{"id":6459,"date":"2010-08-13T09:35:19","date_gmt":"2010-08-13T07:35:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6459"},"modified":"2010-08-13T09:35:19","modified_gmt":"2010-08-13T07:35:19","slug":"hinweise-des-tages-1202","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6459","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Gutscheine f&uuml;r Hartz IV-Empf&auml;nger; Psycholeid; unter jungen Menschen w&auml;chst die Angst; Sanktionen f&uuml;r Zahlungsverweigerer; Milliard&auml;rsspenden; Rente mit 67 und mehr; Besch&auml;ftigungsquote &Auml;lterer; immer mehr junge Arbeitslose; Niedrigl&ouml;hne kosten 50 Milliarden; qualifizierte Zuwanderer; der Aufschwung geht an uns vorbei; St&auml;dtebaumittel rasiert; Bahn verschwendet Steuergeld; USA halten Deutsche f&uuml;r Finanztrittbrettfahrer; Demokratie und Gl&uuml;ck; Stern TV t&uuml;rkt; TV-Tipp; die griechische Wirtschaft schrumpft; Pinwart hat sich verrechnet. (MB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Gutscheine f&uuml;r Hartz IV-Empf&auml;nger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Psycholeid: Kosten f&uuml;r Depressions-Therapie explodieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Unter jungen Menschen w&auml;chst die Angst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Sanktionen f&uuml;r Zahlungsverweigerer: R&ouml;sler legt Reformentwurf f&uuml;r Kassen vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Milliard&auml;rsspenden&hellip;so besch&auml;mt es weniger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Rente mit 67, wer bietet mehr?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Besch&auml;ftigungsquote &Auml;lterer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Zahl junger Arbeitsloser markiert weltweiten Rekord<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Niedrigl&ouml;hne kosten 50 Milliarden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Fachkr&auml;ftemangel: Wie Deutschland qualifizierte Zuwanderer verprellt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Der Aufschwung geht an uns vorbei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">R&uuml;ckgang der kommunalen Investitionen durch K&uuml;rzung der St&auml;dtebauf&ouml;rderung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Umweltbundesamt: Bahn und Bund verschwenden Steuergeld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Das 2000-Mrd.-Euro-Problem der europ&auml;ischen Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">AIG-Rettung: USA halten Deutsche f&uuml;r Finanztrittbrettfahrer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Neues bayerisches Versammlungsrecht: Haft wegen Infostand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Jos&eacute; Saramago: Demokratie und Gl&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Stern TV: Unversch&auml;mt vorgef&uuml;hrt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">TV-Tipp: Finanzkrise 2.0 &ndash; Das Zocken geht weiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Die griechische Wirtschaft schrumpft schneller als erwartet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Pinkwart: &ldquo;Die Leute k&ouml;nnen rechnen&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=6459&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Gutscheine f&uuml;r Hartz IV-Empf&auml;nger<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Jens Berger: Armut? Die Freiheit nehm ich mir! <\/strong><br>\nDas Konzept des &bdquo;Bildungs-Chips&ldquo;, wie die Hartz-IV-Karte euphemistisch im Ministerium bezeichnet wird, ist die Antwort von der Leyens auf das Hartz-IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichts und soll am 19. August regierungsintern vorgestellt werden.<br>\nDer Hintergedanke des Modells ist es, die von den Karlsruher Richtern geforderten geldwerten Leistungen f&uuml;r Bildungsausgaben f&uuml;r Kinder aus Hartz-IV-Familien nicht in bar auszuzahlen, sondern als Gutschein f&uuml;r Sachleistungen zweckgebunden einzusetzen. W&auml;hrend man der Oberschicht zugesteht, verantwortlich f&uuml;r ihre Kinder zu sorgen, gelten Hartz-IV-Empf&auml;nger als Menschen zweiter Klasse, denen der Staat die Entscheidungsgewalt f&uuml;r das Wohl der Kinder abnehmen muss. Doch von der Leyens Hartz-IV-Karte ist nicht nur diskriminierend, sie ist auch schlecht durchdacht, teuer, unn&ouml;tig komplex und nicht realisierbar.<br>\nAls Vorbild gilt ein Pilotprojekt aus Stuttgart. Doch das Stuttgarter Beispiel taugt nicht unbedingt als Vorbild, sondern zeigt eher die Schw&auml;chen einer solchen Kartenl&ouml;sung. Das Geld wird n&auml;mlich nicht f&uuml;r Nachhilfe- oder Musikunterricht ausgegeben, sondern f&uuml;r den Besuch von Schwimmb&auml;dern und des Zoos. Daf&uuml;r kostet die &bdquo;Stuttgarter Kinderkarte&ldquo; die Kommune allerdings richtig viel Geld &ndash; 3,7 Millionen Euro f&uuml;r die kommunalen Sachleistungen und 150.000 Euro Verwaltungskosten pro Jahr.<br>\nKommunale Zusch&uuml;sse f&uuml;r Gutscheine zur Nutzung kommunaler Angebote sind eigentlich nichts anderes, als Geld aus der linken Tasche zu nehmen und in die rechte Tasche zu stecken. Man subventioniert die meist defizit&auml;ren kommunalen Tr&auml;ger, indem man sozial Benachteiligten die Nutzung ihrer Angebote kostenfrei zur Verf&uuml;gung stellt. Das ist l&ouml;blich, aber warum braucht man daf&uuml;r ein kompliziertes und kostspieliges Kartenmodell? Ein Hauptgrund, warum die &bdquo;Stuttgarter Kinderkarte&ldquo; nicht f&uuml;r den Nachhilfeunterricht genutzt wird, besteht beispielsweise darin, dass kaum ein Nachhilfelehrer bereit ist, sich das 250 Euro teure Kartenleseger&auml;t in die Wohnung zu stellen.<br>\nWie mag sich ein Kind f&uuml;hlen, das zusammen mit seinen Freunden ins Schwimmbad geht und als einziges mit der stigmatisierenden Hartz-IV-Karte bezahlt? Im Arbeitsministerium fegt man derlei Bedenken mit dem Hinweis weg, die Karte w&uuml;rde ja schlie&szlig;lich nicht nur an Kinder aus Hartz-IV-Familien, sondern an alle Kinder ausgegeben. Warum sollten &bdquo;normale&ldquo; Eltern aber die Hartz-IV-Karten f&uuml;r ihre Kinder auf eigene Kosten aufladen, wenn sie ihrem Filius das Geld auch direkt geben k&ouml;nnen? Ohne eine sehr kostspielige Subventionierung der Karte f&uuml;r &bdquo;Normalverdiener&ldquo; wird sie bei einem Gro&szlig;teil der Familien wohl eher im gelben Sack landen.<br>\nEgal ob es um LKW-Maut oder Sozialleistungen f&uuml;r Kinder geht &ndash; Deutschland liebt es hyperkomplex und &uuml;berambitionert. Warum sollte man ein verwaltungsintensives Kartensystem einf&uuml;hren, wenn man den Menschen das Geld auch direkt zur Verf&uuml;gung stellen kann?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/3857\/armut-die-freiheit-nehm-ich-mir%20\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine Goldcard f&uuml;r Hartz-IV<\/strong><br>\nGerne w&uuml;rde man etwa mehr &uuml;ber das angedachte Spektrum der Sachleistungen erfahren, als das &uuml;bliche diffuse Geschwafel von Nachhilfe- bzw. Musikunterricht, Schwimmbad- und Zoobesuchen erahnen l&auml;sst. Welche Branchen profitieren &ndash;und wenn ja, wieviel? &ndash; von der geplanten Reform? Etablierte Musikschulen und Nachhilfe-Instititute werden ihre Leistungen problemlos abrechnen k&ouml;nnen. Aber wie kommen gew&ouml;hnliche Musiker oder Studenten, die Nachhilfeunterricht erteilen, an ihr Geld? Wie sieht der Cash-Flow aus? Wer &uuml;bernimmt das &bdquo;Clearing&ldquo;, welche (technische. logistische) Infrastruktur setzt ein Abrechnungssystem a la &raquo;Familycard&laquo; voraus?<br>\nMehrere Hunderttausend oder Millionen solcher Hartz-IV-Cards werden ab 2011 in Umlauf sein und einen enormen organisatorischen Aufwand verursachen. Wird dieser Service kostenlos mitgeliefert? Reicht es aus, ein Stuttgarter Modell &bdquo;FamilyCard&ldquo; zu bejubeln, ohne zu hinterfragen, wer und was eigentlich hinter dem Projekt steckt?<br>\nEinzig Financial Times Deutschland (Bertelsmann!) wurde versehentlich konkreter und brachte in ihrer Dienstagsausgabe den Namen Sodexo ins Spiel. Kein Stuttgarter, sondern ein b&ouml;rsennotiertes franz&ouml;sisches Catering-Unternehmen, das mit 380.000 Mitarbeitern in 80 L&auml;ndern rund 14,7 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet.<br>\nUnternehmen jeder Gr&ouml;&szlig;e sowie dem &ouml;ffentlichen Sektor werden &bdquo;Motivationskonzepte und -l&ouml;sungen auf Basis verschiedener Medien (u. a. als Gutscheine, Karten oder auf elektronischer Basis)&ldquo; angeboten. Weltweit nutzen 25,6 Mio. Verwender Sodexo L&ouml;sungen in 31 L&auml;ndern. Den Sodexo-Verwendern stehen &uuml;ber 1 Mio. Einl&ouml;sestellen zur Verf&uuml;gung.<br>\nNebenbei ist zu erfahren: &raquo;Hauptgesch&auml;ftsfeld in Deutschland ist der Restaurant-Pass, der von 9.000 Unternehmen an rund 250.000 Mitarbeiter als bargeldloser Essenszuschuss ausgegeben wird. Der Restaurant-Pass (bzw. Restaurantscheck, Restaurantgutschein oder Essensmarke) ist ein erprobtes System der Essensbezuschussung, mit dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer Steuervorteile erzielen k&ouml;nnen. Zu den Kunden, die dieses System nutzen, z&auml;hlen u. a. Konzerne wie die Allianz, Daimler, Deutsche Bank und mehr als 10.000 Firmen aus dem Mittelstand.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-stimmen.de\/?p=6967\">gegen-stimmen.de<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<p>Dazu passt:<\/p>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Psycholeid: Kosten f&uuml;r Depressions-Therapie explodieren<\/strong><br>\n&Auml;rzte verschreiben immer mehr Medikamente gegen psychische Krankheiten: Berufst&auml;tige erhalten doppelt so viele Medikamente wie noch vor zehn Jahren, die Kosten steigen drastisch. Am st&auml;rksten betroffen sind Frauen, Kinder und Bayern.<br>\nBesonders oft sind den Angaben zufolge Probleme wie Depression, Angst oder Hyperaktivit&auml;t bei Kindern aus Familien mit geringerem Einkommen und wenig Bildung aufgetreten. In dieser Gruppe habe der Anteil der psychisch auff&auml;lligen Kinder bei 31,2 Prozent gelegen und sei damit fast doppelt so hoch gewesen wie bei Kindern aus Familien mit einem hohen sozialen Status (16,6 Prozent). &ldquo;Die Ursachen f&uuml;r die psychischen Auff&auml;lligkeiten sind vielf&auml;ltig&rdquo;, sagte Schulte-Markwort. Eine wichtige Rolle spielten Eltern, die ihre Kinder allzu stark unter Leistungsdruck setzten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/medizin\/0,1518,711458,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> In den letzten zehn Jahren haben die Probleme rapide zugenommen: woran kann das nur liegen bei der brillanten und menschenfreundlichen Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Sozialpolitik der Regierungen Schroeder und Merkel?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung MB:<\/strong> Und die journalistischen Schreibtischt&auml;ter (bitte um Entschuldigung, aber h&ouml;flicher geht es nicht), denen wir diese Entwicklung zu verdanken haben, sa&szlig;en und sitzen auch beim <a href=\"\/wp-print.php?p=6371\">Spiegel<\/a>!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Unter jungen Menschen w&auml;chst die Angst<\/strong><br>\nUnter den jungen Menschen in Deutschland w&auml;chst einer Studie zufolge die Angst um ihre finanzielle Zukunft. Drei von vier Heranwachsenden (72 Prozent) zwischen 14 und 25 Jahren machten sich derzeit Sorgen um ihre k&uuml;nftige finanzielle Lage, teilte die Deutsche Bank mit.<br>\nIm Jahr 2009 seien es 61 Prozent gewesen. Dabei sei die Besorgnis unter jungen Frauen (79 Prozent) deutlich st&auml;rker ausgepr&auml;gt als unter M&auml;nnern (66 Prozent).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article8944767\/Unter-jungen-Menschen-waechst-die-Angst.html%20\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Deutsche Bank sorgt sich aber nicht um die zunehmende Angst, sondern darum, dass junge Leute weniger in Aktien und Fonds anlegen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Sanktionen f&uuml;r Zahlungsverweigerer: R&ouml;sler legt Reformentwurf f&uuml;r Kassen vor<\/strong><br>\nMilliardenk&uuml;rzungen bei &Auml;rzten, Kliniken und Pharmafirmen, h&ouml;here Beitr&auml;ge und &Auml;nderungen beim Zusatzbeitrag. Das alles umfasst der Entwurf f&uuml;r die Finanzreform der Kassen, den der Gesundheitsminister nun den Koalitionsfraktionen geschickt hat. Wer den Zusatzbeitrag verweigert, dem drohen Sanktionen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~EE09169EC73FA45C49F4944425B38B33E~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Neben noch weniger Netto von weniger Brutto und unsolidarischen Zwangsbeitr&auml;gen erwartet uns ggf. auch noch als Beitragss&auml;umer beim eigenen Arbeitgeber denunziert zu werden, wo man sich bestimmt schon &uuml;ber unb&uuml;rokratische Zusatzarbeit freut. Hauptsache Wettbewerb.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Milliard&auml;rsspenden&hellip;so besch&auml;mt es weniger<\/strong><br>\nSteuern, keine Ablasszahlungen &ndash; Garantien, keine Willk&uuml;rleistungen &ndash; Rechtsanspr&uuml;che, keine Ermessenszuwendungen! Und sich darauf hinauszureden, dass Deutschlands Reiche ja bereits Stiftungen unterhielten, um ihren Wohlstand zu teilen, kann man sich getrost sparen. Stiftungen, in die Gelder flie&szlig;en, die etwaigen Steueranspr&uuml;chen entzogen werden sollen, in denen potenzielle Steuergelder stiften gehen: sie untergraben das Allgemeinwohl, sind kein Aush&auml;ngeschild f&uuml;r Verantwortungsbewu&szlig;tsein. Es gibt nur einen Weg: H&ouml;here Steuern! Denn so besch&auml;mt es weniger!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/08\/so-beschamt-es-weniger.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Rente mit 67, wer bietet mehr?<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die gr&ouml;&szlig;te Leistung der gro&szlig;en Koalition<\/strong><br>\nNat&uuml;rlich ist der Einwand richtig, dass die heutige Arbeitswelt f&uuml;r &Auml;ltere nur bedingt geeignet ist: zu viel Jugendwahn, zu viel Stress an den Schreibtischen, zu hohe k&ouml;rperliche Belastungen in den Fabrikhallen. Die Aufgabe der n&auml;chsten zwei Jahrzehnte wird es sein, daran etwas zu &auml;ndern. Die Firmen m&uuml;ssen sich darauf einstellen, dass ihre Belegschaften altern. Diese Ein- und Umstellung hat aber in den gr&ouml;&szlig;eren Unternehmen inzwischen l&auml;ngst&nbsp;begonnen.<br>\nFalsch w&auml;re es, den Einstieg in die Rente mit 67 zu verschieben, weil die Arbeitslosigkeit der &Auml;lteren relativ hoch ist. Es w&auml;re ein Signal an die Unternehmen, dass sie sich vielleicht doch nicht an die Alterung der Gesellschaft anpassen m&uuml;ssen. Die entgegengesetzte Ansage ist n&ouml;tig: Die Zeit der Fr&uuml;hverrentungen ist unwiderruflich vorbei; jetzt geht es darum, dass die heute Vierzigj&auml;hrigen noch arbeitsf&auml;hig sind, wenn sie &uuml;ber sechzig sind. Die Arbeitswelt kann sich daran anpassen &ndash; wenn die Politik sie l&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/rente-mit-die-groesste-leistung-der-grossen-koalition-1.987212%20\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wieder ein Beispiel f&uuml;r die typische eindimensionale Betrachtungsweise.<br>\nZur Kritik siehe: <a href=\"\/?p=6447\">Der kollektive Aufstand der Medien gegen die Diskussion um eine Aussetzung der Rente mit 67<\/a> . Besonders absurd an diesem Artikel ist, dass er die Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters als Planungsleistung der Politik betrachtet, Ma&szlig;nahmen die n&ouml;tig w&auml;ren, um die daf&uuml;r n&ouml;tigen und geeigneten Arbeitspl&auml;tze zu schaffen, aber dem guten Willen der Unternehmen &uuml;berl&auml;sst. Warum argumentiert man nicht umgekehrt, wenn die Unternehmen ihre Arbeitskr&auml;fte bis 67 besch&auml;ftigen, dann bekommen diejenigen, die das wollen oder k&ouml;nnen einen Rentenzuschlag, statt wie jetzt das Risiko des Rentenabzugs nur auf die Besch&auml;ftigten zu verlagern.<br>\nVereinzelt gibt es zum Gl&uuml;ck auch noch andere Stimmen, siehe z.B. <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/meinung\/article1596691\/Demografie-als-Dogma.html\">Demografie als Dogma<\/a>. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Die klassische Lohnarbeit hat ausgedient&rdquo;<\/strong><br>\nIst Deutschland &uuml;berhaupt bereit f&uuml;r eine neue Arbeitswelt, wenn derzeit die meisten fr&uuml;her in Rente gehen, als es das bisher geltende Renteneintrittsalter von 65 Jahren vorsieht? Um das richtige Alter wird heftig gestritten: Parteien, Wirtschaftsforschung, Gewerkschaften und Sozialverb&auml;nde sind sich uneins, ob es bei 65 Jahren bleiben &ndash; oder auf 67, gar 70 Jahre angehoben soll. tagesschau.de hat bei Zukunftsforscher Matthias Horx nachgefragt, was sich &auml;ndern m&uuml;sste, damit mehr Menschen l&auml;nger arbeiten k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/interviewhorx100.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.G.:<\/strong> Matthias Horx l&auml;sst sich ein wenig &uuml;ber seine Zukunftsforschungen aus, nicht ohne einige salbungsvolle Worte zur privaten Altersvorsorge zu verlieren und dazu, wo die Reise hingeht: die staatliche Rente soll nur noch eine Grundrente werden, den Rest spart man sich bitte selbst an. Der 50j&auml;hrige Dachdecker, der dann andere Dachdecker ausbildet oder eine andere berufliche Laufbahn einschl&auml;gt ist besonders knuffig. &Uuml;ber 50j&auml;hrige sollen sich derzeit ja vor lauter tollen Jobangeboten kaum retten k&ouml;nnen.<br>\nMatthias Horx ist im <a href=\"http:\/\/www.thinktankdirectory.org\/directory\/berlinpolis.shtml\">Beirat von berlinpolis<\/a>, jenes ThinkTank, der sich mit zumindest unanst&auml;ndigen Methoden im <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2009\/05\/berlinpolis-streitet-ab-aber-nicht-den-kern-pr-affaere-deutsche-bahn\/\">Tarifstreit bei der Bahn<\/a> eingemischt hat.<br>\nErg&auml;nzende Anmerkung MB: Matthias Horx ist Leiter des &bdquo;Zukunftsinstituts&ldquo;, welches auch Referenten f&uuml;r Vortr&auml;ge vermittelt; darunter ist auch Berlinpolis-Frontmann <a href=\"http:\/\/www.zukunftsinstitut.de\/referenten\/referenten_detail.php?nr=13\">Daniel Dettling<\/a>, u.A. zum Thema Demographie.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<p>Dazu passt:<\/p>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Besch&auml;ftigungsquote &Auml;lterer<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Regierung redet Besch&auml;ftigungsquote &Auml;lterer sch&ouml;n<\/strong><br>\nLaut Angaben von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen arbeiten 40&nbsp;Prozent der 60- bis 64-J&auml;hrigen. Das wird als hoch angesehen und dient somit als Argument f&uuml;r die Rente mit 67. Das Gesetz dazu muss n&auml;mlich entsprechend einer enthaltenen Klausel in diesem Herbst &uuml;berpr&uuml;ft werden. Von der Leyen liegt mit ihren Zahlen allerdings daneben. Denn eigentlich sind nur rund zehn Prozent der &auml;lteren Arbeitnehmer entsprechend besch&auml;ftigt.<br>\n&ldquo;Die Bundesregierung wirft Nebelkerzen in die Debatte um die Rente mit 67. Wer mit allgemeinen Erwerbsquoten argumentiert, verschleiert, dass in diesen Quoten auch Selbstst&auml;ndige und Freiberufler enthalten sind. Wenn Rechtsanw&auml;lte l&auml;nger als bis 65 arbeiten, mag das angehen, bei der Rentengrenze geht es aber um sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte. Hier bleiben die Besch&auml;ftigungsquoten &Auml;lterer miserabel. Ihr Anteil liegt bei den 64-J&auml;hrigen gerade mal bei 10 Prozent&rdquo;, erkl&auml;rte Hans-J&uuml;rgen Urban, gesch&auml;ftsf&uuml;hrendes Vorstandsmitglied der IG Metall.&nbsp;Von diesen Besch&auml;ftigten sei ein hoher Anteil in Teilzeit besch&auml;ftigt oder in passiver Altersteilzeit.<br>\nIn vielen Bereichen der Metall- und Elektroindustrie ist die Besch&auml;ftigung &Auml;lterer problematisch. Wegen verminderter Erwerbsf&auml;higkeit sind beispielsweise aus der Berufsgruppe Schlosser und Mechaniker knapp 24&nbsp;Prozent mit einem durchschnittlichen Zugangsalter von 51,4&nbsp;Jahren vorzeitig in Rente (Deutsche Rentenversicherung, 2008).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.igmetall.de\/cps\/rde\/xchg\/internet\/style.xsl\/view_5261.htm\">IG Metall<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;40 Prozent&ldquo;: Eine Tabelle zur Besch&auml;ftigung im Alter von 60 bis unter 65 Jahren<\/strong><br>\nSicher, Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen (CDU), ist nicht daf&uuml;r verantwortlich, wenn sie von Journalisten (und Journalistinnen?) falsch verstanden und\/oder zitiert wird. Auch wenn der Umgang der Bundesministerin mit der amtlichen Statistik nicht immer als gl&uuml;cklich bezeichnet werden kann.<br>\nMan erinnert sich z.B. an die Geburtenstatistik.<br>\nAber wenn Welt-Online am 11. August schreibt: &bdquo;Die Ministerin gab allerdings zu, dass heute &ndash; trotz Verbesserungen &ndash; nur 40 Prozent der 60- bis 64-J&auml;hrigen sozialversicherungspflichtig<br>\nbesch&auml;ftigt sind.&ldquo;, oder der Weser-Kurier am selben Tag: &bdquo;Nach ihren Angaben ist &hellip; der Anteil der 60 bis 64 Jahre alten Arbeitnehmer &hellip; auf 40 Prozent gestiegen.&ldquo;, dann haben die Journalisten die Ministerin offensichtlich falsch verstanden oder abgeschrieben. Und sie haben nicht nachgefragt.<br>\nDie Bundesministerin hatte vom Anteil der Erwerbst&auml;tigen im Alter von 60 bis unter 65 Jahren an der Bev&ouml;lkerung im entsprechenden Alter gesprochen &hellip; auch wenn die &bdquo;40 Prozent&ldquo; im Zusammenhang mit dem Thema &bdquo;Rente mit 67&ldquo; nur sch&ouml;n klingt, aber wenig Relevanz besitzt. Sie sprach weder von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (Weser-Kurier) noch von sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten (Welt-Online) und schon gar nicht von den sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten, die sich nicht in der Freistellungsphase der Altersteilzeit (Blockmodell) befinden.<br>\nDie Bundesministerin sprach, soweit uns bekannt, von den Erwerbst&auml;tigen. Und dazu geh&ouml;ren alle Erwerbspersonen, die im Berichtszeitraum mindestens eine Stunde gegen Entgelt (bzw. Mehraufwandsentsch&auml;digung bei den &bdquo;Ein-Euro-Jobs&ldquo;) abh&auml;ngig oder selbst&auml;ndig erwerbst&auml;tig sind. Dies waren im vierten Quartal 2009 laut Eurostat, dem statistischen Amt der Europ&auml;ischen Union, 1,760 Millionen Frauen und M&auml;nner im Alter von 60 bis unter 65 Jahren, darunter 1,427 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Bei einer Bev&ouml;lkerung von 4,312 Millionen im entsprechenden Alter ergibt bei 1,760 Millionen Erwerbst&auml;tigen die in den Medien weit verbreitete Quote von (&uuml;ber) 40 Prozent.\n<p><a href=\"\/upload\/bilder\/130810_beschaeftigung.png\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/130810_beschaeftigung.jpg\" alt=\"Besch&auml;ftigung bei 60 bis 65 J&auml;hrigen\"><\/a><\/p>\n<p><strong>Anmerkungen zur Tabelle:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>inclusive der sv Besch&auml;ftigten in der Freistellungsphase der Altersteilzeit. Die amtliche Statistik weist nicht aus, wie viele sv Besch&auml;ftigte sich in der Freistellungsphase befinden. Nach Sch&auml;tzung des BIAJ d&uuml;rften sich etwa 20 bis 25 Prozent der 1,055 Millionen sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten im Alter von 60 bis unter 65 Jahren (Ende 2009) in der Freistellungsphase der Altersteilzeit (Blockmodell) befinden. Am Rande: Es handelt sich dabei meist um Fachkr&auml;fte mit &uuml;berdurchschnittlichem Einkommen.<\/li>\n<li>Bev&ouml;lkerungsvorausberechnung (Variante 1 &ndash; W1 und W2) (kleinere Rundungsdifferenzen m&ouml;glich)<\/li>\n<li>Die in den Medien verbreiteten &ldquo;40 Prozent&rdquo; der Bundesarbeitsministerin, Ursula von der Leyen (CDU), beruhen auf Eurostat-Daten zu den Erwerbst&auml;tigen. Im vierten Quartal 2009 waren danach 1.760.200 Frauen und M&auml;nner im Alter von 60 bis unter 65 Jahren erwerbst&auml;tig, darunter 1.427.300 als Arbeitnehmer\/innen. (Differenz: Selbst&auml;ndige) Die Zahl der Arbeitnehmer\/innen umfasst neben den sv Besch&auml;ftigten auch die Beamt\/innen und insbesondere auch die ausschlie&szlig;lich geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten. Laut Statistik der BA waren Ende 2009 insgesamt 397.565 Frauen und M&auml;nner im Alter von 60 bis unter 65 Jahren ausschlie&szlig;lich geringf&uuml;gig besch&auml;ftigt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quellen: Statistisches Bundesamt; Statistik der BA; eigene Berechungen (BIAJ)<br>\nQuelle: Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ)\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Zahl junger Arbeitsloser markiert weltweiten Rekord<\/strong><br>\nDie Zahl junger Menschen ohne Arbeit bewegt sich auf den h&ouml;chsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg zu. Die weltweite Arbeitslosigkeit unter den 15- bis 24-J&auml;hrigen steuert in diesem Jahr auf den h&ouml;chsten Wert seit dem Zweiten Weltkrieg zu. Bis Ende des Jahres werden nach Angaben der Uno-Arbeitsorganisation ILO wegen der Wirtschaftskrise etwas mehr als 13 Prozent dieser Altersgruppe keinen Job haben. Das seien mehr als 81 Millionen junge Menschen.<br>\nDie jungen Arbeitslosen liefen Gefahr, sich unn&uuml;tz zu f&uuml;hlen, was zu mehr Kriminalit&auml;t, psychologischen Problemen, Gewalt, Konflikten und erh&ouml;htem Drogenkonsum f&uuml;hren k&ouml;nne, warnte die ILO.<br>\nDeutschland steht vergleichsweise gut da. Im Juni lag die Arbeitslosenquote der Jugendlichen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 8,8 Prozent. Das duale Ausbildungssystem bewahre hierzulande viele junge Menschen vor der Erwerbslosigkeit, hei&szlig;t es in der Studie. Allerdings breiten sich auch in dieser Altersgruppe geringf&uuml;gige und befristete Besch&auml;ftigungen aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/:uno-bericht-zahl-junger-arbeitsloser-markiert-weltweiten-rekord\/50155790.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nach einer  <a href=\"http:\/\/www.dgb-jugend.de\/themen\/meldungen\/jugendarbeitslosigkeit_wird_unterschaetzt\/data\/studie-jugendarbeitslosigkeit.pdf\">DGB-Studie &uuml;ber die Arbeitsmarktchancen [PDF &ndash; 197 KB]<\/a> junger Erwachsener befinden sich 25 Prozent der beruflich qualifizierten Berufseinsteiger in einer Art &Uuml;bergangsendlosschleife: Nach einer Weiterqualifizierung wechseln sie in befristete Jobs, Leiharbeit, Praktika, unfreiwillige Teilzeitarbeit oder Freiberuflichkeit, dann in die Arbeitslosigkeit, bevor alles wieder von vorn beginnt. Zur Planungsunsicherheit kommen mangelnde Entwicklungschancen und niedrige Einkommen: Die H&auml;lfte der jungen Arbeitnehmer bis 30 Jahren verdient bis zu 1500 Euro brutto &ndash; in Vollzeitbesch&auml;ftigung.<br>\nDas sollte man bedenken, wenn man davon spricht, dass Deutschland vergleichsweise gut da steht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Niedrigl&ouml;hne kosten 50 Milliarden<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Niedrigl&ouml;hne kosten 50 Milliarden<\/strong><br>\nSeit dem Start von Hartz IV haben die Steuerzahler weit &uuml;ber 50 Milliarden Euro ausgegeben, um Niedrigl&ouml;hne aufzustocken. Dies geht aus Zahlen des Bundesarbeitsministeriums hervor, die der Frankfurter Rundschau vorliegen. Die Ausgaben f&uuml;r die Aufstocker steigen kontinuierlich, von acht Milliarden Euro in 2005 auf elf Milliarden Euro in 2009. Das entspricht der Summe, die die Bundesregierung mit dem Paket zur Einhaltung der Schuldenbremse einsparen m&ouml;chte. Damit dient im Hartz-IV-System fast jeder dritte Euro dazu, niedrige L&ouml;hne aufzustocken, weil diese allein den Lebensunterhalt nicht sichern. 2005 hatte dieser Anteil noch bei einem F&uuml;nftel gelegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/niedrigloehne-kosten-50-milliarden\/-\/1472780\/4549410\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Kosten des Neoliberalismus<\/strong><br>\nSo gro&szlig; ist der Betrag, den die &ouml;ffentliche Hand seit 2005 f&uuml;r die Aufstockung von Niedrigl&ouml;hnen ausgegeben hat. Mit anderen Worten: F&uuml;r 50 Milliarden Euro, die die Unternehmen an L&ouml;hnen sparten, sind die &ouml;ffentlichen H&auml;nde &ndash; also wir Steuer- und Beitragszahler &ndash; aufgekommen, weil die Menschen von ihrem Einkommen sonst nicht h&auml;tten leben k&ouml;nnen. Dieses Ergebnis verantworten Politiker &ndash; von Union und FDP, von SPD und den Gr&uuml;nen &ndash;, die uns jahrelang erz&auml;hlten, der Sozialstaat sei zu teuer. Die Steuerzahler gelte es zu entlasten &ndash; so wurde noch jeder Einschnitt ins Sozialsystem begr&uuml;ndet. Wer es noch nicht wusste, mag jetzt nachlesen: Entlastet wurden die Unternehmen. Man muss keinen Firmeninhaber pers&ouml;nlich beschimpfen, weil er zum eigenen Nutzen tat, was ihm die Politik empfahl. Gerhard Schr&ouml;der verwies, nachdem er seine Agenda durchgesetzt hatte, immer wieder stolz darauf, dass er f&uuml;r die Entstehung eines Niedriglohnsektors gesorgt habe. Er war, wie der Neoliberalismus insgesamt, davon &uuml;berzeugt, dass Arbeitspl&auml;tze in Zeiten globaler Konkurrenz sich nur durch Lohnanpassung nach unten schaffen und erhalten lie&szlig;en. Er &uuml;berh&ouml;rte die Warnungen davor, andere Volkswirtschaften durch entsprechend g&uuml;nstige deutsche Exporte in die Krise zu konkurrieren. Und genauso wenig beachtete er diejenigen, die bereits ahnten, dass es der Staat sein w&uuml;rde, der f&uuml;r die sozialen Folgen des Lohndumpings einspringen muss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/die-kosten-des-neoliberalismus\/-\/1472602\/4551494\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>DGB: Hartz-IV: Mindestl&ouml;hne statt Milliarden-Lohnsubventionen<\/strong><br>\nSeit dem Start von Hartz-IV arbeiten immer mehr Menschen zu so geringen L&ouml;hnen, dass sie auf Zusch&uuml;sse aus Hartz-IV angewiesen sind. Bislang hat der Staat daf&uuml;r &uuml;ber 50 Milliarden Euro ausgegeben, indirekt subventioniert er damit die Arbeitgeber. Schwarz-Gelb muss endlich fl&auml;chendeckende Mindestl&ouml;hne einf&uuml;hren.<br>\n&Uuml;ber 3 Millionen Erwerbst&auml;tige arbeiten inzwischen f&uuml;r einen Stundenlohn unter 7 Euro. In keinem Land Europas hat sich der Niedriglohnsektor st&auml;rker ausgebreitet als in Deutschland. Vor der Einf&uuml;hrung von Hartz IV gab es lediglich unter 50 000 Vollzeitbesch&auml;ftigte, deren Einkommen aufgestockt werden mussten, heute sind es<br>\n355 000. W&auml;hrend die Zahl der Hartz IV Empf&auml;nger insgesamt leicht sinkt, steigt die Zahl der Aufstocker weiter an.<br>\nNiedrige Einkommen werden vor allem in Branchen verzeichnet, die Dienstleistungen erbringen und deswegen in der Regel nicht einem internationalen Wettbewerb unterliegen. Hier ist auch die Zahl der Aufstocker am gr&ouml;&szlig;ten. So sind im Gastgewerbe rund 8,0 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten auf erg&auml;nzende Hartz IV Leistungen angewiesen, in der Landwirtschaft 3,9 Prozent und in der Leiharbeit sogar 12 Prozent.<br>\nQuelle: DFG<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Fachkr&auml;ftemangel: Wie Deutschland qualifizierte Zuwanderer verprellt<\/strong><br>\nWirtschaftsminister Br&uuml;derle fordert Lockpr&auml;mien f&uuml;r Fachkr&auml;fte aus dem Ausland. Dabei sind sie schon l&auml;ngst da. Viele d&uuml;rfen aber nicht oder nur eingeschr&auml;nkt arbeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2010-08\/fachkraefte-migranten-arbeitsmarkt\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Zuwanderungsdebatte hat keinen anderen Sinn, als von der nach wie vor bestehenden Massenarbeitslosigkeit und von der Zunahme prek&auml;rer Besch&auml;ftigung abzulenken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Der Aufschwung geht an uns vorbei<\/strong><br>\nDie sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung ist in Bayern auf 4,542 Mio. (Mai 2010) gestiegen.<br>\nBlickt man hinter diese Zahl, erkennt man: Die h&ouml;chsten Zuw&auml;chse gibt es bei Leiharbeit (+39%), das verarbeitende Gewerbe stagniert. Bei den offenen Stellen liegen Leiharbeit, Handel und Gastgewerbe vorne, also jene Bereiche mit besonders vielen Niedrigl&ouml;hnen.<br>\nBisher geht der &bdquo;Aufschwung&ldquo; am Arbeitsmarkt vorbei. Vor allem Niedrigl&ouml;hner profitieren nicht. Im Gegenteil franst das Lohnspektrum immer st&auml;rker nach unten aus. 3,4 Mio. Besch&auml;ftigte arbeiten in Deutschland f&uuml;r einen Stundenlohn unter 7 &euro;, &uuml;ber 1,1 Mio. sogar f&uuml;r unter 5 &euro;.<br>\nDa ist es nicht verwunderlich, dass in einer &bdquo;Stern&ldquo;-Umfrage 82% der B&uuml;rger sagen, sie w&uuml;rden vom Aufschwung nichts merken. 21% sagen sogar, es gehe ihnen finanziell schlechter als vor einem Jahr.<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/100813_hinweise_aufschwunggehtanunsvorbei.pdf\">DGB Bayern [PDF &ndash; 229KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu allerdings die Jubelmeldung in <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/08\/12\/blitz-aufschwung-darum-brummt-die-wirtschaft\/bild-erklaert-das-konjunktur-wunder.html\">Bild: Darum brummt die Wirtschaft wieder<\/a>. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>R&uuml;ckgang der kommunalen Investitionen durch K&uuml;rzung der St&auml;dtebauf&ouml;rderung<\/strong><br>\nDie geplante K&uuml;rzung der Mittel zur St&auml;dtebauf&ouml;rderung erfolgt vor dem Hintergrund der aktuellen Konsolidierungsma&szlig;nahmen zum Bundeshaushalt. Dies erkl&auml;rt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17\/2664) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen (17\/2555) zur &rdquo;Zukunft der St&auml;dtebauf&ouml;rderung&ldquo;.<br>\nDiese Mittelk&uuml;rzungen w&uuml;rden, sofern sie nicht durch erh&ouml;hte Kofinanzierungen der L&auml;nder ausgeglichen w&uuml;rden, einen gewissen R&uuml;ckgang der kommunalen Investitionen nach sich ziehen, hei&szlig;t es weiter. Dies gelte f&uuml;r alle bestehenden Programme der St&auml;dtebauf&ouml;rderung. Die besonderen demografischen Herausforderungen w&uuml;rden bei den st&auml;dtebaulichen F&ouml;rderprogrammen auch k&uuml;nftig angemessen ber&uuml;cksichtigt.<br>\nDie Wirkungen der K&uuml;rzungen w&uuml;rden derzeit vom Bund mit den L&auml;ndern und den kommunalen Spitzenverb&auml;nden diskutiert, hei&szlig;t es in der Antwort. Durch die K&uuml;rzungen werde es bei einer &rdquo;unbekannten Anzahl&ldquo; bereits laufender Ma&szlig;nahmen zu einer zeitlichen Streckung oder Verschiebung kommen. Welche Ma&szlig;nahmen konkret betroffen seien, w&uuml;rden die L&auml;nder in eigener Zust&auml;ndigkeit entscheiden, schreibt die Regierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_08\/2010_269\/05.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Im Jahr 2010 wurden f&uuml;r die St&auml;dtebauf&ouml;rderung insgesamt 615 Mio. Euro zur Verf&uuml;gung gestellt, wobei diese schon einer K&uuml;rzung von 10 Prozent unterlagen.<br>\nIm Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2011 sind insgesamt 305 Mio. Euro Programmmittel f&uuml;r den Titel &bdquo;F&ouml;rderung des St&auml;dtebaus&ldquo; vorgesehen.<br>\nDie K&uuml;rzung der Mittel zur St&auml;dtebauf&ouml;rderung erfolgt vor dem Hintergrund der aktuellen &bdquo;Konsolidierungsma&szlig;nahmen&ldquo; zum Bundeshaushalt.<br>\nZu den Folgen der K&uuml;rzung der Mittel f&uuml;r den St&auml;dtebau siehe <a href=\"\/?p=6261\">NDS<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Umweltbundesamt: Bahn und Bund verschwenden Steuergeld <\/strong><br>\nBahn und Bund geben nach ZEIT-Informationen Milliarden f&uuml;r unn&ouml;tige Projekte aus. In einer Umweltbundesamt-Expertise wird gefordert, etwa auf Stuttgart 21 zu verzichten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/unternehmen\/2010-08\/bahn-verschwendung-stuttgart21?page=all&amp;print=true\">Zeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Das 2000-Mrd.-Euro-Problem der europ&auml;ischen Banken<\/strong><br>\nDer echte Stresstest kommt erst noch. So m&uuml;ssen Europas Geldh&auml;user nach einer Studie der britischen Gro&szlig;bank Barclays bis Ende 2012 Anleihen im Umfang von rund 1500 Mrd. Euro umschulden, also neu begeben. Hinzu kommen 500 Mrd. Euro, die sie sich bei den Notenbanken geliehen haben und ebenfalls bis Ende 2012 zur&uuml;ckzahlen m&uuml;ssen. 2000 Mrd. Euro &ndash; eine gewaltige Summe, selbst f&uuml;r den an Billionen gew&ouml;hnten Anleihemarkt.<br>\n&ldquo;Die Refinanzierung an den Kapitalm&auml;rkten ist f&uuml;r die meisten Banken in den kommenden Monaten eine gro&szlig;e Herausforderung&rdquo;, sagt J&ouml;rg Birkmeyer, Bankenanalyst der DZ Bank. Das Refinanzierungsrisiko steige, glauben auch die Experten der Landesbank Baden-W&uuml;rttemberg (LBBW).<br>\nDie Institute k&auml;mpfen nicht nur mit der schieren Umschuldungsmasse sowie deutlich h&ouml;heren Refinanzierungskosten als vor der Krise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/:die-neuen-crash-risiken-das-2000-mrd-euro-problem-der-europaeischen-banken\/50155711.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>AIG-Rettung: USA halten Deutsche f&uuml;r Finanztrittbrettfahrer<\/strong><br>\nL&auml;nder wie Deutschland und Frankreich haben von milliardenschweren Rettungsaktionen f&uuml;r amerikanische Finanzunternehmen wie AIG profitiert &ndash; ohne einen Teil des Risikos zu &uuml;bernehmen. Das kritisiert die Kommission, die die Verwendung des Gelds aus dem urspr&uuml;nglich 700 Mrd. Dollar schweren US-Rettungsfonds Tarp &uuml;berwacht. &ldquo;Frankreich und Deutschland geh&ouml;rten zu den gr&ouml;&szlig;ten Beg&uuml;nstigten der Hilfsaktion f&uuml;r AIG, dennoch liegt das gesamte Risiko von 70 Mrd. Dollar im Zusammenhang mit den Kapitalhilfen f&uuml;r AIG bei der US-Regierung&rdquo;, hei&szlig;t es im j&uuml;ngsten Bericht des Gremiums. Allein das Risiko dieser Transaktion sei gr&ouml;&szlig;er als das gesamte Rekapitalisierungsprogramm Frankreichs und fast halb so gro&szlig; wie das deutsche Programm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:aig-rettung-usa-halten-deutsche-fuer-finanztrittbrettfahrer\/50155772.html\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Nur welche Deutschen sind die Egoisten und Parasiten: &ldquo;die Deutschen&rdquo;, die Deutsche Bundesregierung, die Deutsche Bank?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Neues bayerisches Versammlungsrecht: Haft wegen Infostand<\/strong><br>\nDer Kreisverband Coburg hatte am 01.12.2009 seine monatliche Hartz-IV-Protestveranstaltung vor dem Geb&auml;ude der ARGE Coburg durchgef&uuml;hrt. Diese Infoveranstaltung bedurfte keiner Genehmigung, da nur drei Parteimitglieder an der Veranstaltung teilnahmen.<br>\nDas versch&auml;rfte bayerische Versammlungsgesetz sieht hier f&uuml;r genehmigungspflichtige Versammlungen eine Mindesteilnehmerzahl von vier Personen vor.<br>\nDie im Vorfeld &uuml;ber die Aktion informierte Polizei erwartete die drei Parteimitglieder bereits vor Ort und f&uuml;hrte Personenkontrollen durch. Ein weibliches Parteimitglied, dass lediglich den Transport der Personen und des mitgef&uuml;hrten Infomaterials &uuml;bernahm und sichtbar nicht an der Kundgebung teilnahm, wurde trotz mehrfacher Richtigstellung durch Ren&eacute; H&auml;hnlein als Kundgebungsteilnehmerin gez&auml;hlt, was dann sp&auml;ter zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen H&auml;hnlein und am 02.03.2010 zu einer Verurteilung durch das AG Coburg wegen Versto&szlig;es gegen &sect;20 Abs. 2 Nr. 6 BayVersG f&uuml;hrte.<br>\nDer daraufhin ergangene Strafbefehl &uuml;ber 20 Tagess&auml;tze zu je 15 Euro wurde von Ren&eacute; H&auml;hnlein bewusst nicht beglichen, womit die entsprechende Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen durch Haftbefehl vollzogen wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/100813_hinweise_haft_wegen_infostand.pdf\">DIE LINKE Coburg [PDF &ndash; 84KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie sagte doch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann zur Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs: &bdquo;Wir wollen in das neue Bayerische Versammlungsgesetz eine Befugnis aufnehmen, um Versammlungen zu beschr&auml;nken oder ganz zu verbieten, die an die nationalsozialistische Gewalt- und Willk&uuml;rherrschaft ankn&uuml;pfen und insbesondere die W&uuml;rde <a href=\"\/?p=3190\">der Opfer des Nationalsozialismus verletzen<\/a>.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Jos&eacute; Saramago: Demokratie und Gl&uuml;ck<\/strong><br>\nIch kann nicht umhin mich zu fragen, ob die Wirtschafts- und Finanzimperien unserer Tage nicht ebenfalls der unerbittlichen Logik der Interessen gehorchen; ob diese nicht kalt und vors&auml;tzlich an der fortschreitenden Eliminierung der demokratischen M&ouml;glichkeit arbeiten. Die Demokratie, zeitlich immer weiter von ihren urspr&uuml;nglichen Ausdrucksformen entfernt, bewegt sich rasch in Richtung zunehmender Schw&auml;che, mag sie auch einstweilen noch ihre &auml;u&szlig;eren Formen bewahren. In ihrem Wesen ist sie jedoch von Grund auf verf&auml;lscht&hellip;.<br>\nWir haben bereits gesehen, wie obsolet, aus der Mode und sogar l&auml;cherlich es geworden ist, sich auf die humanistischen Ziele einer wirtschaftlichen Demokratie und einer kulturellen Demokratie zu berufen. Ohne diese bleibt das, was wir politische Demokratie nennen, auf eine zerbrechliche &auml;u&szlig;ere Schale reduziert, die zwar gl&auml;nzen und mit Fahnen, Plakaten und Losungen bunt geschm&uuml;ckt sein mag, jedoch jedes staatsb&uuml;rgerlich nahrhaften Inhalts entbehrt&hellip;<br>\nFormeln wie &ldquo;sozialistische&rdquo; oder &ldquo;sozialdemokratische&rdquo; oder &ldquo;konservative&rdquo; oder &ldquo;liberale&rdquo; Regierung und deren Bezeichnung als Macht sind heutzutage nichts als billige Kosmetik, der Versuch, etwas zu benennen, was sich schlicht und einfach nicht dort befindet, wo man uns glauben machen will, dass es sich befinde. Die Macht befindet sich an einem anderen, unerreichbaren Ort, die wirkliche, die &ouml;konomische Macht, deren Umrisse wir undeutlich hinter dem abgekarteten Spiel und den Netzwerken der Institutionen wahrnehmen k&ouml;nnen: Die Macht entzieht sich uns jedoch immer, wenn wir uns ihr zu n&auml;hern suchen, und wird sofort zum Gegenangriff ausholen, sollten wir einmal auf die verr&uuml;ckte Idee kommen, ihr Herrschaftsgebiet einschr&auml;nken oder disziplinieren und der Richtschnur des allgemeinen Interesses unterordnen zu wollen.<br>\nAnders und pr&auml;gnanter ausgedr&uuml;ckt: Ich behaupte, dass die V&ouml;lker ihre Regierungen nicht gew&auml;hlt haben, damit sie sie auf den Markt &ldquo;f&uuml;hren&rdquo;, und dass es der Markt ist, der die Regierungen mit allen Mitteln konditioniert, damit sie ihm die V&ouml;lker &ldquo;zuf&uuml;hren&rdquo;. Und wenn ich so vom Markt spreche, dann deshalb, weil er in den modernen Zeiten das Instrument schlechthin der einzigen Macht ist, die diesen Namen wirklich verdient, n&auml;mlich der transnationalen und transkontinentalen &ouml;konomischen und finanziellen Macht, der Macht, die nicht demokratisch ist, weil das Volk sie nicht gew&auml;hlt hat, die nicht demokratisch ist, weil sie nicht vom Volk verwaltet wird, die schlie&szlig;lich und endlich nicht demokratisch ist, weil das Gl&uuml;ck des Volkes sie nicht interessiert.<br>\nSehen wir also den Tatsachen ins Gesicht. Das gesellschaftliche System, das wir bislang als demokratisch bezeichnet haben, ist mehr und mehr zu einer Plutokratie &ndash; Regierung der Reichen &ndash; geworden und hat aufgeh&ouml;rt, eine Demokratie &ndash; Regierung des Volkes &ndash; zu sein. Es ist unm&ouml;glich zu leugnen, dass die riesige Masse der Armen dieser Welt, die allgemein aufgerufen ist, zu w&auml;hlen, niemals aufgerufen ist, zu regieren&hellip;<br>\nEs ist unm&ouml;glich, nicht zu erkennen, dass die so genannte westliche Demokratie in einen r&uuml;ckschrittlichen Transformationsprozess eingetreten ist, den anzuhalten und umzukehren sie v&ouml;llig au&szlig;erstande ist und an dessen Ende ihre eigene Negation steht. Alles deutet darauf hin. Es wird nicht n&ouml;tig sein, dass jemand die schreckliche Verantwortung &uuml;bernimmt, die Demokratie zu liquidieren; sie selbst bringt sich jeden Tag ein wenig mehr um. Machen wir uns keine Illusionen&hellip;<br>\nOhne Demokratie wird es keine Menschenrechte geben, ohne Menschenrechte keine Demokratie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/.extratexte\/saramago\">Le Monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Stern TV: Unversch&auml;mt vorgef&uuml;hrt<\/strong><br>\nIn Stern TV ging es gestern Abend um Sch&uuml;lernachhilfe. Ein interessantes Thema. Allerdings begn&uuml;gte sich die Sendung mit einem &bdquo;Nachhilfe-Test&ldquo;, in dem die weitgehende Unf&auml;higkeit von per Annonce gefundenen Nachhilfelehrern f&uuml;r Mathe mit versteckter Kamera dokumentiert wurde. Der erste Nachhilfelehrer beteiligte sich engagiert an dem Computerspiel, das der Sch&uuml;ler gerade spielte (&bdquo;Hast du eine Blendgranate?&ldquo;). Die zweite Nachhilfelehrerin konnte zwar immerhin die Aufgabe l&ouml;sen, den L&ouml;sungsweg aber leider nicht erkl&auml;ren. Die dritte musste sich die Aufgaben stattdessen von der Sch&uuml;lerin erkl&auml;ren lassen. Schade, dass das Publikum solche Vorf&uuml;hrgeschichten nicht Leid bekommt und wom&ouml;glich sogar f&uuml;r investigativen Journalismus h&auml;lt. Der Reporter h&auml;lt es zweifellos daf&uuml;r. Wie Michael Moore setzt er den schlechten Nachhilfelehrern nach, die &bdquo;dazu nichts sagen wollen&ldquo;. Nein, nicht wie Michael Moore, sondern wie ein Reporter im deutschen Privatfernsehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/kultur\/fr-fernsehkritik\/unverschaemt-vorgefuehrt\/-\/1473344\/4551040\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<br>\n<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>TV-Tipp: Finanzkrise 2.0 &ndash; Das Zocken geht weiter &nbsp;<\/strong><br>\nFrank Bethmann und Martin Leutke bekamen f&uuml;r ihren Film &lsquo;Finanzkrise 2.0&rsquo; Einblick in die Arbeit der Rating-Agenturen, die viele als Mitschuldige der Finanzkrise ausgemacht haben. In Z&uuml;rich sprachen die beiden Autoren mit f&uuml;hrenden Bankern bei einem Schweizer Bankengipfel. Aussteiger aus der Finanzwelt erz&auml;hlen, warum ihnen der Sinn bei der Arbeit abhanden gekommen ist, und wie es um die Moral beim Gesch&auml;ft mit dem gro&szlig;en Geld steht. Und schlie&szlig;lich berichten Insider, dass die alten Finanzprodukte, sogenannte Schrottpapiere, die die Krise mit ausgel&ouml;st haben, l&auml;ngst in neuer Verpackung wieder verkauft werden. &lsquo;Finanzkrise 2.0&rsquo; kommt zu dem Schluss, dass die weltumspannende Finanzindustrie l&auml;ngst wieder auf Hochtouren arbeitet &ndash; allerdings genauso wie zuvor. Dann aber w&auml;re nach dem Risiko immer vor dem Risiko. Und der n&auml;chste Crash w&auml;re nur noch eine Frage der Zeit. &nbsp;&nbsp;<br>\n3sat, Freitag, 13.08., Magazin, 21:30 &ndash; 22:00&nbsp;Uhr<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tvinfo.de\/exe.php3?target=popup&amp;sidnr=114383327%20\">TVinfo<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Die griechische Wirtschaft schrumpft schneller als erwartet <\/strong><br>\nDie Krise in dem hoch verschuldeten Land hat sich im zweiten Quartal deutlich versch&auml;rft: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte von April bis Juni um 1,5 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr, teilte das Statistikamt in Athen mit.<br>\n&ldquo;Der R&uuml;ckgang der Investitionen und der deutliche Abbau der &ouml;ffentlichen Ausgaben haben zu dem Minus beigetragen&rdquo;, teilte das Amt mit.<br>\nGleichzeitig steigt die Arbeitslosigkeit in Rekordgeschwindigkeit: 602.185 Griechen waren im Mai offiziell arbeitslos &ndash; 43 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit wurde der h&ouml;chste Stand seit Beginn der monatlichen Statistik 2004 erreicht. Die Arbeitslosenquote sprang von 8,5 auf 12 Prozent nach oben. Vor allem die 15- bis 24-J&auml;hrigen sind betroffen: In dieser Altersgruppe lag die Arbeitslosenquote den angaben zufolge im Mai bei 32,5 Prozent.<br>\nBelastet wird die griechische Wirtschaft durch ein drakonisches Sparprogramm der Regierung.<br>\n&ldquo;Der private Konsum wird k&uuml;nftig noch st&auml;rker unter dem Sparpaket leiden&rdquo;, sagte Citigroup-Analystin Giada Giani. Sie geht davon aus, dass die Wirtschaft 2010 insgesamt um rund 3,5 Prozent schrumpfen wird. Die EU und der IWF sch&auml;tzen den R&uuml;ckgang des griechischen BIP f&uuml;r das ganze Jahr sogar auf vier Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,711533,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Etwas anderes als eine Deflation aufgrund des von IWF und EU erzwungenen Austerit&auml;tsprogramms widerspr&auml;che auch aller &ouml;konomischen Vernunft. Wie soll also jetzt Griechenland seine Leistungsbilanzdefizite ausgleichen und seine Schulden abbauen?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Unerwartet! Da bleibt einem ob der Ahnungslosigkeit unserer Wirtschaftsjournalisten das Lachen im Halse stecken. Anscheinend hat der Journalist der Welt tats&auml;chlich geglaubt, dass die Haushaltssanierung wachstumsf&ouml;rdernd sei, denn er schreibt: &ldquo;Griechenland k&auml;mpft trotz Erfolgen bei der Haushaltssanierung mit einem sich versch&auml;rfenden wirtschaftlichen Einbruch.&rdquo; Was kann man bei einem solchen Austerit&auml;tskurs erwarten? Nat&uuml;rlich mussten die Investitionen zur&uuml;ckgehen, insbesondere durch die K&uuml;rzung der &ouml;ffentlichen Ausgaben. Die K&uuml;rzung der Geh&auml;lter im &ouml;ffentlichen Dienst, die mehrfache Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer haben Auswirkungen auf den privaten Konsum. Was nimmt das Wunder, dass die Arbeitslosenquote auf zw&ouml;lf Prozent gesprungen ist. Man kann nur hoffen, dass dieser Einbruch zumindest f&uuml;r den IWF und die EZB nicht unerwartet kommt und diese wissen, dass die Verschuldungsquoten durch den R&uuml;ckgang des BIP gleich bleiben und nicht ein weiteres Sparprogramm diktieren. Ansonsten hei&szlig;t die Diagnose: Operation gelungen, Patient tot.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Pinkwart: &ldquo;Die Leute k&ouml;nnen rechnen&rdquo; <\/strong><br>\nDer gerade abgetretene FDP-Wissenschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Andreas Pinkwart, &uuml;ber einen Linksruck in der Bildungspolitik und die Frage, warum liberale Bildungspolitik dennoch eine Zukunft hat.<br>\nPinkwart: Bildungspolitik muss immer wieder deutlich machen, dass gute Bildung ein Wert an sich ist, f&uuml;r den sich neben dem staatlichen Engagement auch eigene Anstrengungen lohnen. Etwa durch ma&szlig;volle Studienbeitr&auml;ge der Studierenden oder das Engagement der Wirtschaft f&uuml;r ein Stipendiensystem. Wenn Bund und L&auml;nder das gro&szlig;e Ziel erreichen wollen, zehn Prozent der Wirtschaftsleistung f&uuml;r Bildung und Forschung auszugeben, dann geht das neben zus&auml;tzlichen staatlichen Anstrengungen nur &uuml;ber die Mobilisierung privater Mittel. In Deutschland gibt es eine enorme Spendenbereitschaft, aber bisher kaum im Bereich der Wissenschaft &ndash; ein ungl&uuml;cklicher Zustand im Land der Dichter und Denker. Die Zivilgesellschaft muss sich auch als Wissenschaftsgesellschaft begreifen&hellip;<br>\nIn den vergangenen Jahren dagegen, seit Einf&uuml;hrung der Studienbeitr&auml;ge, ist der Anteil der Arbeiterkinder unter den Erstsemestern gestiegen, auch hatten wir Rekorde bei den Studienanf&auml;ngern und Absolventen &ndash; trotz Studienbeitr&auml;gen. Oder, wie ich sage: wegen der Studienbeitr&auml;ge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.academics.de\/wissenschaft\/_die_leute_koennen_rechnen_39271.html\">academicus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Im <a href=\"http:\/\/www.bildungsverband.info\/bildungsbericht_2010.pdf\">Bildungsbericht 2010 [PDF &ndash; 4.7MB]<\/a> S. 121  hei&szlig;t es: Der Zuwachs in der Studienanf&auml;ngerzahl ist auf mehrere Faktoren zur&uuml;ckzuf&uuml;hren:<br>\nDemografisch bedingt ist die Zahl der 18- bis unter 21-J&auml;hrigen in den letzten Jahren noch einmal angestiegen (seit 2000 um 4%). Durch steigende Bildungsbeteiligung hat ein h&ouml;herer Bev&ouml;lkerungsanteil eine Studienberechtigung erworben; von 2000 bis 2008 stieg die Studienberechtigtenquote um 8 Prozentpunkte.<br>\nSelbst bei einer stabil bleibenden &Uuml;bergangsquote steigt dadurch die Studienanf&auml;ngerzahl,<br>\nwobei auch die um mehrere Jahre verz&ouml;gerte Studienaufnahme aus relativ stark besetzten fr&uuml;heren Jahrg&auml;ngen eine Rolle spielt.<br>\nMit dem Wachstum der Anf&auml;ngerquote folgt Deutschland einem internationalen Trend, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau. Einen Einfluss auf die H&ouml;he der Studienanf&auml;ngerquote hat auch das Berechnungsverfahren, das die zum Studium nach Deutschland kommenden ausl&auml;ndischen Studienanf&auml;ngerinnen und -anf&auml;nger, die nach bisheriger Migrationspolitik nicht dauerhaft dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verf&uuml;gung stehen werden, mit einbezieht.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"\/upload\/bilder\/130810_bildungsbericht_2010.png\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/130810_bildungsbericht_2010.jpg\" alt=\"Bildungsbericht\"><\/a><\/p>\n<p><em>Studienanf&auml;ngerinnen und Studienanf&auml;nger in Deutschland repr&auml;sentieren keineswegs einen Bev&ouml;lkerungsquerschnitt. Die unterschiedliche Wahrscheinlichkeit, je nach den im Elternhaus vorhandenen Bildungsabschl&uuml;ssen ein Hochschulstudium aufzunehmen, ist in der sozialen Zusammensetzung der Studienanf&auml;ngerinnen und -anf&auml;nger bemerkbar. Das wird besonders deutlich, wenn man sozialgruppenspezifische Beteiligungsquoten f&uuml;r die Studienaufnahme errechnet. Kinder aus Familien, in denen ein Elternteil verbeamtet, selbstst&auml;ndig oder angestellt ist und selbst schon &uuml;ber einen Hochschulabschluss verf&uuml;gt, beteiligen sich weit h&auml;ufiger an Hochschulbildung als andere Gruppen. Die soziale Zusammensetzung der Studienanf&auml;ngerinnen und -anf&auml;nger unterscheidet sich daher deutlich von der in der<br>\nBev&ouml;lkerung von 19 bis unter 25 Jahren. (S. 124)<\/em><\/p>\n<p><em>Fazit: Wer so faktenresistent ist wie Pinkwart, ist zu Recht vom W&auml;hler abgestraft worden. Die Leute, die Studiengeb&uuml;hren ablehnen, k&ouml;nnen offenbar besser rechnen als der ehemalige Innovationsminister.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Gutscheine f&uuml;r Hartz IV-Empf&auml;nger; Psycholeid; unter jungen Menschen w&auml;chst die Angst; Sanktionen f&uuml;r Zahlungsverweigerer; Milliard&auml;rsspenden; Rente mit 67 und mehr; Besch&auml;ftigungsquote &Auml;lterer; immer mehr junge Arbeitslose; Niedrigl&ouml;hne kosten 50 Milliarden; qualifizierte Zuwanderer; der Aufschwung geht an uns vorbei; St&auml;dtebaumittel rasiert; Bahn verschwendet Steuergeld; USA halten Deutsche f&uuml;r Finanztrittbrettfahrer; Demokratie<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6459\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6459","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6459"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6459\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6467,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6459\/revisions\/6467"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}