{"id":66456,"date":"2020-11-03T08:25:44","date_gmt":"2020-11-03T07:25:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456"},"modified":"2020-11-03T08:25:44","modified_gmt":"2020-11-03T07:25:44","slug":"hinweise-des-tages-3732","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h01\">Der Antisemitismus-Report zu Corbyns Labour ist eine politisch motivierte Farce<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h02\">Abw&auml;hlen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h03\">Trump hat vollendet, was bei den Clintons angelegt war<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h04\">Ein Pr&auml;sident Joe Biden w&auml;re nur das kleinere &Uuml;bel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h05\">Mutter aller verr&uuml;ckten Formen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h06\">Freiheit f&uuml;r Julian Assange!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h07\">Ich mache Profite, weil die Firmen betr&uuml;gen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h08\">Feminismus von oben: Und wo bleiben die 99 Prozent?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h09\">Lizenz zur Ausbeutung von Arbeitskr&auml;ften: Verl&auml;ngerung der Westbalkanregelung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h10\">Corona-Infektionen Warum hat China keine zweite Welle? <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h11\">Die Grenzen des Ertr&auml;glichen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h12\">Statt &bdquo;Lockdown-Light&ldquo; brauchen wir Schweden-Light<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h13\">Charit&eacute;-Epidemiologe: Lockdown ist &uuml;berzogen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h14\">Die drei Haupttreiber der Pandemie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h15\">Techno-totalit&auml;re Fantasien wie aus dem Silicon Valley<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h16\">Staatstrojaner f&uuml;r die Dienste &ndash; ein Loch ist im Eimer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h17\">R&uuml;stung in Zeiten der Pandemie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66456#h18\">Vom Mythos der Reife<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Der Antisemitismus-Report zu Corbyns Labour ist eine politisch motivierte Farce<\/strong><br>\nAuf eine Untersuchung zum Antisemitismus in den Reihen der britischen Labour-Partei folgte die Suspendierung des Ex-Parteichefs Jeremy Corbyn. Doch wie der ganze Skandal ist die Untersuchung vor allem eins: eine politische Waffe.<br>\nMitte Oktober unterrichtete ein BBC- Journalist seine Zuschauer, der ausstehende Bericht der Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission (EHRC) zu Antisemitismusvorw&uuml;rfen gegen die britische Labour-Partei &raquo;verspreche vernichtend zu werden&laquo;. Doch der Prozess hinter der Erstellung des Reports wirft vor allem ein schlechtes Licht auf die EHRC-Kommission und die britischen Medien, die sich zu den &uuml;berw&auml;ltigenden Hinweisen auf die Parteilichkeit der Untersuchung konsequent ausschwiegen.<br>\nDie langwierige Saga begann im Juni 2019, als die EHRC bekannt gab, Labour wegen m&ouml;glicher Verst&ouml;&szlig;e gegen die Gleichstellungsgesetzgebung zu untersuchen. Zuvor waren Beschwerden von zwei Gruppen eingegangen, der Campaign Against Antisemitism (CAA) und der Organisation Jewish Labour Movement (JLM).<br>\nF&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der britischen Journalistinnen und Journalisten war bereits diese Ank&uuml;ndigung eine vernichtende Anklage gegen den damaligen Parteif&uuml;hrer Jeremy Corbyn. Dass die EHRC eine solch folgenschwere Entscheidung traf, k&ouml;nne nur bedeuten, dass Labour unter Corbyn von Antisemiten durchsetzt war. Und dass die Parteif&uuml;hrung die Schuld f&uuml;r diesen sch&auml;ndlichen Verfall trug. &hellip;<br>\nDie EHRC sah sich seit der Macht&uuml;bernahme von David Cameron 2010 mit drastischen Budgetk&uuml;rzungen konfrontiert. Betrug es damals noch 63 Millionen Pfund, ist es heute auf 17 Millionen Pfund geschrumpft. Wohl auch deswegen vermied es die EHRC im weiteren Verlauf tunlichst, Cameron oder seine Nachfolger allzu hart zu kritisieren. Im Juli 2020 berichteten zwei ehemalige EHRC-Kommissare &ndash; Simon Woolley, der einzige Schwarze der Kommission, und Meral Hussein-Ece, der einzige Muslim &ndash; dem Magazin Newsweek, dass sie 2012 nicht wieder in ihre &Auml;mter berufen worden seien, weil sie in Fragen des Rassismus &raquo;zu energisch und laut&laquo; gewesen seien. &hellip;<br>\nDoch es br&auml;uchte noch nicht einmal die direkte Einflussnahme von Seiten der Regierung. Die Tories sind bis zu den n&auml;chsten Parlamentswahlen an der Macht, m&ouml;glicherweise bis weit dar&uuml;ber hinaus. Sie haben die uneingeschr&auml;nkte Unterst&uuml;tzung einer zutiefst parteiischen Zeitungsindustrie, deren Redaktionen verl&auml;sslich Sturm gegen jedes Gremium blasen, das der Regierung &Auml;rger bereitet. Allein der Wunsch der F&uuml;hrungsspitze der EHRC (deren M&uuml;lltonnen die konservative Presse im Falle einer Konfrontation mit der Regierung ganz buchst&auml;blich durchw&uuml;hlen w&uuml;rde) nach einem ruhigen Leben ist bereits eine v&ouml;llig ausreichende Erkl&auml;rung f&uuml;r ihr Widerstreben, es mit einer Partei aufzunehmen, in der es ganz offensichtlich auf allen Ebenen von Rassisten wimmelt.<br>\nDie Entscheidung der EHRC, eine Untersuchung gegen Labour zu starten, stellte kein solches Dilemma dar. Tats&auml;chlich wurde sie von der britischen Presse allgemein begr&uuml;&szlig;t, einschlie&szlig;lich ihrer kleinen nicht-konservativen Nischen. Auch die liberalen Zeitungen hatten sich w&auml;hrend der Amtszeit Jeremy Corbyns auf die konventionelle Medienerz&auml;hlung des &raquo;Labour-Antisemitismus&laquo; eingeschossen und sie hatten keinen Anlass, diese Erz&auml;hlung nun in Frage zu stellen.<br>\nSo wurden die Gruppen, die die Untersuchung veranlasst hatten, keiner tieferen Pr&uuml;fung unterzogen. Die Campaign Against Antisemitism (CAA) ist im selben Sinne eine Graswurzelkampagne gegen Antisemitismus, wie der Bund der Steuerzahler eine Graswurzelkampagne f&uuml;r die effiziente Verwendung &ouml;ffentlicher Gelder ist &ndash; das hei&szlig;t: &uuml;berhaupt nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/labour-partei-jeremy-corbyn-suspendierung-antisemitismus\/\">Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Abw&auml;hlen!<\/strong><br>\nDonald Trump hat in vier Jahren unsch&auml;tzbaren Schaden an der Demokratie und der von den USA gebauten Weltordnung angerichtet. Nun entscheiden die Amerikaner &ndash; und sie haben eigentlich keine Wahl.<br>\n&Uuml;ber die Bilanz der vier Trump-Jahre muss nicht lange gestritten werden. Dieser Pr&auml;sident konnte vom ersten Tag an mit den herk&ouml;mmlichen Ma&szlig;st&auml;ben von Erfolg und Misserfolg nicht gemessen werden, zu bilanzieren im klassischen Sinn gibt es also wenig. Donald Trump hat die Idee vom Pr&auml;sidentenamt zerst&ouml;rt und stattdessen einen irritierend neuen politischen Kosmos geschaffen. Das macht die vergangenen Jahre so schockierend einzigartig.<br>\nDas wichtigste Merkmal dieser Amtszeit ist in der Tat die Zerst&ouml;rung &ndash; die nun, am Ende, in eine Ersch&ouml;pfung zu m&uuml;nden scheint. Trump selbst wirkt ersch&ouml;pft, sein Clan ist ersch&ouml;pft, die USA und auch die Welt sind ersch&ouml;pft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/meinung\/usa-wahl-donald-trump-demokratie-1.5099999\">Stefan Kornelius in S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das ist Meinungsmache gegen den amtierenden US-Pr&auml;sidenten. Wenn der Gegenkandidat, Herr Biden, ein wahrer Hoffnungstr&auml;ger w&auml;re, k&ouml;nnte der Kommentar nachvollzogen werden. Zu bef&uuml;rchten ist jedoch, dass ein US-Pr&auml;sident Biden u.a. den Konflikt mit China und Russland forcieren und auch Deutschland um Unterst&uuml;tzung bitten wird. Und die zahlreichen Transatlantiker in und um die Bundesregierung werden dem vermutlich nachkommen &hellip;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Trump hat vollendet, was bei den Clintons angelegt war<\/strong><br>\nEs ist leicht, Trump die Schuld am Untergang der USA zu geben. Dabei war das politische System schon vor ihm auf Lug und Trug gebaut. Er hat es nur auf die Spitze getrieben &ndash; und nicht nur das. [&hellip;]<br>\nDie Amoralit&auml;t und die Verlogenheit, dazu die Selbstgerechtigkeit beider Clintons, dass die Gesetze f&uuml;r alle anderen gelten, bildeten eine Vorahnung, was kommen k&ouml;nnte. Donald Trump hat vollendet, was bei den Clintons angelegt war. Vom Zurechtbiegen der Wahrheit bis zum g&auml;nzlich unversch&auml;mten L&uuml;gen als Prinzip der Machtaus&uuml;bung ist es ein gro&szlig;er Schritt, aber auch ein folgerichtiger.<br>\nDas zweite Prinzip steuerte George W. Bush bei, der ironischerweise an  Beliebtheit gewonnen hat, weil er Trump verachtet. Entweder sie sind f&uuml;r uns oder gegen uns, war sein Leitsatz. Nicht zu vergessen: die falschen Beweise f&uuml;r den Irak-Krieg. [&hellip;]<br>\nVon Trump bleibt auch, dass er die Linke nach seiner Vorstellung geformt hat. Die demokratische Partei hat sich in den vergangenen vier Jahren genauso erschreckend radikalisiert wie die Rechte. Alles ist spiegelverkehrt: der Hass auf Trump, die Verachtung f&uuml;r seine Machtgrundlage in den Medien und unter den wei&szlig;en Nationalisten, die Missachtung f&uuml;r Kompromisse und R&uuml;cksichtnahme im demokratischen System, die Vorliebe f&uuml;rs Dysfunktionale.<br>\nDenn falls die Demokraten im Repr&auml;sentantenhaus die Mehrheit behalten und sie im Senat gewinnen, gibt es keinerlei Grund, nicht durchzuregieren, nicht das Oberste Gericht durch linksliberale Richter so zu erg&auml;nzen, dass sich die Mehrheit wieder &auml;ndert. R&uuml;cksichtslosigkeit und Konsensfeindlichkeit sind kein rechtes Monopol.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ausland\/usa\/id_88861486\/us-wahlen-2020-die-usa-waren-schon-vor-donald-trump-kaputt.html?ml-d\">Gerhard Sp&ouml;rl auf t-online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ein Pr&auml;sident Joe Biden w&auml;re nur das kleinere &Uuml;bel<\/strong><br>\nViele w&uuml;nschen sich inst&auml;ndig, dass die blonde Tolle bald nicht mehr an der Spitze des amerikanischen Staates zu sehen sein wird. Doch sollte man sich dessen bewusst sein, dass unter einem Pr&auml;sidenten Joe Biden kein paradiesisches Zeitalter ausbricht. Viele Schwierigkeiten werden fortbestehen.<br>\nDie Demokrat*innen werden sich auch unter ihm &bdquo;mehr an Wallstreet als an der Mainstreet&ldquo; orientieren, wie man in den USA so sagt. Damit ist gemeint: mehr an den Interessen der Finanzindustrie als an denen der Mittelschicht.<br>\nDie strukturellen Probleme des krisengebeutelten Mittleren Westens vermag Biden nicht grundlegend zu adressieren. Bidens Wirtschaftsprogramm &bdquo;Built Back Better&ldquo; sieht zwar massive staatliche Investitionen vor, die vor allem der Mittelschicht helfen sollen. Aber wie der von Biden versprochene &bdquo;Green New Deal&ldquo; in realiter f&uuml;r mehr Arbeitspl&auml;tze in den ehemaligen Stahl-, Kohle- und Autoindustrieregionen sorgen soll, ist ungewiss.<br>\nDas Problem des abgewirtschafteten Rust Belts, einer Region, in der 60 Millionen Amerikaner*innen leben, hat Trump im Gegensatz zu den Demokraten*innen schon im Wahlkampf 2016 erkannt und benannt. Biden f&auml;llt hier nicht viel mehr ein als Trump. Nach seinen Aussagen zu urteilen wird er den Trumpschen Protektionismus fortsetzen. Zudem l&auml;sst er bislang nicht erkennen, ob er die enorme wirtschaftliche Macht der Finanzindustrie und IT-Konzerne an der Ost- und Westk&uuml;ste regulieren will. An den bestehenden wirtschaftlichen und sozialen Gegens&auml;tzen wird er daher vermutlich wenig &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/us-wahl-ein-praesident-joe-biden-waere-nur-das-kleinere.1005.de.html?dram:article_id=486680\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers F.D.:<\/strong> Der Kommentar hebt sich wohltuend ab von den derzeitigen Verlautbarungen in Medien und Politik zur Wahl in den USA. So mag Biden der Heilsbringer f&uuml;r die liberalen Eliten und Besitzenden sein, f&uuml;r die Menschen, die seit Jahrzenten unter der neoliberalen Verarmungspolitik leiden, wird er dagegen kein Hoffnungstr&auml;ger sein. Zu sehr ist auch seine politische Karriere verkn&uuml;pft mit dem Rechtsruck der Demokraten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Mutter aller verr&uuml;ckten Formen<\/strong><br>\nIn Zeiten der Coronakrise k&auml;mpft die reale Wirtschaft in vielen Bereichen ums &Uuml;berleben. Da lohnt ein theoretischer Blick auf noch florierenden Finanzm&auml;rkte &ndash; und auf Karl Marx. Er schrieb einst: Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher ma&szlig;los.&rdquo; Die meisten haben davon nichts. (&hellip;)<br>\n&ldquo;Finanzprodukte&rdquo;, also Eigentumstitel aller Art von der First-Class-Aktie bis zu den dubiosesten Derivaten und Zertifikaten, sind nach Marx &bdquo;papierene Duplikate des wirklichen Kapitals&ldquo; oder &ldquo;nominelle Repr&auml;sentanten nicht existierender Kapitale&rdquo; &ndash; so wie der papierene Frachtbrief als Rechtstitel eine wirkliche Maschine auf dem Transportweg eben nur versicherungsrechtlich repr&auml;sentiert, aber eben nicht die reale Maschine verdoppelt. (&hellip;)<br>\nWerden die &ldquo;papierenen Duplikate&rdquo; handelbar, kriegt das wirklich existierende Kapital eine numinose, quasi-theologisch verb&uuml;rgte Zweitexistenz als B&ouml;rsenkurs oder als Wette auf die Zukunft. Aber &ldquo;der Marktwert dieser Papiere ist zum Teil spekulativ, da er nicht durch eine wirkliche Einnahme, sondern durch die erwartete &hellip; bestimmt ist&rdquo;. Auf dem Markt f&uuml;r Papiere an der B&ouml;rse wird nach Marx &ldquo;Gewinnen und Verlieren &hellip; der Natur der Sache nach mehr und mehr Resultat des Spiels&rdquo;. Das Jonglieren mit realexistierenden Fiktionen ist der Spielplatz f&uuml;r die Herren &ldquo;der verr&uuml;ckten Formen&rdquo;.<br>\nVerr&uuml;ckt ist w&ouml;rtlich dabei zu verstehen. Mit dem &ldquo;improvisierten Reichtum&rdquo; aus einem Kartenhaus &ldquo;papierener Duplikate&rdquo; sollen die Schranken der realen Produktion von G&uuml;tern und Dienstleistungen &uuml;berwunden werden.  Diese Schranken bilden die Zahl und die Kaufkraft der wirklichen K&auml;ufer\/Konsumenten &ndash; Autos kaufen keine Autos, was man den Autohalden ansieht, und diese verbrauchen auch kein Benzin, was man an fallenden Preisen daf&uuml;r ablesen kann. Geld und Kapital in Papierform kennen keine Grenzen, sondern nur die m&ouml;glichst profitable Verwertung, ihre spekulative Selbstverwertung und Selbstvermehrung in unbestimmter und unbestimmbarer Zukunft.<br>\n&ldquo;Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher ma&szlig;los.&rdquo; Wie ma&szlig;los, erweist sich nun an den t&auml;glich neu entdeckten Milliardenl&ouml;chern, die entstanden sind, weil die Bewegung der Selbstverwertung durch die Pandemie ins Stocken kam. Nach Marx scheinen Geld und Kapital zum &ldquo;automatischen Subjekt&rdquo; (Marx, Kapital I, Werke, Bd. 23, S. 169) oder Quasi-Gott ihrer Selbstvermehrung und Selbstverwertung zu werden, solange ihm kein Virus in die Quere kommt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++a200fbc2-19f2-11eb-9a68-001a4a16011a\">Gegenblende<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Freiheit f&uuml;r Julian Assange!<\/strong><br>\nWir haben es mit einem der weitreichendsten und absto&szlig;endsten Angriffe auf Pressefreiheit und Menschenw&uuml;rde in der j&uuml;ngere Geschichte zu tun. Der Whistleblower Julian Assange wird seit &uuml;ber einem Jahrzehnt gezielt psychisch gefoltert. Nicht Kriegsverbrecher m&uuml;ssen in der von den USA dominierten Welt mit Verfolgung rechnen, sondern diejenigen, die diese Verbrechen aufdecken. Mit einem ernsthaften Bem&uuml;hen um Gerechtigkeit hat das nichts mehr zu tun. An Julian Assange wird ein Exempel statuiert und die Botschaft lautet: &bdquo;Wer sich mit uns anlegt, wird seines Lebens nicht mehr froh. Er wird sein Leben schlie&szlig;lich verlieren.&ldquo; Alle Journalist*nnen der Welt sollten sich von diesem &bdquo;Fall&ldquo; zutiefst betroffen f&uuml;hlen und gemeinsam gegen das Unrecht anschreiben. Leider haben die meisten nach wie vor &bdquo;Wichtigeres&ldquo; zu berichten. Annette Groth, ehemalige Abgeordnete der Linken im Bundestag hielt die Laudatio auf Assange anl&auml;sslich der Verleihung des K&ouml;lner Karlspreises.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/freiheit-fuer-julian-assange-2\">Hinter den Schlagzeilen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ich mache Profite, weil die Firmen betr&uuml;gen<\/strong><br>\nFraser Perring wettet als Leerverk&auml;ufer auf sinkende Kurse von Unternehmen. Seine Ver&ouml;ffentlichung &uuml;ber Missst&auml;nde bei Wirecard leitete den Zusammenbruch des Unternehmens ein. Nach seinen Vorw&uuml;rfen gegen Grenke fiel der Aktienwert der Firma um mehr als die H&auml;lfte. Firmengr&uuml;nder Wolfgang Grenke r&auml;umte den Chefposten.<br>\nDie deutsche Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht, Bafin, hatte nicht bemerkt, dass der Finanzdienstleister Wirecard seine Bilanzen f&auml;lschte. Rund 1,9 Milliarden Euro hatte der Konzern ausgewiesen, die sich als Luftbuchungen herausstellten. Sie hatten der Financial Times bereits Jahre vor Auffliegen des Skandals einen Tip gegeben und auf sinkende Kurse von Wirecard gesetzt. Sind Leerverk&auml;ufer die besseren Finanzaufseher?<br>\nHundertprozentig. Leerverk&auml;ufer m&uuml;ssen die Fakten checken, bevor sie ihre Vorw&uuml;rfe ver&ouml;ffentlichen. Bevor wir die &Ouml;ffentlichkeit suchten, ermutigten wir alle Kontrollinstanzen, den Betrugsvorw&uuml;rfen bei Wirecard nachzugehen. Unsere Dokumente m&uuml;ssen sehr strenge Regeln durchlaufen. Liegen wir richtig, und k&ouml;nnen wir es beweisen? Wo ist die Quelle? Wir &uuml;berpr&uuml;ften die Informationen aus &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Dokumenten. Das bedeutet, dass die Aufsichtsbeh&ouml;rden geschlafen haben.<br>\nWie kommen Sie an die Informationen &uuml;ber Betrug und wie Unternehmen ihre Bilanzen f&auml;lschen?<br>\n&Uuml;blicherweise durch Diskussionen mit anderen Leuten. So war es 2015. Jemand kam zu mir und sagte: &raquo;Hast du dir Wirecard angesehen?&laquo; Ich sagte: &raquo;Nein, ich habe bisher kaum von dem Unternehmen geh&ouml;rt.&laquo; Mein Informant sagte: &raquo;Die schrauben immer ihre Zahlen nach oben.&laquo; Und so versuchten wir so viele Informationen wie m&ouml;glich &uuml;ber die Angebereien herauszufinden, die Wirecard in ihren B&ouml;rsenberichten ver&ouml;ffentlichte. Das Unternehmen gab an, viele neue Vertr&auml;ge abgeschlossen zu haben. Aber wenn man genau hinsah, fielen die Gesch&auml;fte viel kleiner aus, als sie es vorgaben. Die meisten Betr&uuml;gereien verlaufen nach einem stereotypen Muster von &Uuml;bertreibungen. Sie seien besser als ihre Konkurrenten. Wirecard gab an, sogar w&auml;hrend der Covid-19-Krise die Profite zu steigern, w&auml;hrend alle anderen Bezahldienstleister sagten, dass ihre Ums&auml;tze zur&uuml;ckgegangen seien. W&auml;hrend des Shutdowns gingen weniger Menschen einkaufen, der Handel wurde aufs Internet verlagert, und kontaktlose Zahlungsmethoden, wie sie Wirecard anbot, wurden seltener genutzt. Doch die Pandemie schien das Unternehmen &uuml;berhaupt nicht zu beeinflussen.<br>\nSie sorgten nicht nur bei Wirecard daf&uuml;r, dass der gro&szlig;e Bluff aufflog. Derzeit wetten Sie auf sinkende Kurse beim deutschen Leasingunternehmen Grenke. Worum geht es?<br>\nBei Grenke ist es dasselbe Problem: Deren Gewinnspannen lagen lange Zeit weit &uuml;ber denen der Konkurrenz. Wir haben alle Franchiseunternehmen von Grenke untersucht. Sie steigern Jahr f&uuml;r Jahr ihre Ertr&auml;ge, also brauchen sie Investitionsm&ouml;glichkeiten. Dasselbe bei Wirecard: Sie haben das Gesch&auml;ft um das F&uuml;nffache ausgebaut. Wo ist das Bargeld hin? Das Sch&ouml;ne daran, ein Shortseller zu sein, ist, dass wir mit gesundem Menschenverstand handeln. Nehmen wir zwei Journalisten, beide verf&uuml;gen &uuml;ber &auml;hnliche F&auml;higkeiten, also wissen Sie, dass sie ungef&auml;hr dasselbe verdienen sollten. Aber pl&ouml;tzlich gibt es einen, der viel mehr als alle anderen verdient. Es ist keine komplizierte Wissenschaft. Man muss den zentralen Fragen nachgehen: Was geschieht hier? Wo ist die geheime Quelle?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/389548.finanzkapital-ich-mache-profite-weil-die-firmen-betr%C3%BCgen.html\">junge welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Feminismus von oben: Und wo bleiben die 99 Prozent?<\/strong><br>\nDie Kampagne #ichwill fordert eine verbindliche Frauenquote in F&uuml;hrungspositionen. Aber mehr Frauen in den Chefetagen n&uuml;tzen den Arbeiterinnen nichts.<br>\nDie Forderung nach einer verbindlichen Frauenquote in den Chefetagen gro&szlig;er Konzerne einfach abzuwinken, w&auml;re kurzsichtig. Denn das h&auml;ufig ge&auml;u&szlig;erte Argument, diese sei wirkungslos, trifft schlicht nicht zu. Frauenquoten in F&uuml;hrungspositionen entfalten erstaunlich gro&szlig;e Wirkung &ndash; allerdings in erster Linie zugunsten des Unternehmensprofits. Frauenquoten von 30 Prozent in F&uuml;hrungspositionen steigern den Nettogewinn eines Unternehmens laut einer Studie des Washington Peterson Instituts um stolze 15 Prozent. Diese Quote richtet sich nur an bestimmte Frauen aus den oberen gesellschaftlichen Schichten, die ohnehin schon Teil der Elite sind. Ihnen r&auml;t Sheryl Sandberg, COO von Facebook, in ihrem gleichnamigen Buch &raquo;lean in&laquo;: H&auml;ngt euch einfach rein. Schade nur, dass f&uuml;r die Arbeiterinnen ein Platz in der Chefetage weiterhin unerreichbar bleibt. Auch mit Karriere-Tipps wie diesem. Egal, wie hart sie arbeiten. Ihnen w&auml;re mehr damit geholfen, undemokratische F&uuml;hrungsstrukturen einfach g&auml;nzlich abzuschaffen.<br>\nDiese Machtverschiebung d&uuml;rfte Sheryl Sandberg jedoch Bauchschmerzen bereiten. Sie ist eine prominente Vertreterin des kapitalfreundlichen Feminismus. Dieser m&ouml;chte der Macht in Unternehmensvorst&auml;nden lediglich ein anderes, ein weiblicheres Gesicht verleihen. Aber es geht nicht darum, die bestehenden Machtverh&auml;ltnisse anzugreifen, oder infrage zu stellen, dass eine kleine Elite &uuml;ber das Schicksal tausender Arbeiterinnen und Arbeiter entscheidet. Im Gegenteil: Der Feminismus von Sheryl Sandberg ist sogar darauf angewiesen, dass das so bleibt. &hellip;<br>\nDawn Foster bezeichnet in ihrem Buch Lean Out diese Form des Feminismus von oben als als Trickle-down-Feminismus. &raquo;Trickle down&laquo; beschreibt den Glauben, dass im Kapitalismus nach und nach das Wirtschaftswachstum und der Wohlstand der Reichen auch zu den unteren Schichten durchsickern werden. Und auch in Sachen Feminismus h&auml;lt sich hartn&auml;ckig das Argument, der Erfolg der Frauen des oberen einen Prozents komme irgendwann auch allen anderen zugute. Jede n&auml;here Betrachtung zeigt: &raquo;Trickle down&laquo; ist ein M&auml;rchen. Wollte man beispielsweise die extreme Armut nur durch Wirtschaftswachstum abschaffen und dabei die aktuelle Verteilung von Wohlstandsgewinnen beibehalten, m&uuml;sste die globale Wirtschaft um das 175-fache anwachsen. Das ist nicht m&ouml;glich. Ohne Umverteilung geht es nicht. Genauso ist es naiv zu glauben, die Besserstellung der privilegiertesten Frauen komme automatisch auch allen anderen zugute, wenn nicht die Macht in Unternehmen grundlegend anders verteilt wird. Der Trickle-down-Feminismus hilft ausschlie&szlig;lich dem obersten 1 Prozent und geht zulasten der 99 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/feminismus-frauenquote-frauenanteil-ichwill-kampagne\/\">Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Lizenz zur Ausbeutung von Arbeitskr&auml;ften: Verl&auml;ngerung der Westbalkanregelung<\/strong><br>\nDeutschland z&auml;hlt zu den Staaten, die am st&auml;rksten vom Zuzug hoch qualifizierter Arbeitskr&auml;fte aus &auml;rmeren Regionen Europas profitieren.<br>\nMit Wirkung zum 28.10.2015 wurden die gesetzlichen Bestimmungen f&uuml;r den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt f&uuml;r Menschen aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Republik Nordmazedonien, Montenegro und Serbien gelockert. Seit dem 01.01.2016 k&ouml;nnen sie befristet bis zum 31.12.2020 in Deutschland f&uuml;r jede Besch&auml;ftigung eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, obwohl sie nicht aus EU-Staaten kommen. Sie m&uuml;ssen f&uuml;r die Einreise ein Visum beantragen, sie ben&ouml;tigen daf&uuml;r nur die verbindliche Zusage eines Unternehmens, eine bestimmte Qualifikation oder Deutschkenntnisse brauchen sie nicht. Ausgenommen sind T&auml;tigkeiten im Rahmen der Leiharbeit.<br>\nDas Bundeskabinett hat nun beschlossen, diese sogenannte Westbalkanregelung bis 2023 zu verl&auml;ngern. Neu eingef&uuml;hrt wird ein Kontingent f&uuml;r bis zu 25.000 Personen j&auml;hrlich.<br>\nDie Balkanl&auml;nder Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Republik Nordmazedonien, Montenegro und Serbien gelten f&uuml;r Deutschland als sogenannte &bdquo;sichere Herkunftsl&auml;nder&ldquo;, Menschen aus diesen Staaten, die einen Asylantrag stellen, haben kaum eine Chance, dass dem Antrag entsprochen wird und m&uuml;ssen davon ausgehen, wieder in ihr Heimatland zur&uuml;ckkehren zu m&uuml;ssen.<br>\nSeit Januar 2016 k&ouml;nnen sie aber ein Arbeitsvisum f&uuml;r Deutschland erhalten, f&uuml;r das keine Deutschkenntnisse und berufliche Qualifikation erforderlich ist. Voraussetzung ist, dass der Antragsteller einen Arbeitsvertrag vorweisen kann und dass die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) zustimmt. Auch darf er vorher keine Sozialleistungen bezogen haben. Die Regelung war als Reaktion auf die hohe Zahl von Asylbewerbern geschaffen worden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kritisches-netzwerk.de\/forum\/lizenz-zur-ausbeutung-von-arbeitskraeften-verlaengerung-der-westbalkanregelung\">Kritisches Netzwerk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Corona-Infektionen Warum hat China keine zweite Welle? <\/strong><br>\nIm autorit&auml;r regierten China haben die Beh&ouml;rden Kontroll- und Durchgriffsm&ouml;glichkeiten, die in westlichen Demokratien undenkbar w&auml;ren. Pers&ouml;nliche Freiheitsrechte oder Datenschutz spielen dabei keine Rolle &ndash; etwa bei der Nachverfolgung von Kontakten. So geh&ouml;ren Corona-Apps, die genaue Bewegungsprofile erstellen, zum Alltag. Beim Betreten von Restaurants, Caf&eacute;s oder Gesch&auml;ften einen QR-Code einscannen, um sich zu registrieren, auch das ist seit Corona normal. Allerdings gehen St&auml;dte und Provinzen teilweise sehr unterschiedlich vor &ndash; Peking beispielsweise ist strenger als Shanghai.<br>\nUnd wenn es dann Infektionsherde gibt, werden &ouml;rtliche Lockdowns streng kontrolliert wie auch Quarant&auml;ne-Anordnungen. Nach einem Corona-Ausbruch im Sommer auf einem Pekinger Gro&szlig;markt beispielsweise durften s&auml;mtliche Mitarbeiter die Stadt zun&auml;chst nicht mehr verlassen. Viele Beschr&auml;nkungen in der Millionenmetropole wurden sofort wieder eingef&uuml;hrt. Die Grundschulen etwa, die gerade erst wieder schrittweise ge&ouml;ffnet hatten, blieben dann doch weiter zu.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/china-corona-137.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Grenzen des Ertr&auml;glichen<\/strong><br>\nDie Corona-Bek&auml;mpfung ist zu einem &Uuml;berbietungswettbewerb geworden. Statt ruhig und entschlossen gegen die Pandemie vorzugehen, verlassen die neuen Einschr&auml;nkungen das gebotene Ma&szlig;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/corona-massnahmen-die-grenzen-des-ertraeglichen-1.5100174\">Heribert Prantl auf SZ.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Statt &bdquo;Lockdown-Light&ldquo; brauchen wir Schweden-Light<\/strong><br>\nEs war ja schon schwierig genug, sich auf diese Ma&szlig;nahmen einigerma&szlig;en zu verst&auml;ndigen. Weil jeder und jede wei&szlig;, dass es nicht gelingen kann, das Virus zu kontrollieren; bei welchem gel&auml;nge das schon. Sondern wir sollen, ja m&uuml;ssen uns sch&uuml;tzen gegen eine Gefahr, die man nicht sehen kann. Darum: Hinter der Unklarheit in den Formulierungen f&uuml;hrender Politiker steckt mindestens so viel Unklarheit im Denken.<br>\nDas gilt im &Uuml;brigen auch f&uuml;r die Virologen. Sie m&ouml;gen Experten auf ihrem Gebiet sein &ndash; aber nicht auf dem der Pandemieeingrenzung. Das ist Epidemiologie, Soziologie, Sozialpsychologie, hat mit ihrer Profession nichts zu tun, da haben Virologen Autorit&auml;t nur aufgrund der Lage, und die auch nur geborgt.<br>\nDas beschreibt den Unterschied zwischen dem &bdquo;Was&ldquo; und dem &bdquo;Was dann&ldquo;; f&uuml;r das &bdquo;Was&ldquo; haben wir viele Fachleute. Und f&uuml;r das andere? Da bleibt es im Wesentlichen inkonsequent. Ein Beispiel: Noch vor wenigen Wochen hie&szlig; es, dass regional entschieden werden m&uuml;sse, subregional, sogar lokal. Es ging um die Frage, wie genau Ma&szlig;nahmen angepasst werden k&ouml;nnten, kleinteilig, treffgenau.<br>\nUnd jetzt wird doch wieder national entschieden. Oder anders: zu entscheiden versucht. Denn sicher ist es nicht, dass das Entschiedene vor Gerichten Bestand hat. F&uuml;r die Politik, die zur Durchsetzung bei den B&uuml;rgern gerade in diesem Fall dringend auf Autorit&auml;t angewiesen ist, w&auml;re das die n&auml;chste Katastrophe. Einige dieser Art hat sie ja schon erlebt.<br>\nDa kann jede neue R&uuml;cknahme von Beschl&uuml;ssen durch Gerichte eine zu viel sein. Warum? Weil auch Richter sehen: Restaurants werden geschlossen, aber t&auml;glich fahren immer noch Hunderttausende mit Bus und Bahn, viele zur Arbeit. Gastst&auml;tten werden geschlossen, obwohl sie Hygienekonzepte haben, offenkundig so gute, dass sie den Zahlen zufolge keine Treiber der Pandemie sind. &hellip;<br>\nWir wissen vielleicht nicht, wo sich die Leute anstecken, aber wir wissen, wo sie es eher nicht tun, und genau dort wird jetzt zugemacht.<br>\nWeil es entbehrlich ist? Weil es energisches Durchgreifen vorspielt. Das wird das Problem aber nicht l&ouml;sen. Was geschieht dann am Endes des Monats? Wie kann die Politik jetzt schon das Thema Weihnachten aufbringen, ohne auch nur ann&auml;hernd eine Antwort darauf zu haben? Das wird noch mehr Autorit&auml;t kosten. Die B&uuml;rger bekommen schon mit, dass die vermeintliche Logik vorgeschoben ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/neue-corona-massnahmen-statt-lockdown-light-brauchen-wir-schweden-light\/26573586.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Charit&eacute;-Epidemiologe: Lockdown ist &uuml;berzogen<\/strong><br>\nDer von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpr&auml;sidenten beschlossene Lockdown ist nach Ansicht von Stefan Willich, Direktor am Charit&eacute; Institut f&uuml;r Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheits&ouml;konomie, &bdquo;in seiner Allgemeinheit &uuml;berzogen&ldquo;. Willich sagte der Berliner Zeitung, es sei nicht sinnvoll, &bdquo;auf dramatische Breitbandrestriktionen&ldquo; zu setzen: &bdquo;Es gibt sehr gute und wirkungsvolle Hygienekonzepte in einzelnen Branchen, etwa in der Kultur. Es gibt zudem erhebliche regionale Unterschiede bei der Infektionsbelastung. Es ist nicht sinnvoll, alles &uuml;ber einen Kamm zu scheren.&ldquo; Es w&auml;re besser, &bdquo;adaptive Ma&szlig;nahmen&ldquo; zu ergreifen. Willich: &bdquo;Ein Lockdown sollte eine Ma&szlig;nahme nur im absoluten Notfall bleiben.&ldquo; Es habe sich gezeigt, dass damit die beste Wirkung im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus erzielt werden k&ouml;nne. Die aktuelle Lage auf den Intensivstationen ist, so die Zahlen des Robert-Koch-Instituts, derzeit nicht in einem kritischen Bereich. Bundesweit sind etwa f&uuml;nf Prozent aller Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. In Berlin sind es knapp zehn Prozent und erst bei 25 Prozent springt die entsprechende Corona-Ampel auf Rot.<br>\nWillich verweist darauf, dass &bdquo;restriktive Ausnahmesituationen n&auml;mlich auch erhebliche Nebenwirkungen haben&ldquo;: &bdquo;Mit dem Lockdown wird die Belastung f&uuml;r das Gesundheitswesen insgesamt zunehmen. Wir sehen jetzt schon die Folgen im psychiatrischen Bereich, wie Angstst&ouml;rungen oder Depressionen. Vor allem aber m&uuml;ssten alle anderen Krankheiten weiter behandelt und Patienten versorgt werden k&ouml;nnen, um einen therapeutischen R&uuml;ckstau und eine Verschlechterung des Zustands der Patienten zu verhindern.&ldquo; So sei es problematisch, wenn Reha-Kliniken keine Patienten mehr aufnehmen, etwa weil sie aus anderen Bundesl&auml;ndern kommen. Gerade bei Krebspatienten sei es unumg&auml;nglich, dass die Behandlung nicht verschoben wird, sondern zeitgerecht stattfindet. Willich: &bdquo;Ein Lockdown kann im Gesundheitssystem gravierende Sch&auml;den anrichten.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/charite-infektiologe-corona-lockdown-ist-ueberzogen-li.114966?mktcid=smsh&amp;mktcval=OS%20Share%20Hub\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die drei Haupttreiber der Pandemie<\/strong><br>\nMitunter entsteht der Eindruck, rund um die &Uuml;bertragung von Sars-CoV-2 sei vieles unklar und der Wissensstand &auml;ndere sich permanent. Dem widersprechen nun US-Forscherinnen und Forscher. Schon jetzt sei beispielsweise sicher, wer die drei Haupttreiber der Pandemie sind: private Haushalte, Superspreader und Reisen.<br>\nIn einem &Uuml;berblicksartikel im Fachjournal &bdquo;Science&ldquo; betont das Team um die Epidemiologin Elizabeth Lee von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, dass ein Gro&szlig;teil der Sars-CoV-2-Infektionen vermutlich auf Haushalte entf&auml;llt. Die Autoren verweisen auf mehrere Studien, denen zufolge 46 bis 66 Prozent der Ansteckungen haushaltsbasiert seien. Auch f&uuml;r &Ouml;sterreich hat die Agentur f&uuml;r Gesundheit und Ern&auml;hrungssicherheit (AGES) vor Kurzem festgestellt, dass 60 Prozent der Cluster Haushalte bzw. den privaten Bereich betreffen. Eine gro&szlig;e Untersuchung aus S&uuml;dkorea kam nach der Analyse von mehr als 59.000 F&auml;llen zum Schluss, dass die Ansteckungsgefahr in einem Haushalt sechs Mal h&ouml;her ist als bei anderen engen Kontakten.<br>\n&bdquo;Dies steht im Einklang mit der Tatsache, dass der Kontakt im Haushalt eine Hauptursache f&uuml;r die &Uuml;bertragung anderer Atemwegsviren ist&ldquo;, betonen die Autoren. Ein vergleichbar hohes Risiko h&auml;tten auch sonstige Einrichtungen mit engem Zusammenleben wie Gef&auml;ngnisse, Sammelunterk&uuml;nfte und Pflegeeinrichtungen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/science.orf.at\/stories\/3202478\/?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE\">ORF<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Techno-totalit&auml;re Fantasien wie aus dem Silicon Valley<\/strong><br>\nSmart Cities sind mit Sensoren, Mikrofonen und Kameras vollgestopfte st&auml;dtische R&auml;ume, die massenhaft Daten liefern, die von Computeralgorithmen ausgewertet und f&uuml;r effiziente Steuerung aller wichtigen Abl&auml;ufe in der Stadt genutzt werden. Wenn Sie Titel und Vorspann dieses Beitrags einmal vergessen w&uuml;rden, sie w&uuml;rden nie darauf kommen, dass der Herausgeber der Brosch&uuml;re &ldquo;Smart City Charta&rdquo; ein Bundesministerium ist. Denn diese Brosch&uuml;re enth&auml;lt einige Leitlinien und Beschreibungen von anzustrebenden Zukunftsszenarien, die normalen Menschen Angst oder Wut einfl&ouml;&szlig;en.\n<ul>\n<li>K&uuml;nstliche Intelligenz ersetzt Wahl: Wir m&uuml;ssen uns nie entscheiden, einen bestimmten Bus oder Zug zu nehmen, sondern bekommen den schnellsten Weg von A nach B.<\/li>\n<li>Verhaltensbezogene Daten k&ouml;nnen Demokratie als das gesellschaftliche Feedbacksystem ersetzen. Da wir genau wissen, was Leute tun und m&ouml;chten, gibt es weniger Bedarf an Wahlen, Mehrheitsfindungen oder Abstimmungen.<\/li>\n<li>Durch &bdquo;People-Public-Private-Partnerships&ldquo; kann in der Smart City 2.0 eine neue Form von Politik und Entscheidungsfindung entstehen.<\/li>\n<li>Vielleicht wird Privateigentum ein Luxus. Daten k&ouml;nnten Geld als W&auml;hrung erg&auml;nzen oder ersetzen.<\/li>\n<li>Ein Markt &uuml;bermittelt nur, dass eine Person dies oder das gekauft hat; wir wissen aber nicht warum. K&uuml;nftig k&ouml;nnen Sensoren uns bessere Daten als M&auml;rkte liefern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das ist aus einer Rede des Keynote-Speakers Roope Mokka vom Privatunternehmen Demos Helsinki, eine Rede, die in der Brosch&uuml;re prominent und widerspruchslos abgedruckt ist. Oder das:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Gold der Zukunft sind die Daten selbst, dann k&ouml;nnen Steuern sogar eingestellt werden. Das &ouml;ffentliche Wohl wird durch den Verkauf von Daten gesichert.<\/li>\n<li>Auf dem Arbeitsmarkt gibt es keine geregelten und dauerhaften Arbeitsverh&auml;ltnisse mehr, denn Produktivit&auml;tsspr&uuml;nge der Digitalisierung sichern das Einkommen mit einem geregelten Grundeinkommen ab.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das waren die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe zur Daten&ouml;konomie, die in der Brosch&uuml;re ebenfalls prominent pr&auml;sentiert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/die-regenten-der-welt\/mart-city-charta\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Staatstrojaner f&uuml;r die Dienste &ndash; ein Loch ist im Eimer<\/strong><br>\nDie Bundesregierung plant die &Uuml;berwachungsbefugnisse der Geheimdienste (Verfassungsschutz, BND und MAD) zu erweitern, indem sie diesen den Einsatz sog. Staatstrojaner erlauben will. Ein entsprechender Kabinettsentwurf zur &ldquo;Anpassung des Verfassungsschutzrechts&rdquo; wurde am 21. Oktober beschlossen.<br>\n&ldquo;Ein gro&szlig;es Problem f&uuml;r die Abh&ouml;rer vom Verfassungsschutz ist die zunehmende Verschl&uuml;sselung von Gespr&auml;chen und Chats&rdquo;, erkl&auml;rt die am selben Tag in der ARD ausgestrahlte Dokumentation &ldquo;Fr&uuml;hwarnsystem&rdquo;. &ldquo;Die Rechtslage [setzt] den Verfassungssch&uuml;tzern enge Grenzen.&rdquo;<br>\nDeshalb soll den Diensten nun nach Bewilligung durch die G10-Kommission die sog. Quellen-Telekommunikations&uuml;berwachung (Quellen-TK&Uuml;) erlaubt werden, bei der unter Ausnutzung vorhandener Sicherheitsl&uuml;cken spezielle &Uuml;berwachungssoftware verdeckt auf dem Endger&auml;t des Verd&auml;chtigen installiert wird, um Messenger-Nachrichten und Telefonate an der Quelle, also direkt am Smartphone oder Computer noch vor der Verschl&uuml;sselung (bzw. nach Entschl&uuml;sselung auf dem Empf&auml;ngersystem) zu &uuml;berwachen.<br>\nBesonders umstritten: Telekommunikationsanbieter sollen nun auch dazu verpflichtet werden, aktiv dabei zu helfen, Schadsoftware in die Endger&auml;te der Zielpersonen einzuschleusen. &hellip;<br>\nErst im vergangenen Jahr hat Esken den Einsatz von Staatstrojanern durch Geheimdienste noch kategorisch ausgeschlossen: &ldquo;Das geht einfach gar nicht.&rdquo;<br>\nDass es jetzt doch geht, begr&uuml;ndet die SPD-Parteivorsitzende gegen&uuml;ber der ARD so:<br>\n&bdquo;Es geht tats&auml;chlich darum, dass wir auch die manifesten rechtsextremen Netzwerke, die wir in Deutschland haben und die in den letzten 30 Jahren 200 Menschen umgebracht haben, dass wir die auch unter den entsprechenden Verfolgungsdruck setzen k&ouml;nnen und daf&uuml;r sorgen k&ouml;nnen, dass unsere Demokratie gut gesch&uuml;tzt bleibt.&ldquo;<br>\nWohl auch weil die F&auml;higkeit zur flexiblen Neupositionierung seitens der W&auml;hlerschaft eher selten gew&uuml;rdigt wird, spricht man nun offiziell von einem &ldquo;Kompromiss&rdquo;. &hellip;<br>\nInteressant an diesem Kompromiss ist dabei Folgendes: Die rechtliche Unterscheidung zwischen Quellen-TK&Uuml; und Onlinedurchsuchung ist technisch kaum zu realisieren, zumal sich SPD und CDU\/CSU auch noch auf eine erweiterte Form der Quellen-TK&Uuml; verst&auml;ndigt haben: Abgegriffen werden d&uuml;rfen nach erfolgter Genehmigung der Anordnung auch r&uuml;ckwirkend die ab dem Zeitpunkt der Anordnung auf dem Endger&auml;t gespeicherten Inhalte, wenn sie in diesem Zeitraum als laufende Kommunikation h&auml;tten aufgezeichnet werden k&ouml;nnen (sog. Quellen-TK&Uuml; Plus).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Staatstrojaner-fuer-die-Dienste-ein-Loch-ist-im-Eimer-4944661.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>R&uuml;stung in Zeiten der Pandemie<\/strong><br>\nUngeachtet der Corona-Krise schie&szlig;en die R&uuml;stungshaushalte in vielen europ&auml;ischen L&auml;ndern durch die Decke<br>\nSchon zu Beginn der Pandemie wurden in nahezu allen europ&auml;ischen L&auml;ndern leidenschaftliche Appelle platziert, die R&uuml;stungsausgaben d&uuml;rften jetzt blo&szlig; nicht als Kollateralsch&auml;den der Krise enden. Nahezu &uuml;berall herumgereicht wurde beispielsweise ein in Deutschland in der FAZ unter dem Titel &bdquo;Europas Verteidigung sollte nicht Opfer des Lockdowns sein&ldquo; erschienener Beitrag, der gleich von einer ganzen Reihe prominenter Milit&auml;rpolitiker verfasst wurde:<br>\n&bdquo;Mit einem R&uuml;ckgang des BIP im Jahr 2020, der auf EU-Ebene zwei- bis dreimal so hoch sein k&ouml;nnte wie nach der Krise von 2008, besteht die Gefahr, dass die Verteidigung bei der wirtschaftlichen Erholung und der Haushaltskonsolidierung bei den europ&auml;ischen Staats- und Regierungschefs nicht als Priorit&auml;t wahrgenommen wird. [&hellip;] Wir m&uuml;ssen die Lehren aus den Folgen der Krise im Euro-W&auml;hrungsgebiet ziehen und d&uuml;rfen unsere Fehler aus der Vergangenheit jetzt nicht wiederholen.&ldquo;<br>\nHeute, ziemlich genau ein halbes Jahr sp&auml;ter, k&ouml;nnen die besorgten R&uuml;stungsfans aufatmen &ndash; nicht nur kamen die meisten europ&auml;ischen Milit&auml;rbudgets bislang weitgehend ungeschoren davon, in einer ganzen Reihe von L&auml;ndern schie&szlig;en sie sogar ganz ungeachtet der aktuellen Krise regelrecht durch die Decke.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.imi-online.de\/2020\/11\/02\/ruestung-in-zeiten-der-pandemie\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Vom Mythos der Reife<\/strong><br>\nEin J&uuml;ngling zieht hinaus in die Welt, bew&auml;hrt sich in Kampf und Krieg, auf dass er bei seiner Heimkehr als erwachsen gelte und sich fortpflanzen darf. Die Bereitschaft, einen anderen zu t&ouml;ten als Beweis von Reife, das ist eine archaische Vorstellung. Und doch hat dieser Atavismus einen festen Platz in der modernen Politik. Eine Partei gilt als erwachsen, wenn sie bereit ist, Soldaten in die Welt zu schicken.<br>\nDie Gr&uuml;nen erlagen dem seltsamen Narrativ schon vor Jahren. In ihren Reihen entstand &uuml;berhaupt die Idee dieser Art des Heranwachsens, eine Waffe (sic!) im Str&ouml;mungskampf, und irgendwann blickten die Gereiften dann mit Schaudern zur&uuml;ck auf die friedenspolitischen Utopien ihrer nun entr&uuml;ckten Adoleszenz.<br>\n&Auml;hnliche Geister plagen nun die Linkspartei, wenn sie in diesen Wochen eine neue F&uuml;hrung bestimmt und einen Kurs ber&auml;t, der &ndash; oh nimmerm&uuml;des Zauberwort! &ndash; regierungsf&auml;hig machen soll. Erneut kennt die begleitende &ouml;ffentliche Beschallung nur eine Richtung: Wer ernst genommen werden will, muss zu ausw&auml;rtigen Eins&auml;tzen der Bundeswehr stehen, das beweise Pragmatismus und einen als &bdquo;gesund&ldquo; apostrophierten Willen zur Macht.<br>\nZun&auml;chst: Wer spricht da eigentlich? Eine Mehrheitsmeinung der W&auml;hlenden jedenfalls nicht. Die Deutschen seien in ihrer Grundorientierung eher antimilitaristisch, befand 2019 erneut eine Untersuchung der Bundeswehr; eine klare Mehrheit lehne ausw&auml;rtige Kampfeins&auml;tze ab.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Vormarsch-des-Militarismus\/!5720919\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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