{"id":64946,"date":"2020-09-18T11:50:48","date_gmt":"2020-09-18T09:50:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64946"},"modified":"2020-09-22T14:47:35","modified_gmt":"2020-09-22T12:47:35","slug":"lateinamerika-als-testgebiet-corona-impfstoffe-der-kampf-um-die-maerkte-die-regionalregierungen-und-die-involvierten-milliardaere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64946","title":{"rendered":"Lateinamerika als Testgebiet \u2013 Corona-Impfstoffe, der Kampf um die M\u00e4rkte, die Regionalregierungen und die involvierten Milliard\u00e4re"},"content":{"rendered":"<p>Neun Monate nach dem Covid-19-Alarm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 5. Januar 2020 f&uuml;llen Nachrichten &uuml;ber den Impfstoff gegen die Pandemie die Seiten der weltweiten Medien, in Lateinamerika insbesondere im Hinblick auf die Testung. Hie&szlig; es in den internationalen Medien zun&auml;chst, mit einem verl&auml;sslichen Coronavirus-Impfstoff sei nicht vor mindestens zwei Jahren Forschungs- und Entwicklungszeit zu rechnen, stehen vor allem westeurop&auml;ische, russische und chinesische Pharmakonzerne mit Schl&uuml;ssell&auml;ndern wie Brasilien, Argentinien und Mexiko bereits seit vergangenem Juni in <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/d41586-020-01756-0\">Verhandlungen<\/a>. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2378\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-64946-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200921-Lateinamerika-als-Testgebiet-Corona-Impfstoffe-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200921-Lateinamerika-als-Testgebiet-Corona-Impfstoffe-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200921-Lateinamerika-als-Testgebiet-Corona-Impfstoffe-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200921-Lateinamerika-als-Testgebiet-Corona-Impfstoffe-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=64946-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200921-Lateinamerika-als-Testgebiet-Corona-Impfstoffe-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200921-Lateinamerika-als-Testgebiet-Corona-Impfstoffe-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Impfstoffprojekte von der Universit&auml;t Oxford in Kooperation mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca (&bdquo;AZD1222&ldquo;), aus Russland (&bdquo;Sputnik&ldquo;) und China (&bdquo;CoronaVac&ldquo;), die behaupten, Stadium 3 der Erprobung &ndash; n&auml;mlich Massentestung &ndash; gestartet zu haben, sind jedoch den Beweis der Wirksamkeit ihrer Impfstoffe schuldig. Dennoch stimmten mehrere L&auml;nder bereits dem Gesuch der Konzerne zu, als Standort von Labor- und Fabrikeinrichtungen f&uuml;r die &ouml;rtliche Impfstoff-Produktion zu dienen. Dies ist bei den Beispielen Argentiniens und Mexikos der Fall, deren beider progressive Regierungen nach Auskunft des argentinischen Pr&auml;sidenten Alberto Fern&aacute;ndez vom vergangenen 12. August den Oxford-AstraZeneca-Impfstoff in Lateinamerika <a href=\"https:\/\/twitter.com\/alferdezprensa\/status\/1293682458299334661\">herstellen und vertreiben werden<\/a>.<\/p><p>Experten weisen allerdings auf das Risiko eines russischen Rouletts hin, das aus wissenschaftlicher und &ouml;konomischer Perspektive erfolgreich sein, jedoch auch komplett &bdquo;in die Hose&ldquo; gehen kann: W&auml;hrend einerseits bei der Impfstoff-Herstellung Zeit gewonnen werden soll, dessen Wirksamkeit jedoch nicht garantiert ist, k&ouml;nnen Konzerne und involvierte Regierungen, samt der WHO, alles verlieren, wenn die Impfstoffe ihre Massentestung nicht bestehen. Ein solcher Fall trat bereits Anfang September bei AstraZeneca in Gro&szlig;britannien ein, als bei einer Testperson eine transverse Myelitis &ndash; eine neuroimmunologische R&uuml;ckenmarks-Infektion, die durch Virusinfektionen ausgel&ouml;st wird &ndash; diagnostiziert wurde und der <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Astrazeneca-nimmt-Impfstoff-Tests-wieder-auf-article22032745.html\">Testlauf vor&uuml;bergehend eingestellt<\/a> werden musste.<\/p><p><strong>Die Konzerne und die Probanden<\/strong><\/p><p>Weltweit nehmen rund 18.000 Freiwillige an den Impftests von AstraZeneca teil, davon allein 5.000 Probanden in Brasilien, zumeist medizinisches Personal.<\/p><p>In Brasilien wurde die Massentestung von AstraZeneca mit ihrem Impf-Prototyp &bdquo;AZD1222&ldquo; am Montag, den 14. September, wieder aufgenommen. In einer <a href=\"https:\/\/istoe.com.br\/testes-da-vacina-de-oxford-contra-covid-19-sao-retomados-no-brasil\/\">Erkl&auml;rung<\/a> der Bundesuniversit&auml;t von S&atilde;o Paulo (Unifesp), die seit Juni den Testlauf im Land koordiniert, hei&szlig;t es, die Wiederaufnahme sei von der Gesundheits&uuml;berwachungsbeh&ouml;rde (Anvisa) und vom Brasilianischen Rat f&uuml;r Forschungsethik (Conep) bewilligt worden. Keine\/r der 4.600 in S&atilde;o Paulo, Rio de Janeiro und Salvador rekrutierten, nicht-Covid-19-infizierten und geimpften Freiwilligen h&auml;tte &bdquo;schwerwiegende gesundheitliche Komplikationen gemeldet&ldquo;, so die Pressemitteilung. Die Infektiologie-Expertin und Test-Koordinatorin an der Unifesp, Dr. Lili Yin Weckx, hatte bereits vor der Unterbrechung die bisher erzielten &bdquo;positiven Ergebnisse&ldquo; hervorgehoben. Der Testlauf habe gezeigt, dass der K&ouml;rper der Probanden bereits mit einer einzigen Dosis Antik&ouml;rper bildete und in der zweiten Testphase eine deutlich h&ouml;here Antik&ouml;rperkonzentration aufwies.<\/p><p>Einzelne Landesregierungen in Brasilien hatten im Zeitraum Juni-August auch Vertr&auml;ge mit Russland und China &uuml;ber deren Impf-Prototypen &bdquo;Gam-COVID-Vac\/Sputnik V&ldquo; und &bdquo;CoronaVac&ldquo; unterzeichnet, deren Massenerprobung im August beginnen sollte. Dimas Covas, Professor f&uuml;r Klinische Medizin und Direktor des staatlichen Butantan-Instituts &ndash; dem gr&ouml;&szlig;ten Forschungszentrum und Hauptproduzenten von Immunbiologika in Brasilien &ndash; versicherte zum Beispiel am vergangenen 13. September, der Impfstoff CoronaVac &ndash; vom chinesischen Pharmakonzern SinoVac Biotech &ndash; werde bis Ende 2020 mit insgesamt 46 Millionen Dosen im Lande <a href=\"https:\/\/www.band.uol.com.br\/noticias\/16310218\/butantan-vai-disponibilizar-a-coronavac-ate-dezembro-diz-dimas-covas\">erh&auml;ltlich sein<\/a>. China ist gleichzeitig mit drei Bio-Konzernen im Rennen: Sinopharm, CanSino und SinoVac.<\/p><p>Seinerseits hatte Russland erst am vergangenen 11. August seinen &bdquo;Sputnik-V&ldquo;-Impfstoff offiziell registriert, der im Nikolai-Gamaleya-Zentrum f&uuml;r Epidemiologie und Mikrobiologie entwickelt wurde und in Zusammenarbeit mit dem Russischen Fonds f&uuml;r Direktinvestitionen (RFPI) hergestellt wird. Mit rund 40.000 Freiwilligen startete sodann Anfang September die dritte Phase der klinischen Studien mit &bdquo;Sputnik V&ldquo;, dessen Bekanntgabe sofort positive R&uuml;ckwirkungen auf die Test- und Lieferungsvertr&auml;ge hatte, die Russland bereits mit Brasilien, Peru, Mexiko und Venezuela unterzeichnet hat. Allen Anzeichen nach soll der &bdquo;Sputnik-V&ldquo;-Impfstoff au&szlig;erhalb Russlands <a href=\"https:\/\/forbescentroamerica.com\/2020\/08\/11\/la-vacuna-rusa-sera-producida-en-brasil\/\">vor allem in Brasilien hergestellt<\/a> werden, und zwar im s&uuml;dbrasilianischen Bundesstaat Paran&aacute;.<\/p><p>Chiles Regierung rief ebenfalls im August zur &ouml;ffentlichen Bewerbung von 3.000 Freiwilligen auf, allerdings zur gleichzeitigen <a href=\"https:\/\/www.elmostrador.cl\/noticias\/pais\/2020\/08\/02\/minsal-asegura-que-continua-la-leve-mejoria-y-adelanta-que-vacuna-contra-el-covid-19-podria-estar-disponible-en-2021\/\">Erprobung mehrerer internationaler Impfstoff-Prototypen<\/a>. Wissenschaftsminister Andr&eacute;s Couve erkl&auml;rte dazu, bereits seit April 2020 werde mit f&uuml;nf ausl&auml;ndischen Laboratorien an mehreren Optionen der dritten Test-Phase gleichzeitig gearbeitet; eine Entscheidung, die auch f&uuml;r Argentinien, Brasilien und Mexiko zutrifft.<\/p><p>In Argentinien meldeten sich gar <a href=\"https:\/\/www.clarin.com\/sociedad\/vacuna-coronavirus-argentina-avalancha-voluntarios-empiezan-probar_0_ti9B51azN.html\">15.000 Freiwillige zur Erprobung<\/a> des &bdquo;BNT162b1&ldquo;-Impfstoff-Prototypen des US-amerikanischen Pfizer-Konzerns und des deutschen BioNtech-Labors. Die Tests werden im zentralen Milit&auml;r-Krankenhaus mit ausgew&auml;hlten 4.500 Probanden durchgef&uuml;hrt.<\/p><p>Als einziges Land unter den sogenannten Entwicklungsl&auml;ndern im Weltma&szlig;stab <a href=\"https:\/\/www.pagina12.com.ar\/289549-made-in-cuba-la-vacuna-contra-el-coronavirus-mas-avanzada-de\">begann auch Kuba mit der Testung<\/a> seines eigenen Impfstoffs &bdquo;Soberana 01&ldquo;. Experten verschiedener Gesundheits- und Wissenschaftsinstitute auf der Karibikinsel haben Mitte August bei einem Treffen mit Pr&auml;sident Miguel D&iacute;az-Canel den kubanischen Impfstoff vorgestellt. Die Testphase begann am 24. August und soll bis Februar 2021 andauern. Dagmar Garc&iacute;a Rivera, Forschungsdirektorin am staatlichen wissenschaftlichen Zentrum Instituto Finlay, erkl&auml;rte, an den Tests beteiligen sich 676 freiwillige Personen im Alter von 19 bis 80 Jahren. Im Falle eines Happy Ends wird Kuba im ersten Quartal 2021 als einziges Land Lateinamerikas einen eigenen Coronavirus-Impfstoff zur Verf&uuml;gung haben.<\/p><p><strong>Kriminelles Intermezzo: der Pfizer-Konzern als Partner der deutschen BioNTech<\/strong><\/p><p>Dass sich das deutsche Gro&szlig;labor ausgerechnet den wegen krimineller Impftestung und Korruption in Afrika verklagten US-Pharmariesen Pfizer als Gesch&auml;ftspartner aussuchte oder von ihm aussuchen lie&szlig;, ist keine gute Visitenkarte.<\/p><p>BioNTech ist eine Firmengr&uuml;ndung der Mediziner Ugur &#350;ahin (Professor f&uuml;r experimentelle Onkologie an der III. Medizinischen Klinik der Universit&auml;t Mainz), Christoph Huber und &Ouml;zlem T&uuml;reci aus dem Jahr 2008, mit einem wissenschaftlichen Beirat unter Leitung des Schweizer Immunologen und Nobelpreistr&auml;gers der Medizin (1996) Rolf M. Zinkernagel. BioNTech steht in enger Verbindung mit der Bill &amp; Melinda Gates Foundation, mit der das deutsche Pharma-Unternehmen 2019 eine Vereinbarung &uuml;ber die Entwicklung von HIV- und Tuberkulose-Programmen zur Identifizierung und Entwicklung von pr&auml;klinischen Impfstoff- und Immuntherapiekandidaten zur Pr&auml;vention von HIV- und Tuberkulose-Infektionen und zur langfristigen antiretroviralen therapiefreien Remission von HIV-Erkrankungen <a href=\"https:\/\/investors.biontech.de\/news-releases\/news-release-details\/biontech-announces-new-collaboration-develop-hiv-and\/\">unterzeichnete und daf&uuml;r 55 Millionen US-Dollar von der Gates Foundation<\/a> erhielt.<\/p><p>BioNTech ist zweifellos &bdquo;gesch&auml;ftst&uuml;chtig&ldquo;. Im Dezember 2019 erhielt das Unternehmen eine weitere Finanzierung in H&ouml;he von 50 Millionen Euro von der Europ&auml;ischen Investitionsbank und im Juni 2020 flossen beachtliche 250 Millionen Euro als sogenannte Privatplatzierung von Pflichtwandelanleihen der Temasek Holdings in Singapur in seine Kassen. Mit Pfizer und dem chinesischen Pharmakonzern Fosun arbeitet das Unternehmen an der Entwicklung des &bdquo;BNT162&ldquo;-Impfstoffs gegen das Covid-19-Virus. &bdquo;Falls als sicher erwiesen&ldquo;, unterzeichneten Pfizer und BioNTech im Verlauf des Jahres Vertr&auml;ge &uuml;ber die Lieferung von 30 Millionen Einzeldosen des Impfstoffs f&uuml;r das Vereinigte K&ouml;nigreich, 100 Millionen Dosen f&uuml;r die USA und 120 Millionen Dosen f&uuml;r Japan.<\/p><p>Doch Pfizer hat einen weltweit &uuml;blen Ruf. Mitte der 90er Jahre f&uuml;hrte der US-Konzern illegale und betr&uuml;gerische Meningitis-(Hirnhautentz&uuml;ndungs)-Testversuche mit Kindern im afrikanischen Nigeria durch. An dem Versuch mit dem experimentellen Medikament Trovan starben 11 Kinder und Dutzende erlitten lebenslange Behinderungen.<\/p><p>&bdquo;Die Zeit lief davon &hellip; da die Epidemie (in Nigeria) bereits ihren H&ouml;hepunkt &uuml;berschritten hatte&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/international\/archive\/2010\/12\/did-pfizer-bribe-its-way-out-of-criminal-charges-in-nigeria\/68495\/\">berichtete Investigativ-Reporter Walter Armstrong<\/a> vor zehn Jahren im US-amerikanischen Monatsmagazin The Atlantic. Dem Unternehmen gelang es, innerhalb von sechs Wochen eine klinische Studie mit der experimentellen Trovan-Verbindung zu entwerfen, die weder bei Kindern noch gegen Meningitis getestet worden war, obwohl Risiken und Komplikationen eines solchen Versuchs in der Regel ein Jahr erfordern, um eine angemessene Bewertung vorzunehmen. Das vielversprechende Breitband-Antibiotikum stie&szlig; auf elterliches Misstrauen in den Industriel&auml;ndern, die nicht bereit waren, ihre Kinder als Versuchskaninchen an den weltgr&ouml;&szlig;ten Pharmakonzern zu vermieten.<\/p><p>Da die staatliche, p&auml;diatrische Zulassung jedoch der Schl&uuml;ssel zum Gesch&auml;ft und zur Umsatzmaximierung ist, charterte ein Trovan-Team einen Jet, flog nach der nigerianischen Stadt Kano am Rande der Sahara, &bdquo;befehligte das &uuml;berf&uuml;llte Gel&auml;nde br&ouml;ckelnder Aschenblockbunker, die als Krankenhaus galten&ldquo; (Armstrong), f&uuml;hrte den Test durch und flog zwei Wochen sp&auml;ter mit seinen Test-Daten wieder aus. Der Testablauf war aber ein wissenschaftlicher Betrug und ein Anschlag auf das weltweite Gesundheitssystem, wie folgende Pointe deutlich macht.<\/p><p>Obwohl die US-Richtlinien besagen, dass Meningitis-Experimente Langzeit-Follow-Ups vorweisen sollten, befolgte Pfizer keine derartigen Kontrollen. Als weniger als die H&auml;lfte der getesteten Kinder in die Klinik zur&uuml;ckkehrte, erkl&auml;rte der Konzern, diese Minderheit reiche f&uuml;r den Beweis aus, dass das Experiment keine Nebenwirkungen zeige. Als alle bis auf zun&auml;chst f&uuml;nf der 100 Testkinder &uuml;berlebten, br&uuml;stete sich Pfizer an der Wall Street, der Erfolg der Droge habe das Ding f&uuml;r einen Blockbuster, weil die Sterblichkeitsrate an unbehandelter Meningitis in Kano 20 Prozent betrug.<\/p><p>Eine Investigativ-Reportagen-Serie der <em>Washington Post<\/em> fand in Kano heraus, dass viele Eltern weder gewusst hatten, dass ihre Kinder Teil des Experiments waren, noch informiert wurden, dass eine benachbarte Klinik, ausgerechnet von &bdquo;Medicines San Fronti&eacute;res&ldquo; verwaltet, ihren Kindern ein bew&auml;hrtes Antibiotikum h&auml;tte verabreichen k&ouml;nnen.<\/p><p>Zusammengefasst: Nach erst Jahre sp&auml;ter einsetzenden Ermittlungen verklagte die nigerianische Justiz den Pfizer-Konzern zu umgerechnet 5,2 Milliarden Euro Schadensersatz. Wikileaks gelang es jedoch, <a href=\"https:\/\/wikileaks.org\/plusd\/cables\/09ABUJA1465_a.html\">Geheimberichte des US-State Department<\/a> anzuzapfen und nachzuweisen, dass die Pfizer-Verteidigungsstrategie sich nicht auf die Prozess-Verz&ouml;gerung allein beschr&auml;nkte, sondern fern jeder Selbstkritik und Entschuldigung obendrein auf Erpressung zielte. Die Interna des State Department berichten von Sitzungsprotokollen, in denen Pfizer-Vertreter den US-Botschafter dar&uuml;ber informierten, dass das Unternehmen der Klage des Bundesstaates Kano zugestimmt h&auml;tte, jedoch anstelle der geforderten 5 Milliarden ein &bdquo;Taschengeld&ldquo; in H&ouml;he von 75 Millionen US-Dollar angeboten h&auml;tte.<\/p><p>Der Konzern sei zu dem Schluss gekommen, die freche Summe sei angemessen, da die Klagen seit vielen Jahren andauerten und Pfizer j&auml;hrlich angeblich mehr als 15 Millionen Dollar an Rechts- und Ermittlungsgeb&uuml;hren gekostet h&auml;tten. Aus den Leaks geht hervor, Pfizer habe f&uuml;r die Zustimmung der nigerianischen Justiz Schmiergelder angeboten. Der Fall ging in Revision und nach einem 15 Jahre langen Rechtsstreit <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2011\/aug\/11\/pfizer-nigeria-meningitis-drug-compensation\">beugte sich der US-Konzern dem Urteil<\/a> und zahlte mit einer ersten Rate jeder betroffenen nigerianischen Familie 175.000 US-Dollar; nach wie vor ein billiges Taschengeld.<\/p><p>Der Fall inspirierte den renommierten britischen Kriminalroman-Autor John le Carr&eacute; zu dem im Jahr 2001 erschienenen Roman <a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/Constant-Gardener-Novel-John-Carre\/dp\/1416503900\">The Constant Gardener<\/a> und zur gleichnamigen britischen Spielfilmbearbeitung <a href=\"https:\/\/www.kino-zeit.de\/film-kritiken-trailer-streaming\/der-ewige-gaertner\">Der ewige G&auml;rtner<\/a> (2005) mit Ralph Fiennes und Rachel Weisz in den Hauptrollen.<\/p><p><strong>Das GAVI-Impfnetzwerk vor der Covid-19-Pandemie und die Bill &amp; Melinda Gates Foundation<\/strong><\/p><p>Doch zur&uuml;ck zum Wettstreit der Vakzine.<\/p><p>Der Covid-19-Pandemie und dem weltweiten Wettkampf der Impfstoff-Hersteller geht ein machtvolles Geflecht privatwirtschaftlicher und staatlicher Akteure voraus. Die zentrale Rolle spielt hier die Vaccine Alliance, die sich zur Gr&uuml;ndungszeit vor zwei Jahrzehnten Global Alliance for Vaccines and Immunization nannte, doch nach wie vor unter dem Akronym <a href=\"https:\/\/www.gavi.org\/our-alliance\">GAVI<\/a> zeichnet. Die Organisation definiert sich selbst als &ouml;ffentlich-private globale Gesundheitspartnerschaft f&uuml;r den Impfungs-Zugang mit Schwerpunkt in armen L&auml;ndern.<\/p><p>In der GAVI-Allianz sind Entwicklungsl&auml;nder-Regierungen, die WHO, UNICEF, die Weltbank, die Impfstoff-Industrie, Ortsindustrien der Entwicklungsl&auml;nder, Forschungs- und technische Agenturen sowie einzelne Vertretungen der Zivilgesellschaft vernetzt. Doch das Netzwerk sollte nicht dar&uuml;ber hinwegt&auml;uschen, dass wiederholten Dementis zum Trotz hier die <a href=\"https:\/\/www.gatesfoundation.org\/\">Bill &amp; Melinda Gates Foundation<\/a> dominanten Einfluss aus&uuml;bt. Die Stiftung pumpte seit ihrem und dem Bestehen von GAVI Milliarden US-Dollar in das Netzwerk und stiftete allein f&uuml;r die Bek&auml;mpfung von Covid-19 in den <a href=\"https:\/\/nul.org\/news\/gates-foundation-pledges-16-billion-gavi-vaccine-alliance\">kommenden f&uuml;nf Jahren 1,6 Milliarden US-Dollar<\/a> an GAVI. Die GAVI-Allianz, insbesondere ein gewisser gesundheitspolitischer &bdquo;Gates-Approach&ldquo; ist nicht unumstritten.<\/p><p>Besch&auml;ftigte des &ouml;ffentlichen Sektors und Wissenschaftler des &ouml;ffentlichen Gesundheitswesens in Industrie- und Entwicklungsl&auml;ndern haben GAVI und andere globale Gesundheitsinitiativen (GHI) mit Akteuren des privaten Sektors <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC4166931\/\">kritisiert und erkl&auml;rt<\/a>, sie bes&auml;&szlig;en weder die demokratische Legitimierung noch die F&auml;higkeit, &uuml;ber eine staatliche Agenda f&uuml;r das &ouml;ffentliche Gesundheitswesen zu entscheiden. Im Zentrum der Kritik steht, dass private Geldgeber es einfacher finden, durch &ouml;ffentlich-private Partnerschaften wie GAVI Einfluss auszu&uuml;ben, als die traditionellen Gesundheitssysteme zu f&ouml;rdern.<\/p><p>Ferner wird kritisiert, dass Mitarbeiter der privaten, sogenannten &bdquo;Gesundheitsinitiativen&ldquo; h&auml;ufig direkt aus Elite-Bildungseinrichtungen rekrutiert werden und keine Erfahrung mit &ouml;ffentlichen Gesundheitssystemen haben, insbesondere mit denen &auml;rmerer L&auml;nder. So wundert es nicht, dass bei den GAVI-internen Debatten wichtige Stifter wie Norwegen und Gro&szlig;britannien das &ouml;ffentliche Gesundheitssystem unterst&uuml;tzten, w&auml;hrend USAID und die Bill &amp; Melinda Gates Foundation, insbesondere Bill Gates pers&ouml;nlich, sich dagegen aussprachen; ein Grund, weshalb WHO-Beamte wiederholt GAVI privat daf&uuml;r kritisiert haben, dass die Organisation das Mandat der WHO verletzt und geschw&auml;cht habe.<\/p><p><strong>Die CEPI-Impf-&bdquo;Allianz f&uuml;r eine sichere Welt&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die <a href=\"https:\/\/cepi.net\/\">CEPI &ndash; New Vaccines For A Safer World<\/a> (&bdquo;Koalition f&uuml;r Innovationen zur Vorbereitung auf Epidemien&ldquo;) mit Hauptsitz in Oslo ist ein Gesch&ouml;pf des Weltwirtschaftsforums von Davos (WEF) aus dem Jahr 2017. Es wurde mit einer Geldspende in H&ouml;he von 460 Millionen US-Dollar aus der Taufe gehoben; etwas weniger als die H&auml;lfte davon von privaten Spendern wie der Bill &amp; Melinda Gates Foundation und des britischen Wellcome Trusts, mit je 100 Millionen US-Dollar. Zu den Mitbegr&uuml;ndern geh&ouml;rt ein Staaten-Konsortium, bestehend aus Norwegen, Japan und Deutschland, dem sp&auml;ter die Europ&auml;ische Union (2019), Gro&szlig;britannien (2020) und Indien beigetreten sind.<\/p><p>Die Zeitschrift <em>Nature<\/em> <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/news\/billion-dollar-project-aims-to-prep-vaccines-before-epidemics-hit-1.21329\">schrieb 2017<\/a>, CEPI sei &bdquo;mit Abstand die gr&ouml;&szlig;te Impfstoff-Entwicklungsinitiative, die jemals gegen Viren eingef&uuml;hrt wurde, die potenzielle epidemische Bedrohungen darstellen&ldquo;. Nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie wurde CEPI von verschiedenen Medien als &bdquo;Schl&uuml;sselakteur im Wettlauf um die Entwicklung eines Impfstoffs&ldquo; gegen das Coronavirus bezeichnet. Unmittelbar nach der Gr&uuml;ndung <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/5699ac84-dd87-11e6-86ac-f253db7791c6\">erkl&auml;rte Bill Gates<\/a> im Interview mit der Financial Times, das Hauptziel von CEPI bestehe darin, die Laufzeit f&uuml;r die Entwicklung von Impfstoffen von 10 Jahren auf weniger als 12 Monate zu verk&uuml;rzen. Im Februar 2020 war CEPI durch Neuzug&auml;nge bereits mit mindestens 800 Millionen US-Dollar ausgestattet.<\/p><p>Wie GAVI definiert auch CEPI seine Gr&uuml;ndungsmission als &bdquo;gerechten Zugang&rdquo; in Pandemie-F&auml;llen, also den Verkauf von Impfstoffen an Entwicklungsl&auml;nder zu erschwinglichen Preisen. Einerseits sollen hierdurch bestehende Patente der Pharmaindustrie heruntergehandelt oder gar missachtet werden, um skandal&ouml;se Justizdispute der Konzerne wie w&auml;hrend der Ebola-Epidemie 2013-2016 zu vermeiden. Andererseits versucht CEPI jedoch mit der Einbindung von einflussreichen Staaten, auch die ungehinderten, globalen Handelsinteressen der Privatwirtschaft sicherzustellen.<\/p><p>Gesch&auml;ftsgeheimnisse w&uuml;rden nicht von CEPI finanziert, hei&szlig;t es in den Erkl&auml;rungen der Organisation, Privatunternehmen m&uuml;ssten alle mit CEPI-Mitteln entwickelten Forschungsdaten teilen. W&auml;hrend CEPI das mit Eigenmitteln entwickelte geistige Eigentum kontroverserweise nicht behalten und patentieren werde &ndash; was den Mitgliedsstaaten erlaubt, die Impferzeugnisse zu besitzen &ndash; schreibt CEPI auch sogenannte &bdquo;Einstiegsrechte&ldquo; vor. Im Klartext, das Recht, mit CEPI-Mitteln entwickeltes geistiges Eigentum f&uuml;r die Impfstoffherstellung <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2020\/03\/02\/opinion\/contributors\/pharma-vaccines.html\">mit Lizenz zu vergeben und zu nutzen<\/a>, auch wenn das Unternehmen, das die Finanzierung erhalten und das geistige Eigentum beansprucht hat, sp&auml;ter von der Vereinbarung mit CEPI zur&uuml;cktritt.<\/p><p>Bereits im Januar 2020 begann mit mehrfachen Millionen-US-Dollar-Investitionen die CEPI-F&ouml;rderung privater Pharma-Unternehmen (Moderna, Inovio) der University of Queensland sowie chinesischer Forschungsanstalten auf der Suche nach einem Covid-19-Impfstoff.<\/p><p><strong>Die COVAX-Initiative<\/strong><\/p><p>Neun der von CEPI gef&ouml;rderten Covid-19-Impfstoffkandidaten sind Teil der COVAX-Initiative. Mit den Worten der WHO: Die Mehrheit unter den Dutzenden von Covid-19-Impfstoffen, die derzeit weltweit entwickelt werden, wird &bdquo;nicht erfolgreich sein&ldquo;. Weniger als 10 der rund 175 Impfstoffprojekte gegen das Sars-CoV-2-Virus haben Testphase 3 &ndash; also die Vertr&auml;glichkeitspr&uuml;fung mit Massentestung &ndash; angetreten. Von den rund 165 impfinteressierten L&auml;ndern haben nach Angaben der WHO bereits 80 potenziell selbstfinanzierende L&auml;nder unverbindliche Interessenbekundungen bei der von GAVI koordinierten COVAX-Fazilit&auml;t eingereicht und sich 92 Volkswirtschaften mit niedrigem und mittlerem Einkommen angeschlossen, die vom COVAX Advance Market Commitment (AMC) unterst&uuml;tzt werden k&ouml;nnen. In diesem Stadium warnt die WHO jedoch, &bdquo;die Regierungen stehen unter dem Druck, die Versorgung ihrer Bev&ouml;lkerung mit den erfolgreichen Impfstoffen zu gew&auml;hrleisten, doch wenn die Regierungen konkurrieren, k&ouml;nnten die meisten L&auml;nder aus der Versorgung herausfallen&ldquo;. Die Initiative wurde COVAX genannt.<\/p><p>In der Eigendefinition will <a href=\"https:\/\/www.gavi.org\/covid19\/covax-facility\">COVAX Facility<\/a> COVAX &bdquo;unter Verwendung eines derzeit von der WHO formulierten Zuteilungsrahmens einen fairen und gerechten Zugang zu Impfstoffen f&uuml;r jede teilnehmende Volkswirtschaft sicherstellen&ldquo;. Wie dies funktionieren soll, erkl&auml;rt GAVI folgenderma&szlig;en: &bdquo;Die COVAX-Fazilit&auml;t wird den gerechten Zugang sicherstellen, indem sie die Kaufkraft der teilnehmenden Volkswirtschaften b&uuml;ndelt und Volumen-Garantien f&uuml;r eine Reihe vielversprechender Impfstoffkandidaten bereitstellt, damit die Impfstoffhersteller, deren Fachwissen f&uuml;r die Produktion der neuen Impfstoffe in gro&szlig;em Ma&szlig;stab von wesentlicher Bedeutung ist, fr&uuml;hzeitig gef&auml;hrdete Investitionen t&auml;tigen k&ouml;nnen. Diese Produktionskapazit&auml;t bietet den teilnehmenden L&auml;ndern und Volkswirtschaften die besten Chancen auf einen schnellen Zugang zu Dosen eines erfolgreichen COVID-19-Impfstoffs&ldquo;. In Wahrheit ist COVAX nicht, wie von GAVI behauptet, ein gepoolter Beschaffungsmechanismus f&uuml;r Covid-19-Impfstoffe, sondern vor allem von staatlichen Finanzierungsmitteln f&uuml;r die Pharmaindustrie.<\/p><p>COVAX und CEPI sind zwei Gesichter der gleichen Medaille. Neun Impfstoffkandidaten werden derzeit von CEPI unterst&uuml;tzt. Sieben davon betreiben bereits Phase 3 der Testabl&auml;ufe. Regierungen, Impfstoffhersteller mit ihrer eigenen Forschung und Entwicklung, Organisationen und Einzelpersonen haben bisher 1,4 Milliarden US-Dollar f&uuml;r die Forschung und Entwicklung von Impfstoffen bereitgestellt. Offiziell fehlt jedoch eine Milliarde US-Dollar, &bdquo;um das Portfolio weiter voranzutreiben&ldquo;. Der Finanzierungsdruck der Pharmaindustrie wird offen zugegeben. &bdquo;Der Erfolg von COVAX h&auml;ngt nicht nur von den L&auml;ndern ab, die sich der COVAX-Fazilit&auml;t angeschlossen haben, sondern auch davon, dass wichtige Finanzierungsl&uuml;cken sowohl f&uuml;r die F&amp;E-Arbeit von COVAX als auch f&uuml;r einen Mechanismus zur Unterst&uuml;tzung der Beteiligung einkommensschwacher Volkswirtschaften an der COVAX-Fazilit&auml;t geschlossen werden&ldquo;, hei&szlig;t es in <a href=\"https:\/\/www.who.int\/initiatives\/act-accelerator\/covax\">&auml;hnlich lautenden Erkl&auml;rungen<\/a> von GAVI\/CEPI und der WHO.<\/p><p>Das weniger bekannte Ziel ist die Entwicklung von drei &bdquo;sicheren und wirksamen Impfstoffen&ldquo;, die den an der COVAX-Fazilit&auml;t teilnehmenden L&auml;ndern zur Verf&uuml;gung gestellt werden k&ouml;nnen. So wurde aus dem Oxford\/Astra-Zeneca-Impfstoff der &bdquo;politische F&uuml;hrer&ldquo; in Lateinamerika, den die Bill &amp; Melinda Gates Foundation <a href=\"https:\/\/thenextweb.com\/hardfork\/2020\/06\/05\/bill-gates-covid-coronavirus-vaccine-750-million-oxford-azd1222\/\">mit 750 Millionen US-Dollar<\/a> und die US-Regierung <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2020-05-21\/astrazeneca-gets-1-billion-from-u-s-to-make-oxford-vaccine\">mit einer weiteren Milliarde US-Dollar<\/a> finanzieren. Der Implementierung des Testlaufs, der Labor-Infrastruktur und der industriellen Herstellung schlossen sich neben den Regierungen Argentiniens, Mexikos und Brasiliens (im Alleingang) drei lateinamerikanische Milliard&auml;re an: der Mexikaner Carlos Slim, der Argentinier Sigman und der in der Schweiz lebende Getr&auml;nke-Multimilliard&auml;r und reichste Mann Brasiliens, Paulo Lemann.<\/p><p>Argentinien, Brasilien und Mexiko geh&ouml;ren zu den lateinamerikanischen L&auml;ndern, die sich f&uuml;r die COVAX-Allianz ausgesprochen haben. Die USA, China, die Europ&auml;ische Union und Russland haben jedoch erkl&auml;rt, dass sie vorerst nicht Teil der Koalition sein werden.<\/p><p><strong>Der Gewinn Bill Gates&lsquo;<\/strong><\/p><p>Bill Gates sch&auml;tzte k&uuml;rzlich, die Covid-19-Krise werde f&uuml;r reiche L&auml;nder wahrscheinlich Ende 2021 und f&uuml;r die &uuml;brigen Betroffenen 2022 enden. &bdquo;F&uuml;r die reiche Welt sollten wir dies (das Coronavirus) sicherlich bis Ende 2021 beenden k&ouml;nnen, w&auml;hrend der Rest der L&auml;nder es bis Ende 2022 fertigstellen w&uuml;rde&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.revistaclase.mx\/gente-con-clase\/bill-gates-calcula-fecha-probable-fin-de-la-pandemia\">erkl&auml;rte der Milliard&auml;r<\/a>.<\/p><p>Nicht wenige fragen sich, was gewinnen die Bill und Melinda Gates mit ihrer Teilhabe an der globalen Gesundheits- und Impfstoff-Finanzierung? Die &bdquo;Weltherrschaft&ldquo; mit einem nachtr&auml;glichen Hirn-Chip-Implantat? Bill Gates als einer der &bdquo;Illuminati&ldquo; in den Verschw&ouml;rungs-Mythen versponnener Facebook-Seiten oder von Robert Kennedy Jr., der j&uuml;ngst als &bdquo;Held&ldquo; einer Covid-19-kritischen Demonstration in Berlin zelebriert wurde? Dem Unfug widersprach l&auml;ngst Oskar Lafontaine mit n&uuml;chternen Fakten, die in seinem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60993\">Bill Gates &ndash; Weltherrschaft und Verschw&ouml;rungstheorie<\/a> nachzulesen und zu w&uuml;rdigen sind, die aber auch in neuen Untersuchungen &uuml;ber die Motivationen des Turbo-HighTech-Milliard&auml;rs ausgeweitet und analytisch vertieft werden sollten.<\/p><p>Das Gates-Ehepaar und seine Stiftung feiern sich gern als &bdquo;<a href=\"https:\/\/medium.com\/future-today\/bill-and-melinda-gates-foundation-how-they-helped-save-122-million-lives-755a193d51a4\">Retter von 122 Millionen Menschen<\/a>&ldquo;, denen ihre Hilfe in der medizinischen Notversorgung zugutekam. Bei diesen Feiern spielen die Medien eine zentrale Rolle der Hofberichterstattung und Beweihr&auml;ucherung, die selten das medizinische M&auml;zenatentum des Gates-Ehepaares in Verbindung mit dem Microsoft-Konzern herstellen und somit ausblenden, dass Microsoft Anlagewerte in H&ouml;he von 300 Milliarden US-Dollar vereinigt und in den vergangenen acht Monaten dieses Jahres bereits 44 Milliarden US-Dollar eingefahren hat.<\/p><p>Microsoft CEOs behaupten, der Konzern zahle einen effektiven Steuersatz von 49 Prozent auf seinen Gewinn, doch die Silicon-Valley-DigitalTech-Giganten, darunter Microsoft, <a href=\"https:\/\/www.cnbc.com\/2019\/12\/02\/silicon-valley-giants-accused-of-avoiding-100-billion-in-taxes.html\">hinterzogen im Jahr 2019 rund 100 Milliarden US-Dollar<\/a> an f&auml;lligen Steuern. Stiftungen sind das bew&auml;hrteste Werkzeug zur Steuer-Hintertreibung und Philanthropie der Hebel medialer Dauerfeiern. &Uuml;ber Bill Gates sollte weiter recherchiert und publiziert werden, vor allem unter einem zweiten, relevanten und strategischen Aspekt: St&auml;rkt sein Philanthropismus das weltweite &ouml;ffentliche Gesundheitssystem oder beg&uuml;nstigt es umgekehrt seine zunehmende Privatisierung, vor allem in der sogenannten Dritten Welt?<\/p><p>Die Fragestellung f&uuml;hrt nat&uuml;rlich auch zur von mehrfachen Vorw&uuml;rfen betroffenen Gates-Partnerin WHO. Doch weder die WHO noch Gates sind das eigentliche Problem, sondern die haarstr&auml;ubende Unterfinanzierung der renommierten UN-Organisation durch die Mehrheit ihrer Mitgliedstaaten, womit &ndash; Thema eines der n&auml;chsten NachDenkSeiten-Beitr&auml;ge &ndash; der privatwirtschaftlichen Unterwanderung der WHO und anderer UN-Institutionen T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet wurden.<\/p><p>Titelbild: Euripides \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neun Monate nach dem Covid-19-Alarm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 5. Januar 2020 f&uuml;llen Nachrichten &uuml;ber den Impfstoff gegen die Pandemie die Seiten der weltweiten Medien, in Lateinamerika insbesondere im Hinblick auf die Testung. Hie&szlig; es in den internationalen Medien zun&auml;chst, mit einem verl&auml;sslichen Coronavirus-Impfstoff sei nicht vor mindestens zwei Jahren Forschungs- und Entwicklungszeit zu rechnen,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64946\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":64949,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149,144],"tags":[965,712,1613,2955,669,379,1581,2954,1368,2859,1570,1222,2953,438,259,1625,1140,2834,439,2399],"class_list":["post-64946","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-private-public-partnership","tag-argentinien","tag-arzneimittel","tag-brasilien","tag-cepi","tag-chile","tag-china","tag-gates-bill","tag-gavi","tag-kuba","tag-menschenversuche","tag-mexiko","tag-pandemie","tag-pfizer","tag-pharmaindustrie","tag-russland","tag-stiftungen","tag-urheberrecht","tag-virenerkrankung","tag-who","tag-wiedergutmachung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/shutterstock_1670959879.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/64946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=64946"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/64946\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":65069,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/64946\/revisions\/65069"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/64949"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=64946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=64946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=64946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}