{"id":66162,"date":"2020-10-26T08:06:35","date_gmt":"2020-10-26T07:06:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162"},"modified":"2020-10-26T08:06:35","modified_gmt":"2020-10-26T07:06:35","slug":"hinweise-des-tages-3726","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h01\">&ldquo;Im schlimmsten Fall kollabiert unsere Weltordnung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h02\">15 Jahre Hartz-Reformen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h03\">Aktiengeschenk: D&ouml;pfners Steuercoup<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h04\">Wer darf ein Journalist sein?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h05\">&ldquo;Biden war eine Schl&uuml;sselfigur des Rechtsrucks der Demokraten&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h06\">Biden: Systemkonkurrenz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h07\">Deutschland muss zeigen, dass es kein Trittbrettfahrer ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h08\">&bdquo;Ich sehe partielle Blindheit bis hin zu Staatsversagen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h09\">Streitfall Verm&ouml;genssteuer &ndash; Defizite in der Medienberichterstattung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h10\">Corona-Schock f&uuml;r den Mittelstand: 1,1 Millionen Arbeitspl&auml;tze in Gefahr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h11\">Die Unordnung der Wohlfahrtsproduktion in Zeiten von Corona<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h12\">Behinderung von Betriebsr&auml;ten: Forscher beleuchten Strategien von Arbeitgebern &ndash; und wie sich Besch&auml;ftigte wehren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h13\">Schluss mit dem aktionistischen &Uuml;bereifer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h14\">Gericht kippt die Sperrstunde in Osnabr&uuml;ck &ndash; die Sperrstunde bleibt trotzdem &ndash; mit Kommentar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h15\">Viel Geld f&uuml;r Ex-Vorst&auml;nde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h16\">Neues BND-Gesetz: Freibrief zur &Uuml;berwachung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h17\">Nowitschok und das geheime russische Chemiewaffenprogramm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66162#h18\">George Orwell hatte doch recht: Neusprech ist &uuml;berall<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&ldquo;Im schlimmsten Fall kollabiert unsere Weltordnung&rdquo;<\/strong><br>\nDas Coronavirus ersch&uuml;ttert die Welt, ist aber nicht mehr die einzige globale Gefahr: Der Historiker Yuval Noah Harari erkl&auml;rt im t-online-Interview, warum der Menschheit jetzt die totale &Uuml;berwachung droht.<br>\nDie Corona-Krise stellt die Welt auf den Kopf, aber sie markiert m&ouml;glicherweise nur den Anfang einer neuen &Auml;ra: die der totalen &Uuml;berwachung aller Menschen. Sagt Yuval Noah Harari, einer der profiliertesten Vordenker unserer Zeit. Was jetzt noch wie Science-Fiction klingt, k&ouml;nnte schon bald Wirklichkeit werden &ndash; und dabei k&ouml;nnte es nicht bleiben.<br>\nDer israelische Historiker und Bestsellerautor h&auml;lt es f&uuml;r denkbar, dass sich die Menschheit angesichts des dramatischen technologischen Fortschritts aufspaltet: in wenige Privilegierte, die alle Reicht&uuml;mer und Vorteile neuer Technologien nutzen k&ouml;nnen, und in eine riesige &ldquo;nutzlose Kaste&rdquo; von Menschen, die irgendwann aus dem Lauf der Geschichte verschwindet. [&hellip;]<br>\nNehmen wir an, die Corona-Lage versch&auml;rft sich nun weiter. Oder irgendwann gibt es eine andere gef&auml;hrliche Pandemie. Dann k&ouml;nnten Regierungen und B&uuml;rger vor die Wahl gestellt werden: Entweder man macht einen erneuten Lockdown, die Wirtschaft leidet massiv, und im schlimmsten Fall verlieren Sie so wie Tausende andere Menschen Ihre Arbeit. Oder Sie willigen ein, dass der Staat Sie ab sofort vollst&auml;ndig &uuml;berwachen darf, um bei einem Kontakt mit einem Infizierten sofort einschreiten zu k&ouml;nnen. Wie w&uuml;rden Sie sich entscheiden?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/wissen\/geschichte\/id_88582030\/harari-zur-pandemie-corona-hat-das-potential-die-welt-besser-zu-machen-.html?wa\">T-Online.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>15 Jahre Hartz-Reformen<\/strong><br>\nEin Gesetz hat vor f&uuml;nfzehn Jahren schlagartig die Lebenswirklichkeit von Millionen ver&auml;ndert. Heute, nur ein paar Jahre sp&auml;ter, ist daraus das neue &ldquo;Normal&rdquo; geworden, das nicht mehr als Wirkung eines politischen Willens wahrgenommen wird. Was damals mit welcher politischen Berechnung als neue Bedingung, nach der sich alle zu richten haben, fixiert wurde, ist l&auml;ngst v&ouml;llig aus dem Blick geraten &ndash; eine Feststellung, die nicht alleine f&uuml;r die Geschichte der Hartz-Gesetze gilt. (&hellip;)<br>\nDie Eingliederung der gesamten DDR-&Ouml;konomie in die Bundesrepublik Deutschland f&uuml;hrte die eigens daf&uuml;r geschaffene &ldquo;Treuhandanstalt&rdquo; durch. Ihre Aufgabe bestand darin, das ehemalige sozialistische &ldquo;Volkseigentum&rdquo; in privates Eigentum zu verwandeln. Nach der Verhei&szlig;ung des bundesdeutschen Kanzlers Kohl sollten so &ldquo;bl&uuml;hende Landschaften&rdquo; entstehen. Verschiedene Vorstellungen und Planungen &uuml;ber den &ouml;konomischen Umbau aus der Endphase der noch souver&auml;nen DDR (Anteilsscheine an Betriebsangeh&ouml;rige\/staatliche Dachholding) wurden dabei verdr&auml;ngt zugunsten der von der BRD-F&uuml;hrung einzig erw&uuml;nschten L&ouml;sung: schnelle Privatisierung durch marktwirtschaftlich erfahrene Westmanager. (&hellip;)<br>\nMit allen erdenklichen sozialstaatlichen Konstruktionen (Kurzarbeit Null, Fr&uuml;hverrentung, Besch&auml;ftigungsgesellschaften, Qualifizierungsprogramme der Arbeits&auml;mter) versuchte die Kohl-Regierung, die Massenentlassungen auf dem Gebiet der fr&uuml;heren DDR in statistisch unauff&auml;lligere Formen zu &uuml;berf&uuml;hren und soziale Proteste durch zeitliche Streckung und eine Individualisierungsstrategie zu verhindern. Trotzdem blieben Demonstrationen und Proteste nicht aus &ndash; es bildeten sich erneut &ldquo;Montagsdemonstrationen&rdquo;, nun als Opposition gegen die Betriebsschlie&szlig;ungen. (&hellip;)<br>\nDie Arbeitslosenzahlen im Gebiet der ehemaligen DDR stiegen von 1990 an auf einen H&ouml;chststand von &uuml;ber 22% Anfang des Jahres 2005. Parallel dazu wanderten zwei Millionen Menschen von Ost nach West, was in diesem Fall niemand als &ldquo;Abstimmung mit den F&uuml;&szlig;en&rdquo; &uuml;ber deren neues, freies Vaterland nehmen sollte. Die neuen Bundesb&uuml;rger wandern ja in aller Freiheit lediglich ihren Arbeitspl&auml;tzen hinterher und machen so sachgem&auml;&szlig;en Gebrauch von der grundgesetzlich gew&auml;hrten Freiz&uuml;gigkeit im vergr&ouml;&szlig;erten Bundesgebiet. Die Geburtenrate, die in der DDR zuvor bei 1,6 Kindern gelegen hatte (BRD 1,3) brach in den neuen Bundesl&auml;ndern stark ein und erreicht 1994 mit 0,7 Kindern ihren tiefsten Wert. (&hellip;)<br>\nDie vereinigungsbedingte Sonderkonjunktur der westdeutschen Wirtschaft, die den &ldquo;Zonis&rdquo; die ersehnten Westwaren, insbesondere Autos, verkaufen konnte, sorgte in den ersten Jahren der 1990er noch f&uuml;r eine gewisse Entlastung am Arbeitsmarkt und in den Sozialkassen, doch dann setzten auch im Westen erneut Entlassungen und Rationalisierungsinvestitionen als unternehmerische Antwort auf Absatzprobleme ein. Die Arbeitslosenzahlen wurden kontinuierlich gr&ouml;&szlig;er &ndash; im Jahr 2005 wurden (neben einer Dunkelziffer nicht gemeldeter) etwa 5 Millionen regierungsamtlich gez&auml;hlt. Die &ldquo;schwarzen L&ouml;cher&rdquo; in s&auml;mtlichen Kassen wuchsen konstruktionsbedingt mit. Damit stieg der Zuschuss, den der nun endlich &ldquo;alternativlose&rdquo; Weststaat aus seinen Haushaltsmitteln in die Arbeitslosen- und vor allem Rentenkasse zu leisten hatte.<br>\nMit ihm wuchs das staatliche Bed&uuml;rfnis nach durchgreifenden Reformen auf diesem Feld.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/15-Jahre-Hartz-Reformen-4933395.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Lutz Hausstein:<\/strong> Ein vielgesprechender Einstieg in die dreiteilige Serie. Man darf auf die folgenden 2 Teile gespannt sein.<\/em><\/p>\n<p><em>Berechtigterweise wird zum Anfang darauf hingewiesen, dass das diesj&auml;hrige &ldquo;Jubil&auml;um&rdquo; keinerlei Resonanz mehr in der medialen &Ouml;ffentlichkeit erzeugt. Die Agenda 2010 &ndash; und mit ihr Hartz IV &ndash; sind zur neuen &ldquo;Normalit&auml;t&rdquo; in Deutschland geworden. Darauf zielt ja auch das gerade von der SPD immer wieder ge&auml;u&szlig;erte &ldquo;Argument&rdquo;, man m&uuml;sse &uuml;ber Hartz IV nicht mehr reden, da das ja schon so lange zur&uuml;ckliege. Nein, werte Genossen mit SPD-Parteibuch: Solange Hartz IV noch gilt und trauriger Alltag in Deutschland ist, liegt gar nichts zur&uuml;ck. Damals wie heute gilt: Hartz IV ist himmelschreiendes Unrecht!<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Aktiengeschenk: D&ouml;pfners Steuercoup<\/strong><br>\nDas w&auml;re mal eine Bild-Schlagzeile gewesen: &raquo;Springer-Chef prellt den Staat um eine halbe Milliarde&laquo;. Sch&ouml;ner Traum. Ist ja wohl auch alles legal. Dabei ragt der Steuercoup an der Spitze des Axel-Springer-Konzerns auch im skandalreichen Deutschland weit hervor. &hellip;. Frau Springer hatte deshalb eine Woche vor dem Verkauf besagte 4,1 Prozent an ihre Friede-Springer-Stiftung &uuml;bertragen. Die ist als gemeinn&uuml;tzig anerkannt und muss weder Schenkungs- noch Einkommenssteuer zahlen. D&ouml;pfner hat seine Anteile formal von der Stiftung gekauft, der Fiskus geht leer aus. &hellip;. Friede Springer hat D&ouml;pfner nicht nur 15 Prozent Aktien geschenkt, sondern ihm auch das Stimmrecht f&uuml;r ihre verbleibenden Anteile von rund 22 Prozent einger&auml;umt. Der Manager kontrolliert damit mehr als 44 Prozent und kommt &uuml;ber die 25-Prozent-Schwelle. Und deshalb kann er eine &raquo;Verschonungsbedarfspr&uuml;fung&laquo; beantragen. Wenn sein Privatverm&ouml;gen kleiner ist als der f&auml;llige Steuerbetrag, kann dieser erlassen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mmm.verdi.de\/medienwirtschaft\/aktiengeschenk-doepfners-steuercoup-69089\">NMM<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wer darf ein Journalist sein?<\/strong><br>\nDer Auslieferungsprozess von Julian Assange &ndash; Akt 3<br>\nDie USA wollen, dass Julian Assange ausgeliefert wird. Der Vorwurf lautet unter anderem: Beihilfe zur Spionage und Anstiftung zum Geheimnisverrat. Assange drohen 175 Jahre Haft &ndash; oder gar die Todesstrafe. Der Prozess in London hat begonnen, ZackZack rekonstruiert Tag 3 eines Theaterst&uuml;cks.<br>\nDer dritte Tag beginnt mit der Aussage von Paul Rogers, einem Politikwissenschaftler, spezialisiert auf Sicherheitsthemen. Rogers macht klar, dass Julian Assange selbstverst&auml;ndlich politisch agiere und auch als politischer Gegner der aktuellen US-Regierung wahrgenommen werden will. Er sei aber aus Sicht von Rogers kein Feind der USA, sondern ausschlie&szlig;lich der Regierungspolitik.<br>\nIm Dienste der &Ouml;ffentlichkeit<br>\nDurch die Ver&ouml;ffentlichungen, die auf Wikileaks zu den Kriegen in Afghanistan und dem Irak erschienen sind, habe sich die offizielle Erfolgs-Propaganda als falsch herausgestellt, sagt Rogers. Es seien dabei auch Details ans Tageslicht gekommen, die sonst nirgends verf&uuml;gbar oder &ouml;ffentlich seien. Somit habe Wikileaks auch dazu beigetragen, dass seither eine h&ouml;here &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit f&uuml;r Kriegsthemen herrsche, und dass Transparenz und klare Verantwortlichkeit zu einer verbesserten Lage bei Menschenrechten und Demokratie f&uuml;hren w&uuml;rden.<br>\nDie Aussage von Rogers steht diametral der Anklage gegen&uuml;ber, die in Assange einen gef&auml;hrlichen Feind der USA sieht. Der Prozess, gerade mit Blick auf die Feindseligkeit im Saal, ist f&uuml;r Beobachter exemplarisch f&uuml;r die aktuelle Politik in den gespaltenen USA.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zackzack.at\/2020\/10\/24\/wer-darf-ein-journalist-sein-der-auslieferungsprozess-von-julian-assange-akt-3\/\">ZackZack<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&ldquo;Biden war eine Schl&uuml;sselfigur des Rechtsrucks der Demokraten&rdquo;<\/strong><br>\nBranko Marcetic hat eine kritische Biografie &uuml;ber Joe Biden geschrieben. Wie kaum ein anderer stand dieser f&uuml;r die Abkehr der Demokraten von sozialstaatlichen Prinzipien. [&hellip;]<br>\nBiden wurde politisch in den Siebzigerjahren gepr&auml;gt, als die New-Deal-Koalition zerbrach, die unter der Pr&auml;sidentschaft Franklin D. Roosevelts in den Drei&szlig;igern den Wohlfahrtsstaat etabliert hatte. Er geh&ouml;rte zu denjenigen Demokraten, die sich f&uuml;r eine Abkehr vom New Deal einsetzten und sich der Haltung anschlossen, dass der Staat sich zur&uuml;ckhalten solle, anstatt aktiv dabei zu helfen, das Leben der Menschen zu verbessern. [&hellip;]<br>\nBiden schlug zum Beispiel Ende der Siebzigerjahre vor, dass s&auml;mtliche staatlichen Wohlfahrtsprogramme, inklusive der Rentenversicherung, alle f&uuml;nf Jahre vom Kongress verl&auml;ngert werden m&uuml;ssen oder sonst automatisch abgeschafft werden. Man muss sich mal vorstellen, wie radikal das ist. Unz&auml;hlige Sozialprogramme w&auml;ren verschwunden. Gl&uuml;cklicherweise scheiterte er. Aber sp&auml;ter stimmte er f&uuml;r Ronald Reagans Steuersenkungen und f&uuml;r Budgetk&uuml;rzungen im sozialen Bereich und versuchte mehrfach, einen Stopp jeglicher Ausgabenerh&ouml;hungen durchzusetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2020-10\/branko-marcetic-joe-biden-biografie-us-wahl\/komplettansicht\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers Jan Scriba:<\/strong> Leider ist der Blick aus Europa auf Biden zu sehr von dem Wunsch verzerrt, Trump aus dem Amt zu werfen. Da ist wohl jeder Kandidat der Demokraten recht und so glorifiziert der weitaus gr&ouml;&szlig;ere Teil der Medien Biden quasi als Messias. &nbsp;Mit Biden w&uuml;rde man wohl mehr Manieren ins White House w&auml;hlen, aber ob sich die US-Agenda innen- und \/ oder au&szlig;enpolitisch deswegen &auml;ndern wird, ist sehr zu bezweifeln.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Biden: Systemkonkurrenz<\/strong><br>\nIm neuen Metis-Papier aus der Bundeswehr-Universit&auml;t M&uuml;nchen wird &uuml;ber den Kurs einer m&ouml;glichen Biden-Regierung nach den anstehenden US-Wahlen spekuliert. Dabei wird davon ausgegangen, dass auch bei einem Machtwechsel der Konfrontationskurs gegen&uuml;ber China beibehalten werden d&uuml;rfte: &bdquo;In seinem Beitrag in &sbquo;Foreign Affairs  vom M&auml;rz 2020 deutet Biden an, was das bestimmende Thema seiner Au&szlig;enpolitik sein wird: die Systemkonkurrenz zwischen Demokratien und Autokratien. [&hellip;] Der US-Fokus auf China als prim&auml;rem autokratischem Kontrahenten wird unter Biden bestehen bleiben.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2020\/10\/23\/biden-systemkonkurrenz\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutschland muss zeigen, dass es kein Trittbrettfahrer ist<\/strong><br>\nAmerika ist frustriert: Deutschland stellt sich nicht den strategischen Realit&auml;ten der Autokraten. Das sollte sich &auml;ndern &ndash; egal, ob der Pr&auml;sident Biden oder Trump hei&szlig;t. (&hellip;)<br>\nDie Auffassung von Deutschland als Trittbrettfahrer, der nicht bereit ist, die strategischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzugehen, setzt sich auch in der politischen Landschaft Amerikas durch. Von republikanischen Senatoren wie Ted Cruz und Tom Cotton bis hin zu den Demokraten. Sie sind frustriert, dass Deutschland darauf besteht, mit Nordstream 2 fortzufahren und formulieren weitgehend die gleiche Kritik: Berlin muss seine Werte vor seine wirtschaftlichen Interessen stellen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2020-10\/deutsch-amerika-beziehung-us-wahl-aussenpolitik-joe-biden\/komplettansicht\">Jamie Fly in Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.L.:<\/strong> Einen groesseren Verriss der Realit&auml;t habe ich schon lange nimmer gelesen. Da kann ich nur den Kopf sch&uuml;tteln. Deutschland soll sich den USA gegen&uuml;ber beweisen? Auf Linie kommen? Ganz ehrlich, wenn die USA nicht mehr Deutschland als willigen Untergebenen sehen, von Partnerschaft war in den letzten Jahren eh nix zu sp&uuml;ren, bitte sch&ouml;n. Dann ist das vielleicht unsere Chance, uns neu und weg vom US-Imperialismus aufzustellen, friedlich, nachhaltig, langfristig im Ausgleich mit allen Nationen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&bdquo;Ich sehe partielle Blindheit bis hin zu Staatsversagen&ldquo;<\/strong><br>\nEs braucht eine unabh&auml;ngige Polizeistudie, sagt der Soziologie Wilhelm Heitmeyer. Horst Seehofer kritisiert er scharf. (&hellip;)<br>\nHerr Heitmeyer, nach Krach in der Gro&szlig;en Koalition hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) diese Woche noch einmal klargestellt, dass es &bdquo;keine Rassismusstudie in der Polizei&ldquo; geben wird, wohl aber eine Untersuchung des Polizeialltags. Was halten Sie davon?<br>\nEntscheidend wird sein, ob ein seri&ouml;ses Forschungsdesign allein nach wissenschaftlichen Standards entwickelt und extern begutachtet wird. Sonst sind die Wissenschaftler nicht zu beneiden angesichts der Neigungen von Innenministerien, Eingriffe sowohl bei Fragestellungen als auch Interpretationen vorzunehmen. Der Ermittlung der Ausma&szlig;e von Rassismus sind angesichts der zur Zeit &uuml;berhitzten Debatte methodisch enge Grenzen gesetzt &ndash; anders sieht es bei den Mechanismen aus. Zwei Fragen sind wichtig: Welche Personen gehen zur Polizei? Welches Verhalten erzeugen die Risikokonstellationen im Polizeialltag einschlie&szlig;lich rassistischer Grenz&uuml;berschreitungen?<br>\nSeit Monaten str&auml;ubt sich Seehofer gegen eine unabh&auml;ngige Polizeistudie &ndash; trotz zahlreicher aufgeflogener Chatgruppen, rechtsradikaler Verdachtsf&auml;lle und auff&auml;lliger Adressabfragen von Polizeicomputern&hellip;<br>\nDaf&uuml;r habe ich kein Verst&auml;ndnis. Jede Gesellschaft hat ein Recht darauf zu wissen, was in den Institutionen vor sich geht, die sie selbst mit dem Gewaltmonopol, mit Macht und Waffen ausgestattet hat. Eine solche Abschottung sollte sich keine Gesellschaft bieten lassen. (&hellip;)<br>\nSeehofer argumentiert, er verwahre sich gegen einen Generalverdacht gegen die Polizei.<br>\nDas ist ein weiteres Ablenkungsman&ouml;ver, oder besser: ein Immunisierungsversuch gegen jede Kritik. Ich kenne keine einzige ernstzunehmende Stimme, die einen Generalverdacht ausspricht. Der Minister verwahrt sich also gegen ein Argument, das &uuml;berhaupt niemand anf&uuml;hrt &ndash; und m&ouml;chte so eine echte Diskussion verhindern. ich kann bei ihm kein Interesse an der Sache erkennen, nur ein politisches Entlastungsinteresse. Seehofer und seine Juristen scheinen immer neue Varianten zu erfinden, um Verz&ouml;gerungen zu erreichen. Dadurch sch&uuml;tzt der Verfassungsminister nicht die Polizei. Er erzeugt Misstrauen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/wilhelmheitmeyer-ueber-kampf-gegen-rechtsextremismus-ich-sehe-partielle-blindheit-bis-hin-zu-staatsversagen\/26303298.html\">Der Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Streitfall Verm&ouml;genssteuer &ndash; Defizite in der Medienberichterstattung<\/strong><br>\nTages- und Wochenzeitungen berichten eher wenig und dann meist ablehnend &uuml;ber Verm&ouml;gens- und Erbschaftssteuern in Deutschland. Das ist das zentrale Fazit von &bdquo;Streitfall Verm&ouml;genssteuer &ndash; Defizite in der Medienberichterstattung&ldquo;, der aktuellen Studie der Otto Brenner Stiftung.<br>\nDas ForscherInnenduo der Wirtschaftsuniversit&auml;t Wien, Hendrik Theine und Andrea Grisold, hat die Berichterstattung zur Verm&ouml;gens- und Erbschaftsbesteuerung in Deutschland &uuml;ber die vergangenen zwei Jahrzehnte akribisch analysiert und rund 10.000 Artikel aus sieben Tages- und Wochenzeitungen &ndash; von der FAZ &uuml;ber DER SPIEGEL bis zur taz &ndash; ausgewertet. Ihre Befunde zeigen Defizite in der Medienberichterstattung insbesondere in drei Bereichen auf: der Intensit&auml;t, der inhaltlichen Ausrichtung und der zu Wort kommenden Akteure.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/sie-moechten\/presseinfos-abrufen\/detail\/news\/streitfall-vermoegenssteuer\/news-a\/show\/news-c\/NewsItem\/news-from\/112\/\">OBS<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/fileadmin\/user_data\/stiftung\/02_Wissenschaftsportal\/03_Publikationen\/AP43_Vermoegenssteuer.pdf\">Arbeitspapier 43: Streitfall Verm&ouml;genssteuer &ndash; Defizite in der Medienberichterstattung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Corona-Schock f&uuml;r den Mittelstand: 1,1 Millionen Arbeitspl&auml;tze in Gefahr<\/strong><br>\nMehr als eine Million Jobs stehen bei Mittelst&auml;ndlern infolge der Corona-Krise auf der Kippe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der staatlichen F&ouml;rderbank KfW. Demnach planen 16 Prozent der kleinen und mittleren Firmen, in diesem Jahr die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren, um Kosten zu senken. Insgesamt k&ouml;nnte die Anzahl der Erwerbst&auml;tigen im Mittelstand um rund 3,3 Prozent abnehmen, hei&szlig;t es in dem am Donnerstag ver&ouml;ffentlichten KfW-Mittelstandspanel. &ldquo;Bis zum Jahresende 2020 k&ouml;nnte es zu einem Verlust von etwa 1,1 Millionen Arbeitspl&auml;tzen kommen&rdquo;, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi K&ouml;hler-Geib.<br>\n&ldquo;Trotz der Erholung im dritten Quartal sind die Gesch&auml;ftserwartungen f&uuml;r 2020 historisch schlecht&rdquo;, so K&ouml;hler-Geib weiter. Vor allem der Dienstleistungssektor rechnet mit einem Besch&auml;ftigungsabbau. (&hellip;)<br>\nNoch im vergangenen Jahr hatten die etwa 3,8 Millionen mittelst&auml;ndischen Firmen, die als R&uuml;ckgrat der deutschen Wirtschaft gelten, Umsatz und Mitarbeiterzahl gesteigert. Die Zahl der Besch&auml;ftigten erreichte der KfW zufolge mit 32,3 Millionen einen H&ouml;chststand. Die Ums&auml;tze stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent. Die KfW z&auml;hlt Firmen mit einem Umsatz von maximal 500 Millionen Euro j&auml;hrlich zum Mittelstand.<br>\n&ldquo;Nach einem f&uuml;r den deutschen Mittelstand weitestgehend gl&auml;nzenden Jahrzehnt (&hellip;) folgte im Fr&uuml;hjahr 2020 der Schock&rdquo;, hei&szlig;t es in der Analyse. Zwar hat sich die Stimmung seitdem aufgehellt, aber mehr als jedes zweite Unternehmen rechnet mit einem Umsatzr&uuml;ckgang in diesem Jahr. Insgesamt k&ouml;nnten die Erl&ouml;se um 545 Milliarden Euro einbrechen. (&hellip;)<br>\nIn der aktuellen Krise sind es gerade Unternehmen der sogenannten &ldquo;wissensintensiven Dienstleistungen&rdquo;, die &uuml;berdurchschnittlich h&auml;ufig planen, ihre Mitarbeiterzahl zu reduzieren. Rund jedes f&uuml;nfte Unternehmen in dieser Branche plant einen Abbau (versus 16 Prozent im gesamten Mittelstand) &ndash; und diesen sogar umfangreicher als in anderen Mittelstandssegmenten.<br>\nErf&uuml;llen sich die im September ge&auml;u&szlig;erten Erwartungen der kleinen und mittleren Unternehmen, k&ouml;nnten im gesamten verarbeitenden Gewerbe im Gesch&auml;ftsjahr 2020 rund 150.000 Arbeitspl&auml;tze verloren gehen, im Dienstleistungssektor sogar fast 750.000. Weitere 125.000 Stellen stehen im Handel auf der Kippe. Dagegen erscheint der m&ouml;gliche Abbau von rund 28.000 Besch&auml;ftigten im Baugewerbe fast moderat, so die KfW.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/wirtschaft\/108102-corona-schock-fur-mittelstand-massenarbeitslosigkeit\/\">RT Deutsch<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Unordnung der Wohlfahrtsproduktion in Zeiten von Corona<\/strong><br>\nAls Transfermechanismus und Sicherungssystem hat sich der Sozialstaat in der Coronakrise bew&auml;hrt. Teil des Sozialstaats sind aber auch Dienstleistungen, wie Kinderbetreuung und Altenpflege. Hier ist die Arbeitsteilung zwischen Staat und Haushalten an Grenzen gesto&szlig;en. [&hellip;]<br>\nAktuell bekommt die Phrase einen anderen Beiklang &ndash; zumindest was Deutschland angeht. Mit der Corona-Krise erfasst die zweite gro&szlig;e Krise in rund einem Jahrzehnt Wirtschaft und Gesellschaft. Wie schon in der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise steht der Sozialstaat f&uuml;r Stabilit&auml;t und Verl&auml;sslichkeit. Die Krise findet auf den ersten Blick rings um ihn herum statt. Zwar ist und bleibt richtig, dass soziale Sicherung nur beschr&auml;nkt gegen oder ohne die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt gestaltet werden kann: Die zu verteilenden Leistungen, also Transfers und Dienstleistungen, aber auch Rechtsanspr&uuml;che wie der Anspruch auf Elternzeit m&uuml;ssen erwirtschaftet werden bzw. k&ouml;nnen nur in einem bestimmten Kontext wie dem Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis eingel&ouml;st werden. Die Krise hat also mit Sicherheit R&uuml;ckwirkungen auf die soziale Sicherung, auf Sozialleistungen und ihre Finanzierung. Dennoch spricht einiges daf&uuml;r, dass der Sozialstaat zum derzeitigen Zeitpunkt nicht selber in der Krise steckt. Vielmehr hebt die Corona-Krise seine Notwendigkeit hervor: Der Sozialstaat tr&auml;gt dazu bei, Einkommen zu sichern, Stabilit&auml;t zu vermitteln und volkswirtschaftlich gesehen Konsum sicher zu stellen. Und nach einigen guten Jahren steht zumindest auf mittlere Sicht auch die Finanzierungsseite bisher nicht unter gro&szlig;em Druck. Hier ist auch ein Unterschied zu den fr&uuml;heren &bdquo;Krisen des Sozialstaats&ldquo; zu sehen: Damalige Analysen gingen von lang anhaltenden, strukturellen Krisen aus. Die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise und hoffentlich auch die Corona-Krise wirken dagegen eher als kurzfristige Schocks, denen beispielsweise mit dem Kurzarbeitergeld begegnet werden kann.<br>\nAllerdings ist dieser Blick auf den Sozialstaat verk&uuml;rzt. Denn der Sozialstaat ist Teil eines Systems von Institutionen und sozialen Beziehungen. Und mit Blick auf dieses System, das auch durch den Sozialstaat und seine Leistungen strukturiert wird, ist einiges in Unordnung geraten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.wsi.de\/de\/blog-17857-die-unordnung-der-wohlfahrtsproduktion-in-zeiten-von-corona-26756.htm\">WSI<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Behinderung von Betriebsr&auml;ten: Forscher beleuchten Strategien von Arbeitgebern &ndash; und wie sich Besch&auml;ftigte wehren<\/strong><br>\nIn der Regel arbeiten Betriebsr&auml;te und Manager hierzulande konstruktiv zusammen: Laut der aktuellen Betriebsr&auml;tebefragung der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung bewerten knapp 60 Prozent der Besch&auml;ftigtenvertreter das Verh&auml;ltnis zur Chefetage als &bdquo;sehr gut&ldquo; oder &bdquo;gut&ldquo;. In manchen Firmen h&auml;ngt der Haussegen allerdings dauerhaft schief: Dort versuchen Arbeitgeber systematisch, die betriebliche Mitbestimmung auszuhebeln.<br>\nMit welchen Strategien sie dabei vorgehen und was Arbeitnehmervertreter dem entgegensetzen k&ouml;nnen, haben Prof. Dr. Markus Hertwig und Oliver Th&uuml;nken von der Professur Soziologie mit Schwerpunkt Arbeit und Organisation an der Technischen Universit&auml;t Chemnitz zusammen mit Alrun Fischer und Sissy Morgenroth von der Beratungsgesellschaft AFB in ihrer neuen qualitativen Studie untersucht. Im Rahmen von Fallstudien haben sie Betriebsr&auml;te in 28 Unternehmen, zudem Manager und au&szlig;erbetriebliche Experten wie Gewerkschafter oder Rechtsanw&auml;lte befragt. Der Analyse zufolge reichen die Schikanen mitbestimmungsfeindlicher Arbeitgeber von gezielter Informationszur&uuml;ckhaltung bis hin zu K&uuml;ndigungen und Standortschlie&szlig;ungen. Wenn Betriebsr&auml;te dagegen juristisch vorgehen, m&uuml;ssen sie darauf achten, ihr Kerngesch&auml;ft nicht zu vernachl&auml;ssigen.<br>\nAngriffe auf die Mitbestimmung gebe es nicht nur in prek&auml;ren Dienstleistungsbranchen, sondern auch in der Industrie, schreiben die Forscher. Betroffen seien sowohl kleinere Unternehmen, deren Eigent&uuml;mer &bdquo;auf Grundlage einer patriarchalischen Sozialordnung herrschen&ldquo;, als auch multinationale Konzerne. Am wahrscheinlichsten seien aggressive Praktiken dort, wo es keine Tradition der Mitbestimmung gibt. Das gelte etwa f&uuml;r Start-ups, Betriebe in Regionen mit einer eher schwachen Mitbestimmungskultur oder Niederlassungen ausl&auml;ndischer Unternehmen.<br>\nDie Motive auf Arbeitgeberseite sind der Studie zufolge vielf&auml;ltig. Manche Chefs f&auml;nden Mitbestimmung zwar nicht grunds&auml;tzlich illegitim, aber bisweilen &bdquo;nervig&ldquo; oder &bdquo;zeitaufw&auml;ndig&ldquo;. Ihr Ziel sei es nicht, Betriebsr&auml;te generell zu verhindern oder loszuwerden, es gehe ihnen eher um &bdquo;ein wenig Sabotage&ldquo;, die aber kein durchdachter Bestandteil eines Projekts ist. Andererseits gebe es auch &bdquo;Hardliner&ldquo;, die eine &bdquo;ideologisch verbr&auml;mte Totalverweigerung&ldquo; praktizieren und &bdquo;jedweder Form von eigenst&auml;ndiger, kollektiver Interessenvertretung feindlich gegen&uuml;berstehen&ldquo;. Hier seien &bdquo;harte, strategisch geplante Ma&szlig;nahmen&ldquo; an der Tagesordnung, die zum Teil enorme Ressourcen verschlingen. Das Vorgehen werde oft mit Anwaltskanzleien beraten, die auf Mitbestimmungsbehinderung spezialisiert sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/de\/pressemitteilungen-2675-behinderung-von-betriebsraten-27976.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Schluss mit dem aktionistischen &Uuml;bereifer<\/strong><br>\nDer Regierende B&uuml;rgermeister Berlins, Michael M&uuml;ller, hatte einen bemerkenswerten emotionalen Ausbruch in dieser Woche. Angesichts der explodierenden Corona-Zahlen seiner Stadt legte er in einer Pressekonferenz ungebremst offen, woran es einigen Regierungschefs in dieser Pandemie mangelt: an Rechtsverst&auml;ndnis. Er sagte w&ouml;rtlich: &bdquo;Meine Sorge ist, dass sich einige auch noch das letzte St&uuml;ckchen Egoismus einklagen werden. Aber es ist kein Erfolg, sich ein oder zwei Stunden mehr Freiheit zu erstreiten, (&hellip;) weil es eben doch wieder dazu verleitet, in gr&ouml;&szlig;eren Runden zusammen zu kommen (&hellip;) und wieder neue Infektionsketten in Gang zu setzen und andere zu gef&auml;hrden.&ldquo;<br>\nEs gibt kein moralisch begr&uuml;ndetes Recht<br>\nAus diesen Worten liest sich eine dreiste Schuldumkehr. Geht es nach Michael M&uuml;ller, ist derjenige, der sein Recht vor einem ordentlichen Gericht einklagt, ein gef&auml;hrlicher Egoist. Vielleicht w&auml;re etwas mehr Selbstreflexion angezeigt. Denn nicht derjenige, der in einem Rechtsstaat vor Gericht Recht bekommt, hat etwas Falsches gemacht, sondern diejenigen, die ihm dieses Recht nehmen wollten. Es w&auml;re f&uuml;r das Ansehen unserer Rechtsordnung sicher hilfreich, w&uuml;rden manche Regierungschefs nicht ihre eigenen moralischen Kategorien &uuml;ber das Gesetz stellen. Denn ein moralisch begr&uuml;ndetes Recht &uuml;ber dem tats&auml;chlichen Recht gibt es nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/wolfgang-kubicki-corona-politik-parlament-massnahmen-maskenpflicht-beherbergungsverbot\">Wolfgang Kubicki in Cicero<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Auch in der gestrigen Sendung von Anne Will zog M&uuml;ller einmal mehr alle Register. Bereits im Abspann der Sendung <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/ulrich.schneider.79\/posts\/3446142155477889\">sah man jedoch<\/a>, dass es die Mahner mit der &bdquo;Disziplin&ldquo; selbst nicht so f&uuml;rchterlich ernst nehmen. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Gericht kippt die Sperrstunde in Osnabr&uuml;ck &ndash; die Sperrstunde bleibt trotzdem &ndash; mit Kommentar<\/strong><br>\nDer klagende Wirt hat im Eilverfahren zwar Recht bekommen, aber nur f&uuml;r (bzw. gegen) die von der Stadtverwaltung erlassene Sperrstundenverf&uuml;gung von Mittwoch &ndash; nicht aber gegen die nachgereichte und inhaltlich fast identische Verf&uuml;gung der Landesregierung. (&hellip;)<br>\n&bdquo;Wir halten die Sperrstunde f&uuml;r ein angemessenes Mittel gegen die Pandemie und warten die weitere Rechtsprechung ab&ldquo;, l&auml;&szlig;t sich Stadtr&auml;tin Katharina P&ouml;tter, Leiterin des Krisenstabes der Stadtverwaltung in einem ersten Statement aus dem Rathaus zitieren. &bdquo;Sollten die Gerichte aber zu einer anderen Auffassung als die Stadt Osnabr&uuml;ck kommen, f&uuml;gen wir uns selbstverst&auml;ndlich.&ldquo;<br>\nKommentar des Redakteurs<br>\nGlauben die Verantwortlichen der Stadtverwaltung wirklich, dass sp&auml;testens wenn am Montag erneut irgendwo im Land oder vielleicht auch wieder beim Verwaltungsgericht in Osnabr&uuml;ck, diesmal dann die Regelung der Landesregierung auf dem Pr&uuml;fstand steht, dass sich die bereits andernorts in Deutschland als verfassungswidrig erwiesene Sperrstundenregelung f&uuml;r die Richter anders darstellen wird? (&hellip;)<br>\ntattdessen blinder Aktionismus, der einen weiteren Tritt in die Weichteile der lokalen Gastronomie darstellt! Menschen, die sich in den vergangenen Monaten redlich M&uuml;he gegeben haben auf Abstand und Hygiene zu achten. Wo sind denn Anhaltspunkte, dass es in irgendeinem Osnabr&uuml;cker Speiselokal oder einer gut gef&uuml;hrten Bierkneipe jetzt oder in den vergangenen Wochen zu einem Superspreading-Event kam? (&hellip;)<br>\nEs gibt inzwischen bestimmt mehr als einen Wissenschaftler, der sagt, an den Folgen der Corona-Ma&szlig;nahmen werden am Ende mehr Menschen sterben als am Virus selbst. Ich kann mir gut vorstellen, dass alleine heute irgendwo im Land Niedersachsen mehr als ein Herzinfarkt oder Schlaganfall auf die neuerlichen Ma&szlig;nahmen gegen die Gastronomie zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sein wird! Diesen ganz besonderen Opfern der Corona-Krise w&uuml;nsche ich gute Besserung und den Verantwortlichen im Rathaus und in Hannover etwas mehr Weisheit beim Krisenmanagement, das sicher nicht leicht ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.hasepost.de\/gericht-kippt-die-sperrstunde-in-osnabrueck-die-sperrstunde-bleibt-trotzdem-mit-kommentar-218080\/\">Hasepost<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Ein mutiger Kommentar einer relativ kleinen Zeitung mit deutlicher Kritik in Richtung der verantwortlichen Stadtr&auml;tin Katharina P&ouml;tter von der CDU, <a href=\"https:\/\/www.osnabrueck.de\/poetter\/\">die zugleich den Vorstandsbereich &bdquo;Soziales und B&uuml;rgerservice&ldquo; der Stadt Osnabr&uuml;ck leitet<\/a>. Davon bedarf es noch viel mehr &ndash; vor allem in den gr&ouml;&szlig;eren Medien. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Viel Geld f&uuml;r Ex-Vorst&auml;nde<\/strong><br>\nEin Papier aus dem Verkehrsministerium offenbart, was Bahn-Vorst&auml;nde im Ruhestand verdienen: Im Durchschnitt 20 000 Euro pro Monat. (&hellip;)<br>\nNun allerdings werden Zahlen bekannt, die vielen der gut 300 000 Bahn-Mitarbeitern die Sprache verschlagen und die Bereitschaft nicht gerade erh&ouml;hen d&uuml;rfte, selbst den G&uuml;rtel enger zu schnallen. Denn eine aktuelle Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten und -Fraktionschefs Dietmar Bartsch macht klar, wie &uuml;ppig Bez&uuml;ge von Ex-Vorst&auml;nden derzeit im Ruhestand ausfallen. Aus den Angaben, die der S&uuml;ddeutschen Zeitung vorliegen, l&auml;sst sich eine durchschnittliche Monatszahlung von gut 20 000 Euro errechnen. (&hellip;)<br>\nDie gr&ouml;&szlig;te Bahn-Gewerkschaften reagiert ver&auml;rgert. Die EVG fordere &ldquo;seit langem eine &Uuml;berpr&uuml;fung der Leistungsbezahlungssysteme der Deutsche Bahn AG&rdquo;, sagt Gewerkschaftschef Klaus-Dieter Hommel. &ldquo;Das gilt auch f&uuml;r die Versorgungsvereinbarungen und die gesamten Verg&uuml;tungssysteme der F&uuml;hrungskr&auml;fte. &ldquo;F&uuml;r die n&auml;chste Sitzung des Konzern-Aufsichtsrates werden wir konkrete Forderungen stellen&rdquo;, sagt Hommel. Auch F&uuml;hrungskr&auml;fte m&uuml;ssten in der Krise einen Beitrag leisten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/deutsche-bahn-ruhestand-1.5091842!amp\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Neues BND-Gesetz: Freibrief zur &Uuml;berwachung?<\/strong><br>\nGeorg Restle: &bdquo;Das Thema Corona dr&auml;ngt in diesen Tagen viele andere Themen wieder in den Hintergrund. Und es scheint fast so, als sei es der Gro&szlig;en Koalition ganz recht, dass da ein Gesetzesvorhaben still und leise &uuml;ber die B&uuml;hne gebracht werden kann, mit dem die digitale Massen&uuml;berwachung von Menschen weltweit deutlich ausgeweitet werden kann. Es geht um den Auslandsgeheimdienst dieses Landes, den Bundesnachrichtendienst. Geht es nach der Bundesregierung soll der BND k&uuml;nftig in Handys oder Computern hacken d&uuml;rfen und auch Journalisten oder Nichtregierungsorganisationen ins Visier nehmen k&ouml;nnen, die in ihren L&auml;ndern von Staats wegen gef&auml;hrdet sind oder verfolgt werden. Lara Straatmann.&ldquo;<br>\nSpionieren, &uuml;berwachen, aussp&auml;hen, weltweit greifen die Beamten des Bundesnachrichtendienstes Kommunikation aus dem Ausland ab, werten Millionen von Daten aus &ndash; ganz unbemerkt. Und k&uuml;nftig soll der deutsche Auslandsgeheimdienst noch mehr Befugnisse bekommen, in vertrauliche Kommunikation eindringen. Doch wer ger&auml;t ins Visier des BND? In den Fokus geraten k&ouml;nnen l&auml;ngst nicht nur Kriminelle &ndash; sondern auch Menschen wie sie. Giorgia Linardi engagiert sich f&uuml;r die Rettung von Fl&uuml;chtlingen im Mittelmeer. Immer wieder gerieten sie und ihre Organisation Sea-Watch ins Visier italienischer Sicherheitsbeh&ouml;rden. Die beiden Seenotrettungsschiffe sind aktuell festgesetzt. (&hellip;)<br>\nDoch was passiert mit den Daten? Der BND arbeitet mit weltweit 160 Geheimdiensten zusammen, schlie&szlig;t Kooperationen und leitet regelm&auml;&szlig;ig Daten von Personen weiter ins Ausland &ndash; auch zur Strafverfolgung.<br>\nProf. Matthias B&auml;cker, &Ouml;ffentliches Recht und Datenschutzrecht, Universit&auml;t Mainz: &bdquo;Wenn jetzt der BND Informationen an staatliche Stellen in solchen Staaten weitergeben kann unter schwammigen Voraussetzungen, und zwar auch zu dem Ziel, gezielt gegen Einzelpersonen vorzugehen, dann ist das ein Problem, wenn die Voraussetzungen nicht wirklich sehr trennscharf sind. Und die Voraussetzungen sind nicht trennscharf formuliert.&ldquo;<br>\nUlf Buermeyer, Richter und Vorsitzender Gesellschaft f&uuml;r Freiheitsrechte e. V.: &bdquo;Besonders dramatisch wird es nat&uuml;rlich, wenn diese Informationen dann an Staaten flie&szlig;en, die ihrerseits repressiv vorgehen gegen Dissidenten, gegen Menschen, die vielleicht die Regierung kritisieren.&ldquo;<br>\nUnd dazu geh&ouml;ren auch Journalisten. Insbesondere solche, die f&uuml;r internationale Recherchenetzwerke wie bei den Panama-Papers arbeiten. Nach dem neuen Gesetzentwurf soll der BND die ganze interne Kommunikation von Redaktionen aussp&auml;hen k&ouml;nnen. Gesch&uuml;tzt ist nur das Gespr&auml;ch zwischen Journalisten und ihren Informanten. Alle anderen E-Mails und Telefonate einer Redaktion d&uuml;rfen genutzt werden. Der Quellenschutz ausgehebelt &ndash; durch die Hintert&uuml;r?<br>\nUlf Buermeyer, Richter und Vorsitzender Gesellschaft f&uuml;r Freiheitsrechte e. V.: &bdquo;Wenn die Presse nicht mehr im Geheimen recherchieren kann, wenn sie nicht mehr ihren Quellen zusichern kann, dass sie nicht aufgedeckt werden, dann werden viele Geschichten schlicht und ergreifend nicht mehr geschrieben und gesendet werden k&ouml;nnen. Deswegen &ndash; finde ich &ndash; atmet das Gesetz nicht nur an dieser Stelle, aber gerade an dieser Stelle einen zutiefst undemokratischen Geist.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/sendungen\/bnd-gesetz-100.html\">Monitor<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Nowitschok und das geheime russische Chemiewaffenprogramm<\/strong><br>\nBellingcat, Spiegel und Co. wollen Hinweise mit den Anschl&auml;gen auf Skripal und Nawalny entdeckt haben, aber die herausgestellten Zusammenh&auml;nge gleichen eher dem Muster von Verschw&ouml;rungstheorien<br>\nDie Entwicklung des Nervenkampfstoffs soll in Russland nach dem Zusammenbruch der Sowjetuion nicht eingestellt, sondern fortgef&uuml;hrt worden sein. Angeblich haben seit 2010 zwei russische Forschungszentren toxische Wirkstoffe aus der Nowitschok-Gruppe entwickelt. Sie sollen eng mit Agenten des russischen Geheimdienstes GRU zusammengearbeitet haben. Das Nowitschok, mit dem ein &ndash; gescheiterter &ndash; Anschlag auf Sergei und Julia Skripal 2018 in Salisbury angeblich von zwei GRU-Agenten durchgef&uuml;hrt wurde, soll aus diesen Forschungszentren stammen. Das wollen in bew&auml;hrter Kooperation Bellingcat, The Insider und Der Spiegel aufgrund von abgeh&ouml;rten Telefongespr&auml;chen und Ortungsdaten herausgefunden haben. Unterst&uuml;tzt wurden sie vom amerikanischen Auslandssender RFE\/RL.<br>\nDas Ergebnis sind Verbindungen, die Komplizenschaft belegen sollen, wobei nicht einmal die Daten offengelegt werden, sondern nur Vertrauen eingefordert wird. So sollen sich Sergej Tschepur, der Leiter des Staatlichen Forschungsinstituts f&uuml;r Milit&auml;rmedizin in Sankt Petersburg und Alexander Mischkin, GRU-Agent und einer der beiden von Bellingcat des Anschlags auf die Skripals Verd&auml;chtigen, am 23. Februar 2018 miteinander &uuml;ber Textnachrichten kommuniziert haben. Am 4. M&auml;rz fand der Anschlag statt. (&hellip;)<br>\nSo werden auch Netze f&uuml;r Verschw&ouml;rungstheorien gewoben. Man assoziert, stellt Verbindungen her, die dann Plausibit&auml;t f&uuml;r Verd&auml;chtigungen liefern, ohne einen wirklichen Beweis in der Hand zu haben. Das scheint mittlerweile auch zur &ldquo;investigativen&rdquo; Masche zu werden, bei der es vor allem darauf ankommt, dass das richtige Ergebnis herauskommt. Was dem nicht entspricht, dem wird sicherheitshalber gar nicht nachgegangen. (&hellip;)<br>\nWas kann die &Ouml;ffentlichkeit, die keinen Zugang zu den &ldquo;Beweisen&rdquo; hat und die nicht von vorneherein auf einer Seite steht, aus den angeblichen investigativen Informationskampagnen oder Verschw&ouml;rungstheorien f&uuml;r Schl&uuml;sse ziehen? Plausibilit&auml;t gewinnen die Konstruktionen, die dem eigenen Weltbild entsprechen. Daher ist Skepsis gegen&uuml;ber allen Seiten angesagt. Grauzonen sind allerdings nicht gew&uuml;nscht, wenn es hei&szlig;t: Wer nicht f&uuml;r uns ist, ist gegen uns.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/corona-ausschuss.de\/sitzungen\/\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>George Orwell hatte doch recht: Neusprech ist &uuml;berall<\/strong><br>\nH&auml;tte Angela Merkel nicht &bdquo;Wir schaffen das&ldquo; gesagt, sondern von &bdquo;Bem&uuml;hungszusagen&ldquo; gesprochen, w&auml;ren ihre S&auml;tze 2015 folgenlos geblieben. Das zeigt: Nur wer sich mit Sprache besch&auml;ftigt, kann die Welt formen. Ein Essay von Schriftsteller Christoph Hein. [&hellip;]<br>\nSeine Warnung, dass mit diesem Newspeak dem Totalitarismus der Weg geebnet wird, blieb folgenlos. In allen Staaten, Diktaturen wie Demokratien, wurde das Neusprech bis heute weiter vervollkommnet, um Sachverhalte zu verbergen, fatale Zust&auml;nde zu verschleiern oder Verbrechen zu besch&ouml;nigen.<br>\nSo wird ein Mord neuerdings als targeted killing bezeichnet, als eine gezielte T&ouml;tung, was die Zielgerichtetheit und die technische Perfektion betont und das Verbrechen verh&uuml;llt.<br>\nEine Inkaufnahme unvermeidlich scheinender T&ouml;tungen oder Verletzungen unbeteiligter und unschuldiger Menschen hei&szlig;t nun Kollateralschaden oder Begleitschaden, ein Wort f&uuml;r die Ermordung Unschuldiger, das eher an einen Blechschaden erinnert und das neben einer Vielzahl demokratischer Staaten auch die deutsche Bundesregierung &uuml;bernahm.<br>\nStatt von einem Krieg spricht man heute von einem robusten Stabilisierungseinsatz.<br>\nEin Gesetzespaket von Einsparungen und K&uuml;rzung hei&szlig;t nun Sparpaket. [&hellip;]<br>\nAuch in Deutschland wird dieses soziale Kapital zunehmend bedeutungsvoller und entscheidet &uuml;ber das k&uuml;nftige Leben. Denn beim beruflichen Aufstieg hat ein Universit&auml;tsabschluss von Harvard, Princeton und Yale auch in unserem Land ein anderes Gewicht als ein Diplom der Hochschulen von Cottbus oder M&uuml;nster.<br>\nEine Freundin aus Hamburg sprach vor Jahren &uuml;ber den uneinholbaren Vorsprung dieser Eliten, der nicht durch Leistung oder die vorz&uuml;glichsten Abschl&uuml;sse wettzumachen ist, und erkl&auml;rte mir: &bdquo;Ihre Eltern haben ihnen unter dem Weihnachtsbaum etwas ins Ohr gefl&uuml;stert, was wir nie erfahren werden.&ldquo;<br>\nAuch in Deutschland wird die Schere weiter auseinandergehen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt br&ouml;ckeln lassen. Auch unsere Demokratie ist gef&auml;hrdet, und wir wissen aus der Geschichte, aus den vergangenen viertausend Jahren, wie Gesellschaften und Staaten zerfallen k&ouml;nnen, pl&ouml;tzlich und unerwartet, wie es hei&szlig;t, weil man die Zeichen auf der Wand nicht sah oder nicht zu deuten wusste. Und pl&ouml;tzlich und unerwartet greifen jene H&auml;nde, die jahrzehntelang, jahrhundertelang ehrerbietig die Schleppe trugen, nach dem K&ouml;nig und der K&ouml;nigin, um sie auf das Schafott zu schleppen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur-vergnuegen\/george-orwell-hatte-doch-recht-neusprech-ist-ueberall-li.111871\">Christoph Hein in der Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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