{"id":65453,"date":"2020-10-05T08:35:59","date_gmt":"2020-10-05T06:35:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453"},"modified":"2020-10-05T08:35:59","modified_gmt":"2020-10-05T06:35:59","slug":"hinweise-des-tages-3711","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h01\">Wie Kriege der USA zur globalen Massenflucht beitragen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h02\">Assange<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h03\">Tag der deutschen Einheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h04\">Wirtschaft: Ein Gespr&auml;ch bis zur kreativen Zerst&ouml;rung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h05\">Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Umsetzung von Ma&szlig;nahmen zum Wohnraumerhalt in den Kommunen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h06\">Dann kaufen wir unsere H&auml;user eben selbst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h07\">Reiche profitieren, Arme stehen vor dem Nichts: Das System Minijob braucht Reformen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h08\">Chef der Jungen-Union fordert Null-Runde f&uuml;r Rentner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h09\">What lessons can Europe learn from Sweden&rsquo;s Covid-19 experience?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h10\">Drei Bedingungen, um die Pandemie zu stoppen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h11\">Medizin-Statistiker &uuml;ber Umgang mit Corona: &bdquo;Wir m&uuml;ssen uns mehr trauen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h12\">Ein Jahr nach dem Wilke-Skandal: Neustart bei Lebensmittel&uuml;berwachung n&ouml;tig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h13\">M&uuml;nchner Konsens: Bilanz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h14\">EU-Berichte zur Rechtsstaatlichkeit: Unvergleichlich mangelhaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h15\">Ethnische Bedenken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h16\">Ursula von der Leyen will eine einheitliche digitale Identit&auml;t f&uuml;r alle EU-B&uuml;rger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h17\">Die amerikanische Bazooka<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65453#h18\">Naomi Klein: &ldquo;We Have to Rebuild From the Wreckage of Neoliberalism&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Wie Kriege der USA zur globalen Massenflucht beitragen<\/strong><br>\nKriege der USA und ihrer Verb&uuml;ndeten haben 37 Millionen Menschen auf die Flucht getrieben. Eine Studie fordert Wiedergutmachung.<br>\nDie &uuml;berwiegende Mehrheit der Fl&uuml;chtlinge in Griechenland, darunter jene auf den &Auml;g&auml;is-Inseln, sind von Kriegsschaupl&auml;tzen westlicher M&auml;chte geflohen, werden aber von Deutschland und der EU ausgesperrt. Mehr als drei F&uuml;nftel aller Fl&uuml;chtlinge, die im vergangenen Jahr in Griechenland registriert wurden, stammen aus vier L&auml;ndern, in denen die deutsche Bundeswehr operiert (Afghanistan, Irak, Syrien) oder die Vereinigten Staaten Drohnenangriffe durchf&uuml;hren (Pakistan). Auf Lesbos sind insbesondere Fl&uuml;chtlinge vom Hindukusch pr&auml;sent. Dies entspricht den Resultaten einer aktuellen Studie des Watson Institutes for International and Public Affairs an der Brown University (Providence\/Rhode Island). Dieser Studie zufolge haben die Kriege der USA und ihrer Verb&uuml;ndeten &ndash; darunter Deutschland &ndash; in den vergangenen zwei Jahrzehnten mindestens 37 Millionen Menschen auf die Flucht getrieben. Nur der Zweite Weltkrieg hat mehr Fl&uuml;chtlinge produziert als sie. Berlin und Br&uuml;ssel stellen hohe Summen zur Verf&uuml;gung, um die Grenzen gegen unerw&uuml;nscht Einreisende abzuschotten. Das Zugest&auml;ndnis, zu dem sich Berlin nach dem Brand im Lager Moria bereit findet: die Aufnahme von nicht mehr als 1700 Menschen. (&hellip;)<br>\nIm Mittelpunkt der Studie stehen acht L&auml;nder, in denen die USA entweder die massgebliche (Irak 2003) oder eine unter mehreren f&uuml;hrenden Kriegsparteien (Afghanistan, Libyen) waren bzw. sind &ndash; oder in denen sie mit Drohnenangriffen bzw. mit dem Bereitstellen notwendiger Aufkl&auml;rungsdaten (Somalia, Jemen) zumindest eine tragende Rolle innehaben.[2]<br>\nDas &laquo;Costs of War Project&raquo; weist ausdr&uuml;cklich darauf hin, dass es bei der Z&auml;hlung der Fl&uuml;chtlinge vorsichtige Sch&auml;tzungen w&auml;hlt; in seine Statistik &uuml;ber afghanische Fl&uuml;chtlinge in Pakistan gehen beispielsweise nur Fl&uuml;chtlinge ein, die offiziell als solche registriert wurden, nicht aber die unregistrierten Fl&uuml;chtlinge, deren Zahl in Pakistan 2015 auf 1,3 Millionen gesch&auml;tzt wurde.<br>\nIn Syrien haben die Autoren der Studie lediglich Fl&uuml;chtlinge aus denjenigen f&uuml;nf Gouvernements aufgenommen, in denen US-Milit&auml;rs ab 2014 im Rahmen des Kriegs gegen den IS operierten. Selbst bei dieser &ndash; definitiv zu niedrig angesetzten &ndash; Z&auml;hlweise ergibt sich, dass in den vergangenen knapp zwei Jahrzehnten 37 Millionen Menschen in den acht analysierten L&auml;ndern auf die Flucht getrieben wurden; tats&auml;chlich k&ouml;nnte die Zahl sogar bei bis zu 59 Millionen liegen. Hinzu kommen zahllose weitere Fl&uuml;chtlinge &ndash; in L&auml;ndern wie Mali, Burkina Faso oder Niger, in denen ebenfalls US-Truppen operieren.<br>\nZwar sind gut 25 Millionen mittlerweile in ihre Herkunftsorte zur&uuml;ckgekehrt; dies ist aber in zahlreichen F&auml;llen nicht freiwillig geschehen, etwa durch Abschiebung oder Vertreibung, und zudem herrscht in den Herkunftsorten oft immer noch Elend, Hunger und Krieg.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Gesellschaft\/westlichen-Maechte-verursachen-Fluchtlingsstroeme\">Infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Assange<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Anschlag auf die Meinungsfreiheit<\/strong><br>\nGro&szlig;britannien wird erkl&auml;ren, ob es den Antrag auf Auslieferung Assanges in die USA, wo ihn die Regierung in 18 Punkten anklagt, akzeptiert oder verweigert. Wird er ausgeliefert, k&ouml;nnte der 48-J&auml;hrige verurteilt und mit bis zu 175 Jahren Gef&auml;ngnis bestraft werden &ndash; was einer lebenslangen Freiheitsstrafe entspricht.<br>\nDiese Ungeheuerlichkeit m&uuml;ssen wir verhindern. Ich rufe alle in der Welt, die sich der freien Meinungs&auml;u&szlig;erung verpflichtet f&uuml;hlen, dazu auf, sich mir anzuschlie&szlig;en. Wir m&uuml;ssen die Unschuld Assanges verteidigen und seine sofortige Freilassung fordern.<br>\nDies ist das erste Mal in der Geschichte der USA, dass ein Journalist f&uuml;r die Ver&ouml;ffentlichung wahrheitsgem&auml;&szlig;er Informationen nach dem Spionagegesetz angeklagt wurde. Die Welt wei&szlig; allerdings, dass Assange die USA nie ausspioniert hat. Was er getan hat, war, Dokumente zu ver&ouml;ffentlichen, die er von Chelsea Manning erhalten hatte &ndash; einer Geheimdienstanalystin der US-Armee, die im Irak und in Afghanistan gedient hat. Manning wurde vor Gericht gestellt und zu 35 Jahren Gef&auml;ngnis verurteilt. Davon verb&uuml;&szlig;te sie fast sieben Jahre, bevor sie von Pr&auml;sident Barack Obama im Jahr 2017 begnadigt wurde.<br>\nWir alle wissen, warum sich die US-Regierung an Assange r&auml;chen will: Gemeinsam mit der New York Times, El Pa&iacute;s, Le Monde, dem Guardian und dem Spiegel enth&uuml;llte er die Grausamkeiten und Kriegsverbrechen der USA w&auml;hrend der Besatzung im Irak und in Afghanistan &ndash; sowie die Folter, die die Gefangenen in Guant&aacute;namo erleiden mussten.<br>\nAu&szlig;erdem erinnern sich die Menschen in aller Welt an das schreckliche Video, das Assange ver&ouml;ffentlicht hat. Es wurde aus einem Milit&auml;rhubschrauber aufgenommen und zeigt US-Soldaten, wie sie &ndash; offensichtlich aus reinem Vergn&uuml;gen &ndash; die Stra&szlig;en von Bagdad beschie&szlig;en und zw&ouml;lf unbewaffnete Zivilisten t&ouml;ten, unter ihnen zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters.<br>\nAu&szlig;erdem stehen die Brasilianer besonders in Assanges Schuld: Durch Dateien, die auf seiner WikiLeaks-Seite ver&ouml;ffentlicht wurden, wurden Gespr&auml;che aus dem Jahr 2009 enth&uuml;llt. Dabei unterhielten sich sp&auml;tere Mitglieder der Temer-Regierung, die 2016 die Dilma-Regierung abgesetzt hat, mit f&uuml;hrenden Beamten des Au&szlig;enministeriums &uuml;ber Themen, die mit der Privatisierung der brasilianischen Tiefsee-&Ouml;lvorkommen zusammenhingen. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/global\/artikel\/anschlag-auf-die-meinungsfreiheit-4684\/\">Luiz In&aacute;cio Lula da Silva in IPG<\/a><\/li>\n<li><strong>Noam Chomsky: Assange h&auml;lt politische &Uuml;berzeugung aufrecht und leistet &Ouml;ffentlichkeit enormen Dienst<\/strong><br>\nIm Prozess um Auslieferung des Journalisten und WikiLeaks-Gr&uuml;nders Julian Assange wurde am Mittwoch die schriftliche Zeugenaussage des bekannten Linguistik-Professors, linken Intellektuellen und Kognitionswissenschaftlers Noam Chomsky vorgetragen.<br>\nLaut Chomsky h&auml;tte Assange &ldquo;allen Menschen auf der Welt, die die Werte der Freiheit und der Demokratie sch&auml;tzen und die deswegen auf ihrem Recht bestehen zu erfahren, was ihre gew&auml;hlten Vertreter tun, einen enormen Dienst erwiesen&rdquo;.<br>\nChomsky antworte damit auf die Frage, ob Julian Assanges Arbeit und Handlungen als &ldquo;politisch&rdquo; gelten k&ouml;nnten, also auf eine Frage, die &ndash; wie ihm zugetragen worden sei &ndash; signifikante Auswirkungen auf das Auslieferungsersuchen der USA haben w&uuml;rde. In den USA w&uuml;rde Assange vor Gericht wegen Spionage anklagt werden, da er eine wesentliche Rolle bei der Ver&ouml;ffentlichung von Informationen spielte, die die Vereinigten Staaten von Amerika nicht in der &Ouml;ffentlichkeit sehen wollten.<br>\nSeiner Ansicht nach hat Julian Assange, indem er mutig an den politischen &Uuml;berzeugungen festhielt, die die meisten von uns angeblich teilen, all jenen Menschen in der Welt, die die Werte der Freiheit und Demokratie sch&auml;tzen und die deshalb das Recht fordern, wissen zu wollen, was ihre gew&auml;hlten Vertreter tun, einen enormen Dienst erwiesen. Sein Handeln wiederum habe dazu gef&uuml;hrt, dass er auf grausame und unertr&auml;gliche Weise verfolgt wird.<br>\nDer Harvard-Professor Samuel P. Huntington und Autor des ber&uuml;chtigten Buches &ldquo;Kampf der Kulturen&rdquo;, habe einmal festgestellt, dass &ldquo;die Architekten der Macht in den Vereinigten Staaten eine solche Art von Macht schaffen m&uuml;ssen, die zwar gef&uuml;hlt, aber nicht gesehen werden kann. Macht bleibt wirkungsvoll, wenn sie im Dunkeln bleibt. Ans Licht gezerrt, beginnt sie zu verdampfen.&rdquo; so Chomsky.<br>\nUnd er f&uuml;hrt weiter aus, die dagegen von Assange bewirkten und als kriminell eingestuften Aktionen k&ouml;nnten &ldquo;die Macht aus der Dunkelheit ins (Sonnen-)Licht zerren und &ndash; falls die Bev&ouml;lkerung dies als M&ouml;glichkeit begreife, um unabh&auml;ngige B&uuml;rger einer freien Gesellschaft zu werden, anstatt Untertanen eines im Verborgenen arbeitenden &ldquo;Meisters&rdquo; zu bleiben &ndash; w&uuml;rde diese Macht wohlm&ouml;glich &ldquo;verdampfen&rdquo;.<br>\nEine M&ouml;glichkeit, die Bev&ouml;lkerung zu kontrollieren, sei diese Arbeit im Verborgenen. Dies w&auml;re der Hauptgrund f&uuml;r die Einstufung von internen Regierungsdokumenten als &ldquo;geheim&rdquo;. Die &Ouml;ffentlichkeit gelte als Feind, den man in Unwissenheit halten m&uuml;sse&rdquo;, so Chomsky.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/gesellschaft\/107371-noam-chomsky-assange-halt-politische\/\">RT Deutsch<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Tag der deutschen Einheit<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Nicht meine Einheit<\/strong><br>\nDer gro&szlig;e Bankraub<br>\nHeute j&auml;hrt sich zum 30. Male die Wiedervereinigung, doch bleibt Deutschland auch 2020 ein gespaltenes Land. Historisch betrachtet war die Einheit keine Unternehmung auf Augenh&ouml;he, sondern eine feindliche &Uuml;bernahme. Der Ausverkauf des Ostens an den Westen ist ein monstr&ouml;ses Verbrechen und dessen Nachwirkungen hallen bis in die Gegenwart nach. (&hellip;)<br>\nDoch &uuml;ber der Freude &uuml;ber die Errungenschaften der Friedlichen Revolution liegt ein dicker, fetter neoliberaler Schleier. Denn nat&uuml;rlich wuchs hier zusammen, &bdquo;was zusammengeh&ouml;rt&ldquo; (Brandt), doch war dies kein Zusammenschluss von Gleichen auf Augenh&ouml;he, sondern eine feindliche &Uuml;bernahme, ein Ladendiebstahl, ein Bank&uuml;berfall. Horst K&ouml;hler, damals Staatssekret&auml;r im Finanzministerium, und sein Mitarbeiter Thilo Sarrazin st&uuml;rzten vors&auml;tzlich drei Millionen Ostdeutsche in die Arbeitslosigkeit, um den Osten so an das geringere Besch&auml;ftigungsniveau des Westens anzugleichen. Sarrazin &ndash; mit dem ideologischen R&uuml;stzeug seiner Doktorarbeit &uuml;ber die Rentabilit&auml;t von Sklavenarbeit in den US-S&uuml;dstaaten ausgestattet &ndash; wandte seine arbeitsmarktpolitischen Erkenntnisse von den &bdquo;N***sklaven&ldquo; nun auf die Ostdeutschen an. Die Mafiaorganisation Treuhand lie&szlig; ihre neoliberalen Heuschrecken &uuml;ber die &bdquo;neuen L&auml;nder&ldquo; (was f&uuml;r ein Wort, ganz so, als h&auml;tte es in der DDR kein Brandenburg oder Meck-Pomm gegeben&hellip;) hinwegfegen und hinterlie&szlig; fl&auml;chendeckend Brachland. Das Tafelsilber der Ostdeutschen wurde in Wild-West-Manier einfach geraubt und dem Westen &uuml;berschrieben.<br>\nWenn gew&ouml;hnliche kleinkriminelle Verbrechen eine gewisse Gr&ouml;&szlig;e, ein gewisses Ma&szlig; &uuml;berschreiten, ist es f&uuml;r die Menschen schwer bis unm&ouml;glich, sie &uuml;berhaupt noch als Verbrechen zu erkennen. Wie sagte Bertolt Brecht doch gleich?<br>\nBankraub ist eine Unternehmung von Dilettanten. Wahre Profis gr&uuml;nden eine Bank.<br>\nDamals wurden ganze Unternehmen f&uuml;r eine D-Mark an westliche Banken, Konzerne und Personen &bdquo;verkauft&ldquo;. Stahl, Kohle, s&auml;mtliche Industrien bis hin zum Restaurant um die Ecke &ndash; alles, was Geld bringt, wurde an kriminelle Investoren auf der Suche nach dem schnellen Geld verschachert. 19.500 Unternehmen wurden dabei privatisiert, Tausende weitere abgewickelt. 25.000 kleine Gesch&auml;fte und Restaurants wurden verkauft, ebenso rund 50.000 Immobilien; allein der Deutschen Bank wurden 112 Niederlassungen in bester Lage f&uuml;r Peanuts regelrecht hinterhergeworfen. Vom einstigen &bdquo;Volkseigentum&ldquo; wurden durch den Raubzug der Treuhand 85 Prozent an Westdeutsche &uuml;bertragen, 10 Prozent an ausl&auml;ndische Investoren und peinliche 5 Prozent blieben im Osten.<br>\nDu musst in der Weltgeschichte lange suchen, um einen &auml;hnlich monstr&ouml;sen Fall von Umverteilung, von staatlich organisiertem Diebstahl zu finden: 16 Millionen Ostdeutsche wurden vom Westen buchst&auml;blich ausgeraubt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/justicenow.de\/2020-10-03\/nicht-meine-einheit\/\">JusticeNow!<\/a><\/li>\n<li><strong>Ostdeutschland in der Presse<\/strong><br>\nEine Datenanalyse der Berichterstattung &uuml;ber Ostdeutschland ergibt: Ausgew&auml;hlte negative Begriffe nehmen in der Berichterstattung in Zeitungen und Zeitschriften zu. Dazu wurden ca. 200 Millionen deutschsprachige Presseartikel maschinell analysiert. [&hellip;]<br>\nDie Auswertung in der Presse-Berichterstattung von ausgew&auml;hlten Begriffen in Verbindung mit dem Wort Ostdeutschland zeigt: Seit der Jahrtausendwende hat die Verwendung negativer Begriffe wie &ldquo;abgeh&auml;ngt&rdquo; und &ldquo;Armut&rdquo; zugenommen. Positive Begriffe wie &ldquo;Wachstum&rdquo;, &ldquo;Modernisierung&rdquo; und &ldquo;Aufschwung&rdquo; werden weniger gebraucht. Die Nutzung des Begriffs &ldquo;abgeh&auml;ngt&rdquo; hat im Zeitraum von 2017 bis 2019 sogar noch zugenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/wirtschaft\/treuhand\/datenanalyse-ostdeutschland-berichterstattung-102.html\">MDR<\/a><\/li>\n<li><strong>Ingo Schulze: &bdquo;Es wird viel &uuml;ber den Osten gesprochen, um &uuml;ber den Westen zu schweigen&ldquo;<\/strong><br>\nIngo Schulze sagt, auch 30 Jahre nach der Einheit werde er als ostdeutscher Schriftsteller vorgestellt. Er h&auml;tte damit kein Problem. Doch die westdeutschen Kollegen seien die &bdquo;deutschen Autoren&ldquo;. Die Zweiteilung sitzt tief.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/zeitenwende\/schriftsteller-ingo-schulze-wir-haben-die-macht-schnell-wieder-abgegeben-li.81417\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wirtschaft: Ein Gespr&auml;ch bis zur kreativen Zerst&ouml;rung<\/strong><br>\nNational&ouml;konom Markus Marterbauer von der Arbeiterkammer Wien ist Gast beim politischen Podcast Reiner Wein. Besprochen werden die aktuellen Entwicklungen in der Wirtschaft unter dem Eindruck der Coronakrise, die langfristigen sozialen Probleme, die die anhaltende Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit hervorbringt, und die Perspektiven, die sich speziell f&uuml;r &Ouml;sterreich er&ouml;ffnen, wenn die Politik es will. (&hellip;)<br>\nEine ausufernde Berichterstattung und Endlosdebatten &uuml;ber die Corona-Pandemie verdecken die teilweise dramatischen Folgen, die sich f&uuml;r die Gesellschaften aus der Weltwirtschaftskrise, die ohne Ausnahme alle Staaten erreicht, ergeben.<br>\nLangzeitarbeitslosigkeit, Firmenpleiten, der Zusammenbruch ganzer Branchen oder eine Jugendarbeitslosigkeit, die in einigen L&auml;ndern der Europ&auml;ischen Union (1) bereits ungeahnte Gr&ouml;&szlig;en annimmt, sind Probleme, die mit Corona nichts zu tun haben, sondern mit den Ma&szlig;nahmen, die die Regierungen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.<br>\nDas Coronavirus mag in der Lage sein, ein Gesundheitssystem zu ersch&uuml;ttern, vielleicht sogar eine Gesellschaft, doch eine anhaltende Weltwirtschaftskrise kann ganze Staaten &ouml;konomisch, sozial und politisch zerst&ouml;ren. Eine Gefahr, die gesehen werden sollte, vor allem, wenn der Blick aus der Enge des Nationalstaats auf die Gesamtlage in der Welt gerichtet wird. (&hellip;)<br>\nDer National&ouml;konom Markus Marterbauer stellt die &ouml;konomischen Gesamtzusammenh&auml;nge dar, zeigt Perspektiven speziell f&uuml;r &Ouml;sterreich auf und bietet L&ouml;sungen an, die die Politik sofort umsetzen k&ouml;nnte, wenn sie wollte. Aber will sie? Momentan bei&szlig;t man sich an Corona fest.<br>\nEine provokante Frage taucht auf: Liefert Corona vielleicht lediglich einen Vorwand f&uuml;r die kreative Zerst&ouml;rung (2) alter Dienstleistungen und Produktion, um die L&auml;nder der EU mit der Brechstange in die digitale Epoche zu katapultieren?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2020\/10\/02\/ein-gesprach-bis-zur-kreativen-zerstorung\/\">Neue Debatte<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Umsetzung von Ma&szlig;nahmen zum Wohnraumerhalt in den Kommunen<\/strong><br>\nWohnen ist ein elementares Grundbed&uuml;rfnis. Daher sollte jeder Mensch in Deutschland das Menschenrecht auf angemessenen Wohnraum einl&ouml;sen k&ouml;nnen.1 Bundesweit ist ein Anstieg von Wohnungsnotf&auml;llen und Obdachlosigkeit festzustellen. Der Begriff des &bdquo;Wohnungsnotfalls&ldquo; beschreibt eine Lebenslage, in welcher Personen bzw. Haushalte von einem Wohnungsbedarf mit hoher Dringlichkeit betroffen sind.2 Im Handlungsfeld der Pr&auml;vention besteht dieser Notfall in der akuten Gefahr des Wohnungsverlustes, der &ndash; meist unter hohem Zeitdruck &ndash; verhindert werden soll, weil andernfalls Wohnungslosigkeit eintr&auml;te.<br>\nDie Situation auf dem Wohnungsmarkt ist in Deutschland von regional deutlich unterschiedlichen Entwicklungen gepr&auml;gt. Zumindest in den gro&szlig;en Gro&szlig;st&auml;dten und in Ballungsgebieten sind die Wohnkosten in den letzten 5 bis 10 Jahren deutlich gestiegen, w&auml;hrend die Einkommen nicht &uuml;berall und nicht in allen Einkommensgruppen in gleichem Ma&szlig;e gestiegen sind. Vor diesem Hintergrund und den erheblichen Herausforderungen, Menschen unter diesen Bedingungen nach dem Verlust der Wohnung in mietvertraglichen Wohnraum zu (re-)integrieren, hat die Pr&auml;vention als Handlungsfeld der Wohnungsnotfallhilfe deutlich an Bedeutung gewonnen. (&hellip;)<br>\nDie Versch&auml;rfung der Wohnungskrise wird u.a. dadurch deutlich, dass unterschiedliche Bev&ouml;lkerungsgruppen (Familien, Seniorinnen und Senioren, Alleinstehende mit niedrigen Einkommen, Allein- und Getrennterziehende, Zuwandererinnen und Zuwanderer) und nicht nur die besonders marginalisierten Bev&ouml;lkerungsgruppen von Wohnungslosigkeit betroffen sind und in den Wohnungsnotfallhilfen Rat suchen.<br>\nEin Wohnungsnotfall entsteht zumeist aus einer Gemengelage von Problemen und kann in der Verkettung ung&uuml;nstiger Bedingungen im schlimmsten Fall in einen tats&auml;chlichen Wohnungsverlust m&uuml;nden. Gleichzeitig kann diese Situation der Beginn einer Abw&auml;rtsspirale sein. Denn auf angespannten Wohnungsm&auml;rkten haben betroffene Menschen kaum eine Chance, sich mit Alternativwohnraum zu versorgen. Dadurch ist das Risiko des Verbleibs im Hilfesystem deutlich erh&ouml;ht und es kann zu unn&ouml;tigen Verweildauern sowie einer Verfestigung des Wohnungsnotfalls kommen.<br>\nAus haushaltspolitischer Sicht ist f&uuml;r die Kommunen die Unterbringung von wohnungslosen Menschen erheblich kostenaufwendiger als die vorbeugende Wohnraumsicherung.5 Je fr&uuml;her Hilfe organisiert wird, desto geringer sind die pers&ouml;nlichen und finanziellen Folgekosten f&uuml;r die Betroffenen und die Kommune bzw. die &ouml;ffentlichen Leistungstr&auml;ger.6<br>\nMa&szlig;nahmen zum Wohnraumerhalt k&ouml;nnen vor allem dazu beitragen, Wohnungsverluste zu vermeiden. Die Vermeidung der weiteren Eskalation eines Wohnungsnotfalls durch rechtzeitige und gezielte Interventionen zur Sicherung des Wohnraums ist nach Auffassung des Deutschen Vereins eine geeignete Strategie, die mit dazu beitr&auml;gt, einer m&ouml;glichen weiteren Versch&auml;rfung einer Wohnungskrise nachhaltig zu begegnen.7<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.meine-caritas.de\/files\/newsletters\/b8c3e116-37f2-40cb-983d-265efa0e7d58\/cf2dc4fc-21cb-4168-b8b1-cf961e1d8d5b\/documents\/DV-30-19_Wohnraumerhalt-in-Kommunen.pdf\">Deutscher Verein f&uuml;r &ouml;ffentliche und private F&uuml;rsorge e.V.<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Dann kaufen wir unsere H&auml;user eben selbst<\/strong><br>\nBedroht von der &Uuml;bernahme durch Investment-Firmen gr&uuml;nden Berliner Mieter eine Genossenschaft und erwerben ihren Wohnkomplex. Das klingt nach Revolution &ndash; und l&ouml;st heftige politische Attacken aus. (&hellip;)<br>\nTats&auml;chlich ist der Genossenschaft etwas gelungen, was ihr eigentlich kaum gelingen konnte. Das Vorkaufsrecht der Bezirke war in den vergangenen Jahren vor allem genutzt worden, um den K&auml;ufern eine so genannte Abwendungserkl&auml;rung abzuringen: Wenn sie den Schutz der Mieter garantierten -, zum Beispiel keine Aufteilung der H&auml;user in Eigentumswohnungen &ndash; bekamen sie den Zuschlag. In anderen F&auml;llen wurde das Vorkaufsrecht tats&auml;chlich ausge&uuml;bt &ndash; meist von landeseigenen Wohnungsgesellschaften. Doch in Zeiten, in denen H&auml;user &uuml;ber dem Marktwert, teils zum 45-Fachen der Nettokaltmiete, gehandelt wurden, konnten diese Unternehmen den Kauf nicht mehr finanzieren. Wenn aber keiner mehr das Vorkaufsrecht nutzen kann, funktioniert auch die Drohung damit nicht mehr. Die Bezirke w&auml;ren gegen&uuml;ber den Konzernen machtlos.<br>\nDie Diese eG sollte zum Modellfall daf&uuml;r werden, dass sich Bezirke und Mieter trotzdem wehren k&ouml;nnen: Kein teurer Verwaltungsapparat, von den Bewohnern getragen, &uuml;ber 30, 40 Jahre finanziert, dazu noch Zusch&uuml;sse vom Senat. Initiativen in Leipzig, Stuttgart, D&uuml;sseldorf und anderen deutschen St&auml;dten haben die Mitglieder der Diese eG seitdem eingeladen. Um zu erfahren, wie das funktionieren kann.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/wohnen-gentrifizierung-berlin-genossenschaft-1.5052959\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Reiche profitieren, Arme stehen vor dem Nichts: Das System Minijob braucht Reformen<\/strong><br>\nEigentlich tragen sie Zeitungen aus, arbeiten als Pizzakurier oder im Einzelhandel, kellnern, putzen Wohnungen oder betreuen Kinder: Doch in der Corona-Krise hat jeder achte Minijobber seinen Arbeitsplatz verloren. Das geht aus Daten der Minijobzentrale hervor, die die Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann abgefragt und analysiert hat. Laut der Auswertung, die dem &bdquo;Redaktionsnetzwerk Deutschland&ldquo; (RND) vorlag, gab es im Juni deutschlandweit 837.000 weniger Minijobstellen als im Vorjahresmonat. Das ist ein R&uuml;ckgang von 12,4 Prozent. (&hellip;)<br>\nUm den Niedriglohnsektor einzud&auml;mmen, pl&auml;diert die Linke daher f&uuml;r die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigungen. Es ist ein Vorsto&szlig;, zu dem sich auch die Gr&uuml;ne Anfang des Jahres in einem Arbeitsmarktpapier bekannten &ndash; und den inzwischen auch zahlreiche Arbeitsmarkt-Experten unterst&uuml;tzen. (&hellip;)<br>\nDas urspr&uuml;ngliche Ziel der Minijobs war es, Arbeitslosen den Einstieg in den Job zu erleichtern und eine sp&auml;tere Festanstellung in Aussicht zu stellen. Aber: Die Studie von Grabka und Goebler zeigt dar&uuml;ber hinaus, dass der Weg aus dem Niedriglohnsektor in h&ouml;here Gehaltsklassen l&auml;ngst nicht jedem gelingt: Jeder zweite Besch&auml;ftigte im Niedriglohnsektor verharrte der Langzeitstudie zufolge auch vier Jahre sp&auml;ter noch dort.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/perspektiven\/gesellschaft-gestalten\/niedriglohnsektor-in-der-krise-corona-kostet-835-000-minijobs-um-existenzen-zu-retten-braucht-es-ein-sozial-upgrade_id_12499574.html\">Focus Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Chef der Jungen-Union fordert Null-Runde f&uuml;r Rentner<\/strong><br>\nDie Junge Union (JU) fordert einen Verzicht auf die Rentenerh&ouml;hung im kommenden Jahr und damit eine Nullrunde f&uuml;r Rentner. Der JU-Vorsitzende Tilman Kuban kritisierte im Interview mit der Nachrichtenseite &bdquo;Business Insider&ldquo; (Sonntag), dass die Bundesregierung die Renten im kommenden Jahr erh&ouml;hen will, obwohl das eigentlich nicht vorgesehen w&auml;re, weil die L&ouml;hne aufgrund der Corona-Krise sinken. Dies m&uuml;sse r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden, forderte Kuban.<br>\n&bdquo;Niemand m&ouml;chte die Lebensleistung der Rentner schm&auml;lern, aber wir m&uuml;ssen darauf achten, dass der jungen Generation nicht ein v&ouml;llig &uuml;berfordertes Rentensystem vererbt wird&ldquo;, sagte der JU-Chef. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) warf er vor, f&uuml;r die Rentner eine teure Ausnahme zu machen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/tilman-kuban-fordert-null-runde-fuer-rentner-16983993.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Nat&uuml;rlich geh&ouml;rt es zur Stellenbeschreibung f&uuml;r den Chef diesen bizarren Vereins, immer wieder einen wirtschaftsliberalen Spruch rauszuhauen, also niedrigere Steuern f&uuml;r Unternehmen und Gutverdiener zu fordern, weniger Sozialleistungen f&uuml;r Arbeitslose und niedrigere L&ouml;hne &ndash; oder eben, in diesem Fall, niedrigere Renten; noch niedriger, als sie ohnehin schon sind. Nun muss man nicht gleich das gro&szlig;e volkswirtschaftliche Besteck herausholen und darauf hinweisen, dass die Alten, die nicht mehr arbeiten, *immer* auf irgendeine Weise von der arbeitenden Bev&ouml;lkerung mitern&auml;hrt werden (m&uuml;ssen) (Mackenroth-Theorem, aber eigentlich offensichtlich; denn wer soll die Alten ern&auml;hren, wenn sie es selber nicht tun k&ouml;nnen?). Wenn die Mitglieder der Jungen Union und insbesondere die Anh&auml;nger dieses Quatschkopfes das nicht sehen k&ouml;nnen, dann m&uuml;&szlig;te ihnen doch wenigstens klar sein, dass sie selber von einer Rentenk&uuml;rzung betroffen sein werden, weil Rentenk&uuml;rzungen heute (sehr wahrscheinlich) in der Zukunft fortwirken werden und die Renten nicht nur im Jahr 2020, sondern auch 2060 niedrig(er) sein werden. Also stimmen sie doch der eigenen Rentenk&uuml;rzung zu. Und verstehen die Mitglieder der Jungen Union das Rentensystem wirklich so schlecht? Jede Rentenk&uuml;rzung jetzt f&uuml;hrt zu einer Beitragssenkung und scheinbar einer Entlastung bei den aktiven Arbeitnehmern, soweit richtig; aber die Senkung der Beitr&auml;ge entspricht nur *der H&auml;lfte der Rentenk&uuml;rzungen*, w&auml;hrend die Unternehmen die andere H&auml;lfte der Rentenk&uuml;rzung einsparen. Umgekehrt muss jede Senkung des Rentenbeitrags vom Arbeitnehmer durch einen doppelt so hohen Sparbeitrag aufgewogen werden, der den Arbeitgeberanteil mit ausgleicht, wenn man im Alter dieselbe monatliche Versorgung haben will. Rentenbeitragssenkungen stellen vor allem eine enorme Lohnk&uuml;rzung dar und belasten die aktiven Arbeitnehmer, die angeblich vor &Uuml;berlastung gesch&uuml;tzt werden sollen, gleich doppelt. Sind diese eigentlich simplen Zusammenh&auml;nge den Mitgliedern der Jungen Union, die doch politisch interessiert sein m&uuml;&szlig;ten, nicht bekannt? Au&szlig;erdem f&uuml;hren Senkungen der ausgezahlten Renten zu einer (weiteren) Senkung der effektiven Nachfrage, von der doch Unternehmen leben. Haben die Mitglieder der Jungen Union so wenig Verst&auml;ndnis von der &ldquo;echten&rdquo; Wirtschaft, die zum Funktionieren auf Nachfrage angewiesen ist?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>What lessons can Europe learn from Sweden&rsquo;s Covid-19 experience?<\/strong><br>\nThe Scandinavian country could &ldquo;provide lessons for the global community,&rdquo; a senior World Health Organization official said.<br>\nDorit Nitzan, the WHO&rsquo;s regional emergency director for Europe, said Sweden&rsquo;s focus on sustainability over time, citizen engagement and voluntary compliance was interesting because &ldquo;this is the time we all have to learn to live with this virus&rdquo;.<br>\nBut Nitzan stressed there was no &ldquo;one size fits all&rdquo; solution and every approach should be based on situation and context. If the WHO was keen to learn more from Sweden, it was because it saw the country as one that had &ldquo;adapted its response to its people&rsquo;s behaviour and background, and leveraged that to make it effective&rdquo;.<br>\nUnlike many countries, Sweden closed colleges and universities for the over-16s, but kept schools for younger pupils open. The country also banned gatherings of more than 50 people, and urged those over 70 and in at-risk groups to self-isolate.<br>\nOtherwise, the country&rsquo;s 10 million people were asked, not ordered, to respect physical distancing and work from home if possible, which most did. Shops, bars, restaurants and gyms stayed open; masks have not been recommended.<br>\nThe chief epidemiologist, Anders Tegnell, has insisted the aim was not to achieve rapid herd immunity, but to slow the spread enough for health services to cope. The crisis was &ldquo;a marathon, not a sprint&rdquo;, he has repeatedly said, arguing Sweden&rsquo;s approach may prove more sustainable than lockdowns.<br>\nAuthorities also argued that public health should be viewed in the broadest sense, saying strict mandatory lockdowns could have serious secondary impacts, including increased unemployment and mental health problems, and themselves cost lives.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2020\/sep\/25\/what-lessons-can-europe-learn-from-sweden-covid-19-experience\">The Guardian<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Drei Bedingungen, um die Pandemie zu stoppen<\/strong><br>\nArme L&auml;nder werden sich nicht gegen das Virus immunisieren k&ouml;nnen. Und das ist auch eine Katastrophe f&uuml;r reiche L&auml;nder, schreibt Microsoft-Gr&uuml;nder Bill Gates in einem Gastbeitrag.<br>\nDie Welt steht kurz vor einer wissenschaftlichen Meisterleistung: Anfang n&auml;chsten Jahres soll ein sicherer und wirksamer Impfstoff gegen COVID-19 bereitstehen, vermutlich sogar mehrere. Damit haben wir endlich die Chance, der Bedrohung durch die Pandemie ein Ende zu setzen &ndash; und zur Normalit&auml;t zur&uuml;ckzukehren.<br>\nGibt es eine Impfung gegen das Virus, k&ouml;nnen die Regierungen die Ma&szlig;nahmen zur r&auml;umlichen Distanzierung aufheben. Wir werden keine Masken mehr zu tragen brauchen. Die Weltwirtschaft wird wieder volle Fahrt aufnehmen.<br>\nZwingend findet diese Entwicklung aber nicht statt. Um dorthin zu gelangen, braucht die Welt zuerst drei Dinge: die Kapazit&auml;ten, Milliarden Impfstoffdosen zu produzieren, die finanziellen Mittel, um sie zu bezahlen, und Systeme, die diese verbreiten k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/digitec\/bill-gates-was-zur-beendigung-von-corona-noetig-ist-16977815.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">Bill Gates in Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Erneut &ndash; <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/gates-corona-101.html\">nach einem &ldquo;tagesthemen&rdquo;-Auftritt im April 2020<\/a> &ndash; bekommt der Nicht-Mediziner und Nicht-Naturwissenschaftler ein deutsches Medium als Forum. Herr Gates, der &uuml;ber die Bill &amp; Melinda Gates Stiftung an die Pharmabranche gespendet hat und ein Gro&szlig;-Spender der WHO ist (oder waren und sind es doch Investitionen?), darf mal wieder ohne wissenschaftliche Begr&uuml;ndungen seine Vorstellungen &uuml;ber Pandemien und zum Impfthema verbreiten. Die NachDenkSeiten haben mehrfach auf m&ouml;gliche Risiken durch (mRNA-)Impfungen gegen Covid-19 hingewiesen &ndash; u.a. hier: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63147#h02\">&bdquo;Was Bill Gates sagt, das gilt&ldquo; &ndash; Biowissenschaftler zur Covid-Impfstoffentwicklung<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64685#h08\">Corona Fehlalarm? &ndash; Buchlesung und Diskussion, Kiel 05.09.2020<\/a>.<\/em><br>\n<em>Mehr Informationen &uuml;ber Herrn Gates k&ouml;nnen Sie z.B. hier entnehmen:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62588\">Sind Bill Gates und Warren Buffett Sozialisten?<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62452\">Corona-Geberkonferenz &ndash; eine skurrile Veranstaltung, die mehr Fragen als Antworten liefert<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59825\">&bdquo;Die USA haben das sicherste Gesundheitssystem der Welt&ldquo; &ndash; Die Johns Hopkins University und das globale Pandemien-Management<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Die Vorstellungen von Herrn Gates scheinen sehr gut kompatibel mit den Ansichten von Bundeskanzlerin Merkel, die hierzulande mit diesem Satz die wesentliche Leitlinie der Bundesregierung &ndash; und offenbar auch etlicher (SPD-)Landesregierungen &ndash; <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article207167375\/Merkel-zu-Corona-Solange-wir-keinen-Impfstoff-haben-wird-das-gelten.html\">vorgegeben hat<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Auch wenn die Zahlen mal einen Tag besser werden, sie (die Pandemie) wird nicht verschwinden, bis wir wirklich einen Impfstoff haben, mit dem wir die Bev&ouml;lkerung immunisieren k&ouml;nnen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Medizin-Statistiker &uuml;ber Umgang mit Corona: &bdquo;Wir m&uuml;ssen uns mehr trauen&ldquo;<\/strong><br>\nWir wissen nicht, was wirklich passiert. Immer noch nicht. Gerd Antes kritisiert: Was die Datenlage angeht, sind wir keinen Schritt weiter als im Fr&uuml;hjahr. Seine Forderung: Deutschland braucht eine interdisziplin&auml;re Task Force statt der Fokussierung auf einzelne Virologen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/coronavirus\/gerd-antes-im-gespraech-medizin-statistiker-ueber-umgang-mit-corona-wir-muessen-endlich-mehr-riskieren_id_12496809.html\">Focus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Sehr lesenswert!<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Ein Jahr nach dem Wilke-Skandal: Neustart bei Lebensmittel&uuml;berwachung n&ouml;tig<\/strong><br>\n2.Oktober 2019: Der Kreis Waldeck-Frankenberg informiert &uuml;ber die Betriebsschlie&szlig;ung der Firma Wilke. In Wurstwaren des Unternehmens wurden mehrfach Listerien (Bakterien) nachgewiesen. Sp&auml;ter wurden mit den Produkten insgesamt 37 Krankheitsf&auml;lle, darunter drei Todesf&auml;lle, in Verbindung gebracht. Die hessische Landesregierung r&auml;umte eigene Fehler ein, schob die Hauptverantwortung jedoch auf den Betrieb und den Landkreis. Die politischen Konsequenzen: Verbraucherschutzministerin Priska Hinz stockte unter anderem das Personal in den Regierungspr&auml;sidien auf und stattete ihr eigenes Haus mit der Stelle eines &bdquo;Sichters&ldquo; aus, der alle E-Mail-Posteing&auml;nge der Fachaufsicht &uuml;berwachen soll. Au&szlig;erdem sollen k&uuml;nftig Problembetriebe besser kontrolliert werden. Weitere Reformen: Fehlanzeige! Dabei braucht es einen grundlegenden Neustart der Lebensmittel&uuml;berwachung. (&hellip;)<br>\nDie Lebemsmittel&uuml;berwachung in Deutschland ist auf kommunaler Ebene organisiert. Zurzeit kontrollieren rund 400 verschiedene Beh&ouml;rden auf Landkreisebene die Lebensmittel&uuml;berwachung. Dabei sind die lokalen Beh&ouml;rden sowohl der F&ouml;rderung der regionalen Wirtschaft und dem Erhalt von Arbeitspl&auml;tzen verpflichtet als auch der Kontrolle der Unternehmen. Um diesen permanenten Interessenskonflikt aufzul&ouml;sen, ist eine einzige Beh&ouml;rde k&uuml;nftig f&uuml;r alle Betriebe eines jeweiligen Bundeslandes denkbar. Um die Unabh&auml;ngigkeit dieser Anstalten sicherzustellen, sollten diese jenseits der normalen Staatsverwaltung installiert werden &ndash; ohne die sogenannte Fachaufsicht durch &uuml;bergeordnete Landesverbraucherministerien. (&hellip;)<br>\nStatt die &Auml;mter mit ausreichend Personal auszustatten, um Lebensmittelbetriebe umfassend zu kontrollieren, haben die Bundesl&auml;nder, darunter auch Hessen, im Bundesrat einstimmig f&uuml;r eine Vorschrift von Bundesern&auml;hrungsministerin Julia Kl&ouml;ckner gestimmt, wonach Risikobetriebe seltener routinem&auml;&szlig;ig kontrolliert werden m&uuml;ssen. Bei einem Unternehmen der Kategorie Wilke sind jetzt zum Beispiel nur noch 4 statt 12 Regelkontrollen im Jahr vorgesehen. (&hellip;)<br>\nWeil die meisten Lebensmittel&auml;mter unterbesetzt sind, wird schon jetzt in keinem einzigen Bundesland die vorgeschriebene Zahl an Routinekontrollen erreicht. Jede dritte planm&auml;&szlig;ige Kontrolle f&auml;llt aus. Durch die Neuregelung der Lebensmittelkontrollen werde der Personalmangel in den Beh&ouml;rden versch&auml;rft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/aktuelle-nachrichten\/2020\/ein-jahr-nach-dem-wilke-skandal-neustart-bei-lebensmittelueberwachung-noetig\/\">foodwatch<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>M&uuml;nchner Konsens: Bilanz<\/strong><br>\nMit den Auftritten von Steinmeier, von der Leyen und Gauck bei der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz 2014 wurde die Forderung erhoben, die &ndash; angeblich &ndash; in Deutschland vorherrschende &bdquo;Kultur der (milit&auml;rischen) Zur&uuml;ckhaltung&ldquo; abzustreifen (siehe die IMI-Brosch&uuml;re &bdquo;Wi(e)der die Gro&szlig;macht&ldquo;). Sechs Jahr sp&auml;ter zieht die M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz in dem neuen Bericht &bdquo;Zeitenwende &ndash; Wendezeiten&ldquo; eine gemischt Bilanz: &bdquo;Bei der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz 2014 artikulierten f&uuml;hrende Vertreter der Bundesrepublik das, was sp&auml;ter als &bdquo;M&uuml;nchner Konsens&ldquo; bezeichnet wurde: Deutschland sei bereit, international &sbquo;mehr Verantwortung&lsquo; zu &uuml;bernehmen und wolle sich &sbquo;fr&uuml;her, entschiedener und substanzieller&lsquo; engagieren. Sechs Jahre sp&auml;ter l&auml;sst sich feststellen: Deutschland hat sein au&szlig;en- und sicherheitspolitisches Engagement in vielen Bereichen verst&auml;rkt. [&hellip;] Es hat seine Ausgaben f&uuml;r Verteidigung seit 2014 um etwa 40 Prozent erh&ouml;ht. Es beteiligt sich an milit&auml;rischen Operationen im Rahmen von VN, EU und NATO und ist mit milit&auml;rischen Kr&auml;ften an der Ostflanke des B&uuml;ndnisses pr&auml;sent. [&hellip;]Und doch bleibt das deutsche Engagement nicht nur hinter den Erwartungen zur&uuml;ck, die die wichtigsten Partner an Deutschland herantragen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.imi-online.de\/2020\/10\/02\/muenchner-konsens-bilanz\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Den 220-seitigen Bericht der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz mit Datum Oktober 2020 k&ouml;nnen Sie <a href=\"https:\/\/securityconference.org\/assets\/01_Bilder_Inhalte\/03_Medien\/02_Publikationen\/MSC_Germany_Report_10-2020_De.pdf\">hier nachlesen<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>EU-Berichte zur Rechtsstaatlichkeit: Unvergleichlich mangelhaft<\/strong><br>\nDer Bericht der EU-Kommission zum Stand der Rechtsstaatlichkeit in den Mitgliedsstaaten enth&auml;lt bei Polen und Ungarn nicht viel Freundliches. Viel erstaunlicher ist, wie positiv der Bericht etwa &uuml;ber Deutschland ausf&auml;llt. Das best&auml;tigt die Kritiker, die den Bericht insgesamt f&uuml;r untauglich halten (&hellip;)<br>\nDass an der Kritik der Ungarn an diesen Berichten (&Uuml;bersicht hier) etwas dran ist, zeigt weniger ein Blick auf die Berichte der im Fokus des Rechtsstaatlichkeitsverfahrens stehenden L&auml;nder. Sehr viel deutlicher offenbart der Bericht &uuml;ber Deutschland die erheblichen Schw&auml;chen des Verfahrens, die Varga wie eingangs erw&auml;hnt zu Recht kritisiert.<br>\nSo f&auml;llt f&uuml;r Kenner der deutschen Justiz sofort auf, dass ein wunder Punkt &uuml;berhaupt nicht gew&uuml;rdigt wird: die extrem langen Verfahrensdauern besonders in der Verwaltungsgerichtsbarkeit. In diesem Zweig steht regelm&auml;&szlig;ig der B&uuml;rger einer Beh&ouml;rde gegen&uuml;ber, mit deren Entscheidung er nicht einverstanden ist. Baugenehmigung oder F&uuml;hrerschein, Informationszugang oder Auskunftsrecht der Presse, das alles muss im Zweifel vor den Verwaltungsgerichten erstritten werden. (&hellip;)<br>\nAngriffe auf die Unabh&auml;ngigkeit der Richter, die es in den letzten Jahren in Deutschland seitens der Politik durchaus gegeben hat, spart der Kommissionsbericht ebenfalls vollst&auml;ndig aus. Zu nennen w&auml;re etwa die Abordnung von Verwaltungsbeamten als Richter an die Verwaltungsgerichte zur Linderung der dortigen Personalnot. Kritik daran wurde unter anderem vom Pr&auml;sidenten des Bundesverwaltungsgerichts ge&auml;u&szlig;ert, das Bundesverfassungsgericht hat den Beamten-Einsatz allerdings als verfassungsgem&auml;&szlig; best&auml;tigt und die Kritiker aus der Justiz damit zum Schweigen gebracht.<br>\nEbenso unbemerkt von &Ouml;ffentlichkeit und auch von den Beobachtern aus Br&uuml;ssel vollzieht sich jedoch eine viel subtilere Unterwanderung der richterlichen Unabh&auml;ngigkeit in Deutschland: das Abschmelzen ihrer Besoldungen. Seit der Verfassungsreform von 2002 ist sie nicht mehr an die Besoldung der Bundesbeamten gekoppelt, sondern den L&auml;ndern &uuml;berlassen. Und einige davon haben aufgrund ihrer klammen Kassen besonders drastischen Gebrauch von der neunen Sparm&ouml;glichkeit gemacht. Allen voran Nordrhein-Westfalen und Berlin.<br>\nDabei hatte kein geringeres als das Bundesverfassungsgericht erst im Mai verk&uuml;ndet, dass die &ldquo;Richterbesoldung im Land Berlin in den Jahren 2009 bis 2015 in verfassungswidriger Weise zu niedrig bemessen&rdquo; sei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/EU-Berichte-zur-Rechtsstaatlichkeit-Unvergleichlich-mangelhaft-4918634.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Ethnische Bedenken<\/strong><br>\nSeehofers Rassismus-Studie &ndash; das Wie ist entscheidend<br>\nRassismus-Studien bei der Polizei hatte Horst Seehofer zun&auml;chst strikt abgelehnt. Doch dann k&uuml;ndigte er am 20.09.2020 in der &bdquo;Bild am Sonntag&ldquo; eine breit angelegte Rassismus-Studie f&uuml;r die gesamte Gesellschaft an. &Uuml;ber die Gr&uuml;nde f&uuml;r Seehofers Meinungs&auml;nderung ist bisher ebenso wenig bekannt wie &uuml;ber den genauen Umfang und die Methodik der geplanten Studie. Genau das ist aber das Entscheidende &ndash; die Methodik. Eine weitere Studie zur Verbreitung von Rassismus und Ausl&auml;nderfeindlichkeit in der deutschen Gesamtbev&ouml;lkerung h&auml;tte keinen Mehrwert. Was es braucht, ist eine Studie, die Auskunft dar&uuml;ber gibt, wie die von Rassismus Betroffenen selbst ihre Situation bewerten. Bisher wurde nur &uuml;ber sie befragt, anstatt sie direkt zu befragen. Wollte man dies tun, w&auml;re das mit gro&szlig;em Aufwand verbunden, denn bisher fehlen repr&auml;sentative statistische Informationen zur Verbreitung von Diskriminierungserfahrungen aufgrund der ethnischen Herkunft. Die Erhebung dieser Daten ist aber gerade in Deutschland ein sensibles Thema, wirft ethische Bedenken auf und bewegt sich in einem engen rechtlichen Rahmen. (&hellip;)<br>\nEine Kategorisierung, wie sie in den USA vorgenommen wird, verursacht wom&ouml;glich bei vielen Deutschen &ndash; egal welcher ethnischen Herkunft &ndash; ein mulmiges Gef&uuml;hl. Will man aber strukturellen Rassismus eingehend untersuchen, kommt man um diese Einteilung nicht herum.<br>\nAufgrund der nationalsozialistischen Vergangenheit besteht in Deutschland gro&szlig;e Zur&uuml;ckhaltung, wenn es darum geht, die Bev&ouml;lkerung nach ethnischer Zugeh&ouml;rigkeit zu kategorisieren. Die Vereinten Nationen und die Europ&auml;ische Agentur f&uuml;r Grundrechte haben die Bundesrepublik aber bereits mehrfach angemahnt, entsprechende Daten zu &uuml;bermitteln. Denn aktuell kommt Deutschland, wie viele andere europ&auml;ische L&auml;nder auch, seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen, etwa aus dem Internationalen &Uuml;bereinkommen zur Beseitigung jeder Form von rassistischer Diskriminierung (ICERD), nicht ausreichend nach. Der UN-Fachausschuss zur Anti-Rassismus-Konvention (CERD) &bdquo;[&hellip;] empfiehlt dem Vertragsstaat, [&hellip;] eine umfassendere Analyse durchzuf&uuml;hren und Methoden zu entwickeln, um einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Zusammensetzung seiner Bev&ouml;lkerung zu erhalten&ldquo;. (&hellip;)<br>\nW&uuml;rde Horst Seehofer im Rahmen seiner angek&uuml;ndigten gesamtgesellschaftlichen Studie tats&auml;chlich erw&auml;gen, Daten zur ethnischen Herkunft und der damit verbundenen Diskriminierungserfahrung zu erheben, w&uuml;rde er in Deutschland in einem &auml;u&szlig;erst sensiblen Bereich Neuland betreten. Und sei es zun&auml;chst nur durch eine repr&auml;sentative Befragung, ob die Erhebung von Daten zur ethnischen Herkunft von einer Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen unterst&uuml;tzt oder abgelehnt wird. Was es allerdings nicht braucht, ist die Reproduktion von Ergebnissen, die bereits bekannt sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/ethnische-bedenken\/\">Verfassungsblog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Ursula von der Leyen will eine einheitliche digitale Identit&auml;t f&uuml;r alle EU-B&uuml;rger<\/strong><br>\nNach den Pl&auml;nen der Kommissionspr&auml;sidentin sollen alle EU-B&uuml;rger und B&uuml;rgerinnen &bdquo;eine europ&auml;ische digitale Identit&auml;t&ldquo; bekommen, die sie &bdquo;&uuml;berall in Europa nutzen k&ouml;nnen, um alles zu tun, vom Steuern zahlen bis hin zum Fahrrad mieten&ldquo;. Sie will f&uuml;r Europa umsetzen, was ID2020, Weltwirtschaftsforum, Weltbank und Homeland Security weltweit vorantreiben &ndash; um die automatisierte &Uuml;berwachung der Weltbev&ouml;lkerung zu vervollkommnen.<br>\nIn der Rede Ursula von der Leyens zur Lage der Union am 16. September ging neben einem versch&auml;rften Klimaziel eine andere wichtige Ank&uuml;ndigung unter. Die Kommissionspr&auml;sidentin sagte:<br>\nWir in Europa wollen ein Regelwerk, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Die Kommission wird im n&auml;chsten Jahr ein entsprechendes Gesetz vorschlagen. Dazu geh&ouml;rt auch die Kontrolle &uuml;ber unsere pers&ouml;nlichen Daten, die wir heute viel zu selten haben. Jedes Mal, wenn eine Website uns auffordert, eine neue digitale Identit&auml;t zu erstellen oder uns bequem &uuml;ber eine gro&szlig;e Plattform anzumelden, haben wir in Wirklichkeit keine Ahnung, was mit unseren Daten geschieht. Aus diesem Grund wird die Kommission demn&auml;chst eine sichere europ&auml;ische digitale Identit&auml;t vorschlagen. Eine, der wir vertrauen und die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger &uuml;berall in Europa nutzen k&ouml;nnen, um alles zu tun, vom Steuern zahlen bis hin zum Fahrrad mieten. Eine Technologie, bei der wir selbst kontrollieren k&ouml;nnen, welche Daten ausgetauscht und wie sie verwendet werden.<br>\nMan muss zwischen den Zeilen lesen, um den perfiden Plan zu entschl&uuml;sseln. &bdquo;Dateneigentum&ldquo;, hier ausgedr&uuml;ckt als &bdquo;eine Technologie bei der wir selbst kontrollieren k&ouml;nnen, welche Daten ausgetauscht und wie sie verwendet werden&ldquo;, ist ein Trick, um den europ&auml;ischen Datenschutz durch die Vort&auml;uschung von Freiwilligkeit auszuhebeln. Das hat man sich von den Cookie- und AGB-Einwilligungen der digitalen Anbieter abgeschaut. Keiner liest sie, und wenn sie doch einer liest, hat er keine andere M&ouml;glichkeit, als zuzustimmen, oder auf den Dienst zu verzichten. Wenn die Marktf&uuml;hrer in einem Segment gro&szlig;z&uuml;gige Daten&uuml;bergabe verlangen, hat man keine Chance als zuzustimmen. Der Verlust einer versprengten, einzelnen Kundin, die Widerspruch einlegt, ist immer zu verschmerzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/die-regenten-der-welt\/digitale-eu-identitaet\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die amerikanische Bazooka<\/strong><br>\nDie Geld- und Fiskalpolitik der USA zur Bew&auml;ltigung der Corona-Krise stimmt perfekt mit den Rezepten der Modern Monetary Theory &uuml;berein.<br>\nVor sechs Monaten habe ich eine Kolumne zur Rolle der Modernen Geldtheorie bei der Bew&auml;ltigung der Corona-Krise ver&ouml;ffentlicht. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die &Ouml;konomen der amerikanischen Regierung und der Notenbank Federal Reserve den Text gelesen haben. Aber sie sind anscheinend auf denselben Gedanken gekommen. Zumindest stimmt die Geld- und Fiskalpolitik, die die Vereinigten Staaten in den vergangenen sechs Monaten betrieben hat, perfekt mit den Rezepten der Modern Monetary Theory (MMT) &uuml;berein.<br>\nBeginnen wir mit der Fiskalpolitik. Im zweiten Quartal 2020 betrug das staatliche Haushaltssaldo der Vereinigten Staaten auf Bundesebene -30,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dieser Wert liegt deutlich h&ouml;her als das bisherige viertelj&auml;hrliche Rekorddefizit von 11,6 Prozent im zweiten Quartal 2010. Was hat die amerikanische Regierung mit diesem Geld gemacht? Ein gro&szlig;er Teil floss in Form von Transferleistungen an private Haushalte. Im M&auml;rz verabschiedete der Kongress ein Gesetz &uuml;ber Nothilfen (The Coronavirus Aid, Relief, and Economic Security (CARES) Act). Damit erhielten die Arbeitslosen zus&auml;tzliche Leistungen in H&ouml;he von 600 Dollar pro Woche. Diese Zusatzleistung hat eine entscheidende Rolle dabei gespielt, extreme Notlagen zu lindern. Die Armut k&ouml;nnte dadurch sogar zur&uuml;ckgegangen sein.<br>\nUnd wie sieht es mit der Geldpolitik aus? Ebenfalls in &Uuml;bereinstimmung mit der MMT begann die &bdquo;Fed&ldquo; bereits im ersten Quartal, gro&szlig;e Mengen Schatzpapiere zu kaufen. Langfristig betrachtet &uuml;bertraf der Umfang dieser Transaktionen jeden historischen Pr&auml;zedenzfall bei weitem. In der Phase der &bdquo;quantitativen Lockerung&ldquo; im ersten Quartal 2011 hatte die Federal Reserve die bis dahin maximale Menge an Staatsanleihen in H&ouml;he von 8,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gekauft. Im ersten Quartal 2020 betrug das Volumen 18,9 Prozent und im zweiten Quartal 21,2 Prozent des BIP.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/global\/artikel\/die-amerikanische-bazooka-4679\/\">Peter Bofinger in IPG<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Naomi Klein: &ldquo;We Have to Rebuild From the Wreckage of Neoliberalism&rdquo;<\/strong><br>\nNaomi Klein is one of the world&rsquo;s foremost left-wing writers. Her books No Logo and The Shock Doctrine became defining critiques of our social system in the consumerist 1990s and disaster-laden aftermath of the 2008 financial crash.<br>\nIn recent years, Klein has been more associated with the fight against climate change. Her 2014 book This Changes Everything: Capitalism versus Climate and 2019 On Fire: The Burning Case for the Green New Deal have sought to make the case for the urgency of the crisis facing the planet and the need for radical political solutions to rise to the challenge.<br>\nIn this interview, she discusses both of these themes with Tribune&lsquo;s Grace Blakeley, as well as giving insight into her path into left-wing politics, her views on the 2020 US presidential election &ndash; and the case for rebuilding the labour movement in the face of the Covid-19 crisis.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/tribunemag.co.uk\/2020\/09\/naomi-klein-we-have-to-rebuild-from-the-wreckage-of-neoliberalism?fbclid=IwAR0mzwNCHnP9gv86PjVtkWr24iYpwFDTQ8L-vgwwVoAZCx_ZeZeNwXc5sn8\">Tribune<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-65453","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65453","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=65453"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65453\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":65455,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65453\/revisions\/65455"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=65453"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=65453"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=65453"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}