{"id":65998,"date":"2020-10-20T08:14:45","date_gmt":"2020-10-20T06:14:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998"},"modified":"2020-10-20T08:14:45","modified_gmt":"2020-10-20T06:14:45","slug":"hinweise-des-tages-3722","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h01\">Herdentrieb<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h02\">S&ouml;der f&uuml;r bundesweit strikte Maskenpflicht bei hohen Zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h03\">Gesundheitsamt-Chef zerrei&szlig;t S&ouml;ders Corona-Strategie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h04\">Wissenschaftler zweifeln an Corona-Ma&szlig;nahmen: &ldquo;Besorgniserregende Fehlentwicklungen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h05\">Zur&uuml;ck zu Augenma&szlig; und Fakten: Der Corona-Diskussion droht eine gef&auml;hrliche Schieflage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h06\">Wem geh&ouml;rt Deutschland?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h07\">&raquo;Oeconomia&laquo;: Im Maschinenraum des Kapitalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h08\">Ein Tumor, der seinen Wirt t&ouml;tet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h09\">Immer mehr Rentner haben einen Job<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h10\">Washingtons Top-Denkfabriken erhalten mehr als eine Milliarde Dollar von Pentagon und R&uuml;stungsfirmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h11\">Europ&auml;ische Agrarf&ouml;rderung Blo&szlig; nicht weiter so!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h12\">Kommt die &uuml;berwachte Gesellschaft?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h13\">Der Krieg um Berg-Karabach &ndash; oder: Warum &ldquo;Neutralit&auml;t&rdquo; Parteinahme ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h14\">50 Jahre nach Allende: Aufbruch in ein neues Chile?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h15\">Fakten gecheckt &ndash; Diskussion vertagt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h16\">Mehrheit will Spahn als CDU-Chef und S&ouml;der als Kanzlerkandidat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h17\">Baerbock und Habeck mobilisieren f&uuml;r Schwarz-Gr&uuml;n<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65998#h18\">Wenn schon die Fakten nicht stimmen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Herdentrieb<\/strong><br>\nMich beunruhigen seit Monaten die vielen Trompeter im Corona-Panikorchester. Sie verbreiten Angst und Schrecken. Als Medienforscher beobachte ich mit gro&szlig;er Sorge den Overkill, mit dem Leitmedien, insbesondere das &ouml;ffentlich-rechtliche Fernsehen, aber auch Zeitungen wie SZ oder FAZ, &uuml;ber die Pandemie berichten. Meine These: Nicht die Regierenden haben die Medien vor sich hergetrieben, wie das Verschw&ouml;rungstheoretiker so gerne behaupten. Vielmehr haben die Medien mit ihrem grotesken &Uuml;bersoll an Berichterstattung Handlungsdruck in Richtung Lockdown erzeugt, dem sich die Regierungen in Demokratien kaum entziehen konnten.<br>\nIm M&auml;rz und April schnellte der Anteil der Corona-News in den Hauptnachrichtensendungen von ARD und ZDF, &ldquo;Tagesschau&rdquo; und &ldquo;Heute&rdquo;, hoch und bewegte sich zwischen 60 und 75 Prozent, so das Institut f&uuml;r Medienforschung in K&ouml;ln. Selten sei &ldquo;ein Thema so stark pr&auml;sent&rdquo; gewesen wie die Pandemie, erg&auml;nzt Mark Eisenegger von der Universit&auml;t Z&uuml;rich im Blick auf das Nachbarland Schweiz. Auch hier habe sich im ersten Halbjahr 2020 an manchen Tagen bis zu 70 Prozent der gesamten Berichterstattung um dieses Thema gedreht [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/gastbeitrag-herdentrieb-1.5075025\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>S&ouml;der f&uuml;r bundesweit strikte Maskenpflicht bei hohen Zahlen<\/strong><br>\nUnter dem Eindruck rasant gestiegener Corona-Zahlen hat CSU-Chef Markus S&ouml;der eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht f&uuml;r Regionen mit vielen Neuinfektionen verlangt &ndash; in Schulen, auf &ouml;ffentlichen Pl&auml;tzen und auch am Arbeitsplatz.<br>\nZudem rief der bayerische Ministerpr&auml;sident dazu auf, dem Bund mehr Rechte im Kampf gegen das Virus zu &uuml;bertragen &ndash; derzeit geht ihm vieles nicht schnell und effektiv genug. &laquo;Ich bin ein &uuml;berzeugter F&ouml;deralist, aber ich glaube, dass der F&ouml;deralismus zunehmend an seine Grenze st&ouml;&szlig;t&raquo;, sagte er vor einer Schaltkonferenz des CSU-Vorstands in N&uuml;rnberg. Der Bund m&uuml;sse, bevor es vielleicht ein neues Infektionsschutzgesetz gebe, die M&ouml;glichkeit haben, mit &laquo;Bundesverordnungen&raquo; zu agieren.<br>\nDie Regeln f&uuml;r eine bundesweite &laquo;allgemeine Maskenpflicht&raquo; sollten nach Vorstellung S&ouml;ders so aussehen: Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen soll eine Maskenpflicht auf stark frequentierten &ouml;ffentlichen Pl&auml;tzen und in Schulen gelten, in Grundschulen und Horten ab der Marke 50. Und: S&ouml;der forderte bei einem Warnwert von 35 eine bundesweite Maskenpflicht auch am Arbeitsplatz, wenn Mindestabst&auml;nde nicht eingehalten werden k&ouml;nnen. Zudem solle der Rest der L&auml;nder dem bayerischen Beispiel folgen und etwa auch die Sperrstunde f&uuml;r Lokale schon um 22.00 Uhr verh&auml;ngen, wenn der 7-Tage-Warnwert 50 erreicht hat, sagte er. Er sei auch bereit, &uuml;ber nationale Sperrstunden-Regelungen zu reden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/agenturmeldungen\/dpa\/soeder-fuer-bundesweit-strikte-maskenpflicht-bei-hohen-zahlen-17009146.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Jens Berger hat in seinem Artikel (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65980\">Covid-19-Daten &ndash; Wie viele Infektionen gab es im Fr&uuml;hjahr?<\/a>) erl&auml;utert, dass die absoluten Infektionszahlen allein wenig Aussagekraft zur Bewertung der Entwicklung der Corona-Epidemie besitzen. Dennoch verbreitet der bayerische Ministerpr&auml;sident Markus S&ouml;der allein auf Basis von absoluten Zahlen weiter geradezu skrupellos Panik (&bdquo;Dann wird es ein einsames Weihnachten.&ldquo;), um weitere autorit&auml;re Ma&szlig;nahmen durchzusetzen. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gesundheitsamt-Chef zerrei&szlig;t S&ouml;ders Corona-Strategie: &bdquo;Auch wenn ich meine Beamten-Kariere auf Spiel setze &hellip;&ldquo;<\/strong><br>\nSeit Corona die Welt besch&auml;ftigt, hat Dr. Friedrich P&uuml;rner (53) mehr als 500 &Uuml;berstunden angeh&auml;uft. Der Facharzt und Epidemiologe leitet das Gesundheitsamt Aichach-Friedberg. Die Fragen und Sorgen der B&uuml;rger werden immer mehr. Der bayerische Beamte sieht viele Ma&szlig;nahmen der Staatsregierung kritisch und versucht, &Auml;ngsten entgegenzusteuern.<br>\nMit steigenden Fallzahlen steigt doch auch der Druck zum Handeln?<br>\nP&uuml;rner: Ja, die Zahlen steigen. Aber wir rechnen nur mit der Summe der positiv Getesteten, &uuml;ber die Erkrankten wissen wir nichts. W&uuml;rde die Zahl der Schwerkranken signifikant steigen, m&uuml;ssten wir etwas unternehmen. Aber gehandelt wird derzeit nur, weil wir lediglich positive Befunde haben. Entscheidend f&uuml;r uns Epidemiologen ist: Wie krankmachend ist eine Erkrankung? Covid-19* ist eine Infektion. Es wird immer Menschen geben, die daran sterben oder krank werden. Auch Folgesch&auml;den sind derzeit nicht ausgeschlossen. Vor allem &Auml;ltere und Menschen mit Vorerkrankungen sind Risikogruppen. Allgemein ist das Risiko, an Corona schwer zu erkranken, relativ gering, daran zu sterben auch. Das ist nicht Ebola.<br>\nDie Politik versucht, mit einem Ampelsystem* die Lage in den Griff zu kriegen. Wie beurteilen Sie die Inzidenzwert-Strategie?<br>\nP&uuml;rner: Diese Strategie ist nicht richtig. Die Inzidenzen 35 und 50 pro 100.000 Einwohner sind willk&uuml;rlich gew&auml;hlt, au&szlig;erdem besteht der Inzidenzwert nur aus allen Positiv-Getesteten. Man wei&szlig; nicht, wie viele Personen Symptome haben und damit krank sind. Es w&auml;re klug, auf diejenigen zu schauen, die das Gesundheitssystem belasten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/bayern\/coronavirus-bayern-soeder-gesundheitsamt-chef-maskenpflicht-friedrich-puerner-kritik-zr-13922061.html\">Merkur<\/a>\n<p><strong>Dazu: Drastische Corona-Einschr&auml;nkungen im Berchtesgadener Land<\/strong><br>\nWegen extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im Berchtesgadener Land ab Dienstag, 14 Uhr, f&uuml;r zwei Wochen Ausgangsbeschr&auml;nkungen. Schulen und Kitas m&uuml;ssen schlie&szlig;en, Veranstaltungen werden verboten, auch Restaurants d&uuml;rfen nicht &ouml;ffnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/berchtesgadener-land-ausgangsbeschraenkungen-ab-dienstag,SDrgQrh\">BR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Der Kreis Berchtesgadener Land geh&ouml;rt &uuml;brigens zu den Kreisen, in denen kein einziger Covid-19-Patient intensivmedizinisch behandelt wird.<\/em><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/201020-hdt-01.png\" alt=\"\" title=\"\"><br>\nQuelle: DIVI\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wissenschaftler zweifeln an Corona-Ma&szlig;nahmen: &ldquo;Besorgniserregende Fehlentwicklungen&rdquo;<\/strong><br>\nEine Gruppe von Wissenschaftlern, Kassenmanagern und Medizinern um den renommierten Gesundheits&ouml;konomen Gerd Glaeske hat Bund und L&auml;ndern vorgeworfen, mit falschen Konzepten auf die steigende Zahl von Corona-Infizierten zu reagieren. Es gebe eine Reihe von &ldquo;besorgniserregenden Fehlentwicklungen&rdquo;, hei&szlig;t es in einem Thesenpapier, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. &bdquo;Es &uuml;berwiegt der Eindruck, dass die Verantwortlichen auf den immergleichen Vorgehensweisen beharren und Ma&szlig;nahmen sogar noch verst&auml;rken, an deren Wirksamkeit und Akzeptanz es aus wissenschaftlicher Sicht gr&ouml;&szlig;te Zweifel geben muss&ldquo;, kritisieren die Autoren.<br>\nSie warnen Bund und L&auml;nder nachdr&uuml;cklich davor, die Bev&ouml;lkerung mit immer neuen Drohungen vor einem erneuten Lockdown zur Disziplin bewegen zu wollen. Dieser anhaltende und als alternativlos bezeichnete Bezug allein auf die Verantwortlichkeit des Einzelnen f&uuml;hre &bdquo;zu Erm&uuml;dung, Abwendung und Flucht in falsche Heilslehren, aber nicht zu einer Verbesserung der Wirksamkeit der vorgeschlagenen beziehungsweise angeordneten Ma&szlig;nahmen&ldquo;, wird argumentiert.<br>\n&bdquo;Dies gilt vor allen Dingen im Zusammenhang mit einer Drohkulisse, die aus den impliziten Versatzst&uuml;cken &sbquo;langdauernder Winter&lsquo;, &sbquo;Weihnachten im Lockdown&lsquo; und &sbquo;es k&ouml;nnte f&uuml;r Sie kein Intensivbett mehr frei sein&rsquo; zusammengesetzt ist&ldquo;, so die Autoren, zu denen unter anderem der Chef des Verbandes der Betriebskrankenkassen, Franz Knieps, geh&ouml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/falsche-corona-konzepte-wissenschaftler-raten-zu-schutz-von-risikogruppen-statt-immer-neuen-drohungen-C2QDFYCV2RH2VOMTLCSFLKKYGI.html\">RedaktionsNetzwerk Deutschland<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Zur&uuml;ck zu Augenma&szlig; und Fakten: Der Corona-Diskussion droht eine gef&auml;hrliche Schieflage<\/strong><br>\nIch habe lange gez&ouml;gert, diesen Beitrag zu schreiben. Als Arzt bin ich verpflichtet, Menschenleben zu retten. Das ist das oberste Gebot f&uuml;r Mediziner und Teil des hippokratischen Eides.<br>\nIch f&uuml;rchte aber derzeit, dass die Diskussion &uuml;ber die Corona-Situation in Deutschland in eine gef&auml;hrliche Schieflage geraten k&ouml;nnte, die zwar den gesundheitlichen Schutz vor dem Virus in hohem Ma&szlig;e ber&uuml;cksichtigt, aber andere, ebenfalls essenzielle Dinge aus den Augen verliert und dabei auch gerne einmal Fakten &uuml;bersieht.<br>\nWer in diesen Tagen generell (nicht punktuell) nach &bdquo;Z&uuml;gel anziehen&ldquo; und &bdquo;Versch&auml;rfungen&ldquo; ruft, missversteht aus meiner Sicht den notwendigen Schutz vor Covid-19. Wir k&ouml;nnen der Eind&auml;mmung der Pandemie nicht alles unterordnen. &Uuml;berspitzt formuliert: Wir h&auml;tten dann in Deutschland m&ouml;glicherweise die wenigsten Corona-Opfer, daf&uuml;r aber Kollateralsch&auml;den in unertr&auml;glicher Dimension.<br>\nIch meine damit nicht nur die wirtschaftlichen Kosten, Existenzgef&auml;hrdungen, Staatsschulden und die Vernichtung von Teilen des Kunst- und Kulturbetriebs. Psychologen warnen vor Traumen bei Kindern und Jugendlichen, der Vereinsamung alter Menschen.<br>\nWir d&uuml;rfen nicht nochmals zulassen, dass Patienten wie zu Zeiten des Lockdowns nicht mehr zum Arzt gehen, es einen R&uuml;ckstau von Operationen gibt oder Herzinfarkte nicht behandeln werden, weil Menschen f&uuml;rchten, sich in Kliniken anzustecken. Solche &Auml;ngste vor einer Infektion sind schlicht &uuml;berzogen.<br>\nGesundheitspolitik in Pandemiezeiten hei&szlig;t auch, Augenma&szlig; zu bewahren und zu Besonnenheit in der Bewertung aufzurufen. Wer die Ma&szlig;st&auml;be verr&uuml;ckt, und sei es aus gut gemeintem Schutz der Bev&ouml;lkerung, tr&auml;gt zu einer Spaltung und Radikalisierung der Gesellschaft bei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/kolumnen\/expertenrat\/diehm\/expertenrat-prof-dr-curt-diehm-zurueck-zu-augenmass-und-fakten-der-corona-diskussion-droht-eine-gefaehrliche-schieflage\/26214860.html?ticket=ST-2914115-fL6Xe6Y4EQSyVsxfbNot-ap1\">Handelsblatt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wem geh&ouml;rt Deutschland?<\/strong><br>\nEin wichtiger Verm&ouml;gensfaktor neben Grund und Boden ist das vor allem in Unternehmen gespeicherte Kapital. Dazu geh&ouml;ren Maschinen, Wissen &uuml;ber Produktionsmethoden oder gesch&uuml;tzte Patente auf n&uuml;tzliche Erfindungen. Einen Anhaltspunkt f&uuml;r die Besitzverh&auml;ltnisse in der Unternehmenswelt bietet ein Blick auf die B&ouml;rse. Dabei werden allerdings gro&szlig;e Unternehmen wie Aldi oder Bosch ausgeblendet, deren Anteile nicht an B&ouml;rsen gehandelt werden. Die im Leitindex Dax versammelten 30 gr&ouml;&szlig;ten b&ouml;rsennotierten Unternehmen befinden sich vorwiegend in der Hand amerikanischer Verm&ouml;gensverwalter.<br>\nEs f&uuml;hrt der Finanzriese Blackrock, der mehr als 10 Prozent des Dax-Kapitals kontrolliert. Aber auch der Staat war 2019 bei Dax-Unternehmen mit an Bord. Rechnerisch 16 Prozent der Dax-Aktien geh&ouml;ren unmittelbar Privatanlegern. Teile des von institutionellen Dax-Investoren verwalteten Verm&ouml;gens geh&ouml;ren allerdings mittelbar auch Privatpersonen, die etwa von Blackrock emittierte Indexfonds gekauft haben.<br>\nGro&szlig;e Verm&ouml;gensverwalter sind trotz ihres gro&szlig;en Einflusses (nicht nur) auf die deutsche Unternehmenswelt rechtlich betrachtet nur Treuh&auml;nder, die fremdes Geld anlegen, das Anleger aus aller Welt ihnen anvertraut haben. So ist Blackrock zwar die weltgr&ouml;&szlig;te Verm&ouml;gensverwaltung, doch die Dividenden aus den gehaltenen Dax-Aktien leitet der Finanzriese an seine Kunden weiter. Ebenso &uuml;bt er in ihrem Namen auch die mit den Aktienpaketen verbundenen Stimmrechte aus.<br>\nReichtum in Deutschland ist fast durchweg mit dem Eigentum an gro&szlig;en Unternehmen verbunden, wie ein Blick auf die Liste der reichsten Deutschen zeigt. Die Entscheidungsmacht befindet sich in den H&auml;nden weniger gro&szlig;er Eigent&uuml;mer, was zu einer stark ungleichen Verteilung des deutschen Gesamtverm&ouml;gens f&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/schneller-schlau\/grund-und-boden-unternehmen-wald-wem-gehoert-deutschland-17005863.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&raquo;Oeconomia&laquo;: Im Maschinenraum des Kapitalismus<\/strong><br>\nDer Dokumentarfilm zeichnet also nicht einfach auf, sondern kann zum politischen Instrument werden, weil er das sinnlich Bestehende neu aufzuteilen vermag. Er kann sichtbar machen, was zuvor an den Rand gedr&auml;ngt werden sollte, er kann einem herrschenden Narrativ ein Korrektiv entgegensetzen.<br>\nDie Filmemacherin Carmen Losmann hat dieses agitatorische Potenzial des Dokumentarfilms bereits in Work Hard Play Hard aus dem Jahr 2012 unter Beweis gestellt. Ein Film, der nicht einmal im Verdacht klassischer Agitation stehen w&uuml;rde und dennoch politisch ist, weil er von einem klaren Standpunkt aus etwas sichtbar macht, was &uuml;ber die blo&szlig;e Dokumentation hinausgeht. Auf den ersten Blick handelt es sich um einen Dokumentarfilm &uuml;ber unsere sch&ouml;ne neue Arbeitswelt. Der Film k&ouml;nnte in dieser Hinsicht das sein, was Siegfried Kracauers Studie Die Angestellten f&uuml;r das fr&uuml;he 20. Jahrhundert war &ndash; eine freudig get&auml;tigte Selbstauskunft &uuml;ber die Neustrukturierung von Arbeit, die das Humankapital der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Ressource erschlie&szlig;en soll. Der Film zeigt lichtdurchflutete B&uuml;ros, vitale Arbeitsatmosph&auml;ren und zwangloses Miteinander. Das alles wird so verbl&uuml;ffend transparent dargelegt, als h&auml;tte Losmann in den Vorgespr&auml;chen einen Marketingfilm versprochen. &hellip;<br>\nMit Oeconomia erscheint nun Carmen Losmanns neuer Film in den Kinos (Filmstart: 15. Oktober), und dem Gegenstand entsprechend &ndash; dieser ist, einfach gesagt: unser liebes Geld &ndash; hat sich Losmanns dokumentarischer Modus ver&auml;ndert. Im Unterschied zu Work Hard Play Hard legt Losmann keine pseudo-ethnographische Studie vor, sondern ein dokumentarisches Essay, das zum Ende hin zur Aktion aufruft. Losmann observiert nicht mehr nur, sondern greift auch ein, wahrt darin aber immer noch eine Distanz zum Gegenstand. Denn Losmann selbst ist nie zu sehen. Sie zeigt sich lediglich als Stimme aus dem Off oder in gestischer Form am Interface ihres Computerbildschirms, auf dem wir ihrer Pr&auml;sentation um drei vermeintlich naive Fragen zur Makro&ouml;konomie folgen k&ouml;nnen: Erstens, wie kommt Geld in die Welt, zweitens wie entsteht das Geld f&uuml;r die Gewinne und drittens, wer nimmt die Schulden auf? Oder anders ausgedr&uuml;ckt: Wie h&auml;ngen Kreditvergabe, Wirtschaftswachstum und Schuldenzunahme zusammen?<br>\nDas Fazit nach 90 Minuten ist desastr&ouml;s und doch erwartbar: Wenn Geld nur dann entsteht, wenn Menschen wirtschaftlich aktiv werden und wiederum nur Kredite erhalten, wenn es Aussicht auf Gewinne gibt, die die Schulden zur&uuml;ckbezahlen, dann wird ein systemimmanenter Wachstumszwang geschaffen, der nach neuen Abs&auml;tzen verlangt, um Kredite zu generieren, die den Geldfluss aufrechterhalten. Dieser Teufelskreis wird auch problemlos vom Staat bedient, der genauso vom Wirtschaftswachstum abh&auml;ngig ist. Bei steigender Geldmenge und steigender Verschuldung w&auml;chst zwar die Wirtschaft, doch dieses Wachstum auf Pump generiert lediglich Profite in h&ouml;heren Einkommensschichten. Dies wiederum l&auml;sst die Verm&ouml;gensungleichheit steigen, w&auml;hrend der mit Schulden belastete Staat seinen demokratischen Gestaltungsspielraum einschr&auml;nkt, um seine Schulden zu mindern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/carmen-losmann-oeconomia-doku-rezension\/\">Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ein Tumor, der seinen Wirt t&ouml;tet<\/strong><br>\nDie Mehrheit der Menschen muss erkennen, dass die soziale Misere, vor allem die seit Jahren anhaltende kontinuierliche Senkung ihres Lebensstandards, aber auch der kulturelle Verfall und die zunehmende Unterwerfung der Gesellschaft unter autorit&auml;re politische Strukturen ihre Ursachen im gegenw&auml;rtigen Finanzsystem hat.<br>\nDie Fassade der parlamentarischen Demokratie hat es dem Finanzsektor erm&ouml;glicht, sich &uuml;ber Jahrhunderte hinweg weitgehend unkontrolliert zu entwickeln. Es sind aber noch zwei weitere Faktoren hinzugekommen, die ihm geholfen haben, best&auml;ndig an Macht und Einfluss zu gewinnen: Zum einen hat die Bankenwelt im Laufe der Zeit eine eigene Fachsprache entwickelt, die Au&szlig;enstehenden den Zugang erschwert und das Verst&auml;ndnis von Hintergr&uuml;nden und Zusammenh&auml;ngen fast unm&ouml;glich macht. Zum anderen sind den meisten Menschen die Auswirkungen der Vorg&auml;nge im Finanzwesen auf das eigene Leben nicht bewusst.<br>\nAus diesen Gr&uuml;nden nimmt das Finanzwesen in der Wahrnehmung der meisten Menschen bis heute einen eher untergeordneten Platz ein. Oft steht es auf einer Stufe mit anderen Teilbereichen der Gesellschaft wie dem Gesundheits- oder dem Ausbildungswesen, und in vielen F&auml;llen erf&auml;hrt es sogar noch weniger Aufmerksamkeit.<br>\nDiese Mischung aus Desinteresse und Unverst&auml;ndnis ist vom Finanzsektor im vergangenen halben Jahrhundert in historisch einmaliger Weise ausgenutzt worden und hat ihm dazu verholfen, von der internationalen &Ouml;ffentlichkeit weitgehend unbemerkt zur st&auml;rksten Macht zu werden, die es jemals auf unserem Planeten gegeben hat &ndash; mit der Folge, dass unser gesamtes Leben heute bis ins kleinste Detail von den Vorg&auml;ngen an den Finanzm&auml;rkten gepr&auml;gt und beeinflusst wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/ein-tumor-der-seinen-wirt-toetet\">Hinter den Schlagzeilen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Immer mehr Rentner haben einen Job<\/strong><br>\nDie Zahl der Rentner, die einer Erwerbsarbeit nachgehen, steigt weiter. 2019 waren laut Statistik der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit rund 1,29 Millionen Menschen, die die Regelaltersgrenze erreicht hatten, weiter erwerbst&auml;tig. Das waren rund 400.000 oder 45 Prozent mehr als 2010, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD hervorgeht. Gegen&uuml;ber 2005 seien es sogar 547.000 oder 73 Prozent mehr Rentner gewesen, die einer Erwerbst&auml;tigkeit nachgehen.<br>\nDie Gesamtzahl der Altersrentner ist diesen Angaben zufolge von 2010 bis 2019 um 3,9 Prozent auf rund 17,11 Millionen gestiegen.<br>\nAcht von zehn erwerbst&auml;tigen Rentnern &ndash; 1,02 Millionen oder 79,2 Prozent &ndash; waren im vergangenen Jahr nach Berechnungen des AfD-Arbeitsmarktpolitikers Ren&eacute; Springer ausschlie&szlig;lich geringf&uuml;gig besch&auml;ftigt. Jeder f&uuml;nfte erwerbst&auml;tige Rentner &ndash; 268.000 Menschen oder 20,8 Prozent &ndash; sei sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt gewesen. Diese Zahl sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, von 11,9 Prozent in 2005 auf 20,8 Prozent in 2019. &hellip;<br>\nDie Bundesregierung argumentiert in ihrer Antwort: &ldquo;Erwerbsarbeit im Rentenalter ist, anders als oftmals angenommen, kein Indiz f&uuml;r Altersarmut.&rdquo; Sie verweist auf eine Studie des Bundesinstituts f&uuml;r Bev&ouml;lkerungsforschung: &ldquo;Als Hauptgr&uuml;nde f&uuml;r eine Erwerbsarbeit nach Erreichen der Regelaltersgrenze werden von der Mehrheit der Befragten immaterielle Aspekte genannt. Dazu geh&ouml;ren beispielsweise Spa&szlig; an der Arbeit, der Kontakt zu anderen Menschen oder das Gef&uuml;hl, gebraucht zu werden.&rdquo;<br>\nSpringer wollte das so nicht stehen lassen: &ldquo;Ich bef&uuml;rchte eher, dass viele Rentner einen Job annehmen m&uuml;ssen, um Altersarmut und Sozialleistungsbezug abzuwenden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2020-10\/arbeiten-ruhestand-erwerbstaetigkeit-rentner-frauen-altersarmut\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Dass die Bundesregierung die von ihr herbeigef&uuml;hrte viel zu hohe und weiter steigende Altersarmut &ndash; daf&uuml;r sind Lohn- und Rentenk&uuml;rzungen nun einmal designt &ndash; leugnet, ist schlimm; die alten Menschen k&ouml;nnen sich nicht mehr wehren (au&szlig;er durch Abwahl der Regierungsparteien). Dass man in der rapide gestiegenen Erwerbsarbeit von Rentnern (definitionsgem&auml;&szlig; Menschen, die *nicht* arbeiten) nicht einmal ein *Indiz* (also ein m&ouml;gliches Anzeichen) f&uuml;r Altersarmut erkennen mag, klingt ziemlich hohl: man k&ouml;nnte ja mal (z. B. mit einer Studie) nachmessen, wie viele alte Menschen durch ihre Armut zwingend auf einen Job angewiesen sind. Dass ein Sozialpolitiker der AfD (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ren%C3%A9_Springer#Sozialpolitik\">auch noch vom hart neoliberalen Fl&uuml;gel<\/a>) die SPD und die angeblich so soziale Union in dieser Frage vorf&uuml;hren kann, ist ein Armutszeugnis f&uuml;r diese Regierungskoalition.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Washingtons Top-Denkfabriken erhalten mehr als eine Milliarde Dollar von Pentagon und R&uuml;stungsfirmen<\/strong><br>\nAngebliche Einflussnahme Russlands gilt als Schreckgespenst der US-Demokratie. Tats&auml;chlich einflussreiche Denkfabriken in den USA werden weniger hinterfragt. Diese lenken die US-Politik mit und erhalten enorme Summen von R&uuml;stungsfirmen und dem Pentagon, wie eine Analyse zeigt. (&hellip;)<br>\nEin aktueller Bericht des Center for International Policy (CIP) geht der Finanzierung der Top-50-US-Thinktanks in H&ouml;he von mehr als einer Milliarde US-Dollar durch Regierung und Verteidigungssektor nach. Das CIP beschreibt sich als unabh&auml;ngiges, gemeinn&uuml;tziges Zentrum f&uuml;r Forschung, &ouml;ffentliche Bildung und Lobbyarbeit zur US-Au&szlig;enpolitik und wurde w&auml;hrend des Vietnamkrieges ins Leben gerufen. Einleitend zur Beschreibung der im Jahr 2016 gegr&uuml;ndeten &ldquo;Transparenzinitiative &uuml;ber ausl&auml;ndischen Einfluss&rdquo; des CIP hei&szlig;t es:<br>\nW&auml;hrend Untersuchungen &uuml;ber den russischen Einfluss bei den Wahlen 2016 regelm&auml;&szlig;ig Schlagzeilen auf den Titelseiten machen, gibt es die eine halbe Milliarde Dollar schwere Industrie mit ausl&auml;ndischem Einfluss, die jeden Tag an der Gestaltung der US-Au&szlig;enpolitik arbeitet und der &Ouml;ffentlichkeit weitgehend unbekannt bleibt.<br>\nDie Foreign Influence Transparency Initiative (FIT) arbeite daran, diese Anonymit&auml;t durch F&ouml;rderung von Transparenz und investigative Forschung sowie &ouml;ffentliche Information zu &auml;ndern. Denn die in den USA stark ausgepr&auml;gte Thinktank-Landschaft agiere mit gro&szlig;em Einfluss, jedoch weitestgehend au&szlig;erhalb der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung.<br>\nDabei beeinflussen Denkfabriken Entscheidungen &uuml;ber mitunter nicht nur teure, sondern auch folgenreiche Politikziele der US-Regierung. W&auml;hrend sich Thinktanks hinsichtlich ihrer Ziele und Organisation stark unterscheiden, sei vielen der in Washington ans&auml;ssigen eines gemeinsam: Sie erhalten erhebliche finanzielle Unterst&uuml;tzung von der US-Regierung und privaten Unternehmen, die f&uuml;r die US-Regierung arbeiten, insbesondere von R&uuml;stungsunternehmen.<br>\nDabei seien Denkfabriken trotz ihres teils enormen Einflusses nicht gesetzlich verpflichtet, der &Ouml;ffentlichkeit Auskunft &uuml;ber all ihre genauen Einnahmen oder daraus resultierenden Interessenkonflikte zu geben. Die Bereitschaft zu &ouml;ffentlicher Transparenz ist demnach bei den Denkfabriken sehr unterschiedlich und reicht von der vollst&auml;ndigen Offenlegung aller Geldgeber und genauer Spendenbetr&auml;ge bis hin zu Thinktanks, die gar keine Informationen &uuml;ber Geldgeber preisgeben. Das versuche die Transparenzinitiative zu &auml;ndern.<br>\nDas CIP orientierte sich f&uuml;r den Bericht an einer von der University of Pennsylvania erarbeiteten Liste der Top-50-Thinktanks und analysierte deren Finanzmittel in den Jahren 2014 bis 2019, die sie von der US-Regierung und von R&uuml;stungsfirmen erhalten hatte. Zugrunde gelegt wurden der Analyse sowohl Zahlen aus &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Quellen wie Berichten der Thinktanks und Medienberichten als auch Antworten auf Anfragen des CIP.<br>\nDaraus geht hervor, dass die 50 f&uuml;hrenden Thinktanks in den USA in 600 Spenden mit einer Gesamtsumme von mehr als 1,078 Milliarden US-Dollar aus 68 verschiedenen Quellen in der US-Regierung und Auftragnehmern im R&uuml;stungsbereich erhielten. Hauptempf&auml;nger dieser Mittel waren demnach insbesondere die RAND Corporation, gefolgt &ndash; mit gro&szlig;em Abstand &ndash; vom Center for a New American Security und der New America Foundation.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/nordamerika\/107849-top-denkfabriken-erhalten-mehr-als-eine-milliarde-von-pentagon-und-ruestungsfirmen\/\">RT Deutsch<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Europ&auml;ische Agrarf&ouml;rderung Blo&szlig; nicht weiter so!<\/strong><br>\nIn dieser Woche wollen die Agrarminister der EU-Staaten und das Europaparlament die Weichen f&uuml;r die europ&auml;ische Agrarreform bis zum Jahr 2027 stellen. Es geht um eine Menge Geld. Die Agrarf&ouml;rderung ist der gr&ouml;&szlig;te Posten im EU-Haushalt. Knapp 60 Milliarden Euro flie&szlig;en jedes Jahr von Br&uuml;ssel an die europ&auml;ischen Landwirte, allein die deutschen Bauern bekommen rund sechs Milliarden Euro.<br>\nEin Gro&szlig;teil des Geldes geht als Direktzahlung an die Betriebe, viele Landwirte sind von der Finanzspritze aus Br&uuml;ssel abh&auml;ngig. Zwar werden auch Umweltanstrengungen belohnt, doch bislang kassieren vor allem die Gro&szlig;en: Je mehr Fl&auml;che ein Hof hat, desto mehr Subventionen bekommt er. Das muss sich &auml;ndern. Bauern m&uuml;ssen mehr Geld daf&uuml;r bekommen, dass sie ihr Land klimaschonend bewirtschaften. F&uuml;r Landwirte muss es sich lohnen, wenn sie ihre Tiere besser halten und Fl&auml;chen f&uuml;r den Insekten- und Naturschutz zur Verf&uuml;gung stellen. Die Reformvorschl&auml;ge, die jetzt diskutiert werden, nehmen diesen Gedanken auf, gehen aber nicht weit genug. Es gibt noch immer zahlreiche Schlupfl&ouml;cher, zudem wollen viele EU-Staaten keine verbindlichen &Ouml;ko-Vorgaben aus Br&uuml;ssel. Das ist kurzsichtig, auch im Interesse ihrer Klientel: Denn wenn es dem Land schlecht geht, leiden alle &ndash; auch die Bauern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/europaeische-agrarfoerderung-bloss-nicht-weiter-so\/26288628.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Kommt die &uuml;berwachte Gesellschaft?<\/strong><br>\nMangel an effizienter Identit&auml;tskontrolle koste die Welt dreistellige Milliardenbetr&auml;ge j&auml;hrlich. Das will ID2020 &auml;ndern. Eine Allianz von Hightech-Konzernen wie Microsoft und Accenture, der Rockefeller-Stiftung, gro&szlig;er Hilfsorganisationen wie Mercy Corps, CARE und der von Bill Gates finanzierten Impfallianz GAVI. Enger Kooperationspartner sei auch das UN-Fl&uuml;chtlingshilfswerk UNHCR, berichtet Dakota Gruener. &hellip;<br>\nWie die US-Regierung zeigt sich auch die EU-Kommission angetan vom Projekt einer digitalen Identit&auml;t, die allen Menschen offensteht; von einem Projekt, das Schluss mache mit den zahllosen virtuellen Identit&auml;ten im Netz, mit Onlinebetrug und -Kindersch&auml;ndung. Ihre weitreichenden Vorstellungen von digitaler Identit&auml;t umriss die EU 2019 in einem Bericht ihres EU-Blockchain Observatory.  &hellip;<br>\nDas Projekt ID2020 startet zun&auml;chst als Vision und Rahmenkonzept. In diesem Rahmen sollen Regierungen, Organisationen und Unternehmen eigene Projekte entwickeln, die sp&auml;ter zusammenwachsen sollen. &hellip;<br>\nDer Impfnachweis als Einstieg in die biometrisch basierte digitale Identit&auml;t. Diese ihrem Anliegen h&ouml;chst dienliche Idee verfolgt ID2020 auch in anderem Zusammenhang.<br>\n&bdquo;Was die Coronapandemie angeht, wollen wir wohl alle m&ouml;glichst schnell unser normales Leben wieder aufnehmen. Das jedoch h&auml;ngt entscheidend davon ab, ob wir einen aktuellen Coronatest oder in Zukunft eine Impfung nachweisen k&ouml;nnen.&ldquo;<br>\nDer Nachweis einer Coronaimpfung m&uuml;sse Voraussetzung werden f&uuml;r grenz&uuml;berschreitendes Reisen, fordert ID2020-Partner Bill Gates am 24. M&auml;rz 2020 in einem Interview mit dem Onlinemedium TED Conferences. Und der Impfnachweis m&uuml;sse zuverl&auml;ssig sein, damit nicht unn&ouml;tig Menschenleben gef&auml;hrdet werden. Kein Papier, das man verlieren oder f&auml;lschen k&ouml;nne; nein, ein digitaler Impfnachweis auf biometrischer Basis: Die Kamera der Grenzbeh&ouml;rde oder auch am Eingang des Fu&szlig;ballstadions erkennt an meinem Gesicht, ob ich geimpft bin. Die Pandemie w&uuml;rde so viel von ihrem Schrecken verlieren, hofft Dakota Gruener. Und die Coronaimpfung er&ouml;ffne eine einzigartige Gelegenheit, in die digitale Identit&auml;t f&uuml;r Milliarden Menschen einzusteigen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/digitale-identitaet-kommt-die-ueberwachte-gesellschaft.976.de.html?dram:article_id=486012\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Der Krieg um Berg-Karabach &ndash; oder: Warum &ldquo;Neutralit&auml;t&rdquo; Parteinahme ist<\/strong><br>\nDie pseudoneutrale Berichterstattung in den meisten deutschen Qualit&auml;ts- und auch einigen Alternativmedien bedient sich eines Tricks, den man neumodisch mit einem nicht besonders sch&ouml;nen, aber eing&auml;ngigen Wort als &ldquo;Bothsideism&rdquo; bezeichnen k&ouml;nnte. Das hei&szlig;t: Man verwendet Argumentationsmuster und Formulierungen, die suggerieren, hier w&uuml;rden zwei gleichrangige, vor allem: gleich schuldige Kontrahenten mit vergleichbar starken Waffensystemen einander attackieren. Der beliebteste Satz lautet entsprechend: &ldquo;Armenien und Aserbaidschan werfen sich gegenseitig vor &hellip;&rdquo; Hier muss einiges geradeger&uuml;ckt werden.<br>\nBereits die Bev&ouml;lkerungszahlen sprechen f&uuml;r sich: In Aserbaidschan leben um die zehn Millionen Menschen, in Armenien knapp drei Millionen und in Karabach\/Arzach, wie erw&auml;hnt, knapp 150.000. Aserbaidschan ist dank sprudelnder Erd&ouml;lquellen und gewaltiger Gasfelder ein sehr reiches Land &ndash; was allerdings nicht bedeutet, dass der Reichtum auch der Bev&ouml;lkerungsmehrheit zugute k&auml;me. Armenien und erst recht Arzach verf&uuml;gen dagegen kaum &uuml;ber nennenswerte Bodensch&auml;tze. &ldquo;Hayastan &ndash; Karastan&rdquo; (&ldquo;Armenien &ndash; Land der Steine&rdquo;) lautet bezeichnenderweise ein bekanntes armenisches Sprichwort.<br>\nBeide von Armeniern bewohnten L&auml;nder sind arm &ndash; was sich nat&uuml;rlich nicht zuletzt auf den R&uuml;stungshaushalt und damit auf die Ausstattung der Streitkr&auml;fte auswirkt. Bereits im Krieg Anfang der 1990er Jahre waren die Armenier, was Truppenst&auml;rke wie Quantit&auml;t und Qualit&auml;t der Waffensysteme angeht, den hochger&uuml;steten Aserbaidschanern hoffnungslos unterlegen. (Den Armeniern gelang es dennoch, den Konflikt zu ihren Gunsten zu entscheiden.) In den letzten Jahren hat Aserbaidschan mithilfe feudaler Petrodollareinnahmen massiv aufger&uuml;stet: Zwischen 2009 und 2018 betrugen die Ausgaben f&uuml;r das Milit&auml;r umgerechnet 24 Milliarden US-Dollar, w&auml;hrend Armenien im gleichen Zeitraum vier Milliarden US-Dollar f&uuml;r die R&uuml;stung ausgab. Mittlerweile ist der aserbaidschanische Milit&auml;retat ungef&auml;hr so gro&szlig; wie der gesamte Staatshaushalt Armeniens. &hellip;<br>\nBezogen auf Karabach haben die Armenier beider L&auml;nder nur ein Interesse: die Sicherung des Status quo und &ndash; mittelfristig &ndash; die internationale Anerkennung als selbst&auml;ndiger Staat. Zu glauben (oder zu suggerieren), ausgerechnet das kleine Arzach habe das hochger&uuml;stete Aserbaidschan zu dem neuen kriegerischen Konflikt provoziert, ist daher absurd!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Der-Krieg-um-Berg-Karabach-oder-Warum-Neutralitaet-Parteinahme-ist-4931324.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>50 Jahre nach Allende: Aufbruch in ein neues Chile?<\/strong><br>\nSalvador Allende Gossens, ein freundlicher Arzt mit Schnauzbart und Hornbrille, hatte vor 50 Jahren Revolution&auml;res im Sinn. Sein Ziel: eine Revolution auf parlamentarischem Weg &ndash; La V&iacute;a Chilena al Socialismo. Mit seinem Regierungsb&uuml;ndnis Unidad Popular verabschiedete er grundlegende Sozialreformen, die vor allem der Arbeiterklasse und der Landbev&ouml;lkerung zugutekamen: Er verstaatlichte Schl&uuml;sselindustrien wie die Textil- und Kupferindustrie, st&auml;rkte die Rechte der Arbeiter*innen, f&uuml;hrte eine Landreform durch und reformierte das Bildungs- und Gesundheitswesen. Medikamente und Arztbesuche, Schulbildung, B&uuml;cher und Hefte wurden kostenfrei, und jedes Kind in Chile erhielt fortan t&auml;glich einen halben Liter Milch &ndash; gratis.<br>\nDie beste Investition eines Volkes sei, so Allende, die Kinder zu ern&auml;hren und zu erziehen. &bdquo;Milch werden die Kinder Chiles immer haben, obwohl es hier an vierbeinigen K&uuml;hen mangelt. Aber es gibt zweibeinige K&uuml;he, und die werden wir melken: Das sind die Monopole und die ausl&auml;ndischen Kapitalgesellschaften, welche den Reichtum Chiles an sich gerissen haben. Und von dem, was die Amerikaner uns in drei Tagen wegnehmen, k&ouml;nnen die chilenischen Kinder in Milch baden&ldquo;, sagte er in einem Interview mit dem &bdquo;Spiegel&ldquo; nach seiner Wahl 1970. &bdquo;Wir haben einen Weg gezeigt, und der muss respektiert werden von der chilenischen Oligarchie, vom amerikanischen Imperialismus und von den &uuml;brigen L&auml;ndern der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2020\/oktober\/50-jahre-nach-allende-aufbruch-in-ein-neues-chile\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Fakten gecheckt &ndash; Diskussion vertagt<\/strong><br>\n&laquo;Faktencheck&raquo; ist in Mode, das ist zu begr&uuml;ssen. Die Methode hat aber auch ihre T&uuml;cken: Bei der Pr&uuml;fung von Einzelaussagen darf der gr&ouml;ssere Meinungskontext nicht verloren gehen. Denn das Ganze des Gesagten erschliesst sich nicht immer bloss aus der Summe seiner Einzelteile. &hellip;<br>\nDas Prinzip des hermeneutischen Zirkels besagt, dass ich zum Verst&auml;ndnis der Einzelaussage stets den gr&ouml;sseren &Auml;usserungskontext ber&uuml;cksichtige und umgekehrt aus den Details das &uuml;bergeordnete Aussageanliegen abzuleiten versuche. Kennzeichnend f&uuml;r den Faktencheck hingegen ist die Isolation der Einzelaussage, die dann jeweils auf Herz und Nieren gepr&uuml;ft wird. Das im gr&ouml;sseren Zusammenhang Gesagte wird, Behauptung f&uuml;r Behauptung, klinisch untersucht. Auf diese Weise wird man dem &uuml;bergreifenden Anliegen der Sprecherin oder des Verfassers aber kaum gerecht. Oft lassen sich auch Expertinnen und Experten zu &uuml;berspitzten Aussagen hinreissen oder greifen zur Untermauerung ihrer Aussagen zu mangelhaft recherchierten Belegen; gelegentlich behaupten sie Dinge, die schlichtweg falsch sind. Umso wichtiger ist es, ihre Aussagen kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zu korrigieren. Das Prinzip der hermeneutischen Billigkeit besagt aber, bei alledem das generelle Anliegen der Sprecherin oder des Sprechers im Auge zu behalten, denn dieses gilt es zu verstehen. Gut zuzuh&ouml;ren, heisst hier nicht nur, kritisch zu sein, sondern auch, so lange wie irgend m&ouml;glich den Aussagen des Gegen&uuml;bers insgesamt Plausibilit&auml;t zu unterstellen.<br>\nDie zerst&uuml;ckelnde Methode des Faktenchecks hingegen neigt dazu, den Blick auf den &Auml;usserungszusammenhang auszublenden. Suggeriert wird, dass das Ganze des Gesagten sich aus der Summe seiner Einzelteile ergebe. Der Faktencheck urteilt portionsweise &ndash; &laquo;falsch&raquo; \/ &laquo;teilweise richtig&raquo; \/ &laquo;nicht belegt&raquo; \/ &laquo;grossenteils falsch&raquo;. Der Eindruck bei den Lesern ist desolat: So bleibt das Gesagte zerpfl&uuml;ckt und zerfleddert zur&uuml;ck &ndash; und zugleich h&auml;ufig ein wichtiges Anliegen auf der Strecke.<br>\nFakten ersetzen keine Haltungen. Kein Faktencheck erspart uns die Arbeit, Positionen auszuhandeln. Faktenchecks versprechen der Leserin und dem Leser geistige Orientierung, und oft verm&ouml;gen sie sie ihnen auch zu geben. Sie k&ouml;nnen ihnen aber niemals die M&uuml;he abnehmen, sich in politischen Fragen ein Urteil zu bilden. Ein Faktum macht noch keine Meinung, aus Fakten baut sich keine Haltung auf. Eine &uuml;berbordende Nachfrage nach Faktenchecks wird in dem Augenblick zum Problem, in dem Fakten &ndash; und seien sie noch so richtig &ndash; Positionen ersetzen sollen. Oder wenn so getan wird, als k&ouml;nnten Evidenzen unmittelbar in Handlungsmaximen &uuml;bergef&uuml;hrt werden. Dann allerdings herrscht das Diktat der Zahl und verdr&auml;ngt die demokratische Meinungsfindung im Zeichen einer vorgeblichen &laquo;Alternativlosigkeit&raquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/fakten-gecheckt-diskussion-vertagt-ld.1578568?mktcid=nled&amp;mktcval=124&amp;kid=nma_2020-10-19&amp;ga=&amp;trco=\">NZZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Mehrheit will Spahn als CDU-Chef und S&ouml;der als Kanzlerkandidat<\/strong><br>\nDie drei Bewerber um den CDU-Vorsitz stellen sich erstmals gemeinsam auf einer B&uuml;hne den Fragen eines Parteipublikums. In einer Umfrage liegt aber ein anderer vorn.<br>\nBundesgesundheitsminister Jens Spahn h&auml;tte einer Umfrage zufolge bei den B&uuml;rgern gute Karten als CDU-Vorsitzender, aber weniger gute als Kanzlerkandidat der Union. In der Befragung des Instituts Kantar f&uuml;r die Funke Mediengruppe gaben 22 Prozent an, sie trauten am ehesten Spahn zu, ein guter CDU-Chef zu werden. Allerdings bewirbt sich der 40-J&auml;hrige gar nicht um den Parteivorsitz, sondern tritt im Team mit NRW-Ministerpr&auml;sident Armin Laschet an &ndash; bei einem Sieg Laschets soll Spahn stellvertretender Parteichef werden. &hellip;<br>\nAnders sieht es in der Frage aus, welchem Unionspolitiker zugetraut wird, ein guter Bundeskanzler zu werden. Hier liegt in der Kantar-Umfrage CSU-Chef Markus S&ouml;der mit 34 Prozent vorn, obwohl der bayerische Ministerpr&auml;sident immer wieder betont, sein Platz sei in Bayern. Merz kommt hier nur auf 12 Prozent, Spahn auf 8, Laschet auf 7 und R&ouml;ttgen auf 5 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/Umfrage-Mehrheit-will-Spahn-als-CDU-Chef-und-Soeder-als-Kanzlerkandidat-id58361771-amp.html\">Augsburger Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Offenbar ist der Untertanengeist den Deutschen einfach nicht auszutreiben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Baerbock und Habeck mobilisieren f&uuml;r Schwarz-Gr&uuml;n<\/strong><br>\nIn der Klimafrage geben sich die Gr&uuml;nen gern bewegungsnah. Gleichzeitig wollen sie es sich mit der CDU nicht verscherzen. Wie gr&uuml;ne Regierungsbeteiligung auf Bundesebene aussehen kann, wissen wir bereits.<br>\nMan muss an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, dass die behauptete N&auml;he zu den Klimabewegungen vornehmlich nur aufgesetzte Rhetorik ist. Als Partei einer &ouml;kologisch orientierten Bourgeoisie und eines akademischen Kleinb&uuml;rgertums mit Hang zum Konsum des schlechten Gewissens, sind die Gr&uuml;nen nicht erst seit gestern selbst dort f&uuml;r ihre &uuml;berdehnte Kompromissf&auml;higkeit bekannt, wo es um ihre eigentlichen Kernthemen geht. Erst im Juni haben sechs von neun Landesregierungen mit gr&uuml;ner Beteiligung einer Verordnung im Bundesrat f&uuml;r den Ausbau einer Fl&uuml;ssiggasinfrastruktur in Deutschland zugestimmt. Diese w&uuml;rde, wie etwa auch die Deutsche Umwelthilfe betont, den Import von Frackinggas aus den USA erm&ouml;glichen. Auch beim Thema Innenpolitik sind die Gr&uuml;nen schon seit l&auml;ngerem nahe an ihren k&uuml;nftigen Wunschkoalitionspartner heranger&uuml;ckt, wie etwa die Lobeshymnen des Baden-W&uuml;rttembergischen Ministerpr&auml;sidenten Winfried Kretschmann (Gr&uuml;ne) auf die Polizei eindrucksvoll unter Beweis stellen. Ob sich dies gut mit einer Bewegung f&uuml;r Klimagerechtigkeit vertr&auml;gt, die bereits h&auml;ufig zur Zielscheibe von Polizeigewalt geworden ist, darf mindestens bezweifelt werden.<br>\nTats&auml;chlich hatten die Gr&uuml;nen weder organisatorisch noch als Impulsgeber irgendeinen Einfluss auf die Herausbildung der Fridays for Future oder anderer Teile der neuen Klimabewegung. Doch sie profitieren bis heute massiv von deren Aufkommen, was insbesondere daran liegen d&uuml;rfte, dass in Deutschland keine andere Partei existiert, die den Klimaschutz authentisch zum Kernthema gemacht hat. Wo die Partei indes mit der Bewegung praktisch zusammentrifft, bem&uuml;ht sie sich vor allem um Beschwichtigung, Integration, Staatsn&auml;he und vor allem um eine Marginalisierung jener Jugendlichen, die innerhalb der Bewegung f&uuml;r antikapitalistische und sozialistische Positionen streiten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/baerbock-habeck-schwarz-grun-kommentar\/\">Jacobin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eine treffende Charakterisierung der Gr&uuml;nen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Wenn schon die Fakten nicht stimmen<\/strong><br>\nJeder kann und darf Journalismus machen, wie er mag. Es kann daf&uuml;r keine allgemeing&uuml;ltigen Richtlinien geben, schlie&szlig;lich ist Journalismus in den meisten F&auml;llen ein kommerzielles Gesch&auml;ft; ob ein Medium seinen Erfolg mit neutralen Informationen, Meinungskampf oder Kaffeefahrten machen m&ouml;chte, ist ihm selbst &uuml;berlassen. &ldquo;Guter Journalismus&rdquo;, wie immer man ihn definieren mag, ist daher immer nur eine von vielen M&ouml;glichkeiten, mit nicht-fiktionalen Publikationen Geld zu verdienen. Verbindliche Vorgaben gibt es nur f&uuml;r den Rundfunk. [&hellip;]<br>\nViele Fehler lie&szlig;en sich vermeiden, wenn Journalisten f&uuml;r wirklich jede Tatsachenbehauptung einen Beweis suchen w&uuml;rden. Der sarkastische Aphorismus dazu lautet: Recherche macht die sch&ouml;nsten Geschichten kaputt. Ein Stichwortgeber ist dabei allerdings kein Beweis, allenfalls ein Indiz.<br>\nIn zahlreichen Radiogespr&auml;chen haben &Auml;rzte gewarnt, Rauchen erh&ouml;he das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung, aufzuh&ouml;ren sei daher gerade jetzt richtig und wichtig. Was soll ein Arzt auch sonst sagen, zumal wenn er Lobbyist und es Weltnichtrauchertag ist? Allein: Zum Zeitpunkt vieler dieser Tatsachenbehauptungen wusste man noch gar nichts, es gab schlicht keine Daten, sp&auml;ter sogar welche, die die gegenteilige Annahme st&uuml;tzten. Es waren stets nur Meinungen (genauer: Glaubenss&auml;tze), die von Experten ge&auml;u&szlig;ert f&auml;lschlich als Tatsachen behandelt wurden. Aktuell spricht das RKI von &ldquo;schwacher Evidenz&rdquo;.<br>\nIn der Sendung &ldquo;Forschung aktuell&rdquo; riet ein Wissenschaftsjournalist noch Ende M&auml;rz, beim Einkaufen Handschuhe zu tragen. Hier h&auml;tte die fehlende Evidenz schon auffallen k&ouml;nnen, wenn er noch dazu gesagt h&auml;tte, wie genau das sch&uuml;tzen soll.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wenn-schon-die-Fakten-nicht-stimmen-4931119.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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