{"id":648,"date":"2005-06-06T08:43:29","date_gmt":"2005-06-06T06:43:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=648"},"modified":"2006-05-05T08:58:10","modified_gmt":"2006-05-05T06:58:10","slug":"hinweis-auf-drei-%e2%80%9estandpunkte%e2%80%9c-in-der-fr-detlef-hensche-jorg-schonbohm-und-tobias-durr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=648","title":{"rendered":"Hinweis auf drei \u201eStandpunkte\u201c in der FR: Detlef Hensche, J\u00f6rg Sch\u00f6nbohm und Tobias D\u00fcrr"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstag, den 4. Juni erschienen auf einer Doppelseite der Frankfurter Rundschau drei Beitr&auml;ge sehr unterschiedlicher Autoren, teils interessant, teils eine Zumutung. Hier die Kurzfassungen, kurze Kommentare zu Sch&ouml;nbohm und D&uuml;rr und die Links f&uuml;r Interessierte.<br>\n<!--more--><\/p><p><strong>DETLEF HENSCHE<br>\nDie Zeit ist reif f&uuml;r eine neue linke Partei<\/strong><\/p><p>PDS und WASG sind jede f&uuml;r sich zu schwach, beide m&uuml;ssen sich aus ihrer jeweiligen Enge befreien<\/p><p>Mit dem m&ouml;glichen Regierungswechsel zur CDU und FDP verbinden sich keine Hoffnungen auf eine politische Wende. In wesentlichen Fragen sehen sich die B&uuml;rger von einer Allparteienkoalition regiert und zeigen ihre Ablehnung dadurch an, dass sie nicht mehr w&auml;hlen gehen. In dieser Situation sagen Demoskopen einem neuen Linksb&uuml;ndnis gute Wahlchancen voraus. Die erste Voraussetzung ist: Die beiden beteiligten Parteien PDS und WASG m&uuml;ssen zusammenfinden.<\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-aktuell.de\/ressorts\/nachrichten_und_politik\/standpunkte\/?cnt=684843&amp;\">FR<\/a><\/p><p><strong>J&Ouml;RG SCH&Ouml;NBOHM<br>\nAm Ende eines Irrwegs<\/strong><\/p><p>Eine Abrechnung mit Gerhard Schr&ouml;der und der Generation der 68er<\/p><p>Zerr&uuml;ttete Staatsfinanzen, wirtschaftliche Depression, Massenarbeitslosigkeit sind Bilanz der rot gr&uuml;nen Politik ideologischer Verblendung und einer ma&szlig;losen Hybris. Die notwendige Entziehungskur wird schmerzhaft. Doch sie ist zu schaffen.<\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-aktuell.de\/ressorts\/nachrichten_und_politik\/standpunkte\/?cnt=684844&amp;\">FR<\/a><\/p><p>Kurzkommentar:<br>\n<em>Einmal ganz davon abgesehen, dass weder Schr&ouml;der, noch Clement, noch M&uuml;ntefering 68er gewesen sindund sehen wir auch dar&uuml;ber hinweg, dass Schr&ouml;der genau den &bdquo;Irrweg&ldquo; verfolgt, den die Union fortsetzen und sogar noch beschleunigen will: Ich bin kein 68er gewesen, weil ich etwas &auml;lter bin und meine Reformarbeit und die meiner Freunde schon etwas fr&uuml;her begann. Ich halte es dennoch f&uuml;r unertr&auml;glich, welche Geschichtsklitterung Sch&ouml;nbohm betreibt: &bdquo;Der 68er Gesellschaftsentwurf hat eine ganze Generation geistig entwurzelt, indem er Orientierung durch Beliebigkeit ersetzte.&ldquo; &ndash; Das ist unglaublich. Die meisten 68er, die ich kenne, haben mehr Orientierung als Herr Sch&ouml;nbohm und seine geld- oder nationalorientierten Gesinnungsfreunde. Sch&ouml;nbohm will offenbar die kulturelle Gegenrevolution zur&uuml;ck in den Mief der schwarzen Republik der Adenauer-&Auml;ra.<\/em><\/p><p><strong>TOBIAS D&Uuml;RR<br>\nSich mit dem Wandel verb&uuml;nden<\/strong><\/p><p>Gerhard Schr&ouml;der h&auml;tte als Volkskanzler in Distanz zu seiner zagenden Partei noch eine Wahlchance<\/p><p>Derzeit wettet niemand einen Cent auf Kanzler Gerhard Schr&ouml;der. Dabei h&auml;tte er die Chance wiedergew&auml;hlt zu werden, wenn er sich auf ein ganz und gar personalisiertes Duell mit Angela Merkel einlie&szlig;e.<\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-aktuell.de\/ressorts\/nachrichten_und_politik\/standpunkte\/?cnt=684848&amp;\">FR<\/a><\/p><p>Kurzkommentar:<br>\n<em>Dieser Beitrag ist nicht wegen seines Inhalts interessant sondern wegen der Funktion des Autors und der Absurdit&auml;t und Abstrusit&auml;t des Artikels. Der Autor Dr. Tobias D&uuml;rr (Jahrgang 1965) ist Politikwissenschaftler, Publizist und Chefredakteur der &ndash; wie es in der FR hei&szlig;t &ndash; als Intellektuellenblatt geltenden Zeitschrift &ldquo;Berliner Republik&ldquo;. Dieses Blatt dient den sogenannten Netzwerkern als publizistisches Sammelbecken; es wird indirekt von der SPD finanziert, was auch hei&szlig;t, dass die Parteif&uuml;hrung damit eine einseitige Gruppenbildung innerhalb der SPD finanziert. Wenn die &bdquo;Berliner Republik&ldquo; ein Intellektuellenblatt ist, dann sagt das sehr viel &uuml;ber den Zustand der Intellektuellen in Deutschland.<br>\nDer Text enth&auml;lt keinen Beleg f&uuml;r die Notwendigkeit des immer wieder geforderten und gefeierten Wandels; er enth&auml;lt keinen Hinweis darauf, was sich &auml;ndern soll und wie.<\/em><\/p><p>Hier ein paar Kostproben:<\/p><p>&bdquo;Doch erfolglos ist Schr&ouml;ders Regierung bislang eben auch deshalb geblieben, weil gro&szlig;e Teile der SPD den Erneuerungskurs ihres Kanzlers stets nur mit schlechtem Gewissen und hinhaltendem Widerstand begleiteten.&ldquo; &ndash;<br>\n<strong>AM:<\/strong> Das schlechte Gewissen der SPD soll also daran schuld sein, dass Schr&ouml;der mit seiner Agenda-Politik erfolglos blieb, dass Hartz gescheitert, dass die Unternehmenssteuersenkungen keine Investitionen brachten, dass die Gesundheitsreform keine Beitragssenkung sondern nur zus&auml;tzliche Belastungen der Patienten brachte?<\/p><p>&bdquo;Untergr&uuml;ndige politische Druckverh&auml;ltnisse zu ersp&uuml;ren und in Dynamik umzuwandeln, um sich dann an die Spitze der neuen Bewegung zu setzen: darin bestand schon immer die politische Begabung Gerhard Schr&ouml;ders &ndash; ein Talent, das er mit Angela Merkel gemein hat. Der ewige &ldquo;Au&szlig;enseiter&rdquo; Schr&ouml;der und die &ldquo;fremde&rdquo; Ostdeutsche Merkel: Beide beziehen ihre St&auml;rke daraus, dass sie aus ihrer Halbdistanz das Ganze des Geschehens besser erfassen als die vielen nur vermeintlich so abgekochten Insider des politischen Betriebs. Wo andere bis zum Schluss auf die Geltung &uuml;berkommener Spielregeln pochen, fangen Schr&ouml;der und Merkel, wenn n&ouml;tig, ganz neue Spiele nach ihren eigenen Regeln an.&ldquo; &ndash;<br>\n<strong>AM:<\/strong> Donnerwetter! Da wird einem irrationalen &Uuml;bermenschenkult &agrave; la Nietzsche das Wort geredet. Das ist schlicht antidemokratisch. Bewegung ist alles.<\/p><p>&bdquo;Wagte Schr&ouml;der den dramatischen Tigersprung ins Ungewisse des totalen Personalplebiszits, st&uuml;nde Deutschland ein mitrei&szlig;endes Duell zweier Politiker bevor, die ihren Parteien dann auf je eigene Art gef&auml;hrlich weit voraus w&auml;ren, gerade weil sie beide die wirkliche Virulenz des &ldquo;Gezeitenwechsels&rdquo; (Warnfried Dettling) erfasst h&auml;tten.&ldquo;<br>\n<strong>AM:<\/strong> Mit &auml;hnlichen Irrationalismen &uuml;ber den neuen &bdquo;Zeitgeist&ldquo; hat das national-konservative B&uuml;rgertum damals auch die Macht&uuml;bernahme Hitlers sch&ouml;n geredet.<\/p><p>&bdquo;Das w&auml;re ein beispielloser Zweikampf auf gleicher Augenh&ouml;he &ndash; aber Schr&ouml;der h&auml;tte dabei die besseren Karten, ganz einfach weil er mehr politisches Gewicht auf die Waage bringt.&ldquo;<br>\n<strong>AM:<\/strong> Ein solches Geschreibe mutet uns der Autor &uuml;ber drei Spalten zu, um dann in der vierten Spalte zum Schluss zu kommen, dass es in Deutschland (aus Sicht D&uuml;rrs wohl leider) eine Verfassungsvorgabe zum Wahlrecht gibt:<br>\n&bdquo;Wird es so kommen? Eher nicht. In Deutschland werden Parteienlisten gew&auml;hlt, nicht Kanzlerkandidaten. Wer Schr&ouml;der will, muss SPD w&auml;hlen, pr&auml;sentierte sich der Kanzler noch so runderneuert im ver&auml;nderten Takt der Menschen im Land.&ldquo;<br>\n<strong>AM:<\/strong> Wenn man solche F&uuml;hrer- oder Machtkultphantasien lesen muss, k&ouml;nnte man schon fast dazu kommen J&ouml;rg Sch&ouml;nbohm Recht zu geben, der von &bdquo;Blindheit&ldquo;, &bdquo;Selbst&uuml;bersch&auml;tzung&ldquo; oder &bdquo;Beliebigkeit&ldquo; redet. Das tr&auml;fe dann aber keinen 68er, sondern einen der 1965 erst geboren wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag, den 4. Juni erschienen auf einer Doppelseite der Frankfurter Rundschau drei Beitr&auml;ge sehr unterschiedlicher Autoren, teils interessant, teils eine Zumutung. 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