{"id":64498,"date":"2020-09-08T08:22:09","date_gmt":"2020-09-08T06:22:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498"},"modified":"2020-09-08T08:22:09","modified_gmt":"2020-09-08T06:22:09","slug":"hinweise-des-tages-3692","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h01\">Wie im Affekt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h02\">Wenn es um Menschenrechte geht, muss man sich auch mit B&uuml;ndnispartnern anlegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h03\">NGOs Zugang zu Assange-Anh&ouml;rung garantieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h04\">Russlands Abh&auml;ngigkeitskalk&uuml;l geht wohl wieder auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h05\">Das russische Fernsehen &uuml;ber die politische Woche in Deutschland: Navalny, Reichstagstreppe, Corona-Demo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h06\">Scholz verspricht im Warburg-Skandal &ldquo;volle Transparenz&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h07\">Ist das Schlimmste schon vorbei und geht es jetzt wieder aufw&auml;rts? <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h08\">Die Folgen von Ausgrenzung und Verdr&auml;ngung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h09\">Australien geht hart gegen Demonstranten vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h10\">COVID-19: Wo ist die Evidenz?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h11\">Das Buch als Kassiber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h12\">Die Schuld der Schafe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h13\">Auf Epidemien folgen Unruhen und Aufst&auml;nde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h14\">Putschregierung in Bolivien zieht alle Register gegen Wahlsieg der Linken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h15\">Das &uuml;berwachte Volk &ndash; Chinas Sozialkredit-System<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64498#h16\">Wissen, dass eine andere Welt m&ouml;glich ist<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Wie im Affekt<\/strong><br>\nAnstandslos wird Wladimir Putin von vielen deutschen Politikern die Verantwortung f&uuml;r den &ldquo;Fall Nawalny&rdquo; angelastet. Ob es klare Beweise gibt, erscheint zweitrangig<br>\nDas ist die sp&auml;te DDR, wie sie leibt und lebt, verk&ouml;rpert durch gr&uuml;nes F&uuml;hrungspersonal wie Katrin G&ouml;ring-Eckardt, J&uuml;rgen Trittin und Cem &Ouml;zdemir. Wo Fakten, Argumente und vor allem offene Fragen nicht ins Weltbild passen, werden sie der Ideologie geopfert. Beim &bdquo;Fall Nawalny&ldquo; geschieht das in einer krassen, geradezu fanatischen Weise, dass einem der Atem stockt. Woher diese Melange aus Vorurteil, Ressentiment, Kriminalisierungs- und Verdammungswahn gegen&uuml;ber der russischen Regierung? Sollten diese Leute in Deutschland Regierungsverantwortung &uuml;bernehmen? Besser nicht.<br>\nEs liegt nicht der geringste, schon gar kein stichhaltige Beweis daf&uuml;r vor, dass &bdquo;Putin&ldquo; oder &bdquo;der Kreml&ldquo; den Anschlag auf Nawalny angeordnet und wissentlich geduldet haben. Trotzdem wird unabl&auml;ssig suggeriert, es k&ouml;nne gar nicht anders sein. Dem Pr&auml;sidenten Russlands werden allenthalben viel taktisches Geschick und Voraussicht zuerkannt. Warum sollte er pl&ouml;tzlich &ndash; von allen guten Geistern verlassen &ndash; etwas ausgel&ouml;st haben, wovon selbst f&uuml;r jeden politischen Laien absehbar war, welche Effekte und Affekte die Folge sein w&uuml;rden? Und welche Propagandaschlacht daraufhin entbrennen musste.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/lutz-herden\/wie-im-affekt\">Lutz Herden im Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers Axel Bittner:<\/strong> Im Vergleich zu den meisten Mainstreammedien eine erstaunlich objektive Darstellung. Und eine heftige Watschen f&uuml;r das US-h&ouml;rige F&uuml;hrungspersonal der Gr&uuml;nen. Auch Herr Mass wird als das identifiziert was er ist: der absolut kenntnisfreie Chefdiplomat. Das tut gut!<\/em><\/p>\n<p><em>Den Schlusssatz m&ouml;chte ich den Genossen der Linkspartei, die sich f&uuml;r eine Regierungskoalition sch&ouml;n machen wollen, als Gute-Nacht-Lekt&uuml;re empfehlen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein butterweicher Beitrag des Linkenpolitikers Jan van Aken. Schon sein Vertrauen in die Bundeswehr und die OPCW ist doch ziemlich blau&auml;ugig. Man denke nur an die Untersuchung der Giftgaseins&auml;tze in Syrien. Er stellt dar, dass auch durchaus andere Staaten &uuml;ber den Kampfstoff Nowitschok verf&uuml;gen k&ouml;nnen. Trotzdem fordert er von der russischen Regierung die Aufkl&auml;rung s&auml;mtlicher angeblicher Anschl&auml;ge auf politische Gegner. Nach unserem Rechtsverst&auml;ndnis liegt doch die Beweislast beim Kl&auml;ger. Und wie sollen die Russen zur Aufkl&auml;rung beitragen k&ouml;nnen, wenn sie durch westliche Politiker und Medien eh schon vorverurteilt sind?&nbsp;<\/em><\/p>\n<p><em>Van Aken stellt s&auml;mtliche &Uuml;bergriffe auf Regierungskritiker, &uuml;ber die wir ausschliesslich durch westlich Medien Kenntnis haben, als unbestritten dar. Daher ist f&uuml;r ihn der Impuls verst&auml;ndlich, eine T&auml;terschaft der russischen Regierung anzunehmen. Sehr fragw&uuml;rdig. Oder Sch&ouml;nmachen f&uuml;r zuk&uuml;nftige Koalitionen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Impuls ist verst&auml;ndlich<\/strong><br>\nNawalny Vorschnelle Verurteilungen werden bei der Aufkl&auml;rung des Falls nicht helfen. Russland kommt bei dieser jedoch eine besondere Verantwortung zu, meint Jan van Aken<br>\nEin Labor der Bundeswehr hat zweifelsfrei nachgewiesen, dass Alexej Nawalny mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurde. Dass es ein Labor der Bundeswehr war, liegt in der Natur der Sache, da es sich um einen milit&auml;rischen Chemiewaffen-Kampfstoff handelt und das Bundeswehrlabor f&uuml;r eine solche Analyse dementsprechend die meiste Erfahrung in Deutschland hat. Es gibt keinen Grund, an dieser Analyse zu zweifeln.<br>\nZumal die Bundesregierung den Fall zus&auml;tzlich auch an die Organisation f&uuml;r das Verbot von Chemiewaffen, OPCW, &uuml;bergeben wird, die das Ergebnis in mehreren internationalen Labors &uuml;berpr&uuml;fen wird. Es ist von entscheidender Wichtigkeit, international alles zu unternehmen, dieses Attentat aufzukl&auml;ren. Denn es w&auml;re fatal, wenn jemand straflos ge&auml;chtete Chemiewaffen einsetzen k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/der-impuls-ist-verstaendlich\">Jan van Aken im Freitag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Vor allem der Beitrag von Lutz Herden ist ausgesprochen hilfreich.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wenn es um Menschenrechte geht, muss man sich auch mit B&uuml;ndnispartnern anlegen<\/strong><br>\nAu&szlig;enminister Heiko Maas hat in einer Rede im Mai betont, dass die Europ&auml;ische Union auf der &bdquo;Achtung der Menschenw&uuml;rde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Wahrung der Menschenrechte&ldquo; beruht. Man m&ouml;chte hinzuf&uuml;gen, dass das nur funktioniert, wenn man dar&uuml;ber nicht nur spricht, sondern auch danach handelt. &hellip;. Bundesau&szlig;enminister Heiko Maas hat am Wochenende im Fall des vergifteten russischen Oppositionellen Alexej Nawalny den Druck auf die russische Regierung versch&auml;rft, jedenfalls ein bisschen. Viele werden das mit Genugtuung geh&ouml;rt haben.<br>\nMan kann sich nicht ansatzweise vorstellen, dass der deutsche Au&szlig;enminister eine &auml;hnliche Drohkulisse im Falle von Julian Assange aufbaut. Ja, man kann sich noch nicht mal vorstellen, dass der deutsche Au&szlig;enminister auch nur eine offizielle Anmerkung zu dem politischen Prozess macht, der am Montag in London und damit mitten in Europa fortgesetzt wird. Man will ja keine B&uuml;ndnispartner vergr&auml;tzen. &hellip;. Die Bundesregierung muss sich f&uuml;r Julian Assange einsetzen<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/die-bundesregierung-muss-sich-fuer-julian-assange-einsetzen-li.103363\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><strong>dazu: Assange steht f&uuml;r die Pressefreiheit<\/strong><br>\nWikileaks-Gr&uuml;nder Julian Assange steht seit 7. September wieder vor dem Zentralen Strafgerichtshof in London, wo sein Auslieferungsverfahren fortgef&uuml;hrt wird. Dass Gro&szlig;britannien Assange umgehend freilassen m&uuml;sse, wird weltweit gefordert. Reporter ohne Grenzen (RSF) &uuml;bergaben eine Petition mit mehr als 80.000 Unterschriften. ver.di sieht einen &bdquo;Stresstest f&uuml;r den Rechtsstaat&ldquo; und warnt vor einer massiven Besch&auml;digung der Pressefreiheit.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mmm.verdi.de\/beruf\/london-assange-steht-fuer-die-pressefreiheit-68209\">MMM Verdi<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>NGOs Zugang zu Assange-Anh&ouml;rung garantieren<\/strong><br>\nVor der Fortsetzung des Auslieferungsverfahrens von Wikileaks-Gr&uuml;nder Julian Assange in London erneuert Reporter ohne Grenzen (RSF) seine Forderung an Gro&szlig;britannien, Assange umgehend freizulassen. RSF fordert zudem das Gericht auf, unabh&auml;ngigen Beobachterinnen und Beobachtern Zugang zum Gerichtssaal zu garantieren und so ein transparentes Verfahren zu gew&auml;hrleisten. Bislang sind bei den am kommenden Montag (07.09.) am Zentralen Strafgerichtshof in London beginnenden Anh&ouml;rungen keine Pl&auml;tze f&uuml;r Vertreterinnen und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vorgesehen. RSF wird sich dennoch um einen Platz bem&uuml;hen. Vor Beginn der Anh&ouml;rungen wird RSF zudem eine Petition an die britische Regierung &uuml;bergeben, in der mehr als 80.000 Unterzeichnende die Nichtauslieferung Assanges an die USA fordern.<br>\n&bdquo;Wir halten an unseren Forderungen fest: Julian Assange muss sofort freigelassen werden, die USA m&uuml;ssen die Anklage gegen ihn fallenlassen und Gro&szlig;britannien darf ihn nicht an die USA ausliefern. Die US-Regierung und die britische Regierung m&uuml;ssen sich zur Pressefreiheit bekennen und endlich die politisch motivierte juristische Verfolgung von Julian Assange beenden&ldquo;, sagte RSF-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Christian Mihr, der ab Montag in London vor Ort sein wird. &bdquo;Wir sind der festen &Uuml;berzeugung, dass die Anklage gegen Assange und seine andauernde Inhaftierung mit seinen Enth&uuml;llungen zusammenh&auml;ngen, die von gro&szlig;em &ouml;ffentlichem Interesse waren. Die juristische Verfolgung von Julian Assange kann deshalb zu einem gef&auml;hrlichen Pr&auml;zedenzfall f&uuml;r die Wahrung der Pressefreiheit und den Schutz journalistischer Quellen weltweit werden.&ldquo;<br>\nMihr weiter: &bdquo;Wir haben schon in vielen Staaten, die gro&szlig;e Probleme mit der Rechtsstaatlichkeit haben, Prozesse beobachtet, aber so schwierig wie bei diesem Verfahren war es selten, als unabh&auml;ngiger Beobachter Zugang zum Gerichtssaal zu bekommen. Bei einem Fall von so gro&szlig;em &ouml;ffentlichen Interesse und so immenser internationaler Bedeutung ist es unerl&auml;sslich, dass NGOs wie auch Medienvertreterinnen und Medienvertreter das Verfahren ungehindert mitverfolgen k&ouml;nnen&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.reporter-ohne-grenzen.de\/pressemitteilungen\/meldung\/beobachtern-zugang-zu-assange-anhoerung-garantieren\">Reporter ohne Grenzen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Russlands Abh&auml;ngigkeitskalk&uuml;l geht wohl wieder auf<\/strong><br>\nWollten Deutschland und die EU wirklich H&auml;rte zeigen, wollten sie den Kreml treffen, wo es wehtut, dann m&uuml;ssten sie ihren Gasimport von dort massiv drosseln &ndash; egal durch welche Leitung. Doch der Winter steht vor der T&uuml;r und die Alternativen fehlen. Diese Alternativen liegen nicht nur bei anderen Lieferl&auml;ndern, sondern auch im sparsameren Umgang mit W&auml;rme oder in erneuerbaren Energien. So aber geht Moskaus Kalk&uuml;l der wechselseitigen Abh&auml;ngigkeit voll auf.<br>\nRussland hat Erfahrung im Aussitzen von Sanktionen. Ein Baustopp an der Pipeline w&uuml;rde Moskau &auml;rgern, aber nicht nachhaltig beeindrucken. Will die EU nicht nach jeder Annexion, jedem Fall Skripal oder Nawalny in der gleichen Klemme landen, braucht sie eine grunds&auml;tzliche Strategie weg vom russischen Gas.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nawalny-nordstream2-russland-putin-energie-1.5023189%20\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> So, es ist also &bdquo;eine energiepolitische Strategie weg von russischem Erdgas&ldquo; notwendig und hin zu amerikanischen Fracking-Gas oder wie meint der Autor das?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Das russische Fernsehen &uuml;ber die politische Woche in Deutschland: Navalny, Reichstagstreppe, Corona-Demo<\/strong><br>\n[&hellip;] Das russische Au&szlig;enministerium ver&ouml;ffentlichte einen Kommentar, in dem es berichtet, dass Experten aus Nato-L&auml;ndern viele Jahre an der Gruppe von Kampfstoffen, die gemeinhin als &bdquo;Novitschok&ldquo; bezeichnet wird, geforscht haben. Mehr noch, in den Vereinigten Staaten von Amerika wurden mehr als 150 Patente f&uuml;r Kampfstoffe aus der &bdquo;Novitschok&ldquo;-Gruppe angemeldet. (Anm. d. &Uuml;ber.: Nachdem ein russischer &Uuml;berl&auml;ufer Anfang der 1990er Jahre die Formel f&uuml;r Novitschok preisgegeben hat, haben mindestens die Geheimdienste Deutschlands, der Tschechei, Gro&szlig;britanniens und der USA an Novitschok geforscht. Das ist schon seit dem Fall Skripal bekannt)<br>\nDas Gift aus der Gruppe &bdquo;Novitschok&ldquo; tauchte in den Aussagen der deutschen Regierung nun wieder auf, die behauptet, es sei &bdquo;Novitschok&ldquo; gewesen, mit dem der Blogger Navalny vergiftet worden sein soll, den die Berliner Klinik &bdquo;Charite&ldquo; seit zwei Wochen im Koma h&auml;lt. Merkels &Auml;u&szlig;erung hat das politische Leben in Deutschland erwartungsgem&auml;&szlig; aufger&uuml;ttelt. Und nicht nur in Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2020\/das-russische-fernsehen-ueber-die-politische-woche-in-deutschland-navalny-reichstagstreppe-corona-demo\/\">Anti-Spiegel.ru<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Scholz verspricht im Warburg-Skandal &ldquo;volle Transparenz&rdquo;<\/strong><br>\nIn der Cum-Ex-Aff&auml;re um die Warburg-Bank muss sich der damalige Hamburger B&uuml;rgermeister vielen Fragen stellen. Olaf Scholz k&uuml;ndigt Aufkl&auml;rung an.<br>\n&ldquo;Ich bin f&uuml;r volle Transparenz&rdquo;, sagte Scholz nun. Er habe alle Fragen zu dem Fall beantwortet. &ldquo;Das wird auch weiter so sein.&rdquo; Die Opposition im Bundestag wirft ihm vor, in dem Fall gelogen zu haben, weil er zun&auml;chst nicht alle Treffen mit Olearius offenlegte.<br>\nScholz soll am Mittwochvormittag im Finanzausschuss des Bundestages Rede und Antwort stehen. Am Mittag vertritt er die Bundesregierung in der Regierungsbefragung im Bundestag &ndash; auch dabei d&uuml;rfte die Opposition die Warburg-Aff&auml;re zur Sprache bringen. Am Nachmittag folgt zu dem Thema eine Aktuelle Stunde des Bundestages.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2020-09\/cum-ex-affaere-olaf-scholz-warburg-bank-hamburg\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Da sind wir aber mal gespannt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ist das Schlimmste schon vorbei und geht es jetzt wieder aufw&auml;rts? <\/strong><br>\n&bdquo;Die Arbeitslosigkeit hat im August im &uuml;blichen Umfang zugenommen; damit gab es wie schon im Juli keinen zus&auml;tzlichen coronabedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit.&ldquo; Mit diesen Worten wird der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA), Detlef Scheele, in einer Pressemitteilung seiner Beh&ouml;rde anl&auml;sslich der August-Zahlen zum Arbeitsmarkt in Deutschland zitiert. Um dann sicherheitshalber diesen Satz gleich nachzuschieben: &bdquo;Dennoch sind die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt weiterhin sehr deutlich sichtbar.&ldquo; Scheele verbreitet also eine offensichtlich beruhigende, weil positive Botschaft, das macht er schon seit l&auml;ngerem, so beispielsweise in diesem Interview, das am 22. Juli ver&ouml;ffentlicht wurde: &bdquo;Der Arbeitsmarkt taut auf&ldquo;: &raquo;Die ersten Firmen stellen wieder ein. Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, glaubt nicht an eine gro&szlig;e Entlassungswelle.&laquo; Mit dem Glauben ist das ja immer so eine Sache, also werfen wir einen Blick auf die Zahlen (dazu generell auch die hilfreiche Themenseite Arbeitsmarkt im Kontext von Corona der Statistik-Abteilung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit). (&hellip;)<br>\nDer eine oder andere wird bei der auf einer Betrachtung der Arbeitslosigkeitsentwicklung basierenden Analyse der coronabedingten Folgen f&uuml;r den Arbeitsmarkt den Hinweis bereits schmerzlich vermisst haben, dass die faktische Arbeitslosigkeit in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes coronabedingt deutlich h&ouml;her liegen w&uuml;rde, wenn man nicht in einem f&uuml;r die Geschichte unseres Landes beispiellosen Einsatz von Kurzarbeit f&uuml;r Millionen Menschen den Absturz in die offene Arbeitslosigkeit verhindert h&auml;tte bzw. das derzeit immer noch macht. Wobei auch hier mittlerweile der H&ouml;hepunkt schon &uuml;berschritten wurde und wir uns in einer erkennbaren R&uuml;ckbildungsphase befinden, was auch nicht verwundert, sind doch zahlreiche Branchen nach ihrem Absturz durch den Shutdown im Fr&uuml;hjahr nunmehr wieder auf dem (oft m&uuml;hsamen und steinigen) Weg nach oben.<br>\nSo meldet das ifo Institut am 3. September 2020: &raquo;Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist im August auf 4,6 Millionen Menschen gesunken, von 5,6 Millionen im Juli &hellip; Der Anteil an den sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigten schrumpfte damit von 17 auf 14 Prozent.&laquo; (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.de\/2020\/09\/06\/coronabedingte-folgen-fuer-den-arbeitsmarkt\/#more-10749\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die Folgen von Ausgrenzung und Verdr&auml;ngung<\/strong><br>\nIllegales und entgeltfreies Wohnen &ndash; in Leipzig war dies lange Zeit m&ouml;glich. Jetzt, da Eigentum zu Geld gemacht werden k&ouml;nne, &auml;ndere sich das, erkl&auml;rt der Soziologe Andrej Holm. Dieser Konflikt spiele f&uuml;r die anhaltenden Proteste in der Stadt eine wichtige Rolle.<br>\nKarkowsky: Was ist denn die Kernkritik der Gentrifizierungsgegner, also was genau haben sie einzuwenden gegen die Aufwertung eines Stadtviertels?<br>\nHolm: Die Aufwertung, das bezieht sich ja nicht nur auf die baulichen Strukturen, sondern in der Regel ist eine Aufwertung vor allen Dingen ein &ouml;konomischer Prozess, der Inwertsetzung. Das hei&szlig;t, da steigen die Preise, die Kaufpreise, die Mietpreise, und entsprechend ist in der Gesellschaft wie unserer, wo Einkommen auch sehr ungleich verteilt sind, dann ein sehr selektiver Zugang zu der Wohnungsversorgung m&ouml;glich nur noch.<br>\nEs kommt zu Ausgrenzungsprozessen, und es kommt auch zu Verdr&auml;ngungsprozessen, dass man aus den angestammten Wohnvierteln verdr&auml;ngt wird, dass man vielleicht in schlechtere Wohnlagen umziehen muss. Das ist ein Problem, was wir vor allen Dingen in den gro&szlig;en St&auml;dten haben, in den wachsenden St&auml;dten. Leipzig ist eine Stadt, die gerade in den letzten Jahren einen starken Bev&ouml;lkerungszuwachs erlebt hat und sp&auml;ter als andere in diese Verdr&auml;ngungs- und Aufwertungsspirale hineinw&auml;chst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/andrej-holm-ueber-leipzig-und-gentrifizierung-die-folgen.1008.de.html?dram:article_id=483681\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Australien geht hart gegen Demonstranten vor<\/strong><br>\nWer in sozialen Medien zu Protesten gegen Corona-Schutzma&szlig;nahmen aufruft, dem droht in Australien Besuch von der Polizei. Trotzdem gab es in Sydney und Melbourne Demonstrationen.<br>\nDer Kopf des Mannes ist blut&uuml;berstr&ouml;mt, das Blut rinnt ihm in die Augen, verklebt seine Barthaare. Wegwischen kann er es nicht &ndash; zwei Polizisten halten ihn rechts und links an den Armen fest, die H&auml;nde sind offenbar auf seinem R&uuml;cken fixiert. Das Bild entstand an diesem Samstag bei einer Demonstration von Gegnern von Corona-Schutzvorschriften in Sydneys Hyde Park. Fotograf Brook Mitchell hielt die Szene f&uuml;r den &ldquo;Sydney Morning Herald&rdquo; fest. (&hellip;)<br>\nDas harte Durchgreifen der Polizei wird in Australien kontrovers diskutiert. &ldquo;Menschen pr&auml;ventiv f&uuml;r die Organisation friedlicher Proteste oder f&uuml;r Social-Media-Posts zu verhaften, ist etwas, das in autorit&auml;ren Regimen nur allzu oft passiert, aber in einer Demokratie wie Australien nicht vorkommen sollte&rdquo;, sagt etwa Elaine Pearson von der Organisation Human Rights Watch. Der Landeschef von Victoria, Daniel Andrews, verteidigt das Vorgehen der Beamten: &ldquo;Jetzt ist nicht die Zeit, um gegen irgendetwas zu protestieren.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/corona-in-australien-polizei-geht-hart-gegen-demonstranten-vor-a-544b7eca-9a6b-4745-bee7-911a254395f4?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Na, da ist in Deutschland ja noch Luft nach oben. Auch hier ist Vorbeugegewahrsam rechtlich zul&auml;ssig. Herr Geisel in Berlin hat bestimmt flei&szlig;ig mitgelesen.<\/em><\/p>\n<p><em>Man darf sicher sein, dass dies auch Gedanken der politischen Elite in Deutschland sind: &bdquo;Der Landeschef von Victoria, Daniel Andrews, verteidigt das Vorgehen der Beamten: &ldquo;Jetzt ist nicht die Zeit, um gegen irgendetwas zu protestieren.&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>COVID-19: Wo ist die Evidenz?<\/strong><br>\nDie Zeiten des exponentiellen Anstiegs der Anzahl der Erkrankten und der Todesf&auml;lle sind im deutschsprachigen Raum seit f&uuml;nf Monaten vorbei. Der momentan zu verzeichnende Anstieg an Test-positiven ohne gleichzeitige Zunahme von Hospitalisierungen, Intensivbehandlungen und Todesf&auml;llen rechtfertigt derzeit keine einschneidenden Ma&szlig;nahmen, die &uuml;ber die &uuml;bliche Hygiene hinausgehen.<br>\nDie mediale Berichterstattung sollte unbedingt die von uns geforderten Kriterien einer evidenzbasierten Risikokommunikation beherzigen und die irref&uuml;hrenden Meldungen von Absolutzahlen ohne Bezugsgr&ouml;&szlig;e beenden.<br>\nStatt ungezielter Massentestungen sollten zum einen gezielte repr&auml;sentative Stichproben aus der Bev&ouml;lkerung gezogen und angemessen berichtet werden, zum anderen die Testungen auf Hochrisikogruppen beschr&auml;nkt werden, um die Vortestwahrscheinlichkeit zu erh&ouml;hen (also Personen mit COVID-typischer Symptomatik und vorangegangener Exposition).<br>\nEs gibt insgesamt noch sehr wenig belastbare Evidenz, weder zu COVID-19 selbst noch zur Effektivit&auml;t der derzeit ergriffenen Ma&szlig;nahmen, aber es ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass die trotz weitgehend fehlender Evidenz ergriffenen Ma&szlig;nahmen inzwischen gr&ouml;&szlig;eren Schaden anrichten k&ouml;nnten als das Virus selbst. Jegliche Ma&szlig;nahmen sollten entsprechend wissenschaftlich begleitet werden, um den Nutzen und Schaden bzw. das Verh&auml;ltnis von Nutzen und Schaden zu dokumentieren. Es werden insbesondere randomisierte Studien dringend ben&ouml;tigt um die politischen Entscheidungen angemessen zu st&uuml;tzen.<br>\nMit dieser ausf&uuml;hrlichen Stellungnahme m&ouml;chten wir anregen, mit kritischem Blick aus der Perspektive der evidenzbasierten Medizin den derzeitigen Umgang mit SARS-CoV-2 und der m&ouml;glicherweise resultierenden Erkrankung COVID-19 zu hinterfragen, um daraus Schlussfolgerungen f&uuml;r die Wissenschaft und den Umgang mit dem Virus zu entwickeln.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ebm-netzwerk.de\/de\/veroeffentlichungen\/pdf\/stn-20200903-covid19-update.pdf\/@@download\">Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Es handelt sich hierbei um ein Update des EbM-Netzwerkes vom 04.09.2020. Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64431#h02\">Spahn: &ldquo;Wer Gesundheit googelt, soll k&uuml;nftig zuerst bei uns landen.&rdquo;<\/a> mit einer Anmerkung sowie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60021\">&Uuml;ber die Engstirnigkeit politischer Entscheidungen und ihre Popularit&auml;t. Ein Essay aus Anlass der Entscheidungen zu Corona<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63045\">Covid19-Entscheidungen und -Debatte sind wie der Offenbarungseid einer beschr&auml;nkten Politik und abnickender Medien<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Das Buch als Kassiber<\/strong><br>\nDie politische Lage, in der wir uns derzeit befinden, ist nicht mehr so recht gem&uuml;tlich. Ganz offensichtlich geht das neue Biedermeier, das sich mit dem Namen Merkel verbindet, zu Ende, und damit geht auch eine gesellschaftliche Phase zu Ende, in der viele glaubten, ihre Angelegenheiten dem vormundschaftlichen und von einer &raquo;Mutti&laquo; gelenkten Staat &uuml;berlassen zu k&ouml;nnen, der es schon richten werde. Das hat der Staat getan und tut es immer noch, aber inzwischen zeigt sich angesichts dessen, was man &raquo;Corona-Krise&laquo; nennt, da&szlig; es des Vormundschaftlichen l&auml;ngst zu viel ist. Zum Symbol dieses Zuviel ist die &raquo;Mund-Nase-Bedeckung&laquo; geworden, die &raquo;Maske&laquo;. Von ihr glauben die einen &mdash; beeinflu&szlig;t durch ein Amalgam aus Staatsvirologen, Robert-Koch-Institut, staatlichem Rundfunk, staatlichem Fernsehen und staatstragenden Zeitungen &mdash;, sie w&uuml;rde sie vor einem t&ouml;dlichen Virus sch&uuml;tzen. Die anderen hingegen &mdash; die sich l&auml;ngst aus staatsunabh&auml;ngigen und &uuml;ber das Internet leicht zug&auml;nglichen Quellen informieren &mdash; sind davon &uuml;berzeugt, da&szlig; angesichts eines grippe&auml;hnlichen Virus die Maske unn&uuml;tz und eher sch&auml;dlich ist und dem Staat dazu dient, dem B&uuml;rger jeden Tag &uuml;ber die &ouml;ffentliche Vermummung eine Demutsgeste abzufordern: Wer dem vormundschaftlichen Staat nicht mehr folgen mag, mu&szlig; sich im Tragen der Maske ihm dennoch unterwerfen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/uwejochum.github.io\/5artikel\/2020\/09\/03\/buch-kassiber\/\">Dr. Uwe Jochum<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Schuld der Schafe<\/strong><br>\nJa: Covid-19 ist eine ernste Krankheit. Niemand m&ouml;chte das kriegen, niemand m&ouml;chte auf einer Intensivstation landen. Niemand m&ouml;chte auf &uuml;berf&uuml;llten Krankenhausfluren ersticken, w&auml;hrend um ihn herum &uuml;berforderte, verzweifelte &Auml;rzte weinend zusammenbrechen. Niemand m&ouml;chte sterben. Auch der 85-J&auml;hrige will nicht sterben, wenn er doch eigentlich 95 werden k&ouml;nnte.<br>\nIch pers&ouml;nlich m&ouml;chte noch nicht mal sieben Tage zu Hause im Bett liegen und mich noch mal so elend f&uuml;hlen m&uuml;ssen wie vor ein paar Jahren, bei einer herk&ouml;mmlichen grippalen Erkrankung.<br>\nAber: Was ich f&uuml;r mich pers&ouml;nlich m&ouml;chte und was ich bez&uuml;glich des Gemeinwohls f&uuml;r vern&uuml;nftig halte, spielt auf zwei verschiedenen B&uuml;hnen. Hier kommt unvermeidlich ein tragisches Element ins Spiel, weil der Konflikt zwischen Privatem und Politischem selten verlustfrei aufzul&ouml;sen ist. Der Staat ist nicht der Hausarzt des B&uuml;rgers. Der Staat muss ertragen k&ouml;nnen, dass Menschen sterben. Der Staat kann nicht um jeden Preis jedes einzelne Leben jedes seiner B&uuml;rger retten. Er darf es nicht. Menschen, die das dennoch verlangen, sind unpolitische, moralistische Extremisten. Sie sind offenbar in der Mehrheit, und sie versuchen gerade, die sogenannte neue Normalit&auml;t zu etablieren.<br>\nDie Minderheit, die noch bei Verstand ist, hat gegenw&auml;rtig wohl eine der wichtigsten Aufgaben in der (sorry, man kann es nicht kleiner sagen) Menschheitsgeschichte: sich gegen allen Mehrheits- und Mediendruck zu weigern, den gegenw&auml;rtigen Zustand jemals als Normalit&auml;t anzuerkennen.<br>\nWerfen wir aus neu-normaler Perspektive einen Blick auf die alte Normalit&auml;t, so m&uuml;ssen wir zugeben: Wir h&auml;tten alle Jahre zuvor schon jeden Todesfall in einem Altenheim z&auml;hlen und in der Tagesschau ver&ouml;ffentlichen k&ouml;nnen, und wir k&ouml;nnten es fortan immer weiter so handhaben. Das hei&szlig;t: wir k&ouml;nnen es eben nicht, denn wir werden feststellen m&uuml;ssen, dass wir so nicht leben k&ouml;nnen. Wir m&uuml;ssen den Skandal des Todes verdr&auml;ngen, und wir m&uuml;ssen uns von den gro&szlig;en Zahlen fernhalten, weil wir sie mit unserer evolution&auml;r gewachsenen emotional-kognitiven Ausstattung nicht ad&auml;quat verarbeiten k&ouml;nnen. Wenn wir jeden Tag alle verstorbenen Deutschen zu einem Leichenberg auft&uuml;rmen und das dann in Sondersendungen und Brennpunkten tr&auml;nenreich zelebrieren, drehen wir durch. Es sterben jeden Tag &ndash; Corona hin oder her &ndash; etwa 2500 Menschen in Deutschland, jeden Tag allein 900 Menschen in deutschen Altenheimen. &hellip;<br>\nIch glaube keine Sekunde lang, dass wir es mit fiesen Machenschaften finsterer M&auml;chte zu tun haben, dass hier Weltherrschaftspl&auml;ne und politische Kalk&uuml;le oder wirtschaftlich-finanzielle Interessen eine nennenswerte Rolle spielen. Ich mein, nat&uuml;rlich will irgendjemand an einem Impfstoff verdienen, der j&auml;hrlich sieben Milliarden Menschen verabreicht werden w&uuml;rde. Nat&uuml;rlich will sich ein CSU-Politiker als Krisenmanager profilieren, um seine Chance aufs Kanzleramt zu verbessern. Nat&uuml;rlich ist eine verunsicherte Bev&ouml;lkerung f&uuml;gsamer und lenkbarer. Aber damit ist nichts erkl&auml;rt. Damit ist nicht erkl&auml;rt, wieso sich die Menschen in Deutschland schon vor allem Regierungshandeln wie eine ver&auml;ngstige Schafsherde verhielten und sogar noch ein krisenl&uuml;sternes Behagen an Solidarit&auml;t und Sauberkeit zur Schau trugen. Wieso sie sich bei jeder Gelegenheit mit hygienischer Herzlichkeit &bdquo;Bitte bleiben Sie gesund!&ldquo; zuriefen. Aber wozu das Pr&auml;teritum? Sie tun es noch immer: Sie tragen Masken (sogar da, wo sie es gar nicht m&uuml;ssten), sie tragen sich in Listen ein, sie tragen ihr Schicksal mit Fassung und Humor, aber sie tragen keinerlei Bedenken, dass all das wom&ouml;glich vollkommen unsinnig sein k&ouml;nnte, dass es fatal und irreversibel zerst&ouml;rerisch sein k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fluegel-und-pranke.de\/die-schuld-der-schafe\/\">Fl&uuml;gel und Pranke<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Forderung, nach dem der Schutz des Lebens absolute Priorit&auml;t staatlichen Handelns sein soll und gegen den sogar jedes Grundrecht jede Bedeutung verliert, obwohl es eine Abw&auml;gbarkeit der verb&uuml;rgten Grundrechte so gar nicht gibt, nicht geben kann, erscheint dabei allein dazu da, Menschen, die den Corona-Ma&szlig;nahmen der Regierung kritisch gegen&uuml;ber stehen moralisch zu desavouieren und der Kritik jede Legitimit&auml;t abzusprechen. Man kann hier noch weitere &Uuml;berlegungen anf&uuml;gen. Der Schutz des Lebens explizit jeden einzelnen B&uuml;rgers ist gerade nicht das bestimmende Moment des staatlichen Handelns. Mit Schutz des Lebens ist im &uuml;bergeordneten Sinn der Schutz des Staatsapparates und mithin die Aufrechterhaltung der herrschenden Verh&auml;ltnisse gemeint. Da bei einer realen und tats&auml;chlich t&ouml;dlichen Epidemie mit m&ouml;glicherweise Millionen Infizierten und Hunderttausenden Toten, das Funktionieren des Staats- und Herrschaftsapparates in Gefahr geraten kann. So ist auch die &uuml;berschie&szlig;ende Reaktion der politischen Elite auf die Corona-Epidemie zu verstehen, die offensichtlich von der Furcht getrieben wurde, die Strukturen zur Aufrechterhaltung der herrschenden Ordnung k&ouml;nnten in ihrer Funktion beeintr&auml;chtigt werden. Der Focus der Betrachtung liegt dabei nicht auf den Einzelnen, sondern auf der gesamten Bev&ouml;lkerung und deren Gesundheitszustand. Dies zeigt aber auch, dass sobald die politischen Eliten von dieser Gefahr ausgehen, der demokratische Rechtsstaat und die Grundrechte keinen Pfifferling mehr wert sind und sich alles dem Schutz des Machtapparates unterordnen muss.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Auf Epidemien folgen Unruhen und Aufst&auml;nde<\/strong><br>\nItalienische Politologen haben historische Epidemien untersucht und gehen davon aus, dass auch nach der Corona-Pandemie die politische Instabilit&auml;t stark zunehmen wird<br>\nAuf Epidemien sind oft Unruhen gefolgt. Das behaupten Massimo Morelli, Politologie-Professor von der Universit&auml;t Bocconi , und Roberto Censolo von der Universit&auml;t Ferrara in einem Artikel, der in der Zeitschrift Peace Economics, Peace Science and Public Policy ver&ouml;ffentlicht wurde. Die gro&szlig;en Pestwellen der Vergangenheit h&auml;tten gezeigt, dass einige Jahre nach Epidemien soziale Spannungen, die vor und w&auml;hrend der Epidemie entstanden sind, in Aufst&auml;nden m&uuml;nden.<br>\nDie beiden Autoren prophezeihen aufgrund historischer Belege, dass soziale Unruhen zwar w&auml;hrend des Anhaltens der Covid-19-Epidemie klein gehalten werden und die Regierungen sich konsolidieren k&ouml;nnen, aber dass die ungel&ouml;sten Konflikte vor der Epidemie an St&auml;rke zunehmen werden, zumal sie verst&auml;rkt werden durch soziale Ungleichgewichte w&auml;hrend der Epidemie. Zu erwarten sei also eine &ldquo;scharfe Zunahme an politischer Instabilit&auml;t&rdquo;. Auf die unterschiedlichen Dimensionen der Epidemien &ndash; an den Pestwellen im Europa des 14. Jahrhunderts war ein Drittel bis zur H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung gestorben &ndash; und die konkreten wirtschaftlichen Folgen gehen sie allerdings nicht ein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Auf-Epidemien-folgen-Unruhen-und-Aufstaende-4887450.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Putschregierung in Bolivien zieht alle Register gegen Wahlsieg der Linken<\/strong><br>\nDie De-facto-Regierung Boliviens unter Pr&auml;sidentin Jeanine &Aacute;&ntilde;ez geht immer neue Wege im Konflikt mit der ehemaligen Regierungspartei Bewegung zum Sozialismus (MAS): Am vergangenen Freitag haben die Machthaber in dem s&uuml;damerikanischen Land Strafanzeige gegen Ex-Pr&auml;sident Evo Morales vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag gestellt.<br>\nDer Vorwurf lautet: Verbrechen gegen die Menschheit. Konkret geht es dabei um die politischen Streiks im August. Die &Aacute;&ntilde;ez-Regierung, der erst k&uuml;rzlich von der UN-Menschenrechtskommission ein verheerendes Zeugnis ausgestellt worden war, beschuldigt Morales sowie Gewerkschaftsf&uuml;hrer Juan Carlos Huarachi, durch die Anstiftung zu Protesten und Stra&szlig;enblockaden f&uuml;r 40 Tote verantwortlich zu sein. Die Blockaden sollen verhindert haben, dass Sauerstoff-Lieferungen zur Behandlung von Covid-19-Patienten rechtzeitig eintrafen, woraufhin mehrere verstarben.<br>\nRegierungsvertreter Jos&eacute; Mar&iacute;a Cabrera warf den Protestierenden &ldquo;unmenschliche Akte&rdquo; und &ldquo;&auml;u&szlig;erste Grausamkeit&rdquo; vor und sieht eine gro&szlig;angelegte Verschw&ouml;rung durch Morales und Huarachi am Werke, denen er vorwirft, Anf&uuml;hrer einer &ldquo;kriminellen Vereinigung&rdquo; zu sein.<br>\nDer Generalstreik war die Antwort auf die wiederholte Verschiebung der Pr&auml;sidentschafts- und Parlamentswahlen durch die Putschregierung, die seit fast einem Jahr ohne demokratisches Mandat regiert.<br>\nEvo Morales selbst zeigte sich emp&ouml;rt und twitterte aus dem argentinischen Exil: &ldquo;Die von der UNO, CIDH [Interamerikanische Menschenrechtskommission], NGOs, Beobachtern von Harvard und f&uuml;hrenden Zeitungen f&uuml;r Massaker und Menschenrechtsverbrechen verurteilte De-facto-Regierung Boliviens zeigt nun mich und einige Volksanf&uuml;hrer vor dem ICC an, daf&uuml;r dass wir die Demokratie verteidigen.&rdquo;<br>\nDas angestrebte Verfahren vor dem ICC ist eine von mehreren Aktivit&auml;ten der &Aacute;&ntilde;ez-Regierung im Vorfeld der nun gesetzlich f&uuml;r den 18. Oktober angesetzten Wahlen. Erst k&uuml;rzlich war bekannt geworden, dass die Putschregierung die Firma CLS Strategies mit staatlichen Geldern damit beauftragt hatte, auf Facebook Fake-Profile zu erstellen, um Propaganda in ihrem Sinne zu verbreiten. Dies geschah im Dezember 2019, also im Nachklang des November-Putsches.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2020\/09\/243234\/putschregierung-offensive\">amerika21<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das &uuml;berwachte Volk &ndash; Chinas Sozialkredit-System<\/strong><br>\nChina &uuml;berwacht seine B&uuml;rger schon lange. Jetzt perfektioniert der Staat die Kontrolle seines Volkes durch die Einf&uuml;hrung eines neuen Sozialkredit-Systems. China &uuml;berwacht seine B&uuml;rger schon lange. Jetzt perfektioniert der Staat die Kontrolle seines Volkes durch die Einf&uuml;hrung eines neuen Sozialkredit-Systems.<br>\nF&uuml;r diese Reportage reist der australische Journalist Matthew Carney durch China. Er trifft die Karrierefrau Fan Dandan, die von dem neuen Kredit-System profitiert und seine Einf&uuml;hrung begr&uuml;&szlig;t. Doch er lernt auch den Online-Journalisten Liu Hu kennen, dem eine willk&uuml;rliche Herabstufung im Sozialkredit-System unm&ouml;glich macht, seine Berichte zu ver&ouml;ffentlichen oder auch nur seinen Wohnort zu verlassen.<br>\nBesonders hart trifft das neue System Minderheiten wie die Uiguren in der Provinz Xinjiang. Hier sorgt modernste Gesichtserkennungs-Software f&uuml;r die totale Kontrolle, und wer sich kritisch &auml;u&szlig;ert, landet in einem Umerziehungslager der Partei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.phoenix.de\/sendungen\/dokumentationen\/das-ueberwachte-volk-a-1760910.html%20\">Phoenix<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der absolute Horror. Selbst das Einkaufsverhalten wird &uuml;berwacht und mit Sozialpunkten belohnt oder mit Abzug bestraft (wer nach Meinung der Partei zu viel Alkohol kauft muss mit Punktabzug rechnen). Dabei spielt die bargeldlose Bezahlung eine zentrale Rolle. Aber ein System der totalen digitalen &Uuml;berwachung scheint vor dem Hintergrund der Corona-Epidemie auch den politischen Eliten im Westen immer verlockender. Den Tech-Konzernen des Silicon Valley sowieso, die unser Einkaufsverhalten nat&uuml;rlich jetzt schon &uuml;berwachen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Wissen, dass eine andere Welt m&ouml;glich ist<\/strong><br>\nDer Literaturtheoretiker Michael Hardt erinnert sich an sein Vorbild David Graeber: als Wissenschaftler und Aktivist, der die demokratische Zukunft in der Gegenwart fand<br>\nWir alle kennen Professorinnen, die gelegentlich an Demonstrationen teilnehmen und Petitionen unterzeichnen; und Aktivistinnen, die forschen sowie lehren. David Graeber war jedoch beides zugleich, Wissenschaftler und Aktivist, untrennbar in seiner Person verbunden. In beiden Bereichen engagierte er sich so stark, dass es unm&ouml;glich w&auml;re, einem von den beiden die Hauptrolle zuzuweisen. F&uuml;r ihn war klar, dass Wissenschaft und Aktivismus einander in st&auml;ndigem Austausch bereichern.<br>\n[&hellip;]<br>\nEin Aspekt von Davids Schreiben, den ich sehr bewundere, ist die Art und Weise, wie es ernsthafte akademische Forschung mit popul&auml;rer, zug&auml;nglicher, oft sehr humorvollem Schreibstil verband. Genau diese Verbindung von Forschung und Schreiben ist eine der Facetten seines Wirkens als Gelehrter und zugleich Aktivist. Er z&ouml;gert nicht, sich in seinen Schriften mit komplexen Argumenten aus der Geschichte der Anthropologie auseinanderzusetzen, aber diese wendet er stets auf die aktuellen politischen Probleme der Gegenwart an, wie etwa Verschuldung oder kapitalistische Ausbeutung. Dies ist zweifellos einer der Gr&uuml;nde f&uuml;r seine au&szlig;erordentlich breite Leserinnenschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/wissen-dass-eine-andere-welt-moeglich-ist\">Der Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Lutz Hausstein:<\/strong> Ein sehr traurige Nachricht f&uuml;r die progressiven Kr&auml;fte weltweit. Vielen Lesern der NDS wird David Graeber sicherlich mit seinem letzten Buch &ldquo;Bullshit Jobs&rdquo; von 2018 noch in lebhafter Erinnerung sein, das <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46280\">von Elmar Wigand f&uuml;r die NDS rezensiert<\/a> wurde.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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