{"id":64574,"date":"2020-09-09T14:50:03","date_gmt":"2020-09-09T12:50:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64574"},"modified":"2020-09-09T16:53:59","modified_gmt":"2020-09-09T14:53:59","slug":"die-traurige-realitaet-eine-sich-selbst-gleichschaltende-kampfpresse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64574","title":{"rendered":"Die traurige Realit\u00e4t: Eine sich selbst gleichschaltende Kampfpresse"},"content":{"rendered":"<p>Auf die Sendung von <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/daserste\/video\/anne-will\/giftanschlag-auf-nawalny-aendert-deutschland-jetzt-seine-russland-politik\/das-erste\/Y3JpZDovL25kci5kZS8wYzM2ZTdlZi0yMzUzLTRkNjAtOTlkNC04MDJiODE0YWI0NjU\/\">Anne Will vom vergangenen Sonntag<\/a> waren die NachDenkSeiten schon kurz eingegangen. Es bleibt noch einiges nachzutragen: zum sichtbar werdenden Charakter unserer Medien als fanatische Kampfpresse, zum unreflektierten und manipulierenden Umgang mit Russland, und nebenbei noch mit allem &bdquo;Linken&ldquo;. Letzteres bekam die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei Sevim Dagdelen zu sp&uuml;ren. Sie hat in der Sendung beschrieben, was man &uuml;ber die Vergiftung von Navalny wei&szlig; und sie hat darauf hingewiesen, dass unklar ist, woher das Gift kam und wer der T&auml;ter ist. Solange man das nicht wisse, solle man auch nicht spekulieren. &ndash; Daraufhin wurde ihr von Wolfgang Ischinger, dem Vorsitzenden der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz, unterstellt, sie leiste &bdquo;uns&auml;glichen Verschw&ouml;rungstheorien Vorschub&ldquo;. Ischinger wurde auf diese Weise zum Stichwortgeber einer Serie von Kommentaren in deutschen Medien. Diese Kommentare und Berichte haben mit dem, was die Abgeordnete der Linkspartei bei Anne Will gesagt hat, nur noch am Rande zu tun. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDas ist ein Vorgang, der wieder einmal zeigt, wie kaputt die deutschen Medien sind. Und wie einseitig. Das f&auml;ngt schon bei der Besetzung der Runde von Anne Will an. Am vergangenen Sonntag gab es wieder die &uuml;bliche Konstellation: 4 zu 1. Auf diese billige Weise kann man schon Meinung machen. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die in &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/191108-Inhalt-Mueller-Glaube-wenig.pdf\">Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst<\/a>&ldquo; beschriebene Manipulationsmethode Nummer 8: &bdquo;Alle in der Runde sind der gleichen Meinung. Dann muss es ja richtig sein.&ldquo; Dort hei&szlig;t es zum jetzigen Vorgang:<\/p><blockquote><p>Oft reicht schon eine weniger komplette Einseitigkeit f&uuml;r die gezielte Manipulation. Bei Talkshows kommt es immer wieder vor, dass die Besetzung nicht komplett einseitig ist, sondern um eine oder zwei kritische Stimmen erg&auml;nzt wird, vermutlich als Alibi und Glaubw&uuml;rdigkeitskatalysator. Sahra Wagenknecht kann davon ein Lied singen. Drei zu eins oder vier zu eins sind beliebte Konstellationen und wirksame Manipulationsmethoden.<\/p><\/blockquote><p>Sp&auml;testens jetzt kann auch Sevim Dagdelen ein Lied davon singen.<\/p><p>Im Folgenden dokumentieren wir unter <\/p><ol type=\"A\">\n<li><strong>was die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei gesagt hat und wie Herr Ischinger gleich den Akzent f&uuml;r die Bewertung und Kommentare der nachfolgenden Medien gesetzt hat, und unter<\/strong><\/li>\n<li><strong>14 Meldungen und Kommentare der Medien.<\/strong><\/li>\n<\/ol><ol type=\"A\">\n<li><strong>Sevim Dagdelen in der Sendung &bdquo;Anne Will&ldquo; am 6.9.2020&nbsp;<\/strong><br>\n&bdquo;Im Gegensatz zu Herrn R&ouml;ttgen war ich bei der Tat nicht da und kenne den T&auml;ter nicht. Wir haben als Parlamentarier eine Unterrichtung der Bundesregierung gehabt am vergangenen Mittwoch, kurzfristig anberaumt&nbsp;um 15.30 Uhr. Und in dieser Unterrichtung wurde gesagt, dass Alexej [nicht Alexander] Nawalny vergiftet worden ist mit einem Gift der Nowitschok-Gruppe. Mehr wissen wir nicht. Und in diesem Moment k&ouml;nnen wir auch nicht mehr wissen. Wir k&ouml;nnen nicht sagen, nur weil es ein Gift der Nowitschok-Gruppe ist, dass es sofort nur die Russen sind. Wir wissen aus Recherchen von S&uuml;ddeutsche Zeitung und NDR und vielen anderen, dass aus den 90er Jahren eine Probe in die H&auml;nde des Bundesnachrichtendienstes gelangt ist, und damit auch an westliche Geheimdienste. Und dass das BMVg, das Bundesministerium f&uuml;r Verteidigung, und der BND sogar die Formel bekommen haben aus dem Labor in Schweden, wo damals diese Probe untersucht worden ist. Das hei&szlig;t, mindestens Russland, oder sagen wir mal, die Nachfolgerepubliken der Sowjetunion k&ouml;nnten es im Besitz haben, aber auch westliche Geheimdienste. Und insofern halte ich es f&uuml;r hochgradig spekulativ, zu behaupten, X oder Y ist der T&auml;ter oder sonst was. Wir wissen nichts &uuml;ber die Herkunft und wir wissen nichts &uuml;ber die T&auml;terschaft. Und ich finde, jetzt sofort nach T&auml;ter zu rufen, also gleichzeitig der Ankl&auml;ger zu sein, der Richter und der Henker zu sein, und nach Ma&szlig;nahmen zu rufen, das halte ich f&uuml;r unseri&ouml;s und mehr als fragw&uuml;rdig. Ich bin daf&uuml;r, dass wir auf Aufkl&auml;rung dringen. Das muss gemacht werden. Und ich finde es befremdlich, vor einer Aufkl&auml;rung gleich nach Ma&szlig;nahmen zu rufen. Das halte ich nicht f&uuml;r richtig in der internationalen Politik, aber auch nicht in den Beziehungen zu Russland im Moment. Also entweder haben wir Interesse an einer Kooperation zwecks Aufkl&auml;rung dieses Verbrechens, was ganz schlimm ist &ndash; und ich w&uuml;nsche Herrn Nawalny hier auch wirklich gute Besserung; man wei&szlig; ja nicht, ob er Langzeitsch&auml;den haben wird oder welche das sein werden. Das ist wirklich etwas ganz Schreckliches. Aber, ich finde, es nicht in Ordnung zu sagen, wir wissen schon, wer das war, wie das stattgefunden hat. Mir liegen keine Informationen vor, auch nicht nachrichtendienstliche Erkenntnisse, dar&uuml;berhinausgehende, also, sagen wir mal von der Unterrichtung der Bundesregierung. Insofern bin ich schon ziemlich erstaunt, wie schnell diese Spirale gedreht worden ist, dass man sofort wei&szlig;, wer das war, wer schuldig ist und wer die Tat quasi h&ouml;chstpers&ouml;nlich begangen hat. Also, ich bin da mehr als skeptisch.&ldquo;<br>\n<strong>Wolfang Ischinger<\/strong>, Vorsitzender der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz und&nbsp;<strong>Vorstandsmitglied der Atlantikbr&uuml;cke<\/strong>&nbsp;konterte daraufhin: &bdquo;Was mich ma&szlig;los &auml;rgert, ist Ihr Versuch, hier Verwirrspiele zu spielen. Es ist emp&ouml;rend, dass Sie&nbsp;<strong>uns&auml;glichen Verschw&ouml;rungstheorien<\/strong> Vorschub leisten.&ldquo;<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li><strong>Die programmierte Reaktion deutscher Medien&nbsp;<\/strong>\n<p><strong>Bild.de<\/strong><br>\n<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/politik-inland\/cdu-general-paul-ziemiak-bei-bild-live-linkspartei-ist-lobby-gruppe-des-kreml-72789342.bild.html\"><strong>CDU-GENERAL PAUL ZIEMIAK: &bdquo;Linkspartei ist Lobby-Gruppe des Kreml&ldquo;<\/strong><\/a><br>\n(&hellip;) Russische Regierungssprecher hatten die haltlose Unterstellung verbreitet, dass Nawalny in Deutschland vergiftet wurde, da im Krankenhaus in Omsk angeblich kein Giftstoff im Blut des Kreml-Kritikers nachgewiesen wurde. Im Politik-Talk bei &bdquo;Anne Will&ldquo; verbreitete sogar die Linken-Politikerin Sevim Dagdelen (45) die Kreml-Theorie weiter: Auch westliche Geheimdienste k&ouml;nnten im Besitz des Nowitschok-Geheimdiensts sein, das die Bundeswehr in Nawalnys K&ouml;rper nachgewiesen hatte. (&hellip;)<br>\nCDU-General Paul Ziemiak zeigte sich fassungslos, dass Politiker der Linkspartei derartige Verschw&ouml;rungstheorien aufgriffen: &bdquo;Der Kreml hat eine Lobbyorganisation in Deutschland: die Linkspartei.&ldquo; Die Partei verbreite &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorien aus dem Kreml&ldquo; weiter.<\/p>\n<p><strong>FR<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/tv\/ard-talkshow-anne-will-tv-kritik-nawalny-vorwurf-verschwoerungstheorie-zr-90038253.html\">Anne Will: Linken-Politikerin verteidigt den Kreml und l&ouml;st &bdquo;Entsetzen&ldquo; in der ARD aus<\/a><\/strong><br>\n&nbsp;<br>\n<strong>FAZ.de<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/tv-kritik-anne-will-anschlag-auf-aleksej-nawalnyj-16941548.html\">Den Rest der Welt f&uuml;r dumm verkaufen<\/a><\/strong><br>\n(&hellip;) Verschw&ouml;rungstheorien stellen sich die Welt vor wie in einem James Bond-Film. Ein Kartell von B&ouml;sewichten bedroht die Welt, die am Ende von einem Helden gerettet wird, der immer aussieht wie Sean Connery. Solche Verschw&ouml;rungstheorien ersetzen das analytische Denken. Trotzdem gibt es weiterhin Verschw&ouml;rungen &ndash; wie die gegen Nawalnyj .<br>\nHier trafen bei Anne Will zwei kontr&auml;re Sichtweisen aufeinander, wobei Frau Da&#287;delen ihre gegen die aller anderen G&auml;ste vertrat. Ihre Position beruhte auf einer Sichtweise des bewussten Nicht-Wissens. Sie weigerte sich, diesen Mordanschlag auf russischem Hoheitsgebiet an einem russischen Staatsb&uuml;rger mit dem Handeln der Regierung in Moskau in Verbindung zu bringen. So war es auch nur zu erkl&auml;ren, warum sie andere Verantwortliche f&uuml;r den Mordanschlag nicht ausschlie&szlig;en wollte. Zudem pl&auml;dierte sie f&uuml;r eine an den Rechtsstaat orientierte Kooperation deutscher und russischer Strafverfolgungsbeh&ouml;rden. Das h&ouml;rt sich bekanntlich immer gut an. (&hellip;)<br>\nAn diesem Punkt h&auml;tte die Debatte interessant werden k&ouml;nnen. Stellt sich doch die Frage, auf welcher Grundlage die deutsch-russischen Beziehungen definiert werden sollen. Wenn Frau Da&#287;delen auf Zusammenarbeit mit russischen Beh&ouml;rden setzte, um diesen Mordversuch aufzukl&auml;ren, wirkte das wie ein schlechter Witz. Tats&auml;chlich ist diese Straftat in Russland passiert, das Opfer ein eigener Staatsb&uuml;rger. Russland selbst m&uuml;sste ein Interesse an der Aufkl&auml;rung haben, wenn es denn Hinweise auf die Beteiligung ausl&auml;ndischer M&auml;chte an dieser Verschw&ouml;rung geben sollte. Warum sich somit die linke Au&szlig;enpolitikerin den Kopf der russischen Regierung zerbricht, war nicht nachvollziehbar. (&hellip;)<br>\nVerschw&ouml;rungstheorien helfen allerdings nicht dabei, Verschw&ouml;rungen aufzudecken.&nbsp; Ansonsten k&ouml;nnten uns die Russen bestimmt erkl&auml;ren, warum ein Oppositioneller mit einem Nervengift vergiftet wird. Und wie sie es vorher geplant haben wollen, dass dieser nicht sofort stirbt, sondern vielmehr ihre Visitenkarte namens Nowitschok anschlie&szlig;end sogar in einem deutschen Bundeswehr-Labor gefunden wird. Laut R&ouml;ttgen war es schlie&szlig;lich das Ziel dieses Mordes, die russische Bev&ouml;lkerung mit diesem Nervengift aus dem Arsenal chemischer Kriegf&uuml;hrung gezielt einzusch&uuml;chtern. Ein erstaunlicher Plan, wenn es denn so gewesen sein sollte. Trittin meinte kritisch an die Adresse von Frau Da&#287;delen, sie solle sich nicht d&uuml;mmer stellen als sie sei.<br>\nVerschw&ouml;rungstheoretiker haben allerdings ein anderes Problem: Sie halten Geheimdienste f&uuml;r kl&uuml;ger als sie sind. In Moskau bem&uuml;ht man sich gerade, diesen Eindruck zu widerlegen. Ansonsten w&uuml;rden sie ja nicht versuchen, den Rest der Welt f&uuml;r dumm zu verkaufen.<\/p>\n<p><strong>Express<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.express.de\/news\/politik-und-wirtschaft\/fall-nawalny-bei--anne-will--theorie-von-linke-politikerin-sorgt-fuer-entsetzen-37309330\">Fall Nawalny bei &bdquo;Anne Will&rdquo; Theorie von Linke-Politikerin sorgt f&uuml;r Entsetzen<\/a><\/strong><br>\n&nbsp;<br>\n<strong>RND<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/die-linke-und-russland-sevim-dagdelen-steht-fur-sich-und-doch-nicht-allein-XTD66AFHI5GU3COOO6OVK6P6SA.html\">Die Linke und Russland: Sevim Dagdelen steht f&uuml;r sich und doch nicht allein<\/a><\/strong><br>\n&bdquo;Die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Linke) hat nahegelegt, dass ja auch der Bundesnachrichtendienst den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny vergiftet haben k&ouml;nnte. Sie hat zwar in den eigenen Reihen keinen gro&szlig;en R&uuml;ckhalt. Aber N&auml;he zu Russland ist in der Linken weit verbreitet.&ldquo;<\/p>\n<p><strong>Fuldaer Zeitung<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.fuldaerzeitung.de\/politik-und-wirtschaft\/nawalny-anne-will-ard-talk-tv-russland-berlin-rittin-roettgen-dagdelen-putin-news-talk-zr-90038317.html\">Anne Will: Linken-Politikerin stellt Mutma&szlig;ungen im Fall Nawalny an und entsetzt damit die Runde<\/a><\/strong><br>\n(&hellip;) Das wollte Dagdelen nicht so stehen lassen. &bdquo;Im Gegensatz zu Herrn R&ouml;ttgen war ich nicht bei der Tat dabei und kenne den T&auml;ter nicht&ldquo;, &auml;u&szlig;erte die Linken-Abgeordnete auf Nachfrage von ARD-Moderatorin Anne Will* schnippisch. Dagdelen wollte Russland nicht vorschnell verurteilen und brachte m&ouml;gliche andere T&auml;ter ins Spiel. &bdquo;Wir wissen nichts &uuml;ber die Herkunft des Nowitschok. Auch westliche Geheimdienste k&ouml;nnten das haben. Wir wissen nichts &uuml;ber die T&auml;ter&ldquo;, analysierte sie: &bdquo;Solange man keine Beweise hat, soll man nicht spekulieren!&ldquo;<br>\nTrittin konterte Dagdelens Ausf&uuml;hrungen unbeeindruckt. &bdquo;Man soll sich nicht d&uuml;mmer stellen als man ist&ldquo;, antwortete der fr&uuml;here Bundesumweltminister. Auch Au&szlig;enexperte Ischinger kritisierte Dagedelens These scharf. &bdquo;Ich finde es emp&ouml;rend, wie Sie hier Verschw&ouml;rungstheorien Vorschub leisten&ldquo;, warf er der Linken-Politikerin vor.<\/p>\n<p><strong>RTL.de<\/strong><br>\n<a href=\"https:\/\/www.rtl.de\/cms\/nawalny-talk-bei-anne-will-linken-politikerin-geht-auf-konfrontation-4609227.html\"><strong>Bei Anne Will flogen die Fetzen. Nawalny-Talk bei Anne Will: Linken-Politikerin geht auf Konfrontation<\/strong><\/a><br>\nDagdelen&nbsp; forderte, jetzt bitte nicht zu hart mit Russland ins Gericht zu gehen. Man solle doch erstmal die Untersuchung des Vorfalls abwarten, sagte sie. Doch damit wirkte sie bestenfalls naiv. Zumindest wenn auch nur die H&auml;lfte dessen stimmt, was Putin an Ruchlosigkeit nachgesagt wird. Doch dabei belie&szlig; sie es nicht &ndash; sie deutete an, dass gar westliche Geheimdienste f&uuml;r die Vergiftung infrage k&auml;men, weil diese Berichten zufolge ebenfalls &uuml;ber die Nowitschok-Formel verf&uuml;gten. Damit reizte sie den Diplomaten Ischinger zum &Auml;u&szlig;ersten: &ldquo;Ich finde es emp&ouml;rend, wie Sie hier Verschw&ouml;rungstheorien bef&ouml;rdern&rdquo;, sagte er mit leicht erhobener Stimme.<\/p>\n<p><strong>ntv.de<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Sich-nicht-duemmer-machen-als-man-ist-article22019298.html\">&ldquo;Sich nicht d&uuml;mmer machen, als man ist&rdquo;<\/a><\/strong><br>\n(Text identisch und vom selben Autor wie bei&nbsp;RTL.de)<br>\n&nbsp;<br>\n<strong>Stern.de<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/anne-will-zu-nawalny--linke-dagdelen-verdaechtigt-auch-westliche-geheimdienste-9405342.html\">Westliche Geheimdienste als T&auml;ter? Linken-Politikerin nimmt Moskau im Fall Nawalny in Schutz<\/a><\/strong><br>\nSevim Da&#287;delen m&ouml;chte sich dagegen zun&auml;chst mal nach alternativen Tatverd&auml;chtigen umsehen. F&uuml;r sie sei, so erkl&auml;rte sie, gar nicht klar, ob der Nervenkampfstoff &uuml;berhaupt aus Russland stamme. Sie schuf bei Will alternative Szenarien, nach denen ja auch die westlichen Geheimdienste oder andere Ex-Sowjetstaaten den Anschlag auf Nawalny ver&uuml;bt haben k&ouml;nnten. Immerhin hatte auch der deutsche BND mal eine Probe vom Nowitschok-Nervengift erhalten. (&hellip;)Nat&uuml;rlich ist eine eher russlandfreundlich gestimmte Linke daran interessiert, andere Tatverd&auml;chtige zu pr&auml;sentieren und selbstverst&auml;ndlich ist noch vieles ungekl&auml;rt. Aber es hat bei &ldquo;Anne Will&rdquo; auch niemand behauptet, dass Putin selbst den Befehl gab, Nawalny zu vergiften.<br>\n&nbsp;<br>\n<strong>Ostth&uuml;ringer Zeitung<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.otz.de\/leben\/vermischtes\/anne-will-anschlag-auf-nawalny-linke-mit-kruden-theorien-id230350632.html\">Anne Will: Anschlag auf Nawalny &ndash; Linke mit kruden Theorien<\/a><\/strong><br>\nEs war ein bemerkenswerter Auftritt, den Da&#287;delen bei Anne Will hinlegte. Einer, der abermals Zweifel an der au&szlig;enpolitischen Berechenbarkeit der Linken aufkommen lie&szlig;. Da&#287;delen deutete um, mutma&szlig;te und wirkte dabei stellenweise wie die Pressesprecherin des Kremls &ndash; etwa, als sie immer wieder vor Spekulationen warnte. Um im n&auml;chsten Atemzug selbst in Richtung BND zu zeigen.<br>\n&nbsp;<br>\n<strong>Watson<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.watson.de\/deutschland\/russland\/283395741-anne-will-linken-politikerin-sevim-dagdelen-sorgt-in-ard-fuer-wuetende-herrenrunde\">Emp&ouml;rend&rdquo; &ndash; Linken-Politikerin Da&#287;delen sorgt bei &ldquo;Anne Will&rdquo; f&uuml;r Wut<\/a><\/strong><br>\nNach so viel Einigkeit mischt Sevim Da&#287;delen (Die Linke) die Runde kr&auml;ftig auf. Sie sei bei dem Anschlag nicht dabei gewesen &ndash; wohl im Gegensatz zu R&ouml;ttgen &ndash; und kenne den T&auml;ter noch nicht, stichelt sie ironisch. Sie wehrt sich daher gegen eine Vorverurteilung oder gar den Ruf nach Sanktionen vor einer Aufkl&auml;rung der Vorg&auml;nge. Eine Probe des Nervenkampfstoffs Nowitschok sei &uuml;ber den BND schon vor Jahren nach Europa gelangt und stehe seitdem also auch anderen Geheimdiensten zur Verf&uuml;gung.<br>\nVorwurf Verschw&ouml;rungstheorien<br>\nF&uuml;r ihre Ausf&uuml;hrungen erntet Sevim Da&#287;delen viel Gegenwind bei den anwesenden Herren. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz, findet ihre Aussagen &ldquo;emp&ouml;rend&rdquo; und unterstellt ihr, &ldquo;Verschw&ouml;rungstheorien&ldquo; nachzuh&auml;ngen. Und J&uuml;rgen Trittin poltert, man solle sich doch bitte &ldquo;nicht d&uuml;mmer stellen, als man ist&rdquo;.<br>\nAber Da&#287;delen sagt dazu, man m&uuml;sse &ldquo;rechtsstaatliche Prinzipien&rdquo; anwenden und erst aufzukl&auml;ren und dann verurteilen. Erfahrung damit kann sie aus den Ermittlungen zum Mord an einem Georgier im Berliner Tiergarten 2019 jedenfalls aufweisen. Sie betont, sie sei doch diejenige gewesen, die in diesem Fall &ldquo;am meisten f&uuml;r die Aufkl&auml;rung getan&rdquo; habe. Und auch nun sei sie einfach &ldquo;auf der Suche nach der Wahrheit&rdquo;.<\/p>\n<p><strong>Der Westen<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.derwesten.de\/politik\/anne-will-ard-talkshow-putin-nawalny-trittin-roettgen-sevim-dagdelen-linke-verschwoerung-bnd-geheimdienste-id230350414.html\">Anne Will (ARD): Zuschauer entsetzt, als Linken-Politikerin wilde Verschw&ouml;rungstheorie &auml;u&szlig;ert<\/a><\/strong><br>\nEs fallen steile Thesen und gegenseitigen Verschw&ouml;rungstheorie-Vorw&uuml;rfe. Im Mittelpunkt steht dabei die Linken-Politikerin Sevim Da&#287;delen, die Sprecherin ihrer Fraktion f&uuml;r internationale Beziehungen ist.<br>\nEinzig Linken-Politikerin Sevim Da&#287;delen &auml;u&szlig;ert erhebliche Zweifel und verd&auml;chtig indirekt auch den deutschen Bundesnachrichtendienst, m&ouml;glicherweise den Putin-Kritiker vergiftet zu haben: &bdquo;Wir k&ouml;nnen nicht sagen, weil es ein Gift der Nowitschok-Gruppe ist, dass es sofort nur die Russen sind. Wir wissen aus Recherchen von S&uuml;ddeutscher Zeitung und NDR und vielen anderen, dass in den 1990er-Jahren eine Probe in die H&auml;nde des Bundesnachrichtendienstes gelangt ist und damit auch an westliche Geheimdienste. Und dass das BMVG, das Bundesministerium f&uuml;r Verteidigung, und der BND sogar die Formel bekommen haben aus dem Labor in Schweden, wo damals diese Probe untersucht worden ist.&ldquo;<br>\nDa&#287;delen zeigt sich erstaunt dar&uuml;ber, wie schnell die Spirale gedreht wurde und die T&auml;terschaft Russlands f&uuml;r viele erwiesen sei. J&uuml;rgen Trittin reagiert darauf patzig. Man m&uuml;sse sich nicht d&uuml;mmer stellen als man sei. Wo solle Nawalny denn sonst vergiftet worden sein, wenn nicht auf dem Flug &uuml;ber Sibirien. Es gehe um die politische Verantwortung der russischen Regierung, nicht um die Frage, ob Putin selbst den Anschlag angeordnet habe, antworten R&ouml;ttgen und Trittin.<br>\nAnne Will (ARD): Zuschauer entsetzt &uuml;ber Verschw&ouml;rungstheorie von Linken-Politikerin Da&#287;delen<br>\nAuch im Netz gibt es zahlreiche emp&ouml;rte Reaktionen auf Da&#287;delens Andeutung, dass westliche Geheimdienste m&ouml;glicherweise Nawalny vergiftet haben:<\/p>\n<ul>\n<li>&bdquo;Da&#287;delen: ich m&ouml;chte mich nicht an Spekulationen beteiligen. Auch Da&#287;delen: der BND k&ouml;nnte auch&hellip;&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Wusste gar nicht, dass Sevim Da&#287;delen im Nebenberuf Kreml-Sprecherin ist.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Anne Will einschalten und sehen, wie Au&szlig;enpolitik mit Die Linke in R2G aussehen w&uuml;rde: Schulterschluss mit Diktator Putin, wirtschaftliche Abh&auml;ngigkeit von Russland und Verschw&ouml;rungstheorien &uuml;ber den BND.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Man h&auml;tte auch statt einer Vertreterin von Die Linke gleich eine Kreml-Sprecherin reinsetzen k&ouml;nnen.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Entsetzlicher Auftritt von Sevim Da&#287;delen Anne Will, die ernsthaft suggeriert, dass Nawalny durch deutsche Beh&ouml;rden (!) vergiftet worden sein k&ouml;nnte. Die Linke (ehemals SED) ist nach wie vor das Sprachrohr der russischen Propaganda.&ldquo;<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Berliner Morgenpost<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/vermischtes\/article230350632\/Anne-Will-Anschlag-auf-Nawalny-Linke-mit-kruden-Theorien.html\">Anne Will: Anschlag auf Nawalny &ndash; Linke mit kruden Theorien<\/a><\/strong><br>\nWer steckt hinter dem Giftanschlag auf Alexej Nawalny in Russland? Bei Anne Will herrschte am Sonntag Einigkeit &ndash; mit einer Ausnahme.<br>\nErst im letzten Jahr wurde ein Georgier im Kleinen Tiergarten in Berlin ermordet. Auch hier f&uuml;hren die Verdachtsspuren nach Moskau. Jetzt also Alexej Nawalny. Oder war es doch anders?<br>\nLinke: Politikerin Da&#287;delen warnt vor Spekulationen zu Nawalny<br>\nDas zumindest kann sich die Linken-Politikerin Sevim Da&#287;delen vorstellen. &bdquo;Ich war nicht dabei und kenne den T&auml;ter nicht&ldquo;, sagte sie bei Anne Will. In den 90er Jahren habe auch der BND eine Probe des Gifts in die H&auml;nde bekommen. Und damit westliche Geheimdienste. Wom&ouml;glich also, so die unausgesprochene Vermutung, sitzen die T&auml;ter nicht in Moskau &ndash; sondern im Westen.<br>\nEin Motiv? Eine in sich schl&uuml;ssige politische Erz&auml;hlung? Das bot Sevim Da&#287;delen nicht. Stattdessen: Andeutungen. &bdquo;Man soll sich nicht d&uuml;mmer stellen, als man ist&ldquo;, kommentierte Gr&uuml;nen-Mann Trittin bissig.<br>\nEs war ein bemerkenswerter Auftritt, den Da&#287;delen bei Anne Will hinlegte. Einer, der abermals Zweifel an der au&szlig;enpolitischen Berechenbarkeit der Linken aufkommen lie&szlig;. Da&#287;delen deutete um, mutma&szlig;te und wirkte dabei stellenweise wie die Pressesprecherin des Kremls &ndash; etwa, als sie immer wieder vor Spekulationen warnte. Um im n&auml;chsten Atemzug selbst in Richtung BND zu zeigen. &bdquo;Es ist emp&ouml;rend, dass Sie Tatsachen in Frage stellen und Verschw&ouml;rungstheorien Vorschub leisten&ldquo;, schimpfte Wolfgang Ischinger. Da&#287;delen konterte: Sie sei auf der Suche nach der Wahrheit. Ein gro&szlig;es Wort.<\/p>\n<p><strong>S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/anne-will-nawalny-dagdelen-1.5021993\">&ldquo;Man darf sich auch nicht d&uuml;mmer stellen als man ist&rdquo;<\/a><\/strong><br>\nLinken-Politikerin Da&#287;delen spekuliert bei &ldquo;Anne Will&rdquo;, ob nicht auch ein anderer Geheimdienst als ein russischer f&uuml;r den Giftanschlag auf Kreml-Kritiker Nawalny verantwortlich sein k&ouml;nnte. Die Reaktion ihrer Mitdiskutanten f&auml;llt harsch aus.<br>\nWolfgang Ischinger ist ein au&szlig;ergew&ouml;hnlich erfahrener Diplomat, der gelernt hat, sich nicht so leicht zu &ouml;ffentlicher Entr&uuml;stung treiben zu lassen. Am Sonntagabend im ARD-Fernsehstudio aber war er machtlos. Sevim Da&#287;delen, die f&uuml;r die Partei Die Linke Mitglied im Ausw&auml;rtigen Ausschuss des Bundestags ist, sorgte bei &ldquo;Anne Will&rdquo; f&uuml;r einen ungew&ouml;hnlichen Moment: Sie schaffte es, dass Ischinger sich aufregte.<br>\n&ldquo;Was mich ma&szlig;los &auml;rgert, ist der Versuch von Ihnen, Verwirrspiele zu spielen&rdquo;, sagte er. Und warf der Linken-Politikerin vor, im Fall Nawalny &ldquo;Verschw&ouml;rungstheorien Vorschub zu leisten&rdquo;. Ihre Unterstellungen seien &ldquo;emp&ouml;rend&rdquo;, denn niemand in der Talkrunde habe &ldquo;behauptet zu wissen, wer es war&rdquo;. Wer es war &ndash; das ist die Frage, auf die man im politischen Berlin gern dringend eine Antwort h&auml;tte: wer n&auml;mlich mit einem chemischen Kampfstoff den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny so stark vergiftet hat, dass er in der Berliner Charit&eacute; im Koma liegt.<br>\nNiemand hatte nat&uuml;rlich bei &ldquo;Anne Will&rdquo; auf diese Frage eine konkrete Antwort, auch Norbert R&ouml;ttgen nicht, der sagte: &ldquo;Es ist jedenfalls das System.&rdquo; Er meinte grunds&auml;tzlich das System Russlands von Pr&auml;sident Wladimir Putin. Damit lieferte der CDU-Politiker die wohl wahrscheinlichste Erkl&auml;rung &ndash; nur Da&#287;delen war nicht recht &uuml;berzeugt. Sie hielt es als Einzige f&uuml;r v&ouml;llig offen, ob nicht vielleicht ein anderer Geheimdienst als ein russischer bei Nawalnys Vergiftung seine Finger im Spiel gehabt haben k&ouml;nnte.<br>\nWie sich das abgespielt haben sollte in Sibirien, w&auml;hrend Nawalny dort von den russischen Sicherheitsbeh&ouml;rden beschattet wurde, h&auml;tte Anne Will ihren Gast durchaus fragen k&ouml;nnen. Das tat dann immerhin der Gr&uuml;nen-Politiker J&uuml;rgen Trittin, der an Da&#287;delen gerichtet sagte: &ldquo;Man darf sich auch nicht d&uuml;mmer stellen als man ist.&rdquo; Abgesehen von der Linken-Politikerin waren sich die G&auml;ste weitgehend einig darin, dass die Debatte &uuml;ber eine m&ouml;gliche scharfe Antwort an Russland auch deshalb so vehement gef&uuml;hrt wird, weil es nicht nur den Fall Nawalny gibt.\n<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>&hellip; und diese Medien attackieren die Medien im Netz wegen der &ndash; dort auch vorkommenden &ndash; Unwahrheiten. Sie tun dies, obwohl man leider an diesem hier skizzierten Fall wieder einmal feststellen muss, dass die etablierten Medien in Deutschland ihre wichtige Funktion als Pfeiler der demokratischen Willensbildung aufgegeben haben.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf die Sendung von <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/daserste\/video\/anne-will\/giftanschlag-auf-nawalny-aendert-deutschland-jetzt-seine-russland-politik\/das-erste\/Y3JpZDovL25kci5kZS8wYzM2ZTdlZi0yMzUzLTRkNjAtOTlkNC04MDJiODE0YWI0NjU\/\">Anne Will vom vergangenen Sonntag<\/a> waren die NachDenkSeiten schon kurz eingegangen. Es bleibt noch einiges nachzutragen: zum sichtbar werdenden Charakter unserer Medien als fanatische Kampfpresse, zum unreflektierten und manipulierenden Umgang mit Russland, und nebenbei noch mit allem &bdquo;Linken&ldquo;. Letzteres bekam die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei Sevim Dagdelen zu sp&uuml;ren. 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