{"id":6480,"date":"2010-08-16T08:40:14","date_gmt":"2010-08-16T06:40:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6480"},"modified":"2010-08-16T08:40:14","modified_gmt":"2010-08-16T06:40:14","slug":"hinweise-des-tages-1203","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6480","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Boom oder nicht; d&uuml;sterer Sommer in USA; Juncker wirft Deutschland &ldquo;Sozialdumping&rdquo; vor; arbeitslos und krank; der n&auml;chste Rentenschock; Hartz-IV-Chipcard; Atomlobby spielt mit der Politik; t&auml;glich Schwabenstreiche; gestutzte Bankenkontrolle; Karlsruhe als Schutzpatron der Manager; Katastrophenkonzerne; Netzwerke; Justiz im &bdquo;Sachsen-Sumpf&ldquo;; gemeinn&uuml;tzige Bertelsmann Stiftung; Brodeln in der Gesellschaft; Freiheit-Gleichheit-Elite; arme Doktoranden; Krieg gegen den Terror schafft Terror; US-Einmischung in Lateinamerika; Du musst den G&uuml;rtel enger schnallen. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Boom oder nicht, das ist die Frage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Amerika erlebt einen d&uuml;steren Sommer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Juncker wirft Deutschland &ldquo;Sozialdumping&rdquo; vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Arbeitslos und krank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Den Deutschen droht der n&auml;chste Rentenschock<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Die Wirklichkeit der Zusatzbeitr&auml;ge zur Krankenversicherung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Hartz-IV-Chipcard<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Atomlobby spielt mit der Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">T&auml;glich Schwabenstreiche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Rudolf Hickel: Gestutzte Bankenkontrolle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Genosse der Bosse: Manager haben neuen Schutzpatron in Karlsruhe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Katastrophenkonzerne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Netzwerke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Justiz im &bdquo;Sachsen-Sumpf&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Das Medienverhalten junger Erwachsener gibt R&auml;tsel auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Zur Gemeinn&uuml;tzigkeit der Bertelsmann Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Oskar Negt: &bdquo;In dieser Gesellschaft brodelt es&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Ulrich Herrmann: Freiheit &ndash; Gleichheit &ndash; &hellip; Elite?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Doktoranden vor der Pleite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Irlands fatale Gier nach Boden, Backsteinen und M&ouml;rtel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Krieg gegen den Terror schafft Terror<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Washington setzt Einmischung in Lateinamerika fort<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Zum Ende: Du musst den G&uuml;rtel enger schnallen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6480&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Boom oder nicht, das ist die Frage<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Chinesische Verh&auml;ltnisse in Deutschland<\/strong><br>\nAuch sollte man die vorl&auml;ufigen &ndash; und mangels Details wenig aussagekr&auml;ftigen &ndash; Zahlen zum zweiten Quartal einmal im Kontext betrachten.<br>\nDenn trotz des sprunghaften Anstiegs der Wirtschaftsleistung liegt diese immer noch um 3,8 Prozent unterhalb jenes realen exponentiellen Trends, der zwischen der Wiedervereinigung und dem Ausbruch der Finanzkrise 2007 vorgeherrscht hat. Dass der BIP-Deflator nur mit einer annualisierten Rate von 0,3 Prozent (0,7 Prozent zum Vorjahr) steigt, hat schon seinen Grund.<br>\nVielleicht sollten die Volkswirte noch mal einen Blick auf die detaillierten BIP-Zahlen werfen, wenn diese am 24. August ver&ouml;ffentlich werden. Im ersten Quartal lag die um den Verbraucherpreisindex bereinigte Nettolohn- und Gehaltssumme um 5,5 Prozent unter dem Niveau von Anfang 1991. Zum Gl&uuml;ck kann man in Sachen Reall&ouml;hnen noch nicht ganz von chinesischen Verh&auml;ltnissen sprechen.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/thumb1.ftdcdn.de\/original\/Image\/2010\/08\/15\/ipAbw_Kap.gif\" alt=\"Grafik, Quelle: FTD - Ein Sommerm&auml;rchen\" title=\"Abweichung des deutschen BIPs vom Trend\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-chinesische-verhaeltnisse-in-deutschland\/50157001.html\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Kein Boom: Konsum lahmt weiter<\/strong><br>\nDie Wirtschaft in Deutschland boomt &ndash; doch der private Konsum tr&auml;gt nicht dazu bei. Im vergangenen Jahr war er durch die Abwrackpr&auml;mie aufgebl&auml;ht worden, die Deutschen hatten Autok&auml;ufe vorgezogen und geben nun weniger aus. Im Gesamtjahr 2010 d&uuml;rfte der Konsum daher schrumpfen, trotz Arbeitsmarktwunder. Damit stellt sich die Frage: Kommt der Aufschwung auch bei den Arbeitnehmern an? (&hellip;) Ob der aktuelle Aufschwung bei den deutschen Arbeitnehmern letztlich die Konsumlaune steigert, h&auml;ngt jedoch wesentlich von der Inflationsrate ab. Die Preissteigerungsrate d&uuml;rfte dieses Jahr etwa ein Prozent betragen und 2011 zwischen 1,3 und 1,7 Prozent liegen. Die Tarifl&ouml;hne steigen nach Prognosen 2010 und 2011 um jeweils etwa 1,5 Prozent. Die effektiv gezahlten L&ouml;hne hingegen legen schw&auml;cher zu. Das bedeutet: Real bleibt den Arbeitnehmern dieses Jahr unterm Strich wohl weniger in der Tasche als 2009. Und 2011 d&uuml;rfte das Plus abermals mager ausfallen.<br>\nWie es dann weitergeht, ist umstritten. W&auml;hrend die Commerzbank den Wirtschaftsaufschwung fortschreibt und hohe Lohnsteigerungen erwartet, ist Deutsche-Bank-&Ouml;konom Mayer skeptisch: &bdquo;Es wird schwierig bleiben&ldquo;, sagte er der Frankfurter Rundschau. &bdquo;Denn ab 2012 ist aufgrund der schw&auml;cheren Konjunktur und dem Zwang zur internationalen Wettbewerbsf&auml;higkeit wohl wieder Lohnm&auml;&szlig;igung angesagt.&ldquo; Einen Konsum-Boom wird es also kaum geben. Damit h&auml;ngt das deutsche Wachstum weiter am Export &minus; weil st&auml;rkere binnenwirtschaftliche Impulse ausbleiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/konsum-lahmt-weiter\/-\/1472780\/4555892\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Schon w&auml;hrend des letzten &ldquo;Booms&rdquo; (4. Quartal 2004 bis 3. Quartal 2007) stieg zwar das kumulierte reale (d.h. inflationsbereinigte) Bruttoinlandsprodukt, die realen Arbeitnehmereinkommen und die realen staatlichen Transferzahlungen waren jedoch r&uuml;ckl&auml;ufig, wie eine <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_27_2008.pdf\">Analyse des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) zeigt [PDF &ndash; 393 KB]<\/a>:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>reales Bruttoinlandsprodukt: + 7%<\/em><\/li>\n<li><em>reale Lohn- und Gehaltssumme: -1,5% (je Arbeitnehmer: sogar -3,5%) &ndash; reale Transferzahlungen: -5,5%.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Hinter den stark r&uuml;ckl&auml;ufigen realen Transferzahlungen verbergen sich die Nullrunden bei den nominalen Renten, stagnierende nominale Leistungen bei Kindergeld, BAf&ouml;G und anderen staatlichen Leistungen. Nur zu einem geringen Teil hat auch die niedrigere Arbeitslosenzahl dazu beigetragen.<br>\nVernachl&auml;ssigt man das auch von der Frankfurter Rundschau &uuml;bernommene Gerede vom aktuellen &ldquo;Boom&rdquo; und dem angeblichen &ldquo;Arbeitsmarktwunder&rdquo;, dann zeigt dieser Beitrag, dass auch in der aktuellen Erholungsphase der deutschen Wirtschaft der Druck auf die Arbeitnehmereinkommen mit hoher Wahrscheinlichkeit erhalten bleibt. Denn der von Deutschland ausgehende Druck auf die L&ouml;hne und Geh&auml;lter sowie die Sozialleistungen insbesondere in den &uuml;brigen Staaten der Eurozone wird von den hiesigen neoliberalen Kreisen h&ouml;chstwahrscheinlich als Drohkulisse gegen die Arbeitnehmer und Gewerkschaften instrumentalisiert werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gedopter Superstar<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaft gl&auml;nzt mit ihren Wachstumszahlen. F&uuml;r den Aufschwung gibt es drei ineinandergreifende Erkl&auml;rungen. (&hellip;) Dabei handelt es sich keineswegs um ein Wunder.<br>\nDie Kanzlerin hatte erstens das Gl&uuml;ck, den richtigen Koalitionspartner im Winter 2008\/09 zu haben, als sie gemeinsam mit Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck Konjunkturpolitik betrieb. Getreu den Lehren des gr&ouml;&szlig;ten &Ouml;konomen des 20. Jahrhunderts, John Maynard Keynes, wurde der Einbruch der Nachfrage mit h&ouml;heren Staatsausgaben auf Pump bek&auml;mpft. Stichworte sind die Abwrackpr&auml;mie, das extrem verl&auml;ngerte Kurzarbeitergeld sowie zus&auml;tzliche Investitionen in Infrastruktur. Das hat prima funktioniert und ist der Beweis daf&uuml;r, dass Nachfragepolitik durchaus wirken kann. Wenn &uuml;berhaupt, dann ist es ein Wunder, dass die Politik ausnahmsweise nicht auf ihre neoliberalen Berater geh&ouml;rt hat und Keynes den Vortritt gelassen hat.<br>\nZweitens hat das deutsche Konsensmodell, das oft kritisierte Gemauschel zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften und Regierung, in der Krise seine St&auml;rke unter Beweis gestellt. Es waren die Gewerkschaften, die erst die Arbeitgeber f&uuml;r l&auml;ngeres Kurzarbeitergeld und Abwrackpr&auml;mie begeisterten und dann gemeinsam die Regierung &uuml;berzeugten. Und es waren die Gewerkschaften, die es damit den Unternehmern erleichterten, Jobs zu sichern trotz des enormen Nachfrageeinbruchs.<br>\nDrittens und leider am wichtigsten f&uuml;r das starke zweite Quartal: Deutschland ist in der vergangenen Dekade zu einem sogenannten &bdquo;kleinen, ganz offenen Land&ldquo; verkommen. So bezeichnen Volkswirte L&auml;nder, die stark vom Welthandel abh&auml;ngen, f&uuml;r deren Wachstum der Gesundheitszustand der Weltwirtschaft entscheidend ist. Und die Weltwirtschaft war noch viel st&auml;rker durch Konjunkturpolitik &agrave; la Keynes gedopt als die deutsche Wirtschaft.<br>\nDamit ist das M&auml;rchen erz&auml;hlt. Die deutsche Wirtschaft wird so bald nicht mehr so kr&auml;ftig wachsen, weil weltweit die Konjunkturprogramme auslaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/gedopter-superstar\/-\/1472602\/4555604\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkungen unseres Lesers G.K.:<\/strong> Zu Robert von Heusingers Einsch&auml;tzungen einige Erg&auml;nzungen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Auch die SPD und vor allem Peer Steinbr&uuml;ck mussten im Herbst 2008 regelrecht zu einer keynesianisch ausgerichteten Konjunkturpolitik getragen werden. Richtig ist allerdings, dass unter einer schwarz-gelben Regierung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine ad&auml;quate Konjunkturpolitik zeitlich noch mehr verschleppt worden w&auml;re. Dar&uuml;ber hinaus w&auml;re das Volumen h&ouml;chstwahrscheinlich zu mickrig ausgefallen, um einen noch st&auml;rkeren Wachstumseinbruch zu verhindern. Vor allem das &ouml;ffentlichkeitswirksame Aufplustern des Bundeswirtschaftsministers Br&uuml;derle ist mehr als peinlich.<\/em><\/li>\n<li><em>Robert von Heusinger untersch&auml;tzt scheinbar die manipulativen und aufh&uuml;bschenden Effekte der immer weniger aussagef&auml;higen Arbeitslosenstatistik.<\/em><\/li>\n<li><em>Die von der Gro&szlig;en Koalition beschlossene Ausweitung der Kurzarbeiterregelung war eine sinnvolle Entscheidung, da hierdurch Qualifikationsverluste bei den Arbeitnehmern sowie eine zunehmende gesellschaftliche Spaltung verhindert werden. Neoliberale Arbeitsmarkt&ouml;konomen stehen dem jedoch sehr h&auml;ufig ablehnend gegen&uuml;ber, weil dies angeblich zu einer &ldquo;Konservierung des Arbeitsmarktes&rdquo; f&uuml;hre. W&auml;hrend die diversen Bundesregierungen in den vergangenen Jahren zum Vollstrecker neoliberaler Arbeitsmarktpolitik wurden (Stichwort: &ldquo;Agenda 2010&Prime;), schlug man bei der Kurzarbeiter-Regelung den Rat der neoliberalen Arbeitsmarkt&ouml;konomen aus. Der ma&szlig;gebliche Grund d&uuml;rfte der f&uuml;r die Politik angenehme statistische &ldquo;Neben&rdquo;-Effekt gesch&ouml;nter Arbeitslosendaten sein. (Zumal im Vorfeld der letzten Bundestagswahlen).<\/em><\/li>\n<li><em>Robert von Heusinger spricht sich gegen Steuererh&ouml;hungen aus. F&uuml;r niedrige und mittlere Einkommen ist dies stimmig. F&uuml;r hohe Einkommen und Verm&ouml;gen hingegen w&auml;re eine st&auml;rkere steuerliche Belastung sozial verantwortbar und &ouml;konomisch sinnvoll. Siehe hierzu die &ldquo;Hinweise des Tages vom 8. Juni 2010&rdquo;, Ziffer 1a (<a href=\"?p=5825#h01\">&ldquo;Rechnung ohne die Realit&auml;t gemacht&rdquo;<\/a>).<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Amerika erlebt einen d&uuml;steren Sommer<\/strong><br>\nDie Krise zeigt sich in den USA erneut mit aller Macht: Wer Geld &uuml;brig hat, der spart und l&auml;sst das Konsumieren sein. Ein Augenschein an der neuenglischen K&uuml;ste best&auml;tigt diese Einsch&auml;tzung. An den weiten Sandstr&auml;nden hat es zwar weiterhin Besucher. Aber in den L&auml;den der Badeorte bleibt die Ware liegen, obwohl viele Besitzer bereits Rabatte von 50 Prozent und mehr anbieten. Die Zahlen best&auml;tigen den subjektiven Eindruck. Seit dem Fr&uuml;hsommer sind die private Nachfrage und das Wirtschaftswachstum &uuml;berall in den USA erlahmt, w&auml;hrend die Arbeitslosigkeit im Juli erneut anstieg. Dabei f&uuml;hrt die offizielle Quote von 9,5 Prozent in die Irre, da sie Arbeitsf&auml;hige ausklammert, die bei der Jobsuche aufgegeben haben. Von der miserablen Wirtschaftslage besonders betroffen sind neben Schwarzen und Latinos jugendliche US-B&uuml;rger, von denen jeder vierte arbeitslos ist. Dies ist der schlechteste Wert seit 1949. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist inzwischen so hoch wie w&auml;hrend der Grossen Depression in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/amerika_erlebt_einen_duesteren_sommer_1.7212618.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Juncker wirft Deutschland &ldquo;Sozialdumping&rdquo; vor<\/strong><br>\nDer Luxemburger Premierminister hatte schon im Fr&uuml;hling Lohnerh&ouml;hungen in Deutschland gefordert. Am vorigen Dienstag, beim gro&szlig;en Pressebriefing vor der Sommerpause, platzte Jean-Claude Juncker der Kragen. &ldquo;Den Weg, wie Deutschland seine Wettbewerbsf&auml;higkeit verbessert hat, w&uuml;rde ich in unserem Land nicht gerne gehen&rdquo;, sagte Juncker unverbl&uuml;mt und warf der Bundesregierung ganz offen &ldquo;Lohn- und Sozialdumping&rdquo; vor.<br>\nExplizit verglich er die Lohnentwicklung der beiden L&auml;nder: W&auml;hrend die deutschen Arbeitnehmer seit Beginn der W&auml;hrungsunion 1999 bis heute mit einer schmalen Lohnsteigerung von zw&ouml;lf Prozent vorlieb nehmen mussten, konnten sich die Luxemburger &uuml;ber 41 Prozent mehr Geld freuen. Wenn man die Inflation mit einbezieht, so Juncker, &ldquo;hat sich das Realeinkommen der deutschen Arbeitnehmer verschlechtert&rdquo;. Schuld daran seien unter anderem die Hartz-Reformen, die &ldquo;ganze Teile der Bev&ouml;lkerung in den Niedriglohnsektor hinabgedr&uuml;ckt&rdquo; h&auml;tten. &ldquo;Millionen Menschen in Deutschland verdienen weniger als 700 Euro im Monat&rdquo;, regt sich Juncker auf.<br>\nEr wirft Deutschland vor, mit niedrigen L&ouml;hnen Profit auf Kosten anderer L&auml;nder zu machen und attackiert &ldquo;eine Fehlentwicklung der deutschen Gesamtwirtschaft und der Tariflandschaft&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wort.lu\/wort\/web\/letzebuerg\/artikel\/2010\/08\/107883\/juncker-wirft-deutschland-sozialdumping-vor.php\">Luxemburger Wort<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Die Kritik des Vorsitzenden der Eurogruppe und christdemokratischen luxemburgischen Premierministers Jean-Claude Juncker am deutschen Lohn- und Sozialdumping wurde von den deutschen Medien nahezu vollst&auml;ndig verschwiegen. Die konservative luxemburgische Zeitung &ldquo;Luxemburger Wort&rdquo; f&uuml;hrt am Ende ihres Beitrags &ldquo;Argumente&rdquo; ins Feld, welche die Kritik Junckers zumindest teilweise entkr&auml;ften sollen:<\/em><\/p>\n<ol type=\"A\">\n<li><em>Das &ldquo;Luxemburger Wort&rdquo; schreibt: &ldquo;Bei der Bundesregierung sieht man das naturgem&auml;&szlig; anders. &ldquo;Die Lohnfindung in Deutschland ist nicht Sache der Politik, sondern der Sozialpartner&rdquo;, sagt Heike Helfer, Sprecherin des Berliner Arbeitsministeriums.&rdquo;<br>\nEs wird sowohl von der Zeitung &ldquo;Luxemburger Wort&rdquo; als auch von der Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums verschwiegen, dass vor allem die &ldquo;Agenda 2010&rdquo; (insbesondere Hartz IV) sowie der von den deutschen Mainstream-Medien und von neoliberalen deutschen Wirtschafts-&ldquo;Experten&rdquo; seit vielen Jahren erzeugte massive Druck auf die deutschen Arbeitnehmer und Gewerkschaften das hiesige Lohn- und Sozialdumping erst m&ouml;glich gemacht haben: &ldquo;Lohnzur&uuml;ckhaltung&rdquo;, ansonsten Androhung von Arbeitsplatzabbau.<\/em><\/li>\n<li><em>Die konservative luxemburgische Zeitung schreibt unter Bezugnahme auf die Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums:<\/em><br>\n<blockquote><p>&ldquo;Au&szlig;erdem h&auml;tten die Reformen am deutschen Arbeitsmarkt zu mehr besch&auml;ftigungspolitischer Dynamik gef&uuml;hrt. &bdquo;Sie haben die Eintrittsschwellen in den Arbeitsmarkt gesenkt und mehr Menschen in Arbeit gebracht&rdquo;, ist man sich in Berlin sicher.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Diese Aussage verschweigt, dass die sog. &ldquo;besch&auml;ftigungspolitische Dynamik&rdquo; zu einer massiven Qualit&auml;tsverschlechterung der Arbeitspl&auml;tze gef&uuml;hrt hat: Umwandlung von ehemals zeitlich unbefristeten sowie hinreichend entlohnten Vollzeit-Arbeitspl&auml;tzen in zumeist prek&auml;re Mini- und Teilzeitjobs, befristete Arbeitsverh&auml;ltnisse und Leiharbeitspl&auml;tze. Diese massive Qualit&auml;tsverschlechterung der Arbeitspl&auml;tze hat ma&szlig;geblich dazu beigetragen, dass Deutschland europaweit mittlerweile den h&ouml;chsten prozentualen Anteil der im Niedriglohnsektor besch&auml;ftigten Arbeitnehmer aufweist. Au&szlig;erdem darf nicht &uuml;bersehen werden, dass das seit 2006 von den hiesigen Medien immer wieder hochgejubelte angebliche &ldquo;Jobwunder&rdquo; in nicht geringem Ma&szlig;e auf statistische Tricks und statistische &ldquo;Bereinigungen&rdquo; zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. Siehe hierzu die NachDenkSeiten-Beitr&auml;ge <a href=\"?p=6174\">&ldquo;Das angebliche Jobwunder&rdquo;<\/a> sowie <a href=\"?p=6354#h02\">&ldquo;Statistisches Bundesamt: Rund neun Millionen Menschen w&uuml;nschen sich (mehr) Arbeit&rdquo;<\/a>.<br>\nDie deutschen Lohnst&uuml;ckkosten sind lt. europ&auml;ischer Statistikbeh&ouml;rde Eurostat im Zeitraum 2000 bis 2009 um magere 7% angestiegen (Staaten der Eurozone ohne Deutschland: +29%). Selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der im internationalen Vergleich niedrigen Zielinflationsrate der EZB (1,9%) w&auml;re ein Anstieg der deutschen Lohnst&uuml;ckkosten um 19% nicht nur stabilit&auml;tskonform, sondern &ouml;konomisch sogar geboten gewesen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><em>Die luxemburgische Zeitung schreibt:<\/em><br>\n<blockquote><p>&ldquo;In der deutschen &Ouml;ffentlichkeit ist es unbestritten, dass der Konsum im Lande zu gering ist. Doch die Gleichung h&ouml;here L&ouml;hne &ndash; mehr Konsum muss nicht unbedingt aufgehen. Grund daf&uuml;r ist, dass die Deutschen einen vergleichsweise hohen Teil ihres Einkommens sparen.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Nicht &ldquo;die&rdquo; Deutschen sparen einen vergleichsweise hohen Teil ihres Einkommens, wie auch hierzulande von den politisch Verantwortlichen und den Mainstream-Medien immer wieder suggeriert wird. Dies zeigt die nachfolgende Grafik auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes zur H&ouml;he der Sparquoten in Abh&auml;ngigkeit von der H&ouml;he der Haushaltsnettoeinkommen:<\/em><\/p>\n<p><em>Die <a href=\"http:\/\/zelos.zeit.de\/bilder\/2005\/33\/wirtschaft\/sparquote_320.gif\">Sparquoten<\/a> betragen bei monatlichen Haushaltsnettoeinkommen<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>unter 900 &euro; -12,8%<\/em><\/li>\n<li><em>bis 1.300 &euro; -0,5%<\/em><\/li>\n<li><em>bis 1.500 &euro; +1,2%<\/em><\/li>\n<li><em>bis 2.000 &euro; +2,6%<\/em><\/li>\n<li><em>bis 2.600 &euro; +5,2%<\/em><\/li>\n<li><em>bis 3.600 &euro; +9,6%<\/em><\/li>\n<li><em>bis 5.000 &euro; +14,1%<\/em><\/li>\n<li><em>bis 18.600 &euro; +21,8%.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Die Sparquoten f&uuml;r Haushaltsnettoeinkommen oberhalb 18.500 &euro; werden vom Statistischen Bundesamt nicht berichtet. Diese d&uuml;rfte noch deutlich oberhalb der hier ausgewiesenen maximalen Sparquote (21,8% bei einem Haushaltsnettoeinkommen von 18.600 &euro;) liegen.<br>\nF&uuml;r die Haushalte mit monatlichen Nettoeinkommen unterhalb 1.300 &euro; weist das Statistische Bundesamt sogar negative Sparquoten auf, d.h. bei diesen Haushalten w&auml;chst Monat f&uuml;r Monat der Schuldenberg. Bei einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 2.000 &euro; betr&auml;gt die monatliche Ersparnis gerade einmal 26 &euro;. Die monatliche Ersparnis erh&ouml;ht bei einem Haushaltsnettoeinkommen von 2.600 &euro; auf 135 &euro;. Bei einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen in H&ouml;he von 18.600 &euro; steigt die monatliche Ersparnis auf betr&auml;chtliche 4.055 &euro;.<br>\nDie Ausbreitung des Niedriglohnsektors sowie die damit im Zusammenhang stehende Zunahme bei der Ungleichverteilung von Einkommen und Verm&ouml;gen f&uuml;hrt in der Konsequenz zu einem Ansteigen der durchschnittlichen Sparquote, wovon allerdings &ldquo;die&rdquo; Deutschen bei weitem nicht gleicherma&szlig;en profitieren. Neoliberale Interessenvertreter reklamieren den importd&auml;mpfenden Effekt der hohen deutschen Ersparnisse, obwohl hierf&uuml;r doch ma&szlig;geblich die aus der Ideologie resultierende zunehmende Einkommens- und Verm&ouml;genskonzentration verantwortlich ist. Vor diesem Hintergrund kann man die vom &ldquo;Luxemburger Wort&rdquo; wiedergegebene Aussage eines deutschen Politikers nur als zynisch betrachten:<\/em> <\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;So gab k&uuml;rzlich ein deutscher Minister zu bedenken, man k&ouml;nne schlie&szlig;lich die Menschen nicht per Gesetz zwingen, ihr Geld auszugeben.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><em>Das konservative &ldquo;Luxemburger Wort&rdquo; schreibt:<\/em><br>\n<blockquote><p>&ldquo;Davon abgesehen passt eine Tatsache nicht ins Bild des Nachbarlandes, das sich auf Kosten seiner Handelspartner bereichert: Im Gleichschritt mit den Exporten sind auch die Importe gestiegen. Deutschland f&uuml;hrt derzeit so viele G&uuml;ter ein wie noch nie seit Beginn der Au&szlig;enhandelsstatistik.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Diese Aussage verschleiert die Fakten: Entscheidend daf&uuml;r, ob die Exporte einen Beitrag zum BIP-Wachstum leisten, ist der Au&szlig;enhandelssaldo, also der Differenzbetrag aus Export und Import. Der Au&szlig;enhandel kann somit nur dann einen positiven Wachstumsbeitrag zum BIP leisten, wenn der absolute Differenzbetrag zwischen Exporten und Importen (der Au&szlig;enhandels&uuml;berschuss) den Vorjahreswert &uuml;bersteigt. Schon im ersten Quartal 2010 resultierte nahezu das gesamte deutsche BIP-Wachstum aus der Zunahme des Au&szlig;enhandels&uuml;berschusses gegen&uuml;ber dem Vorjahresquartal. Im Umkehrschluss hei&szlig;t dies jedoch, dass sich das Wachstum der Auslandsverschuldung gegen&uuml;ber Deutschland bei den unter Au&szlig;enhandelsdefiziten leidenden Staaten im Vergleich zum Vorjahr weiter beschleunigt hat.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<p><em><strong>Fazit:<\/strong> Es ist bezeichnend f&uuml;r die hiesigen Mainstream-Medien, dass sie die deutliche Kritik des Vorsitzenden der Eurogruppe und christdemokratischen luxemburgischen Premierministers Jean-Claude Juncker am lohn- und sozialdumpingbasierten deutschen &ldquo;Exportmodell&rdquo; nahezu vollst&auml;ndig verschwiegen haben. Und: Der Artikel des konservativen &ldquo;Luxemburger Worts&rdquo; &auml;hnelt hinsichtlich der Rechtfertigungsversuche der deutschen Exportmanie der Taktik des &uuml;berwiegenden Teils der deutschen Medien. Aufbauend auf diesen Rechtfertigungsversuchen sollen dann insbesondere in den &uuml;brigen Staaten der Eurozone &ldquo;Reformen&rdquo; nach deutschem Muster durchgedr&uuml;ckt werden (Arbeitsmarkt-&ldquo;Reformen&rdquo;, &ldquo;Lohnzur&uuml;ckhaltung&rdquo;, &ldquo;Rente mit 67&rdquo; etc.). Sobald die L&ouml;hne und Geh&auml;lter sowie die sozialen Leistungen in den &uuml;brigen Eurozonen-Staaten unter Druck geraten, werden die hiesigen neoliberalen &ldquo;Wirtschaftsexperten&rdquo;, Medien und Wirtschaftslobbyisten gegen&uuml;ber den deutschen Arbeitnehmern und Gewerkschaften neues Drohpotenzial aufbauen, frei nach dem Motto: &ldquo;Wenn wir uns von den `ma&szlig;vollen&acute; Lohnabschl&uuml;ssen der vergangenen Jahre verabschieden und den Sozialstaat nicht `reformieren&acute;, dann sind hierzulande die Arbeitspl&auml;tze in Gefahr&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Arbeitslos und krank<\/strong><br>\nF&uuml;r die Arbeitgeber war die Entwicklung erfreulich. Im Vergleich zu den 70er-Jahren fehlen die Besch&auml;ftigten deutlich seltener wegen Krankheit am Arbeitsplatz. Erschreckend ist dagegen der Gesundheitszustand der Arbeitslosen, wie eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt. Demnach sind Arbeitssuchende je nach Altersgruppe gut doppelt so h&auml;ufig krank wie Erwerbst&auml;tige.<br>\n&bdquo;Arbeitslos zu werden, ist f&uuml;r viele Menschen ein Schicksalsschlag. Und je l&auml;nger die Arbeitslosigkeit dauert und je geringer die Perspektiven auf einen Wiedereinstieg sind, desto belastender wird die Situation f&uuml;r die Betroffenen und ihre Familien&ldquo;, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Frankfurter Rundschau. Dies schl&auml;gt sich in einem hohen Krankenstand nieder. Bereits in der Gruppe der 15- bis 24-J&auml;hrigen ist der Krankenstand bei Besch&auml;ftigten deutlich niedriger (drei Prozent) als bei Arbeitssuchenden (4,4 Prozent). Diese Differenz wird mit zunehmendem Alter gr&ouml;&szlig;er. In der Gruppe der 55- bis 59-J&auml;hrigen sind Erwerbslose etwa d 2,2 Mal so h&auml;ufig krank wie Menschen mit Job. Ihre Krankenstandsquote bel&auml;uft sich auf 15,2 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/arbeitslos-und-krank\/-\/1472780\/4559316\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Den Deutschen droht der n&auml;chste Rentenschock<\/strong><br>\nDilemma f&uuml;r Sparer: Die Rente wirft immer weniger ab und jetzt wackelt auch noch der Garantiezins der Lebensversicherung.<br>\n1986 pflasterte Norbert Bl&uuml;m die Republik mit Plakaten: 60 Millionen Deutsche sollten wissen, dass die Rente sicher ist. Doch der Sozialminister lag daneben. Um ihren Wohlstand im Alter zu sichern, sahen sich viele Bundesb&uuml;rger deshalb gezwungen, zus&auml;tzlich vorzusorgen.<br>\nMillionfach legten sie sich seit den Neunzigerjahren eine Lebensversicherung zu, manche sogar zwei oder mehr Policen. Fast 25 Millionen neue Vertr&auml;ge wurden geschlossen.<br>\nDie Versicherungen konnten glaubhaft machen, dass diese Form der Altersvorsorge sicher sei. Heute schlummern in deutschen Schubladen und Aktenordnern fast 100 Millionen Lebenspolicen mit einer Versicherungssumme von sagenhaften 2,5 Billionen Euro. Nun folgt der n&auml;chste Rentenschock. Mit jedem neuen Kontoauszug, den die Assekuranzen verschicken, bekommen die Kunden schwarz auf wei&szlig;: Auch hier sind die einst in Aussicht gestellten Rentensummen alles andere als sicher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article9001360\/Den-Deutschen-droht-der-naechste-Rentenschock.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung E.H.:<\/strong> Eine zus&auml;tzliche private Altersversorgung lohnt sich doch nur, wenn es keine bessere Alternative gibt. W&auml;hlen wir einmal die naheliegendste Alternative: die Einzahlung der zus&auml;tzlichen Sparbetr&auml;ge in die &ndash; propagandistisch madig gemachte &ndash; gesetzliche Rentenversicherung. Daf&uuml;r w&auml;hlen wir einen alleinstehenden 30-J&auml;hrigen, der 35 Jahre lang einmal in eine Riester-Rente und als Alternative in die Deutsche Rentenversicherung monatlich 100 &euro; einzahlen w&uuml;rde. Wie sieht der Vergleich aus?<br>\nBei einem besseren deutschen Versicherungsunternehmen wird eine garantierte Riester-Rente von 201 &euro; f&auml;llig. Hiervon muss aber der Nachteil, bedingt durch die Riester-Rente, abgezogen werden, denn durch den sog. Riester-Faktor reduziert sich die gesetzliche Rente um 54 &euro;, wenn der 30-J&auml;hrige sein Bruttogehalt von 30.000 &euro; beibeh&auml;lt.<br>\nLetztendlich ergibt das Zur&uuml;cklegen von monatlich 100 &euro; einen effektiven Rentenmehrertrag (vor Steuern) von 147 &euro; im Alter von 65 Jahren. Wie hoch in 35 Jahren die Kaufkraft ist, sollte eigentlich allen Riester-Sparern bekannt sein, genauso das Kapitalanlagerisiko in den n&auml;chsten Jahrzehnten. F&uuml;r ein paar Brosamen wird es wohl reichen, denken viele. Von einer rentablen Geldanlage kann man aber nicht sprechen.<br>\nDer 30-J&auml;hrige erzielt sogar eine negative Rendite, wenn er einen dynamischen Job mit j&auml;hrlichen Gehaltssteigerungen von etwa 5% hat, denn dann ist die Rentenk&uuml;rzung bei der GRV aufgrund des Riester-Faktors gr&ouml;&szlig;er als die garantierte Riester-Rente bei konstant gehaltenen Riester-Beitr&auml;gen. Man sieht, dass der Riester-Faktor ganz sch&ouml;n untersch&auml;tzt wird. Wenn der Sparer nachrechnet, w&uuml;rde er deprimiert erkennen, dass die 100 &euro; jeden Monat aufgrund politischer Entscheidungen irgendwie verschwinden, nachdem zuvor ein Teil davon an die Vermittler und Aktion&auml;re verjuxt wurde. Basta. Der Riester-Sparer kann die gro&szlig;z&uuml;gige Spende wenigstens von der Steuer absetzen. Fr&uuml;her nannte man so etwas &ldquo;Grauer Kapitalmarkt&rdquo;, wo wertlose Schiffsbeteiligungen von der Steuer abgesetzt werden konnten.<br>\nDie Herren R&uuml;rup, Raffelh&uuml;schen und die anderen werbenden Mietprofessoren haben hier ganze Arbeit f&uuml;r ihre Auftraggeber, die Banken\/Versicherungslobby, geleistet. Den langfristigen Schaden tragen eindeutig die gutgl&auml;ubigen Arbeitnehmer, die nicht bei privaten Versicherern oder Banken angestellt sind.<br>\nGanz anders sieht die Rendite bei der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Als Alternative h&auml;tten die von uns (und nicht von der Versicherungslobby) gew&auml;hlten Parlamentarier die Zuf&uuml;hrung der sog. Riester-Rentenbeitr&auml;ge in die gesetzliche Rentenversicherung beschlie&szlig;en k&ouml;nnen. Nein, sie h&auml;tten sie beschlie&szlig;en m&uuml;ssen, denn der effektive Rentenmehrertrag (vor Steuern) betr&auml;gt 211 &euro;, wenn die Zulagen gleich behandelt werden. Hinzu kommen noch die gesetzlichen Rentenerh&ouml;hungen in den n&auml;chsten 35 Jahren.<br>\nEindeutiger Sieger ist die gesetzliche Rentenversicherung gegen&uuml;ber der kostentr&auml;chtigen Riester-Rente &ndash; und das trotz der unendlichen, bewusst gewollten&nbsp; K&uuml;rzungsorgien seit Bl&uuml;m, CDU. Besonderen Dank verdienen seine SPD-Nachfolger, allesamt mit bekannten Namen, die in diesen Tagen f&uuml;r die Rente ab 67 trommeln als mediale Klinkenputzer f&uuml;r die Versicherungsgesellschaften.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Wirklichkeit der Zusatzbeitr&auml;ge zur Krankenversicherung<\/strong><br>\nEine pers&ouml;nliche Erfahrung unseres jungen Lesers F.R.:\n<blockquote><p>Ich bin 23 Jahre und im dritten Lehrjahr als Industriemechaniker besch&auml;ftigt. Ich&nbsp;wohne leider noch bei meinen Eltern, da ich keinen Zuschuss bekomme (erst ab 25 Jahren!!!)<br>\nBei der DAK bin ich krankenversichert. Da ich ein geringes Einkommen von 335,- Euro Netto monatlich habe &hellip;&nbsp;und meine Eltern als Rentner an der Grenze zur Armut leben, wurde von mir nicht der monatliche Zusatzbeitrag von 8,00 Euro entrichtet. Ich bin in den Widerspruch gegangen. Heute kam die Antwort vom Widerspruchsausschuss:<\/p>\n<p><strong><em>&ldquo;Da der Zusatzbeitrag auf 8,00 Euro monatlich festgesetzt wurde, gilt er f&uuml;r alle Mitglieder unabh&auml;ngig von der H&ouml;he ihrer Einnahmen. Ausnahmen sind nicht m&ouml;glich; auch dann nicht, wenn&nbsp;die monatliche beitragspflichten Einnahmen wie bei Ihnen niedriger als 800,00 Euro sind.&rdquo;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Unter diesem Eindruck schreibe ich Ihnen diese Zeilen, denn&nbsp; der Entscheid ist unmenschlich. Andere Kassen verfahren bei so einem geringen Einkommen meines Wissens nach ganz anders.<\/p>\n<p>F&uuml;r mich ist der&nbsp;einseitig erhobene Zusatzbeitrag nicht mit unserem Grundgesetz vereinbar. Der Gedanke eines im&nbsp;&nbsp;Grundgesetz verankerten Sozialstaates wird durch einseitige Belastung des Versicherten und&nbsp;auch ohne Differenzierung nach Einkommen in Frage gestellt. Im &Uuml;brigen betrifft dies auch aus&nbsp; meiner&nbsp;&nbsp;Sicht den&nbsp;&nbsp;Beitrag in H&ouml;he von 0,9 %, den der Versicherte mehr als ein Arbeitgeber oder der Rentenversicherungstr&auml;ger zahlen muss.<\/p>\n<p>F&uuml;r mich ist unvorstellbar, dass&nbsp;der Vorsitzende der DAK mit vermutlich 18.000,- Euro Monatsgehalt ebenso nur 8,00 Euro Zusatzbeitrag wie ich mit 335,- Euro Lehrgeld&nbsp;zahlen muss.<\/p>\n<p>Die starken Schultern m&uuml;ssen in einer gerechten Gesellschaft mehr tragen wie die schwachen. Wieso wird dieses Prinzip&nbsp;durch die Bundesregierung aufgegeben? Die Vorgehensweise wurde vom Bundesversicherungsamt genehmigt?<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Hartz-IV-Chipcard<\/strong><br>\nSp&auml;testens seit sich ein Auslandskorrespondent der Frankfurter Rundschau vergeblich nach einer &bdquo;erfolgreich eingef&uuml;hrten&ldquo; Chipkarte f&uuml;r Sozialhilfeempf&auml;nger in Schweden umgesehen hat, rei&szlig;t die Kritik an der Hartz-IV-Chipcard von Sozialministerin von der Leyen nicht mehr ab. Nach der <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/wo-ist-von-der-leyens-coole-karte-\/-\/1472596\/4538156\/-\/index.html\">Schwedenl&uuml;ge<\/a> wurde kurzerhand Stuttgart als Geburtsst&auml;tte der &bdquo;Familienkarte&ldquo; ausgerufen. Doch wer wirklich hinter dem Stuttgarter Modell steht und mit den ohnehin d&uuml;rftigen Bildungschancen von 1,77 Mio. Kindern aus pr&auml;karisierten Familienverh&auml;ltnissen ab 2011 eintr&auml;gliche Gesch&auml;fte machen darf, verschweigt das Sozialministerium. Aus gutem Grund? Es ist der franz&ouml;sische Privatisierungsmulti SODEXO, der mit der Privatisierung von Haftanstalten und einem makabren Handel mit Gef&auml;ngnisinsassen nicht nur in USA Milliarden verdient.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-stimmen.de\/?p=7028\">gegen-stimmen.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Interessant ist auch der Hinweis von Joachim Weiss auf das gescheiterte Experiment in Berlin mit einer Sodexo Chipkarte f&uuml;r Asylbewerber schon vor 7 Jahren, als sich herausstellte, dass damit mehr Geld f&uuml;r die Provision an dieses Unternehmen bezahlt werden mussten, als wenn die <a href=\"https:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2003\/0212\/berlin\/0080\/index.html\">Hilfe an Asylbewerber bar ausgezahlt wurde<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Atomlobby spielt mit der Politik<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Angedrohte AKW-Abschaltung gef&auml;llt Greenpeace<\/strong><br>\nAtomkonzerne haben mit der Abschaltung von Kernkraftwerken gedroht. Laut Greenpeace h&auml;tte das aber gar keine Auswirkung auf die Stromversorgung.<br>\nDie Drohung der Atomkonzerne, bei Einf&uuml;hrung einer Brennelementesteuer Kernkraftwerke sofort stillzulegen, ist nach Greenpeace-Berechnungen eine leere. Auch ohne die sieben &auml;ltesten Meiler und den nicht produzierenden Pannen-Reaktor Kr&uuml;mmel werde es keinen Strommangel geben, erkl&auml;rte die Umweltorganisation am unter Berufung auf Berechnungen des Aachener Instituts EUtech.<br>\nDie Werke tr&uuml;gen nur noch zu 5,4 Prozent zur Versorgung bei. Die &uuml;brigen neun moderneren Atommeiler k&ouml;nnten bis zum Jahr 2015 abgeschaltet werden.<br>\nNach den Greenpeace-Zahlen exportiert Deutschland zudem knapp die H&auml;lfte der von den acht sofort abschaltbaren Atomkraftwerken produzierten Strommenge ins Ausland. Die Erneuerbaren Energien tr&uuml;gen bereits mehr als 16 Prozent zur Stromproduktion bei. Mit Blick auf die Abschaltungsdrohung der Konzerne sagte der Greenpeace-Atomexperte Tobias<br>\nM&uuml;nchmeyer: &bdquo;Das ist keine Drohung, sondern eine gute Nachricht.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article9016496\/Angedrohte-AKW-Abschaltung-gefaellt-Greenpeace.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><strong>Der direkte Draht ins Kanzleramt<\/strong><br>\nKaum angedacht, schon von der Energielobby abgeschossen: das Bundesfinanzministerium plante eine neue Steuer f&uuml;r in Kraftwerken verfeuerte Kohle. &ldquo;Nach Informationen des Handelsblattes aus Regierungskreisen hat die Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard M&uuml;ller, am Mittwoch nachmittag selbst zum Telefonh&ouml;rer gegriffen, um das Thema durch einen Anruf im Bundeskanzleramt aus der Welt zu schaffen. Dort sei rasch emntschieden [sic] worden, den Finanzminister zur&uuml;ckzupfeifen&rdquo;, berichtet das Handelsblatt. Einen pr&auml;gnanteres Beispiel f&uuml;r die Problematik von Seitenwechseln k&ouml;nnte die Politik kaum liefern. Denn Hildegard M&uuml;ller war bis 2008 selbst Staatsministerin im Kanzleramt und galt als enge Merkel-Vertraute. LobbyControl hat ihren nahtlosen Wechsel in einen Lobbyjob damals scharf kritisiert. Mit dem Einwerben ehemaliger Entscheidungstr&auml;ger kaufen sich finanzstarke Lobbygruppen ihre Netzwerke und ihr Insider-Wissen &ndash; zu ihrem direkten Vorteil, wie das aktuelle Beispiel zeigt. LobbyControl fordert deshalb eine dreij&auml;hrige Sperrfrist (Karenzzeit), bevor Politiker Lobby-T&auml;tigkeiten &uuml;bernehmen d&uuml;rfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/08\/der-direkte-draht-ins-kanzleramt\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>T&auml;glich Schwabenstreiche<\/strong><br>\nMit dem Abriss der beiden Seitenfl&uuml;gel des Stuttgarter Bahnhofs k&ouml;nnte begonnen werden, rechtlich steht dem nichts mehr im Wege. Doch grosse Teile der Bev&ouml;lkerung laufen Sturm, der B&uuml;rgermeister (CDU) beklagt Diffamierungen, die gr&uuml;ne Partei als Gegnerin des Projekts ist im Stimmungshoch. Worum geht es?<br>\nVieles ist triftig, was die Gegner von &laquo;Stuttgart 21&raquo; gegen das Projekt einwenden, zumal dessen verkehrstechnische Seite wirkt unausgegoren. Auch die Risiken f&uuml;r Stuttgarts Mineralwasserquellen, das zweitgr&ouml;sste Vorkommen in Europa, sind nicht von der Hand zu weisen. Die Mitsprache der B&uuml;rger wurde in einer Weise ausgehebelt, wie dies in der Schweiz unm&ouml;glich w&auml;re. Aber die stadtplanerische Idee, Stuttgart durch den Gewinn des Gleisfelds baulich nach innen zu verdichten, anstatt die Zersiedlung auf der gr&uuml;nen Wiese weiter zu f&ouml;rdern, bleibt bestechend. In der Hitze des Gefechts, zu welchem der harsche Streit um den Neubau geworden ist, k&ouml;nnte Folgendes passieren: Der Nord- und der S&uuml;dfl&uuml;gel des Bonatz-Baues werden abgerissen, weil die unter Druck stehende Deutsche Bahn glaubt, Fakten schaffen zu m&uuml;ssen &ndash; die Trassees und Tunnels aber, das Liniennetz, das den eigentlichen Sinn von &laquo;Stuttgart 21&raquo; ausmacht, wird nicht realisiert. Das w&auml;re dann kein Schwaben-, sondern ein Schildb&uuml;rgerstreich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/kunst_architektur\/taeglich_schwabenstreiche_1.7193892.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein den Gegnern des Projekts vielleicht zu ausgewogener Artikel, dennoch lesenswert.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p>\n<p><strong>In die falsche Richtung<\/strong><br>\nDer Staat gibt Milliarden f&uuml;r unsinnige Schienenprojekte aus, kritisiert das Umweltbundesamt. Vor allem die ICE-Trasse von Leipzig nach M&uuml;nchen sowie der Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofs h&auml;tten f&uuml;r den G&uuml;terverkehr keinen Nutzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/in-die-falsche-richtung\/1902432.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Rudolf Hickel: Gestutzte Bankenkontrolle<\/strong><br>\nDem Baseler Ausschuss f&uuml;r Bankenaufsicht wurde deshalb vom G20-Gipfel der Auftrag erteilt, Empfehlungen f&uuml;r einen ausreichenden Risikopuffer auszuarbeiten. Diesem Gremium der Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich geh&ouml;ren Vertreter aus 27 Staaten an. In dieser neuen, Ende 2009 gestarteten Runde unter dem Etikett &raquo;Basel III&laquo; geht es um Mindestanforderungen, die nach den unterschiedlichen Risiken von Bankgesch&auml;ften einzuhalten sind. Auch Regelungen zur Bonit&auml;tspr&uuml;fung von Kreditkunden sowie zur Fr&uuml;herkennung von Bankenmissmanagement geh&ouml;ren dazu.<br>\nDas erste Empfehlungspaket rief massive Proteste durch die gro&szlig;en Finanzh&auml;user unter aktiver Mitwirkung der Deutschen Bank hervor. Die Finanzmarktaufseher kuschten mal wieder vor der machtvollen Interessenpolitik, wobei Deutschland eine skandal&ouml;se F&uuml;hrungsrolle &uuml;bernahm. Die Vertreter der Bundesbank sowie der Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht lie&szlig;en sich mit ihrem Veto gegen die urspr&uuml;nglichen Empfehlungen vor den Karren von Ackermann und Co. spannen.<br>\nEiner Studie des Investmenthauses JP Morgan Chase zufolge konnte durch die hinterh&auml;ltige Lobbyarbeit die Belastung gegen&uuml;ber den urspr&uuml;nglichen Empfehlungen zur Eigenkapitalvorsorge von 263 Milliarden auf 93 Milliarden US-Dollar gesenkt werden. Wichtige Instrumente zur k&uuml;nftigen Verhinderung von Bankenkrisen sind nun verw&auml;ssert worden: Beim Kernkapital, mit dem laufende Verluste aus Risikogesch&auml;ften zu decken sind, wurden neben Stammaktien und einbehaltenen Gewinnen zus&auml;tzliche Posten aufgenommen (etwa Steuergutschriften, immaterielle Verm&ouml;genswerte, die st&auml;rkere Anrechnung des<br>\nEigenkapitals der Bankt&ouml;chter). Besonders &auml;rgerlich ist der Erfolg der Bankenlobby bei der Aufweichung der geplanten H&ouml;chstverschuldungsgrenze; die Schuldenfinanzierung hatte die j&uuml;ngste Finanzmarktkrise ma&szlig;geblich mitverursacht. Eine verbindliche Regel der Kreditbeschr&auml;nkung durch die Finanzaufseher ist auf 2018 vertagt worden.<br>\nUm k&uuml;nftig Finanzmarktkrisen unm&ouml;glich zu machen, m&uuml;sste die Macht der Banken demontiert werden. Erste Schritte zur R&uuml;ckkehr zu dienenden Banken w&auml;ren die Trennung des Kredit- und Einlagengesch&auml;ftes vom riskanten Investmentbanking sowie das Verbot stark kreditfinanzierter, hochriskanter Spekulationsgesch&auml;fte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/177356.gestutzte-bankenkontrolle.html?action=print\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Genosse der Bosse: Manager haben neuen Schutzpatron in Karlsruhe<\/strong><br>\nGerettet hat Klaus Landowsky eine alte r&ouml;mische Rechtsregel, die er als Jurastudent an der Freien Universit&auml;t kennengelernt haben d&uuml;rfte: Nulla poena sine lege, keine Strafe ohne Gesetz. Sein Handeln war falsch, doch wom&ouml;glich verletzte es kein Strafgesetz. Nun freut sich der Mann, der nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &uuml;bergangsweise wieder als unschuldig gilt. Und nicht nur sich hat er einen Gefallen getan. Jeder, der mit viel Geld umgeht, das ihm nicht geh&ouml;rt, kann sich sicherer f&uuml;hlen.<br>\nDie Karlsruher Richter haben nichts anderes getan als das, was die Gerichte seit Jahren tun. Sie haben die Voraussetzungen f&uuml;r Untreue-Verurteilungen pr&auml;zisiert. Eine leichtfertige Kreditvergabe beispielsweise ist erst strafbar, wenn das anvertraute Verm&ouml;gen dadurch konkret und messbar besch&auml;digt wird &ndash; und der T&auml;ter dies zum Zeitpunkt der Kreditvergabe wei&szlig; und will. Denn hinterher sind alle schlauer. Deshalb w&auml;re es wohlfeil, jedem Bankmanager einen Prozess zu machen, weil ein Kredit geplatzt ist. Im Einzelfall wird der Nachweis k&uuml;nftig schwieriger, eine solche notwendigerweise sehr theoretische Schadensermittlung ist Expertensache. Die Richter m&uuml;ssen dazulernen und &ouml;fter externe Gutachter heranziehen. Aber das ist n&ouml;tig, um den unscharfen Untreue-Tatbestand auf F&auml;lle echten Unrechts zu begrenzen. Blo&szlig;e Misswirtschaft ist straflos.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/manager-haben-neuen-schutzpatron-in-karlsruhe\/1903412.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn also eine Bank mit Billigung des Aufsichtsrats z.B. ihre faule Papiere weitergereicht hat und der Schaden erst bei einer anderen Bank eingetreten ist, dann ist das keine Untreue sondern cleveres Verhalten. Im &Uuml;brigen betrifft dieses Urteil nur einen einzelnen Fall das Berliner Bankenskandals. Die juristische Aufarbeitung des Bankenskandals l&auml;uft noch, aber das Land Berlin ist durch die Kapitalzuf&uuml;hrung von 1,7 Milliarden Euro sowie durch die &Uuml;bernahme von bis zu 21,6 Milliarden Euro an Immobilienrisiken mittlerweile <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berliner_Bankenskandal\">finanziell stark belastet<\/a>. Aber man muss bef&uuml;rchten, dass diese Aufarbeitung im Sande verl&auml;uft, wie in vergleichbaren F&auml;llen auch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Katastrophenkonzerne<\/strong><br>\nEinige Firmen haben gewaltige Zerst&ouml;rungen angerichtet und Menschen auf dem Gewissen. Warum existieren sie noch?<br>\nKonzerne sterben nicht: nicht Exxon, nicht Bayer, nicht Wyeth (&hellip;). Am h&auml;rtesten trifft es Unternehmen noch, wenn sie sich eine Schadensersatzklage einhandeln, und ganz besonders, wenn US-amerikanisches Zivilrecht zur Anwendung kommt. Exxon zahlte f&uuml;r die &Ouml;lpest, die ein Tankerungl&uuml;ck 1989 in Alaska ausl&ouml;ste, rund eine Milliarde Dollar an die Betroffenen. Doch was ist eine Milliarde f&uuml;r einen Konzern, der zwischen April und Juni rund 7,5 Milliarden Dollar Gewinn gemacht hat?<br>\nOder Bayer. Mehr als 14.000 Menschen sahen sich vor zehn Jahren durch einen Cholesterin-Senker namens Lipobay gesch&auml;digt. Auch Todesf&auml;lle wurden mit dem Medikament in Verbindung gebracht. Bayer bestritt zwar die Verantwortung, zahlte aber mehr als 1,2 Milliarden Dollar. Ruin&ouml;s war das nicht.<br>\nIm deutschen Rechtsstaat sind nach oben offene Bu&szlig;en nicht gewollt.<br>\nIn Deutschland werden solche Summen nie erstritten, weil es die Sammelklage und einen Strafschadensersatz wie in den USA nicht gibt. Hierzulande vertraue man eher auf Verwaltungs- und Strafrecht, sagt Matthias Lehmann, Experte f&uuml;r Internationales Wirtschaftsrecht an der Universit&auml;t Halle. Die Befugnisse der Beh&ouml;rden sind aber begrenzt, und daf&uuml;r gibt es nach Lehmanns Ansicht gute Gr&uuml;nde: In einem Rechtsstaat m&uuml;ssten B&uuml;rger wie Unternehmen die ihnen drohenden Sanktionen voraussehen k&ouml;nnen. Das schlie&szlig;t nach oben offene Bu&szlig;en aus, um jeden Anschein von Willk&uuml;r zu verhindern. Also legt der Gesetzgeber H&ouml;chstgrenzen fest. Dabei orientiert er sich an durchschnittlich schweren F&auml;llen, also eher am Unfall eines Tanklasters als an einer gro&szlig;en &Ouml;lpest.<br>\nF&uuml;r Konzerne wie BP hei&szlig;t das, dass sie Strafen meist aus der Portokasse zahlen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/33\/Unsinkbare-Konzerne\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Netzwerke<\/strong>\n<p><a href=\"upload\/bilder\/100816_netzwerke_01.jpg\" title=\"Klicken f&uuml;r Vergr&ouml;&szlig;erung\"><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/100816_netzwerke_01_th.jpg\" alt=\"Netzwerke: Das politische Netzwerk der deutschen Verm&ouml;gensberatung (DVAG)\" title=\"Netzwerke: Das politische Netzwerk der deutschen Verm&ouml;gensberatung (DVAG)\"><\/a><br>\n<em><a href=\"upload\/bilder\/100816_netzwerke_01.jpg\">Zur Vergr&ouml;&szlig;erung bitte auf das Bild klicken ..<\/a><\/em><\/p>\n<p><a href=\"upload\/bilder\/100816_netzwerke_02.jpg\" title=\"Klicken f&uuml;r Vergr&ouml;&szlig;erung\"><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/100816_netzwerke_02_th.jpg\" alt=\"Netzwerke: Die Hannover Connection\" title=\"Netzwerke: Die Hannover Connection\"><\/a><br>\n<em><a href=\"upload\/bilder\/100816_netzwerke_02.jpg\">Zur Vergr&ouml;&szlig;erung bitte auf das Bild klicken ..<\/a><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bundespr&auml;sident Wulff machte diesen Sommer in der 20-Millionen-Euro-Villa <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/leben\/vip-klick-christian-wulff-hafen-der-freundschaft-1.981021\">Maschmeyers &bdquo;Paradise Castle&ldquo; auf Mallorca Urlaub<\/a> und Westerwelle sagte dazu <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2010\/08\/15\/guido-westerwelle-fdp-chef-interview\/hatte-schlaflose-naechte.html\">Bild am Sonntag<\/a>: &bdquo;Veronica (Ferres, d. Red.) und Carsten sind wunderbare Menschen und zauberhafte Gastgeber. Die Kritik, die es in diesem Zusammenhang an Bundespr&auml;sident Christian Wulff gab, halte ich f&uuml;r unangemessen.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Justiz im &bdquo;Sachsen-Sumpf&ldquo;<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Verurteilt wegen Journalismus<\/strong><br>\nDas Urteil war unmissverst&auml;ndlich: 50 Tagess&auml;tze &agrave; 50 Euro f&uuml;r die Journalisten Thomas Datt und Arndt Ginzel. Weniger klar hingegen die Begr&uuml;ndung, die Richter Hermann Hepp-Schwab vortrug. Kaum war er damit fertig, begann unter den zahlreichen Journalisten und Prozessbeobachtern das R&auml;tselraten: &ldquo;Wof&uuml;r sind die jetzt verurteilt worden?&rdquo; Von allen Vorw&uuml;rfen wegen Verleumdung und &uuml;bler Nachrede, die die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage im Zusammenhang mit der Berichterstattung &uuml;ber den Sachsensumpf vorgetragen hatten, war schlie&szlig;lich nur ein Satz &uuml;brig geblieben. F&uuml;r strafw&uuml;rdig befand das Amtsgericht Dresden allein folgende, als Frage formulierte Passage in einem im Juni 2008 auf Zeit Online erschienenen Artikel: &ldquo;Gerieten sie unter Druck, weil der einflussreiche Richter Dienstaufsichtsbeschwerde gegen sie erhob?&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F08%2F14%2Fa0182&amp;cHash=492715997e\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Aufkl&auml;rung unerw&uuml;nscht<\/strong><br>\nWillkommen in der Bananenrepublik: Wegen &uuml;bler Nachrede &uuml;ber zwei Polizisten in Ver&ouml;ffentlichungen zum sogenannten Sachsensumpf sind die beiden freien Journalisten Arndt Ginzel und Thomas Datt vom Dresdner Amtsgericht schuldig gesprochen worden. Ihr Vergehen: Im Zusammenhang mit Recherchen &uuml;ber die Verstrickung hochrangiger Justizbeamte mit dem Rotlichtmilieu und &uuml;ber die Vorg&auml;nge um das &ldquo;Kinderbordell&rdquo; Jasmin hatten sie in ihrem Artikel kritische Fragen gestellt, warum die Ermittlungen seinerzeit im Sande verliefen.<br>\nF&uuml;r das Dresdner Gericht sind diese Fragen &ndash; auf die Polizei wie Staatsanwaltschaft die Antwort bislang schuldig blieben &ndash; aber keine berechtigten Fragen. Sondern Tatsachenbehauptungen und damit schwere und ehrverletzende Vorw&uuml;rfe gegen die Polizei. Dabei hatten die fraglichen Beamten gar keine Anzeige erstattet; vielmehr hatte das der Polizeipr&auml;sident pers&ouml;nlich &uuml;bernommen &ndash; und auch das erst auf Dr&auml;ngen der Staatsanwaltschaft. Die Wirklichkeit ist der Satire also einmal mehr um L&auml;ngen voraus.- Wenn es noch einen Beleg daf&uuml;r brauchte, dass zumindest dieser Aspekt im Morast des Sachsensumpfs wohl doch deutlich mehr ist als nur &ldquo;hei&szlig;e Luft&rdquo;, von der die Dresdner Staatsanwalt h&ouml;chst voreilig sprach: Mit diesem Prozess ist er erbracht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F08%2F14%2Fa0191&amp;cHash=f8b14e2a51\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das Medienverhalten junger Erwachsener gibt R&auml;tsel auf<\/strong><br>\nGrunds&auml;tzlich gilt: Je unpolitischer eine TV-Nachrichtensendung, desto j&uuml;nger ist ihr Publikum. Mit dem Anteil der Soft News steigen auch die Marktanteile bei den j&uuml;ngeren Zuschauern: Bei den RTL-Nachrichten sind 20 Prozent des Publikums unter 40, bei Sat1 23 Prozent und bei den News auf RTL2 und Pro7 gar 51 beziehungsweise 61 Prozent.<br>\nFernsehsender auf der ganzen Welt haben ein eklatantes Problem, mit klassischen Politik-Sendungen junge Menschen zu erreichen. Wobei &raquo;jung&laquo; hier ohnehin weit gefasst wird: gerade mal 4 Prozent der Zuschauer der Sendung ZDF-Heute sind j&uuml;nger als 40, bei der Tagesschau im Ersten sind es 11 Prozent.<br>\nF&uuml;r die Zuschauer ist das alte Nachrichten-Publikum &ouml;konomisch unerfreulich, auch wenn die Werbeindustrie sich langsam von ihrer Fixierung auf die &raquo;werberelevante Zielgruppe&laquo; der 14- bis 49-J&auml;hrigen l&ouml;st.<br>\nDen Tageszeitungen ergeht es da nicht besser als den Nachrichtenformaten im TV.<br>\nUS-Teenager widmen sich laut einer Umfrage der Kaiser Family Foundation von 2009 t&auml;glich 7,5 Stun-den Medien aller Art, jedoch durchschnittlich nur drei Minuten der Lekt&uuml;re von Tageszeitungen. Innerhalb von zehn Jahren fiel der Anteil zeitungslesender US-Teenager von 42 auf 23 Prozent.<br>\nIm traditionell print-affinen Japan liest zwar noch immer rund die H&auml;lfte der 20- bis 29-J&auml;hrigen regelm&auml;&szlig;ig Tageszeitungen, unter den 40- bis 49-J&auml;hrigen sind es allerdings mehr als 80 Prozent (The Economist, 4.2.2010). In Deutschland nahm laut einer Allensbach-Studie 2008 nur noch ein Viertel der Teenager &raquo;fast jeden Tag&laquo; eine Tageszeitung zur Hand. Zwei Jahrzehnte zuvor waren es noch doppelt so viele.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.message-online.com\/103\/wolf.html\">Message<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Zur Gemeinn&uuml;tzigkeit der Bertelsmann Stiftung<\/strong><br>\nBei der Bertelsmann Stiftung handelt es sich nach vielen soziologischen Ansichten und Untersuchungen um eine Institution die vergleichbar ist mit einer ausgelagerten steuerbefreiten Marktforschungs-, Marketing- und Vertriebsabteilung der Bertelsmann AG und Ihrer Tochterunternehmen, insbesondere der Arvato AG.<br>\nDie Kritik an der durch die Finanzverwaltung zu Unrecht bejahten Gemeinn&uuml;tzigkeit der Stiftung hat in den letzten Jahren aufgrund fundierter soziologischer Untersuchungen der Vernetzungen zwischen der Stiftung und den Unternehmen der Bertelsmann-Gruppe sowie der Funktion der Stiftung als bedeutenste Politikberaterin in der Bundesrepublik Deutschland zu Recht an Sch&auml;rfe und Ausma&szlig; zugenommen. Denn im Ergebnis empfehlen die Untersuchungen der Stiftung stets Konzepte, die eine Entstaatlichung bisher &ouml;ffentlicher Aufgaben und deren Privatisierung und damit unternehmensfreundliche L&ouml;sungen vorschlagen; sie kommen somit zumindest mittelbar auch den Unternehmungen der Bertelsmann-Stiftung zugute. In vielen F&auml;llen h&auml;lt das Bertelsmann-Tochterunternehmen Arvato sogar L&ouml;sungen bereit, die sich aufgrund der Untersuchungen der Bertelsmann-Stiftung als L&ouml;sungskonzepte geradezu anbieten.<br>\nDenn die Stiftung betreibt die Vorfelduntersuchungen, ber&auml;t anschlie&szlig;end die Entscheider (Politiker) in Form von handouts und l&auml;dt zu Kongressen ein, zu denen die Politiker und Spitzen der Verwaltung eingeladen werden. Anschlie&szlig;end bietet die Arvato AG (Eine 100 % ige Tochter der Bertelsmann AG) die L&ouml;sungskonzepte an; nat&uuml;rlich gegen ein entsprechend hohes Entgeld. Beispiel: &ldquo;W&uuml;rzburg integriert&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/glocalist.com\/news\/kategorie\/kommentare\/titel\/kommentar-zur-gemeinnuetzigkeit-der-bertelsmann-stiftung\/\">Glocalist<\/a>\n<p><em>Siehe auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Schlimme Vorw&uuml;rfe gegen Bertelsmann-Stiftung<\/strong><br>\nLobbyismus vor Gemeinnutz? Das neue Buch des M&uuml;nchener Journalisten Thomas Schuler, &ldquo;Bertelsmann Republik Deutschland: Eine Stiftung macht Politik&rdquo;, wirft der Bertelsmann-Stiftung Machtmissbrauch vor. Der Konzern reagiert prompt: Der Mohn-Vertraute Thielen weist die Kritik an der Gemeinn&uuml;tzigkeit scharf zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/it-medien\/enthuellungsbuch-schlimme-vorwuerfe-gegen-bertelsmann-stiftung;2634046\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Oskar Negt: &bdquo;In dieser Gesellschaft brodelt es&ldquo;<\/strong><br>\n<em><strong>SPIEGEL:<\/strong> Nach dem Scheitern des Sozialismus ist aber kein neues Weltprojekt, kein radikal anderer Gesellschaftsentwurf zu sehen.<\/em><br>\n<strong>Negt:<\/strong> Ja, das bestimmende Merkmal der Krisenbew&auml;ltigung ist heute die gleichsam betriebswirtschaftliche Rationalisierung der gesellschaftlichen Einzelbereiche. Die Realit&auml;t, mit der wir konfrontiert sind, hat eine gespensterhafte Qualit&auml;t. Ein Rettungsfonds von 480 Milliarden f&uuml;r angeschlagene Banken &ndash; das ist f&uuml;r mich eine negative Utopie. Noch vor zwei, drei Jahren h&auml;tte man sich so etwas nicht vorstellen k&ouml;nnen. Die Realit&auml;tslosigkeit dieses Umgangs mit der Krise ist eines der wesentlichen Motive, die mich umtreiben&hellip;.<br>\nDie gegenw&auml;rtig vorherrschende Form des falschen, verdrehten Bewusstseins, das, was ich die Ideologie betriebswirtschaftlicher Rationalisierung mit ihrer Umverteilung nach oben und dem Sparzwang nach unten nenne, l&auml;uft den traditionellen Emanzipationsidealen von Aufkl&auml;rung, Gerechtigkeit, Solidarit&auml;t, Gleichheit zuwider. Dieser verk&uuml;rzte, auf Anpassung an das Bestehende ausgerichtete Realit&auml;tssinn h&ouml;hlt die politische Moral aus und gef&auml;hrdet damit das Fundament unserer Demokratie&hellip;<br>\nEs kommt zu einer unmerklichen, aber folgenreichen Wirklichkeitsspaltung: Die subjektiven Orientierungen des Menschen und das &ouml;ffentliche System der staatlichen Institutionen driften auseinander. Am Ende steht eine gebrochene Gesellschaftsordnung, in der, wie Sie zu Recht sagen, das offizielle Institutionengef&uuml;ge v&ouml;llig intakt und funktionsf&auml;hig erscheint &ndash; die Wahlen werden nicht gef&auml;lscht, die Korruption ist nicht endemisch, die Machtteilung wird respektiert, Recht wird gesprochen. Aber im Inneren dieser Gesellschaft brodelt es, mit Ausbr&uuml;chen ist zu rechnen, in der Abwendung vom System entstehen politische Schwarzmarktphantasien &ndash; das Einfallstor f&uuml;r Populisten jeder Art.<br>\n<em><strong>SPIEGEL:<\/strong> Wie wollen Sie denn der Flucht ins Private entgegenwirken? Dort sehen die Menschen, vor allem Jugendliche, die Freiheitsr&auml;ume, die ihnen im gro&szlig;en Ganzen abhandengekommen sind.<\/em><br>\n<strong>Negt:<\/strong> Es mag ein bisschen verstaubt und anachronistisch klingen, aber ich sehe nur eine M&ouml;glichkeit: politische Bildung. Seit Jahrzehnten gehe ich der Frage nach, wie politisches Urteilsverm&ouml;gen entsteht. Es gilt, das Besondere der je eigenen Lebenswelt mit dem Allgemeinwohl der Gesellschaft dialektisch in Zusammenhang zu bringen. Deshalb vertrete ich die These: Demokratie muss gelernt werden &ndash; immer wieder, tagt&auml;glich, ein Leben lang. Die Menschen werden nicht als politische Wesen geboren. Der Mensch als Zoon politikon, als politisches Lebewesen im Sinne von Aristoteles, ist das Ergebnis eines st&auml;ndigen Erziehungs- und Lernprozesses, nicht eine anthropologische Konstante.<br>\n<em><strong>SPIEGEL:<\/strong> Gut, aber in die Banalit&auml;t der Lebenspraxis &uuml;bersetzt, h&ouml;rt sich das nach Erwachsenenbildung, Volkshochschule, Gewerkschaftsseminaren an. Also nicht gerade verlockend.<\/em><br>\nNegt: Von besonderem Eifer ist in dieser Hinsicht tats&auml;chlich wenig zu versp&uuml;ren, das r&auml;ume ich sofort ein. Aber die Verbindung von Bildung und Demokratie ist einzigartig. Sachwissen, Berufsqualifikation ist mit jeder Gesellschaftsverfassung vereinbar, auch mit einer totalit&auml;ren; politische Bildung dagegen nur mit einer demokratischen Ordnung, denn ihr Ziel ist der m&uuml;ndige, aufgekl&auml;rte B&uuml;rger, der es wagt, sich seines Verstandes ohne Anleitung anderer zu bedienen&hellip;<br>\nIn der betriebswirtschaftlichen Logik ist politische Bildung mit keinem Mehrwert verbunden. Aber das spiegelt ein kurzfristiges Denken in einem verengten Gegenwartshorizont wider. Auf lange Sicht ist nur ein System stabil und friedensf&auml;hig, in dem die Menschen bei allem, was sie tun oder unterlassen, immer im Auge behalten, wie es das Gemeinwesen ber&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,druck-710880,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Entt&auml;uschend ist, wie so ein kluger Kopf wie Negt auf die Meinungsmache hereinfallen kann, dass die Linke bei der Bundespr&auml;sidentenwahl den Konservativen zum Sieg verholfen habe. Da scheint Negt selbst borniert zu sein, siehe <a href=\"?p=6065\">&ldquo;Bedient Euch der Grundrechenarten, um L&uuml;gen zu erkennen!&rdquo;<\/a>.<br>\nV&ouml;llig unverst&auml;ndlich ist, wie Negt etwa die Agenda-&bdquo;Reformen&ldquo; &bdquo;bestenfalls&ldquo; als &bdquo;kosmetische Korrekturen, Randerscheinungen halt&ldquo; bezeichnen kann. Ist etwa mit den Rentenreformen nicht die Sicherheit einer ausk&ouml;mmlichen Rente zerst&ouml;rt worden? Ist mit Hartz nicht die Arbeitslosenversicherung kaputt gemacht und der rasche Sturz in die Bed&uuml;rftigkeit programmiert worden? Ist mit dem Spruch &bdquo;f&ouml;rdern und fordern&ldquo; nicht die Verantwortung f&uuml;r die Arbeitslosigkeit auf die Arbeitslosen verlagert worden? Ist damit nicht prek&auml;ren Arbeitsverh&auml;ltnissen T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet worden? Hat man damit nicht die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften v&ouml;llig zerst&ouml;rt? Haben nicht die &bdquo;Reformen&ldquo; auf dem Finanzsektor die Finanzkrise erst m&ouml;glich gemacht?<br>\nDie Hartz-&bdquo;Reformen&ldquo; als einen Bruch mit der &bdquo;Gerechtigkeitstradition&ldquo; der SPD abzutun, ist doch mehr als nur eine Verharmlosung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Ulrich Herrmann: Freiheit &ndash; Gleichheit &ndash; &hellip; Elite?<\/strong><br>\n<strong>Welche Bildung braucht Exzellenz- bzw. Elitef&ouml;rderung?<\/strong><br>\nDie Universit&auml;t als autonome Korporation ist im Kern beseitigt. Die Universit&auml;t ist keine Lebensform mehr, sondern ein Arbeitsplatz. &bdquo;Bildung durch Wissenschaft&ldquo; ist in der neuesten, der vor-humboldtschen BA\/MA-Universit&auml;t technokratisch beseitigt worden&hellip;<br>\nJedes Pl&auml;doyer f&uuml;r die F&ouml;rderung wissenschaftlicher Eliten muss daher bei der nachhaltigen Breitenf&ouml;rderung aller &uuml;berhaupt f&uuml;r geistige Erziehung geeigneten jungen Menschen &ndash; also: fast aller jungen Menschen &ndash; beginnen. Denn nur ein so weit angelegter Fischzug kann sicher sein, dass kein potentielles Talent ohne F&ouml;rderung verk&uuml;mmert. Nur ein Schul- und Ausbildungssystem, das f&uuml;r alle offen ist, die von ihm profitieren k&ouml;nnen, ist auch ein gutes System f&uuml;r die F&ouml;rderung wissenschaftlicher Eliten. Denn es ist das Wesen von Leistungseliten, extrem knapp zu sein &ndash; auch der Verzicht auf wenige potentielle Talente ist ein teuer bezahlter Fehler.&ldquo;<br>\nExzellenzf&ouml;rderung ist mehr als die Ausbildung von Fachleuten, denn es geht nicht nur um Kenntnisse und Fertigkeiten, sondern vor allem auch um Einstellungen und Haltungen: letztlich um die Formung des Charakters&hellip;<br>\nDieser Weg in eine &bdquo;Bildungsrepublik&ldquo; ist ganz gewiss ein Holzweg und wird z. B. im &Uuml;bergang zur Universit&auml;t nur dadurch kaschiert, dass diese im ihr aufgezwungenen BA-System von einer Studier- zu einer Memorieranstalt mutierte. Weshalb es f&uuml;r mich auch v&ouml;llig unerfindlich ist, warum es f&uuml;r diesen Betrieb eine Exzellenzinitiative f&uuml;r Lehre geben soll, wo doch der Erwerb von ECTS-Punkten nur durch Lernen zustande kommt, von Lehre weitgehend abgekoppelt ist und deshalb gar nicht auf exzellente Lehre, sondern pr&uuml;fungsrelevante Studienmaterialien angewiesen ist!&hellip;<br>\nStudienanf&auml;nger werden (zumeist durch das Killerfach Mathematik) in Scharen vertrieben, und besonders im Lehramtsstudium bleibt die Exzellenzf&ouml;rderung derjenigen, die sp&auml;ter in den H&ouml;heren Schulen als Exzellenzf&ouml;rderer Talente entdecken und f&ouml;rdern sollen, auf der Strecke: f&uuml;r die Wahrnehmung aller au&szlig;erfachlichen Bildungsangebote der Universit&auml;ten bleibt faktisch keine Zeit; die Stoffhuberei erstickt die Entwicklung von Fragestellungen; Geschichte und Theorie des Faches bleiben ausgeblendet, so dass die Studierenden wissenschaftstheoretisch und wissenschaftspolitisch &bdquo;blind&ldquo; bleiben; Nachfrage nach und Auswahl von Vorlesungen, Seminaren und &Uuml;bungen neben dem schmalen Pflichtprogramm aufgrund von Interesse, Neigung und pers&ouml;nlicher Zuordnung wurde ersetzt durch den Zwang, interesselos feste Angebote (Module) bei beliebigen Anbietern zu absolvieren&hellip;<br>\nIch bin der festen &Uuml;berzeugung, dass in den vergangenen f&uuml;nf Jahren an Gymnasien und Universit&auml;ten mehr &bdquo;Humankapital&ldquo; und vor allem &bdquo;-potenzial&ldquo; vernichtet bzw. verhindert wurde, als alle jetzigen und k&uuml;nftigen Exzellenzprogramme wieder anzuregen verm&ouml;gen, zumal die Kassen leer sind. Die Inhalte drohen, das eigentliche Ziel, weshalb sie vermittelt werden, zum Verschwinden zu bringen: differenziertes Denken und kritische Reflexion. Wobei Ausnahmen best&auml;tigen m&ouml;gen, dass die Regel anderes lautet. Damit aber ist der Weg zu Exzellenz und Elite verbaut. Denn wer die Welt nicht versteht, kann sie niemandem erkl&auml;ren.<br>\nQuelle: Vortrag anl&auml;sslich der 5. Reckahner Bildungsgespr&auml;che &bdquo;Talent, Begabung, Elite &ndash; Welche Exzellenzf&ouml;rderung braucht Bildung?&ldquo; des VdS Bildungsmedien e.V. am 18. Juni 2010 in Potsdam.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/forum-kritische-paedagogik.de\/start\/?p=102\">Forum kritische P&auml;dagogik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Doktoranden vor der Pleite<\/strong><br>\nDumpingl&ouml;hne, Selbstausbeutung und sehr viel Arbeit: Zehntausende deutsche Doktoranden leben in prek&auml;ren Verh&auml;ltnissen. Statt sich um den notleidenden Forschernachwuchs zu k&uuml;mmern, setzen die Universit&auml;ten auf Prestigeprojekte. Jetzt regt sich Widerstand.<br>\nDie Promotion, das einstige Prunkst&uuml;ck einer deutschen Bildungskarriere, verliert ihren Glanz. Der &ldquo;Dr.&rdquo;, die schicken zwei Buchstaben vor dem Namen, ist heute auch eine Chiffre f&uuml;r Existenzangst. F&uuml;r eine Zeit im Leben, die sich viele gern ersparen w&uuml;rden, wenn es eine Alternative g&auml;be.<br>\nJeder dritte der bundesweit rund 100.000 Doktoranden ist vom sozialen Absturz bedroht, sch&auml;tzt Matthias Neis, der bei der Gewerkschaft Ver.di f&uuml;r den Wissenschaftsnachwuchs zust&auml;ndig ist.<br>\nVon den Hochschulen ist kaum Unterst&uuml;tzung zu erwarten, ihre Hilfe f&uuml;r Doktoranden ersch&ouml;pft sich darin, Prestigeprojekte wie Doktorandenkollegs und interdisziplin&auml;re Graduiertenschulen in die Welt zu setzen. Dort forschen die Doktoranden nicht allein im stillen K&auml;mmerlein, sondern meist in Gruppen an Gro&szlig;projekten, am besten interdisziplin&auml;r. Daf&uuml;r gibt es Geld von der Politik, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, Exzellenz zu belohnen.<br>\nNach Sch&auml;tzungen der Hochschulrektorenkonferenz promovieren ohnehin nur 10 bis 15 Prozent der Doktoranden an den Kollegs.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,706286,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Statt unsere Hochqualifizierten jungen Leute zu f&ouml;rdern (z.B. &auml;hnlich wie in den Niederlanden) bezahlen wir lieber ausl&auml;ndischen Wissenschaftlern ein &bdquo;Begr&uuml;&szlig;ungsgeld&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Irlands fatale Gier nach Boden, Backsteinen und M&ouml;rtel<\/strong><br>\nDer Kollaps des aufgebl&auml;hten Immobilienmarktes beschert der Gesellschaft eine schwere Hypothek f&uuml;r die Zukunft. In der vergangenen Woche sind die armseligen Statistiken &uuml;ber den wirtschaftlichen Einbruch im letzten Jahr noch einmal nach unten revidiert worden: Das Bruttoinlandprodukt (BIP) schrumpfte 2009 um 7,6 Prozent, das Bruttosozialprodukt gar um 10,7 Prozent. Letzteres enth&auml;lt die repatriierten Gewinne der multinationalen Konzerne nicht und sagt folglich mehr &uuml;ber die Befindlichkeit der einheimischen Wirtschaft aus. Die irische Arbeitslosenquote stieg im Juli auf 13,7 Prozent und erreichte damit den h&ouml;chsten Stand seit 1994. Dabei zeigte sich, dass die Zunahme bei qualifizierten Arbeitskr&auml;ften besonders hoch war. Einen Lichtblick bieten die irischen Exporte. Die weitgehend vom multinationalen Sektor hergestellten Produkte waren nur wenig von der Wirtschaftskrise betroffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/irlands_fatale_gier_nach_boden_backsteinen_und_moertel_1.7205220.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Irgendetwas l&auml;uft schrecklich falsch in der Bewertung des wirtschaftlichen Erfolgs sogenannter Wunderl&auml;nder wie Irland, Spanien oder auch einigen osteurop&auml;ischen L&auml;ndern, wenn sich die Bewertung nur auf die Wachstumsraten des BIP beschr&auml;nken, wenn Fragen nach dem Gewinn an Konkurrenzf&auml;higkeit, der produktiven Verwendung von Investitionen kaum gestellt werden, sondern ganz schlicht aus dem hohen Wachstum der Schluss gezogen wird, dass diese L&auml;nder alles richtig gemacht h&auml;tten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Krieg gegen den Terror schafft Terror<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Truppenabzug: Im Irak &uuml;bernimmt die Angst das Kommando<\/strong><br>\nDie US-Kampftruppen verlassen den Irak &ndash; mitten in einer Welle gezielter Morde und Entf&uuml;hrungen. US-Pr&auml;sident Obama ist dennoch entschlossen, seine Kampftruppen in zwei Wochen endg&uuml;ltig aus dem Irak abzuziehen. Niemand ist mehr sicher vor den Killerkommandos, die nachts mit schallged&auml;mpften Pistolen kommen und kleine magnetische Sprengladungen an Haust&uuml;ren, Gartentoren oder unter Autos platzieren. Wahllos trifft es Familien von Politikern, Polizisten, Scheichs, gem&auml;&szlig;igten Klerikern, Offizieren oder &Auml;rzten. Jeder, der f&uuml;r den irakischen Staat arbeitet und sich f&uuml;r demokratische Verh&auml;ltnisse einsetzt, gilt als Ziel. &bdquo;Wir lebten wie in einem Gef&auml;ngnis&ldquo;, sagt ein pensionierter Mathematiklehrer, der zusammen mit Frau und Tochter ins jordanische Amman geflohen ist. &bdquo;Die Gefahr ist &uuml;berall und &uuml;berhaupt nicht greifbar.&ldquo; Die Flucht sei der Familie sehr schwergefallen. &bdquo;Aber wir haben es nicht mehr ausgehalten, so konnten wir einfach nicht weiterleben.&ldquo;<br>\nAuch mit der politischen Situation geht es bergab. F&uuml;nf Monate nach den Wahlen ist immer noch keine neue Regierung in Sicht. Das Parlament hat sich nach einer einzigen zwanzigmin&uuml;tigen Sitzung auf unbestimmte Zeit vertagt. Die beiden Hauptrivalen, Ex-Premier Iyad Allawi und der bisherige Regierungschef Nuri al Maliki, sind hoffnungslos zerstritten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/im-irak-uebernimmt-die-angst-das-kommando\/1902936.html;jsessionid=9899C09C8C66CC1F32401D09DD6B66F6\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was einmal als Krieg gegen den Terror begann, endet als Brutst&auml;tte des Terrors.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Verdeckter Kampf gegen den Terror<\/strong><br>\nObama hat gem&auml;ss einem Zeitungsbericht &laquo;Schattenkriege&raquo; gegen Terroristen in Asien, Afrika und fr&uuml;heren Sowjetrepubliken deutlich verst&auml;rkt. In zahlreichen L&auml;ndern seien &ndash; von der &Ouml;ffentlichkeit weitgehend unbemerkt &ndash; neue geheimdienstliche und milit&auml;rische Operationen gestartet worden. Konkret habe das Weisse Haus Drohnen-Angriffe in Pakistan deutlich verst&auml;rkt, Angriffe auf Al-Kaida-Mitglieder in Somalia autorisiert und gr&uuml;nes Licht f&uuml;r Geheimoperationen aus Kenia heraus gegeben. Gemeinsam mit europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten seien Terrorgruppen in Nordafrika ausgehoben worden. Das Pentagon habe zudem mit Hilfe von angeheuerten Privatfirmen Geheimdienstinformationen &uuml;ber Verstecke von militanten Extremisten in Pakistan gesammelt. Im Jemen sei eine Milit&auml;rkampagne gestartet worden, die offiziell nie best&auml;tigt wurde.<br>\nStatt eines &laquo;Hammers&raquo; setze man nun auf das &laquo;Skalpell&raquo;, sagte im Mai Obamas Spitzenberater im Anti-Terror-Krieg, John Brennan. Kritiker bem&auml;ngeln allerdings, dass der US-Kongress zunehmend die Kontrollhoheit &uuml;ber die Anti-Terror-Eins&auml;tze verliere. Der neue Kurs der Regierung verwandle den US-Auslandsgeheimdienst CIA zunehmend in eine paramilit&auml;rische Organisation, schreibt die Zeitung weiter. Das Verteidigungsministerium werde zugleich der CIA immer &auml;hnlicher, weil das Pentagon immer h&auml;ufiger etwa im Nahen Osten zu Spionagemissionen eingesetzt werde.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/verdeckter_krieg_1.7220144.html\">NZZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2010\/08\/15\/world\/15shadowwar.html?_r=1&amp;hp\">New York Times<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Jenseits grunds&auml;tzlicher Bedenken, stellt sich die Frage, inwiefern ein Raketenwerfer einem Skalpell gleicht, der Raketen mit Streumunition verschie&szlig;t &ndash;&nbsp; Die NDS wiesen gestern auf Versuch hin, Abu Laith al Libi auf diese Weise auszuschalten, einen Libyer, der <a href=\"?p=6471#h21\">al-Kaida zugerechnet wird<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Washington setzt Einmischung in Lateinamerika fort.<\/strong><br>\nDie Destabilisierung progressiver Regierungen geh&ouml;rt weiter zum Repertoire von Washingtons Botschaftern in Lateinamerika. Anfang August nominierte die Obama-Administration Larry Palmer als ihren neuen diplomatischen Vertreter in Venezuela. Palmer ist kein Anf&auml;nger: Als US-Botschafter in Honduras setzte er sich von 2002 bis 2005 f&uuml;r eine totale &Ouml;ffnung der M&auml;rkte ein und leitete danach die CIA-nahe &raquo;Interamerikanische Stiftung&laquo; (IAF) in Washington. Noch vor seiner Akkreditierung in Caracas zeichnete der Diplomat bei einer Anh&ouml;rung im US-Senat ein d&uuml;steres Bild seines zuk&uuml;nftigen Gastlandes. Es g&auml;be &raquo;klare Verbindungen zwischen Mitgliedern der Ch&aacute;vez-Regierung und der FARC&laquo;, der kubanische Einfluss in der Armee sei &raquo;besorgniserregend&laquo;, Sozialarbeiter w&uuml;rden von &raquo;kubanischen Paramilit&auml;rs geschult&laquo;. Er sehe es als seine Aufgabe in Venezuela an, &raquo;die Demokratie und die Pressefreiheit&laquo; zu &uuml;berwachen. Pr&auml;sident Hugo Ch&aacute;vez forderte darauf in seiner Fernsehsendung &raquo;Al&oacute;, Presidente&laquo; am 8. August Pr&auml;sident Obama auf, einen anderen Kandidaten auszusuchen: Palmer sei f&uuml;r eine diplomatische Funktion ungeeignet. F&uuml;r Philip Crowley, Pressesprecher des State Departments, verf&uuml;gt Palmer jedoch genau &uuml;ber die &raquo;notwendige Erfahrung&laquo;, um in Venezuela ein erfolgreicher Botschafter zu sein. Fragt sich nur, f&uuml;r wen.<br>\nDer Fall Palmer zeugt von erstaunlichen Parallelen mit dem jetzigen US-Botschafter in Honduras, Hugo Llorens, der am Putsch gegen Pr&auml;sident Manuel Zelaya tatkr&auml;ftig mitgewirkt hatte&hellip;<br>\nObwohl die Mitwirkung Washingtons und des Pentagon &uuml;ber dessen Milit&auml;rbasis Palmerola an dem Putsch schon vor dem Interview nachgewiesen worden war, belegen die von Valenzuela w&auml;hrend des 90min&uuml;tigen Interviews vorgelegten Dokumente, wie aktiv der in Kuba geborene Botschafter Llorens und die CIA in die Ereignisse verwickelt waren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-16\/025.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Zum Ende: Du musst den G&uuml;rtel enger schnallen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qz2Xt3NAPQU\">YouTube<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Boom oder nicht; d&uuml;sterer Sommer in USA; Juncker wirft Deutschland &ldquo;Sozialdumping&rdquo; vor; arbeitslos und krank; der n&auml;chste Rentenschock; Hartz-IV-Chipcard; Atomlobby spielt mit der Politik; t&auml;glich Schwabenstreiche; gestutzte Bankenkontrolle; Karlsruhe als Schutzpatron der Manager; Katastrophenkonzerne; Netzwerke; Justiz im &bdquo;Sachsen-Sumpf&ldquo;; gemeinn&uuml;tzige Bertelsmann Stiftung; Brodeln in der Gesellschaft; Freiheit-Gleichheit-Elite; arme Doktoranden; Krieg<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6480\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6480","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6480"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6480\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6485,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6480\/revisions\/6485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}