{"id":65501,"date":"2020-10-06T09:07:33","date_gmt":"2020-10-06T07:07:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65501"},"modified":"2024-08-23T11:19:33","modified_gmt":"2024-08-23T09:19:33","slug":"ukraine-staatliche-unterdrueckung-der-orthodoxen-kirche-geht-auch-unter-praesident-selenski-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65501","title":{"rendered":"Ukraine: Staatliche Unterdr\u00fcckung der Orthodoxen Kirche geht auch unter Pr\u00e4sident Selenski weiter"},"content":{"rendered":"<p>Die Ukrainische Orthodoxe Kirche blieb nach dem Maidan-Umsturz ein gesellschaftliches Terrain, in dem die ideologische Erz&auml;hlung der neuen Staatsf&uuml;hrung noch nicht verankert war &ndash; auch dieses Terrain soll aber erobert werden: Anfang 2019 hat der &Ouml;kumenische Patriarch von Konstantinopel trotz Kritik aus der gesamten orthodoxen Welt die Abspaltung einer eigenen ukrainischen Orthodoxie anerkannt. Pr&auml;sident Petro Poroschenko lie&szlig; die Anerkennung als einen gro&szlig;en politischen Sieg seiner Regierung im Wahlkampf feiern. F&uuml;r viele Gl&auml;ubige der immer noch gr&ouml;&szlig;ten Konfession in der Ukraine hatte die Autokephalie jedoch offene Diskriminierung zur Folge. Von <b>Wladimir Sergijenko<\/b>.<br>\n<!--more--><br>\nIm Dezember 2018 wurde unter Beteiligung des damaligen ukrainischen Pr&auml;sidenten Petro Poroschenko und zwei Exarchen aus den USA die sogenannte &bdquo;Orthodoxe Kirche der Ukraine&ldquo; (OKU) im Rahmen einer Hierarchenversammlung gegr&uuml;ndet. Sie war ein Zusammenschluss von zwei nicht-kanonischen kirchlichen Strukturen, die zu diesem Zeitpunkt im Land aktiv waren. Nicht-kanonisch waren sie deshalb, weil keine der 14 orthodoxen Landeskirchen ihre seinerzeitige Abspaltung von der moskaufreundlichen Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) anerkannt hatte. Aus diesem Grund galten ihre Angeh&ouml;rigen auch als Schismatiker. Die UOK untersteht &ndash; mit weitreichenden Autonomierechten &ndash; dem Moskauer Patriarchat der Russisch-Orthodoxen Kirche. Diese wiederum vereinigt bis zu einem Dreiviertel aller orthodoxen Gl&auml;ubigen weltweit. <\/p><p><b>Hat Patriarch Bartholom&auml;us seine Kompetenzen &uuml;berschritten?<\/b><\/p><p>Anfang Januar 2019 hat das &Ouml;kumenische Patriarchat von Konstantinopel die neugegr&uuml;ndete OKU im Alleingang durch die Vergabe des sog. Tomos, eines kirchlichen Erlasses, der ihr die Autokephalie zubilligt, in einer Zeremonie anerkannt, bei der &ndash; wenig &uuml;berraschend &ndash; auch Poroschenko anwesend war. Mit diesem Akt &uuml;berschritt Bartholom&auml;us nach Meinung der etablierten Orthodoxie in der Ukraine und auch in anderen Staaten die kirchenrechtlichen Grenzen seiner Autorit&auml;t.<\/p><p>Immerhin hatte das &Ouml;kumenische Patriarchat damit eigenm&auml;chtig eine schismatische Kirche wiederaufgenommen und auf diese Weise nicht nur die kirchliche Integrit&auml;t des Moskauer Patriarchats untergraben, sondern das gesamte System der synodalen Kirchenstruktur ignoriert. Mit seinem Status als &bdquo;primus inter pares&ldquo;, als Erster unter Gleichen, k&ouml;nne der &Ouml;kumenische Patriarch von Konstantinopel nicht argumentieren, geben Kritiker zu bedenken. Mit diesem Status seien keine kirchenrechtlichen Sonderbefugnisse verbunden, hei&szlig;t es von ihrer Seite. In Reaktion auf den Alleingang von Bartholom&auml;us stellte die Russische Orthodoxe Kirche die eucharistische Kommunikation mit dem Patriarchat von Konstantinopel ein.<\/p><p><b>Ex-Pr&auml;sident Poroschenko k&ouml;nnte sich als &bdquo;neuer Heinrich VIII.&ldquo; gesehen haben<\/b><\/p><p>Poroschenko hingegen nahm das Pergament, das den Text des Tomos zeigte, mit auf seine Wahlkampftour durchs ganze Land. Der Wahlkampf sollte unter dem Motto &bdquo;Armee, Sprache, Glaube&ldquo; vor allem national-konservative und antirussisch eingestellte W&auml;hler mobilisieren. &bdquo;Mit der Gr&uuml;ndung einer eigenen &sbquo;Kirche&lsquo; will er sich rechtzeitig vor dem ersten Wahlgang der Pr&auml;sidentschaftswahlen im M&auml;rz 2019 als neuer Heiliger Wladimir darstellen &ndash; dieser war der bedeutendste F&uuml;rst der Kiewer Rus, der unter anderem deren Christianisierung initiierte; m&ouml;glicherweise sieht er sich sogar als neuer Heinrich VIII.&ldquo;, kommentierte der US-amerikanische Analyst und Ex-Diplomat Jim Jatras die &bdquo;Tomos-Tour&ldquo;. <\/p><p>Bei den meisten Gl&auml;ubigen im Landesinneren stie&szlig; die Autokephalie auf der Grundlage des Tomos jedoch auf gro&szlig;e Skepsis. Einer der Gr&uuml;nde waren die eigenen Anspr&uuml;che, die Bartholom&auml;us aufgrund des Tomos auf die Verwaltung der OKU und auf wertvolles Kircheneigentum erhob, &uuml;ber das diese verf&uuml;gt. Der Tomos, so die weit verbreitete Auffassung, habe viel mehr mit politischen Machtanspr&uuml;chen in Kiew und Konstantinopel zu tun als mit den Belangen der orthodoxen Gl&auml;ubigen, so die Kritiker. Au&szlig;erdem genie&szlig;e die Ukrainische Orthodoxe Kirche als selbstverwaltete Kirche ohnehin weitreichende Autonomierechte. Mit &uuml;ber 12.000 Gemeinden blieb sie auch die zahlenm&auml;&szlig;ig st&auml;rkste religi&ouml;se Gemeinschaft im Land. An den Kirchenfeiertagen konnte sie zehntausende Gl&auml;ubige zu ihren Prozessionen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=g7dVxJlyoD4\">mobilisieren<\/a>, w&auml;hrend die Glaubensgemeinschaft, die die Autokephalie beansprucht, keine ann&auml;hernd so gro&szlig;e Anh&auml;ngerschaft vorweisen konnte. <\/p><p><b>Nach dem Maidan &uuml;bten Nationalisten die kulturelle Hegemonie aus<\/b><\/p><p>Dazu muss man einiges bemerken. Nach dem Umsturz im Februar 2014 &ndash; von Protagonisten als &bdquo;Revolution der W&uuml;rde&ldquo; oder nur &bdquo;Maidan-Revolution&ldquo; bezeichnet, von Gegnern hingegen als Staatsstreich &ndash; haben nationalistische Kr&auml;fte in der Ukraine erheblich an Einfluss gewonnen. Der Verlust der Autonomen Republik Krim an Russland infolge eines Referendums und die von Russland unterst&uuml;tzte Rebellion gegen die Maidan-Regierung im Donbass haben in Teilen der Bev&ouml;lkerung patriotische und antirussische Stimmungen kultiviert. Vor diesem Hintergrund hat die Maidan-Regierung antirussische Akteure, darunter auch Ultranationalisten, als &bdquo;Vaterlandsverteidiger&ldquo; legitimiert. <\/p><p>Insbesondere in den ukrainischsprachigen Regionen im Westen und Zentrum des Landes stie&szlig; dies auf hohe Resonanz. Die Regierung in Kiew wusste den Nationalismus f&uuml;r die Mobilisierung der Gesellschaft zu nutzen und erkl&auml;rte die feste Bindung an USA, NATO und EU unter gleichzeitigem Bruch mit Russland als angeblichem &bdquo;Aggressor-Staat&ldquo; zur Staatsr&auml;son. Russlandfreundliche Parteien wurden zerschlagen oder verboten. Der Staat baute seine Sicherheitsdienste erheblich aus. Die Ukrainische Orthodoxe Kirche blieb das einzige gesellschaftliche Terrain, in dem die ideologische Erz&auml;hlung der neuen Staatsf&uuml;hrung noch nicht verankert war. <\/p><p><b>Gemeinden zur Umbenennung gezwungen<\/b><\/p><p>Der Vorsto&szlig; von Poroschenko in Richtung Autokephalie hatte das Ziel, auch dieses Terrain zu erobern. Er und seine Anh&auml;nger argumentierten damit, dass wahre ukrainische Unabh&auml;ngigkeit ohne Brechen der &bdquo;geistlichen Knechtschaft zu Moskau&ldquo; unm&ouml;glich sei. Der erhoffte massenhafte &Uuml;bertritt von Priestern und Gemeinden der UOK in die neue Nationalkirche der Ukraine blieb jedoch aus. Der Staat griff zu juristisch-administrativen Druckmitteln, beispielsweise durch Entzug der Rechte auf Kircheneigentum, Umwandlung von Gemeinden oder Verweigerung der Genehmigung von Satzungs&auml;nderungen bei vielen Di&ouml;zesen und Kl&ouml;stern der UOK. Zeitgleich mit der Gr&uuml;ndung der &bdquo;Nationalkirche&ldquo; OKU im Dezember 2018 verabschiedete das ukrainische Parlament das &bdquo;Umbenennungsgesetz&ldquo;, dem zufolge alle Gemeinden der kanonischen Ukrainischen Orthodoxen Kirche k&uuml;nftig verpflichtet sein sollen, ihre Namen zu &auml;ndern und k&uuml;nftig darin ihre Zugeh&ouml;rigkeit zum Verwaltungszentrum im sog. &bdquo;Aggressorland&ldquo;, anzugeben, als welches seit 2017 von Gesetzes wegen die Russische F&ouml;deration gilt. Der Neuregelung wegen d&uuml;rfe sich die Ukrainische Orthodoxe Kirche nicht mehr als &bdquo;ukrainisch&ldquo;, sondern nur als &bdquo;russisch&ldquo; bezeichnen. Solange die Gemeinden der Verpflichtung zur Umbenennung nicht nachgekommen sind, k&ouml;nnen sie beispielsweise keine wirtschaftliche T&auml;tigkeit aus&uuml;ben. <\/p><p>Doch damit nicht genug, waren bereits seit 2014 vor allem im Westen und im Zentrum der Ukraine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=pI7NJ6iy6nc\">gewaltsame &Uuml;bergriffe<\/a> auf Priester und Gl&auml;ubige, Brandstiftungen, Vandalismus und feindliche &Uuml;bernahmen der Kirchen durch radikale Milizen an der Tagesordnung. In der Zeit der &bdquo;Tomos-Tour&ldquo; kam es zu einer weiteren Welle von &Uuml;bergriffen, die in vielen F&auml;llen von Beh&ouml;rden und Exekutive zumindest toleriert wurden. Die Union der Orthodoxen Journalisten z&auml;hlt auf einer <a href=\"https:\/\/spzh.news\/ru\/spots\">interaktiven Karte<\/a> des Landes in den letzten Jahren bis zu 140 dokumentierte F&auml;lle von Gewalt oder staatlicher Willk&uuml;r. <\/p><p>&bdquo;<b>Staatskirche&ldquo; machte sich bei Wahlen nicht bezahlt<\/b><\/p><p>Petro Poroschenko bekam in der Stichwahl um die Pr&auml;sidentschaft im April des Vorjahres nur 25 Prozent und scheiterte damit beim Versuch, seine Wiederwahl sicherzustellen. Sein Rivale, der Schauspieler und TV-Comedian Wladimir Selenski, gewann mit 73 Prozent. Poroschenkos Einmischung in Kirchenangelegenheiten und die Schaffung einer &bdquo;Staatskirche&ldquo; brachte dem unpopul&auml;ren Pr&auml;sidenten keine Vorteile. Doch die rechtliche Diskriminierung der Ukrainischen Orthodoxen Kirche setzte sich auch nach seiner Abwahl fort. <\/p><p>Immer noch h&auml;ngt das &bdquo;Umbenennungsgesetz&ldquo; wie ein Damoklesschwert &uuml;ber der Ukrainischen Orthodoxen Kirche, derzeit ist es nur aufgrund einer Entscheidung eines &ouml;rtlichen Gerichts gestoppt, die nun von den H&ouml;chstgerichten &uuml;berpr&uuml;ft werden muss. Auch gewaltsame &Uuml;bergriffe und Einsch&uuml;chterungen finden immer noch statt. Sie werden weiterhin von &ouml;rtlichen Beh&ouml;rden entweder toleriert oder unterst&uuml;tzt. Der Unterschied zur Situation zuvor besteht nur darin, dass die R&uuml;ckendeckung nicht mehr zentral aus Kiew kommt. Es handelt sich bei den Akteuren, von denen die &Uuml;bergriffe ausgehen, um &ouml;rtliche Beh&ouml;rden oder politische Parteien, die dort den Ton angeben. In einigen Gebieten der Westukraine gibt es bereits seit Sommer 2020 einige neue &bdquo;Brennpunkte&ldquo;. <\/p><p><b>Nationales Korps organisiert &Uuml;bergriffe<\/b><\/p><p>So <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IrByuGu-TV8\">demolierten<\/a> erst vor wenigen Tagen mehrere Angeh&ouml;rige der nationalistischen Organisation Nationales Korps mit H&auml;mmern und Brechstangen den Zaun um das Privatgrundst&uuml;ck eines Priesters der UOK im Gebiet Iwano-Frankiwsk. Die Extremisten nahmen ihre Aktion auf Video auf und stellten sie zusammen mit verbalen Drohungen ins Netz. <\/p><p>Zuvor hatte der &ouml;rtliche B&uuml;rgermeister dem Priester und den Gl&auml;ubigen &ouml;ffentlich gedroht, man werde &bdquo;nicht zulassen, dass Moskowiten hier ihre Kirche bauen&ldquo;. Bei einer Versammlung vor dem Grundst&uuml;ck des Priesters nahm er dabei demonstrativ einen Hammer in die Hand. Die Hetzaktionen wurden von den Geistlichen der Griechisch-Katholischen Kirche unterst&uuml;tzt, was auch in einem Interview in einem lokalen TV-Sender zu sehen ist. <\/p><p>Dennoch verlieren laut dem Oberhaupt der Ukrainischen Orthodoxen Kirche, dem Seligen Metropoliten Onuphrius, die Verfolgungshandlungen gegen&uuml;ber fr&uuml;heren Zeiten an Vehemenz, da die Aktionen gegen die UOK nicht mehr aus Kiew gesteuert werden. <\/p><p><b>Selenski stoppt R&uuml;ckendeckung aus Kiew<\/b><\/p><p>&bdquo;Was heute geschieht, ist ein Echo dessen, was unter dem ehemaligen Pr&auml;sidenten geschehen war. In einigen St&auml;dten der Westukraine gibt es immer noch Orte, an denen die Konfrontation noch nicht beendet ist, aber sie hat keine Unterst&uuml;tzung mehr aus dem Zentrum&ldquo;, sagte er in einem Interview f&uuml;r den YouTube-Kanal &bdquo;Perschi Kasazki&ldquo;. Onuphrius ist ein M&ouml;nch und sehr popul&auml;r unter den Gl&auml;ubigen. Die Diskriminierung der Ukrainischen Orthodoxen Kirche <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=N7iEI3J8iyc\">bewertet<\/a> er als geistige Pr&uuml;fung, um &bdquo;wach zu bleiben und es sich nicht zu sehr bequem zu machen&ldquo;. <\/p><p>Juristen wie die Anw&auml;lte von Public Advocacy, die sich nach eigenen Angaben als einzige Anwaltskanzlei f&uuml;r Rechte von Christen bei internationalen Organisationen wie UN oder OSZE einsetzen, sehen das anders. Nach <a href=\"https:\/\/www.protiktor.com\/articles\/interview-regarding-activity\/\">Einsch&auml;tzung<\/a> von Experten f&uuml;r Kirchenrecht aus dieser Nichtregierungsorganisation habe Pr&auml;sident Wladimir Selenski in der Tat die offene Verfolgungspolitik seines Vorg&auml;ngers nicht mehr fortgesetzt. <\/p><p>&bdquo;Die Struktur der schismatischen Orthodoxen Kirche der Ukraine ist aber faktisch geschaffen worden und der Prozess der Unterdr&uuml;ckung [der urspr&uuml;nglichen Orthodoxie] ist in Gang gesetzt&ldquo;, geben sie zu bedenken. &bdquo;Obwohl es derzeit weniger Rechtsverletzungen gegen Gl&auml;ubige der UOK gibt, bleiben systematische Probleme nach wie vor ungel&ouml;st. Faktisch gibt es zwar keine massenhafte Beschlagnahmung der Kirchen mehr, aber niemand gibt Geb&auml;ude zur&uuml;ck, die bereits 2015-2020 entwendet wurden. Auch andere Rechtsverletzungen wie gesetzwidrige Umschreibungen von Gemeinden der UOK auf die OKU bleiben bestehen.&ldquo; <\/p><p><b>Geschehenes Unrecht wird nicht korrigiert<\/b><\/p><p>F&uuml;r die Zukunft geben sie keine optimistische Prognose. Der Staat werde bei seiner Politik bleiben, welche die umfassende und systematische Schrumpfung der Rechte der mit dem Moskauer Patriarchat verbundenen Konfession zum Ziel hat. Hass und Feindschaft gegen&uuml;ber deren Gl&auml;ubigen w&uuml;rden weiter gesch&uuml;rt. Das Fazit der NGO:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Obwohl die Rechtsverletzungen in der Tat weniger intensiv sind, sehen wir keine Anzeichen daf&uuml;r, dass der ukrainische Staat seine Unterdr&uuml;ckungsstrategie gegen&uuml;ber der UOK zumindest tendenziell &auml;ndert.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Titelbild: Screehshot eines Ruptly-Videos aus dem Jahr 2015<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><b>&Uuml;ber den Autor:<\/b><\/p><p>Der Publizist Wladimir Wladimirowitsch Sergijenko wurde 1971 im westukrainischen Lwiw geboren. Seit 1991 lebt er zeitweise in Deutschland. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Anthologien mit Poesie und Erz&auml;hlungen. In Russland und im russischsprachigen Europa ist er insbesondere aufgrund seiner Radiosendung &ldquo;Eurozone&rdquo; bekannt, die dreimal w&ouml;chentlich im staatlichen Radio &ldquo;Vesti FM&rdquo; l&auml;uft. Sergijenko ist als Autor und Politologe regelm&auml;&szlig;ig zu Gast in Talkrunden im russischen TV. Er tr&auml;gt die Ehrenprofessur des Moskauer &ldquo;Institute of World Civilisations&rdquo; und ist Mitglied der Schriftstellervereinigung PEN. Er ist Autor des Buches <a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/europas-offene-wunde\/\">&bdquo;Europas offene Wunde &ndash; Wie die EU beim Krieg in der Ukraine versagte&ldquo; <\/a>.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/8dd23dd85c3b44758c67648c3177bafa\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ukrainische Orthodoxe Kirche blieb nach dem Maidan-Umsturz ein gesellschaftliches Terrain, in dem die ideologische Erz&auml;hlung der neuen Staatsf&uuml;hrung noch nicht verankert war &ndash; auch dieses Terrain soll aber erobert werden: Anfang 2019 hat der &Ouml;kumenische Patriarch von Konstantinopel trotz Kritik aus der gesamten orthodoxen Welt die Abspaltung einer eigenen ukrainischen Orthodoxie anerkannt. 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