{"id":6620,"date":"2010-08-31T09:00:50","date_gmt":"2010-08-31T07:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6620"},"modified":"2010-08-31T09:00:50","modified_gmt":"2010-08-31T07:00:50","slug":"hinweise-des-tages-1214","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6620","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Rezepte zur &Uuml;berwindung der EU-Finanzkrise; Spanien bergab; Argentinien warnt Griechenland; Serbien ist pleite; Niedriglohnbesch&auml;ftigung im Osten; Kik auf der &Uuml;berholspur; Schweden folgt; Besch&auml;ftigungswunder entzaubert; Gutachten zur Selbstbedienung; verdeckte Werbung; Lobbyisten in Br&uuml;ssel; Maschinenbauer und Laufzeitverl&auml;ngerung; Jamaika ohne Sonnenschein; weitere Sarrazenaten; Spaltung der Union; Kriege im &bdquo;nationalen Interesse&ldquo;; Karzei redet vom Versagen; Europa kauft Meere leer; deutsche Landnahme. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Die EU-Finanzkrise und Rezepte zu ihrer &Uuml;berwindung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">&ldquo;Spanien: im desolaten wirtschaftlichen Zustand&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Argentinien warnt Griechenland: &lsquo;Das wird b&ouml;se enden&rsquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Serbien ist pleite: Wenn es nichts mehr zu sparen gibt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Niedriglohnbesch&auml;ftigung in Ostdeutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Dichtung und Wahrheit des Besch&auml;ftigungswunders<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Landrat billigt Billigl&ouml;hne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Mit Kik auf &Uuml;berholspur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Schweden: Schampus f&uuml;r die Kloake<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Familienpflege-Gutachten zur Selbstbedienung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Verdeckte Werbung der Pharmalobby<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Deutsche Vertreter politischer und wirtschaftlicher Interessen bei der Europ&auml;ischen Union<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Laufzeitverl&auml;ngerung f&uuml;r Kernkraftwerke: Deutsche Maschinenbauer gehen auf Distanz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Ein Jahr Saar-Regierung: Jamaika ohne Sonnenschein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Weitere Sarrazenaten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Michael Wolffsohn: Koch und Merz werden Spaltung der Union einleiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Zur Erinnerung: Deutsche Kriege f&uuml;r das &ldquo;nationale Interesse&rdquo;?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Karzai wirft internationalen Truppen Versagen vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Fischfang vor Afrikas K&uuml;ste: Europa kauft die Meere leer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Landnahme: in Afrika auch durch deutsche Firmen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6620&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die EU-Finanzkrise und Rezepte zu ihrer &Uuml;berwindung<\/strong><br>\nDie Autoren des folgenden Textes beschreiben, wie es zur Krise der Staatsfinanzen im Euro-Raum kam und wie eine Schuldenrestrukturierung organisiert sein m&uuml;sste, um wieder mehr Stabilit&auml;t zu gewinnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/die_eu-finanzkrise_und_rezepte_zu_ihrer_ueberwindung_1.7346412.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine Analyse, die auf den NDS eher selten anzutreffen ist. Sie ist aber anschaulich und ihre Lekt&uuml;re lohnt durchaus, um sich daran zu reiben. Interessant ist ein Aspekt, auf den selten hingewiesen wird. Die europ&auml;ische Kommission wird auch als eigenn&uuml;tziger Akteur begriffen, der i. S. der Theorie der positiven Regulierung vor allem ein Interesse daran hat, sich neue Regulierungskompetenzen anzueignen und damit seine eigene Macht zu erweitern. Das hei&szlig;t im vorliegenden Fall, dass die EU-Kommission sowohl bei der Griechenlandhilfe als auch beim gro&szlig;en Rettungsschirm neben der Probleml&ouml;sung auch eine Erweiterung seiner Kompetenzen im Auge hatte. Damit wird ein nicht zu vernachl&auml;ssigendes Problem der EU angesprochen: Wie jede Beh&ouml;rde, jedes Ministerium oder auch Abteilungen in Firmen hat auch die Kommission einen origin&auml;ren Drang, seine Macht zu erhalten und auszudehnen, so dass es durchaus zu Konflikten zwischen dieser Machtentfaltung und sachgem&auml;&szlig;en Entscheidungen kommen kann. D.h. die EU-Kommission wird tendenziell weniger auf Probleml&ouml;sungen dr&auml;ngen, an denen sie nicht beteiligt ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>&ldquo;Spanien: im desolaten wirtschaftlichen Zustand&rdquo;<\/strong><br>\nIm Zuge der beschlossenen Konsolidierung des Staatshaushalts in Spanien, als Bestandteil des 750 Milliarden Euro &ldquo;Euro-Rettungspaket&rdquo;, hatte sich Zapateros Regierung verpflichtet, das Staatshaushaltsdefizit von 11,2% im Jahr 2009 auf 6% in 2010 zu senken. Um dieses Ziel zu erreichen wurden u.a. im &ouml;ffentlichen Dienst die L&ouml;hne und Geh&auml;lter um durchschnittlich -5% gek&uuml;rzt, die Renten wurden eingefroren, die 2&rsquo;500 Euro f&uuml;r Neugeborene wurden abgeschafft und den St&auml;dten und Gemeinden wurde eine wahre Schocktherapie verordnet, sie d&uuml;rfen bis zum Jahr 2012 keine neuen Kredite aufnehmen! Eine weitere &ldquo;konjunkturf&ouml;rdernde Ma&szlig;nahme&rdquo; trat seit dem 1. Juli 2010 in Kraft, die Mehrwertsteuer stieg von 16% auf 18%.<br>\nEines der ersten sichtbaren Ergebnisse dieser Rosskur und seine potentiell negativen Auswirkungen auf den Konsum in Spanien, kann man bereits bewundern. Ende Juni lief zus&auml;tzlich auch die spanische Version der Abwrackpr&auml;mie (Plan 2000 E) aus. Die Autoverk&auml;ufe an Privatpersonen sanken im Juli 2010 nach Angaben der spanischen Autoherstellervereinigung ANFAC um -50% auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren!<br>\nDabei lag die Arbeitslosenquote bereits im 2. Quartal 2010 bei desastr&ouml;sen 20,09%.<br>\nMit dem Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme und dem Starten der Sparprogramme kann man auch f&uuml;r die industrielle Wertsch&ouml;pfung finsteres prognostizieren<br>\nDas an das Euro-Rettungspaket gekoppelte spanische Sparprogramm wird die spanische Wirtschaft im 2. Halbjahr strangulieren und dies wird zwangsl&auml;ufig in einer Rezession m&uuml;nden! Alle bisherigen staatlichen Ma&szlig;nahmen sind de facto verpufft und haben nicht zu mehr Wertsch&ouml;pfung und Einkommen daraus gef&uuml;hrt!<br>\nDer Riss quer durch den gemeinsamen W&auml;hrungsraum in der Eurozone hat sich weiter verst&auml;rkt und wird seine R&uuml;ckkopplung auch auf Deutschland entfalten!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wirtschaftquerschuss.blogspot.com\/2010\/08\/spanien-im-desolaten-wirtschaftliche.html\">Quersch&uuml;sse<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Argentinien warnt Griechenland: &lsquo;Das wird b&ouml;se enden&rsquo;<\/strong><br>\nDie argentinische Pr&auml;sidentin Cristina Kirchner hat Griechenland vor den Folgen drakonischer Sparma&szlig;nahmen gewarnt: &ldquo;Das wird b&ouml;se enden&rdquo;, prophezeite sie am Donnerstag in Buenos Aires. Griechenland w&uuml;rden nun &ldquo;die selben Rezepte aufgezwungen&rdquo; wie 2001 Argentinien, betonte die peronistische Politikerin.<br>\nEnde 2001 war es angesichts der &Uuml;berschuldung des s&uuml;damerikanischen Landes, eingefrorener Konten und unpopul&auml;rer Sparma&szlig;nahmen der Regierung zu einer sozialen Explosion gekommen. Kirchner und ihr Vorg&auml;nger im Amt und Ehemann, N&eacute;stor Kirchner, machen vor allem Auflagen des Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) f&uuml;r die Krise von 2001 verantwortlich.<br>\nBei Unruhen starben damals mindestens 28 Menschen. Die Regierung von Pr&auml;sident Fernando de la Rua st&uuml;rzte. Anschlie&szlig;end wurde die Dollarbindung des Peso aufgegeben, die Bedienung der Auslandsschulden eingestellt und die Landesw&auml;hrung stark abgewertet. W&auml;hrend die neue Regierung Ratschl&auml;ge des IWF und anderer Wirtschafts- und Finanzexperten in den Wind schlug, erholte sich die Wirtschaft des Landes nach einer Phase politischer Instabilit&auml;t ab 2003 erstaunlich schnell.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ad-hoc-news.de\/argentinien-warnt-griechenland-das-wird-boese-enden--\/de\/News\/21280094\">Ad Hoc News<\/a>\n<p><em>(Hinweis entdeckt bei <a href=\"http:\/\/www.denkfaul.de\/serendipity\/archives\/223-Was-niemand-glaubt-darf-jeder-lesen-Argentinien-warnt-Griechenland-vor-dem-Internationalen-Waehrungsfonds.html\">denkfaul.de<\/a>)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Serbien ist pleite: Wenn es nichts mehr zu sparen gibt<\/strong><br>\nDer Staat ist pleite, die Arbeitslosigkeit nimmt zu, die Menschen m&uuml;ssen sich durchschlagen. Wo sollen sie sparen, wenn es nichts zu sparen gibt?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/europa\/artikel\/1\/wenn-es-nichts-mehr-zu-sparen-gibt\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Niedriglohnbesch&auml;ftigung in Ostdeutschland<\/strong><br>\nBei getrennten Niedriglohnschwellen von 9,50 &euro; pro Stunde in Westdeutschland und 6,87 &euro; in Ostdeutschland hatten 2008 in Westdeutschland 20,8% und in Ostdeutschland 20,1% der Besch&auml;ftigten Stundenl&ouml;hne unterhalb der jeweiligen Niedriglohnschwelle (Tabelle 1). Berechnet man hingegen eine bundeseinheitliche Niedriglohnschwelle, so lag diese f&uuml;r 2008 bei 9,06 &euro; pro Stunde. F&uuml;r Ostdeutschland macht die Wahl der Niedriglohnschwelle einen erheblichen Unterschied. Bei einer bundeseinheitlichen Niedriglohnschwelle sind im Osten &uuml;ber 39% der Besch&auml;ftigten von Niedrigl&ouml;hnen betroffen. Absolut w&uuml;rde sich ihre Zahl etwa verdoppeln (auf rund zwei Millionen Besch&auml;ftigte).<br>\nSeit 2006 stagniert der Niedriglohnanteil auf hohem Niveau. Dennoch ist die Zahl der von Niedrigl&ouml;hnen Betroffenen auch in den vergangenen beiden Jahren weiter gestiegen: Waren 2006 gut 6,31 Millionen Besch&auml;ftigte f&uuml;r Niedrigl&ouml;hne t&auml;tig, lag deren Zahl im Jahr 2008 mit 6,55 Millionen Besch&auml;ftigte um mehr als 220.000 h&ouml;her. Dass sich dies nicht in einem Anstieg des Niedriglohnanteils zwischen 2006 und 2008 niedergeschlagen hat, liegt daran, dass sich die Besch&auml;ftigtenzahl in der Gesamtwirtschaft in diesen zwei Jahren erh&ouml;ht hat. Seit 1998 ist ein Anstieg der Zahl der Niedriglohnbesch&auml;ftigten um fast 2,3 Millionen zu verzeichnen&hellip;<br>\nDiese institutionellen Rahmenbedingungen haben sich in den 1990er Jahren deutlich gewandelt. Durch die Ausweitung von Dienstleistungst&auml;tigkeiten hat das deutsche Besch&auml;ftigungsmodell, welches vor allem auf das Produzierende Gewerbe zugeschnitten war und gute Einkommen auch im Bereich einfacher T&auml;tigkeiten garantierte, an Bedeutung verloren. Mit der Ausweitung von Dienstleistungst&auml;tigkeiten erfolgte gleichzeitig eine starke Ausweitung der Erwerbst&auml;tigkeit von Frauen, in einem Besch&auml;ftigungsmodell, welches wegen seiner Zentrierung auf den m&auml;nnlichen Alleinern&auml;hrer nicht hierauf vorbereitet war und einen Teil der Frauenbesch&auml;ftigung in schlecht bezahlte Minijobs kanalisiert. Hinzu kommen eine lang andauernde Wachstumsschw&auml;che der deutschen Wirtschaft, hohe Arbeitslosigkeit, der R&uuml;ckgang der Tarifbindung und die finanziellen Lasten der Wiedervereinigung sowie der durch diese ausgel&ouml;ste Reformstau und eine st&auml;rkere Kurzfristorientierung der Governance-Strukturen von Unternehmen (vgl. ausf&uuml;hrlich Bosch\/Weinkopf 2007).<br>\nDurch diesen institutionellen Wandel zeigt sich heute ein anderes Bild vom deutschen Arbeitsmarkt als in den 1970er und 1980er Jahren. Mittlerweile erreicht Deutschland einen der h&ouml;chsten Werte im europ&auml;ischen Vergleich. In Frankreich war der Niedriglohnanteil im Jahr 2005 mit 11,1% z.B. nur etwa halb so hoch wie in Deutschland; in D&auml;nemark war noch nicht einmal jede\/r zehnte Besch&auml;ftigte von Niedrigl&ouml;hnen betroffen (8,5%) (Mason\/Salverda 2010: 37).<br>\nDie durchschnittlichen L&ouml;hne im Niedriglohnsektor lagen mit 7,09 &euro; in West- bzw. 5,18 &euro; in Ostdeutschland im Jahr 2008 weit unter den Niedriglohnschwellen (um 2,41 &euro; bzw. 1,69 &euro;)&hellip;<br>\nDer Niedriglohnanteil unter Frauen in Ostdeutschland war im Jahr 2008 mit rund 27% niedriger als in Westdeutschland mit rund 30%. Trotz eines ann&auml;hernd gleich hohen Anteils an der Gesamtbesch&auml;ftigung stellten Frauen damit in Ostdeutschland mit rund 65% einen geringeren Anteil an allen Niedriglohnbesch&auml;ftigten als in Westdeutschland mit rund 70%.<br>\nGering Qualifizierte haben in Ostdeutschland mit knapp 24% ein viel geringeres Niedriglohnrisiko als in Westdeutschland mit &uuml;ber 39%. Der Anteil gering Qualifizierter unter den Besch&auml;ftigten in Ostdeutschland ist mit knapp 6% deutlich geringer als in Westdeutschland mit gut 12%. Als Resultat aus dem geringeren Niedriglohnrisiko und dem geringeren Anteil an der Gesamtbesch&auml;ftigung machen gering Qualifizierte in Ostdeutschland mit knapp 7% einen viel geringeren Teil des Niedriglohnsektors aus als in Westdeutschland (rund 23%). Die Arbeitslosenquote gering Qualifizierter ist in Ostdeutschland erheblich h&ouml;her als in Westdeutschland. Reinberg und Hummel (2007) weisen f&uuml;r sie f&uuml;r Ostdeutschland 2005 eine Arbeitslosenquote von 41,5% gegen&uuml;ber 23,7% in Westdeutschland aus. Hieraus wird oft die Schlussfolgerung gezogen, dass gering Qualifizierte in Ostdeutschland besondere Arbeitsmarktprobleme haben und die Ausweitung von Niedriglohnjobs f&uuml;r sie neue Arbeitsmarktchancen er&ouml;ffnen k&ouml;nne. Aufgrund unserer Auswertung sehen wir, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Die Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse von gering Qualifizierten sind in Ostdeutschland in der Einkommenshierarchie h&ouml;her angesiedelt. Aufgrund des allgemein hohen Qualifikationsniveaus ist der Anteil gering Qualifizierter unter den Besch&auml;ftigten wie auch in der Bev&ouml;lkerung geringer als in Westdeutschland. Nur rund 276.000 Besch&auml;ftigte in Ostdeutschland haben keine abgeschlossene Berufsausbildung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/04-2010\/++co++4052bda8-b1d3-11df-5a3c-001ec9b03e44\">DGB Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Dichtung und Wahrheit des Besch&auml;ftigungswunders<\/strong><br>\nStatistiker entdecken die &raquo;Vollbesch&auml;ftigteneinheit&laquo; als neue Grundlage f&uuml;r die Erwerbslosenzahlen.<br>\nDie realen Erwerbslosenzahlen sind viel h&ouml;her als es die offizielle Statistik Monat f&uuml;r Monat angibt. Nun hat der Staat eine neue Berechnungsmethode gefunden &ndash; sie &auml;hnelt einer, die schon in der DDR angewendet wurde.<br>\nUm diese Vielzahl von Erwerbspersonentypen zu b&uuml;ndeln, sei eine Neuberechnung zu &raquo;Vollzeit&auml;quivalenten&laquo; erforderlich. Die verschiedenen Erwerbst&auml;tigengruppen werden dabei nach dem Ma&szlig; ihrer Beteiligung am Erwerbsprozess gewichtet.<br>\nDas Bild des deutschen Besch&auml;ftigungswunders ver&auml;ndert sich schlagartig, werden die auf diese Art und Weise berechneten Erwerbst&auml;tigenzahlen genutzt. Der bisher ausgewiesene Zuwachs von 1,9 Millionen Arbeitspl&auml;tzen im Zeitraum zwischen 1999 und 2008 schrumpft nach diesen Berechnungen auf etwa ein Viertel, n&auml;mlich nur noch auf 382 000 zus&auml;tzliche Vollzeit&auml;quivalente. Betrachtet man den gespaltenen Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik, so gab es im fr&uuml;heren Bundesgebiet (ohne Berlin) einen Zuwachs von 860 000 Vollzeit&auml;quivalenten, in den f&uuml;nf neuen Bundesl&auml;ndern dagegen einen R&uuml;ckgang von fast einer halben Million (487 000 Vollzeit&auml;quivalenten). Leider liegen aktuellere Daten f&uuml;r 2009 und 2010 nicht vor. Angesichts dieser Zahlen von einem Besch&auml;ftigungswunder zu sprechen, ist pure Heuchelei.<br>\nJetzt gibt es anscheinend neben dem Gr&uuml;nen Pfeil in der vereinigten Bundesrepublik auch die Vollbesch&auml;ftigteneinheit als ein weiteres Erbe der DDR.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/178493.dichtung-und-wahrheit-des-beschaeftigungswunders.html\">ND<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Landrat billigt Billigl&ouml;hne<\/strong><br>\nIn der Kantine des Landratsamtes B&ouml;rde wird sittenwidriges Entgelt gezahlt. Beh&ouml;rdenchef Thomas Webel meint, das gehe ihn nichts an. Am Telefon wies er jede Verantwortung von sich: &raquo;Ich bin nicht zust&auml;ndig f&uuml;r jeden Mieter, der bei uns im Haus ein Gewerbe aus&uuml;bt. Ich habe doch keine Allzust&auml;ndigkeit.&laquo; Mit der Firma habe er rein gar nichts zu tun. &raquo;Au&szlig;erdem gehe ich dort nie essen.&laquo; &Uuml;brigens zahle der Betrieb seine Pacht an das Amt f&uuml;r Geb&auml;udewirtschaft, das als Verwalter eingesetzt wurde. K. k&ouml;nne sich doch gern mit Beschwerden an jenes wenden. Dabei &raquo;verga&szlig;&laquo; Webel anscheinend, dass auch dieses Amt zum Landkreis B&ouml;rde geh&ouml;rt und damit ihm untersteht. &Auml;u&szlig;ern wollte er sich dazu nicht. K. k&ouml;nne den Sachverhalt auch dem Gewerbeaufsichtsamt in Magdeburg melden, schlug Webel schlie&szlig;lich vor. Dort wiederum hie&szlig; es jW gegen&uuml;ber, man habe keine &raquo;Kompetenzen&laquo;, L&ouml;hne von Mitarbeitern in Betrieben zu kontrollieren. Lediglich die Arbeitsbedingungen auf der Grundlage des Arbeitsschutzes d&uuml;rfe man pr&uuml;fen. F&uuml;r Dumpingl&ouml;hne zust&auml;ndig sei das Hauptzollamt Magdeburg. Dieses wurde bereits Anfang Juni dieses Jahres &uuml;ber die Geschehnisse in Kenntnis gesetzt. Auf telefonische Nachfrage erkl&auml;rte jetzt eine Mitarbeiterin, dass dort nichts bekannt sei. &raquo;Ich kann leider keinen Eintrag finden, es muss untergegangen sein.&laquo; Nat&uuml;rlich werde man den Fall jetzt verfolgen. Beim Amt f&uuml;r Geb&auml;udewirtschaft verwies man aufs Hauptamt. Dort erkl&auml;rte Sachgebietsleiter Frank Baumgarten: &raquo;Wir haben nur den Pachtvertrag, der einst vor ungef&auml;hr zehn Jahren mit dem Schulamt abgeschlossen wurde, &uuml;bernommen.&laquo; Damit sei man &raquo;lediglich Verbindungspartner&laquo; und stehe &raquo;in keiner Verantwortung&laquo;, so Baumgarten. &raquo;Sie erwarten doch von mir als &rsaquo;kleinem Angestellten&lsaquo; etwa nicht, dass ich etwas anderes sage als der Landrat?&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-31\/034.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Mit Kik auf &Uuml;berholspur<\/strong><br>\nHandelskonzern Tengelmann f&uuml;hlt sich stark. Unternehmensboss Haub: &raquo;Die Weltwirtschaftskrise hat bei uns nicht stattgefunden&laquo;. Ausbeutung in Niedriglohnl&auml;ndern, schlechte Arbeitsbedingungen f&uuml;r Besch&auml;ftigte in Deutschland, mieser Ruf in der &Ouml;ffentlichkeit? Alles keine Probleme f&uuml;r eine der gr&ouml;&szlig;ten Einzelhandelsgruppen im Lande. Dank guter Gesch&auml;ftszahlen f&uuml;hlt sich Tengelmann in seiner Gesch&auml;ftsstrategie auf gutem Wege und demonstrierte am Donnerstag in M&uuml;lheim\/Ruhr St&auml;rke. W&auml;hrend andere Unternehmen in den zur&uuml;ckliegenden Monaten Probleme hatten, manche ums &Uuml;berleben k&auml;mpfen mussten oder Insolvenz anmeldeten, hat Tengelmann in Zeiten globaler Wirtschaftsprobleme kr&auml;ftig zugelegt und -gekauft. Mit dem Einstieg bei Woolworth und der Beteiligung an Internet-Unternehmen habe das Familienunternehmen die deutlich gesunkenen Preise genutzt, um neue zukunftstr&auml;chtige Gesch&auml;ftsfelder zu erschlie&szlig;en, sagte Vorstandsboss Karl-Erivan Haub. Gr&ouml;&szlig;ter Wachstumstr&auml;ger des von der Familie Haub dominierten Konzerns war die Billigtextilkette Kik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-27\/061.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man vergisst oft, dass das Skandalunternehmen wie Kik zur traditionsreichen Tengelmann-Gruppe geh&ouml;rt. Abgesehen davon ist der Erfolg von Kik (Kunde ist K&ouml;nig) die traurige Kehrseite des Niedergangs der Massenkaufkraft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Schweden: Schampus f&uuml;r die Kloake<\/strong><br>\nW&auml;lder, Wasser, Wohlfahrtsstaat &ndash; Schweden gilt nicht nur als Naturparadies, sondern auch als sozialdemokratisches Musterland. W&auml;hrend CDU-Kanzler Helmut Kohl in den 80er Jahren begann, den deutschen Sozialstaat zu demontieren, sprachen Marktliberale ver&auml;chtlich vom &raquo;schwedischen Sozialismus&laquo; inklusive Vollbesch&auml;ftigung und vorbildlicher Einwandererintegration. Damit ist Schluss.<br>\nDie Kluft zwischen Arm und Reich wird in Schweden genauso immer gr&ouml;&szlig;er wie in den anderen fr&uuml;heren Sozialstaaten Europas. Die Arbeitslosenquote liegt inzwischen bei fast neun Prozent, bei den unter 25j&auml;hrigen sogar bei 23 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit ist also fast doppelt so gro&szlig; wie in Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-31\/018.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Familienpflege-Gutachten zur Selbstbedienung<\/strong><br>\nSp&auml;testens von Ende dieses Jahres an will die Bundesregierung Arbeitnehmern erm&ouml;glichen, in Familienpflegezeit zu gehen. Wer das Angebot annimmt, muss nach Vorstellungen des Bundesfamilienministeriums eine Versicherung abschlie&szlig;en &ndash; f&uuml;r den Fall, dass der Arbeitnehmer den Lohnvorschuss nach der Pflegezeit wegen Berufsunf&auml;higkeit oder Tod nicht zur&uuml;ckzahlen kann. An diesem Konzept, von dem die Versicherungswirtschaft profitieren wird, hat auch eine Versicherung mitgeschrieben. Das hat das Ministerium dem &bdquo;Hamburger Abendblatt&ldquo; best&auml;tigt.<br>\nOffenkundig wurde das Engagement der N&uuml;rnberger Versicherungsgruppe, nachdem Linke-Vorsitzender Klaus Ernst die Bundesregierung um eine Stellungnahme gebeten hatte. In dem Regierungsschreiben, das dem &bdquo;Abendblatt&ldquo; vorliegt, hei&szlig;t es, &bdquo;dass im Zusammenhang mit Erstellung des Gutachtens die N&uuml;rnberger Versicherungsgruppe sowie die Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau Bankengruppe einbezogen wurde&ldquo;.<br>\nDas Familienministerium sieht in der Beteiligung der Versicherung an dem Konzept dagegen nichts Verwerfliches. Die geplante &bdquo;Lohnvorschussausfallversicherung&ldquo; sei nicht in Absprache mit der Versicherungswirtschaft erarbeitet worden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Vielmehr habe man das Gutachten bei der MaschmeyerR&uuml;rup AG in Auftrag gegeben und dieser Firma &bdquo;keine Vorgaben hinsichtlich der Einbindung von weiteren Akteuren gemacht&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article8891025\/Gruene-werfen-der-Regierung-Klientelpolitik-vor.html\">Die Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Verdeckte Werbung der Pharmalobby<\/strong><br>\nWas den Patienten in Zeitschriftenartikeln, Internetforen und oft genug sogar in Arztpraxen empfohlen wird, n&uuml;tzt oftmals weniger ihnen selber als vielmehr den Bilanzen der Pharmafirmen &ndash; das zumindest legen die Recherchen der beiden ARD-Journalisten Caroline Walter und Alexander Kobylinski nahe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/andruck\/1260855\/\">Deutschlandradio<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Deutsche Vertreter politischer und wirtschaftlicher Interessen bei der Europ&auml;ischen Union<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100831_Hinweise_Vertreter_deutsche_FirmenpropertyDaten.pdf\">Herausgegeben von der St&auml;ndigen Vertretung der BRD bei der EU, Br&uuml;ssel [PDF &ndash; 315 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Schauen Sie mal rein und scrollen Sie durch. Sie werden sich die Augen reiben, wie viele Vertreter wirtschaftlicher Interessen, wie viele Verb&auml;nde, wie viele Firmen, wie viele Finanzdienstleister, wie viele Beratungsb&uuml;ros und wie viele Stiftungen in Br&uuml;ssel angesiedelt sind. Ich habe es aufgegeben, sie zu z&auml;hlen &ndash; ein Heer von bestbezahlten Repr&auml;sentanten, mit Mitarbeitern und teuren B&uuml;ros. Es muss sich offensichtlich lohnen.<br>\nMan m&ouml;chte nicht wissen, wie hoch allein die Spesenbudgets sind. Man kann es sich vorstellen, wenn man durch die Gassen rund um das Berlamont in Br&uuml;ssel geht. Eine so gro&szlig;e Dichte feiner (und teurer) Restaurants findet man kaum irgendwo sonst. Wenn es nur die Einladungen zu Speis und Trank w&auml;ren, k&ouml;nnte man ja noch dar&uuml;ber hinwegsehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Laufzeitverl&auml;ngerung f&uuml;r Kernkraftwerke: Deutsche Maschinenbauer gehen auf Distanz<\/strong><br>\nIn der Diskussion um die Verl&auml;ngerung der Laufzeiten f&uuml;r deutsche Kernkraftwerke bekommen die vier Betreiber Gegenwind &ndash; aus dem Lager der deutschen Wirtschaft. W&auml;hrend EnBW, E.on, RWE und Vattenfall ihre Anlagen gerne 15 Jahre l&auml;nger als geplant betreiben w&uuml;rden, lehnen die deutschen Maschinenbauer eine deutliche Verl&auml;ngerung der Laufzeiten ab. Teile der deutschen Energiewirtschaft protestieren ebenfalls heftig.<br>\nDie Basler Prognos&nbsp;AG hatte in einem Gutachten ausgerechnet, dass &ndash; gelte der vereinbarte Ausstieg &ndash; im Stromsektor bis 2020 Investitionen in H&ouml;he von rund 160&nbsp;Mrd.&nbsp;&euro; in Anlagen f&uuml;r erneuerbare-Energien erfolgen k&ouml;nnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vdi-nachrichten.com\/vdi-nachrichten\/aktuelle_ausgabe\/akt_ausg_detail.asp?cat=1&amp;id=49165&amp;source=rubrik\">VDI-Nachrichten<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Ein Interessenkonflikt zwischen Teilen der Industrie legt offen, wie die gro&szlig;en Stromerzeuger ihr Profitinteresse als gemeinwohlorientiert zu tarnen versuchen.<br>\nIn der <a href=\"http:\/\/www.energiezukunftdeutschland.de\/\">Kampagne f&uuml;r die Laufzeitverl&auml;ngerung<\/a> hei&szlig;t es: &bdquo;Eine Politik, die darauf setzt, den Haushalt mit neuen Energiesteuern zu sanieren, blockiert notwendige Investitionen in die Zukunft. Beispiel: Die geplante Brennelementesteuer oder eine weiter steigende &Ouml;kosteuer d&uuml;rfen in ihrer Konsequenz Zukunftsinvestitionen nicht verhindern.&ldquo;<br>\nThorsten Herdan, energiepolitischer Sprecher des VDMA, stellt dem entgegen: &bdquo;15 Jahre ist zu lang, weil dadurch Investitionen in andere Anlagen gef&auml;hrdet werden&ldquo;. Zu lange Laufzeiten der Kernkraftwerke w&uuml;rden Investitionen in neue Kohlekraftwerke und in erneuerbare Energien blockieren. Viele solcher Investitionen seien bereits in der Annahme auf den Weg gebracht, dass es beim Atomausstieg bleibe.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ein Jahr Saar-Regierung: Jamaika ohne Sonnenschein<\/strong><br>\nSkandale plagen die erste schwarz-gelb-gr&uuml;ne Koalition. Der Haushalt ist v&ouml;llig &uuml;berschuldet, und vom gr&uuml;nen Programm wurde bisher nichts umgesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/jamaika-ohne-sonnenschein\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Weitere Sarrazenaten<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sarrazin: Die Gene sind schuld<\/strong><br>\nUlrike Herrmann und Alke Wierth kommen bei der Lekt&uuml;re von Sarrazins neuem Buch zu dem Ergebnis, dass er ein biologistisches Weltbild des Menschen entwickelt, das auch dezidiert&nbsp;auf die Eugenik-Debatte zu Beginn des letzten Jahrhunderts rekurriert.<br>\nF&uuml;r ihn ist die Unterschicht nicht sozial benachteiligt, sondern genetisch bedingt d&uuml;mmer als die Oberschicht. Es handle sich um eine &ldquo;negative Auslese&rdquo;. &Uuml;berhaupt schreibt Sarrazin sehr gern &uuml;ber &ldquo;Selektion&rdquo;. Seine Formulierungen und &ldquo;Analysen&rdquo; erinnern nicht nur an die Eugenik &ndash; sie sind Eugenik&hellip;<br>\nNoch grotesker ist Sarrazins Interpretation der Genetik. Er stellt sich die menschliche Intelligenz wie die Farbe einer Erbse vor, die strikt nach den Mendel&rsquo;schen Gesetzen vererbt wird. Zwar hat er schon geh&ouml;rt, dass die Umwelt nicht zu vernachl&auml;ssigen ist. Aber ihm reicht es zu konstatieren, dass Intelligenz &ldquo;zu 50 bis 80 Prozent erblich&rdquo; sei, um den Deutschen zu empfehlen, an ihrer genetischen Substanz zu arbeiten, um die Massenverbl&ouml;dung zu verhindern.<br>\nDieser R&uuml;ckgriff auf Theoretiker des 19. und fr&uuml;hen 20. Jahrhunderts zieht sich durch das gesamte Buch. Sarrazin ignoriert konsequent s&auml;mtliche modernen Erkenntnisse zur Intelligenz- und Genforschung. Denn dann h&auml;tte er zur Kenntnis nehmen m&uuml;ssen, dass sich das Bild vom Gen stark gewandelt hat. Wie immer deutlicher wird, gibt es keine deterministische Verbindung zwischen den Genen und Eigenschaften wie Intelligenz. Inzwischen ist das gesamte menschliche Genom entschl&uuml;sselt. Doch ein &ldquo;Intelligenz-Gen&rdquo; wurde nicht entdeckt.<br>\nAuch beim Thema Bildung sortiert er sich die Fakten passend. F&uuml;r Sarrazin steht fest, dass nicht das deutsche Schulsystem, sondern nur die mangelnde Intelligenz der muslimischen Migranten zu den schlechten Pisa-Ergebnissen f&uuml;hrt. Denn mit Finnland und Korea w&uuml;rden zwei L&auml;nder siegen, die zwar sehr verschiedene Schulsysteme, aber kaum Einwanderung h&auml;tten. Dazu will jedoch nicht passen, dass auch die Niederlande viele muslimische Zuwanderer haben &ndash; und auf Platz vier bei Pisa stehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=tz&amp;dig=2010%2F08%2F30%2Fa0130&amp;cHash=597af159e9\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung V.B.:<\/strong> Welch schlimme Folgen dieses biologistische Menschenbild hatte, k&ouml;nnen wir Deutsche in unserer Vergangenheit studieren. Aber ich will hier zun&auml;chst nicht in erster Linie auf die wahrhaft inhumanen M&ouml;glichkeiten verweisen, die derart borniert-schreckliche Dummheit hervorbringen kann, sondern an den Klassiker erinnern, der diese Diskussion umgedreht hat &ndash; den Entwicklungsbiologen Jared Diamond. Dies ist wichtig, um diese immer wiederkehrenden schrecklichen Dummk&ouml;pfe in ihrer so wahnsinnigen Selbstverliebtheit ad absurdum zu f&uuml;hren. Jared Diamonds Ausgangsfrage ist ganz einfach: Warum haben nicht die Indianer Europa erobert, sondern die Europ&auml;er Amerika. Und er kommt in seiner umfassenden Recherche zu dem Schluss &ndash; er bekam in den USA daf&uuml;r den Pulitzer-Preis &ndash; und belegt es&nbsp;sorgf&auml;ltig, dass es&nbsp;f&uuml;r diese ganzen &ndash; so unterschiedlichen &ndash;&nbsp;Kulturen sehr plausible Erkl&auml;rungen gibt &ndash; aber keine gehe auf die Erbanlagen zur&uuml;ck. Es sind also nicht die Gene, die diese Unterschiede &ldquo;schaffen&rdquo; (Jared Diamond, &ldquo;Arm und reich&rdquo;).<br>\nWenn es also gar nicht die Gene sein k&ouml;nnen, woraus erkl&auml;rt sich dann dieser &ldquo;Erfolg&rdquo; von Sarrazins Schwachsinn in den Medien?<br>\nWie in der letzten Weltwirtschaftskrise hat die &ldquo;Erbgesundheit&rdquo; Konjunktur. Hier k&ouml;nnen schlichtweg&nbsp;soziale Probleme in biologische umdefiniert werden.<br>\nUnd je mehr die Medien mitsamt der Politik es darauf anlegen, die Wirtschafts- und Finanzkrise und die daraus resultierenden sozialen Probleme aus ihrer Wahrnehmung zu verdr&auml;ngen, umso dringender bedarf es eines Erkl&auml;rungsersatzes. Dieser findet sich so sch&ouml;n &ndash; wieder einmal &ndash; in der biologischen Beschaffenheit der Menschen.<br>\nJa, auch die USA hatte damals ihre Erbgesundheits-Diskussion, nur kam dann ein Roosevelt und begann die Krise mit dem &ldquo;New Deal&rdquo; zu l&ouml;sen &ndash; und so kam es dann auch in den USA zu keinem &ldquo;Erbgesundheitsgesetz&rdquo;. Die beste M&ouml;glichkeit also, den erwiesenen Schwachsinn von Sarrazin zu beenden, ist eine offensive politische L&ouml;sung der Krise.<br>\nMal schauen, wie weit die Gewerkschaften mit diesem Ansatz in diesem Herbst vorankommen.<br>\nDann k&ouml;nnte auch schnell der ganze Sarrazin wieder vergessen sein &ndash; wie in den USA damals auch die ganze biologistische Erbgesundheit.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung W.F.:<\/strong> Wir hatten ja im letzten Jahr wachsende Erfolge von Rot-Dunkelrot-Gr&uuml;n bei Wahlen und jetzt bei Umfragen. Und wir erleben Zweifel am nackten Kapitalismus, sogar bei vormals gerade die Ausw&uuml;chse als alternativlos predigenden Journalisten und Redaktionen.<br>\nDamit verbunden stieg die Volkswut auf die Abzocker und Abgreifer in Wirtschaft, Banken und auch wegschauender oder kr&auml;ftig mitmischender Politik, die ja die Abzockerei erst m&ouml;glich gemacht hatte.<br>\nUnd nun Sarrazin &amp; Co. Ist das nicht eine wunderbare Ablenkung?<br>\nEndlich gibt es wieder die S&uuml;ndenb&ouml;cke, so wie bei den Nazis in den 30er Jahren.<br>\nWurden bislang eher deutsche Hartz-IV-Empf&auml;nger zu Schmarotzern, Faulenzern und Nichtstuern erkl&auml;rt, welche auf Kosten des hart arbeitenden deutschen Volkes sich einen Lenz machen, sind es jetzt Migranten, speziell aus muslimischen L&auml;ndern, auch wenn diese bereits seit Jahren die deutsche Staatsb&uuml;rgerschaft besitzen. Udo Ulfkotte behauptet (in seinem neuen Buch &bdquo;Armut ist f&uuml;r alle da&ldquo;), dass diese viel h&ouml;here Kosten verursachen als uns die Wirtschaftskrise gekostet hat, und &ldquo;Sch&auml;den in unseren Sozialsystemen verursachen&rdquo; (in Milliardenh&ouml;he)!<br>\nWehret den Anf&auml;ngen? Vermutlich schon zu sp&auml;t. Sollten bald wieder die ersten Brands&auml;tze in t&uuml;rkische Wohnungen oder Kebap-Buden fliegen, k&ouml;nnen sich die T&auml;ter dann wieder auf die Meinung der schweigenden Mehrheit berufen &ndash; und auf milde Urteile hoffen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Haben Sarrazin, Buschkowsky und Co recht?<\/strong>\n<p><a href=\"http:\/\/www.weissgarnix.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/mikro2.jpg\" title=\"Guck mal, wer da Kinder kriegt (Quelle: destatis, eigene Berechnungen), f&uuml;r Vergr&ouml;&szlig;erung klicken\"><img decoding=\"async\" width=\"470\" src=\"http:\/\/www.weissgarnix.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/mikro2.jpg\" alt=\"Guck mal, wer da Kinder kriegt (Quelle: destatis, eigene Berechnungen)\" title=\"Guck mal, wer da Kinder kriegt (Quelle: destatis, eigene Berechnungen)\"><\/a><\/p>\n<p>Was sieht jetzt selbst ein Blinder beim allerersten Blick auf die Tabelle? Dass die Sozialhilfe-M&uuml;tter in toto wohl kaum das existenzielle Problem dieser Republik darstellen k&ouml;nnen. Mit l&auml;ppischen 8% an den Frauen insgesamt fallen sie unwesentlich st&auml;rker ins Gewicht, als die Kolleginnen in der Rubrik &ldquo;Sonstige&rdquo;, die sich aus Baf&ouml;g, Zinseink&uuml;nften und Mieteinnahmen ern&auml;hren. Sie haben zwar insbesondere in jungen Jahren mehr als doppelt so viele Kinder, wie erwerbst&auml;tige M&uuml;tter, aber nach meiner bescheidenen Rechenkunst sind 20% von 50% immer noch 10% , w&auml;hrend 57% von 8% nur l&auml;ppische 4% ergeben. Soll hei&szlig;en, der Anteil der erwerbst&auml;tigen M&uuml;tter ist auch in den Jahrg&auml;ngen, in denen sich das Buschkowskysche Unterschichten-Ph&auml;nomen am st&auml;rksten zeigt, mehr als doppelt so hoch. Und das &uuml;brigens auch bei M&uuml;ttern mit 2 Kindern und mehr.<br>\nAber auf den zweiten Blick offenbart diese Tabelle noch ganz was anderes: Die Sozialhilfe-M&uuml;tter verkommen erst recht zur irrelevanten Gr&ouml;&szlig;e, wenn man sie mal mit den klassischen &ldquo;Hausfrauen und M&uuml;ttern&rdquo; der guten, alten B&uuml;rgerfamilie vergleicht: In der Rubrik &ldquo;Unterhalt durch Angeh&ouml;rige&rdquo; begegnet uns in Wahrheit das pralle Leben, und zwar nicht nur deshalb, weil die einen hohen Anteil an den Frauen und M&uuml;ttern insgesamt stellt, sondern weil sie in Sachen &ldquo;Mehrkinderfamilie&rdquo; die Hartz-IV-Empf&auml;ngerinnen ebenfalls blass aussehen lassen.<br>\nMein Eindruck insgesamt ist, dass Frauen mit einer wie immer gearteten &ldquo;Versorgungssicherheit&rdquo; offenbar leichter und h&auml;ufiger Kinder bekommen, als solche, deren Lebenszusammenhang an einem unsicheren Arbeitsplatz h&auml;ngt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weissgarnix.de\/2009\/11\/04\/haben-sarrazin-buschkowsky-und-co-recht\/\">Weissgarnix<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>NPD-Vorsitzender: &ldquo;Sarrazin macht uns salonf&auml;hig&rdquo;<\/strong><br>\nDer NPD-Vorsitzende Udo Voigt sieht Rechtsextreme durch Thilo Sarrazins Aussagen vor Verurteilungen gesch&uuml;tzt. Er bot Sarrazin einen Posten an.<br>\nGegen&uuml;ber dem ARD-Politikmagazin &ldquo;Report Mainz&rdquo; sagte der NPD-Chef: &ldquo;Unsere Aussagen werden damit salonf&auml;higer und es ist dann auch immer schwerer, Volksverhetzungsverurteilungen gegen NPD-Funktion&auml;re anzustreben, wenn wir uns zur Ausl&auml;nderpolitik &auml;u&szlig;ern, wenn sich etablierte Politiker auch trauen, das zu &auml;u&szlig;ern.&rdquo; NPD macht Sarrazin Beitrittsangebote. Der Sozialdemokrat Sarrazin liege mit seinen Aussagen zur Einwanderungspolitik ganz auf NPD-Linie. &ldquo;Herr Sarrazin hat klar zum Ausdruck gebracht, dass er nicht Fremder im eigenen Land werden will und hat damit die Politik der NPD seit 40 Jahren best&auml;tigt und ich freue mich, dass er sich traut, das auszusprechen.&rdquo; F&uuml;r den Fall, dass Sarrazin aus der SPD ausgeschlossen werde oder austrete, macht der NPD-Vorsitzende ein Angebot: &ldquo;Es w&uuml;rde mich freuen, wenn er als Berater dem NPD-Parteivorstand zur Verf&uuml;gung st&uuml;nde oder gar als Ausl&auml;nderr&uuml;ckf&uuml;hrungs-Beauftragter der NPD fungiert.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/politik\/aussenpolitik\/590937\/index.do?direct=590886&amp;_vl_backlink=\/home\/politik\/innenpolitik\/590991\/index.do&amp;selChannel=\">Die Presse.com<\/a><\/li>\n<li><strong>Sarrazin: Das Schweigen der Banker<\/strong><br>\nOffiziell will ganz offenbar niemand gegen Sarrazins menschenverachtende Thesen Stellung beziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/sarrazin--das-schweigen-der-banker\/-\/1472602\/4598450\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Bertelsmann und Sarrazin bitten zur Tea-Party<\/strong><br>\nVerbesserungen f&uuml;r das Zusammenleben von Deutschen und Migranten sind in Sarrazins Buch nicht zu erkennen &ndash; wohl aber Ans&auml;tze f&uuml;r eine deutschnationale &raquo;Tea-Party&laquo;: Ein Verein f&uuml;r frustrierte Ordnungsfanatiker aus dem rechtskonservativen und neoliberalen Lager, jenseits von REP&rsquo;s und NPD, der sich &uuml;ber Nacht in eine neue Rechtspartei verwandeln k&ouml;nnte. J&ouml;rg Haider, Geert Wilders &amp; Sarah Paulin lassen gr&uuml;&szlig;en!&hellip;<br>\nWie sich Bertelsmann durch die Ver&ouml;ffentlichung vergleichbaren Geistesm&uuml;lls unter dem Dach seiner Verlagsgruppe Randomhouse in augenf&auml;lliger Weise zum Wiederholungst&auml;ter macht, scheint der Inhaberfamilie Mohn und ihren profitgierigen Verlagsmanagern irgendwie entgangen zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-stimmen.de\/?p=7807\">gegen-stimmen<\/a>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Michael Wolffsohn: Koch und Merz werden Spaltung der Union einleiten<\/strong><br>\nDie Union wird sich spalten. Das Wann ist offen, nicht das Ob. Der Riss wird quer durch die CDU und CSU gehen. Entstehen wird je eine freisinnig konservativ-liberale (oder liberal-konservative) sowie eine wirtschaftsliberal-altkonservative Partei. Anders als oft behauptet hat diese Entwicklung kaum pers&ouml;nliche, sondern handfeste lebensinhaltliche und lebensperspektivische Ursachen. Weder Angela Merkel noch Ursula von der Leyen haben also &bdquo;Schuld&ldquo;. Wer glaubt, die CDU werde &bdquo;ohne Merkel&ldquo; wieder an alte 40-plus-Zeiten ankn&uuml;pfen k&ouml;nnen, irrt gr&uuml;ndlich.<br>\nGrund, nein, tiefer liegend: Ursache jener Entwicklung ist die Tatsache, dass sich in der bundesdeutschen Gesellschaft ein freisinniger, unverkrampfter, entspannter, individualistischer, alles andere als reaktion&auml;rer oder gar militaristischer Konservativismus herausgebildet hat. Ohne Ber&uuml;hrungs&auml;ngste und ohne das &uuml;bliche Gejammer &uuml;ber das l&auml;ngst untergegangene Abendland. Es ist ein pragmatischer, freisinniger, &uuml;berwiegend gro&szlig;st&auml;dtischer Konservativismus.<br>\nDie Liberal-Konservative Partei wird, siehe Name, vor allem wertkonservativ und wirtschaftsliberal sein und zun&auml;chst zuletzt die ins Nichtw&auml;hlerlager abgewanderten Unionsw&auml;hler anpeilen. Sie orientiert sich an der traditionellen Rolle der Frau in der Gesellschaft, der Familie, will weniger, besser: kaum staatliche Aktivit&auml;ten in der Wirtschaft und &uuml;berl&auml;sst auch Gr&uuml;nes eher dem Markt als der intervenierenden Steuerung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article9250275\/Koch-und-Merz-werden-Spaltung-der-Union-einleiten.html\">Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Zur Erinnerung: Deutsche Kriege f&uuml;r das &ldquo;nationale Interesse&rdquo;?<\/strong><br>\nF&uuml;r die Abkehr von der Beschr&auml;nkung auf die Landesverteidigung hat die PR-Abteilung der Politik schon lange die sch&ouml;ne Wendung &ldquo;Transformation der Bundeswehr&rdquo; in Umlauf gebracht. Auf der Tagesordnung steht jedoch nichts weniger als ein Umsturz. Ganz offen ist im aktuellen Diskurs von deutschen Milit&auml;raktivit&auml;ten zur Wahrung nationaler Rohstoff- und Energieinteressen die Rede. Im R&uuml;ckblick lassen sich viele vorbereitende Voten f&uuml;r diesen Verfassungsumsturz nachlesen. Die Frage ist: Werden die Sozialdemokraten mit im Boot sitzen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/22\/22686\/1.html\">Telepolis vom 17.06.2006<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Frage von damals ist beantwortet: Siehe das Das Wei&szlig;buch der Bundeswehr IMI-Analyse vom 24.10.2006:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Deutschland, dessen wirtschaftlicher Wohlstand vom Zugang zu Rohstoffen, Waren und Ideen abh&auml;ngt, hat ein elementares Interesse an einem friedlichen Wettbewerb der Gedanken, an einem offenen Welthandelssystem und freien Transportwegen.&rdquo; (S. 14) Deutschland sei &ldquo;in hohem Ma&szlig;e von einer gesicherten Rohstoffzufuhr und sicheren Transportwegen in globalem Ma&szlig;stab abh&auml;ngig. [&hellip;] Von strategischer Bedeutung f&uuml;r die Zukunft Deutschlands und Europas ist eine sichere, nachhaltige und wettbewerbsf&auml;hige Energieversorgung. [&hellip;] Energiefragen werden k&uuml;nftig f&uuml;r die globale Sicherheit eine immer wichtigere Rolle spielen.&rdquo; (17) Aus diesem Grund &ldquo;muss die Sicherheit der Energieinfrastruktur gew&auml;hrleistet werden.&rdquo; (18)<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Insofern brauchte DIHK-Pr&auml;sident Driftmann den Einsatz der Bundeswehr zur Verteidigung der Handelswege gar nicht mehr zu fordern. Obwohl Driftmann auch <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,714436,00.html#ref=rss\">Vize-Vorsitzender der Expertenkommission zur Reform der Bundeswehr ist<\/a>, hat er diesen Verfassungsumbruch offenbar genauso wenig mitbekommen wie die gesamte &Ouml;ffentlichkeit. So etwas nennt man wohl eine schleichende Verfassungsaush&ouml;hlung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Karzai wirft internationalen Truppen Versagen vor<\/strong><br>\n&ldquo;Der Kampf der Nato-Soldaten hat au&szlig;er zivilen Opfern nichts gebracht&rdquo;:<br>\nAfghanistans Pr&auml;sident Karzai hat das Vorgehen der ausl&auml;ndischen Truppen in seinem Land au&szlig;ergew&ouml;hnlich scharf kritisiert. Er fordert eine neue Strategie f&uuml;r den Einsatz gegen die Taliban.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,714557,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Fischfang vor Afrikas K&uuml;ste: Europa kauft die Meere leer<\/strong><br>\nDie einen bekommen Fisch im &Uuml;berfluss, die anderen gehen leer aus: Weil die EU Millionen Euro an korrupte Staaten zahlt, d&uuml;rfen europ&auml;ische Trawler die Fanggr&uuml;nde vor der K&uuml;ste Afrikas pl&uuml;ndern. &ldquo;Cash for Fish&rdquo; hei&szlig;t das fragw&uuml;rdige Gesch&auml;ft &ndash; f&uuml;r die Einheimischen bleibt fast nichts &uuml;brig. Ein brisanter Fall. Denn Marokko verkauft regelm&auml;&szlig;ig Fischereirechte an Europa und erh&auml;lt daf&uuml;r j&auml;hrlich 36,1 Millionen Euro. Im Gegenzug darf die EU-Flotte vor Marokko fischen. Und wie selbstverst&auml;ndlich gehen die Europ&auml;ische Union und Marokko davon aus, dass auch die fischreichen Gew&auml;sser vor Westsahara eingeschlossen sind, obwohl der v&ouml;lkerrechtlicher Status des Landes umstritten ist. Westsahara wird seit &uuml;ber 35 Jahren vom Nachbarn Marokko besetzt. F&uuml;r die Juristen ist klar: Das Vorgehen der EU im Nordwesten Afrikas ist illegal. Wer die nat&uuml;rlichen Ressourcen eines Autonomiegebiets ausbeuten wolle, d&uuml;rfe das nur zum Wohl der Bev&ouml;lkerung und mit deren Einverst&auml;ndnis tun. &ldquo;Es zeigt sich aber nicht, dass die finanziellen Zuwendungen zum Wohl der Bev&ouml;lkerung in Westsahara verwendet werden&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Gutachten.<br>\nDie j&uuml;ngste Expertenmeinung aus dem eigenen Haus ist ein Schlag ins Gesicht der EU. Denn das Gutachten hinterfragt nicht nur das Fischereiabkommen mit Marokko, sondern die gesamte EU-Fischereipolitik. Denn Br&uuml;ssel arbeitet intensiv an einer Reform der sogenannten Gemeinsamen Fischereipolitik. Alle zehn Jahre kommen deren Regelungen auf den Pr&uuml;fstand. 2012 ist es wieder so weit. Nachdem der Europ&auml;ische Rechnungshof vor einiger Zeit zu dem Schluss gekommen ist, dass die EU-Fischereipolitik ihre Ziele komplett verfehle, will die EU-Kommission nun nichts anderes als einen radikalen Neuanfang. Daf&uuml;r stellte sie im Mai vergangenen Jahres eine erste Bilanz vor. Das sogenannte Gr&uuml;nbuch gleicht einer Bankrotterkl&auml;rung: Exzessive Subventionierung, ineffektive Kontrollen und unzureichender politischer Wille h&auml;tten zu &Uuml;berkapazit&auml;ten und einer dramatischen &Uuml;berfischung gef&uuml;hrt. In einem aktuellen Papier wird die Kommission noch deutlicher: &ldquo;Wenn wir jetzt nicht handeln, wird der Teufelskreis weitergehen, der zu dieser schlechten &ouml;konomischen, sozialen und &ouml;kologischen Performance gef&uuml;hrt hat.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,712541,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Landnahme: in Afrika auch durch deutsche Firmen<\/strong><br>\nDeutsche Unternehmen sichern sich in Afrika riesige L&auml;ndereien f&uuml;r den umstrittenen Anbau von Agrospritpflanzen. Die bayerische Acazis AG (fr&uuml;her: Flora Eco-Power) habe in &Auml;thiopien 56.000 Hektar f&uuml;r die Produktion nachwachsender Rohstoffe gepachtet, hei&szlig;t es in einer am Montag ver&ouml;ffentlichten Studie des internationalen Umweltverbands Friends of the Earth. Zudem habe das Unternehmen Konzessionen f&uuml;r weitere 200.000 Hektar erworben. In &Auml;thiopien etwa habe Flora Eco-Power im Jahr 2007 begonnen, Anbaufl&auml;chen f&uuml;r &Ouml;lpflanzen in einem Schutzgebiet f&uuml;r Elefanten zu roden. Fast das komplette Anbaugebiet liege innerhalb des Elefantenreservats und ihrer Futterpl&auml;tze. Andreas Burger, kaufm&auml;nnischer Leiter von Acazis, sagte der taz: &ldquo;Wir hatten mit der Rodung angefangen, weil wir eine Genehmigung der Provinz Oromia hatten, die sich aber nicht mit der Staatsregierung abgesprochen hatte. Nachdem wir davon erfahren haben, haben wir unsere Aktion in diesem Gebiet eingestellt&rdquo;. Auf ihrer Website betont die Acazis AG, dass die von ihr angebaute Castorpflanze &ldquo;nicht mit den Interessen von Pflanzungen im Nahrungsmittelbereich&rdquo; kollidiere. Die Pflanze sei nicht f&uuml;r den menschlichen Verzehr geeignet. Sie m&uuml;sse auch nicht aufw&auml;ndig bew&auml;ssert werden und entziehe der Bev&ouml;lkerung daher kein Wasser. Indirekt r&auml;umt die Firma aber ein, dass auf dem Boden auch Nahrungsmittel produziert werden k&ouml;nnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F08%2F30%2Fa0077&amp;cHash=029b8e7af3\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Und wessen in Tasche ist die Pachtsumme geflossen?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Rezepte zur &Uuml;berwindung der EU-Finanzkrise; Spanien bergab; Argentinien warnt Griechenland; Serbien ist pleite; Niedriglohnbesch&auml;ftigung im Osten; Kik auf der &Uuml;berholspur; Schweden folgt; Besch&auml;ftigungswunder entzaubert; Gutachten zur Selbstbedienung; verdeckte Werbung; Lobbyisten in Br&uuml;ssel; Maschinenbauer und Laufzeitverl&auml;ngerung; Jamaika ohne Sonnenschein; weitere Sarrazenaten; Spaltung der Union; Kriege im &bdquo;nationalen Interesse&ldquo;; Karzei redet<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6620\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6620","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6620","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6620"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6620\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6623,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6620\/revisions\/6623"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6620"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6620"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6620"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}