{"id":6553,"date":"2010-08-20T16:31:20","date_gmt":"2010-08-20T14:31:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6553"},"modified":"2010-08-20T16:31:20","modified_gmt":"2010-08-20T14:31:20","slug":"hinweise-des-tages-2-144","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6553","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Urlaubsverzicht; Gratulation Herr Hundt; das richtige Loch stopfen; prek&auml;re Jobs gef&auml;hrden Sozialsystem;China; Stuttgart 21; Atomlobby macht mobil; indische Call Center verlagern in die USA; Abzug aus dem Irak; Oberst Klein rehabilitiert; unter den Augen der Bundeswehr; Politik der harten Hand in Zentralamerika; Spanien; Sarkozy; Kolumbien. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Forderung der Arbeitgeber: Angestellte sollen auf Urlaub verzichten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Lucas Zeise &ndash; Gratulation, Herr Hundt!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Robert Skidelsky: Das richtige Loch stopfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Prek&auml;re Jobs gef&auml;hrden Sozialsystem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">China<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Stuttgart 21: Tricksen und t&auml;uschen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Atomlobby macht mobil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Indische Call Center wollen Jobs in USA schaffen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Abzug aus dem Irak<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Oberst Klein trotz L&uuml;ge rehabilitiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Unter den Augen der Bundeswehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Politik der harten Hand. Ungleiche Sicherheit und sichere Ungleichheit in Zentralamerika<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Spaniens Regionen vom Markt abgeschnitten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Sarkozy<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Kolumbien<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6553&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Forderung der Arbeitgeber: Angestellte sollen auf Urlaub verzichten<\/strong><br>\nDer Aufschwung kommt, man muss ihn nur f&ouml;rdern. Deshalb sollen die Deutschen auf Urlaub verzichten, fordern Arbeitgeberverb&auml;nde. Vier Wochen seien v&ouml;llig ausreichend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/forderung-der-arbeitgeber-angestellte-sollen-auf-urlaub-verzichten-1.990450\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Kaum wollen die Gewerkschaften wieder an den Gewinnen der Firmen partizipieren, kommt die Arbeitgeberseite auf die vollkommen verdrehte Idee die Arbeitszeit zu verl&auml;ngern. Nachdem die Forderungen der Arbeitgeber nach &ldquo;ma&szlig;vollen&rdquo; Lohnabschl&uuml;ssen angesichts der langen Lohnzur&uuml;ckhaltung seit 1995 sowohl im Inland wie auch im Ausland nicht mehr so recht nachvollziehbar ist, kommt die Forderung nach Arbeitszeitverl&auml;ngerung, diesmal wegen des Aufschwungs. Wie w&auml;re es mit Neueinstellungen! Arbeitslosigkeit und Unterbesch&auml;ftigung sind im Juli erneut gestiegen. Wir sollten doch nicht vergessen, dass die im Juli gemeldete Unterbesch&auml;ftigung (ohne Kurzarbeit) von 4.303.000 immer noch <a href=\"http:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/Statischer-Content\/Arbeitsmarktberichte\/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland\/Monatsberichte\/Generische-Publikationen\/Monatsbericht-201007.pdf\">skandal&ouml;s hoch ist [PDF &ndash; 2.5 MB]<\/a>.<br>\nDer Hinweis von Arbeitgebern auf den Urlaubsweltmeister Deutschland f&uuml;hrt vollkommen in die Irre. Bei der der tats&auml;chlich geleisteten w&ouml;chentlichen Arbeitszeit liegt Deutschland mit 40,8 Stunden weit &uuml;ber dem EU-Durchschnitt. L&auml;nger arbeiteten in den EU-15 nur die &Ouml;sterreicher, auf die gesamte EU bezogen liegen nur noch 6 osteurop&auml;ische Volkswirtschaften mit deutlich <a href=\"http:\/\/www.eurofound.europa.eu\/eiro\/studies\/tn0705019s\/index.htm\">geringerer Produktivit&auml;t vor uns<\/a>. <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung J.A.:<\/strong> Das w&auml;ren etwa 2 Stunden pro Woche oder 4,5% unbezahlte Mehrarbeit.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Lucas Zeise &ndash; Gratulation, Herr Hundt!<\/strong><br>\nDie Strategie der deutschen Industrie ist anscheinend voll aufgegangen. Die Arbeitgeber haben die Gewerkschaften, vor allem die gez&auml;hmte IG Metall, in ihre Strategie eingebunden. Von der Gewerkschaft, den willigen Betriebsr&auml;ten und den Belegschaften haben sie Lohnverzicht in vielerlei Form erhalten und von der Regierung die Subvention zum Kurzarbeitergeld. So konnten es sich die Unternehmen locker leisten, nur die Leiharbeiter aus den Betrieben zu entfernen, die Stammbelegschaft aber zu halten, bis die Auftr&auml;ge wieder anzogen. Das steckt hinter dem deutschen Wunder am Arbeitsmarkt. Ausgerechnet in der tiefsten Konjunkturkrise stieg die &ndash; amtlich gemessene &ndash; Arbeitslosigkeit erstaunlich m&auml;&szlig;ig.<br>\nWar dies schon ein Wunder des alten rheinischen Kapitalismus, so folgte nun ein weiteres, das den eigentlichen Nutzen des Jobwunders aufzeigt. Eine erkleckliche Zahl deutscher Unternehmen konnte ihre Marktposition in aller Welt dadurch ausbauen: Als die Nachfrage nach pr&auml;zisen Maschinen, funktionierenden Anlagen und prestigebeladenen Autos aus dem tiefen Loch wieder anzog, konnten sie das Begehrte schnell wieder produzieren und liefern &ndash; zu akzeptablen Preisen. So wiesen die Unternehmen in den Fr&uuml;hjahrsberichten wunderbarerweise h&ouml;here Gewinne aus als 2008 vor der Krise. Wie profitabel die deutsche Industrie ist, hatte sich bereits 2009 gezeigt, als viele Firmen trotz einer Kapazit&auml;tsauslastung unter 60 Prozent immer noch Gewinn machten.<br>\nMan kann den Herren Dieter Hundt, Martin Kannegiesser und Hans-Peter Keitel&nbsp; &ndash; den Pr&auml;sidenten der Arbeitgeberverb&auml;nde BDA, Gesamtmetall und BDI &ndash; also zun&auml;chst gratulieren. Ihre Strategie ist aufgegangen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:kolumne-lucas-zeise-gratulation-herr-hundt\/50157539.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Robert Skidelsky: Das richtige Loch stopfen<\/strong><br>\nDas Problem ist, dass die Regierungen in der gegenw&auml;rtigen Krise intellektuell &uuml;berfordert sind, weil ihre Wirtschaftstheorie im Argen liegt. Aufgrund der Ereignisse und unter Einsatz ihres Hausverstands entschlossen sie sich in den Jahren 2009-2010 zu Defizitfinanzierung, aber sie haben sich nicht von der Theorie verabschiedet, dass Depressionen nicht auftreten k&ouml;nnen und Defizite deshalb immer sch&auml;dlich sind (au&szlig;er im Krieg!). Nun wetteifern sie also untereinander, wer schneller ist, die Rettungsleinen zu durchtrennen, die sie selbst ausgeworfen haben. Die politischen Entscheidungstr&auml;ger m&uuml;ssen ihren Keynes noch einmal durchnehmen, ihn ausf&uuml;hrlich erkl&auml;ren und seine Lehren anwenden anstatt pseudo-rationale Argumente f&uuml;r die Verl&auml;ngerung der Rezession zu erfinden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/skidelsky32\/German\">www.project-syndicate.org<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Prek&auml;re Jobs gef&auml;hrden Sozialsystem<\/strong><br>\nDie IG Metall hat in der Debatte &uuml;ber die Rente ab 67 an die Politik appelliert, die prek&auml;re Besch&auml;ftigung in den Blick zu nehmen. Die wachsende Zahl prek&auml;rer Jobs f&uuml;hre dazu, dass viele Menschen nur noch Armutsrenten erhielten, sagte der zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, FR-online.de. Die Finanzierung des gesamten Sozialsystems werde gef&auml;hrdet, wenn immer mehr Menschen gebrochene Erwerbsbiografien und unsichere, schlecht bezahlte Jobs h&auml;tten. Denn dadurch flie&szlig;t weniger Geld in die Sozialkassen. Deswegen m&uuml;sse man alles tun, damit gerade junge Menschen regul&auml;re Arbeit finden. Es sei &bdquo;zynisch&ldquo;, die Rente mit 67 nur mit der h&ouml;heren Lebenserwartung zu begr&uuml;nden. Man m&uuml;sse auch fragen, ob die Menschen tats&auml;chlich zwei Jahre l&auml;nger arbeiten k&ouml;nnten. Manche Besch&auml;ftigte k&ouml;nnten dies, f&uuml;r einen Gro&szlig;teil der Arbeitnehmer sei dies jedoch nicht m&ouml;glich. Deswegen sei es zwar zu begr&uuml;&szlig;en, dass die SPD-Spitze ihre Position zur Rente mit 67 deutlich ge&auml;ndert habe. Ihr Vorschlag greife aber zu kurz. Das &bdquo;starre System Rente mit 67&ldquo; sei falsch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/-prekaere-jobs-gefaehrden-sozialsystem-\/-\/1472596\/4574050\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>China<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Deutschland ist nicht China<\/strong><br>\nDoch h&auml;ufte Deutschland nicht in dem Ma&szlig;e Devisenreserven an wie China. Im Gegenteil, Deutschlands Devisenreserven nahmen zwischen 2000 und 2008 sogar ab. W&auml;hrend China ein gro&szlig;er Netto-Empf&auml;nger von ausl&auml;ndischen Direktinvestitionen (foreign direct investment, FDI) ist, ist Deutschland ein gro&szlig;er Netto-Exporteur von FDI. Chinas Netto-FDI-Zufluss belief sich im Jahr 2008 auf insgesamt 94&nbsp;Milliarden US-Dollar, verglichen mit Deutschlands Netto-FDI-Abfluss in H&ouml;he von 110&nbsp;Milliarden Dollar.<br>\nTats&auml;chlich sind ausl&auml;ndische Nettodirektinvestitionen f&uuml;r etwa ein Drittel der deutschen Kapitalverkehrsbilanz verantwortlich. &Uuml;ber die H&auml;lfte dieser Investitionen bleiben innerhalb der EU-L&auml;nder, weitere 30&nbsp;% gehen in die USA. Laut Bundesbank finanzieren deutsche Direktinvestitionen fast sechs Millionen Arbeitspl&auml;tze im Ausland, und in dieser Zahl sind nicht die zus&auml;tzlichen Arbeitspl&auml;tze enthalten, die sich aus der gesteigerten Wirtschaftsaktivit&auml;t in einer Region ergeben.<br>\nDeutschlands &Uuml;berschuss ist somit weniger sch&auml;dlich als Chinas, da er f&uuml;r Investitionen genutzt wird, die Produktivit&auml;tsgewinne, Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitspl&auml;tzen f&ouml;rdern &ndash; zudem beinhalten die Investitionen h&auml;ufig Technologietransfers, die zur Entwicklung von Humankapital beitragen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/mees7\/German\">Project Syndicate<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine nicht falsche Differenzierung.<\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Schlechte L&ouml;hne, lange Arbeitszeiten<\/strong><br>\nDas kirchlich orientierte S&uuml;dwind-Institut hat die Arbeitsbedingungen f&uuml;r chinesische ArbeiterInnen untersucht, die in China im Auftrag deutscher Unternehmen produzieren. F&uuml;r zwei Zulieferer, die in der Provinz Fujian f&uuml;r Adidas Sportschuhe herstellen, beschreiben die Rechercheure beispielsweise zu niedrige L&ouml;hne und zu lange Arbeitszeiten. Vergleichbare Vorw&uuml;rfe erhebt S&uuml;dwind in der am Donnerstag vorgestellten Studie auch gegen&uuml;ber der Discountkette Aldi und dem Handelskonzern Metro.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F08%2F20%2Fa0078&amp;cHash=69a2b5c08c\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.suedwind-institut.de\/downloads\/2010-08-19_SW-Studie_Chinageschaefte-von-Metro-Aldi-und-Adidas.pdf.pdf\">S&uuml;dwind Institut [PDF &ndash; 1.5 MB]<\/a><\/p>\n<li><strong>Arbeitsbedingungen in China &ndash; 130 &Uuml;berstunden, unbezahlt &ndash; Monat f&uuml;r Monat<\/strong><br>\nAldi, Adidas und Metro am Pranger : Menschenrechtler kritisieren die katastrophalen Arbeitsbedingungen in China. Selbst Ethikprogramme taugen kaum, um die Missst&auml;nde zu beseitigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/arbeitsbedingungen-in-china-ueberstunden-unbezahlt-monat-fuer-monat-1.990320\">SZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Stuttgart 21: Tricksen und t&auml;uschen<\/strong><br>\nDie Proteste gegen das Bahnprojekt in Stuttgart schwellen an, doch die Bagger&#8197;werden nicht aufzuhalten sein. Obwohl Gutachten belegen: Der Umbau ist &uuml;berfl&uuml;ssig.<br>\nDoch inzwischen ist unstrittig: Als Bundes- und Landtag, Stadt Stuttgart und Bahn-Aufsichtsr&auml;te S21 einst abnickten, waren ihnen viele Risiken nicht bekannt. Das Projekt wurde gnadenlos sch&ouml;ngerechnet, kritische Stimmen und unliebsame Fakten rigoros unterdr&uuml;ckt. Zum Beispiel der Bedarf: Ohne S21 drohe Stuttgart der Verkehrskollaps, die Stadt verliere den Anschluss ans europ&auml;ische Hochgeschwindigkeitsnetz, hei&szlig;t es bis heute.<br>\nIn Wirklichkeit ist Stuttgart einer der leistungsf&auml;higsten deutschen Bahnknoten. Engp&auml;sse sind bis 2025 kaum zu bef&uuml;rchten. Das belegt unter anderem eine bisher verschwiegene Studie der Gutachter K+P f&uuml;r die IHK Stuttgart. Das Netz am Neckar kann demnach das erhoffte Wachstum im Schienenverkehr ohne S 21 locker verkraften. Andernorts, etwa im Rheintal, drohen dagegen schlimme Engp&auml;sse im G&uuml;terverkehr. Genau dort aber fehlt wegen S 21 k&uuml;nftig das Geld f&uuml;r den Ausbau.<br>\nAuch ein neues Gutachten der Beratungsfirma KCW f&uuml;r das Umweltbundesamt (UBA) sieht keinen Bedarf f&uuml;r das Megaprojekt. Autor Michael Holzhey: &bdquo;S&auml;mtliche Analysen und Prognosen der DB AG decken sich mit der Einsch&auml;tzung, wonach die tats&auml;chlichen Engp&auml;sse des deutschen Netzes nicht im Stuttgarter Bahnknoten liegen.&ldquo; Und das bedeutet: Die Steuermilliarden w&auml;ren besser anderswo angelegt.<br>\nAuch &uuml;ber die wahren Kosten werden B&uuml;rger und Parlament get&auml;uscht. Als S21 beschlossen wurde, sollte das Projekt drei Milliarden Euro kosten, plus zwei Milliarden Euro f&uuml;r die dazugeh&ouml;rige ICE-Neubaustrecke nach Ulm. Bahnchef Grube lie&szlig; nachrechnen &ndash; nun liegen die Gesamtkosten offiziell schon bei sieben Milliarden. Immer noch viel zu niedrig, meinen Experten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/tricksen-und-taeuschen\/-\/1472596\/4573076\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Atomlobby macht mobil<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wirtschaftsbosse wollen Merkel auf Kurs bringen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,712782,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Energiepolitischer Appell&rdquo; Ausdruck dreister Arroganz der Macht<\/strong><br>\nMit einem Aufruf, sich im Herbst massenhaft an den geplanten Anti-Atomprotesten zu beteiligen, hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac auf den so genannten &ldquo;energiepolitischen Appell&rdquo; reagiert, mit dem 40 Top-Manager die Bundesregierung zum Verzicht auf neue Energiesteuern und zum Weiterbetrieb von Atomkraftwerken dr&auml;ngen.<br>\n&ldquo;Erst die Erpressungsversuche der vier Energieriesen, jetzt diese Anzeige: Beides zeigt erneut &uuml;berdeutlich, wie Unternehmen und Konzerne Druck auf die Politik aus&uuml;ben, um demokratische Entscheidungen zu unterlaufen und ihre Profitinteressen gegen das Wohl der Allgemeinheit durchzusetzen&rdquo;, sagte Detlev von Larcher vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis von Attac. &ldquo;Dass sie dabei vorgeben, im Interesse der Allgemeinheit zu handeln, ist Ausdruck einer besonders dreisten Arroganz der Macht.&rdquo;<br>\nIn dem heute bekannt gewordenen &ldquo;Appell&rdquo; hei&szlig;t es laut Medienberichten w&ouml;rtlich: &ldquo;Ein vorzeitiger Ausstieg w&uuml;rde Kapital in Milliardenh&ouml;he vernichten &ndash; zulasten der Umwelt, der Volkswirtschaft und der Menschen in unserem Land.&rdquo; Dagegen erinnert Attac daran, dass der j&uuml;ngste Fall einer Kapitalvernichtung in Milliardenh&ouml;he &ndash; der Crash an den Finanzm&auml;rkten &ndash; die verheerende Folge von zu wenig Regulierung und demokratischer Kontrolle der Wirtschaft gewesen sei, nicht von zu viel.<br>\nDie Auseinandersetzung um den Atomausstieg mache denn auch ebenso wie die Finanzkrise die Notwendigkeit einer Entmachtung gro&szlig;er Konzerne beziehungsweise Banken deutlich. &ldquo;Mit der Atomkraft ist es wie mit der Finanzkrise: Die Gewinne machen wenige, das Risiko tragen alle. Ein Wirtschafts- und Energiesystem zum Wohle aller Menschen ist mit diesen Konzernen und Banken nicht zu machen&rdquo;, sagte Jutta Sundermann, ebenfalls Mitglied im Attac-Koordinierungskreis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.pressrelations.de\/new\/standard\/result_main.cfm?pfach=1&amp;n_firmanr_=109361&amp;sektor=pm&amp;detail=1&amp;r=421669&amp;sid=&amp;aktion=jour_pm&amp;quelle=0\">attac<\/a><\/li>\n<li><strong>Noch mehr Propaganda, noch weniger Hirn<\/strong><br>\nDie Energieriesen haben ihre Kumpels mit den gro&szlig;en Aktienpaketen und die von der INSM (Clement, Bierhoff und andere Sympathen) an den Start gebracht, um der Kampagne pro Kernkraft den rechten erpresserischen Druck zu verleihen. SpOn berichtet vorab (und auf andere Weise finanziert) von der anstehenden Medienoffensive. Was ihnen dazu einf&auml;llt, ist das halbgare Lob an die Kanzleuse, die sich den R&uuml;cken frei halten will, um fr&ouml;hlich kungeln zu k&ouml;nnen:<br>\n&ldquo;Kanzlerin Merkel will durch eine kluge Konstruktion der Atomwende auf jeden Fall verhindern, dass am Ende der Bundesrat &uuml;ber den Kompromiss abstimmen muss&ldquo;.<br>\n&ldquo;Klug&rdquo; ist das also, wenn so wenig politischer Einflu&szlig; wie m&ouml;glich dem unverhohlenen Einflu&szlig; des Gro&szlig;kapitals entgegensteht. Das &uuml;bernimmt jetzt ganz offen die politischen Entscheidungen, und die Pinscher aus der Brandstwiete finden das gut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/feynsinn.org\/?p=4384\">Feynsinn<\/a><\/li>\n<li><strong>L&auml;ngere Laufzeiten f&uuml;r AKW: L&auml;nder m&uuml;ssen zustimmen<\/strong><br>\n&ndash; also der Bundesrat, wie Gutachten best&auml;tigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/-laender-muessen-zustimmen-\/-\/1472596\/4572884\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Indische Call Center wollen Jobs in USA schaffen<\/strong><br>\nDie Arbeitslosigkeit ist hoch, die L&ouml;hne sinken: In den USA hat das nun erstaunliche Konsequenzen. Laut &ldquo;Financial Times&rdquo; lohnt es sich f&uuml;r indische Call-Center-Betreiber, Arbeitspl&auml;tze in die Vereinigten Staaten zu verlagern &ndash; denn die Geh&auml;lter sind inzwischen &auml;hnlich niedrig wie in ihrer Heimat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,712876,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Abzug aus dem Irak<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Der Preis des Krieges<\/strong><br>\nSieben Jahre und f&uuml;nf Monate nach der Invasion ist die &ldquo;Operation Iraqi Freedom&rdquo; offiziell beendet. Den vorl&auml;ufigen Schlusspunkt markierten die Soldaten des 4. Stryker Brigade combat team, die am Donnerstag den Irak in Richtung Kuwait verlie&szlig;en. Zur&uuml;ck bleiben 50.000 Soldatinnen und Soldaten, die nicht mehr k&auml;mpfen, sondern ausbilden sollen. Daf&uuml;r wird sich die Zahl der derzeit etwa 11.600 privater Sicherheitsagenten stark vergr&ouml;&szlig;ern. Ende August soll im Irak das n&auml;chste Kapitel von US-Engagement beginnen. Der Titel: &ldquo;Operation New Dawn&rdquo; (Operation neue Morgend&auml;mmerung). Und in den USA wird diskutiert, ob sich der Krieg gelohnt hat.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F08%2F20%2Fa0090&amp;cHash=0379472606\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2010%2F08%2F20%2Fa0037&amp;cHash=8efba9db09\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Volker Perthes, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, fasst die Diskussion in den USA <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1252083\/\">wie folgt zusammen<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Die Anh&auml;nger der Demokraten, insbesondere von Pr&auml;sident Obama werden sagen, der Krieg war es nicht wert, wir waren von Anfang an dagegen, und sie werden nat&uuml;rlich die materiellen Kosten, also was die Kriegskasse hat aussch&uuml;tten m&uuml;ssen, auff&uuml;hren, die 4500 amerikanischen Kriegstoten, aber vielleicht auch die zwei Millionen irakischen Vertriebenen und mehrere Hunderttausend wahrscheinlich irakische Ziviltote. Die Anh&auml;nger der Republikaner werden sagen, Pr&auml;sident Bush hat das damals richtig gemacht, er hat ein unfreundliches, ein b&ouml;sartiges, ein tendenziell terroristisches Regime sich vorgenommen, er hat amerikanische Macht gezeigt. Und dann gibt es sozusagen die Realisten, die nicht unbedingt der einen oder anderen Partei angeh&ouml;ren, die eher auf die geopolitischen Verh&auml;ltnisse schauen werden und sagen, das schlimmste Ergebnis aus amerikanischer Sicherheitsperspektive ist, dass der Krieg die Verh&auml;ltnisse im Mittleren Osten so durcheinandergebracht hat, dass heute der Iran, was ja nicht gerade ein befreundeter Staat ist, der st&auml;rkste lokale Staat in der Region ist, der jetzt auch noch st&auml;rker werden wird, wenn die Amerikaner aus Irak abgezogen sind.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Desastr&ouml;se Bilanz im Irak<\/strong><br>\nTrotz vieler Opfer ( bis zu 800 000 irakische Zivilisten \/ 4 419 US-Soldaten ) und hoher Kosten ( Stiglitz beziffert die Kosten auf bis zu drei Billionen f&uuml;r die US-Wirtschaft&nbsp;)&nbsp;ist der Irak weder befriedet noch stabilisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2010%2F08%2F20%2Fa0037&amp;cHash=8efba9db09\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Abzug der US-Kampfgruppen &ndash; Der irakische Nachlass<\/strong><br>\nAmerika f&uuml;hrte den Krieg im Irak, weil es ihn f&uuml;hren konnte. Doch wie man es auch dreht und wendet : Die Invasion war falsch, ungerecht und sch&auml;dlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/abzug-der-us-truppen-der-irakische-nachlass-1.990329\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Irak &ndash; Abzug aus Ruinen<\/strong><br>\nDie USA verlassen ein desolates land. Im Irak funktionieren weder Milit&auml;r noch Polizei. Strom ist Gl&uuml;cksache. Politik sowieso.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/irak---abzug-aus-ruinen\/-\/1472602\/4572722\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Oberst Klein trotz L&uuml;ge rehabilitiert<\/strong><br>\nAuch die Bundeswehr will jetzt nicht mehr gegen den Offizier vorgehen, der den verheerenden Luftangriff im nordafghanischen Kundus vor knapp einem Jahr angeordnet hat. Vorermittlungen h&auml;tten keine Anhaltspunkte f&uuml;r ein Dienstvergehen ergeben, erkl&auml;rte gestern das Verteidigungsministerium in Berlin. Es werde daher kein Disziplinarverfahren gegen Obert Georg Klein geben. Zuvor hatte schon die Bundesanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen Oberst Klein eingestellt. Er und sein Flugleitoffizier h&auml;tten weder gegen die Vorschriften des V&ouml;lkerstrafgesetzbuches noch gegen die Bestimmungen des Strafgesetzbuches versto&szlig;en, hie&szlig; es im April zur Begr&uuml;ndung. Der f&auml;llige Bescheid ist bei den Anw&auml;lten der Opfer des Bombardements aber bis heute nicht eingegangen. Das Verfahren ist damit weiter anh&auml;ngig. Bei dem Luftangriff in der Nacht zum 4. September 2009 waren weit mehr als hundert Menschen, darunter zahlreiche Zivilisten, umgekommen. &bdquo;Verschiedene Untersuchungen von deutschen und Nato-Stellen haben &uuml;bereinstimmend ergeben, dass Oberst Klein die US-Piloten angelogen hat, um sie zum Abwurf der Bomben zu bewegen&ldquo;, sagte der Berliner Anwalt Wolfgang Kaleck, der f&uuml;r die Menschenrechtsorganisation ECCHR gemeinsam mit zwei Bremer Anw&auml;lten die Familien der Opfer vertritt, der Berliner Zeitung. &bdquo;Wenn die Bundeswehr jetzt feststellt, Klein habe gegen keine Richtlinien versto&szlig;en, ist das ein schlechter Scherz.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/bundeswehr-sieht-kein-dienstvergehen\/-\/1472596\/4572220\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Oberst Klein mag ja nicht gegen das V&ouml;lkerstrafgesetzbuch versto&szlig;en haben, aber man erwartet eigentlich, dass eine Armee den Versto&szlig; eines Obersten gegen Befehle und Dienstanweisungen ahndet, der z.B. nach Ansicht von NATO- Ermittlern gegeben war.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Unter den Augen der Bundeswehr<\/strong><br>\nKundus? Ist nicht genau dort die Bundeswehr mit starken Kr&auml;ften stationiert, um in Afghanistan die Demokratie zu f&ouml;rdern und dabei zu helfen, die Taliban kleinzuhalten? Ausgerechnet dort haben die islamistischen Gotteskrieger zwei junge Menschen &ouml;ffentlich auf einem Basar wegen Ehebruchs zu Tode gesteinigt. Praktisch unter den Augen deutscher Soldaten. Die Bundeswehr hat in den umk&auml;mpften Gebieten gerade einmal da Einfluss, wo ihre Soldaten sind. Sind sie weg, tauchen die islamistischen Terroristen wieder auf. Und die Taliban sind sich ihrer Sache mittlerweile so sicher, dass sie glauben, spektakul&auml;re Zeichen setzen zu k&ouml;nnen. Wie barbarisch die auch sein m&ouml;gen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/unter-den-augen-der-bundeswehr\/-\/1472602\/4569414\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> In diesem Artikel, wie auch von anderen Zeitungen, wird ignoriert, dass es zur Steinigung von Ehebrechern in etlichen L&auml;ndern keineswegs der Taliban bedarf. Die herrschenden gesellschaftlichen Einstellungen lassen eine solche barbarische Rechtsprechung zu.&nbsp; Das islamische Recht der Scharia sieht die Pr&uuml;gelstrafe f&uuml;r Sex zwischen Unverheirateten vor. Au&szlig;ereheliche Aff&auml;ren werden mit dem Tod durch Steinigung bestraft. Die Scharia sieht die Steinigung zwingend nur f&uuml;r Ehebruch vor, und zwar f&uuml;r verheiratete M&auml;nner ebenso wie f&uuml;r verheiratete Frauen. F&uuml;r eine Reihe anderer Delikte schreibt das islamische Recht die Todesstrafe ebenfalls zwingend vor, sie stellt aber die Art der Hinrichtung in das Ermessen des Richters. Amnesty berichtete 2009, dass im Iran seit 1979 mehr als 4000 Homosexuelle get&ouml;tet wurden, meistens durch Steinigung. Wie Amnesty berichtet, wurde die Steinigung zwei Tage nach der Forderung des h&ouml;chsten islamischen Gremiums des Landes, dem Rat der Ulama, nach einer strikteren Anwendung der in der Scharia vorgesehenen K&ouml;rperstrafen vollzogen. Damit soll die afghanische Regierung den Taliban entgegen kommen, um <a href=\"http:\/\/www.amnesty.org\/en\/news-and-updates\/afghan-couple-stoned-death-taleban-2010-08-16\">den Krieg zu beenden<\/a>. Einen &Uuml;berblick zum Thema verschafft eine <a href=\"http:\/\/www.igfm.de\/Steinigung-ein-UEberblick.917.0.html\">Website der Internationalen Gesellschaft f&uuml;r Menschenrechte<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Politik der harten Hand. Ungleiche Sicherheit und sichere Ungleichheit in Zentralamerika<\/strong><br>\nGewalt und Kriminalit&auml;t etwa durch Jugendbanden treten als dr&auml;ngende Probleme f&uuml;r die Gesellschaften der zentralamerikanischen L&auml;nder immer mehr in den Vordergrund. Doch die dominanten repressiven Strategien tragen nicht zu ihrer Eind&auml;mmung bei. Statt an den Ursachen zu r&uuml;tteln, setzen die Eliten weiter auf sozialen Ausschluss benachteiligter Gruppen. Das Beispiel Zentralamerikas zeigt einmal mehr, dass die Politiken der &lsquo;harten Hand&rsquo; und die Get Tough-Strategien keineswegs zur Verringerung von Kriminalit&auml;t undGewalt f&uuml;hren. Dar&uuml;ber hinaus gedeihen die kriminellen Netzwerke in den Gef&auml;ngnissen weiter. Ohne Aussicht auf Rehabilitation, bleibt den Inhaftierten keine M&ouml;glichkeit, als sich in der Hierarchie der Gangs weiter nach oben zu arbeiten. Notwendig w&auml;re jedoch eine Repolitisierung und damit Entsicherheitlichung sozialer Konflikte. Sicherheit &ndash; hier verstanden als die Abwesenheit von personaler und struktureller Gewalt &ndash; kann nicht durch Politiken der Versicherheitlichung f&uuml;r alle Sektoren der Gesellschaft erreicht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iz3w.org\/iz3w\/Ausgaben\/320\/LP_s26.pdf\">Iz3w [PDF &ndash; 208 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Spaniens Regionen vom Markt abgeschnitten<\/strong><br>\nDie spanischen Regionen haben grosse Schwierigkeiten, an den internationalen Anleihem&auml;rkten Geld aufzunehmen. Alle zehn von der Agentur Fitch beobachteten Regionen stehen auf der Liste f&uuml;r eine m&ouml;gliche Herabstufung. Nun allerdings ger&auml;t Ministerpr&auml;sident Zapatero durch die Refinanzierungsprobleme der Regionen erneut unter Druck: Die autonomen Landesregierungen sind hoch verschuldet, kontrollieren aber gleichzeitig doppelt so viele Staatsausgaben wie die Zentralregierung in Madrid und besch&auml;ftigen mehr als die H&auml;lfte aller Staatsangestellten. Im Zuge der Rezession sind die Schulden der autonomen Landesregierungen enorm in die H&ouml;he geschnellt. Sie betrugen zu Zeiten des Immobilienbooms 5,5% des Bruttoinlandprodukts (BIP), im ersten Quartal dieses Jahres stiegen sie auf 9% des BIP an. Inzwischen haben die Regionen grosse Schwierigkeiten, sich auf dem Kapitalmarkt zu refinanzieren. Das gilt vor allem f&uuml;r Katalonien, das ein F&uuml;nftel des spanischen Bruttoinlandproduktes ausmacht. Seit M&auml;rz ist die Region von Emissionen an den internationalen Anleihem&auml;rkten abgeschnitten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/spaniens_regionen_vom_markt_abgeschnitten_1.7260511.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Etwas paradox wirkt angesichts dieser Situation die Forderung vieler Katalanen nach mehr Autonomie bis hin zur Sezession. Letztlich wird auch das stolze Katalonien vom Zentralstaat gest&uuml;tzt werden m&uuml;ssen. &Uuml;berhaupt mutet bei so mancher neuen Staatsgr&uuml;ndung etwas seltsam an, dass die Frage nach der &ouml;konomischen &Uuml;berlebensf&auml;higkeit kaum gestellt wird &ndash; siehe z.B. der Kosovo.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Sarkozy<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Widerliche Symbolpolitik<\/strong><br>\nPr&auml;sident Nicolas Sarkozy steht das Wasser bis zum Halse. Die Franzosen sind mit seiner Politik unzufrieden &ndash; in einem gef&auml;hrlichen Ma&szlig;e. Nur noch bei gut 30 Prozent liegt die Zustimmung der W&auml;hler. Politische oder wirtschaftliche Erfolge haben Pr&auml;sident und Regierung nicht vorzuweisen. Stattdessen haben sie sich selbst diskreditiert durch die Bettencourt-Aff&auml;re, illegale Parteienfinanzierung und verdeckte Geld&uuml;bergaben. Viele Franzosen beschleicht das Gef&uuml;hl, de facto einem System der Korruption und der G&uuml;nstlingswirtschaft anheimgefallen zu sein. Selbst auf seinem ureigenen Terrain von Sicherheit und Ordnung kann der ehemalige Innenminister, der als &ldquo;K&auml;rcher der Nation&rdquo; ins Pr&auml;sidentenamt gehievt wurde, keine sp&uuml;rbaren Ergebnisse vorzeigen. Die Kriminalstatistik desavouiert seinen &ldquo;nationalen Krieg gegen die Kriminalit&auml;t&rdquo; als wirkungslos.<br>\nIn offensichtlicher Unf&auml;higkeit, den gesellschaftlichen Problemen politisch beizukommen, greift die Regierung zu symbolischen Ma&szlig;nahmen, die entschiedenes Handeln pr&auml;sentieren sollen. &ldquo;Raus mit den kriminellen, bettelnden und arbeitsscheuen Elementen&rdquo; &ndash; ist der Subtext der Massenabschiebungen der Roma nach Rum&auml;nien und Bulgarien. Solche Politik, die gezielt eine bestimmte Volksgruppe aufs Korn nimmt, erinnert fatal an die Grauen des Rassismus. Wie schon mit den verbalen Breitseiten gegen eingewanderte Muslime sucht die Politik S&uuml;ndenb&ouml;cke aus, an denen der Volkszorn sein M&uuml;tchen k&uuml;hlen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F08%2F20%2Fa0097&amp;cHash=8a14827e89\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Sarkozy ganz unten<\/strong><br>\nWie tief muss ein Staatschef gesunken sein, um die Abschiebung von Angeh&ouml;rigen einer einzelnen Volksgruppe zur Chefsache zu erkl&auml;ren? Antwort: So tief wie Nicolas Sarkozy.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/sarkozy-ganz-unten\/-\/1472602\/4572584\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Kolumbien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Richter stoppen Milit&auml;rs<\/strong><br>\nSchwere Schlappe f&uuml;r die kolumbianische Regierung: Das Verfassungsgericht in Bogot&aacute; hat am Dienstag abend (Ortszeit) ein im vergangenen Jahr unterzeichnetes Abkommen &uuml;ber die Einrichtung von sieben US-Milit&auml;rbasen in Kolumbien als verfassungswidrig verworfen. Die Vereinbarung m&uuml;sse als internationales Abkommen betrachtet und deshalb vom Parlament ratifiziert werden, urteilten die Richter. Au&szlig;erdem beinhalte der Vertrag &raquo;neue Verpflichtungen f&uuml;r den kolumbianischen Staat&laquo;, erkl&auml;rte Gerichtspr&auml;sident Mauricio Gonz&aacute;lez. So werde durch das Dokument ausl&auml;ndischen Staatsangeh&ouml;rigen das Tragen und Benutzen von Waffen auf kolumbianischem Staatsgebiet gestattet. Er betonte jedoch, da&szlig; es nicht die Aufgabe des Gerichts gewesen sei, &uuml;ber die Inhalte des Abkommens zu befinden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-19\/019.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine Atempause<\/strong><br>\nOhne eine Beendigung des seit Jahrzehnten andauernden B&uuml;rgerkrieges in Kolumbien ist dauerhafte Stabilit&auml;t in der Region unm&ouml;glich. Der Konflikt zieht immer wieder die Nachbarl&auml;nder in seine Gewalt, wie Ecuador und Venezuela, aber auch Brasilien, Peru und Panama immer wieder sp&uuml;ren mu&szlig;ten. Die Hoffnung der in Bogot&aacute; Herrschenden aber, den Konflikt milit&auml;risch zu l&ouml;sen, wird nicht aufgehen. Die Wurzeln dieses Krieges sind politischer und sozialer Natur, deshalb kann es auch nur eine politische und soziale L&ouml;sung geben. Die liberale Senatorin Piedad C&oacute;rdoba und andere einflu&szlig;reiche Pers&ouml;nlichkeiten Kolumbiens pl&auml;dieren f&uuml;r einen humanit&auml;ren Gefangenenaustausch als ersten Schritt zu einer L&ouml;sung auf dem Verhandlungsweg. Weitere Milit&auml;rbasen werden hingegen den Krieg weiter versch&auml;rfen, und sie lassen die Gefahr eines &Uuml;bergreifens des Konflikts auf die Nachbarl&auml;nder wachsen. Das Urteil der Verfassungsrichter in Bogot&aacute; bedeutet deshalb eine Atempause. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Santos hat nun ein Jahr Zeit, sich zu entscheiden, ob er weiter den Kriegspfad seines Vorg&auml;ngers Uribe einschlagen will oder die Chance zum Umlenken wahrnimmt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-19\/002.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Immerhin, es d&uuml;rfte so Manchem im weltweiten Publikum nicht klar gewesen sein, dass das Verfassungsgericht in Kolumbien funktioniert.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Urlaubsverzicht; Gratulation Herr Hundt; das richtige Loch stopfen; prek&auml;re Jobs gef&auml;hrden Sozialsystem;China; Stuttgart 21; Atomlobby macht mobil; indische Call Center verlagern in die USA; Abzug aus dem Irak; Oberst Klein rehabilitiert; unter den Augen der Bundeswehr; Politik der harten Hand in Zentralamerika; Spanien; Sarkozy; Kolumbien. (WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6553","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6553"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6553\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6557,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6553\/revisions\/6557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}