{"id":6602,"date":"2010-08-27T17:37:04","date_gmt":"2010-08-27T15:37:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6602"},"modified":"2010-08-27T17:37:04","modified_gmt":"2010-08-27T15:37:04","slug":"hinweise-des-tages-2-145","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6602","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Atomdebatte; Peak Oil-Studie der Bundeswehr; Kosten des Daimler-Wunders; Nahrung und Spekulanten; Mittelschicht schrumpft; Verteilung des Wohlstands; zw&ouml;lf Millionen von Armut bedroht; Arbeitslosenstudie; Ausschlachter; Arbeitnehmerdatenschutz; Regierung f&uuml;r sch&ouml;neres Strafen; Haiders Erbschaft; angeborene Intelligenz; Roma als S&uuml;ndenb&ouml;cke; Videos NachDenkSeiten; H&uuml;ther darf immer; Internet-Angebot muss schrumpfen; US-Hochschulen; DLF und Bertelsmann; Gaddafi; Aufstand in Kalifornien; bis zu 50.000 S-21-Gegner erwartet. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Atomdebatte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Peak Oil-Studie der Bundeswehr und ihre Bedeutung f&uuml;r Kommunen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Die Kosten des Daimler-Wunders<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Flammen, Fluten, D&uuml;rren und Spekulanten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Ulrike Herrmann: Mittelschicht geschrumpft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Wie der Wohlstand verteilt ist, bleibt ein Geheimnis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Zw&ouml;lf Millionen von Armut bedroht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Studie zu Arbeitslosen: Nur wenige Hartz-IV-Empf&auml;nger faulenzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Die Ausschlachter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Arbeitnehmerdatenschutz: R&uuml;ckfall statt Fortschritt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Ein fauler Kompromiss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Haiders Fatale Erbschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">&ldquo;Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent angeboren&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Vertreibung der Roma: Wohlfeile S&uuml;ndenb&ouml;cke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Video und Tonaufzeichnungen von Albrecht M&uuml;ller und Wolfgang Lieb auf YouTube<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Darf IW-Direktor Michael H&uuml;ther im ZDF f&uuml;r die Rente mit 67 werben?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Neue Regeln f&uuml;rs Internetangebot von ARD und ZDF : Das gro&szlig;e Schrumpfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">US-Hochschulen: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">DLF und Bertelsmann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Falsche Antwort am Golf von Aden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Ines Z&ouml;ttl &ndash; K&uuml;ss die Hand, Herr Oberst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Aufstand im Reich des Terminators<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Bis zu 50.000 S-21-Gegner erwartet<\/a><\/li>\n<\/ol><p><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6602&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Atomdebatte<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Regierungsgutachter steht Stromkonzernen nahe<\/strong><br>\nIn wenigen Tagen will die Regierung ihr Energiekonzept vorlegen und &uuml;ber l&auml;ngere Atomlaufzeiten entscheiden. Doch ein von Schwarz-Gelb bestellter Gutachter ger&auml;t in die Kritik. Konkret geht es um Professor Marc Oliver Bettz&uuml;ge, den Leiter des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universit&auml;t zu K&ouml;ln (EWI). Das EWI hat &ndash; zusammen mit dem Schweizer Prognos-Institut und der Gesellschaft f&uuml;r Wirtschaftliche Strukturforschung (gws) &ndash; von der Regierung den Auftrag erhalten, die Zukunft der deutschen Energieversorgung zu untersuchen. Das Gutachten ist das zentrale Papier, auf dessen Basis die Bundesregierung ihr lange angek&uuml;ndigtes Energiekonzept entwickeln m&ouml;chte. Die Analyse wurde vom Wirtschafts- und vom Umweltministerium in Auftrag gegeben und soll demn&auml;chst ver&ouml;ffentlicht werden. Sie soll unter anderem die Vor- und Nachteile l&auml;ngerer Atomlaufzeiten beleuchten &ndash; und so der Regierung eine Entscheidungsgrundlage bieten. Das hei&szlig;t: Es geht nicht um irgendein Gutachten, sondern um die Zukunft der deutschen Energiewirtschaft.<br>\nBettz&uuml;ge ist neben seiner Leitungsfunktion am EWI auch Inhaber einer Stiftungsprofessur an der Uni K&ouml;ln. Laut EWI ist Professor Bettz&uuml;ge &ldquo;ordentlicher Landesbeamter&rdquo;, sein Gehalt beziehe er von der Universit&auml;t K&ouml;ln. Allerdings holt diese sich das Geld &uuml;ber Drittmittel herein. Eine Sprecherin der Uni K&ouml;ln best&auml;tigte, dass die Stiftungsprofessur &ldquo;nicht aus dem Haushalt der Universit&auml;t, sondern von der deutschen Energiewirtschaft&rdquo; finanziert werde. Wer die einzelnen Finanziers von Bettz&uuml;ges Stiftungsprofessur sind, listet der Stifterverband detailliert auf. Darunter finden sich: die E.on AG, die RWE AG, der Kohlekonzern RAG, sowie Vattenfall Europe Mining &amp; Generation, eine Tochter des vierten gro&szlig;en Energiekonzerns in Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,714013,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Jetzt kommen nat&uuml;rlich all diese sch&ouml;nen Argumente, dass die Konzerne keinen direkten Einfluss auf das EWI genommen haben. Das mag sogar stimmen. Die Crux ist allerdings, dass genauso wie bei Regelungen zu&nbsp; Finanzmarktordnung die beratenden Kanzleien eben auch hier EWI oder Prognos gleichzeitig f&uuml;r die Privatwirtschaft t&auml;tig sind. Und es ist reichlich naiv anzunehmen, dass man sich diese Kundschaft nicht gewogen halten will. Hinzukommt, dass die Gutachter nur allzu gut wissen, dass Schwarz\/ Gelb die Laufzeiten der Atomkraftwerke verl&auml;ngern m&ouml;chte. Also wie kann man sich Politik und Wirtschaft gewogen halten?<br>\nDer Staat vef&uuml;gt in dieser Frage durchaus &uuml;ber eigene Kompetenzen, wie z.B. das Umweltbundesamt. Selbst der R&uuml;ckgriff auf Institute wie z.B. das DIW b&ouml;ten die Gew&auml;hr einer gr&ouml;&szlig;eren Unabh&auml;ngigkeit.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die wichtigsten Fakten zur Atomindustrie<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"470\" src=\"http:\/\/www.spiegel.de\/images\/image-101803-galleryV9-ebil.jpg\" alt=\"Grafik, Quelle: SPIEGEL Online, Die wichtigsten Fakten zur Atomindustrie\" title=\"Die wichtigsten Fakten zur Atomindustrie\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/fotostrecke-56250-2.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Demokratischer Rechtsstaat oder Atomstaat<\/strong><br>\nIm Konflikt um die Laufzeitverl&auml;ngerung geht es nicht allein um die Energiefrage.<br>\nEine Aufruf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.solidarische-moderne.de\/de\/topic\/50.aufruf.html\">Institut Solidarische Moderne<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Peak Oil-Studie der Bundeswehr und ihre Bedeutung f&uuml;r Kommunen<\/strong><br>\nDas Papier und die darin gemachten Aussagen haben zwar einen milit&auml;rischen Blickwinkel als Schwerpunkt, sind aufgrund der langfristigen und strategischen Sichtweise f&uuml;r nichtmilit&auml;rische Institutionen und Akteure besonders interessant. Auf Seite 7 der Peak-Oil-Studie finden sich die S&auml;tze &ldquo;95% aller industriell gefertigten Produkte h&auml;ngen heute von der Verf&uuml;gbarkeit von Erd&ouml;l ab&rdquo; sowie &ldquo;Eine starke Verteuerung des Erd&ouml;ls stellt ein systemisches Risiko dar&rdquo;. Dieses &ldquo;systemische Risiko&rdquo; wird begr&uuml;ndet durch die &ldquo;vielseitige Verwendbarkeit [von Erd&ouml;l] als Energietr&auml;ger und als chemischer Grundstoff&rdquo;. Nach Ansicht der Autoren &ldquo;wird so gut wie jedes gesellschaftliche Subsystem von einer Knappheit betroffen sein&rdquo;. Die Studie betont die Komplexit&auml;t von Peak Oil, die sich insbesondere auf den Verkehrssektor auswirkt: &ldquo;Die starke Verteuerung und teilweise massive Einschr&auml;nkung des motorisierten Individualverkehrs hat unmittelbare Wirkung auf die Funktionsmechanismen und Lebensgewohnheiten moderner industrialisierter Gesellschaften. Wenngleich kurzfristige Engp&auml;sse &uuml;ber regulatorische oder freiwillige Ma&szlig;nahmen gemildert werden k&ouml;nnten (&bdquo;Mobilit&auml;tsgutscheine&ldquo;, &bdquo;autofreier Sonntag&ldquo; etc.), begrenzen insbesondere die Siedlungsstrukturen in den entwickelten L&auml;ndern (Leben in der Vorstadt, Arbeiten in der Innenstadt; suburbane Strukturen) eine beschleunigte Transformation im Individualverkehr. Alle damit zusammenh&auml;ngenden Wirtschaftssektoren w&uuml;rden im Falle starker Einschr&auml;nkungen in einen Abschwung geraten &ndash; von der Automobilindustrie &uuml;ber das Baugewerbe bis hin zum Tourismus. Die &bdquo;Mobilit&auml;tskrise&ldquo; w&uuml;rde zu einer neuen Auspr&auml;gung der Wirtschaftskrise.&rdquo; F&uuml;r die Mobilit&auml;ts-Infrastruktur auf lokaler und regionaler Ebene sind insbesondere die Kommunen zust&auml;ndig. Vorbeugendes Handeln w&uuml;rde bedeuten, Peak Oil bereits heute bei stadtplanerischen Vorg&auml;ngen zu ber&uuml;cksichtigen und Siedlungsstrukturen so auszurichten, da&szlig; sie m&ouml;glichst ohne &ouml;lgetriebene Fahrzeuge zurechtkommen. Dieser Blickwinkel mag angesichts der Stadtplanungen der &ldquo;autogerechten Stadt&rdquo; der 1960er und 1970er Jahre befremdlich wirken, allerdings ist nicht zu erwarten, dass die PKW-Dichte von heute in der noch verf&uuml;gbaren Zeit auf Elektromobilit&auml;t umgestellt werden kann4. Das wissen auch die Autoren der Studie, die darauf verweisen, da&szlig; die Umstellung auf Elektrizit&auml;t als Nutzenergie ebenfalls mit enormem Rohstoffeinsatz verbunden ist und diese Rohstoffe (beispielsweise Lithium als Batteriegrundlage) ebenfalls von Peaks bedroht sind. Kommunen sollten ihre verkehrsplanerischen Schwerpunkte angesichts von Peak Oil deshalb auf Fu&szlig;l&auml;ufigkeit und energiearme Verkehrsmittel setzen.<br>\nNoch ernstere Auswirkungen kann laut der Bundeswehr-Studie die Verteuerung des G&uuml;terverkehrs haben: &ldquo;Die internationale Arbeitsteilung in ihrer heutigen Auspr&auml;gung globaler Prozess- und G&uuml;terketten von Waren aller Art wurde ma&szlig;geblich durch technische Fortschritte im Frachtverkehr (Containerschiffe, Lastkraftwagen, K&uuml;hlsysteme) erm&ouml;glicht, der im Kern auf fossilen Treibstoffen basiert. Im Unterschied zum Individualverkehr ist eine Elektrifizierung des G&uuml;terverkehrs mit den heute &uuml;blichen Verkehrsmitteln und in ausreichendem Umfang technisch noch nicht m&ouml;glich. Daher bleibt insbesondere auf regionaler und lokaler Ebene fossile Mobilit&auml;t eine Grundvoraussetzung von Wirtschaftskreisl&auml;ufen. Eine Einschr&auml;nkung dieser Mobilit&auml;t hat unmittelbare Auswirkungen auf den Handel und das Preisgef&uuml;ge.&rdquo; Diese Aussage hinterfragt indirekt die Exportorientierung der deutschen Wirtschaft. Peak Oil ist deshalb eine besondere Bedrohung f&uuml;r Kommunen und Regionen, die sich stark vom Export abh&auml;ngig gemacht haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/peak-oil.com\/peak-oil-studie-bundeswehr.php#\">Peak-Oil.com<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/peak-oil.com\/download\/Peak%20Oil.%20Sicherheitspolitische%20Implikationen%20knapper%20Ressourcen%2011082010.pdf\">Teilstudie [PDF &ndash; 1.9 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der entscheidende Satz betrifft die Vorbereitung auf die drastische Verknappungen der Ressourcenbasis der deutschen Volkswirtschaft: &ldquo;Der mit diesen verbundene Paradigmenwechsel &ndash; weniger Effizienz, mehr Robustheit &ndash; widerspricht &ouml;konomischer Logik und kann deswegen nur in begrenztem Umfang Marktkr&auml;ften &uuml;berlassen werden.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Kosten des Daimler-Wunders<\/strong><br>\n&laquo;Aus der Krise direkt in den H&ouml;henrausch&raquo;, lautet die Diagnose der &laquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&raquo; f&uuml;r die deutsche Autoindustrie und besonders f&uuml;r die grossen Hersteller Audi, BMW und Daimler. Von Fabrikschliessungen ist keine Rede mehr, sondern von &Uuml;berstunden und Sonderschichten. Kapazit&auml;ts- und Arbeitsplatzabbau fanden und finden aber trotzdem statt. Gr&ouml;sstenteils allerdings nicht in Deutschland, sondern beispielsweise in den USA und Kanada. Gleichzeitig werden in China, Indien und Osteuropa gewaltige Produktionsst&auml;tten aufgebaut. &laquo;Die beste Zeit des Autos kommt noch&raquo;, sagt Dieter Zetsche. Was da im Hirn eines Konzernchefs zu Endorphin&uuml;berflutung f&uuml;hrt, ist ein Horrorszenario f&uuml;r das Weltklima, denn die meisten dieser Autos fahren weiterhin mit Verbrennungsmotoren.<br>\nDoch der Preis, den die Belegschaften bezahlen, ist hoch. Sie zahlen ihn nicht nur mit sinkenden Realeinkommen, auch deutliche Verschlechterungen am Arbeitsplatz sind die Folge. Betriebsr&auml;te und Gewerkschaften haben viele rechtliche Instrumente aus der Hand gegeben, die den Einfluss der UnternehmerInnen auf die Arbeitszeiten beschr&auml;nken. Die &laquo;atmende Fabrik&raquo; setzt sich durch. Bisher durfte der Konzern in allen Werken zusammen nicht mehr als 2500 LeiharbeiterInnen beziehungsweise vier Prozent je Werk besch&auml;ftigen. Jetzt l&auml;sst der Gesamtbetriebsrat auch acht Prozent zu, die Obergrenze ist gestrichen. Exzessiv Gebrauch von dieser M&ouml;glichkeit machen auch Firmen, die auf dem Werksgel&auml;nde im Auftrag von Daimler t&auml;tig sind, vom Reinigungsunternehmen bis zu Logistikdiensleistern. Diese LeiharbeiterInnen k&ouml;nnen nicht einmal die rund sieben Euro Zuschlag auf ihren Hungerlohn beanspruchen, der mit den direkt bei Daimler besch&auml;ftigten Leiharbeitskr&auml;ften vereinbart ist. So sind sie meistens auf zus&auml;tzliche Staatshilfe durch Hartz IV angewiesen, dem 2005 eingef&uuml;hrten Arbeitslosengeld auf Sozialhilfeniveau. Jetzt, im H&ouml;henrausch des Aufschwungs, werden in den letzten Jahren gestrichene Arbeitspl&auml;tze nur mit ungesch&uuml;tzt Besch&auml;ftigten besetzt, die schnell und kosteng&uuml;nstig wieder in die Arbeitslosigkeit entsorgt werden k&ouml;nnen. Berthold Huber, Vorsitzender der IG Metall, sagt, man habe das wichtigste Ziel, &laquo;keine Entlassungen&raquo;, im gemeinsamen Krisenmanagement mit Regierung und Unternehmern erreicht. Das mag f&uuml;r einen Grossteil der Stammbelegschaften gelten, die wachsende Anzahl der LeiharbeiterInnen ignoriert jedoch die Gewerkschaft; sie ist jetzt schon wieder so gross wie 2008.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2010\/nr34\/wirtschaft\/19665.html\">Die Wochenzeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Traurig genug, dass es den Gewerkschaften nicht gelingt, Mechanismen zu installieren, um auch an kurzfristigen Aufschw&uuml;ngen zu partizipieren. Weitaus schlimmer ist, dass sie den gesamtwirtschaftlichen Aspekt der Leiharbeit ignorieren, deren Ausweitung sie selbst ja wieder unter Druck setzt. Da ist dann auch nicht zu erwarten, dass das mittelfristige&nbsp; Ende des Erd&ouml;lzeitalters und das Ende von Verbrennungsmotoren antizipiert wird. (Siehe Peak Oil-Studie der Bundeswehr)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Flammen, Fluten, D&uuml;rren und Spekulanten<\/strong><br>\nDer Weizenpreis an der Chicagoer B&ouml;rse ist zuletzt so stark gestiegen wie in den letzten 60 Jahren nicht mehr. Allein seit Ende Juni um 52 Prozent. Mais wurde um 16 Prozent teurer. Auch andere Rohstoffe wie Milch, Kaffee, Rohzucker und Kakao sind teurer geworden. Die Zocker trieben die ohnehin hohen Preise f&uuml;r Lebensmittel zus&auml;tzlich nach oben. Schon vor der Krise 2005 und 2006 waren Spekulationen f&uuml;r den seinerzeit ebenfalls dramatischen Anstieg der Preise f&uuml;r Agrarrohstoffe verantwortlich. Rasche Preisanstiege verursachen in weiten Teilen der armen Regionen Hungersn&ouml;te und politische Unruhen.<br>\nKnappe Rohstoffe gepaart mit Naturkatastrophen rufen Zocker auf den Plan.<br>\nSo wuchs das im Rohstoffbereich angelegte Verm&ouml;gen nach Angaben der Bank Barclays Capital allein im Juli 2010 um 8 Mrd. auf 300 Mrd. US-$.<br>\nSpekulationen sind an sich schlimm genug, aber mit den Lebensmitteln ethisch und moralisch unertr&auml;glich. Schon heute leiden eine Milliarde Menschen weltweit Hunger!<br>\nDie Politik ist gefordert, die Spekulationen mit Rohstoff- und Lebensmittel-Termingesch&auml;ften endlich zu verbieten.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100827_Flammen_Fluten.pdf\">DGB Klartext [PDF &ndash; 90 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ulrike Herrmann: Mittelschicht geschrumpft<\/strong><br>\nAktuelle Zahlen des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung zeigen: 2008 geh&ouml;rten etwa 4,6 Millionen Menschen weniger zur Mitte als noch vor zehn Jahren.<br>\nW&auml;hrend der Finanzkrise ist die Mittelschicht weiter geschrumpft: Ihr geh&ouml;rten 2008 nur noch 58,7 Prozent der Bev&ouml;lkerung an. Zehn Jahre zuvor waren es noch 64,3 Prozent. Dies zeigen neueste Zahlen des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW), das regelm&auml;&szlig;ig 12.000 Haushalte befragt.<br>\nZur Mittelschicht z&auml;hlt das Institut, wer &uuml;ber 70 bis 150 Prozent des mittleren Nettoeinkommens verf&uuml;gt. 2008 waren dies f&uuml;r Singles 1.070 bis 2.350 Euro netto im Monat, bei einem Ehepaar mit zwei kleinen Kindern 2.250 bis 4.935 Euro.<br>\nViele der einstigen Mittelschichtler sind abgestiegen, denn die Zahl der einkommensschwachen Haushalte steigt deutlich. 2008 geh&ouml;rten schon 22,5 Prozent aller Haushalte dazu. Zehn Jahre zuvor waren es erst 17,7 Prozent.<br>\nDer Grund: Die Reall&ouml;hne sind weiter gesunken. Wie das DIW berechnet hat, verdienten vollzeitbesch&auml;ftigte Arbeitnehmer zwar 2009 im Durchschnitt 2.922 Euro monatlich &ndash; und damit 118 Euro mehr als 2006. Doch diese nominale Gehaltsteigerung von vier Prozent hat die Inflation von etwa sechs Prozent nicht ausgeglichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/archiv\/?dig=2010\/08\/26\/a0071\">taz<\/a>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wie der Wohlstand verteilt ist, bleibt ein Geheimnis<\/strong><br>\nSo geh&ouml;rt es zu den deutschen Statistikwundern, dass zwar erfasst ist, dass es 2007 exakt 69 Theaterorchester gab &ndash; doch sehr unklar ist, &uuml;ber wie viel Verm&ouml;gen und Einkommen die reichen Bundesb&uuml;rger verf&uuml;gen.<br>\nDiese statistischen L&uuml;cken sind kein Zufall. Die deutschen Eliten wissen genau, dass eine Verteilungsdiskussion nur aufkommen kann, wenn bekannt ist, wie der Wohlstand verteilt ist. Also bleibt dies ein Geheimnis.<br>\nIn Deutschland gibt es einen Armuts- und Reichtumsbericht, der 226 eng beschriebene Seiten umfasst. Doch nur zehn Seiten davon widmen sich den Reichen, der Rest besch&auml;ftigt sich mit den Armen. Die Unterschichten sind statistisch bestens erfasst, w&auml;hrend man &uuml;ber die Verm&ouml;genseliten kaum etwas wei&szlig;. Das ist politisch gewollt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/ein-land-guckt-weg\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Zw&ouml;lf Millionen von Armut bedroht<\/strong><br>\nW&uuml;rde der Staat nicht mit Sozialleistungen eingreifen, w&auml;re fast jeder vierte in Deutschland &ldquo;armutsgef&auml;hrdet&rdquo;.<br>\nRund zw&ouml;lf Millionen Menschen in Deutschland (knapp 15 Prozent) waren 2009 von Armut bedroht, beinahe jeder siebte Bundesb&uuml;rger. Das zeigen die Zahlen des Bundesamtes f&uuml;r Statistik, die heute ver&ouml;ffentlicht werden. W&uuml;rde der Staat nicht mit Sozialleistungen eingreifen, w&auml;re fast jeder vierte &ldquo;armutsgef&auml;hrdet&rdquo; &hellip;<br>\n Freilich arbeiten die Statistiker mit einer rechnerisch exakten Defintion der Armutsgef&auml;hrdung: die Europ&auml;ische Union definiert Menschen als armutsgef&auml;hrdet, &ldquo;die mit weniger als 60% des mittleren Einkommens (Median) der Bev&ouml;lkerung auskommen m&uuml;ssen&rdquo;. In genauen Zahlen hei&szlig;t das f&uuml;r Deutschland im Jahr 2009 im Bundesdurchschnitt: weniger als 801 Euro f&uuml;r einen Ein-Personen-Haushalt und weniger als 1 683 Euro f&uuml;r einen Vier-Personen-Haushalt mit Kindern unter 14 Jahren.<br>\nDoch sind die Durchschnittswerte des mittleren Einkommens f&uuml;r einzelne Regionen in Deutschland sehr unterschiedlich. In Mecklenburg-Vorpommern wird der Schwellenwert f&uuml;r Armut bei einer vierk&ouml;pfigen Familie mit 1 422 Euro angegeben und in Baden-W&uuml;rttemberg mit 1 830. Die regionalen Unterschiede spiegeln sich auch in der Zahl der Armutsgef&auml;hrdeten. So ist in Mecklenburg-Vorpommern beinahe jeder F&uuml;nfte von Armut bedroht (23 Prozent), in Baden-W&uuml;rttemberg nur ungef&auml;hr jeder neunte (11 Prozent). Das gilt auch f&uuml;r das andere reiche Bundesland im S&uuml;den, Bayern.<br>\nInsgesamt best&auml;tigen die neuen Zahlen des Bundesamtes f&uuml;r Statistik den altbekannten, deutlichen Ost-West-Unterschied: &ldquo;Hatten in den neuen L&auml;ndern (einschlie&szlig;lich Berlin) knapp 20% der Bev&ouml;lkerung ein erh&ouml;htes Armutsrisiko, waren im fr&uuml;heren Bundesgebiet (ohne Berlin) 13% der Menschen armutsgef&auml;hrdet.&rdquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/148276\">Telepolis<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/08\/PD10__300__221,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Studie zu Arbeitslosen: Nur wenige Hartz-IV-Empf&auml;nger faulenzen<\/strong><br>\nAls motiviert und arbeitswillig sch&auml;tzen sich die meisten Hartz-IV-Empf&auml;nger ein. Eine Studie zeigt: Die Arbeitslosen k&uuml;mmern sich um ihre Kinder, pflegen Angeh&ouml;rige oder bilden sich fort. Wer auf Jobsuche ist, hat allerdings wenig Chancen. Auch eine h&auml;rtere Gangart w&uuml;rde daran nichts &auml;ndern. Die Aufstocker sind die gr&ouml;&szlig;te Gruppe unter den Hartz-IV-Empf&auml;ngern: Der Studie zufolge hat fast ein Drittel, 29,3 Prozent, der Befragten einen Job und erh&auml;lt erg&auml;nzende Unterst&uuml;tzung. &Auml;hnlich viele, n&auml;mlich 28,8 Prozent k&uuml;mmern sich um Kinder, die j&uuml;nger sind als sieben Jahre. Das sind vor allem Frauen.<br>\nZugleich gebe es aber auch rund 350.000 Menschen, die sich der Verpflichtung entziehen einen Job zu suchen. Denn sie m&uuml;ssen sich weder um Kinder oder um die Pflege von Verwandten k&uuml;mmern noch bildeten sich selbst weiter. &ldquo;Diese Gruppe besteht zu gro&szlig;en Teilen aus &auml;lteren Hilfebed&uuml;rftigen und beschreibt sich als gesundheitlich stark eingeschr&auml;nkt&rdquo;, hei&szlig;t es dazu in der Zusammenfassung der Studie. Die Analyse deute darauf hin, dass es &ldquo;sich dabei mehrheitlich um Entmutigte handelt und um Personen, bei denen die Arbeitsf&auml;higkeit hergestellt oder gekl&auml;rt werden muss.&rdquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,713921,00.html\">Spiegel Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2010\/kb1510.pdf\">IAB-Studie [PDF &ndash; 436 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Die h&auml;ufig von den Empf&auml;ngern von Hartz IV-Leistungen erzwungenen Zugest&auml;ndnisse bzgl. Lohn und Arbeitsbedingungen sind politisch gewollt und zeigen den Zynismus, mit welchem h&auml;ufig die Niedriglohnpolitik der vergangenen Jahre gerechtfertigt wird. So z.B. Heike Helfer, Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums: &ldquo;Die Lohnfindung in Deutschland ist nicht Sache der Politik, sondern der Sozialpartner.&rdquo;  Die &ldquo;Agenda 2010&rdquo;-Politik hat die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer und Gewerkschaften systematisch untergraben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Ausschlachter<\/strong><br>\nWie man Unternehmen filetiert, den B&ouml;rsenwert k&uuml;nstlich hochtreibt und mit Gewinn aussteigt. Arques versteht sich darauf, die Rentabilit&auml;t von Unternehmen zu erh&ouml;hen. F&uuml;r 700 Druckereimitarbeiter aber bedeutet das Gesch&auml;ftsprofil dieses Investors das Ende ihres Berufslebens.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F08%2F25%2Fa0054&amp;cHash=7ca4871d31\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Arbeitnehmerdatenschutz: R&uuml;ckfall statt Fortschritt<\/strong><br>\n&raquo;Trotz dieser Verbesserungen ist der Gesetzentwurf insgesamt eher eine Verschlechterung f&uuml;r den Arbeitnehmerdatenschutz&laquo;, erkl&auml;rte Wolfgang D&auml;ubler, Professor f&uuml;r Arbeitsrecht an der Uni Bremen, auf jW-Nachfrage. Der im Koalitionsvertrag formulierte Anspruch, den Datenschutz f&uuml;r Besch&auml;ftigte zu verbessern, werde damit nicht eingel&ouml;st. So sei zum Beispiel die Frage nach einer Schwangerschaft bei Einstellungsgespr&auml;chen nicht ausgeschlossen &ndash; ein R&uuml;ckfall hinter die Rechtsprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs. Auch die M&ouml;glichkeiten zur Telefon&uuml;berwachung beispielsweise in Call-Centern, die jederzeit als &raquo;Stichproben&laquo; oder &raquo;anla&szlig;bezogen&laquo; eingesetzt werden kann, bleibe hinter Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts zur&uuml;ck, kritisierte der Wissenschaftler.<br>\nEin automatischer Abgleich von Besch&auml;ftigtendaten, eine Art &raquo;Rasterfahndung&laquo; im Betrieb, w&auml;re dem Entwurf zufolge ebenfalls legal. Die systematische Durchsuchung von E-Mails, telefonischer Verbindungsdaten und anderem mu&szlig; zwar in anonymisierter bzw. pseudonymisierter Form geschehen; ergibt sich daraus aber ein konkreter Verdacht, d&uuml;rfen die Ergebnisse einzelnen Personen zugeordnet werden. &raquo;Damit w&auml;re ein Vorgehen wie bei der Bahn &ndash; wo 173000 Datens&auml;tze von Mitarbeitern miteinander abgeglichen wurden &ndash; m&ouml;glich, wenn sie zun&auml;chst verschl&uuml;sselt werden&laquo;, erl&auml;uterte D&auml;ubler.<br>\nDer Arbeitsrechtler kritisiert, da&szlig; viele der geplanten Regelungen Schlupfl&ouml;cher enthalten, die einen Eingriff in Pers&ouml;nlichkeitsrechte erm&ouml;glichen w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-26\/010.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Ein fauler Kompromiss<\/strong><br>\n&ldquo;Psychisch gest&ouml;rte Gewaltt&auml;ter&rdquo; sollen nicht aus der Sicherungsverwahrung entlassen werden, obwohl sie nach einem Urteil aus Stra&szlig;burg einen Anspruch darauf haben. Stattdessen will man sie in einem neuartigen Therapieknast unterbringen. Darauf haben sich Innenminister de Maizi&egrave;re und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger jetzt geeinigt.Damit werden in viele Richtungen falsche Hoffnungen erweckt. Wer soll denn von dem neuen Gesetz &uuml;berhaupt erfasst werden? Straft&auml;ter, die psychisch krank sind, waren schon bisher in besonderen Einrichtungen untergebracht und eben nicht in der Sicherungsverwahrung. Umgekehrt ist nicht jeder, den ein Gutachter f&uuml;r gef&auml;hrlich h&auml;lt, psychisch gest&ouml;rt. Die Psychiatrisierung von unliebsamen Personen kennt man sonst eher aus Diktaturen. Peinlich, dass das nun die versprochene &ldquo;gerichtsfeste L&ouml;sung&rdquo; sein soll. Vor allem de Maizi&egrave;re hat gestern falsche Versprechungen gemacht. Statt die Panikberichterstattung der Bild-Zeitung zu gei&szlig;eln, gaukelt er Scheinl&ouml;sungen vor.<br>\nStatt falsche Versprechungen zu machen, sollte offen gesagt werden, dass die meisten der zur Entlassung anstehenden Sicherungsverwahrten aus rechtlichen Gr&uuml;nden wirklich in Freiheit kommen werden, dass sie aber lange nicht so gef&auml;hrlich sind, wie viele glauben. Es handelt sich vor allem um restgef&auml;hrliche alte M&auml;nner. Sie brauchen mehr Sozialarbeit als Kontrolle &ndash; und nicht zuletzt Schutz vor der Bild-Zeitung, die sonst jede Resozialisierung verhindern wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2010%2F08%2F27%2Fa0041&amp;cHash=26bc8bcebb\">taz<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch noch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Regierung f&uuml;r sch&ouml;neres Strafen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2010%2F08%2F27%2Fa0043&amp;cHash=7ea1d9dfbb\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Haiders Fatale Erbschaft<\/strong><br>\nNoch immer verehren ihn viele wie einen Heiligen. Aber was jetzt &uuml;ber J&ouml;rg Haider bekannt wird, bringt selbst manchen Getreuen ins Wanken: geheime Konten, Geldw&auml;sche, R&uuml;stungsgesch&auml;fte, Millionenspenden von Saddam Hussein. Fast t&auml;glich kommen neue Details ans Tageslicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/fatale-erbschaft\/1911232.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&ldquo;Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent angeboren&rdquo;<\/strong><br>\nIn den gepflegteren Milieus reagiert man auf dieses Buch, wie man schon auf die Interviews reagiert hatte: Irgendwie hat er ja recht, wenn er nur nicht so provozierend formulieren w&uuml;rde.<br>\nIn diese Richtung wirbt der Verlag, wenn er Helmut Schmidt mit der Bemerkung zitiert: &bdquo;Wenn er sich ein bisschen tischfeiner ausgedr&uuml;ckt h&auml;tte, h&auml;tte ich ihm in weiten Teilen zustimmen k&ouml;nnen.&ldquo;<br>\nDiese teetassenhafte Besorgnis um Sarrazins Tischfeinheit zeigt, dass der Mann schmutzige Gedanken in den Mund nimmt, die viele Leute mit sauberen H&auml;nden im Kopf haben, wenn es um die in- und ausl&auml;ndischen Unterschichten geht. Selbstverst&auml;ndlich hat Sarrazin nichts gegen den t&uuml;rkischen Arzt oder den arabischen Diplomaten. Wie ja einst auch der gehobene Antisemit stets ein paar bessere Juden zu seinen Freunden z&auml;hlte, um die Unterschichtsjidden im Stetl umso inbr&uuml;nstiger verachten zu k&ouml;nnen. Sarrazin und seinen heimlichen Anh&auml;ngern in der Mittelschicht macht der deutsche und islamische Plebs so zu schaffen, dass sie f&uuml;rchten, Deutschland schaffe sich ab.<br>\nSarrazins Argumentationsweg l&auml;sst sich mit f&uuml;nf Schritten abk&uuml;rzen:<br>\nErstens: &bdquo;Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent angeboren.&ldquo;<br>\nZweitens: Die Hochbegabung konzentriert sich in der Oberschicht, die Mittelschicht bringt gut Begabte hervor, in der Unterschicht ist &uuml;berdurchschnittliche Intelligenz selten, in der von staatlichen Transferleistungen lebenden Unterschicht schon normale Intelligenz die Ausnahme. Drittens: Die Fruchtbarkeit in der Ober- und Mittelschicht ist zu gering, diejenige in der deutschen wie ausl&auml;ndischen Unterschicht zu gro&szlig;. Je niedriger der Intelligenzquotient, desto h&ouml;her die Fertilit&auml;tsrate.<br>\nViertens: Dies f&uuml;hrt zum Sinken der gesellschaftlichen Gesamtintelligenz und zum Steigen der staatlichen Transferkosten.<br>\nF&uuml;nftens: Zur Korrektur dieser Entwicklung m&uuml;ssen die dummen Leute aus der Unterschicht am Kinderkriegen gehindert und die klugen Leute aus der Mittel- und Oberschicht zum Kinderkriegen animiert werden.<br>\nDes Weiteren ist die Zuwanderung dummer T&uuml;rken, Araber und Afrikaner zu unterbinden und durch eine gesteuerte Migration gebildeter Menschen aus intelligenteren L&auml;ndern zu ersetzen&hellip;<br>\nDas Problematische der sarrazininschen Ideen besteht nicht in den Einzeldiagnosen, sondern in der biologistischen Logik, mit der er Bruchst&uuml;cke der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu einer pseudonaturwissenschaftlichen Weltanschauung f&uuml;gt. Aber gerade diese Dimension bleibt in der sich selbst befriedigenden &ouml;ffentlichen Emp&ouml;rung besch&auml;mend unbeachtet. Vielleicht auch, weil der so &uuml;bereifrig den B&ouml;sewicht spielende Sarrazin mit seinem biologistischen Gesellschaftsbild, seinem Erbintelligenzlertum und seiner Gen-Rhetorik vielen Menschen der akademischen Mitte mehr aus der Seele spricht, als ihr Mund zugeben w&uuml;rde.<br>\nUnd weil das kalte Interesse des Geldbeutels meistens &uuml;ber die W&auml;rme des Herzens siegt, f&auml;nde sicher manche Akademikerfamilie an dem Vorschlag Geschmack, den Sarrazin am Ende seines mit der Peitsche geschriebenen Buches als Zuckerbrot reicht: Das Kindergeld f&uuml;r alle wird gestrichen und durch eine akademische Fortpflanzungspr&auml;mie ersetzt: Frauen mit Hochschulabschluss bekommen f&uuml;r jedes Kind, das sie vor Abschluss des drei&szlig;igsten Lebensjahres zur Welt bringen, die sch&ouml;ne Summe von 50 000 Euro. Sarrazin hat nichts gegen Staatsknete, er will sie nur nicht politisch, sondern biologisch korrekt verteilen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/intelligenz-ist-zu-50-bis-80-prozent-angeboren\/1912078.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie die Medienkampagnen vor allem in Bild und Spiegel Fr&uuml;chte tragen und auf welches Interesse Sarrazins &bdquo;biologistische Logik&ldquo; st&ouml;&szlig;t und wie viele Leute mit &bdquo;Tischfeinheit&ldquo; sich davon angesprochen f&uuml;hlen zeigt sich darin, dass Sarrazins Machwerk bei Amazon mit weitem Abstand den <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Deutschland-schafft-sich-unser-setzen\/dp\/3421044309\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1282847274&amp;sr=8-1\">Verkaufsrang Nr. 1 einnimmt<\/a>.<br>\nAuch hier sehe ich Parallelen zum Ende der Weimarer Zeit und dem Aufstieg der NSDAP: Die Deutschnationalen und mit ihnen weite Teile des konservativen B&uuml;rgertums und des Adels mochten &uuml;ber die &laquo;plebejischen&raquo; Nationalsozialisten die Nase r&uuml;mpfen. Inhaltlich herrschte bis weit in die b&uuml;rgerliche Mitte hinein gro&szlig;e &Uuml;bereinstimmung mit ihnen.<br>\nEs ist ein Indiz daf&uuml;r, dass der Wertekonsens des Grundgesetzes &bdquo;Die W&uuml;rde des Menschen ist unantastbar&ldquo; zu br&ouml;ckeln beginnt. Die Ablenkung von den sozialen und politisch verursachten Problemen und die Lenkung des Unmuts auf ethnische Minderheiten mit biologistischen und rassistischen Unwerturteilen scheint auf fruchtbaren Boden zu fallen.<br>\nSiehe dazu: &bdquo;Deutschland schafft sich ab&ldquo; erz&auml;hlt die Untergangsgeschichte einer Nation. F&uuml;r diesen Untergang sollen mit den Muslimen nun sechs Prozent der Bev&ouml;lkerung die Verantwortung &uuml;bernehmen. Es fragt sich, was die anderen 94 Prozent in den letzten Jahrzehnten f&uuml;r die Zukunft ihres Landes getan haben. Sarrazins Buch ist ein Entlastungsversuch einer desorientierten Elite. Kein Zweifel, <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468\/Doc~E8844167DB87E45D68639E4C19F5358E6~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">dass es ein Erfolg wird<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe auch: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/08\/tabubrechende-idiotie.html\">Tabubrechende Idiotie<\/a><br>\nSiehe auch noch: <a href=\"http:\/\/www.dasdossier.de\/magazin\/kultur\/kulturkritik\/der-elitaere-kleinbuerger\">Der elit&auml;re Kleinb&uuml;rger<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Vertreibung der Roma: Wohlfeile S&uuml;ndenb&ouml;cke<\/strong><br>\nWieder einmal m&uuml;ssen die Roma als S&uuml;ndenb&ouml;cke herhalten, um von anderen Problemen abzulenken. Zur Geschichte einer Verfolgung. Zwecks Ablenkung von den desastr&ouml;sen Folgen des Abzockerkapitalismus rufen Sicherheitspolitiker vieler L&auml;nder eine neu-alte Gefahr aus: die Roma. Bedr&auml;ngt durch die Aff&auml;re seiner G&ouml;nnerin Liliane Bettencourt, die Millionen steuerfrei in der Schweiz versteckte, startete der franz&ouml;sische Pr&auml;sident, Tr&auml;ger des auch unter ungarischen Roma weitverbreiteten Namens Sarkozy, eine Kampagne zur Roma-Vertreibung. Das Muster ist uralt. Seit Jahrhunderten wird in Zentral- und Westeuropa versucht, diese ZuwanderInnen erst gar nicht einzulassen oder sofort wieder loszuwerden. Roma, Sinti, Gitanos und die Angeh&ouml;rigen all der anderen St&auml;mme, ob fahrend oder sesshaft, unterlagen einer jahrhundertelangen Verfolgung und dienten unter dem Begriff &laquo;Zigeuner&raquo; sowohl als Objekte romantischer Projektionen als auch als solche des Neids auf die angebliche Freiheit ihres unsicheren Lebens. Die obrigkeitliche Hetzjagd auf diese Menschen gipfelte in der &laquo;Endl&ouml;sung&raquo; des &laquo;Zigeunerproblems&raquo;, der Ermordung von 500&thinsp;000 Roma durch die Nazis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2010\/nr34\/international\/19682.html\">Die Wochenzeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Video und Tonaufzeichnungen von Albrecht M&uuml;ller und Wolfgang Lieb auf YouTube<\/strong><br>\nWenn Sie daran interessiert sind, <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?q=YouTube+M%C3%BCller+Lieb+nachdenkseiten&amp;hl=de&amp;client=firefoxa&amp;hs=Yne&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;tbs=vid:1&amp;prmd=v&amp;ei=QLp3TMP7CJDQjAff_6HCBg&amp;start=0&amp;sa=N\">hier ist die Quelle<\/a>.<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Darf IW-Direktor Michael H&uuml;ther im ZDF f&uuml;r die Rente mit 67 werben?<\/strong><br>\nSahra Wagenknecht, Abgeordnete der LINKEN, versucht einleuchtend zu erkl&auml;ren, dass wir keine Arbeitspl&auml;tze schaffen, wenn wie aus einem Arbeitsplatz drei Minijobs machen. Aber halt: Da ist ja noch der Diskussionspartner, ein Herr Professor Doktor, ein Herr H&uuml;ther, Direktor des Institutes der deutschen Wirtschaft K&ouml;ln. Aha. Bisher dachte ich immer, dass ein Professor ein gebildeter Mensch w&auml;re. Aber weit gefehlt! Immer wenn Sahra Wagenknecht etwas erkl&auml;ren will, kr&auml;ht er sofort drauflos. Was war das? Sahra Wagenknecht will reden: Der Herr Professor poltert los, wei&szlig; sofort, dass alles Unsinn ist, was er selbst nicht denkt. Sahra Wagenknecht h&auml;lt sich zur&uuml;ck; setzt neu an: Der Professor kr&auml;ht wieder los. Sahra Wagenknecht bleibt ruhig, versucht erneut, auf seine Worte einzugehen: Der Doktor der Weisheit posaunt sofort auf sie ein. L&auml;sst sie keinen Satz zuende sagen, wei&szlig; sofort alles immer besser. So einfach ist das, wenn man ein Professor f&uuml;r irgendetwas ist.<br>\nEin Schauspiel der ganz besonderen Art. Im ZDF? Unter Peter Hahne? Pl&ouml;tzlich interessiert mich das. Peter Hahne lacht breit. Wie so oft. Professor H&uuml;ther unterbricht Frau Wagenknech, Peter Hahne lacht, H&uuml;ther bleibt dabei: Er l&auml;sst Sahra Wagenknecht nicht ausreden. Und wenn, reflektiert er das Gesagte nicht und l&auml;sst keine halbe Sekunde Zeit bis zum n&auml;chsten Loskr&auml;hen. Ich warte auf den Wendepunkt, auf Peter Hahnes Eingreifen. Aber vergeblich. Hahne lacht immer nur, um nicht zu sagen: er verb&uuml;ndet sich mit dem &ldquo;Professor f&uuml;r Kapitalismus&ldquo;. (&hellip;) Peter Hahne tut nichts dagegen. Er lacht. Und hilft dem Herrn Professor gern aus jeder Lage. Sahra Wagenknecht kommt auf den Punkt? Hahne sagt: Stopp, wir wollen einen Film einf&uuml;gen! So einfach ist das, wenn man Angst hat vor der Logik!<br>\nIn welchem Film befinde ich mich? Das Theater h&ouml;rt nicht auf, und ich wundere mich, dass Sahra Wagenknecht so ruhig bleibt. Aber sie wei&szlig;, dass sie es sein muss. Die ZDF-Zuschauer w&uuml;rden ihr nicht zugestehen, was Prof. H&uuml;ther sich erdreistet. Oder man k&ouml;nnte ansonsten vielleicht sp&auml;ter die Aufnahmen zurechtschneiden, um sie l&auml;cherlich zu machen. Bei den Kapitalismus-Lobbyisten hingegen schneidet sp&auml;ter keiner die Originalaufnahmen zu falschen Zusammenh&auml;ngen zurecht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=15569\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Neue Regeln f&uuml;rs Internetangebot von ARD und ZDF : Das gro&szlig;e Schrumpfen<\/strong><br>\nNach den neuen Regeln m&uuml;ssen die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF bis zu 70 Prozent ihrer Online-Inhalte l&ouml;schen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/neue-regeln-fuers-internet-von-ard-und-zdf-auch-ackermann-fliegt-aus-dem-netz-1.992783\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu <a href=\"?p=3288\">Beschr&auml;nkung der Onlineangebote der Rundfunkanstalten: Zensur durch den Markt<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten<\/strong><br>\nHochschulen in den USA zwischen Elite und Titelm&uuml;hlen<br>\nDas Bildungswesen in den USA kann nur verstehen, wer die Verm&ouml;gensverteilung im Lande bedenkt. In den letzten drei&szlig;ig Jahren hat sich das private Volksverm&ouml;gen auf eine immer kleinere Gruppe der Bev&ouml;lkerung konzentriert. In Zahlen: Die oberen zehn Prozent der Bev&ouml;lkerung verf&uuml;gen &uuml;ber 71 Prozent des privaten Volksverm&ouml;gens. Diese Kluft zwischen den sozio&ouml;konomischen Gruppen spiegelt sich im Bildungssystem des Landes. Was hier geschehen ist (und sich vermutlich weiter fortsetzen wird), l&auml;sst sich folgenderma&szlig;en zusammenfassen: Die Spitzenuniversit&auml;ten (&sbquo;universities at the top&rsquo;) haben sich so weit von den Universit&auml;ten des unteren levels (&sbquo;universities at the bottom&rsquo;) entfernt, dass man von einem &sbquo;Universit&auml;tswesen&rsquo; als einheitlicher sozialer Institution nicht l&auml;nger sprechen kann. Die Spitzenuniversit&auml;ten vertreten andere Werte als die unteren, sie haben einen anderen Bildungsauftrag, anderes Lehrpersonal und eine andere Finanzierung; die Universit&auml;ten im Mittelfeld sind zwischen diesen Extremen hin- und hergerissen. Auf diese Unterschiede und ihre Implikationen m&ouml;chte ich n&auml;her eingehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/wordpress\/?p=5493\">Forschung &amp; Lehre<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Soziale Selektion oder gleiche Chance f&uuml;r alle &ndash; wie gerecht ist unsere Praxis des Hochschulzugangs?<\/strong><br>\nLive-Diskussion im Deutschlandfunk in Zusammenarbeit mit dem &ldquo;manager magazin&rdquo; aus der Bertelsmann Repr&auml;sentanz in Berlin am 24. September 2010.<br>\nEs diskutieren:<br>\nDr. J&ouml;rg Dr&auml;ger, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des gemeinn&uuml;tzigen Centrums f&uuml;r Hochschulentwicklung<br>\nProf. J&uuml;rgen Hesselbach, Pr&auml;sident der TU-Braunschweig<br>\nProf. Dr. Dieter Lenzen, Pr&auml;sident der Universit&auml;t Hamburg<br>\nThomas Sattelberger, Personalvorstand Deutsche Telekom AG<br>\nDie Gespr&auml;chsleitung haben Michael Kr&ouml;her (manager magazin) und Christian Floto (Deutschlandfunk)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.che-concept.de\/cms\/?getObject=250&amp;getLang=de&amp;strAction=programm&amp;PK_Veranstaltungen=283\">CHE<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Deutschlandfunk in den F&auml;ngen der <a href=\"?cat=27\">Krake Bertelsmann<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Falsche Antwort am Golf von Aden<\/strong><br>\nDie Lobbyarbeit, die jetzt von interessierter Seite in den USA betrieben wird, um finanzielle und milit&auml;rische Mittel in undurchsichtige und schwer kontrollierbare Covert Operations am Golf von Aden umzuschichten, ist keine Antwort auf die politischen Probleme, die dahinterstecken. Somalia ist schon lange ein zerfallener Staat, Jemen ist von diesem Zustand nicht allzu weit entfernt. In beiden L&auml;ndern gibt es rechtsfreie R&auml;ume, die sich Akteure des internationalen Terrorismus zunutze machen k&ouml;nnen. Tolerierung durch die lokale Bev&ouml;lkerung finden sie deswegen, weil der Westen immer wieder die falsche Karte gespielt hat. Man f&ouml;rdert lieber Dauerkrieg, als eine Macht&uuml;bernahme durch Fundamentalisten hinzunehmen, man st&uuml;tzt korrupte Zentralstaatsvertreter gegen lokale Selbstbestimmung, man dr&uuml;ckt bei regionalen Alliierten wie &Auml;thiopien und Saudi-Arabien beide Augen zu, ohne zu &uuml;berlegen, dass dies der Gegenseite Sympathien zufliegen l&auml;sst. Sicherheitspolitik sollte eigentlich Stabilit&auml;t als oberstes Ziel haben, aber in Somalia wie im Jemen war das Ergebnis bisher immer das Gegenteil<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2010%2F08%2F26%2Fa0033&amp;cHash=6c0155c097\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2010%2F08%2F26%2Fa0032&amp;cHash=bb22cd4ca4\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Ines Z&ouml;ttl &ndash; K&uuml;ss die Hand, Herr Oberst<\/strong><br>\nLibyens Machthaber Gaddafi hat sich seit seiner &ldquo;L&auml;uterung&rdquo; nicht ver&auml;ndert. Daf&uuml;r verbiegt sich der Rest der Welt umso mehr. Gaddafi muss dazu nicht einmal den lupenreinen Demokraten geben. Unangefochten h&auml;lt er sich in der Freedom-House-Hitliste der 20 unfreiesten L&auml;nder der Welt. Doch Augen zu und rein ins Zukunftsgesch&auml;ft lautet die Devise der Franzosen, Deutschen oder Amerikaner. Der Handkuss von Silvio Berlusconi f&uuml;r den Oberst beim Gipfel der Arabischen Liga brachte die Haltung des Westens auf den Punkt: geb&uuml;ckt.<br>\n1996 bekam Gaddafi, der sich seit 41 Jahren an der Macht h&auml;lt, das Unbedenklichkeitsiegel: Die USA strichen ihn von der Terrorliste, nachdem er dem Staatsterrorismus entsagte. Was seitdem geschah: Im Juli 2007 l&auml;sst Libyen f&uuml;nf bulgarische Krankenschwestern und einen Arzt frei, die acht Jahre lang im Gef&auml;ngnis schmorten, weil sie Kinder vors&auml;tzlich mit Aids infiziert haben sollen. Ein absurder Vorwurf. Den Verzicht auf die Vollstreckung des Todesurteils kriegt Europa nicht umsonst: In Interviews bekundet Gaddafis Sohn Saif al-Islam Genugtuung, dass er und sein Vater einen guten Preis beim Menschenhandel erzielt h&auml;tten: einen R&uuml;stungsdeal mit Frankreich, der das unausgesprochene Waffenembargo der EU beendete. Die Zusage zum Bau eines Atomkraftwerks gab es obendrauf. Zugleich deutet al-Islam an, dass der Lockerbie-Attent&auml;ter Abdel Basset al-Megrahi aus Gro&szlig;britannien freikommen k&ouml;nnte. Ein Jahr sp&auml;ter, im Juli 2008, wird ein anderer der sieben S&ouml;hne Gaddafis in Genf festgenommen, weil er und seine Frau Hausangestellte misshandelt haben sollen. Das Foto gelangt in die Zeitung. Eine solche Schmach bleibt nicht unges&uuml;hnt: Kurzerhand werden zwei Schweizer Gesch&auml;ftsleute wegen angeblicher Visavergehen festgesetzt &ndash; und die Schweizer Nomenklatura begibt sich auf einen Spie&szlig;rutenlauf, um ihre Staatsb&uuml;rger freizubekommen. Gaddafi fordert, legt nach und erpresst &ndash; und w&uuml;rzt das Ganze, indem er zum Dschihad gegen die Schweiz aufruft &ndash; zu einem &ldquo;ungl&uuml;cklichen Zeitpunkt&rdquo;, wie ein Sprecher der EU-Au&szlig;enbeauftragte Catherine Ashton findet. Ihre Zur&uuml;ckhaltung gibt die EU erst auf, als die Schweizer sich erdreisten, gegen 188 Libyer Einreiseverbote nach dem Schengen-Abkommen zu verh&auml;ngen. Unmissverst&auml;ndlich machen die Kollegen klar, dass sie nicht in die Sache verwickelt werden m&ouml;chten. Und so zerrt Gaddafi die Schweiz fast zwei Jahre lang am Ring durch die Manege &ndash; mit zwei Geiseln in der Hand. Artig hat die Schweizer Regierung 1,5 Mio. Franken f&uuml;r Tripolis bereitgelegt, falls die Schuldigen f&uuml;r die Weitergabe der Fotos an die Presse nicht gefunden &ndash; und in die W&uuml;ste geschickt? &ndash; werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:kolumne-ines-zoettl-kuess-die-hand-herr-oberst\/50150135.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein Artikel, der auf den Punkt bringt, wie korrupt und marode, ohne R&uuml;ckgrat die westlichen Demokratien sind. M&ouml;ge das chinesische Imperium &uuml;ber uns kommen, die westlichen &ldquo;Koofmichs&rdquo; fallen nur noch damit auf, dass sie Wasser predigen und Wein trinken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Aufstand im Reich des Terminators<\/strong><br>\nViele Bundesstaaten in den USA sind fast pleite. Besonders dramatisch ist die Situation in Kalifornien: Gouverneur Schwarzenegger steckt in der Falle. Er muss radikal sparen &ndash; und macht sich unbeliebt. Der bev&ouml;lkerungsreichste US-Bundesstaat, der mit einem Bruttoinlandsprodukt von 1840 Mrd. Dollar (2008) als achtgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft der Welt betrachtet werden kann, leidet wie viele andere US-Bundesstaaten unter der Wirtschaftskrise, der geplatzten Immobilienblase und sinkenden Steuereinnahmen. Der sogenannte Golden State steht auch in diesem Jahr vor einem Loch, das fast 20 Mrd. Dollar gro&szlig; ist. Um es zu stopfen, versucht Schwarzenegger die Ausgaben um 12,4 Mrd. Dollar zu k&uuml;rzen.<br>\nBetroffen sind vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen sowie die Bildung. Kaum ein B&uuml;rger und kein Amt kommt dabei ungeschoren davon. Drei Freitage im Monat sollen Beamte ohne Bezahlung zu Hause bleiben, bis das seit 1. Juli f&auml;llige Budget steht und der Finanzchef des Staates genug Geld hat, um die Rechnungen zu bezahlen. Erh&ouml;hte Schulgelder, weniger Kursangebote und vollere H&ouml;rs&auml;le geh&ouml;ren zur neuen Sparrealit&auml;t an Kaliforniens Hochschulen. Niemand bleibt von den K&uuml;rzungen verschont, selbst die Professoren nicht. An der California State University wurde auch ihnen im abgelaufenen Schuljahr Zwangsurlaub verordnet. Nicht viel besser sieht es an den Schulen aus. Im M&auml;rz wurden etwa 26.000 Lehrer entlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:alltag-in-der-schuldenkrise-aufstand-im-reich-des-terminators\/50161994.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Bis zu 50.000 S-21-Gegner erwartet<\/strong><br>\nNach dem Baggerbiss am Nordfl&uuml;gel des Stuttgarter Hauptbahnhofs erwarten die Stuttgart-21-Gegner am Freitag bis zu 50 000 Demonstranten. &bdquo;Die Leute sind erz&uuml;rnt dar&uuml;ber, dass das Projekt nun mit allen Mitteln vorangetrieben werden soll&ldquo;, sagte einer der Organisatoren. Nach einer Kundgebung vor dem Bahnhof sei ein Marsch zum Landtag geplant, um den entlang der Bannmeile eine Menschenkette gebildet werden soll. Das Motto lautet: &bdquo;Sie brechen ab &ndash; wir brechen auf &ndash; Weg mit Stuttgart 21&ldquo;.<br>\nAm Donnerstag waren die Abrissarbeiten bis zum Nachmittag blockiert, weil tags zuvor sieben Demonstranten das Dach des Nordfl&uuml;gels besetzt hatten. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei f&uuml;hrte die Aktivisten am Nachmittag schlie&szlig;lich ab und der Bagger kam einige Stunden zum Einsatz. Ger&uuml;chte, dass die R&uuml;ckwand des Geb&auml;udes auf die dahinter liegenden Gleise zu fallen drohe und deshalb f&uuml;r diesen Freitag ein Baustopp verh&auml;ngt worden sei, best&auml;tigte Projekt- Sprecher Wolfgang Drexler nicht. M&ouml;glicherweise werde der Bagger nicht eingesetzt, weil der Schutt weggebracht und die Entkernung fortgesetzt werden m&uuml;ssten. Dies geschehe aber nach dem Plan der Bauherrin Bahn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.grossdemo-bis-zu-50-000-s-21-gegner-erwartet.a19a0276-8f0c-4102-bfc6-fa74e100453a.html\">Stuttgarter Nachrichten<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Atomdebatte; Peak Oil-Studie der Bundeswehr; Kosten des Daimler-Wunders; Nahrung und Spekulanten; Mittelschicht schrumpft; Verteilung des Wohlstands; zw&ouml;lf Millionen von Armut bedroht; Arbeitslosenstudie; Ausschlachter; Arbeitnehmerdatenschutz; Regierung f&uuml;r sch&ouml;neres Strafen; Haiders Erbschaft; angeborene Intelligenz; Roma als S&uuml;ndenb&ouml;cke; Videos NachDenkSeiten; H&uuml;ther darf immer; Internet-Angebot muss schrumpfen; US-Hochschulen; DLF und Bertelsmann; Gaddafi; Aufstand in<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6602\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6602","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6602","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6602"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6602\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6605,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6602\/revisions\/6605"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6602"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6602"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6602"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}