{"id":65143,"date":"2020-09-24T08:50:33","date_gmt":"2020-09-24T06:50:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143"},"modified":"2020-09-24T09:11:29","modified_gmt":"2020-09-24T07:11:29","slug":"hinweise-des-tages-3704","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h01\">Corona<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h02\">Haushaltsentwurf 2021: Die Rechnung kommt nach der Bundestagswahl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h04\">Tarifpolitik (nicht nur) im Corona-Spagat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h05\">Ukrainische Praktikanten f&uuml;r die Fleischfabriken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h06\">Europ&auml;ische Union: Handlungsf&auml;higkeit langfristig sichern!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h07\">&ldquo;Ich h&auml;tte nicht gedacht, dass ich Jean-Claude Juncker so heftig vermissen w&uuml;rde&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h08\">&ldquo;Der Neoliberalismus hat ausgedient&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h09\">Elektrische Unterst&uuml;tzung beim Radfahren: &bdquo;Als Massenprodukt sind E-Fahrr&auml;der kritisch zu sehen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h10\">Die lebenden Toten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h11\">Bundeswehroperationen im Weltraum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h12\">Krieg im Jemen: Drohnen mit deutschen Modellflugzeugmotoren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65143#h13\">Im Mittel mehr Macht<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Corona<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Ausgangssperre nur f&uuml;r Arme in Madrid<\/strong><br>\nNachdem sechs Wochen die Lage besch&ouml;nigt wurde, greift die rechte Regionalregierung nun doch zum teilweisen Lockdown, um eine zweite allgemeine Ausgangssperre zu vermeiden<br>\nSchon vor sechs Wochen hatte sich klar abgezeichnet, was auf die spanische Hauptstadtregion Madrid zukommt. Das wollte die Rechtsregierung in Madrid im Tourismussommer genauso wenig wahrhaben wie die sozialdemokratische Zentralregierung &ndash; und im Ausland lie&szlig; man sich zum Teil mit gesch&ouml;nten Zahlen an der Nase herumf&uuml;hren. Doch es war klar, dass sich die Realit&auml;t und dauernd steigende Infektionszahlen nicht lange verheimlichen lassen w&uuml;rden. Inzwischen f&uuml;llten sich die Krankenh&auml;user und die Intensivstationen in Madrid wieder mit Coronaviruspatienten, w&auml;hrend Madrid unter den Augen der sozialdemokratischen Zentralregierung zum zentralen europ&auml;ischen Hotspot wurde.<br>\nDas spanische Gesundheitsministerium hat am Dienstag erneut 241 Tote gemeldet, 106 davon allein in Madrid. In den vergangenen sieben Tagen seien 468 Menschen an Covid gestorben, 171 in Madrid.<br>\nDa inzwischen die Krankenh&auml;user und ihre Intensivstationen wie im Fr&uuml;hjahr wieder an ihre Kapazit&auml;tsgrenzen sto&szlig;en und sich erneut in Madrid eine Katastrophe wie im Fr&uuml;hjahr abzeichnet, hat die rechte Regionalpr&auml;sidentin Isabel D&iacute;az Ayuso am Montag schlie&szlig;lich doch Ma&szlig;nahmen umgesetzt und eine Ausgangssperre f&uuml;r verschiedene Teile der Region verh&auml;ngt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Ausgangssperre-nur-fuer-Arme-in-Madrid-4909102.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Covid-19: Hat Schweden die Herdenimmunit&auml;t erreicht?<\/strong><br>\nCovid-19 ist in Schweden beendet, obgleich das Land keinen vollen Lockdown vollzogen hat. Bericht eines Arztes<br>\nCovid ist in Schweden zu Ende. Auf den Titelseiten der Zeitungen erscheint es nicht mehr. Anfang August habe ich einen Bericht &uuml;ber meine Erfahrungen w&auml;hrend der Pandemie als Notfallarzt in Stockholm geschrieben. F&uuml;r die, die es nicht wissen, Schweden hat nie einen vollen Lockdown ausgef&uuml;hrt. Stattdessen gab es einen teilweisen Lockdown, der fast ausschlie&szlig;lich auf Freiwilligkeit beruht hat. Menschen, die in B&uuml;ros arbeiten, wurde empfohlen, von zu Hause aus zu arbeiten. Es wurde empfohlen, wenn m&ouml;glich die &ouml;ffentlichen Verkehrsmittel zu meiden. Menschen &uuml;ber 70 mit schweren Erkrankungen wurde geraten, ihre Kontakte zu anderen Menschen zu begrenzen.<br>\nDie einzige Beschr&auml;nkung, die die Regierung von Beginn an angeordnet hat, war, dass nicht mehr als 50 Personen auf einmal in einer Gruppe zusammen sein durften. Als dann deutlich wurde, dass Covid vor allem f&uuml;r Menschen in Pflegeheimen gef&auml;hrlich ist, wurde eine zus&auml;tzliche Beschr&auml;nkung f&uuml;r Besuche dieser Einrichtungen erlassen. Zu keinem Zeitpunkt gab es eine Pflicht zum Tragen von Gesichtsmasken in der &Ouml;ffentlichkeit. Restaurants, Caf&eacute;s, Friseure und Gesch&auml;fte sind durchgehend offen geblieben. Vorschulen und Schulen f&uuml;r Kinder bis 16 Jahre sind offen geblieben, Schulen f&uuml;r 16- bis 19-J&auml;hrige sind zum Fernunterricht &uuml;bergegangen.<br>\nMeine eigene Erfahrung ist, dass die Leute den freiwilligen Einschr&auml;nkungen am Anfang sehr gut gefolgt sind, dass sie &uuml;ber die Zeit allerdings immer laxer geworden sind. Ein pers&ouml;nliches Beispiel: Meine Mutter und meine Schwiegereltern sind in den ersten sechs Wochen zu Hause geblieben. Danach wollten sie nicht mehr ohne ihre Enkelkinder sein.<br>\nIn meinem Artikel vom August habe ich berichtet, dass nach einer anf&auml;nglichen Spitze von M&auml;rz bis April die Covid-Erkrankungen in unserer Notaufnahme kontinuierlich gesunken sind, ebenso wie die Todesf&auml;lle in Schweden von 100 pro Tag auf dem H&ouml;hepunkt auf etwa f&uuml;nf pro Tag im August.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Covid-19-Hat-Schweden-die-Herdenimmunitaet-erreicht-4909231.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Auf den erw&auml;hnten ersten Bericht des in Stockholm praktizierenden Arztes, Herrn Rushworth haben die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63817#h01\">hier<\/a> u.a. mit einer Anmerkung von Jens Berger hingewiesen. Auch angesichts der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64554\">europaweit erfreulich undramatischen Daten<\/a> k&ouml;nnten und sollten zwei Fragen gekl&auml;rt werden:<br>\na) Ist ein Impfstoff &uuml;berhaupt notwendig?<br>\nb) Wie lange sollen die einschr&auml;nkenden Ma&szlig;nahmen noch andauern &ndash; wirklich bis ein Impfstoff zur Verf&uuml;gung steht?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Wenn stimmt, was dieser schwedische Arzt beschreibt, dann haben die bei uns Verantwortlichen in Politik und Wissenschaft eindeutig auf die falsche Strategie gesetzt. Und wann ziehen die Verantwortlichen die Konsequenz, geben ihre Fehler zu und ziehen sich zur&uuml;ck?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Entwicklungsminister M&uuml;ller: &bdquo;An den Folgen der Lockdowns werden weit mehr Menschen sterben als am Virus&ldquo;<\/strong><br>\nDer CSU-Politiker spricht im Interview &uuml;ber die Notwendigkeit des Lieferkettengesetzes, seinen &Auml;rger &uuml;ber die Wirtschaftsverb&auml;nde und die EU-Fl&uuml;chtlingspolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amp2.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/coronakrise-entwicklungsminister-mueller-an-den-folgen-der-lockdowns-werden-weit-mehr-menschen-sterben-als-am-virus\/26209144.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Haushaltsentwurf 2021: Die Rechnung kommt nach der Bundestagswahl<\/strong><br>\nDer Entwurf von Bundesfinanzminister Olaf Scholz f&uuml;r den Bundeshaushalt 2021 sieht Ausgaben von 413,4 Milliarden Euro und eine Nettokreditaufnahme von 96,2 Milliarden Euro vor. Zum Vergleich: Im laufenden Jahr betrag die Ausgaben 508,5 Milliarden und die Nettokreditaufnahme 217,8 Milliarden Euro.<br>\nGr&ouml;&szlig;ter Einzelposten ist auch 2021 der Etat f&uuml;r Arbeit und Soziales. F&uuml;r ihn veranschlagt Scholz 163,9 Milliarden Euro, 3,9 Prozent weniger als im laufenden Jahr. Der Verteidigungsetat hingegen soll um 2,6 Prozent auf 46,8 Milliarden Euro steigen. 2018 betrug der Wehretat noch 38,5 Milliarden Euro. Das bedeutet eine Steigerung um gut 21 Prozent.<br>\n&ldquo;Das ist ein Wahlkampfhaushalt zur Freude des Geldadels und der R&uuml;stungsindustrie&rdquo;, kommentiert Dietmar Bartsch den Haushaltsentwurf: &ldquo;Die Rechnung der Krise wird den B&uuml;rgern nach der Bundestagswahl pr&auml;sentiert. Dass diejenigen, denen es sehr gut geht in Deutschland, keinen gesonderten Beitrag zur Finanzierung der Krise leisten sollen, ist unfair und unsozial. So werden die einfachen Leute auch diese Krise bezahlen m&uuml;ssen&rdquo;, so Bartsch.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/themen\/nachrichten\/detail\/haushaltsentwurf-2021-die-rechnung-kommt-nach-der-bundestagswahl\/\">DIE LINKE. im Bundestag<\/a>\n<p>dazu: <strong>Kabinett: Verteidigungshaushalt<\/strong><br>\nDer Welt zufolge will das Kabinett heute den Entwurf f&uuml;r den Haushalt 2021 beschlie&szlig;en, in dem der Milit&auml;rhaushalt gegen&uuml;ber diesem Jahr um 485 Mio. Euro auf 45,6 Mrd. Euro steigen soll. Hinzu kommen aber noch die Mittel aus dem Corona-Paket, die von der Welt auf 1,2 Mrd. Euro beziffert werden. Dabei handelt es sich &bdquo;nur&ldquo; um die Corona-Gelder f&uuml;r 2021, insgesamt d&uuml;rfte die Bundeswehr aus dem Paket im Umfang von 3,2 Mrd. profitieren (siehe IMI-Standpunkt 2020\/027).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.imi-online.de\/2020\/09\/23\/kabinett-verteidigungshaushalt\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Im Interview mit Paul Schreyer zu Covid-19: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64984\">&bdquo;Es ist an der Zeit, die Notbremse zu ziehen&ldquo;<\/a> ist u.a. zu lesen:<br>\n&ldquo;Jens Spahn hat Anfang diesen Jahres im Gesundheitsministerium eine neue Abteilung f&uuml;r &bdquo;Gesundheitssicherheit&ldquo; geschaffen &ndash; deren Gr&uuml;ndung &uuml;brigens laut Spahn schon Ende 2019 geplant worden war. Geleitet wird diese Abteilung von Hans-Ulrich Holtherm, einem Bundeswehrgeneral, der bei seiner jetzigen Arbeit im Gesundheitsministerium Uniform tr&auml;gt, den Corona-Krisenstab leitet und Spahn beim Krisenmanagement ber&auml;t. Mit dieser Verschmelzung von Medizin und Milit&auml;r liegt der Gesundheitsminister international voll im Trend. &bdquo;Biosecurity&ldquo; meint einen Schutz vor Pandemien und vor Angriffen mit Biowaffen &ndash; also Viren, Bakterien und Giften. (&hellip;)<br>\nEin Biowaffen-Angriff oder auch ein Seuchenausbruch bedeuten f&uuml;r die verschiedenen beteiligten Gruppen ganz Unterschiedliches: F&uuml;r die Bev&ouml;lkerung ist es nat&uuml;rlich eine be&auml;ngstigende und t&ouml;dliche Bedrohung, eine extreme Verunsicherung. F&uuml;r die Regierung ist es eine Krise, in der sie unter Druck ger&auml;t oder sich als Besch&uuml;tzer profilieren kann. F&uuml;r die Pharmaindustrie ist eine Pandemie aber auch ein profitables Gesch&auml;ftsfeld und f&uuml;r das Milit&auml;r die Gelegenheit zur Untersuchung einer potenziell nutzbaren Waffe.&rdquo;<br>\nDie auch hierzulande praktizierte Kooperation von Gesundheitsministerium und Milit&auml;r ist insbesondere in dieser merk-w&uuml;rdigen Coronazeit bemerkenswert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Tarifpolitik (nicht nur) im Corona-Spagat<\/strong><br>\nWie schnell und umfassend sich die Vorzeichen in einem spezifischen Arbeitsmarktsegment &auml;ndern k&ouml;nnen, l&auml;sst sich am Beispiel der Fluggesellschaften und ihres Personals studieren. Noch im vergangenen Jahr war auch aufgrund der bis dahin stetig steigenden Nachfrage nach Fl&uuml;gen die Arbeitsmarktlage der meisten Piloten so gut, dass selbst ein arbeitnehmerfeindlicher Intensivt&auml;ter wie Ryanair gezwungen war, den Piloten (und ein echter &bdquo;H&ouml;llenritt&ldquo; f&uuml;r dieses Unternehmen: den Gewerkschaften) bei den Arbeitsbedingungen entgegenzukommen, weil es einen zunehmenden Personalmangel gab. Und dann kam die Corona-Krise &uuml;ber uns und von einem Moment auf den anderen hat sich alles ver&auml;ndert aufgrund der massiven Einbr&uuml;che im Luftverkehr. Die waren und sind so au&szlig;ergew&ouml;hnlich, dass selbst gestandene und stolze Piloten beispielsweise der Lufthansa zu bislang unvorstellbaren Gehaltseinbu&szlig;en bereit waren bzw. sein mussten. In k&uuml;rzester Zeit hat sich die Machtasymmetrie aufgrund v&ouml;llig verkehrter Angebots-Nachfrage-Relationen zuungunsten der Besch&auml;ftigten gedreht und dass in so einer Branche wenn &uuml;berhaupt, dann &uuml;ber die Sicherung eines Teils der noch vorhandenen Belegschaften, aber sicher nicht &uuml;ber Lohnerh&ouml;hungen verhandelt wird, erschlie&szlig;t sich von selbst.<br>\nIn diesen Tagen werden wir in einem anderen Bereich hingegen mit einer Tarifauseinandersetzung konfrontiert, in der es sehr wohl um Lohnerh&ouml;hungen geht. Gemeint ist ein Teil des &Ouml;ffentlichen Dienstes, konkret die Tarifbesch&auml;ftigten von Bund und Kommunen. F&uuml;r die hier betroffenen 2,3 Mio. Besch&auml;ftigten haben die Verhandlungen am 1. September 2020 begonnen und die Gewerkschaft Verdi geht mit diesen Forderungen in die Auseinandersetzung: 4,8 %, mindestens aber 150 Euro pro Monat sowie gesonderte Verhandlungen f&uuml;r Besch&auml;ftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege. Hinzu kommt eine K&uuml;rzung der l&auml;ngeren ostdeutschen Wochenarbeitszeit um eine Stunde und damit eine bundesweite Angleichung. Das wird die gr&ouml;&szlig;te Tarifauseinandersetzung im zweiten Halbjahr 2020 werden. Und nachdem die Arbeitgeber nach zwei Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt haben, geht die Gewerkschaft aufs Spielfeld der Warnstreik-Aktionen &ndash; die n&auml;chste Verhandlungsrunde wird (erst) am 22. und 23. Oktober stattfinden. (&hellip;)<br>\nAls wir uns noch vor dem M&auml;rz 2020 in Sicherheit und der unendlichen Fortschreibung der &bdquo;damaligen&ldquo; Realit&auml;t wiegen durften, gab es bereits seit Jahren eine Debatte &uuml;ber die zunehmende Polarisierung auf den Arbeitsm&auml;rkten. Dabei wurde &ndash; bei allen Vermessungen in mittleren und vor allem h&ouml;heren Einkommensbereichen &ndash; darauf hingewiesen, dass es vor allem im unteren Lohnbereich eine Abkoppelung von der in anderen Bereichen durchaus positiven Lohnentwicklung gegeben hat, die zu einer Zunahme der ungleichen Verdienststrukturen gef&uuml;hrt hat. Es ist leider zu bef&uuml;rchten, dass die derzeit ablaufende und wie es aussieht noch lange nicht &uuml;berwundene Corona-Krise zu einer weiteren Zunahme der Polarisierung f&uuml;hren kann und wird. (&hellip;)<br>\nMan kann das auch in diesem Kontext einordnen &ndash; hier aus einem Bericht &uuml;ber den &bdquo;Juristentag light&ldquo; &ndash; DJT-Forum Pandemie und Recht. &bdquo;Ist Puff gleich Kirche?&ldquo; &ndash; von Hasso Suliak:<br>\n&raquo;Ziemlich eindeutige Antworten gab es &hellip; auf die Ausgangsfrage &hellip;, wer denn die Lasten der Pandemie tragen m&uuml;sse und ob sich die Verlierer bereits eindeutig bestimmen lie&szlig;en &hellip; Sowohl EZB-Direktorin Prof. Dr. Isabel Schnabel als auch die Vizepr&auml;sidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Prof. Dr. Regina T. Riphahn, kamen anhand umfassender Statistiken zu der unmissverst&auml;ndlichen Aussage, dass die Lockdown-Ma&szlig;nahmen der Bundesregierung sozial Schwache, Frauen und Alleinerziehende mit Kindern am meisten getroffen h&auml;tten. Soziale Ungleichheit sei zementiert worden. Und unter den wirtschaftlichen Folgen der Krise werde der Euroraum noch viele Jahre zu knabbern haben.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.de\/2020\/09\/22\/tarifpolitik-nicht-nur-im-corona-spagat\/#more-10817\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<p>dazu: <strong>Unverfrorenheit: Gestern Helden und jetzt eine Belastung<\/strong><br>\nSo schnell kann es kommen im Sturm der Meinungsmache. Gestern noch waren sie die Helden des Landes, denen abends von Fenstern und Balkons aus heftig Beifall gespendet wurde, und heute sind ausgerechnet sie es, die der Nation mit ihren Forderungen in den R&uuml;cken fallen:<br>\nDas Pflegepersonal in Krankenh&auml;usern und Heimen, die Feuerwehrleute, die Polizisten, die Gesundheits&auml;mter, die Anlauf- und Beratungsstellen, die geschaffenen Informationszentren, die Sozialarbeiter, die Stadtentw&auml;sserung und die M&uuml;llabfuhr.<br>\nUnd genau die Berufsgruppen, die daf&uuml;r gesorgt haben, dass die Krise gemanagt wurde und der Lockdown nicht zum Chaos f&uuml;hrte, diejenigen, die trotz ihrer Leistung und im internationalen Vergleich schlecht verdienen, bekommen jetzt die Spaltungskeule entgegengeschleudert.<br>\nDer Maskenfall<br>\nPl&ouml;tzlich sind sie diejenigen, die pomadig mit ihrer Arbeitsplatzsicherheit im R&uuml;cken zu einer Belastung des Gemeinwesens geworden sind. Bravo! So geht Unverfrorenheit.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2020\/09\/23\/unverfrorenheit-gestern-helden-und-jetzt-eine-belastung\/\">Neue Debatte<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ukrainische Praktikanten f&uuml;r die Fleischfabriken<\/strong><br>\nEine Gro&szlig;razzia bei mehreren Zeitarbeitsunternehmen bringt eine neue Masche f&uuml;r die Ausbeutung in der Fleischindustrie ans Licht. Der F.A.Z. sind drei der im Verdacht stehenden Unternehmen bekannt.<br>\nNach F.A.Z.-Informationen durchsuchte die Polizei in Garbsen die Gesch&auml;ftsr&auml;ume einer Gesellschaft namens Certus Personalbereitschaft, die laut Unternehmensregister erst im Dezember vergangenen Jahres an den Standort umgezogen war. In Bassum s&uuml;dlich von Bremen wurden R&auml;ume des Unternehmens ICR durchsucht, in Twist nahe der niederl&auml;ndischen Grenze eine Gesellschaft namens Berkana.<br>\nWie aus informierten Kreisen verlautet, sehen die Ermittler die Unternehmen als Teil eines &bdquo;Firmenkonstrukts&ldquo;, das Besch&auml;ftigte illegal in Unternehmen der Fleischindustrie einsetzt. In welchen Betrieben die Mitarbeiter t&auml;tig waren, wurde zun&auml;chst nicht bekannt, ebenso wenig der Name des zweiten in Verdacht stehenden Unternehmens. &hellip;<br>\nDie Razzien befl&uuml;geln Diskussionen &uuml;ber den m&ouml;glichen Missbrauch von Werkvertr&auml;gen und Leiharbeit. &Uuml;ber Leiharbeit k&ouml;nnen sich Unternehmen fremde Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen in die Fabriken holen, um vor&uuml;bergehend Produktionsspitzen zu bearbeiten. Unternehmen nutzten sie allerdings h&auml;ufig, um billige Arbeitskr&auml;fte auf Dauer einzukaufen. Eine &auml;hnliche Motivation gibt es auch beim Einsatz von Arbeitskr&auml;ften &uuml;ber Werkvertr&auml;ge. Solche F&auml;lle fallen h&auml;ufig nur &uuml;ber Kontrollen auf, deshalb will sie der Gesetzgeber in der Fleischbranche generell verbieten.<br>\nBundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat dazu den Entwurf eines &bdquo;Arbeitsschutzkontrollgesetzes&ldquo; eingebracht, der derzeit den Bundestag besch&auml;ftigt. Damit w&auml;ren Werkvertr&auml;ge und Leiharbeit von n&auml;chstem Jahr an in der Branche verboten. Heil warnte am Mittwoch davor, das geplante Gesetz gegen Ausbeutung in der Fleischindustrie zu verw&auml;ssern. &bdquo;In Teilen der Fleischindustrie ist die kriminelle Ausbeutung der Besch&auml;ftigten leider noch an der Tagesordnung&ldquo;, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund sprach am Mittwoch von &bdquo;kriminellen Machenschaften&ldquo;, die beendet werden m&uuml;ssten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/ukrainische-praktikanten-fuer-die-fleischfabriken-16967722.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Europ&auml;ische Union: Handlungsf&auml;higkeit langfristig sichern!<\/strong><br>\nNach der Rede EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursala von der Leyen zur Lage der EU ist es weiterhin unklar, wie die EU mit den h&ouml;heren Staatsschulden im n&auml;chsten Jahr umgehen soll. Zwar wurde das Verschuldungsverbot kurzfristig aufgehoben, dennoch m&uuml;ssen die EU-Schuldenregeln langfristig &uuml;berarbeitet werden.<br>\nLetzte Woche hat Ursula von der Leyen im Europ&auml;ischen Parlament ihre Rede zur Lage der Union gehalten. In dieser Rede setzen die Pr&auml;sidentInnen der EU-Kommission traditionell die Schwerpunkte f&uuml;r das kommende Jahr. Dieses Mal fiel auf, was die Pr&auml;sidentin im Bereich Wirtschaftspolitik nicht thematisierte: Es bleibt weiterhin ungekl&auml;rt, wie die EU mit den h&ouml;heren Staatschulden der Mitgliedstaaten in den n&auml;chsten Jahren umgehen wird.<br>\nEU-Schuldenregeln &uuml;berarbeiten<br>\nDabei haben die EU-Institutionen in den letzten Wochen eine erfreulich &uuml;berraschende Handlungsf&auml;higkeit bewiesen: Derzeit wird &uuml;ber ein 750 Milliarden Euro schweres wirtschaftliches Aufbauprogramm verhandelt. Daf&uuml;r verabschiedeten sich die Mitgliedstaaten zeitlich befristet von dem Verschuldungsverbot auf Gemeinschaftsebene. Eine solche Kehrtwende in der EU-Fiskalpolitik ist richtig und war l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig. F&uuml;r die wirtschaftliche Erholung der Mitgliedstaaten ist es aber dar&uuml;ber hinaus unverzichtbar, die EU-Schuldenregeln generell zu &uuml;berarbeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++5ce853da-fd93-11ea-b9bd-001a4a160123\">DGB klartext<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&ldquo;Ich h&auml;tte nicht gedacht, dass ich Jean-Claude Juncker so heftig vermissen w&uuml;rde&rdquo;<\/strong><br>\nTelepolis-Sp&auml;tsommerinterview mit Martin Sonneborn, dem Vorsitzenden der PARTEI und EU-Abgeordneten<br>\nWie haben Sie in Br&uuml;ssel die Zeit seit Corona &uuml;berstanden?<br>\nMartin Sonneborn: Danke der Nachfrage. Ich war ausreichend damit besch&auml;ftigt, einen &Uuml;berblick zu behalten, welche L&auml;nder, St&auml;dte oder Landstriche einer in ihre Einzelteile zerfallenen EU gerade zu roten, gr&uuml;nen, orangefarbenen Corona-Zonen mutierten. Oder einseitig Reisewarnungen verh&auml;ngten. Und mich zu &auml;rgern, dass keine europaweite Datenbasis geschaffen wurde &ndash; Infektionen, Intensiv-Patienten, Tote -, mittels derer man die Situation wesentlich besser h&auml;tte einsch&auml;tzen k&ouml;nnen.<br>\nFrau von der Leyen hat nach ihrem Wehrdienst als Pr&auml;sidentin der EU-Kommission angeheuert. Wie macht sich die Neue bei Ihnen in Br&uuml;ssel?<br>\nMartin Sonneborn: Ich h&auml;tte nicht gedacht, dass ich Jean-Claude Juncker so heftig vermissen w&uuml;rde. Eine orientierungslose Pr&auml;sidentin, die sich eigens ein Appartement im Kommissionsgeb&auml;ude einbauen l&auml;sst, um sich mit ihrem z.T. sehr &uuml;berbezahlten deutschen Beraterstab darin zu verschanzen, die ihre Twitter-Botschaften gegen Zeilengeld von Kai Diekmann, vormals &ldquo;Bild&rdquo;, formulieren l&auml;sst, und in ihren schlecht choreographierten Reden den Eindruck erweckt, es sei alles bestens bestellt in der EU, sie habe die ultimative Probleml&ouml;sungskompetenz und bef&ouml;rdere die Belange im Sinne der B&uuml;rger &ndash; das ist schon bizarr.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Ich-haette-nicht-gedacht-dass-ich-Jean-Claude-Juncker-so-heftig-vermissen-wuerde-4909978.html\">Markus Kompa auf Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&ldquo;Der Neoliberalismus hat ausgedient&rdquo;<\/strong><br>\nDie Corona-Krise zeigt: Wir m&uuml;ssen den globalen Kapitalismus neu definieren, sagt Klaus Schwab, Chef des Weltwirtschaftsforums. Sonst komme die Ver&auml;nderung mit Gewalt. (&hellip;)<br>\nIch bin davon &uuml;berzeugt, dass die unternehmerische Kraft jedes Einzelnen die Triebfeder f&uuml;r echten Fortschritt ist &ndash; und nicht der Staat. Aber diese individuelle Kraft muss in ein System von Regeln eingebettet werden, das ein &Uuml;berborden in die eine oder andere Richtung verhindert. Diese Funktion muss ein starker Staat erf&uuml;llen. Der Markt l&ouml;st allein keine Probleme. Ich pl&auml;diere nicht f&uuml;r eine System&auml;nderung. Ich pl&auml;diere f&uuml;r eine Systemverbesserung. (&hellip;)<br>\nSchwab: Diese Pandemie hat uns auf die gro&szlig;en Risiken aufmerksam gemacht, die jeden Einzelnen von uns treffen k&ouml;nnen. In Davos haben wir auf dem Weltwirtschaftsforum 2017 eine globale Krise simuliert &ndash; daran haben auch Regierungen teilgenommen. Es war aber trotzdem am Ende alles sehr abstrakt. Durch die Pandemie ist es wesentlich konkreter geworden. Und die Folgen lassen sich auf andere globale Probleme &uuml;bertragen: Wenn wir jetzt nichts unternehmen, wird die Klimaerw&auml;rmung unser t&auml;gliches Leben &auml;hnlich stark umw&auml;lzen wie jetzt die Pandemie. (&hellip;)<br>\nZEIT ONLINE: Was passiert, wenn wir nichts unternehmen?<br>\nSchwab: Die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichgewichte werden weiter zunehmen, die Ungerechtigkeiten und die Umweltzerst&ouml;rung werden wachsen. Wenn wir dagegen nichts unternehmen, werden die Ver&auml;nderungen irgendwann auf anderem Wege kommen, durch gewaltt&auml;tige Konflikte oder Revolutionen etwa. Das lehrt uns die Geschichte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/amp\/wirtschaft\/2020-09\/corona-kapitalismus-rezession-wef-neoliberalismus-klaus-schwab\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das Interview k&ouml;nnte den Eindruck vermitteln, Herr Schwab sei &ldquo;der nette Onkel&rdquo; von nebenan, der nichts B&ouml;ses wolle. Die NachDenkSeiten haben auf das n&auml;chste Thema des Weltwirtschaftsforums im Januar 2021 in Davos hingewiesen &ndash; bitte lesen Sie dazu u.a.<br>\na) <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62800#h04\">Great Reset: Das Weltwirtschaftsforum plant den Gro&szlig;en Neustart, um ihn zu verhindern<\/a><br>\nb) <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62957#h07\">Wie es nach der COVID-19-Pandemie weitergehen soll<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Weil Herr Schwab auch die Namen Bill Gates und Warren Buffett erw&auml;hnt, sei auch an einen Beitrag von Rudolph Bauer erinnert: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62588\">Sind Bill Gates und Warren Buffett Sozialisten?<\/a>. Daraus zitiert:<br>\n&ldquo;Sie handeln als Akteure einer gesellschaftlichen Ordnung, deren Marktprinzipien ein Handeln in Gewinnabsicht beg&uuml;nstigen und belohnen.<br>\nKurz: Die durch die Corona-Krise besonders ins Blickfeld geratenen US-Multimilliard&auml;re Gates und Buffett handeln gem&auml;&szlig; den Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten der politischen &Ouml;konomie des imperialistischen Kapitalismus. Ihr Wohlt&auml;ter-Image lenkt allerdings den kritischen Blick davon ab. Es l&auml;sst den Eindruck entstehen, dass der Kapitalismus hier sein menschliches, sein menschenfreundliches und &bdquo;soziales&ldquo; Gesicht zeigt.&rdquo;<br>\nBitte lesen Sie dazu auch bzw. erneut <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62018\">Digitalisierung im Konjunkturpaket: &bdquo;Corona-Krise&ldquo; oder Krise des Kapitalismus?<\/a>.<br>\nInteressante Elemente f&uuml;r einen Gegenentwurf zu den Vorhaben der Reichen und Verm&ouml;genden hat Werner R&uuml;gemer hier angedeutet: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59428\">Heuchler, Profiteure und andere Menschenfreunde &ndash; &bdquo;Corona&ldquo; als Anlass f&uuml;r kollektive demokratische Selbstorganisation<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Elektrische Unterst&uuml;tzung beim Radfahren: &bdquo;Als Massenprodukt sind E-Fahrr&auml;der kritisch zu sehen&ldquo;<\/strong><br>\nImmer mehr Menschen in Deutschland setzen auf elektrische Unterst&uuml;tzung beim Radfahren &ndash; fast jedes vierte Rad, das 2019 verkauft wurde, war ein Elektrofahrrad. Die Corona-Pandemie sorgte f&uuml;r einen zus&auml;tzlichen Nachfrageboom, insbesondere bei den Pedelecs. Warum die Umwelt von diesem Trend nicht profitiert, erkl&auml;rt Prof. Dr. Reinhart Job, Leiter des Labors f&uuml;r Energiespeichertechnologie. [&hellip;]<br>\nWas ist problematisch an der Herstellung der Akkus?<br>\nZur Produktion werden vor allem Lithium und Kobalt ben&ouml;tigt. Die Abbaubedingungen dieser Rohstoffe sind stark umstritten. Lithium kommt vor allem in S&uuml;damerika vor. Der Ausgangsstoff Lithiumkarbonat wird durch Verdunstung aus der Sole von Salzseen gewonnen. Der Wasserverbrauch dabei ist enorm und f&uuml;hrt in den ohnehin trockenen Gegenden Bolivien, Chiles und Nordargentiniens zu Grundwasserabsenkungen. Es kommt zu einer drastischen Verschlimmerung der Wasserversorgung und D&uuml;rren in einer ohnehin schon sehr trockenen Region. Das ist ein Desaster f&uuml;r die Menschen, die dort leben &ndash; insbesondere, weil der &uuml;berwiegende Teil der Wertsch&ouml;pfung nicht in den L&auml;ndern vor Ort bleibt. Die wichtigsten Kobalt-Reserven liegen in der Demokratischen Republik Kongo in Zentralafrika. Bergleute, darunter auch viele Kinder, arbeiten unter h&ouml;chster Lebensgefahr in den Minen. Wir sollten uns im Klaren dar&uuml;ber sein, dass wir ressourcenintensive Produkte kaufen, w&auml;hrend die Bev&ouml;lkerung und die Umwelt in den Abbaul&auml;ndern darunter leiden. Wenn wir nachhaltig leben wollen, m&uuml;ssen wir global denken.<br>\nGibt es Alternativen zu Lithium-Ionen-Batterien als Akkus?<br>\nIm Moment gibt es keine vergleichbare L&ouml;sung f&uuml;r den Massenmarkt. Andere Konzepte sind einfach nicht so leistungsf&auml;hig. Zink-Luft-Akkus brauchen zum Beispiel aufgrund der geringen Energiedichte mehr Platz und sind schwerer. F&uuml;r station&auml;re Systeme wie Solar- oder Windkraftanlagen ist das kein Problem. Doch f&uuml;r die portable Elektronik oder die Elektromobilit&auml;t sind kleine, leichte, leistungsstarke Batterien notwendig. Ich rechne ehrlich gesagt nicht mit gro&szlig;artigen Verbesserungen &ndash; das Periodensystem der Elemente ist l&auml;ngst bekannt und bietet nur eine begrenzte Anzahl geeigneter Elemente f&uuml;r die Herstellung von Batterien.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fh-muenster.de\/hochschule\/aktuelles\/news\/index.php?newsId=1921\">FH M&uuml;nster<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die lebenden Toten<\/strong><br>\nDie Corona-Ma&szlig;nahmen, die angeblich Leben sch&uuml;tzen sollen, zeugen von Angst vor wirklicher Lebendigkeit und einem Hang zum Nekrophilen. Das Leben ist &mdash; nach der Sicherheit &mdash; mittlerweile zu einer Art Super-Grundrecht geworden. Jeder Politiker, mag er sich auch in der Vergangenheit als Kriegstreiber und Fl&uuml;chtlinge-ertrinken-Lasser hervorgetan haben, will in Corona-Zeiten vor allem menschliches Leben sch&uuml;tzen. Nach der Qualit&auml;t des Lebens, das uns die Regierung derzeit noch l&auml;sst, wird dabei wenig gefragt. Dieselben Ma&szlig;nahmen, die es sch&uuml;tzen wollen, dimmen es so weit herunter, dass es unlebendig wird, f&uuml;r manche schon nicht mehr lebenswert. Kontrolle, Gleichf&ouml;rmigkeit, Bewegungseinschr&auml;nkungen, Ber&uuml;hrungsverbote &mdash; all das sind Merkmale einer Lebensfeindlichkeit, die sich derzeit Bahn bricht. Der Psychotherapeut und Philosoph Erich Fromm hat in seinem Werk die Liebe zum Tod und zum Toten, die Nekrophilie, als verbreitete Charakterorientierung ausf&uuml;hrlich untersucht. Es wird Zeit, sich an seine Forschungen zu erinnern, denn wir leben in nekrophilen Zeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/die-lebenden-toten\">Hinter den Schlagzeilen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bundeswehroperationen im Weltraum<\/strong><br>\nDie Bundeswehr hat eine neue Operationszentrale f&uuml;r die F&uuml;hrung milit&auml;rischer Operationen im Weltraum in Dienst gestellt. Das Air and Space Operations Centre (ASOC) in Uedem dockt an das bereits seit dem Jahr 2009 bestehende Weltraumlagezentrum der Bundeswehr an, das bisher vor allem Lagebilder erstellt, um die deutsche milit&auml;rische wie auch zivile Weltrauminfrastruktur &ndash; etwa Spionage- und Kommunikationssatelliten &ndash; vor Kollisionen insbesondere mit Weltraumschrott zu sch&uuml;tzen. Weil zunehmend damit zu rechnen sei, dass auch gezielte Angriffe auf die Weltrauminfrastruktur erfolgten, nicht zuletzt in Kriegen, m&uuml;ssten die deutschen Streitkr&auml;fte jetzt auch das Planen und F&uuml;hren von Operationen im All in den Blick nehmen, hei&szlig;t es bei der Bundeswehr. Dazu dient das ASOC. Es wird als nationale F&uuml;hrungseinrichtung betrieben; dabei ist Berlin bem&uuml;ht, es von Zulieferungen aus den USA, so etwa von US-Weltraumlagedaten, unabh&auml;ngig zu machen. Dies entspricht Berlins Bestrebungen, auch bei Produktion und Betrieb von Satelliten auf EU-Ebene eigenst&auml;ndig zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8390\/\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Krieg im Jemen: Drohnen mit deutschen Modellflugzeugmotoren<\/strong><br>\nDie Huthi-Rebellen setzen bei Luftangriffen im Jemen Drohnen ein, die mit Motoren f&uuml;r Modellflugzeuge aus Deutschland betrieben werden. SWR-Recherchen zeigen, wie die Motoren &uuml;ber Athen nach Teheran kamen. [&hellip;]<br>\nGr&uuml;nen-Politiker Nouripour fordert daher eine &ldquo;echte Endverbleibskontrolle auch von Komponenten, nicht nur von den klassischen milit&auml;rischen G&uuml;tern&rdquo;. Denn gerade die Drohnen-Entwicklung zeige, dass das viel zu wenig gemacht w&uuml;rde. &ldquo;Dadurch betreiben wir unwillk&uuml;rlich einen Technologie-Transfer, also Know-How Transfer, in Richtung Iran&rdquo;, meint Nouripour. Und in letzter Konsequenz bewirkt auch diese mangelnde Kontrolle, dass der Krieg im Jemen mit seinen vielen tausenden Opfern noch weiter gehen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/swr\/drohnen-iran-motoren-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> In diesem Bericht geht es ja gar nicht um den Krieg im Jemen, sondern um eine Gelegenheit, Iran anzuklagen und vom eigentlichen Skandal abzulenken. Denn die Bundesregierung hat seit Anfang 2019 R&uuml;stungsexporte f&uuml;r mehr als eine Milliarde Euro an L&auml;nder <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62134\">genehmigt<\/a>, die am Jemen-Krieg beteiligt sind. Iran z&auml;hlt da aber gar nicht dazu. Seltsam auch, dass den Au&szlig;enpolitiker der Gr&uuml;nen nicht die humanit&auml;re Katastrophe im Jemen besorgt, sondern zerst&ouml;rte &Ouml;lraffinerien in dem Land, das als Aggressor den Konflikt verursacht hat und weiter anheizt. Zitat: &bdquo;Im Fall der Aramco-Anlagen haben wir gesehen, dass ein gezielter Schlag f&uuml;nf Prozent der weltweiten &Ouml;lf&ouml;rderung au&szlig;er Kraft setzen kann.&ldquo; Durch solche Drohnen sei die kritische Infrastruktur sehr gef&auml;hrdet, sagt Omid Nouripour. Was ist aber mit der Relaisstation Ramstein, &uuml;ber die Kampfdrohnen der Amerikaner gesteuert werden, die ihre t&ouml;dliche Fracht &uuml;ber dem Jemen und Afghanistan abladen? Was ist mit der &bdquo;K&ouml;nigin der Killerdrohnen&ldquo; oder dem &bdquo;fliegende Sensenmann&ldquo;, dem Modell MQ-9 Reaper, das im Irak den iranischen General Soleimani sowie weitere Menschen <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article204744082\/Iran-Konflikt-Koenigin-der-Killerdrohnen-toetete-General-Soleimani.html\">t&ouml;tete<\/a>? Der Fortgang des Krieges im Jemen h&auml;ngt wohl eher weniger vom Export deutscher Modellflugzeugmotoren ab.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Im Mittel mehr Macht<\/strong><br>\nBeim Konflikt im &ouml;stlichen Mittelmeer geht es gar nicht um Gas &ndash; T&uuml;rkeis Pr&auml;sident Erdogan verfolgt weitaus h&ouml;here Ziele. [&hellip;]<br>\nCharakteristisch f&uuml;r die aktuelle Lage in Ostmitteleuropa ist eine dezidiert revisionistische und aggressive t&uuml;rkische Au&szlig;enpolitik, die den Einsatz milit&auml;rischer Mittel nicht ausschlie&szlig;t. Ankara will in der gesamten Region seine Macht ausbauen. Damit will das Land am Bosporus der Europ&auml;ischen Union und dem sicherheitspolitischen Westen insgesamt eine klare Botschaft &uuml;bermitteln: Die T&uuml;rkei ist eine wichtige Mittelmacht, die niemand, der in der Region aktiv zu werden beabsichtigt oder dort bereits aktiv ist, ignorieren sollte. Dieser Machtanspruch reicht weit: von der &Auml;g&auml;is, Zypern und den Regionen des &ouml;stlichen Mittelmeerraums bis nach Syrien und Libyen. Und auch wenn Griechenland und Zypern die Auswirkungen dieser Politik am deutlichsten zu sp&uuml;ren bekommen, geht es letztlich wohl weniger konkret um die zwei L&auml;nder selbst als vielmehr darum, an ihnen ein Exempel zu statuieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/europa\/artikel\/im-mittel-mehr-macht-4658\/\">IPG Journal<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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