{"id":6606,"date":"2010-08-30T08:52:37","date_gmt":"2010-08-30T06:52:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6606"},"modified":"2010-08-30T08:53:17","modified_gmt":"2010-08-30T06:53:17","slug":"hinweise-des-tages-1213","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6606","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Europa droht die Deflation; Folgen der &bdquo;Reformen&ldquo; in Griechenland; Industrie lehnt &raquo;Equal Pay&laquo; ab; L&uuml;genbrevier im Gesundheitswesen; gegen Geheimvertr&auml;ge bei PPP; Kernreaktor f&uuml;r den Tegernsee; Sarrazenaten; starke Bildungsmotivation bei T&uuml;rken; Sicherungsverwahrung als Sackgasse; Urlaub bei Maschmeyers; Irak-Krieg; die Akte Kongo; Verteidigung der Handelswege; Volker Pispers: bis jetzt waren alle Gesetze zustimmungsfrei; kapitalgedeckter Formtiefausgleichsfaktor. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert. Hier die &Uuml;bersicht; <\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Peter Bofinger: Europa droht die Deflation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Folgen der Wirtschafts- und Finanzreformen in Griechenland f&uuml;r Kleingewerbe und mittelst&auml;ndische Unternehmer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Industrie lehnt &raquo;Equal Pay&laquo; ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Diagnose des Gesundheitswesens: L&uuml;genbrevier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Gegen Geheimvertr&auml;ge bei PPP<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Ein Kernreaktor f&uuml;r den Tegernsee<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Sarrazenaten <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Roland Koch &ndash; Der letzte Ruchlose<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Bildungsmotivation bei t&uuml;rkischen Familien besonders stark<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Sicherungsverwahrung: &bdquo;Supermoderne Einrichtung als Sackgasse&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Wulff &ldquo;nicht gl&uuml;cklich&rdquo; &uuml;ber Villenurlaub auf Mallorca<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Irak-Krieg: Am Anfang stand die L&uuml;ge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Die Akte Kongo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">DIHK-Pr&auml;sident fordert Verteidigung der Handelswege<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Zu guter Letzt: Volker Pispers, Bis jetzt waren alle Gesetze von Schwarz-Gelb v&ouml;llig zustimmungsfrei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Das Letzte: Kapitalgedeckter Formtiefausgleichsfaktor<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung: <\/strong>Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6606&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Peter Bofinger: Europa droht die Deflation<\/strong><br>\nBegr&uuml;ndet werden solche Szenarien vor allem mit der stark steigenden Staatsverschuldung und der seit der Lehman-Krise ausgesprochen expansiven Geldpolitik der gro&szlig;en Notenbanken.<br>\nDoch der Blick nach Japan zeigt, dass man aus solchen Faktoren keinesfalls zwangsl&auml;ufig auf eine inflation&auml;re Entwicklung schlie&szlig;en darf&hellip;<br>\nWenn also nunmehr die Staaten weltweit einen teilweise ungew&ouml;hnlich drastischen Konsolidierungskurs einschlagen, ist die Gefahr hoch, dass der dadurch entstehende Unterdruck nicht in gleichem Ma&szlig;e durch einen h&ouml;heren Druck im privaten Sektor ausgeglichen werden kann. Das muss nicht zu einer Deflation wie in den 1930er Jahren f&uuml;hren. F&uuml;r die Weltwirtschaft und die<br>\nArbeitslosen w&auml;re eine deflation&auml;re Entwicklung mit schwachem Wachstum und Inflationsraten nahe null, wie man sie seit 1995 in Japan beobachten kann, schon schlimm genug.<br>\nDas Problem der n&auml;chsten Jahre ist also eindeutig nicht ein zu hoher Druck im System, sondern ein zu geringer. Es w&auml;re sch&ouml;n, wenn Frau Doktor Merkel das m&ouml;glichst bald erkennen w&uuml;rde,<br>\ndenn nichts ist schlimmer, als einen Patienten mit zu niedrigem Blutdruck mit blutdrucksenkenden Mitteln zu behandeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsimit_2010_08_kommentar.pdf\">Mitbestimmung [PDF &ndash; 161 KB]<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Folgen der Wirtschafts- und Finanzreformen in Griechenland f&uuml;r Kleingewerbe und mittelst&auml;ndische Unternehmer<\/strong><br>\nAm Samstag, dem 28. August 2010, erschien in der Athener Tageszeitung &ldquo;To Vima&ldquo; unter dem obigen Titel ein interessanter Artikel &uuml;ber die Folgen des drastischen Sparprogramms in Griechenland. Wir bedanken uns bei NachDenkSeiten-Leser W. L. f&uuml;r die &Uuml;bersetzung.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100830_hinweise_griechenland_b.pdf\">To Vima [PDF &ndash; 67.8 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Industrie lehnt &raquo;Equal Pay&laquo; ab<\/strong><br>\nStahlunternehmer weisen Tarifforderung nach Gleichbehandlung von Leiharbeitern zur&uuml;ck<br>\nVor Beginn der Tarifverhandlungen f&uuml;r die Stahlkocher in Nordrhein-Westfalen geht der Schlagabtausch zwischen Gewerkschaften und Unternehmervertretern in eine neue Runde. Der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber verteidigte am Wochenende die Forderung nach h&ouml;heren Entgelten. In einem Beitrag f&uuml;r die Bild am Sonntag bekr&auml;ftigte er die Forderung nach sechs Prozent f&uuml;r die Besch&auml;ftigten der Stahlindustrie, auch f&uuml;r Leiharbeiter und Niedrigl&ouml;hner (&hellip;)<br>\nHauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Bernhard Strippelmann erkl&auml;rte gegen&uuml;ber AFP, der Verband halte &raquo;gar nichts&laquo; von Leiharbeiter-Regelungen in einem Fl&auml;chentarifvertrag. IG Metall und Arbeitgeberverband Stahl seien gar nicht befugt, f&uuml;r Zeitarbeiter Tarifvertr&auml;ge zu machen, da diese keine Besch&auml;ftigten der Stahlindustrie seien. Die in der Branche besch&auml;ftigten Zeitarbeiter &ndash; deren Zahl ohnehin gering sei &ndash; w&uuml;rden &raquo;ausnahmslos&laquo; nach Tarifvertr&auml;gen der Zeitarbeitsbranche bezahlt. An deren Aushandlung seien DGB-Gewerkschaften beteiligt gewesen, &raquo;in vielen F&auml;llen&laquo; auch die IG Metall. Sollte die Gewerkschaft diese Tarife f&uuml;r unzureichend ansehen, &raquo;dann ist die Zeitarbeitsbranche der richtige Adressat&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-30\/048.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Diagnose des Gesundheitswesens: L&uuml;genbrevier<\/strong><br>\nDas Gesundheitswesen ist ein wenig aus den Schlagzeilen geraten. Aber wenn die bekannten Gesichter wieder die Bildschirme bev&ouml;lkern, braucht man als Zuschauer eine Orientierungshilfe, ein L&uuml;genbrevier.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wissenschaft\/luegenbrevier\/-\/1472788\/4593860\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Gegen Geheimvertr&auml;ge<\/strong><br>\nHalbzeit des Volksbegehrens: &raquo;Berliner Wassertisch&laquo; k&auml;mpft f&uuml;r Transparenz und preiswerte Rekommunalisierung. 172000 g&uuml;ltige Unterschriften werden bis zum 27. Oktober ben&ouml;tigt, damit die Berliner Bev&ouml;lkerung im Rahmen eines Volksentscheids &uuml;ber den Gesetzentwurf zur Offenlegung der Geheimvertr&auml;ge abstimmen kann, die im Zusammenhang mit der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe 1999 abgeschlossen wurden. Nur so k&ouml;nnten die unbefristeten Vertr&auml;ge zwischen dem Land Berlin, RWE Aqua und Veolia Wasser juristisch &uuml;berpr&uuml;ft und angefochten werden. 53800 Unterschriften seien bisher gesammelt worden, gaben die Organisatoren vom &raquo;Berliner Wassertisch&laquo; zur Halbzeit des Volksbegehrens am gestrigen Freitag in der Verbraucherzentrale bekannt.<br>\nViele der Betroffenen wissen gar nicht, wer an ihrem Wasserverbrauch verdient. 1999 sind die Berliner Wasserbetriebe &uuml;ber eine Holding AG zu 49,9 Prozent teilprivatisiert worden. Mehrheitseigner ist mit 50,1 Prozent das Land Berlin &ndash; die kaufm&auml;nnische und technische Leitung soll aber zu 100 Prozent den Konzernen zugebilligt worden sein. Im Fr&uuml;hsommer 2010 mahnte der Landesrechnungshof die Werbekampagnen der teilprivatisierten Wasserbetriebe an: Von 2005 bis 2008 seien 4,4 Millionen Euro f&uuml;r Imagekampagnen ausgegeben worden &ndash; und das, obwohl es keinen Mitbewerber gibt. Das zeige ja die Verhandlungsf&auml;higkeit des Berliner Senats, spotten die Kritiker. Die Kosten f&uuml;r die &raquo;Happy-Ente-Kampagne&laquo; mit der gelben Badeente auf zahlreichen Plakatw&auml;nden der Berliner U-Bahn sind im Bericht des Landesrechnungshofes noch nicht einmal enthalten.Seit 2001 sind die Wasserpreise um 35 Prozent gestiegen. &Uuml;ber eine Milliarde Euro Gewinne sind auf Kosten der Verbraucher erwirtschaftet worden. Arbeitspl&auml;tze wurden abgebaut, Investitionen gesenkt und drei Wasserwerke geschlossen. &Uuml;ber die Gr&uuml;nde f&uuml;r diese Entwicklung k&ouml;nnten die Teilprivatisierungsvertr&auml;ge Aufschlu&szlig; geben, &uuml;ber deren Inhalt jedoch &raquo;absolutes Stillschweigen&laquo; vereinbart worden ist&ndash; &raquo;soweit nicht aufgrund gesetzlicher Vorschriften eine Verpflichtung zur Offenlegung besteht&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-28\/048.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ein Kernreaktor f&uuml;r den Tegernsee<\/strong><br>\nDas mit der Atomkraft und der besseren Gesellschaft ist ja so eine Sache: Selbst die Bef&uuml;rworter in der zumeist konservativen Fraktion haben dazu ein Verh&auml;ltnis wie zur Ostzone. Wir brauchten die Wiedervereinigung und wir brauchen billigen Strom, aber der Osten und die Kernkraft soll bitte nicht zu uns kommen, das passt hier nicht rein. Niemand wundert sich, warum Westviertel fern der Blocks, M&uuml;lldeponien und Durchgangsstrassen sind, und genauso verh&auml;lt es sich mit den AKWs. Grafenrheinfeld, Niederaichbach, Ohu bei Landshut und Gundremmingen etwa sind seit jeher die strahlenden und dampfenden Haschibopperl der Bayerischen CSU, die&nbsp; bei den verbliebenen Anlagen m&ouml;glichst unbegrenzten Betrieb w&uuml;nscht. Keines davon liegt in jenem oberbayerischen Teil Bayerns, den man gemeinhin vor Augen hat, wenn man von den bevorzugten Wohnlagen des Landes spricht.<br>\nTrotzdem w&auml;re das hier ein famoser AKW-Standort. Nehmen wir nur die eher bescheidenen Wassertemperaturen des Tegernsees, der auch im Hochsommer wegen der Zufl&uuml;sse aus den Bergen empfindlich kalt sein kann: So ein AKW schafft locker 2 Grad mehr mit seinem K&uuml;hlwasserverbrauch. Hier ist es erdbeben- und terrorismussicher, denn die Araber machen hier Urlaub und nicht Glaubenskrieg. Den Atomm&uuml;ll k&ouml;nnte man gleich nebenan am Schliersee zwischenlagern, denn in Hausham sind noch alte Stollen vom Kohleabbau vorhanden. Gerade in Rottach etwa sehe ich noch viel Platz, auf halbem Weg zwischen dem Ort und dem Klausurgeb&auml;ude der CSU in Kreuth, die damit ihre N&auml;he und den Willen zur Atomkraft eindrucksvoll unter Beweis stellen k&ouml;nnte. Sollte es einen GAU und Fallout geben, liegt im Westen und S&uuml;den die menschenleere W&uuml;stnis der Tiroler Vorbalkans,&nbsp;und &Ouml;sterreicher standen hier noch nie unter Artenschutz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/faz-community.faz.net\/blogs\/stuetzen\/archive\/2010\/08\/27\/ein-kernreaktor-fuer-den-tegernsee.aspx\">Faz-Community<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Sarrazenaten<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kein Kopftuchm&auml;dchen<\/strong><br>\nDie Deutscht&uuml;rkin Aylin Selcuk verklagt Thilo Sarrazin wegen Volksverhetzung. Der habe den Rassismus salonf&auml;hig gemacht, sagt die Zahnmedizinstudentin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/panorama\/kein-kopftuchmaedchen\/-\/1472782\/4592000\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Rechtspopulismus pur<\/strong><br>\nAls rechtspopulistisch werden Bestrebungen bezeichnet, die den Dualismus von &bdquo;Volk&ldquo; (im Sinne von &bdquo;ethnos&ldquo; oder &bdquo;demos&ldquo;), &bdquo;Bev&ouml;lkerung&ldquo; oder &bdquo;m&uuml;ndigen B&uuml;rgern&ldquo; und &bdquo;Elite&ldquo;, &bdquo;Staatsb&uuml;rokratie&ldquo; oder &bdquo;politischer Klasse&ldquo; zum Dreh- und Angelpunkt machen.<br>\nSarrazins ganzes Denken kreist um Deutschland und das &bdquo;eigene&ldquo; Volk. Das von Sarrazin besetzte Thema der &bdquo;Islamisierung&ldquo; r&uuml;cken alle Rechtsau&szlig;engruppierungen seit geraumer Zeit in den Mittelpunkt ihrer Agitation und Propaganda: von der &bdquo;PRO&ldquo;-Bewegung &uuml;ber die REPublikaner, die DVU und die NPD bis zu den Neonazi-Kameradschaften.<br>\nNur ein aufgrund seiner herausgehobenen beruflichen Stellung prominenter Demagoge wie Sarrazin ist jedoch in der Lage, b&uuml;rgerlich-seri&ouml;s aufzutreten und Verb&uuml;ndete in etablierten Kreisen zu finden, obwohl es ihm haupts&auml;chlich um die Befriedigung seiner pers&ouml;nlichen Eitelkeit durch permanente Medienpr&auml;senz gehen d&uuml;rfte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/rechtspopulismus-pur\/-\/1472596\/4598620\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Wilhelm Heitmeier, Soziologe Universit&auml;t Bielefeld<\/strong><br>\nNach Ansicht des Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer bedient Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin mit der Wortwahl bei seinen umstrittenen Thesen zur Integrationspolitik &bdquo;eindeutig ein rechtspopulistisches Potenzial&ldquo;.<br>\nUnabh&auml;ngig von der kritisierten Rhetorik sieht Heitmeyer tats&auml;chlich erhebliche Probleme bei der Integration. Da habe man sich &bdquo;jahrelang selber etwas in die Tasche gelogen&ldquo;. Es sei allerdings auch politisch lange verhindert worden, sich fr&uuml;hzeitig um ein Integrationskonzept f&uuml;r die von der Industrie ausgesuchten Migrantengruppen zu k&uuml;mmern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/interview-der-woche\/-\/id=659202\/nid=659202\/did=6633964\/rps7oj\/index.html\">SWR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Roland Koch &ndash; Der letzte Ruchlose<\/strong><br>\nWarum der Politiker Roland Koch alles andere als ein Konservativer ist. Und ich seinen Abschied am kommenden Montag deshalb nicht bedauern muss. Dass Roland Koch ein Politiker mit Prinzipien sei, war mir bis dahin noch nicht aufgefallen. Zweimal, 1999 und 2008, f&uuml;hrte er Wahlkampagnen mit einem Ressentiment gegen Einwanderer. Als der Versuch beim zweiten Mal erfolglos blieb, legte er gro&szlig;en Wert darauf, dass ihm dieses Ressentiment nicht selbst eigen sei. Er hatte es also nur benutzt. Eine solche Biegsamkeit allein reicht jedoch nicht aus, um von den politischen Kommentatoren des Landes als konservativ ger&uuml;hmt zu werden. Es muss eine zweite Tugend hinzukommen: Ruchlosigkeit. Wer nicht bereit ist, sich notfalls auch &uuml;ber die Menschenw&uuml;rde anderer hinwegzusetzen und eigenen Prinzipien zuwiderzuhandeln, hat wenig Chancen auf das ehrende Etikett. Konservativ zu sein hei&szlig;t hierzulande, die niederen Instinkte eines Kleinb&uuml;rgertums zu bedienen. Sich bereitwillig einer F&uuml;hrungsfigur unterzuordnen, wie auch immer sie hei&szlig;en mag. Die eigenen Fehler zu sp&auml;t zu erkennen und den Schaden hinterher zu beklagen. Wie Roland Koch nach seinem letzten Wahlkampf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2010%2F08%2F28%2Fa0009&amp;cHash=54e0f64074\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Seine Biegsamkeit bezeugt Roland Koch auch im Fall Sarrazin. Statt sich klar zu distanzieren, kommt wieder so ein &ldquo;Ja, aber&rdquo; heraus: &bdquo;Er spricht in diesen Tagen durchaus vorhandene Probleme an, denen die Gesellschaft nicht ausweichen darf. Ihm selbst geht es aber offenbar nur noch um Verbalradikalismus und Tabubr&uuml;che.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bildungsmotivation bei t&uuml;rkischen Familien besonders stark<\/strong><br>\nDie Bildungssituation vieler t&uuml;rkischer Kinder in Deutschland ist nach wie vor schlecht. An Haupt- und Sonderschulen sind sie &uuml;berrepr&auml;sentiert, nur relativ wenige schaffen dagegen den Sprung auf das Gymnasium. Die Motivation der t&uuml;rkischen Bev&ouml;lkerungsgruppe ist daf&uuml;r allerdings nicht verantwortlich. Das belegen Forschungsergebnisse des Soziologen Dr. J&ouml;rg Dollmann vom Mannheimer Zentrum f&uuml;r Europ&auml;ische Sozialforschung (MZES) der Universit&auml;t Mannheim.<br>\nIn seiner Doktorarbeit &ldquo;T&uuml;rkischst&auml;mmige Kinder am ersten Bildungs&uuml;bergang. Prim&auml;re und sekund&auml;re Herkunftseffekte&rdquo; zeigt Dollmann unter anderem: Bei gleichen Leistungen und vergleichbarem sozialen Hintergrund wechseln t&uuml;rkischst&auml;mmige Grundschulkinder h&auml;ufiger auf anspruchsvollere Schultypen, als Kinder ohne Migrationshintergrund. Vor allem die Hauptschule wird seitens der T&uuml;rkischst&auml;mmigen m&ouml;glichst gemieden, sofern es die Leistungen der Kinder zulassen: So ist die Chance, auf die Realschule anstatt auf die Hauptschule zu wechseln f&uuml;r T&uuml;rken etwa dreimal h&ouml;her als f&uuml;r Grundschulabg&auml;nger ohne Migrationshintergrund.<br>\n&ldquo;Eine &auml;hnliche Tendenz l&auml;sst sich auch f&uuml;r den Besuch des Gymnasiums im Vergleich zur Realschule feststellen&rdquo;, erkl&auml;rt Dollmann. &ldquo;Hier ist der Unterschied zwischen Deutschst&auml;mmigen und T&uuml;rken allerdings weniger deutlich und statistisch nicht signifikant. Insgesamt aber streben die t&uuml;rkischen Grundschulkinder und ihre Familien bei gleichen Voraussetzungen eher die h&ouml;heren Schularten an.&rdquo; Ob sich die Kinder dort auch behaupten k&ouml;nnen, m&uuml;sse noch in k&uuml;nftigen Studien untersucht werden.<br>\nVerantwortlich f&uuml;r das insgesamt dennoch schlechtere Abschneiden der t&uuml;rkischen Schulkinder am ersten Bildungs&uuml;bergang ist nach Aussage des Soziologen insbesondere die nachteiligere Kompetenzentwicklung in den ersten Schuljahren sowie die ung&uuml;nstigere soziale Situation der Kinder. Dazu z&auml;hlen beispielsweise das Bildungsniveau der Eltern und der sozio&ouml;konomische Status der Familien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news383310\">idw<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Sicherungsverwahrung: &bdquo;Supermoderne Einrichtung als Sackgasse&ldquo;<\/strong><br>\nExperten warnen vor neuen Pl&auml;nen zur Sicherungsverwahrung &ndash; die L&auml;nder k&uuml;ndigen ein eigenes Konzept an. Unklar ist, ob die geplanten Regeln gegen die Menschenrechtskonvention versto&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/-supermoderne-einrichtung-als-sackgasse-\/-\/1472596\/4595312\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Wulff &ldquo;nicht gl&uuml;cklich&rdquo; &uuml;ber Villenurlaub auf Mallorca<\/strong><br>\nBundespr&auml;sident Christian Wulff zeigt sich zerknirscht &uuml;ber seinen Urlaub in der f&uuml;rstlichen Villa des Unternehmers Carsten Maschmeyer auf Mallorca. Nach Informationen des SPIEGEL reagierte er nun auf die Irritationen und lie&szlig; eine Referatsleiterin einen Brief schreiben, aus dem ein wenig Reue spricht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,714372,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Irak-Krieg: Am Anfang stand die L&uuml;ge<\/strong><br>\n&ldquo;USA beenden Kriegseinsatz im Irak&rdquo;, springt die Titelseite der SZ dem Betrachter ins Auge. Im Bildtext findet die frohe Botschaft noch ihre Erg&auml;nzung: &bdquo;Im Irak verbleiben nun noch etwa 50.000 US-Soldaten, die jedoch vor allem die irakische Armee ausbilden und beraten, nicht mehr selbst k&auml;mpfen sollen.&ldquo; Diese Aussagen sind es wert, &uuml;berpr&uuml;ft zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=15556\">NRHZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Akte Kongo<\/strong><br>\nDie bisher umfangreichste Untersuchung von Kriegsverbrechen in der Demokratischen Republik Kongo ist vorab lanciert worden und hat eine diplomatische Krise ausgel&ouml;st. Der 515-seitige Entwurf des noch unver&ouml;ffentlichten Abschlussberichts einer UN-Untersuchungskommission &uuml;ber &ldquo;die schwersten Verletzungen der Menschenrechte und des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts auf dem Staatsgebiet der Demokratischen Republik Kongo zwischen M&auml;rz 1993 und Juni 2003&rdquo;, der auch der taz vorliegt, listet detailliert 617 &ldquo;Vorf&auml;lle&rdquo; auf, von der Entf&uuml;hrung von Einzelpersonen bis zu Massakern an hunderten Zivilisten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2010%2F08%2F28%2Fa0159&amp;cHash=f632cfd28f\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sicherlich ist es zu begr&uuml;&szlig;en, dass es Untersuchungen zu Kriegsverbrechen im Kongo gibt, aber das eigentliche Kriegsverbrechen ist der Krieg selbst. Das International Rescue Committee kommt in seinen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass der Kongokrieg zwischen August 1998 und April 2007 bereits 5,4 Mio. <a href=\"http:\/\/www.theirc.org\/sites\/default\/files\/migrated\/resources\/2007\/2006-7_congomortalitysurvey.pdf\">Todesopfer forderte [PDF &ndash; 1.1 KB]<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>DIHK-Pr&auml;sident fordert Verteidigung der Handelswege<\/strong><br>\n&Auml;hnliche Aussagen hatten bereits Ex-Bundespr&auml;sident K&ouml;hler in Bedr&auml;ngnis gebracht: DIHK-Pr&auml;sident Driftmann hat den Einsatz der Bundeswehr zur Verteidigung der Handelswege gefordert. Zu den neuen Aufgaben der Armee geh&ouml;re auch die Wahrung der wirtschaftlichen Interessen, sagte er.<br>\nDriftmann ist auch Vize-Vorsitzender der Expertenkommission zur Reform der Bundeswehr und forderte, diese m&uuml;sse sich &ldquo;dringend den neuen Anforderungen stellen&rdquo;. F&uuml;r Deutschland als Exportland &ldquo;w&auml;re es eine Katastrophe, wenn die Handelswege, insbesondere nach S&uuml;dostasien, dauerhaft eingeschr&auml;nkt oder bedroht w&auml;ren&rdquo;, erkl&auml;rte Driftmann. &ldquo;Die d&uuml;rfen wir nicht Piraten &uuml;berlassen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,714436,00.html#ref=rss\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Volker Pispers, bis jetzt waren alle Gesetze von Schwarz-Gelb v&ouml;llig zustimmungsfrei<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/radio\/wdr2\/westzeit\/detail.phtml?id=493439\">WDR 2<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Das Letzte: Kapitalgedeckter Formtiefausgleichsfaktor<\/strong><br>\nDie Versicherungsbranche hat ein neues Bet&auml;tigungsfeld entdeckt.<br>\nEs geht dabei um die sogenannte Lohnvorschussausfallversicherung. Schon das Wort allein verr&auml;t viel &uuml;ber die Monstrosit&auml;t der Aff&auml;re. Und weil auf so was kein aufrechter Bundesbeamter kommen kann, holte Schr&ouml;der zur Entwicklung des Konzepts den Rat der N&uuml;rnberger Versicherung und der MaschmeyerR&uuml;rup AG ein. Woran sich jahrelang in Berlin niemand st&ouml;rte, setzt die Ministerin nun unter Rechtfertigungsdruck.<br>\nDie Lohnvorschussausfallversicherung ist Teil ihres Konzepts zur Pflegezeit.<br>\nZwar versteht man leicht, dass hier Sicherheit f&uuml;r die Unternehmen geschaffen werden soll. Warum das aber gleich zum Zuverdienst f&uuml;r die Versicherungswirtschaft werden muss, ist nicht so einleuchtend. Au&szlig;er nat&uuml;rlich, man arbeitet f&uuml;r eine Versicherung oder hat &ndash; wie Carsten Maschmeyer &ndash; den Finanzvertrieb AWD gegr&uuml;ndet. Dem Maschmeyer konnte sein Duzfreund Gerhard Schr&ouml;der damals im Jahr 2000 kein sch&ouml;neres Geschenk machen als die Riester-Rente.<br>\nSeit diesem Verkaufsschlager aber wartet die Branche auf den n&auml;chsten gro&szlig;en Hit aus Berlin.<br>\nDabei w&auml;re das Potenzial unendlich, wenn man versuchen w&uuml;rde, alle Unw&auml;gbarkeiten der stets heiklen Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu versilbern. Die Lasten von Krankheitstagen k&ouml;nnten etwa durch eine Lohnfortzahlungsmehrbelastungsabsicherung ged&auml;mpft werden.<br>\nIm Angebot w&auml;re dann auch der k&uuml;ndigungsfristbedingte Doppelbesetzungsausgleich, wenn eine Personalabteilung mal wieder eine fristgerechte K&uuml;ndigung verschl&auml;ft. Oder ein kapitalgedeckter Formtiefausgleichsfaktor, um endlich des Problems Herr zu werden, dass jeder mal einen schlechten Tag hat. Oder ein Gewerkschaftsbeitrittsablasshandel. Wie alle anderen Instrumente: selbstverst&auml;ndlich arbeitnehmerfinanziert.<br>\nSp&auml;testens nach diesem Ma&szlig;nahmenkatalog l&auml;ge allerdings eine Assekuranz f&uuml;r das politische F&uuml;hrungspersonal nahe: die Lobbyismusverdachtabwehrversicherung. Die w&uuml;rde das Gehalt fortzahlen, wenn ein Minister aus Lobbygr&uuml;nden vor Ende der Legislaturperiode zur&uuml;cktritt. Ganz unb&uuml;rokratisch, versteht sich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/politik\/artikel\/0,2828,711596,00.html\">manager-magazin<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Europa droht die Deflation; Folgen der &bdquo;Reformen&ldquo; in Griechenland; Industrie lehnt &raquo;Equal Pay&laquo; ab; L&uuml;genbrevier im Gesundheitswesen; gegen Geheimvertr&auml;ge bei PPP; Kernreaktor f&uuml;r den Tegernsee; Sarrazenaten; starke Bildungsmotivation bei T&uuml;rken; Sicherungsverwahrung als Sackgasse; Urlaub bei Maschmeyers; Irak-Krieg; die Akte Kongo; Verteidigung der Handelswege; Volker Pispers: bis jetzt waren alle<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6606\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6606","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6606","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6606"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6606\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6617,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6606\/revisions\/6617"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6606"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6606"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6606"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}