{"id":65968,"date":"2020-10-19T09:00:00","date_gmt":"2020-10-19T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65968"},"modified":"2026-01-27T11:37:48","modified_gmt":"2026-01-27T10:37:48","slug":"hannes-hofbauer-die-grossen-medien-bilden-eine-brandmauer-zum-schutz-der-autoritaer-verfuegten-massnahmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65968","title":{"rendered":"Hannes Hofbauer: \u201eDie gro\u00dfen Medien bilden eine Brandmauer zum Schutz der autorit\u00e4r verf\u00fcgten Ma\u00dfnahmen\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65549\">Die kritischen Stimmen<\/a> zu den Einschr&auml;nkungen der Grundrechte im Zuge der Corona-Krise mehren sich. Aus &Ouml;sterreich kommt jetzt ein Buch, in dem zahlreiche Autoren den &bdquo;Lockdown 2020&ldquo; grundlegend hinterfragen. Mit deutlichen Worten &auml;u&szlig;ert sich <strong>Hannes Hofbauer<\/strong>, Mitherausgeber des Buches, im NachDenkSeiten-Interview zum Agieren von Politik und Medien. Angst werde gesch&uuml;rt, notwendige Differenzierungen wie etwa, dass neben den  9500 &bdquo;Corona-Toten&ldquo; in Deutschland im selben Zeitraum 580.000 Menschen an anderen Ursachen verstorben seien, fehlten in der Berichterstattung. Ein Interview &uuml;ber Panikmache, das Milliardengesch&auml;ft Impfstoff und die Tabuisierung des Todes. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6472\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-65968-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201019_Hannes_Hofbauer_Die_grossen_Medien_bilden_eine_Brandmauer_zum_Schutz_der_autoritaer_verfuegten_Massnahmen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201019_Hannes_Hofbauer_Die_grossen_Medien_bilden_eine_Brandmauer_zum_Schutz_der_autoritaer_verfuegten_Massnahmen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201019_Hannes_Hofbauer_Die_grossen_Medien_bilden_eine_Brandmauer_zum_Schutz_der_autoritaer_verfuegten_Massnahmen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201019_Hannes_Hofbauer_Die_grossen_Medien_bilden_eine_Brandmauer_zum_Schutz_der_autoritaer_verfuegten_Massnahmen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=65968-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201019_Hannes_Hofbauer_Die_grossen_Medien_bilden_eine_Brandmauer_zum_Schutz_der_autoritaer_verfuegten_Massnahmen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"201019_Hannes_Hofbauer_Die_grossen_Medien_bilden_eine_Brandmauer_zum_Schutz_der_autoritaer_verfuegten_Massnahmen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Hofbauer, wir erleben seit Monaten schwere Einschr&auml;nkungen und Grundrechtseingriffe. Der Grund: Das Coronavirus. Sie haben gerade ein Buch mit dem Titel &bdquo;Lockdown 2020 &ndash; Wie ein Virus dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu ver&auml;ndern&ldquo;, ver&ouml;ffentlicht. Warum dieses Buch?  <\/strong><\/p><p>Der Ausnahmezustand, auch wenn er in Deutschland oder &Ouml;sterreich nicht so genannt wird, ist von Menschen, von Regierungen gemacht. Insofern sind es die Ma&szlig;nahmen zur Bek&auml;mpfung des Virus, die unsere Grundrechte extrem einschr&auml;nken. Das Virus selbst wird dazu benutzt, wie es im Untertitel unseres Buches hei&szlig;t. Dieser Hinweis auf die Instrumentalisierbarkeit einer Gefahr erkl&auml;rt schon zum Teil, warum sich mein Kollege Stefan Kraft und ich als die zwei Verleger des Promedia Verlages entschlossen haben, ein Buch zum Lockdown 2020 herauszugeben. Nachdem bald klar war, dass es sich bei Sars-CoV-2 nicht um ein Killervirus handelt, sondern um einen f&uuml;r bestimmte Gruppen von Menschen sehr gef&auml;hrlichen Erreger, wollten wir kritische Stimmen versammeln, die sich mit den sozialen, wirtschaftlichen, rechtlichen, psychologischen und &ndash; ja &ndash; auch medizinischen &bdquo;Kollateralsch&auml;den&ldquo; der Ma&szlig;nahmen auseinandersetzen. Ich denke, es ist uns eine gute Mischung gelungen.<\/p><p><strong>Politik und Medien sind sich weitestgehend darin einig, dass die ergriffenen Ma&szlig;nahmen richtig waren, aber auch die Aufrechterhaltung dieser Ma&szlig;nahmen unbedingt notwendig ist. <\/strong><\/p><p>Abgesehen davon, dass Anfang des Jahres noch jene als Verschw&ouml;rungstheoretiker galten, die von einer aus China kommenden gro&szlig;en Virus-Gefahr sprachen, drehte sich die offizielle Meinung rasch. Stimmen, die davor warnten, dass der Lockdown und die danach fortgesetzten restriktiven Ma&szlig;nahmen unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig sind und sogar schlimmere Auswirkungen haben als die Viruserkrankungen selbst, wurden systematisch diffamiert und\/oder verschwiegen. Schon die Einforderung von Relationen in der Berichterstattung galt als erster Schritt hin zur Leugnung der Virusgefahr. <\/p><p><strong>Differenziert wurde nur sehr wenig. <\/strong><\/p><p>Richtig. Dabei w&uuml;rde es doch ein viel entspannteres Bild geben, wenn man nicht nur w&uuml;sste, wieviele Menschen Tag f&uuml;r Tag positiv getestet werden oder wieviele an oder mit dem Virus sterben, sondern man auch eine Vergleichszahl angeben w&uuml;rde. So gelten mit Stichtag 9. Oktober 2020 in Deutschland 9589 Menschen statistisch als Corona-Tote. Im selben Zeitraum starben insgesamt 580.000 Menschen; in &Ouml;sterreich w&auml;ren den 852 Corona-Toten knapp 50.000 Gestorbene gegen&uuml;berzustellen. W&uuml;rde diese Relation medial oder von Krisenst&auml;ben kommuniziert, k&ouml;nnte man den Menschen die Angst nehmen, was eigentlich Aufgabe von Politik und Medien w&auml;re.<\/p><p><strong>In der Berichterstattung war eher das Gegenteil zu beobachten. <\/strong><\/p><p>Ja, stattdessen verst&auml;rkt sich bei mir der Eindruck, dass das Auftreten des Virus von vielen Seiten missbraucht wird. <\/p><p><strong>W&uuml;rden Sie das bitte n&auml;her erl&auml;utern? <\/strong><\/p><p>Politisch verst&auml;rken sich autorit&auml;re Strukturen, was zwar dann kritisiert wird, wenn es in Ungarn oder in der T&uuml;rkei passiert, wor&uuml;ber aber in Deutschland der Mantel des Schweigens gebreitet wird. Und wirtschaftlich befinden sich jene Sektoren im Aufschwung, die von der Corona-Krise profitieren. F&uuml;r einen ganzen Komplex an biotechnischen, pharmazeutischen, digitalen und Kontroll-Unternehmen bricht ein neues, hoch-profitables Zeitalter an. Wir erinnern uns an das <em>Tagesschau<\/em>-Interview vom 12. April, als der Programmierer und Multimilliard&auml;r Bill Gates am Ende seines fast sieben Minuten dauernden Interviews meinte: &bdquo;Wir werden den zu entwickelnden Impfstoff letztlich sieben Milliarden Menschen verabreichen.&ldquo; Dazu lud die ARD das Gespr&auml;ch noch symbolisch hoch auf, indem sie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60259\">Gates<\/a> ausgerechnet am Ostersonntag, dem Auferstehungstag, die neue Heilsbotschaft verk&uuml;nden lie&szlig;. Und tats&auml;chlich fungieren die Anti-Corona-Ma&szlig;nahmen als Heilsbringer f&uuml;r Biotech- und Pharmakonzerne, deren Gewinnmargen ins Astronomische steigen. Einer der gr&ouml;&szlig;ten Pharmakonzerne, Novartis, konnte seinen Gewinn im 1. Quartal 2020 um 24 Prozent steigern und AstraZeneca, ein britisch-schwedisches Biotech-Unternehmen, verzeichnete f&uuml;r das ganze Jahr 2019 einen Reingewinn von 1,2 Mrd. US-Dollar, w&auml;hrend es bereits f&uuml;r das 1. Halbjahr 2020 1,5 Mrd. auswies. <\/p><p><strong>Da kommt auch einiges an Steuergeldern bei den Unternehmen an. <\/strong><\/p><p>In der Tat. Allein die EU hat bei AstraZeneca 300 Millionen Impfdosen bestellt, obwohl es noch gar keinen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65607\">Impfstoff<\/a> gibt. Multipliziert man nur diese Bestellung mit 12 Euro, was als Preis f&uuml;r eine Impfung kolportiert wird, dann flie&szlig;en 3,6 Mrd. an Steuergeldern f&uuml;r die erste Impftranche auf das AstraZeneca-Konto. Und damit ist erst ein Bruchteil der Menschheit geimpft, ohne dass man wei&szlig;, wie lange ein Schutz anh&auml;lt.<\/p><p>Es geht um Milliarden. Und die neuen Leitsektoren haben ihre Chance erkannt. Ein starker Staat sorgt f&uuml;r ihren Anschub, um den sp&auml;testens seit der Weltwirtschaftskrise 2008 in einer Verwertungskrise steckenden Kapitalismus in einen neuen, profitablen Zyklus zu bringen. Nennen wir ihn einen kybernetischen Zyklus, in dem es neben der Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft als wesentlichem Faktor f&uuml;r Kapitalverwertung nun auch um die K&ouml;rperlichkeit und die Erfahrungen des Menschen geht, um deren Kommodifizierung (das hei&szlig;t, der Mensch wird zur Ware). Dass daf&uuml;r Regierungen, meinungsbildende Medien und Kapital an einem Strang ziehen, erleben wir gerade.<\/p><p><strong>Wenn man aktuelle Umfragen betrachtet, sind die Zustimmungswerte zu den Ma&szlig;nahmen ziemlich hoch. Wie erkl&auml;ren Sie sich das? <\/strong><\/p><p>Die Zustimmungswerte folgen der Berichterstattung. Um das zu illustrieren, f&auml;llt mir ein Beispiel aus einem anderen Bereich ein. Im Jahr 1991 wurden anl&auml;sslich des schleichenden Zerfalls der Sowjetunion mehrere offizielle Volksbefragungen durchgef&uuml;hrt. Im M&auml;rz stimmten 70 Prozent der UkrainerInnen f&uuml;r den Erhalt der Sowjetunion, im Dezember 90 Prozent f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit der Ukraine. <\/p><p><strong>Sie sprechen die Beeinflussung der Menschen durch Propaganda an? <\/strong><\/p><p>Genau. Propaganda kann in die eine oder die andere Richtung flie&szlig;en und spielt eine gro&szlig;e Rolle  bei der Beeinflussung von Massen. <\/p><p>Zur&uuml;ck zu Corona. Seitdem die WHO eine Pandemie ausgerufen hatte, und wie wir wissen, sind die Gelder von privaten Stiftungen wie jener von Bill Gates f&uuml;r die WHO mittlerweile &uuml;berlebenswichtig, wurden aus der offiziellen Erz&auml;hlung  alle Stimmen ausgeschlossen, die sich kritisch &auml;u&szlig;erten. Sie wurden regelrecht diffamiert. Nur wenige aktive Mediziner erhoben Einspruch und fanden bzw. finden die Einschr&auml;nkungen kontraproduktiv. Einer von ihnen, Andreas S&ouml;nnichsen, Leiter des Public-Health-Zentrums an der Medizinischen Universit&auml;t Wien, hat in unserem Buch eine lesenswerte Analyse geschrieben. Gesundheit ist f&uuml;r ihn mehr als die technisch-medizinische Behandlung von Erregern. Da geh&ouml;ren soziale Faktoren dazu, eine stressfreie Arbeit und ein Leben ohne Angst. Erst langsam werden Stimmen wie die seine h&ouml;rbarer.<\/p><p><strong>Stichwort Angst: Es gibt Protokolle des Bundesinnenministeriums, aber auch einer &ouml;sterreichischen Task Force, die aufhorchen lassen. W&uuml;rden Sie uns bitte sagen, was darin vorgeschlagen wird?  <\/strong><\/p><p>In einem geleakten Strategiepapier des deutschen Bundesinnenministeriums vom 27. M&auml;rz 2020 ist von einer Million Deutschen die Rede, deren Tode es durch harte Ma&szlig;nahmen zu verhindern gilt. Und der &ouml;sterreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz meinte am 30. M&auml;rz 2020 auf einer Pressekonferenz: &bdquo;Bald wird jeder jemanden kennen, der an Corona gestorben ist.&ldquo; Wir haben in einem Annex zum Buch sowohl kritische als auch Panik verbreitende Stimmen zusammengetragen. <\/p><div class=\"donateNotice\"><p>Die Zugriffe bei den NachDenkSeiten wachsen. Die Arbeit w&auml;chst. Und auch der Aufwand. Wir bitten (auch) unsere neuen Leserinnen und Leser um Unterst&uuml;tzung.<br><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=7726\">Das geht so ...<\/a><\/p><\/div><p><strong>Man wollte oder will also bewusst Angst sch&uuml;ren? <\/strong><\/p><p>Ja. Von einem wohlwollenden Standpunkt aus gesehen, kann man dies der Angst der zust&auml;ndigen Stellen zuschreiben, etwas falsch zu machen. Oder es war schlicht eine Mischung aus Dummheit und unkritischer Zustimmung zu mathematischen Modellen. In Wien z.B. wurden die Gr&uuml;noasen wie der Garten von Sch&ouml;nbrunn gesperrt, obwohl es einem doch der Hausverstand sagt, dass die Gesundheit nicht besser wird, wenn man die Menschen in kleinen Wohnungen einsperrt und die Parks geschlossen werden. Ein kritischerer Blick legt allerdings nahe, dass mit einer bewusst erzeugten Angst die Menschen willf&auml;hriger gemacht werden sollen. Das kann dann auch bei anderen Themen funktionieren. Es untergr&auml;bt die Grundlagen einer aufgekl&auml;rten Gesellschaft, wenn sich viele Menschen autorit&auml;ren Verf&uuml;gungen kritiklos beugen.<\/p><p><strong>Nicht alle B&uuml;rger akzeptieren die Ma&szlig;nahmen. Es gibt Demonstrationen. Die Medien zeigen f&uuml;r diesen Protest aber &uuml;berhaupt kein Verst&auml;ndnis. Wie erkl&auml;ren Sie sich, dass Medien so sehr gegen die Demonstrationen anschreiben? <\/strong><\/p><p>Das Interessante an dem Protest, an den M&auml;rschen der Freiheit, ist, dass die Teilnehmer aus der gesellschaftlichen Mitte kommen. Es gehen Menschen auf die Stra&szlig;e, deren wirtschaftliche Existenz bedroht ist, deren psychische Stabilit&auml;t aus dem Gleichgewicht ger&auml;t. Meinungsbildende Medien und Politiker haben darauf reagiert, wie sie es gewohnt sind. Sie stellen diejenigen, die ihre Unzufriedenheit &auml;u&szlig;ern, in ein radikales Eck oder &uuml;bersch&uuml;tten sie mit b&ouml;sartigen Unterstellungen: Rechtsradikale, Aluhut-Tr&auml;ger, Verschw&ouml;rungstheoretiker, Esoteriker. <\/p><p>Die gro&szlig;en Medien und der staatliche Rundfunk begleiten sowohl in Deutschland wie in &Ouml;sterreich den Ausnahmezustand von Anfang an nicht blo&szlig; wohlwollend, sie bilden eine Art Brandmauer zum Schutz der autorit&auml;r verf&uuml;gten Ma&szlig;nahmen. Darin zeigt sich die enge Verflechtung der Macht. Kapital, Staat und Medien sind in unseren sogenannten liberalen Demokratien eng verflochten. Das sieht man auch in anderen Fragen wie z.B. der Einstellung gegen&uuml;ber der Europ&auml;ischen Union. Kritische Stimmen kommen im Umkreis der Macht nicht vor. Unternehmer, Politiker und Medienleute treffen sich in entsprechenden Think Tanks, sie leben zunehmend in einer Blase. Wenn dann einmal jemand ausschert, was gar nicht so selten passiert, dann wird er schnell zur persona non grata. Das gilt allen anderen als Warnung. Als Verleger kann ich diesen v&ouml;llig verholzten Zustand unserer Gesellschaft beobachten, wenn ich auf der Suche nach AutorInnen bin, die sich kritisch zu dieser oder jener Frage &auml;u&szlig;ern sollen. Leicht f&uuml;ndig wird man immer bei RentnerInnen, die ihr Berufsleben oft stillschweigend in Institutionen hinter sich gebracht haben und jetzt &uuml;ber den Wahnsinn, den sie ertragen haben, schreiben wollen. <\/p><p>Wir brauchen nicht mehr lange zu warten, bis heutige Entscheidungstr&auml;ger nach ihrer aktiven Zeit kritisch zu den Corona-Ma&szlig;nahmen Stellung beziehen werden. Das mag f&uuml;r sie pers&ouml;nlich dann befreiend sein, gesellschaftlich gesehen ist es allerdings ein Desaster.<\/p><p><strong>Wo sind eigentlich die kritischen Stimmen der Linken? <\/strong><\/p><p>Wir haben sie, wenn ich das so sagen darf, in unserem Buch &bdquo;Lockdown 2020&ldquo; versammelt. Da schreibt beispielsweise Andrej Hunko, Mitglied des Deutschen Bundestages (Die Linke) &uuml;ber die WHO und dar&uuml;ber, wer dort bestimmt, was gesund ist. Oder die &ouml;sterreichische Wirtschafts- und Sozialhistorikerin von der Universit&auml;t Wien, Andrea Komlosy, widmet sich dem neuen Akkumulationsmodell, das durch die Krise einen Aufschwung erlebt. Joachim Hirsch wiederum, politikwissenschaftliches linkes Urgestein, legt sich gegen den &bdquo;Sicherheitsstaat 4.0&ldquo; ins Zeug. Der bekannte Rechtsanwalt Rolf G&ouml;ssner wiederum bringt seine Sorge um die Menschenrechte und den Rechtsstaat unter dem Pandemie-Regime zum Ausdruck und der Journalist Walter van Rossum nimmt die medialen &bdquo;Superspreader&ldquo; auf&lsquo;s Korn.<\/p><p>In der politischen Arena ist es &ndash; leider &ndash; nicht das erste Mal, dass linke Stimmen zu hei&szlig;en Themen weitgehend fehlen. Die EU habe ich schon genannt, aber auch die Frage der Migration wird von vielen Linken tabuisiert. Das &ouml;ffnet dann den Diskussions- und Handlungsraum f&uuml;r Rechte, was man von links wiederum als Beweis daf&uuml;r sieht, dass man an dem Thema nicht ankommen soll. Ein fataler Zirkelschluss.<\/p><p><strong>Wie sieht aus Ihrer Sicht ein vern&uuml;nftiger medialer, aber auch politischer Umgang mit dem Virusgeschehen aus? <\/strong><\/p><p>Das Virusgeschehen, wie Sie es nennen, wird die Menschheit begleiten. Es ist nicht das erste und es wird nicht das letzte sein. Allein diese Erkenntnis, die nur langsam durchsickert, w&uuml;rde den Umgang mit der Seuche radikal ver&auml;ndern. Testen-testen-testen ist offensichtlich nicht die richtige Strategie, um die Verbreitung des Virus zu verhindern. Es wird sich verbreiten, das sagen alle vern&uuml;nftigen Stimmen. Die Hoffnung auf einen Impfstoff w&uuml;rde ich auch nicht zu hoch h&auml;ngen. Auf eine wirksame Impfung gegen das Aids ausl&ouml;sende HI-Virus wartet die Welt seit bald 40 Jahren. In Deutschland leben etwa 90.000, in &Ouml;sterreich etwa 15.000 mit HIV. <\/p><p>Deeskalation bei den Ma&szlig;nahmen und in der Sprache w&auml;re l&auml;ngst angesagt, dazu ist freilich Vorsicht geboten und Eigenverantwortung in den Mittelpunkt der politischen Agenda zu r&uuml;cken. Nur so k&ouml;nnen wir verhindern, dass der Mensch, der einem auf einem engen Gehweg oder gar in der U-Bahn begegnet, als Feind betrachtet wird, als potenzieller &bdquo;Lebensgef&auml;hrder&ldquo;, wie der &ouml;sterreichische Innenminister einmal in einem autorit&auml;ren Ausritt jene bezeichnet hat, die sich nicht an Abstandsregeln und Ausgehverbote halten.<\/p><p>Zuletzt sei mir noch eine flapsige Bemerkung erlaubt: Die Wahrscheinlichkeit, dass positiv getestete Personen an Sars-CoV-2 versterben, liegt, unterschiedlichen Studien zufolge zwischen 0,1 und 3 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit zu sterben, liegt bei 100%. In anderen Worten: Die Hysterie um das Corona-Virus ist auch der Tabuisierung des Todes in unseren Zentrumsgesellschaften geschuldet. Wir haben ihn aus dem Leben verbannt, obwohl wir wissen, dass er jedes Leben beendet.<\/p><p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Hannes Hofbauer hat (gemeinsam mit Stefan Kraft) das Buch &bdquo;<a href=\"https:\/\/mediashop.at\/buecher\/lockdown-2020\/\">Lockdown 2020. Wie ein Virus dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu ver&auml;ndern<\/a>&ldquo; herausgebracht. Es ist Anfang Oktober im Promedia Verlag erschienen.<\/em><\/p><p>Titelbild: Shutterstock \/ Stuart Miles<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65549\">Die kritischen Stimmen<\/a> zu den Einschr&auml;nkungen der Grundrechte im Zuge der Corona-Krise mehren sich. Aus &Ouml;sterreich kommt jetzt ein Buch, in dem zahlreiche Autoren den &bdquo;Lockdown 2020&ldquo; grundlegend hinterfragen. Mit deutlichen Worten &auml;u&szlig;ert sich <strong>Hannes Hofbauer<\/strong>, Mitherausgeber des Buches, im NachDenkSeiten-Interview zum Agieren von Politik und Medien. Angst werde gesch&uuml;rt, notwendige Differenzierungen wie etwa,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65968\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":65972,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,149,209,183,11],"tags":[712,282,1112,2602,1544,2857,2453,438,2834],"class_list":["post-65968","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-interviews","category-medienkritik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-arzneimittel","tag-buergerproteste","tag-buergerrechte","tag-hofbauer-hannes","tag-kampagnenjournalismus","tag-lockdown","tag-mortalitaet","tag-pharmaindustrie","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/shutterstock_1683562948.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65968","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=65968"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65968\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81184,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65968\/revisions\/81184"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/65972"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=65968"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=65968"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=65968"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}