markenkern schon lange verloren und es sich am Katzentischchen der M&auml;chtigen und in den Mainstreammedien bequem gemacht. Das zeigt sich in so vielem, dass ich hier nur beispielhaft auf linke Beteiligung an Privatisierungsorgien zum Schaden der Allgemeinheit (u.a. Wohnungen und &ouml;ffentliche Infrastrukturen in Berlin) und das volksferne Agieren der Partei in der inszenierten &ldquo;Coronapandemie&rdquo; hinweisen m&ouml;chte, wo Linkenpolitiker (Kipping) sich darin gefallen haben, selbst Merkel und S&ouml;der noch rechts &uuml;berholen zu wollen, nat&uuml;rlich &ndash; genau wie bei diesen &ndash; unter Absonderung moralisierender Phrasen, was sich auch in ihrem unterirdischen Umgang mit der entstehenden Volksbewegung f&uuml;r Grundrechte manifestiert. Es ist nur noch traurig. Regierungsf&auml;higkeit erlangt man nicht durch Anpassung an vorhandene schlimme Zust&auml;nde, sondern durch die Entwicklung echter Alternativen dazu.<\/p><p>Von Kipping und Bartsch habe ich nie irgend etwas (positives) erwartet, Riexinger und Gysi haben mich tief entt&auml;uscht.<\/p><p>Ihrem Leserbriefschreiber k&ouml;nnen Sie sagen, dass ich gar kein &Uuml;bel w&auml;hlen werde, weder das gr&ouml;&szlig;ere noch das vermeintlich kleinere!<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;,<\/p><p>Dr. H. Demanowski<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Danke f&uuml;r die wichtige und klare Antwort auf den Leserbrief von Peter Dodel.<\/p><p>Zu dessen Schreiben f&auml;llt mir direkt die Frage an ihn ein &bdquo;Haben Sie eigentlich schon mal was von Tucholskys \/ Eislers &bdquo;Lied vom Kompromiss&ldquo; geh&ouml;rt?&ldquo;<\/p><blockquote><p>\n<strong>Das Lied vom Kompromi&szlig;<\/strong><\/p>\n<p>Manche tanzen manchmal wohl ein T&auml;nzchen<br>\nimmer um den hei&szlig;en Brei herum,<br>\nkleine Schweine mit dem Ringelschw&auml;nzchen,<br>\nBullen mit erschrecklichem Gebrumm.<br>\nFreundlich schaun die Schwarzen und die Roten,<br>\ndie sich fr&uuml;her feindlich oft bedrohten.<br>\nJeder wartet, wer zuerst es wagt,<br>\nbis der eine zu dem andern sagt:<br>\n&raquo;Schlie&szlig;en wir nen kleinen Kompromi&szlig;!<br>\nDavon hat man keine K&uuml;mmernis.<br>\nEinerseits &ndash; und andrerseits &ndash;<br>\nso ein Ding hat manchen Reiz &hellip;<br>\nSein Erfolg in Deutschland ist gewi&szlig;:<br>\nSchlie&szlig;en wir nen kleinen Kompromi&szlig;!&laquo;<br>\n&nbsp;<br>\nSeit November klingt nun dies Gavottchen.<br>\nFr&uuml;her tanzte man die Carmagnole.<br>\nDoch Germania, das Erzkokottchen,<br>\nw&uuml;nscht, dass diesen Tanz der Teufel hol.<br>\nRechts wird ganz wie fr&uuml;her lang gefackelt,<br>\nlinks kommt Papa Ebert angewackelt.<br>\nWasch den Pelz, doch mache mich nicht na&szlig;!<br>\nUnd man sagt: &raquo;Du, Ebert, wei&szlig;t du was:<br>\nSchlie&szlig;en wir nen kleinen Kompromi&szlig;!<br>\nDavon hat man keine K&uuml;mmernis.<br>\nEinerseits &ndash; und andrerseits &ndash;<br>\nso ein Ding hat manchen Reiz &hellip;<br>\nSein Erfolg in Deutschland ist gewi&szlig;:<br>\nSchlie&szlig;en wir nen kleinen Kompromi&szlig;!&laquo;<br>\n&nbsp;<br>\nSeit November tanzt man Menuettchen,<br>\nwo man schlagen, brennen, st&uuml;rzen sollt.<br>\nHeiter liegt der B&uuml;rger in dem Bettchen,<br>\ndie Regierung s&auml;uselt gar zu hold.<br>\nSind die alten Herrn auch rot beb&auml;ndert,<br>\ndeshalb hat sich nichts bei uns ge&auml;ndert.<br>\nKommts, dass Ebert hin nach Holland geht,<br>\nspricht er dort zu einer Majest&auml;t:<br>\n&raquo;Schlie&szlig;en wir nen kleinen Kompromi&szlig;!<br>\nDavon hat man keine K&uuml;mmernis.<br>\nEinerseits &ndash; und andrerseits &ndash;<br>\nSo ein Ding hat manchen Reiz &hellip; &laquo;<br>\nUnd durch Deutschland geht ein tiefer Ri&szlig;.<br>\nDaf&uuml;r gibt es keinen Kompromi&szlig;!\n<\/p><\/blockquote><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e aus K&ouml;ln<br>\nHeinz Klauke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller <\/p><p>sehr richtig, was Sie schreiben. Was hier passiert, ist ein weiterer Versuch, die Linke in die Mitte zu ziehen mit dem Argument &ldquo;Regierungsf&auml;higheit&rdquo;. Selbst wenn das Argument ziehen w&uuml;rde, was hiesse denn regierungsf&auml;hig? F&auml;hig, das zu tun, was wir jeden Tag, in Deutschland und anderswo, als Regierung erleben? Wie das zu beurteilen ist, wissen vor allem NDS-Leser. Regierungsf&auml;higkeit ist kein politischer Wert an sich. In der Politik sollte es darum gehen, die richtige Politik zu machen, nicht nur an den Schalthebeln der Macht sitzen, wie man so sagt. Wenn man an den Schalthebeln sitzt, ganz gleich wer, kriegt man sehr schnell gesagt, wie die Hebel umzulegen sind. <\/p><p>Es sollte darum gehen, wie man die andere Politik m&ouml;glich macht, deren Notwendigkeit den kritischen Leuten bewusst ist, ob es um Krieg und Frieden geht, um Klima, Umwelt, Ungleichkeit, Armut, prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse, Pandemien und ihre Bek&auml;mfung, Elend und Ausbeutung der Menschen in aller Welt oder um andere Probleme, die Liste ist bekanntlich lang. <\/p><p>Um ein gefl&uuml;geltes Wort abzuwandeln: Es gibt keine richtige Politik in der falschen. <\/p><p>Und schliesslich das vielzitierte &ldquo;kleinere &Uuml;bel&rdquo;. Wie oft habe ich das geh&ouml;rt im Leben, und immer, aber auch immer, hat sich das als grandioser Selbstbetrug herausgestellt. Das angeblich kleinere &Uuml;bel ist immer das gleiche grosse &Uuml;bel geworden. Wer an das kleinere &Uuml;bel glaubt und danach w&auml;hlt, macht sich einfach was vor. <\/p><p>In diesem Sinne, Herr M&uuml;ller und Sie alle im NDS-Team, bleiben Sie unnachgiebig. <\/p><p>Viele Gr&uuml;sse Ihr <\/p><p>L.G. Portugal<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS! <\/p><p>Ich m&ouml;chte dem Herrn Dodel und allen die wie er gerne mit dem Sophismus des &ldquo;kleineren &Uuml;bels&rdquo; argumentieren mit einer Allegorie klarmachen warum das falsch ist. Hoffentlich sind sich alle&nbsp; Leser der NDS dar&uuml;ber einig, dass Kinder zu schlagen keine Form der P&auml;dagogik ist, die wir in einer zivilisierten Welt haben wollen. Die vorgetragene Argumentation, entspricht der eines schlagenden Elternteils das auf andere Eltern zeigt und seinem Kind sagt, dass es doch froh sein soll nur zweimal die Woche geschlagen zu werden. In dem Moment wird Schlagen aber zur gesellschaftlichen Norm hochgestellt, w&auml;hrend die wirklich bessere Alternative des Nichtschlagens aus dem Fokus des Diskurses v&ouml;llig verschwindet. Eine typische Verengung, wie wir sie in vielen Bereichen der Manipulation finden.<\/p><p>Was die Linke betrifft, sollte sie langsam mal der &Ouml;ffentlichkeit, warum sie ihre Koalitionsangebote nicht auch an Union und FDP sendet, denn zwischen dem was SPD und Gr&uuml;ne im Bund machen gibt es keinen Unterschied und da bin ich noch so nett, das nicht mal auf die Ebene der L&auml;nder oder gar Kommunen herunter zu brechen, denn dort ist die Linke bereits seit Jahr(zehnt)en von allen Parteien ununterscheidbar. Der Frieden ist &uuml;berhaupt das Letzte was die Linke noch von den anderen unterscheidet.<\/p><p>Doro<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>ich stimme Ihren Ausf&uuml;hren zu. Den folgenden Abschnitt w&uuml;rde ich aber gerne noch durch eine Sache erg&auml;nzen. Sie schreiben: <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Die Strategie der Linkspartei m&uuml;sste ganz anders aussehen: Sie m&uuml;sste mit einer klaren Position gegen die neue Konfrontation in Europa, gegen die Konfrontation mit Russland, und mit einer klaren Position gegen das Z&uuml;ndeln im Verh&auml;ltnis zu China &hellip;&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&hellip;und sie m&uuml;sste unbedingt noch das Medienproblem aufgreifen. <\/p><p>Leider wei&szlig; ich auch nicht wie, aber das Problem ist riesig und steht uns immer wieder massiv im Weg, wie der ber&uuml;chtigte Elefant im Wohnzimmer. Ich glaube inzwischen, dass Medien-Demos fast schon gleichwichtig wie Friedensdemos w&auml;ren. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nBernhard Meyer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>den Glauben an die Linkspartei habe ich sowieso verloren, nachdem der Wagenknecht-Fl&uuml;gel untergebuttert wurde. Ich habe da kein Vertrauen mehr und ich w&auml;hle auch keine Antideutschen in gut versorgte Positionen. Mit dem Wechsel zum Kipping-Fl&uuml;gel war es logisch, dass die Partei so eine Art Sub-Gr&uuml;ne Richtung einschl&auml;gt, also auch ganz abgesehen von der Friedenspolitik kein Original mehr darstellt. &nbsp;Noch dazu ist die Sub-Gr&uuml;ne Position mit einer urban-queer-feministischen Identit&auml;tspolitik &nbsp;gekoppelt, der ich eine Verbundenheit zu den Problemen der Arbeitnehmer im ganzen Land und den sozial Benachteiligten nicht mehr abkaufe und die mir selbst auch unsympathisch ist..<\/p><p>Ihre Argumentation kann ich nachvollziehen und stimme ihnen zu, dass es f&uuml;r rot\/gr&uuml;n\/rot eher gar nicht reichen w&uuml;rde. Die Strategie Auslandseins&auml;tze beenden und R&uuml;stungsexporte verbieten und vielleicht auch noch aus der NATO austreten halte ich und hielt ich schon immer f&uuml;r &uuml;berzogen und von daher falsch. Genau das hat wahrscheinlich fr&uuml;here, sehr viel bessere Optionen f&uuml;r rot\/gr&uuml;n\/rot verhindert und damit eben auch die Chancen bei den L&ouml;hnen und im Sozialen &Auml;nderungen herbeizuf&uuml;hren. Und es hat eben darum auch die Chance verhindert eine friedlichere Russlandpolitik zu betreiben oder die amerikanischen Atombomben loszuwerden. Strategisch w&uuml;rde ich das alles also eher als Desaster einordnen. <\/p><p>Bei der n&auml;chsten Bundestagswahl w&auml;hle ich eine Satirepartei oder gar nichts mehr, denn schwarz\/gr&uuml;n ist am wahrscheinlichsten. &nbsp;Vielleicht w&auml;hle ich auch aus Nostalgie nach &uuml;ber 20 Jahren auch nochmal die SPD, denn die zu w&auml;hlen wird nicht mehr gro&szlig; ins Gewicht fallen. Den Nachdenkseiten bleibe ich weiter treu, denn sie und auch Sie haben es wirklich verdient treue Leser zu haben. Die Unterst&uuml;tzung der sogenannten Corona-Gegner bereitet mir zwar ziemliche Bauchschmerzen, aber ich bin im Grunde Fehlertolerant. Jedenfalls eine ganze Weile.<\/p><p>mfG<br>\nVolker Henning<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p><strong>Betrifft: &ldquo;Tausche Koalitionsf&auml;higkeit gegen Mehrheitsf&auml;higkeit. Soll das ein Gewinn sein?&rdquo; Albrecht M&uuml;ller vom 02. September &ndash; und Leserbrief von Peter Dodel, Rhodt<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, liebe NDS-Redakteure,<\/p><p>zu der Aussage des Leserbriefschreibers Herrn Peter Dodel m&ouml;chte ich mit einem Zitat der von mir sehr gesch&auml;tzten, 1994 verstorbenen Kabarettistin Lore Lorentz, die 1947 mit ihrem Mann Kay Lorentz das &bdquo;<strong>D&uuml;sseldorfer Kom(m)&ouml;dchen<\/strong>&ldquo;, antworten:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Mit der Politik des kleineren &Uuml;bels sind 6.000 Jahre lang die gro&szlig;en &Uuml;bel gemacht worden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dem schlie&szlig;e ich mich als 73-J&auml;hrige an, die ich die Brandt-&Auml;ra erleben durfte, aber auch den uns&auml;glichen Wandel der SPD zur unsozialen Partei, den recht fr&uuml;hen Niedergang der Gr&uuml;nen mit dem &bdquo;Kriegsminister&ldquo; Joschka Fischer und eine LINKE-Partei, die ihre &uuml;berdurchschnittlich intelligente, kluge und gebildete Fraktionschefin erfolgreich aus der Partei gemobbt hat.<\/p><p>Frau Dr. rer. pol. Sahra Wagenknecht, Diplom-Philosophin und Wirtschaftswissenschaftlerin war diejenige, die die LINKE &uuml;berhaupt w&auml;hlbar machte. Aber fortan erlebte ich bis heutezu, was f&uuml;r gro&szlig;e &Uuml;bel die &bdquo;kleinere &Uuml;bel&ldquo;-Parteien mit Unterst&uuml;tzung ihrer W&auml;hlerInnen angerichtet haben, und ein &bdquo;Weiter so&ldquo; ist schon absehbar, politisch gewollt&hellip;<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig; und einem fetten Dankesch&ouml;n f&uuml;r so viel unerm&uuml;dliche, gute und aufkl&auml;rerische journalistische Arbeit!<\/p><p>Brigitte Breidenbach, Aachen\/NRW<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Die Deutschen &ndash; man hie&szlig; sie einst das Volk der Dichter und Denker: Denken sie heute &uuml;berhaupt noch?&rdquo;<br>\nFriedrich Nietzsche (1844-1900)\n<\/p><\/blockquote><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kamen gleich ab heute fr&uuml;h mehrere Leserbriefe. 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