{"id":65359,"date":"2020-10-01T12:18:30","date_gmt":"2020-10-01T10:18:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65359"},"modified":"2025-02-20T10:40:43","modified_gmt":"2025-02-20T09:40:43","slug":"merkel-wir-riskieren-unseren-erfolg-merkels-trick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65359","title":{"rendered":"\u201eMerkel: Wir riskieren unseren Erfolg\u201c = Merkels Trick"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Merkel: Wir riskieren unseren Erfolg&ldquo; &ndash; so lautet die Schlagzeile meiner Tageszeitung. Die Bundeskanzlerin macht sich angesichts der steigenden Neuinfektionen gro&szlig;e Sorgen. Die Bundesregierung versch&auml;rft ihre Warnungen. Einige Menschen fragen sich, ob die Dramatisierung berechtigt ist.  Die Meisten werden nicht erkennen, welche Manipulationsmethode hier angewandt wird: Methode Nr. 11 &bdquo;B sagen und A meinen&ldquo;. Merkel und ihre Kompagnons dramatisieren die Entwicklung &ndash; das ist die Botschaft B &ndash; und transportieren dabei die f&uuml;r sie und ihren n&auml;chsten Wahlerfolg wichtige Botschaft A: Wir sind erfolgreich, unsere Politik war und ist richtig. Wie denken Sie dar&uuml;ber? <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3883\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-65359-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20201002-Wir-riskieren-unseren-Erfolg-Merkels-Trick.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20201002-Wir-riskieren-unseren-Erfolg-Merkels-Trick.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20201002-Wir-riskieren-unseren-Erfolg-Merkels-Trick.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20201002-Wir-riskieren-unseren-Erfolg-Merkels-Trick.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=65359-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20201002-Wir-riskieren-unseren-Erfolg-Merkels-Trick.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"20201002-Wir-riskieren-unseren-Erfolg-Merkels-Trick.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die SPD, die anderen Parteien und die meisten Medien merken nicht, was hier gespielt wird. Angela Merkel ist schon in ihrem fr&uuml;heren Beruf in der DDR eine Expertin f&uuml;r Kommunikation gewesen und sie hat im Kanzleramt bzw. bei den externen Zuarbeiterinnen und Zuarbeitern ausreichend Experten f&uuml;r Kommunikation zur Verf&uuml;gung. Bewundernswert! Nicht wegen der Leistung, sondern wegen der Kompetenz bei der Anwendung von Manipulationstricks.<\/p><p>Zur weiteren Vertiefung f&uuml;ge ich hier den Text von Kapitel III. 11. aus meinem Buch &bdquo;<a href=\"https:\/\/westendverlag.de\/Glaube-wenig-hinterfrage-alles-denke-selbst\/2012\">Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst<\/a>&ldquo;  an und zur weiteren Information auch die Gliederung des Buches mit allen dort untersuchten und beschriebenen 17 Methoden der Manipulation:<\/p><p><strong>Auszug aus &bdquo;Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst&ldquo; Kapitel III.11.<\/strong><\/p><p><strong>11.\tB sagen und A meinen<\/strong><\/p><p>Das eine sagen, aber das andere meinen. Diese Methode wird unentwegt angewendet. So ist der Niedergang der SPD des &Ouml;fteren mit der Behauptung begleitet worden, die SPD verkaufe sich schlecht (= B). Damit transportiert wurde die Botschaft, ihre Politik sei eigentlich gut gewesen (= A). Auf allen Ebenen der SPD spukt derweil dieses Gespenst herum: Wir sind ja gut, aber wir verkaufen uns schlecht.<\/p><p>Auch die Agenda 2010 wurde und wird uns immer wieder auf diese Weise nahegebracht: Bundeskanzler Schr&ouml;der habe sich, seine Kanzlerschaft und seine Partei geopfert, um das Land voranzubringen (= B). Damit wird die Botschaft A transportiert, die Agenda 2010 sei notwendig gewesen und n&uuml;tzlich.<\/p><p>Der fr&uuml;here Bundespr&auml;sident Joachim Gauck hat Angela Merkel 2012 ermahnt, ihre Politik in der Euro-Krise besser zu erkl&auml;ren. Der Spiegel hat ihn wegen dieser Ermahnung kritisiert: &raquo;Mahnende Worte an die Kanzlerin. Gauck trifft Merkels schw&auml;chsten Punkt&laquo;.20 Beides, die Ermahnung durch den Bundespr&auml;sidenten wie die Kritik des Spiegel an ihm &shy;waren Teil der Botschaft B, mit der vermittelt werden sollte, wie grandios die Politik der Bundeskanzlerin Merkel ist (= A).<\/p><p>Die Methode B sagen und A meinen wurde in Kombination mit der Methode &Uuml;bertreiben von der Planungsabteilung des Bundeskanzleramtes 1975\/1976 angewandt. Wir stellten damals mithilfe von Umfragen fest, dass Bundeskanzler Schmidt nicht als besonders leistungsf&auml;hig galt. Im Herbst 1975 haben wir dann zusammen mit Kollegen aus der SPD-Zentrale nach einer M&ouml;glichkeit gesucht, diese Einsch&auml;tzung zu verbessern. Das Ergebnis des Nachdenkens: Der Bundeskanzler und andere Spitzenpolitiker sollten k&uuml;nftig bei der Darstellung unseres Landes und ihrer Politik vom &raquo;Modell Deutschland&laquo; sprechen und zugleich den eigentlich arrogant klingenden Begriff fortschrittlich f&uuml;llen: gute Nachbarschaft mit allen V&ouml;lkern, ein eng gekn&uuml;pftes und festes soziales Netz, ferner viele und gute Arbeitspl&auml;tze, Reformen wie das gleiche Kindergeld f&uuml;r alle  statt der ungerechten Kindersteuerfreibetr&auml;ge, ganz geringe Arbeitslosigkeit und so weiter. Das sollte das &raquo;Modell Deutschland&laquo; charakterisieren, und das tat es damals auch. <\/p><p>Helmut Schmidt hat diese Idee positiv aufgenommen und seine &ouml;ffentlichen &Auml;u&szlig;erungen darauf abgestellt. &raquo;Modell Deutschland&laquo; war die Klammer vieler &Auml;u&szlig;erungen von Schmidt selbst und der Bundesregierung.<\/p><p>Es gab offensichtlich einen Disput wegen des Eindrucks &raquo;nationalistischer &Uuml;berheblichkeit&laquo;, wie Helmut Schmidt notierte. Aber es sollte mit den Begriffen Vers&ouml;hnung und Nachbarschaften gef&uuml;llt werden.<\/p><p>Das war im Vorfeld der Bundestagswahl 1976 und hat vermutlich einiges dazu beigetragen, bei knapp gewordenem Abstand zu Helmut Kohls CDU\/CSU die Wahl noch einmal zu gewinnen.<\/p><p>In Kenntnis dieser Methode und der Erfahrung, dass sie sehr oft angewandt wird, kann man lernen, nicht auf den ersten Teil einer Aussage hereinzufallen und stattdessen besser noch einmal zu hinterfragen, was dahintersteckt.<\/p><p><strong>Inhalt<\/strong><\/p><table>\n<tr>\n<td><strong>I.<\/strong><\/td>\n<td><strong>Einf&uuml;hrung<\/strong><\/td>\n<td><strong>7<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>II.<\/strong><\/td>\n<td><strong>Das Umfeld, in dem wir versuchen, die Freiheit unserer Gedanken zu erk&auml;mpfen und zu erhalten<\/strong><\/td>\n<td><strong>12<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>III.<\/strong><\/td>\n<td><strong>Methoden der Manipulation<\/strong><\/td>\n<td><strong>21<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1.<\/td>\n<td>Sprachregelung<\/td>\n<td>22<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>2.<\/td>\n<td>Manipulation mithilfe von st&auml;ndig gebrauchten und mit einer Bewertung versehenen Begriffen<\/td>\n<td>24<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>3.<\/td>\n<td>Geschichten verk&uuml;rzt erz&auml;hlen<\/td>\n<td>25<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>4.<\/td>\n<td>Verschweigen<\/td>\n<td>29<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>5.<\/td>\n<td>Wiederholen &ndash; Steter Tropfen h&ouml;hlt den Stein<\/td>\n<td>34<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>6.<\/td>\n<td>&Uuml;bertreiben &ndash; Es wird schon etwas h&auml;ngen bleiben<\/td>\n<td>36<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>7.<\/td>\n<td>Die gleiche Botschaft aus verschiedenen Ecken aussenden<\/td>\n<td>38<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>8.<\/td>\n<td>Alle in der Runde sind der gleichen Meinung.<br>\nDann muss es ja richtig sein.<\/td>\n<td>40<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>9.<\/td>\n<td>Der Wippschaukeleffekt<\/td>\n<td>42<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>10.<\/td>\n<td>Umfragen nutzen, um Meinung zu machen <\/td>\n<td>46<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>11.<\/strong><\/td>\n<td><strong>B sagen und A meinen<\/strong><\/td>\n<td><strong>48<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>12.<\/td>\n<td>NGOs gr&uuml;nden oder benutzen<\/td>\n<td>50<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>13.<\/td>\n<td>Ein Sammelsurium von Andeutungen macht in der Summe die Halbwahrheiten zur Wahrheit<\/td>\n<td>51<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>14.<\/td>\n<td>Experten helfen &ndash; zu manipulieren<\/td>\n<td>53<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>15.<\/td>\n<td>Namen verkn&uuml;pfen und damit Einzelne bewerten<\/td>\n<td>55<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>16.<\/td>\n<td>Gezielter Einsatz von Emotionen<\/td>\n<td>59<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>17.<\/td>\n<td>Konflikte nutzen und inszenieren, um Meinung zu machen<\/td>\n<td>61<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>IV.<\/strong><\/td>\n<td><strong>F&auml;lle von Meinungsmache und die dahintersteckenden Strategien<\/strong><\/td>\n<td><strong>63<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1.<\/td>\n<td>Wir sind das Volk. Wir sind ein Volk.<\/td>\n<td>64<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>2.<\/td>\n<td>Der demographische Wandel und der angebliche Zwang zur staatlich gef&ouml;rderten privaten Vorsorge<\/td>\n<td>69<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>3.<\/td>\n<td>Von der Finanzkrise zur Staatsschuldenkrise &ndash; ein Meisterst&uuml;ck der Umdeutung und Umbenennung<\/td>\n<td>75<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>4.<\/td>\n<td>Wir sind Exportweltmeister<\/td>\n<td>78<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>5.<\/td>\n<td>Von &raquo;Nie wieder Krieg&laquo; zum Kalten Krieg<\/td>\n<td>81<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>6.<\/td>\n<td>Von der Friedenspolitik zur neuen Konfrontation in Europa<\/td>\n<td>83<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>7.<\/td>\n<td>Von Reformen zu &raquo;Reformen&laquo;<\/td>\n<td>93<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>8.<\/td>\n<td>Solidarit&auml;t und Mitf&uuml;hlen oder &raquo;Jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied&laquo;<\/td>\n<td>97<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>9.<\/td>\n<td>Keynes is out. Konjunkturprogramme bringen nichts au&szlig;er Schulden<\/td>\n<td>100<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>10.<\/td>\n<td>Vorbereitung und Begleitung der Agenda 2010<\/td>\n<td>105<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>11.<\/td>\n<td>Die Aufl&ouml;sung der Deutschland AG und dieverschwiegene Steuerbefreiung f&uuml;r Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne der gro&szlig;en Verm&ouml;gen<\/td>\n<td>118<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>12.<\/td>\n<td>Die Sozialdemokratisierung der Union &ndash; ein Meisterst&uuml;ck an Irref&uuml;hrung<\/td>\n<td>120<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>13.<\/td>\n<td>Der gemeinsame Nenner von etablierten Medien und Politik: Gedankenlosigkeit<\/td>\n<td>123<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>14.<\/td>\n<td>Die M&auml;r von der New Economy und die Blase am Neuen Markt<\/td>\n<td>125<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>15.<\/td>\n<td>Von der Diffamierung der Pleite-Griechen zu den offenen Armen der deutschen Bundeskanzlerin<\/td>\n<td>128<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>16.<\/td>\n<td>Wie Spitzenkandidaten rauf- und runtergeschrieben werden<\/td>\n<td>129<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>V.<\/strong><\/td>\n<td><strong>Zum Augen &ouml;ffnen geh&ouml;ren mindestens zwei &ndash; das ist produktiv und macht mehr Spa&szlig;<\/strong><\/td>\n<td><strong>133<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Anmerkungen<\/td>\n<td>13<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Merkel: Wir riskieren unseren Erfolg&ldquo; &ndash; so lautet die Schlagzeile meiner Tageszeitung. Die Bundeskanzlerin macht sich angesichts der steigenden Neuinfektionen gro&szlig;e Sorgen. Die Bundesregierung versch&auml;rft ihre Warnungen. Einige Menschen fragen sich, ob die Dramatisierung berechtigt ist. Die Meisten werden nicht erkennen, welche Manipulationsmethode hier angewandt wird: Methode Nr. 11 &bdquo;B sagen und A meinen&ldquo;. 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