{"id":66470,"date":"2020-11-03T12:45:44","date_gmt":"2020-11-03T11:45:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66470"},"modified":"2020-11-03T17:39:42","modified_gmt":"2020-11-03T16:39:42","slug":"personalengpass-auf-den-intensivstationen-das-versagen-der-politik-wird-abgewaelzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66470","title":{"rendered":"Personalengpass auf den Intensivstationen \u2013 das Versagen der Politik wird abgew\u00e4lzt"},"content":{"rendered":"<p>Es ist Herbst, die Zahl der Covid-19-Infizierten steigt. Und mit der Zahl der Infizierten steigt auch die Zahl der schweren Krankheitsverl&auml;ufe, die eine intensivmedizinische Betreuung verlangen. Noch sind die Kapazit&auml;ten gewaltig, doch &Auml;rzte- und Medizinfunktion&auml;re warnen nun vor einer &bdquo;tr&uuml;gerischen Sicherheit&ldquo;. Nicht die Betten, sondern das Personal sei der Flaschenhals. Diese Erkenntnis ist nicht neu und profan. Erstaunlich ist vielmehr, dass die Politik wider &bdquo;besseren&ldquo; Wissens nichts, aber auch &uuml;berhaupt nichts, getan hat, um den Personalengpass zu beseitigen, sondern sich monatelang &ndash; angefeuert von den Medien &ndash; mit sinnfreien Nebenkriegsschaupl&auml;tzen besch&auml;ftigt hat. Und nun muss das Pflegepersonal die Scharte wieder auswetzen. Das Land Niedersachsen hat bereits eine Verf&uuml;gung erlassen, die es Kliniken erlaubt, Krankenschwestern per Zwang 12 Stunden am Tag arbeiten zu lassen. Wo bleibt der Aufschrei? Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8696\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-66470-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201103_Personalengpass_auf_den_Intensivstationen_das_Versagen_der_Politik_wird_abgewaelzt_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201103_Personalengpass_auf_den_Intensivstationen_das_Versagen_der_Politik_wird_abgewaelzt_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201103_Personalengpass_auf_den_Intensivstationen_das_Versagen_der_Politik_wird_abgewaelzt_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201103_Personalengpass_auf_den_Intensivstationen_das_Versagen_der_Politik_wird_abgewaelzt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=66470-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201103_Personalengpass_auf_den_Intensivstationen_das_Versagen_der_Politik_wird_abgewaelzt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"201103_Personalengpass_auf_den_Intensivstationen_das_Versagen_der_Politik_wird_abgewaelzt_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Lassen Sie es mich zynisch ausdr&uuml;cken: Wenn jetzt Funktion&auml;re des Gesundheitswesens und Politiker pl&ouml;tzlich so tun, als seien sie &uuml;berrascht, dass die Kapazit&auml;ten des deutschen Gesundheitssystems ja doch nicht so gro&szlig;z&uuml;gig sind, wie sie auf dem Papier ausschauen, ist dies an Dreistigkeit kaum zu &uuml;berbieten. Die prek&auml;re Personalsituation in den Krankenh&auml;usern ist seit mindestens zehn Jahren bekannt. Bereits im Jahr 2011 hatte ich dazu <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8797\">einen Artikel verfasst<\/a>, an dessen Aussage sich bis heute nichts ge&auml;ndert hat. Die damals genannten 50.000 Fachkr&auml;fte fehlen noch heute. Die &Uuml;berbelastung f&uuml;r das Personal ist nicht besser, sondern schlimmer geworden. Vier von f&uuml;nf Krankenh&auml;usern finden keine &Auml;rzte f&uuml;r vakante Posten. Jedes dritte deutsche Krankenhaus musste im letzten Jahr Intensivbetten sperren und Fachbereiche von der Notversorgung abmelden. Seit dem Erscheinen dieses Artikels haben drei Bundesregierungen, alle unter der F&uuml;hrung von Angela Merkel, und drei Bundesgesundheitsminister die prek&auml;re Personalsituation in den deutschen Krankenh&auml;usern wohlfeil beklagt und gleichzeitig keine Hand ger&uuml;hrt, um dieses offensichtliche Problem ernsthaft anzupacken. Selbst im Vergleich zur in vielen Bereichen mangelhaften Politik der letzten Regierungen ist das Totalversagen auf diesem Gebiet geradezu mit den H&auml;nden zu greifen. Doch wen hat dies in der Vergangenheit interessiert? Kaum ein Thema wurde derart stiefm&uuml;tterlich behandelt und auch von den Medien weitestgehend ignoriert wie der allgegenw&auml;rtige Pflegenotstand in deutschen Krankenh&auml;usern.<\/p><p><strong>Zeit verplempert, Chancen verpasst<\/strong><\/p><p>Und dann kam Corona. Pl&ouml;tzlich wurde f&uuml;r &Auml;rzte und Schwestern <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61272\">geklatscht<\/a> und f&uuml;r einen kurzen Moment dachte man, es k&ouml;nnte sich tats&auml;chlich etwas an der Misere &auml;ndern, war doch zumindest im Fr&uuml;hjahr die prek&auml;re Situation des Pflegepersonals endlich mal ein Thema. Das war naiv. Kaum war die &bdquo;erste Welle&ldquo; vor&uuml;ber, st&uuml;rzten sich die Medien und  &ndash;  von ihnen wie ein Ochse am Nasenring durch die Manege gef&uuml;hrt &ndash; die Politik auf so abstruse Nebenkriegsschaupl&auml;tze wie die Maskenpflicht f&uuml;r Sch&uuml;ler, Abstandsregeln in Bierg&auml;rten und Reiser&uuml;ckkehrer. Alle Nase lang zwitscherten die Mahner von einer kommenden zweiten Welle, nur auf die naheliegende Forderung, die Zeit zu nutzen, um den Personalnotstand in den Krankenh&auml;usern zu lindern, kam nat&uuml;rlich niemand. Auch von der Kassandra vom Niederrhein, dem allgegenw&auml;rtigen Talkshowexperten Karl Lauterbach, war diesbez&uuml;glich nichts zu vernehmen. Welch Wunder, will Lauterbach doch eigentlich jede <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62278\">zweite Klinik schlie&szlig;en<\/a>.<\/p><p>So kam es, wie es kommen musste. Bereits w&auml;hrend der Grippewelle 2017\/2018 waren die Kliniken mit rund <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/gesellschaft\/markus-lanz\/markus-lanz-vom-29-oktober-2020-100.html\">60.000 Hospitalisierten<\/a> am <a href=\"https:\/\/www.klinikum-bad-hersfeld.de\/grippewelle_krankenhaeuser_stossen_an_kapazitaetsg.html\">Rande ihrer Kapazit&auml;t<\/a> und regional verh&auml;ngten Intensivstationen einen Aufnahmestopp. Eine <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.de\/2020\/11\/01\/von-leeren-betten-und-pflegepersonal-als-flaschenhals\/\">Studie<\/a>, die die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) beim Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) in Auftrag gegeben hatte, kam damals zu dem Ergebnis, dass 53 Prozent aller Kliniken Probleme haben, Pflegestellen im Intensivbereich zu besetzen, und dass bundesweit 3.150 Stellen aus diesem Bereich nicht besetzt sind. Es ist daher richtig, Zweifel zu &auml;u&szlig;ern, ob die zur Zeit rund 20.000 freien Intensivbetten, die inklusive der Notfallreserve laut Intensivregister <a href=\"https:\/\/www.intensivregister.de\/#\/intensivregister\">zur Verf&uuml;gung stehen<\/a>, wirklich auch mit fachkundigem Personal betrieben werden k&ouml;nnen. Dem wird sicherlich nicht so sein. <\/p><p>Sollte sich die Situation versch&auml;rfen, werden sie sicherlich zu einem gro&szlig;en Teil dennoch in Betrieb genommen werden &ndash; nur halt nicht mit Fachpersonal, sondern mit Kr&auml;ften, die von anderen Stationen abgezogen werden. Dies wurde in vielen H&auml;usern im Fr&uuml;hjahr schon so gehandhabt und der  Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft l&auml;sst gegen&uuml;ber tagesschau.de <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/coronavirus-intensivbetten-101.html\">keinen Zweifel daran<\/a>, dass es wieder so kommen wird. Dies sei &bdquo;nat&uuml;rlich nicht optimal, aber in einer solchen Ausnahmesituation zu rechtfertigen&ldquo;. Fragt sich nur, ob diese Ausnahmesituation nicht hausgemacht ist. Unerw&auml;hnt bleiben bei der Debatte in den Medien jedoch die Nebenwirkungen und Kollateralsch&auml;den einer solchen Personalpolitik.<\/p><p><strong>Eine Katastrophe mit Ansage<\/strong><\/p><p>Das Pflegepersonal, das von anderen Stationen auf die Intensivstation versetzt wird, ist in der Regel nicht ad&auml;quat ausgebildet. Zwar ist eine Arbeit &bdquo;unter Aufsicht&ldquo; in vielen F&auml;llen m&ouml;glich, doch die Qualit&auml;t der Betreuung bleibt dabei ebenso auf der Strecke wie die Arbeitsbelastung der spezialisierten Fachkr&auml;fte, die dann nicht nur die Patienten zu versorgen, sondern auch ihre Kollegen einzuarbeiten haben. Als w&auml;re die Belastung nicht auch so schon unmenschlich.<\/p><p>Wenn Pflegepersonal von anderen Stationen abgezogen wird, kommt es dort zu einem noch gr&ouml;&szlig;eren Personalnotstand. Das f&uuml;hrt dazu, dass die verbliebenen Kr&auml;fte auf den anderen Stationen noch h&ouml;her belastet werden, und wo die Belastung ein bestimmtes Ma&szlig; &uuml;bersteigt, passieren Fehler; Fehler, die Leben kosten. Das ist Klinikalltag, auch wenn niemand gerne dar&uuml;ber spricht. Die Opfer, die die radikale Arbeitsverdichtung auf den Stationen nun einmal mit sich bringt, tauchen jedoch in keiner Statistik auf.<\/p><p>Ebenso vergeblich wird man die Opfer von verschobenen Eingriffen in den Statistiken suchen. Wenn selbst Deutschlands Vorzeigekrankenhaus, die Berliner Charit&eacute;, bereits seit Anfang Oktober schon wieder &bdquo;planbare Operationen&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/aktuelles\/berlin\/6320331-958092-unikliniken-planbare-eingriffe-muessen-v.html\">verschiebt<\/a>, ist dies ein klares Zeichen f&uuml;r ein Systemversagen. Die Charit&eacute; begr&uuml;ndete diesen Schritt mit Personalknappheit. &bdquo;Planbare Operationen&ldquo;, das h&ouml;rt sich harmlos an, ist es aber nicht. Hierbei geht es unter anderem um Tumor- oder Herzoperationen, bei denen es nicht um eine &bdquo;akute Notlage&ldquo; geht. Konkrete Zahlen zu den &bdquo;Kollateralsch&auml;den&ldquo; dieser Ma&szlig;nahmen sind schwer zu beziffern. Hierbei geht es auch nicht &bdquo;nur&ldquo; um Todesf&auml;lle, sondern auch um Lebenszeit. In welcher Statistik taucht der Krebstote auf, der aufgrund der gecancelten &bdquo;planbaren Operation&ldquo; vielleicht ein Jahr fr&uuml;her stirbt? Am Ende k&ouml;nnten diese indirekten Opfer gr&ouml;&szlig;er sein als die Zahl der Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind. Wissen werden wir dies jedoch nie.<\/p><p>Es sind jedoch nicht &bdquo;nur&ldquo; die Patienten, sondern allen voran das Pflegepersonal, das einmal mehr die Zeche f&uuml;r den politisch gewollten Pflegenotstand zahlt. Das Nieders&auml;chsische Sozialministerium ging gestern bereits in die Offensive und <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/Corona-Krise-Diskussion-um-maximale-Arbeitszeit-fuer-Pflege,pflegearbeitszeit100.html\">verh&auml;ngte<\/a> eine Allgemeinverf&uuml;gung, die es Kliniken erlaubt, ihre Mitarbeiter bis zu 12 Stunden am Tag und bis zu 60 Stunden pro Woche arbeiten zu lassen. Geltendes Arbeitsrecht und Regelungen zum Arbeitsschutz werden hierbei schlicht au&szlig;er Kraft gesetzt. Die Verf&uuml;gung enth&auml;lt weder Regelungen zu Arbeitsausgleichsstunden noch zu einer finanziellen Entsch&auml;digung. Warum auch? Zur Not gibt es halt eine Runde Applaus, das hat ja im Fr&uuml;hjahr auch schon geklappt. Andere Bundesl&auml;nder werden sicher nachziehen.<\/p><p>Zur Disposition steht auch einmal mehr die Personaluntergrenze. Der &Auml;rztefunktion&auml;r Uwe Janssens <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/117838\/Intensivmediziner-plaedieren-fuer-Coronabetrieb-der-Krankenhaeuser-und-begruessen-Lockdown\">fordert bereits<\/a> einen &bdquo;Coronabetrieb&ldquo; und eine Aussetzung der Personaluntergrenze, wie sie bereits im Fr&uuml;hjahr <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62701\">verabschiedet wurde<\/a>. Man wird die Uhr danach stellen k&ouml;nnen, wie lange es dauert, bis die Politik diesem Wunsch Folge leistet. Das mediale Trommelfeuer ist schlie&szlig;lich bereits jetzt immens. So macht beispielsweise <a href=\"https:\/\/www.saechsische.de\/coronavirus\/corona-sachsens-kliniken-fehlen-intensiv-pflegekraefte-5306567-plus.html\">die S&auml;chsische Zeitung<\/a> die Personaluntergrenze f&uuml;r den Pflegenotstand auf den Intensivstationen verantwortlich. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Nicht die Kliniken mit ihrer oft renditegetriebenen Sparwut und nicht die Politik, die seit Jahren um das Problem wei&szlig; und nichts getan hat, sondern eine Regelung, die das Personal vor Ausbeutung und &Uuml;berlastung sch&uuml;tzt und nebenbei auch den Patienten hilft, wird f&uuml;r die Misere verantwortlich gemacht. Es wird auch nicht damit getan sein, &bdquo;nur&ldquo; im intensivmedizinischen Bereich die Personaluntergrenze auszusetzen. Da ja bereits geplant ist, Personal von anderen Stationen abzuziehen, wird auch dort der Personalschl&uuml;ssel nicht mehr einzuhalten sein. <\/p><p><strong>Politisches Versagen<\/strong><\/p><p>Seit M&auml;rz versichert die Politik, dass es bei den &bdquo;Ma&szlig;nahmen&ldquo; vor allem darum ginge, eine &Uuml;berlastung der Intensivstationen zu verhindern. Dass dies schlichtweg gelogen ist, zeigt die Unt&auml;tigkeit auf diesem Feld par excellence. Und das hat nichts mit der Bewertung der Gefahr durch Corona zu tun. Entweder man bewertet die Gefahr eher niedrig &ndash; dann muss man auch &bdquo;wegen Corona&ldquo; den Notstand nicht beseitigen, der ja allgegenw&auml;rtig und bekannt ist. Dann darf man jedoch konsequenterweise nicht vor einer zweiten Welle warnen, Kinder unter Masken stecken und ein Tohuwabohu um jeden Jugendlichen machen, der aus dem Sommerurlaub aus Kroatien zur&uuml;ckkommt. Oder aber man bewertet die Gefahr eher hoch &ndash; aber dann m&uuml;sste man doch gerade die bekannten Flaschenh&auml;lse in genau dem Bereich beseitigen, den man ja angeblich vor einer &Uuml;berlastung sch&uuml;tzen will. Wie man es auch dreht und wendet &ndash; die Regierung hat in diesem Punkt auf ganzer Linie versagt. <\/p><p>Um so erstaunlicher sind zwei Dinge: Zum einen scheint dieses Versagen den Medien herzlich egal zu sein. Kritik an der politischen Unt&auml;tigkeit bei der Beseitigung des Pflegenotstands ist Mangelware. Stattdessen macht man lieber die B&uuml;rger selbst f&uuml;r das Infektionsgeschehen und damit auch f&uuml;r die drohende &Uuml;berlastung des Gesundheitssystems verantwortlich. Man feiere halt zu viel &ndash; Albrecht M&uuml;ller hat dazu gestern <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66445\">alles gesagt, was gesagt werden muss<\/a>. Zum anderen erstaunt es, dass dieses offensichtliche Versagen den B&uuml;rgern ebenfalls egal zu sein scheint. In aktuellen <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/Umfrage-Mehrheit-will-Spahn-als-CDU-Chef-und-Soeder-als-Kanzlerkandidat-id58361771.html\">Umfragen<\/a> w&uuml;nschen sich &ndash; bei aller grunds&auml;tzlichen Kritik an Umfragen &ndash; die meisten Befragten, dass Jens Spahn, der &uuml;berhaupt nicht auf der Kandidatenliste steht, kommender CDU-Vorsitzender wird. Der Mann, der nicht erst seit Corona die fachpolitische Hauptverantwortung f&uuml;r die prek&auml;re Personalsituation in den Krankenh&auml;usern tr&auml;gt und unter dessen Regie genau gar nichts getan wurde, um diese Situation in Hinblick auf die Corona-Situation zu verbessern, wird also trotz seines Versagens von vielen B&uuml;rgern gesch&auml;tzt. Und auch an Angela Merkel, die als Kanzlerin die gesamtpolitische Hauptverantwortung f&uuml;r die Misere tr&auml;gt &ndash; und dies auch nicht seit Corona, sondern seit vier Legislaturperioden(!) &ndash; tropft das Versagen erstaunlicherweise ab. Sie und ihre CDU k&ouml;nnen sogar <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65593\">Rekordzustimmungswerte<\/a> feiern. Da verstehe jemand unsere Mitb&uuml;rger.<\/p><p>Ich gebe zu, ich war im Fr&uuml;hjahr so naiv zu glauben, dass sich jetzt kein Politiker mehr eine Fortf&uuml;hrung dieser katastrophalen Gesundheitspolitik leisten k&ouml;nne. Ich habe mich get&auml;uscht. Der erwartete Druck &bdquo;der &Ouml;ffentlichkeit&ldquo; blieb aus, was sicher auch und vor allem die Politik &uuml;berrascht hat, die im Fr&uuml;hjahr auf diesem Politikfeld schnell auf Tauchstation ging. Das ist nicht mehr n&ouml;tig und erste Stimmen trauen sich sogar schon wieder aus den Sch&uuml;tzengr&auml;ben und fordern eine Forcierung des Kahlschlags. So sieht die AOK in einem <a href=\"https:\/\/www.aend.de\/article\/208728\">aktuellen Aufsatz<\/a> die &bdquo;&Uuml;berforderung des Gesundheitssystems&ldquo; durch Corona sogar als Grund, die Bettenzahl in deutschen Krankenh&auml;usern &bdquo;drastisch&ldquo; abzubauen und kleine H&auml;user zu schlie&szlig;en. Nur so k&ouml;nne man die Personalknappheit lindern. Die alten, b&ouml;sen Lieder. Wer h&auml;tte das im M&auml;rz noch gedacht? Wenn die B&uuml;rger nur dem Pflegepersonal applaudieren und nicht f&uuml;r ihre Krankenh&auml;user auf die Stra&szlig;e gehen, wird es viele H&auml;user schon bald nicht mehr geben. Und das ist die triste Realit&auml;t. <\/p><p>Titelbild: Supamotion\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/b2c548c9c492479e81c10f49e754e09f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Herbst, die Zahl der Covid-19-Infizierten steigt. 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