{"id":65497,"date":"2020-10-06T08:18:21","date_gmt":"2020-10-06T06:18:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497"},"modified":"2020-10-06T08:18:21","modified_gmt":"2020-10-06T06:18:21","slug":"hinweise-des-tages-3712","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h01\">Hand in Hand?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h02\">Der lange Schatten der W&auml;hrungsunion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h03\">Gesetz gegen den Manchesterkapitalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h04\">ETFs, Blackrock &ndash; und der Niedergang der USA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h05\">Wir brauchen eine Pflegerevolution, kein Ref&ouml;rmchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h06\">Die Zur&uuml;ckgelassenen <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h07\">Hartz-IV-M&uuml;tter sollen k&uuml;nftig Vollzeit arbeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h08\">Virologe Hendrik Streeck fordert ein Ende der Verbotspolitik in der Corona-Pandemie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h09\">Gesundheitsamtsleiter kritisiert Staatsregierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h10\">Zwei Jahre bis zur Normalisierung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h11\">Wie die Corona-Krise Kinder trifft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h12\">Subway-Brot ist gar kein Brot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h13\">Mindestens einer l&uuml;gt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h14\">Kampfdrohnen in zwei Jahren bereit f&uuml;r T&ouml;tungseins&auml;tze?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65497#h15\">&ldquo;Tiergartenmord&rdquo;: Putins &ldquo;Killer&rdquo; war&rsquo;s. War er&rsquo;s?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Hand in Hand?<\/strong><br>\nSelbst angesehenen Professoren der Kommunikationswissenschaft war die Phalanx aus Politik und Medien in der Fr&uuml;hphase der Corona-Zeit zu geschlossen. Otfried Jarren, emeritierter Professor der Universit&auml;t Z&uuml;rich, Experte f&uuml;r politische Kommunikation und bislang nicht als besonders umst&uuml;rzlerisch aufgefallen, schrieb in einem Beitrag f&uuml;r den Fachdienst epd medien (27. M&auml;rz 2020): Das Fernsehen pr&auml;sentiere sich &raquo;als eilfertiges, omnipr&auml;sentes &ouml;ffentliches &rsaquo;Systemmedium&lsaquo;&laquo;, &raquo;Exekutive, Experten und Journalistenkollegen [blieben] als Eigenexperten unter sich&laquo;. Jarren bedient sich hier nur scheinbar eines rechten Schlagworts, vielmehr deckt er die verbreitete &raquo;Hofberichterstattung&laquo; in Zeiten der Krise auf. Auch andere Vertreter seines Fachs wunderten sich: &raquo;Geht&rsquo;s auch mal wieder kritisch?&laquo;, fragte etwa Hektor Haark&ouml;tter in M &ndash; Menschen machen Medien, dem Blatt der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.<br>\nZu beobachten war das klassische &raquo;Rally &rsquo;Round the Flag&laquo;-Ph&auml;nomen: Wenn es um Leben und Tod geht, schart man sich um die Regierung. Man zerpfl&uuml;ckt nicht deren Aussagen, sondern unterst&uuml;tzt deren Ma&szlig;nahmen gegen einen gemeinsamen, gef&auml;hrlichen Feind. Das machen offensichtlich auch formell unabh&auml;ngige Journalisten in liberalen Demokratien. So gesehen, ist das Medienverhalten im Fall Corona nicht neu: Ganz &auml;hnlich war es etwa im Kosovo-Krieg 1999 (gegen Milo&scaron;evi&#263;!) oder in der Ukraine-Krise 2014 (gegen Putin!), ja sogar in der Finanzkrise 2008: Im Angesicht der Kernschmelze des Weltfinanzsystems folgten auch da die gro&szlig;en deutschen Medien grosso modo den Narrativen von Politik und Bankenaufsicht &ndash; und haben so wohl auch ein Panik-Wettrennen auf die Bankeinlagen verhindert. &hellip;<br>\nIch vertrete nicht die Auffassung, dass die Medien aus Prinzip immer &raquo;dagegen&laquo; sein m&uuml;ssen. Ich beobachte aber, dass die Medien hierzulande im Prinzip immer &raquo;daf&uuml;r&laquo; sind. Denn auch au&szlig;erhalb von Ausnahmezust&auml;nden wie der Corona-Krise ist es die Regel, dass der Journalismus in weiten Teilen eben nicht alles kritisch hinterfragt. Das Vertrauen zwischen Medien und Politik, das Anja Reschke als virusbedingtes neues Ph&auml;nomen ansieht, ist essenzieller Bestandteil der politischen &Ouml;konomie der etablierten Medien. Immer alles zu hinterfragen w&auml;re viel zu teuer. Viel billiger ist es, die Diskussion zwischen etablierten, glaubw&uuml;rdigen Sprechern in der &ouml;ffentlichen Arena einfach abzubilden.<br>\nUnd eben das macht der Nachrichtenjournalismus &agrave; la Tagesschau &ndash; also jener Teil der Berichterstattung, an den die Anforderung der Objektivit&auml;t und Neutralit&auml;t am st&auml;rksten gestellt werden. Das schmutzige Geheimnis des vermeintlich objektiven, neutralen Nachrichtenjournalismus ist, dass er in Wahrheit nicht die Welt oder die Wirklichkeit objektiv und neutral abbildet, sondern lediglich den Diskurs der politischen Eliten (gegebenenfalls auch der wirtschaftlichen und kulturellen) &uuml;ber diese Wirklichkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.frankfurter-hefte.de\/artikel\/hand-in-hand-2975\/\">Frankfurter Hefte<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der lange Schatten der W&auml;hrungsunion<\/strong><br>\nMit der Einheit wurde ein Wirtschaftswunder versprochen. Tats&auml;chlich erlebte der Osten einen &ouml;konomischen Zusammenbruch, von dem sich die Region bis heute nicht erholt hat. &Uuml;ber die Sp&auml;tfolgen eines &uuml;berhasteten, neoliberalen Gro&szlig;experiments.<br>\nWie von Kritikern vorhergesagt, wurde mit der Einf&uuml;hrung der Marktwirtschaft am 1. Juli 1990 (also der Schaffung der Wirtschafts- W&auml;hrungs- und Sozialunion) und der anschlie&szlig;enden politischen Einheit Deutschlands am 3. Oktober 1990 die bis dahin abgeschottete DDR-Wirtschaft schlagartig dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Schnell zeichnete sich ab, dass industriell gefertigte DDR-Produkte hinsichtlich ihrer Ausstattung, Qualit&auml;t und Preis nicht mit Produkten aus westlicher Produktion konkurrieren konnten. Waren sie zuvor noch exportiert worden, dann nur zu deutlich geminderten Preisen. Das machte den Verkauf ostdeutscher Produkte auf westlichen M&auml;rkten faktisch unm&ouml;glich. Gleichzeitig brachen auch die osteurop&auml;ischen M&auml;rkte durch die dortigen Systemtransformationen schlagartig weg. Sie waren bis dahin ein sicherer Absatzmarkt f&uuml;r DDR-Produkte gewesen. Nach der deutschen Einheit wurden dann auch die Tarifl&ouml;hne schnell angehoben. Das verschlechterte die Kostensituation ostdeutscher Unternehmen zus&auml;tzlich, nicht zuletzt auch wegen des hohen Personaleinsatzes. Laut Wirtschaftswissenschaftler Joachim Ragnitz war es &raquo;daher offenkundig, dass ein Gro&szlig;teil der existierenden DDR-Betriebe &uuml;ber kurz oder lang aus dem Markt w&uuml;rde ausscheiden m&uuml;ssen&laquo;.<br>\nZwischen 1989 und 1991 erlebte die DDR-Industrie somit einen dramatischen Niedergang mit entsprechend negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Bis zum Jahr 1991 sank die Zahl der Arbeitspl&auml;tze im Verarbeitenden Gewerbe von ehemals 3,3 Millionen auf 1,7 Millionen. Bis zum Jahr 1995 fiel die Industriebesch&auml;ftigung dann nochmal um weitere 800.000 ehemals Besch&auml;ftigte und war damit auf rund ein Viertel des DDR-Niveaus geschrumpft. Nach Berechnungen des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verloren im Osten Deutschlands zwischen 1989 und 1991 insgesamt mehr als 2,5 Millionen Menschen ihre Arbeit, die Gesamtzahl der Erwerbst&auml;tigen ging von fast 9 Millionen auf etwa 6,7 Millionen zur&uuml;ck. Dem folgte eine massive Arbeitskraftabwanderung und damit ein demographischer Wandel. Wer konnte ging zum Arbeiten in die alten Bundesl&auml;nder. Die &ouml;ffentliche Hand reagierte zwar mit umfassenden Transferzahlungen und dem Einsatz aufwendiger arbeitsmarktpolitischer Ma&szlig;nahmen, deren Kosten die Steuerzahler der alten Bundesl&auml;nder &uuml;bernahmen. Dem massiven Strukturbruch im Osten Deutschlands konnte das aber wenig entgegensetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/wiedervereinigung-waehrungsunion-ddr-brd-modrow\/\">Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gesetz gegen den Manchesterkapitalismus<\/strong><br>\nLeder zu gerben und zu verarbeiten, ist mit viel Chemie verbunden. Wer gerbt, riskiert seine Gesundheit. Um dieser Gefahr zu begegnen, war einmal die Gewerkschaft Leder gefragt. L&auml;ngst sind die Lederverarbeitung und die Schuhindustrie im gro&szlig;en Stil in Billiglohnl&auml;nder abgewandert. Eine Gewerkschaft Leder h&auml;tte dort viel zu tun. In gro&szlig;en Bottichen bearbeiten Minderj&auml;hrige mit nackten F&uuml;&szlig;en und ohne Handschuhe die f&uuml;r Schuhe, Jacken und Taschen n&ouml;tigen Tierh&auml;ute. Sich der Chemielauge auszusetzen, ist Teil ihres Arbeitslebens. Das ganze Leben dieser Kinder endet fr&uuml;h. &ldquo;Von denen lebt keins l&auml;nger als bis 30 oder 35. Allein schon die D&auml;mpfe.&rdquo;<br>\nDer Satz stammt von Gerd M&uuml;ller, dem Minister f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der mit Hubertus Heil, dem Arbeitsminister, ein sogenanntes Lieferkettengesetz auf den Weg bringen will. Den Weg versperrt ein allerdings ein weiteres Kabinettsmitglied: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Er kann dem Gesetz wenig, eigentlich gar nichts abgewinnen. Dass gar kein Lieferkettengesetz kommt, ist aber unwahrscheinlich; denn zu gro&szlig; ist der Druck, der von den Umweltverb&auml;nden, Menschenrechtsorganisationen, DGB- Gewerkschaften und den Betriebsr&auml;ten der Gro&szlig;konzerne ausgeht. Auch haben die Vereinigten Staaten, Gro&szlig;britannien, Frankreich, Australien ein solches Gesetz; die Welt ist dort nicht untergegangen.<br>\nDas geplante Lieferkettengesetz nennt Ingo Kramer, Pr&auml;sident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde weltfremd. Es sei &ldquo;die Axt am bisherigen Erfolgsmodell der deutschen Wirtschaft&rdquo;, kommentiert der Vorsitzende des Sachverst&auml;ndigenrats der deutschen Wirtschaft. Die Herren bilden mit Herrn Altmaier die Avantgarde der Gesetzeskritiker. Dahinter versammelt sind die Branchenverb&auml;nde, der Deutsche Anwaltverein, die IHK und die FDP. Die Pr&auml;sidentin der deutschen Textil- und Modeindustrie nennt das geplante Gesetz absurd. An den f&uuml;r ihren Industriezweig profitablen Verh&auml;ltnissen m&ouml;chte sie nichts ge&auml;ndert sehen.<br>\nDie sehen n&auml;mlich so aus: Eine N&auml;herin in Bangladesch schuftet bis zu 80 Wochenstunden bei einem monatlichen Mindestlohn von 95 Dollar. Ihrer Kollegin in Indien geht es nicht besser. &ldquo;Morgens um Acht hat die junge Inderin noch Kraft. Mittags bekommt sie eine Schale Reis, Wasser. &lsquo;Abends ist mein Kopf auf den Werktisch gesunken. Dann kam der Aufseher und hat sich &uuml;ber mich gebeugt, mich an den Haaren hochgezogen.&rsquo; Bis sechs Uhr am n&auml;chsten Morgen musste sie durcharbeiten. Dann zwei Stunden Schlaf. Um acht Uhr ging es weiter. &sbquo;So war es immer, bekamen wir Auftr&auml;ge aus Europa.'&rdquo; (FAZ, 15.06.2019). Die Lage in der s&uuml;dindischen Garnindustrie steht der von Friedrich Engels 1845 beschriebenen Lage der Arbeiterklasse in England kaum nach.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++b29bdafc-048e-11eb-acc1-001a4a160123\">Gegenblende<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>ETFs, Blackrock &ndash; und der Niedergang der USA<\/strong><br>\nAind ETFs, ist Blackrock gef&auml;hrlich? Wir sprechen dar&uuml;ber mit Heike Buchter, Korrespondentin der &bdquo;Zeit&ldquo; in New York &ndash; und &uuml;ber den Niedergang der USA.<br>\nFMW: Trotz Coronakrise stiegen die Kurse seit M&auml;rz an der Wall Street deutlich an, unter anderem gerieben durch K&auml;ufe von ETFs, nachdem die Fed Billionen in die M&auml;rkte gepumpt hat &ndash; und dabei etwa den Marktf&uuml;hrer im Bereich ETFs, Blackrock, als Broker f&uuml;r ihre K&auml;ufe nutzt. Was passiert da?<br>\nHeike Buchter: Der Wall Street ist es gelungen, sich als Too Big To Fail zu positionieren. Das hei&szlig;t, die Notenbank sieht sich gezwungen, immer wieder als Retter in der Not einzugreifen. So auch im M&auml;rz, als die Finanzm&auml;rkte fast &uuml;ber Nacht das Risiko dieser Pandemie ernst nahmen.  Und dieser Eingriff rettete auch Giganten wie BlackRock. Auch wenn BlackRock-Chef Larry Fink emp&ouml;rt reagiert, wenn man ihn darauf anspricht. Das mu&szlig; man sich auf der Zunge zergehen lassen: die Fed beauftragt Blackrock als Broker f&uuml;r K&auml;ufe etwa von ETFs auf Anleihen, die wiederum Blackrock selbst auf den Markt gebracht hat. Das halte ich f&uuml;r eine problematische Konstellation. Auch wenn BlackRock auf die ber&uuml;hmten Trennw&auml;nde zwischen Beratung und Anlage hinweist.<br>\nFMW: Warum aber kauft die Fed auch ETFs?<br>\nHeike Buchter: Die Fed wollte im M&auml;rz vor allem die Panik am Anleihemarkt stoppen &ndash; w&auml;re diese Panik ungebremst weiter gelaufen, dann h&auml;tten wir Entwicklungen gesehen, die die Finanzkrise wie ein laues L&uuml;ftchen erscheinen lassen. ETFs sind aber im Anleihebereich immer wichtiger geworden, der Kreditmarkt basiert immer mehr auf diesen Derivaten &ndash; deshalb hat die Fed ja diesen erstaunlichen Schritt getan und mitgeteilt, dass sie auch Unternehmensanleihe-ETFs kaufen wird. ETFs waren also ein Ansatzpunkt f&uuml;r die Fed, den Anleihemarkt zu stabilisieren. Und das war nat&uuml;rlich extrem wichtig f&uuml;r Blackrock, nachdem zwischenzeitlich in der Panik viele Anleger ihr Geld aus diesen Anleihe-ETFs abgezogen hatten. Das Unternehmen hat die Krise erstaunlich gut weggesteckt: Kurz vor der Coronakrise verwaltete Blackrock sieben Billionen Dollar, dann fiel dieser Wert schnell auf sechs Billionen &ndash; jetzt sind es wieder &uuml;ber sieben Billionen Dollar. Blackrock wird damit weiter immer m&auml;chtiger &ndash; die Firma ist auch f&uuml;r die Fed unverzichtbar aufgrund ihres know-hows vor allem im Bereich Risikobewertung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/etfs-blackrock-und-der-niedergang-der-usa-gespraech-mit-heike-buchter-180146\/#utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=etfs-blackrock-und-der-niedergang-der-usa-gespraech-mit-heike-buchter\">Finanzmarktwelt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wir brauchen eine Pflegerevolution, kein Ref&ouml;rmchen<\/strong><br>\n&bdquo;Wer Menschen mit Pflegebedarf finanzielle Belastungen aufb&uuml;rdet, hat jeden sozialen Anstand verloren. Und wer eine minimale Ver&auml;nderung dieser Belastungen als Pflegereform verkaufen will, zeigt, dass er diese Menschen nicht ernst nimmt&rdquo;, kommentiert Pia Zimmermann, Sprecherin f&uuml;r Pflegepolitik der Fraktion DIE LINKE, die Vorschl&auml;ge von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Deckelung der Eigenanteile in Pflegeheimen. &ldquo;Viele &auml;ltere Menschen k&ouml;nnen sich keinen Eigenanteil von 700 Euro leisten. Pflegebedarf bleibt damit ein Armutsrisiko.&rdquo; Zimmermann weiter:<br>\n&bdquo;Spahns Vorschlag ist allenfalls ein Ref&ouml;rmchen. N&ouml;tig ist aber eine Revolution der Pflegefinanzierung. Wir m&uuml;ssen die Einnahmenseite verbessern. Dazu wird die weltweit einmalige private Pflegeversicherung abgeschafft und die dort Versicherten in die soziale Pflegeversicherung integriert. Wenn endlich alle Menschen ohne Beitragsbemessungsgrenze auf alle Einkommensarten einheitliche Beitragss&auml;tze zahlen, ist eine Pflegevollversicherung leicht m&ouml;glich. So k&ouml;nnen alle pflegebedingten Kosten einschlie&szlig;lich allgemeinverbindlicher tariflicher Bezahlung, die endlich dem verantwortungsvollen Beruf in der Altenpflege gerecht wird, solide und solidarisch finanziert werden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/wir-brauchen-eine-pflegerevolution-kein-refoermchen\/\">DIE LINKE<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Zur&uuml;ckgelassenen <\/strong><br>\nIn ganz Albanien gibt es heute gerade einmal sechs &ouml;ffentliche Altersheime mit insgesamt 300 Betten. Dazu einige private f&uuml;r Menschen mit gen&uuml;gend Geld. Das ist sehr wenig: Von den 2,8 Millionen EinwohnerInnen sind 600&thinsp;000 &uuml;ber sechzig Jahre alt. Noch in den neunziger Jahren war die albanische Bev&ouml;lkerung eine der j&uuml;ngsten in Europa. Heute geh&ouml;rt sie zu jenen, die am schnellsten altern. Frauen geb&auml;ren im Schnitt 1,37 Kinder, das ist deutlich unter dem EU-Durchschnitt. &Uuml;beralterung ist in ganz Europa ein Problem, und so gibt es fast &uuml;berall zu wenig PflegerInnen, die sich um alte Menschen k&uuml;mmern. In L&auml;ndern wie der Schweiz und Deutschland sprechen PolitikerInnen von Pflegenotstand. Sie greifen seit Jahren auf ausl&auml;ndisches Personal zur&uuml;ck, um die L&uuml;cken zu f&uuml;llen.<br>\nPflegenotstand, das ist eine Frage der Perspektive. Die Schweiz hat siebzehn Pflegefachkr&auml;fte pro tausend EinwohnerInnen, in Albanien sind es nicht einmal vier. Das liegt kaum daran, dass das Land keine PflegerInnen ausbilden w&uuml;rde, sondern vor allem daran, dass Junge massenweise auswandern. Seit den neunziger Jahren schrumpft die albanische Bev&ouml;lkerung ohne Halt. Im letzten Jahr verliessen fast 44&thinsp;000 Personen das Land, darunter viele &Auml;rztInnen und Pflegefachleute.<br>\nZur&uuml;ck bleiben alte Menschen, allein und einsam. Ein Viertel der &uuml;ber Achtzigj&auml;hrigen gab in einer Umfrage an, in der Woche davor keinen einzigen Kontakt zu anderen Personen gehabt zu haben. Es ist ein Problem, das in vielen s&uuml;dlichen L&auml;ndern besteht, in denen sich traditionell Familienmitglieder um SeniorInnen k&uuml;mmern: Was passiert mit alten Menschen, wenn Junge massenhaft wegziehen? Was mit einem Land, wo Pflegekr&auml;fte Kurse besuchen, um m&ouml;glichst rasch eine Stelle im Ausland zu finden?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2039\/altenpflege-in-albanien\/die-zurueckgelassenen\">WOZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das Problem gilt nicht nur f&uuml;r Albanien bzw. die Schweiz. Auch Deutschland wirbt massiv medizinische Fachkr&auml;fte aus den Balkanstaaten ab. Das geht soweit, das beispielsweise in Rum&auml;nien die medizinische Versorgung au&szlig;erhalb der Gro&szlig;st&auml;dte in Gefahr ger&auml;t. W&auml;hrend dessen fordern die progressiven Neoliberalen in der Linken weiter &ldquo;offene Grenze&rdquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Hartz-IV-M&uuml;tter sollen k&uuml;nftig Vollzeit arbeiten<\/strong><br>\nDie Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) versch&auml;rft den Kurs bei Hartz-IV-Empf&auml;ngerinnen mit Kindern! Sie sollen k&uuml;nftig Vollzeit-Stellen annehmen m&uuml;ssen &ndash; wenn auch ihr Partner arbeitslos ist und sich um den Nachwuchs k&uuml;mmern kann.<br>\nStellengesuche von M&uuml;ttern mit Hartz IV w&uuml;rden &bdquo;sehr oft&ldquo; nur in Teilzeit gef&uuml;hrt, &bdquo;obwohl grunds&auml;tzlich auch der arbeitslose Partner die Kinderbetreuung h&auml;tte sicherstellen k&ouml;nnen&ldquo;, hei&szlig;t es in einem Bericht der internen Revision der BA. Die Jobcenter sollen die Stellengesuche von arbeitslosen Partnern in Hartz-IV-Haushalten mit Kindern deshalb &bdquo;grunds&auml;tzlich in Vollzeit&ldquo; f&uuml;hren.<br>\nMit dem Vorsto&szlig; sollen die Jobchancen der M&uuml;tter und die Aussichten f&uuml;r eine dauerhafte R&uuml;ckkehr auf den Arbeitsmarkt steigen. Denn zu oft wollen M&uuml;tter mit Hartz IV nur in Teilzeit arbeiten. Doch da es deutlich mehr Voll- als Teilzeitstellen gibt, gehen sie oft leer aus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/2020\/politik\/jobcenter-hartz-iv-muetter-sollen-kuenftig-vollzeit-arbeiten-73245334.bild.html\">Bild<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Hartz IV Repression wird also auch in der Corona-Krise ohne R&uuml;cksicht weiter versch&auml;rft und zeigt damit wieder die grunds&auml;tzliche Menschenverachtung des dieses Systems. Es er&uuml;brigt sich fast darauf hinzuweisen, dass f&uuml;r den Spitzenkandidat der SPD, Olaf Scholz die Abschaffung des Hartz IV Systems nach wie vor nicht in Frage kommt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Virologe Hendrik Streeck fordert ein Ende der Verbotspolitik in der Corona-Pandemie<\/strong><br>\nDer Direktor des Instituts f&uuml;r Virologie an der Uniklinik Bonn, Hendrik Streeck kritisiert, dass es in Deutschland im Kampf gegen die Corona-Pandemie &ldquo;zu viel Angst&rdquo; gebe. Das Risiko der Krankheit COVID-19 sei inzwischen gut kalkulierbar und legitimiere eine &uuml;bertriebene Verbotspolitik nicht mehr, sagte Streeck in Hamburg.<br>\nMan habe in Deutschland derzeit eine v&ouml;llig normale Sterblichkeitsrate. Bei der Hitzewelle 2018 und bei der Grippewelle 2017 habe man sehr viel deutlicher eine &Uuml;bersterblichkeit gesehen. &ldquo;Wir haben es mit einem ernstzunehmenden Virus zu tun, aber wir d&uuml;rfen dieses Virus nicht mehr &uuml;berdramatisieren.&rdquo;<br>\nStreeck wies darauf hin, dass die Sterblichkeit von Corona-Infizierten sehr viel niedriger sei als man das im Fr&uuml;hjahr bef&uuml;rchtet hatte. &ldquo;Dieses Virus ist t&ouml;dlich nur f&uuml;r wenige. Genauso wie viele andere Viren auch&rdquo;, meinte Streeck.<br>\nDie zunehmenden Erkenntnisse der Wissenschaft sollten Mut machen: Es gebe fast keine &Uuml;bertragung &uuml;ber Gegenst&auml;nde. Auch gebe es im normalen Alltagsgesch&auml;ft &ndash; etwa im Einzelhandel &ndash; wenige Ansteckungsrisiken. Viele Infektionen verliefen komplett ohne Symptome. Nur noch f&uuml;nf Prozent der Infizierten br&auml;uchten &uuml;berhaupt eine klinische Versorgung, weitaus weniger gar eine intensivmedizinische.<br>\nStreeck wies darauf hin, dass die Sterblichkeitsrate h&ouml;chstens bei 0,37 Prozent liege. Die gut erforschte brasilianische Metropole Manaus melde eine Sterblichkeitsrate von 0,28 Prozent. &ldquo;Das l&auml;sst sich einordnen&rdquo;, meint Streeck. Corona sei deutlich gef&auml;hrlicher als normale Grippewellen, aber &ldquo;Corona wird nicht unser Untergang sein&rdquo;.<br>\nDie Angst vor dem Coronavirus sei h&auml;ufig irrational. Zu h&auml;ufig w&uuml;rden kleinste Nebenrisiko-Wahrscheinlichkeiten zu gro&szlig;en Themen von Politik und Medien. &ldquo;Das Virus ist zu politisch geworden, obwohl es eigentlich nicht politisch sein sollte&rdquo;, klagte der Virologe.<br>\nStreeck pl&auml;diert f&uuml;r ein Ende des Krisen- und Panikmodus, der Umgang mit dem Virus m&uuml;sse zur in ein normales Risikohandling wie bei vielen anderen Risiken des Lebens auch &uuml;bergehen. &Auml;ngste zu sch&uuml;ren sei der falsche Weg, weil man damit die Gesellschaft spalte und die Akzeptanz f&uuml;r eigenverantwortliche Achtsamkeit schw&auml;che.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/news\/coronavirus\/virologe-hendrik-streeck-verbotspolitik-corona-pandemie-35144824\">web.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Gesundheitsamtsleiter kritisiert Staatsregierung<\/strong><br>\nDer Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg, Friedrich P&uuml;rner, &uuml;bt Kritik an der Anti-Corona-Strategie von Ministerpr&auml;sident Markus S&ouml;der &ndash; und damit auch an seinem obersten Dienstherren. Mit seiner Meinung ist P&uuml;rner nicht allein.<br>\nFriedrich P&uuml;rner ist der Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg &ndash; und er kritisiert den Kurs der Staatsregierung im Umgang mit der Corona-Krise. Konkret hadert er mit den Ma&szlig;nahmen, die er umsetzen soll: Er h&auml;lt es zum Beispiel f&uuml;r falsch, dass f&uuml;r den Inzidenzwert nur positive Testergebnisse herangezogen werden.<br>\nEr ist nicht der einzige: In der Fachwelt gibt es eine Diskussion &uuml;ber die Bedeutung falscher Testergebnisse. Modellrechungen zufolge ist die Zahl &ldquo;falsch Positiver&rdquo; hoch. Der Virologe Christian Drosten dagegen sagt, in der Praxis komme das quasi nicht vor.<br>\nGesundheitsamtschef P&uuml;rner pl&auml;diert trotzdem daf&uuml;r, f&uuml;r den Inzidenzwert auch andere Parameter zu verwenden als positive Tests: &ldquo;Ich w&uuml;rde beobachten, wie viele tats&auml;chlich an Covid Erkrankte es gibt.&rdquo; P&uuml;rner schl&auml;gt &ldquo;Sentinel-Praxen&rdquo; vor, die es f&uuml;r Grippef&auml;lle schon gibt.<br>\nDie Meldepflicht von Corona-F&auml;llen m&ouml;chte P&uuml;rner erweitern: Auch die St&auml;rke der Erkrankung sollte erfasst werden. Au&szlig;erdem w&uuml;rde der Beamte und Mediziner ber&uuml;cksichtigen, wie viele Erkrankte ins Krankenhaus und auf die Intensivstation m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/corona-gesundheitsamtsleiter-kritisiert-staatsregierung,SCRLYkJ\">BR<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Zwei Jahre bis zur Normalisierung?<\/strong><br>\nDer M&uuml;nchner Kinder- und Jugendmediziner Martin Terhardt ist Mitglied der St&auml;ndigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts. Er sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), dass der Corona-Ausnahmezustand mit Maskenpflichten und Kontaktbeschr&auml;nkungen noch bis zu zwei Jahre dauern k&ouml;nne.<br>\nEin wichtiger Grund daf&uuml;r ist seinen Angaben nach, dass es Zeit braucht, bis ausreichend Serum zur Verf&uuml;gung steht und verabreicht werden kann. Auch deshalb, weil &ldquo;die meisten Impfstoffe, die im Moment in der Entwicklung sind, zwei Dosen brauchen, damit sie wirken&rdquo;, wie Terhardts Mainzer Kollege Fred Zepp ausf&uuml;hrt. In Deutschland w&auml;ren deshalb etwa 164 Millionen Dosen n&ouml;tig, um alle Einwohner zu impfen. Selbst dann, wenn man sich mit einer &ldquo;Herdenimmunit&auml;t&rdquo; mit zwei Drittel Immunen zufriedengibt, w&auml;ren es immer noch fast 110 Millionen, f&uuml;r die man Terhardts Rechnung nach acht Monate lang impfen m&uuml;sste.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Corona-Zwei-Jahre-bis-zur-Normalisierung-4920816.html\">heise online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Wie die Corona-Krise Kinder trifft<\/strong><br>\nWeltweit k&ouml;nnten die Folgen der Corona-Krise dazu fu&#776;hren, dass bis zu 86 Millionen zus&auml;tzliche Kinder Ende dieses Jahres in Armut leben. (UNICEF 2020) Auch wenn &Ouml;sterreich weniger stark betroffen ist, so spu&#776;ren Kinder und Jugendliche auch hier die Auswirkungen der Pandemie. W&auml;hrend sie die Politik als &bdquo;Covid-19-Superspreader&ldquo; und &bdquo;Humankapital&ldquo; bezeichnete und ihre Rechte und Interessen ignorierte, zeigt sich an den Lebenslagen der Kinder deutlich: die Corona-Krise ist weit mehr als eine Gesundheitskrise. Als multiple Krise zeigen sich viele ihrer Dimensionen und Folgen auch erst nach und nach. Die politische Bearbeitung der Covid-19-Krise versch&auml;rft bereits bestehende Benachteiligungen. Denn die neoliberale Umgestaltung der Gesellschaft hat gro&szlig;e Lu&#776;cken ins soziale Netz gerissen, die sich im Kontext der Covid-19-Krise verst&auml;rken und auf ohnehin mehrfach diskriminierte Kinder und Jugendliche wirken. &hellip;<br>\nDie politischen Ma&szlig;nahmen zur Eind&auml;mmung der Pandemie wirken besonders auf Kinder und Jugendliche, die von Armut und Ausgrenzung betroffen sind. So wurden Kontroll- und Impftermine bei &Auml;rzt*innen nicht wahrgenommen, die auch vor dem Hintergrund des Gewaltschutzes (wie auch Schulen und Kinderg&auml;rten) eine wichtige Funktion einnehmen. So ist fu&#776;r Deutschland in einer breit angelegten Studie ermittelt worden, dass knapp 10,5 % der Kinder w&auml;hrend der Ausgangsbeschr&auml;nkungen Opfer von h&auml;uslicher Gewalt waren. Fu&#776;r &Ouml;sterreich gibt es zwar keine vergleichbare Studie, doch vermeldete etwa &bdquo;Rat auf Draht&ldquo; im M&auml;rz ein um 30 % erh&ouml;htes Telefonaufkommen. Auch die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen litt unter den Ausgangssperren: Eine Studie des Departments fu&#776;r Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit an der Donau-Universit&auml;t Krems zeigt, dass sich depressive Symptome in der Corona-Krise vervielfacht haben (von etwa 4 % auf mehr als 20 %). Junge Erwachsene waren hier besonders betroffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jbi.or.at\/wie-die-corona-krise-kinder-trifft\/\">Jahoda Bauer Institut<\/a>\n<p><strong>dazu: Wenn Corona Bauchschmerzen macht<\/strong><br>\nSchule und Kita geschlossen, genervte Eltern, Enge und Zukunftsangst: Die Pandemie bedeutet auch f&uuml;r Kinder und Jugendliche Stress. Und das hat durchaus Auswirkungen auf deren Psyche &ndash; insbesondere bei Kindern in einkommensschwachem Umfeld, so das Ergebnis einer Hamburger Studie.<br>\nDie Erfahrungen des KiTa-Personals spiegeln die Ergebnisse der so genannten COPSY-Studie. &bdquo;COPSY&ldquo; steht f&uuml;r &bdquo;Corona und Psyche&ldquo;. Zwischen Mai und Juni wurden bundesweit 1.000 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren danach gefragt, wie sie die Corona-Krise und den Teil-Lockdown erlebt haben. Auch 1.500 Eltern von 7- bis 17j&auml;hrigen wurden befragt. Geleitet wurde die Studie von der Professorin am Hamburger Uni-Klinikum Ulrike Ravens-Sieberer.<br>\n&bdquo;Wenn man sich das anschaut, dann sieht man, dass eben auch deutlich mehr Kinder und Jugendliche als vor der Pandemie eine psychische Belastung, also vermehrte &Auml;ngste und auch depressive Symptome angeben.&ldquo; &hellip;<br>\nUnd wie so oft seien die Belastungen f&uuml;r die jeweiligen Familien stark von den sozialen Verh&auml;ltnissen abh&auml;ngig, in denen sie leben.<br>\n&bdquo;Auf der einen Seite sehen wir das Risiko, dass Familien, die besonders belastet sind durch vielleicht Arbeitslosigkeit oder niedrigeren sozialen Status, dass die uns signalisiert haben: Das hat dieser Lockdown nochmal verst&auml;rkt. Und Familien, die &uuml;ber Ressourcen verf&uuml;gen, die in der Lage sind, sich ein gutes Familienklima zu schaffen, die es schaffen, mit ihrem Kind viel Zeit zu verbringen und das auch zu nutzen, dass ihre Kinder diese Einschr&auml;nkungen im psychischen Bereich nicht so angegeben haben.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/studie-zur-auswirkungen-der-pandemie-wenn-corona.862.de.html?dram:article_id=485087\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Subway-Brot ist gar kein Brot<\/strong><br>\nVon der US-Kette Subway verkaufte Sandwiches sind dem h&ouml;chsten irischen Gericht zufolge kein Brot, sondern eine S&uuml;&szlig;igkeit. Der Zuckergehalt &uuml;bersteige deutlich die Grenzwerte f&uuml;r Brot in Irland, stellte der irische Supreme Court in Dublin fest.<br>\nFestgeschrieben ist diese Grenze in den irischen Steuergesetzen: Grundnahrungsmittel sind demnach von der Mehrwertsteuer befreit, also auch Brot. Dieses darf daf&uuml;r allerdings maximal so viel Zucker enthalten, dass dessen Gewicht maximal zwei Prozent des Mehlgewichts ausmacht. Bei Subway-Sandwiches betrage dieser Anteil jedoch rund zehn Prozent, erkl&auml;rte das Gericht in dieser Woche. Daher m&uuml;sse das Produkt als S&uuml;&szlig;igkeit eingestuft werden.<br>\nBesch&auml;ftigen musste sich das Gericht mit dieser Frage, weil das irische Subway-Franchise Bookfinders argumentiert hatte, die Sandwiches m&uuml;ssten von der Mehrwertsteuer ausgenommen werden. Die Firma meinte daher, zu viele Steuern gezahlt und Anspruch auf eine R&uuml;ckerstattung zu haben. Dies blieb ihr jedoch mit dem Urteil verwehrt. Die in USA ans&auml;ssige Subway-Kette ist in mehr als 100 L&auml;ndern der Welt mit ihren Filialen vertreten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/kurioses\/k\/supreme-court-irland-subway-sandwich-kein-brot-suessigkeit\/\">Legal Tribune Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Mindestens einer l&uuml;gt<\/strong><br>\nBesonders brisante Fragen, die der Ausschuss nun in den n&auml;chsten Wochen kl&auml;ren muss, betreffen Geheimgespr&auml;che, die das Ministerium den Parlamentariern lange verschwiegen hatte. So erinnerten sich die Betreiber am Donnerstag daran, dass sie Scheuer bei Treffen Ende 2018 angeboten h&auml;tten, mit einer Unterzeichnung der milliardenschweren Mautvertr&auml;ge abzuwarten. Und zwar bis nach jenem EuGH-Urteil, das die Maut schlie&szlig;lich kippte. Scheuer h&auml;tte dem Steuerzahler damit hohe Risiken erspart, doch er soll abgelehnt haben, weil er eine rasche Maut-Einf&uuml;hrung wollte. Vor Monaten hatte Scheuer im Bundestag erkl&auml;rt, ein solches Angebot sei in den Gespr&auml;chen niemals Thema gewesen. Am Donnerstag erkl&auml;rte er dann allerdings nur noch, das Angebot sei &ldquo;nach seiner Erinnerung&rdquo; kein Thema gewesen. Im Ausschuss registriert man diese Wende mit Erstaunen: &ldquo;Es ist schon ein deutlicher Unterschied, ob es ein Angebot nicht gab oder ob man sich daran nicht erinnern kann&rdquo;, sagte der Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Maut-Ausschuss, Christian Jung am Montag.<br>\nAuch in einem weiteren Punkt drohen Scheuer neue Schwierigkeiten. Nach der Befragung am Donnerstag gehen die Abgeordneten dem Verdacht nach, Scheuer habe den Mautfirmen ohne Vergabeverfahren weitere Auftr&auml;ge zuschanzen wollen, damit sie ihm bei den Pkw-Maut-Kosten entgegenkommen. Auch eine Maut f&uuml;r Fahrzeuge von 3,5 bis 7,5 Tonnen soll im Gespr&auml;ch gewesen sein. Pikant: Diese Maut bek&auml;mpfte Scheuer als &ldquo;Handwerkermaut&rdquo; damals &ouml;ffentlich aufs Sch&auml;rfste. Stimmen die Vorw&uuml;rfe, w&uuml;rde Scheuer nicht nur politisch vorgef&uuml;hrt. Mit Vergaberecht w&auml;re das kaum zu vereinbaren.<br>\nUm wirklich Licht ins Dunkel zu bringen, pr&uuml;ft die Opposition nun neue Vernehmungsmethoden. Scheuer soll demnach nicht erst im Januar zu seinem n&auml;chsten Termin vernommen werden, sondern wohl schon fr&uuml;her &ndash; und dann gleich gemeinsam mit Managern. &ldquo;Unsere Geduld mit Herrn Scheuer geht zu Ende&rdquo;, sagt FDP-Mann Jung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/maut-untersuchungsausschuss-mindestens-einer-luegt-1.5055131\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hier kann man sich nur wundern, dass Scheuer &uuml;berhaupt noch im Amt ist. Das liegt wohl daran das er sich in bester Gesellschaft befindet und im Grunde mit Scheuer Merkels halbes Kabinett zur&uuml;cktreten m&uuml;sste.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Kampfdrohnen in zwei Jahren bereit f&uuml;r T&ouml;tungseins&auml;tze?<\/strong><br>\nAnh&ouml;rung im Verteidigungsausschuss: Die SPD droht umzukippen<br>\nAm Montag, 5. Oktober, findet im Verteidigungsausschuss des Bundestages eine Anh&ouml;rung zu Kampfdrohnen f&uuml;r die Bundeswehr statt. Attac fordert die Bundestagsabgeordneten auf, jegliche Bewaffnung von Drohnen abzulehnen und sich stattdessen f&uuml;r internationale Abkommen einzusetzen, die den Einsatz von Kampfdrohnen und zuk&uuml;nftigen autonomen Waffen verbieten.<br>\n&ldquo;Es ist zu bef&uuml;rchten, dass mit der Anh&ouml;rung im Verteidigungsausschuss auch die SPD die versprochene breite gesellschaftliche Debatte &uuml;ber die Bewaffnung von Drohnen f&uuml;r beendet erkl&auml;ren wird. Danach k&ouml;nnte das Verteidigungsministerium dem Bundestag eine Vorlage f&uuml;r die kostspielige Bewaffnung der geleasten Heron -TP-Drohnen vorlegen. Wenn der Verteidigungs- und der Haushaltsausschuss mehrheitlich daf&uuml;r stimmen, k&ouml;nnten die bisherigen Aufkl&auml;rungsdrohnen der Bundeswehr innerhalb von etwa zwei Jahren einsatzf&auml;hig zum T&ouml;ten sein&rdquo;, warnt Elsa Rassbach, Drohnenexpertin von Attac.<br>\nZudem will das Verteidigungsministerium dem Bundestag in den kommenden Monaten eine weitere Beschlussvorlage f&uuml;r die teure Entwicklungsphase der ebenfalls bewaffnungsf&auml;higen &ldquo;Eurodrohne&rdquo; vorlegen. (&hellip;)<br>\n&ldquo;Einst hatten wir gehofft, dass Deutschland dem Beispiel der USA und anderer NATO-Verb&uuml;ndeter nicht folgen und neokoloniale Milit&auml;reins&auml;tze mit Killerdrohnen ablehnen w&uuml;rde. Nun sieht es so aus, als k&ouml;nnte die SPD umkippen&rdquo;, f&uuml;rchtet die geb&uuml;rtige US-Amerikanerin Elsa Rassbach. Die SPD hatte in den Koalitionsvertr&auml;gen von 2013 und 2018 gegen&uuml;ber der Union durchgesetzt, dass eine &bdquo;ausf&uuml;hrliche v&ouml;lkerrechtliche und ethische Pr&uuml;fung&ldquo; des neuen Waffensystems stattfinden muss, bevor der Bundestag &uuml;ber eine Bewaffnung abstimmen darf. Zugesagt wurde zudem, diese Pr&uuml;fung in Form einer &bdquo;breiten gesellschaftlichen Debatte&ldquo; durchzuf&uuml;hren.<br>\nDiese breite gesellschaftliche Debatte hat bisher nicht stattgefunden. (&hellip;)<br>\n&ldquo;Bewaffnete Drohnen sind keine Verteidigungswaffen, sie sind reine Angriffswaffen&rdquo;, betont Elsa Rassbach. &ldquo;Bei der Bewaffnung von Drohnen geht es nicht vorwiegend um den Schutz der Soldat*innen bei den aktuell mandatierten Bundeswehreins&auml;tzen. Die Bundeswehr baut kostspielige und umstrittene t&ouml;dliche Waffensysteme aus, um erst danach die Ziele f&uuml;r ihren Einsatz festzulegen. Das ist gef&auml;hrlich und unmenschlich.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.attac.de\/startseite\/teaser-detailansicht\/news\/kampfdrohnen-in-zwei-jahren-bereit-fuer-toetungseinsaetze\/\">attac<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>&ldquo;Tiergartenmord&rdquo;: Putins &ldquo;Killer&rdquo; war&rsquo;s. War er&rsquo;s?<\/strong><br>\nMorgen beginnt der Mordprozess gegen Vadin K. in Berlin, der im Kleinen Tiergarten angeblich im Auftrag der russischen Regierung den einstigen islamistischen K&auml;mpfer Changoshwili get&ouml;tet haben soll [&hellip;]<br>\nTrotz vieler m&ouml;glicher Motive f&uuml;r einen Anschlag auf ihn soll &ndash; wer auch sonst? &ndash; wieder einmal der russische Pr&auml;sident Wladimir Putin pers&ouml;nlich Auftraggeber f&uuml;r die Ermordung gewesen sein. Wie schon im aktuellen Fall Nawalny ist daher zu erwarten, dass es in der Berichterstattung erneut weniger um die Sch&uuml;sse selbst als vielmehr um Spekulationen gehen wird, ob es wirklich Putin war. Denn dieser h&auml;tte, laut Bild, als Teil von dessen &ldquo;hybridem Krieg&rdquo;, wohl den &ldquo;Auftragskiller&rdquo; in Marsch gesetzt. [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Tiergartenmord-Putins-Killer-war-s-War-er-s-4919809.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-65497","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65497","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=65497"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65497\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":65500,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65497\/revisions\/65500"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=65497"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=65497"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=65497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}