{"id":66492,"date":"2020-11-04T08:57:13","date_gmt":"2020-11-04T07:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66492"},"modified":"2020-11-04T12:52:08","modified_gmt":"2020-11-04T11:52:08","slug":"deutschland-in-der-eu-fuehrender-arbeitsunrechts-staat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66492","title":{"rendered":"Deutschland in der EU: F\u00fchrender ArbeitsUnrechts-Staat"},"content":{"rendered":"<p>In seinem jetzt ver&ouml;ffentlichten Buch &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.papyrossa.de\/neuerscheinung-60\">EU-Imperium: ArbeitsUnrecht, Krise, neue Gegenwehr<\/a>&ldquo; schildert <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong> die Organisation des ArbeitsUnrechts in der EU seit den Vorstufen in den 1950er Jahren (Montanunion, EG, EWG): Akteure wie Jean Monnet (US-Banker, bis heute gefeierter &bdquo;Gr&uuml;ndervater Europas&ldquo;), Walter Hallstein (NS-Jurist, erster Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Kommission), Jean-Claude Juncker (Regierungschef der gr&ouml;&szlig;ten Finanzoase in der EU, Kommissionspr&auml;sident), Grundlagentexte, Richtlinien, Subventionspraktiken, Gerichtsurteile, Komplizenschaft und Vollzugsdefizite in Justiz und Kontrollbeh&ouml;rden. Im Vorwort geht R&uuml;gemer auf den Klassencharakter der vorherrschenden Ideologie ein. Im 2. Teil des Buches schildert R&uuml;gemer weithin unbekannte Formen sowohl des ArbeitsUnrechts wie auch neuer Gegenwehr in einem Dutzend EU-Mitglieds-, Anw&auml;rter- und assoziierter Staaten wie Spanien, Kroatien, Ungarn, Polen, Litauen, &Ouml;sterreich, Skandinavien, Schweiz und Nordmazedonien. Die NachDenkSeiten ver&ouml;ffentlichen das Kapitel &uuml;ber Deutschland als f&uuml;hrenden ArbeitsUnrechts-Staat in der EU.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Der deutsche Arbeitnehmer: fremdbestimmt, pers&ouml;nlich abh&auml;ngig<\/strong><\/p><p>Die Bundesrepublik Deutschland entwickelte sich ab 1990 durch die &Uuml;bernahme der ehemaligen DDR zum f&uuml;hrenden ArbeitsUnrechts-Staat in der EU.<\/p><p>&bdquo;<em>Durch den Arbeitsvertrag wird der Arbeitnehmer im Dienste eines anderen zur Leistung weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in pers&ouml;nlicher Abh&auml;ngigkeit verpflichtet.&ldquo; <\/em>So hei&szlig;t es im B&uuml;rgerlichen Gesetzbuch (BGB) &sect; 611a Arbeitsvertrag.<\/p><p>Ist das deutlich genug? Sozialpartnerschaft? Freiheit? Nein. Wenn es rechtlich und t&auml;glich im kapitalistischen Unternehmen hart auf hart kommt, entpuppt sich der Kern: Der &bdquo;Arbeitnehmer&ldquo; ist &bdquo;<em>fremdbestimmt<\/em>&ldquo;, &bdquo;<em>weisungsgebunden<\/em>&ldquo; und &bdquo;<em>pers&ouml;nlich abh&auml;ngig<\/em>&ldquo;, arbeitet &bdquo;<em>im Dienste eines anderen<\/em>&ldquo;.<\/p><p><strong>Grundgesetz: Tierschutz ja, Arbeitsschutz nein<\/strong><\/p><p>Das Grundgesetz 1949 der Bundesrepublik Deutschland fiel hinter Arbeits-Standards zur&uuml;ck, die in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg erreicht worden waren. Im Grundgesetz fehlen alle Bestimmungen aus der Weimarer Verfassung zu Gewerkschaftsrechten, Betriebsr&auml;ten, Meinungsfreiheit im Unternehmen, gleicher Lohn f&uuml;r Frau und Mann. Hinsichtlich des Arbeitsrechts ist also die Behauptung, das Grundgesetz habe sich an der Weimarer Verfassung orientiert, eine L&uuml;ge.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Sp&auml;ter wurden zeitgeistig-populistisch Umwelt- und Tierschutz aufgenommen, aber nicht der Schutz der Arbeitenden am Arbeitsplatz.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p><em>Wirtschaftsverfassung: Feige und rechtsbr&uuml;chig ausgeklammert<\/em><\/p><p>Die nach dem Krieg von Gewerkschaften und auch der britischen Milit&auml;rregierung geforderten Wirtschaftskammern, in denen Unternehmer und Besch&auml;ftigte gleichberechtigt vertreten sein sollten, wurden von den USA abgelehnt. Aus Feigheit wurde das Thema im Grundgesetz ausgeklammert. 1956 beschloss die Adenauer-Regierung das <em>Gesetz zur vorl&auml;ufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern.<\/em> Alle Unternehmen, auch die allerkleinsten, sind Zwangsmitglieder: Zwangsb&uuml;rokratie ist also mit &bdquo;freier Marktwirtschaft&ldquo; vereinbar. Gleichzeitig bleibt die gro&szlig;e Mehrheit der in Industrie- und Handel T&auml;tigen, die abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten, ausgesperrt. Das Gesetz war als <em>vorl&auml;ufig <\/em>gedacht. Die endg&uuml;ltige Regelung sollte sp&auml;ter kommen &ndash; aber feige und rechtsbr&uuml;chig haben alle Bundesregierungen dies verhindert. So gilt die Vorl&auml;ufigkeit auch 64 Jahre sp&auml;ter immer noch: Eine ewige Vorl&auml;ufigkeit. Unrechts-Staat.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p><em>Keine Entsch&auml;digung f&uuml;r Zwangsarbeiter<\/em><\/p><p>Die Bundesrepublik machte sich zum Nachfolgestaat des NS-Staates. Aber zu Entsch&auml;digungen f&uuml;r die Millionen Zwangsarbeiter und zur R&uuml;ckgabe von arisiertem Eigentum &ndash; im Grundgesetz kein Wort. Arisiertes Eigentum wurde nur in wenigen und nur in individuellen Einzelf&auml;llen zur&uuml;ckgegeben oder teilweise entsch&auml;digt, aber vor allem nicht bei gro&szlig;en Unternehmen. Zudem hat nur Druck aus dem Ausland dies bewirkt. Arisierte Kunst steht immer noch in deutschen Museen, meist versteckt im Depot.<\/p><p><em>Verfassungsbruch mit der Ex-DDR<\/em><\/p><p>Laut Einigungsvertrag von 1990 muss die Bundesrepublik ein einheitliches Arbeitsgesetzbuch beschlie&szlig;en. Ein solches gab es in der DDR, w&auml;hrend die BRD die Arbeitsrechte auf drei Dutzend verschiedene, zu verschiednen Zeiten und Bedingungen beschlossene Arbeitsgesetze verstreut hatte (Betriebs-Verfassungs-Gesetz\/BetrVG, Mitbestimmung, K&uuml;ndigung, Arbeitszeit, Behinderung, Hartz I bis IV&hellip;) und immer noch hat. 30 Jahren sp&auml;ter gibt es das Arbeitsgesetzbuch immer noch nicht. Und die abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten im eroberten Gebiet Ostdeutschland werden immer noch schlechter bezahlt als in Westdeutschland: Mit Qualifikation, mit Arbeitsleistung und mit Gleichheit vor dem Gesetz hat das nichts zu tun: Ostdeutschland ist eine modernisierte Kolonie innerhalb Deutschlands. Ebenso sind die &uuml;ber eine Million Besch&auml;ftigten kirchlicher Unternehmen sowie Beamte von allgemeinen Arbeitsrechten ausgenommen.<\/p><p><strong>Die Vier Hartz-Gesetze: Verrechtlichtes ArbeitsUnrecht<\/strong><\/p><p>Deutschland f&uuml;hrt in der EU bei der Verrechtlichung des ArbeitsUnrechts. Dies begann systematisch ab 2004 erneut mit den vier Hartz-Gesetzen zu Niedriglohn-, Teilzeit- und befristeten Jobs, zu erweiterter Leiharbeit, dann zum noch niedrigeren Status des Werkvertrags. Dazu geh&ouml;rt die drastische Bestrafung der Arbeitslosen bis hin zum Entzug des Arbeitslosengeldes, verbunden mit dem Zwang, auch schlecht bezahlte und weit entfernte Arbeit anzunehmen, selbst wenn sie nur kurzfristig ist. Unter der Arbeitsministerin von der Leyen wurde den Arbeitslosen noch der Beitrag zur Rente gestrichen. Deutschland schuf so den gr&ouml;&szlig;ten ArbeitsUnrechts-, Niedriglohn- und Niedrig-Rentensektor in der EU.<\/p><p>Namensgeber Peter Hartz war SPD-Mitglied und Funktion&auml;r der IG Metall. Er leitete im Auftrag der SPD-gef&uuml;hrten Bundesregierung die Kommission, die mit McKinsey die Hartz-Gesetze entwarf. Im Vorstand des VW-Konzerns hatte Hartz mithilfe systemischer Korruption der Betriebsratsspitze die Niedrigl&ouml;hnerei im Autokonzern eingef&uuml;hrt.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Die Regelungen wurden in andere EU-Staaten wie Frankreich, Belgien, Spanien, Italien, Griechenland und Osteuropa &uuml;bernommen.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p><em>Die Amerikanisierung der Arbeitsverh&auml;ltnisse<\/em><\/p><p>Die Hartz-Gesetze waren am US-Vorbild des <em>job<\/em> orientiert:[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Freie Verf&uuml;gung des Unternehmers &uuml;ber die abh&auml;ngige Arbeitskraft, <em>&bdquo;fremdbestimmt, pers&ouml;nlich abh&auml;ngig, im Dienste eines anderen&ldquo; <\/em>(BGB).<\/p><p>Seit den 1970er Jahren haben extrem gewerkschaftsfeindliche US-Unternehmen wie UPS und McDonald&rsquo;s die Bundesrepublik als Einstiegs-Standort f&uuml;r ihre Expansion in der EU genutzt. Kein anderer EU-Staat hat in solchem Umfang wie die Bundesrepublik die professionelle Dienstleistung des <em>Union Busting<\/em> &ndash; Verhindern und Behindern von Betriebsr&auml;ten &ndash; aus den USA &uuml;bernommen. US-Kanzleien wie Allen &amp; Overy, Hogan Lovells, Freshfields und DLA Piper unterhalten dazu in Deutschland eigene Abteilungen, deutsche Kanzleien wie CMS Hasche Sigle und Kliemt&amp;Vollst&auml;dt &uuml;bernahmen die Methoden.<\/p><p><em>Mindestlohn, &Uuml;berstunden: Millionenfach nicht bezahlt<\/em><\/p><p>Deutschland f&uuml;hrte als der letzte wichtige EU-Staat den gesetzlichen Mindestlohn ein, zudem im Verh&auml;ltnis zur Kaufkraft in niedriger H&ouml;he. Und zudem lassen es Justiz und Regierungen zu, dass der Mindestlohn von Unternehmern millionenfach nicht gezahlt oder unterlaufen wird, straflos. Auch die etwa eine Milliarde unbezahlte &Uuml;berstunden pro Jahr k&ouml;nnen sich die Unternehmer straflos als j&auml;hrliches erpresstes Milliarden-Geschenk aneignen.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p><em>F&uuml;hrend bei der Benachteiligung von Frauen<\/em><\/p><p>Trotz bzw. wegen des modischen Hypes f&uuml;r &bdquo;Frauenrechte&ldquo; und der Aush&auml;ngefigur der weiblichen Regierungschefin sind Frauen im deutschen Arbeitsleben besonders benachteiligt. Sie bilden die gro&szlig;e Mehrheit der prek&auml;r Besch&auml;ftigten und der erzwungen Unter-Besch&auml;ftigten (unfreiwillige Teilzeit-Arbeit und Arbeit auf Abruf).<\/p><p>Bei der Ungleichheit der Arbeitseinkommen stehen deutsche Frauen mit 20,5 Prozent niedrigerem Einkommen an 26. Stelle der 28 EU-Staaten; nur in Tschechien und Estland sind die Frauen-Einkommen noch niedriger.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Ebenfalls liegen deutsche Frauen beim Anteil in F&uuml;hrungspositionen nur im unteren EU-Drittel.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><p><strong>Deutschland: Der &bdquo;Schweinestall Europas&ldquo;<\/strong><\/p><p>Das verrechtlichte ArbeitsUnrecht ist offen hin zu verschiedenen Formen der Kriminalit&auml;t, wie sich beim straflosen Nichtbezahlen des niedrigen Mindestlohns zeigt. Deutschland wurde mit EU-Beihilfen zum F&uuml;hrungsstaat bei der Mehrfachausbeutung von Fleischarbeitern: Betr&uuml;gerische Werkvertr&auml;ge (gefakete Leiharbeit); gesundheitssch&auml;digende Arbeitsbedingungen; unbezahlte &Uuml;berstunden; Abz&uuml;ge f&uuml;r Vermittlungskosten, Fehlverhalten, Transporte und &uuml;berh&ouml;hte Mieten (Mietwucher): modernisierte Sklaverei. Die Betroffenen bleiben angstvoll stumm und wagen nicht, vor Gericht zu gehen.<\/p><p>Bis zu 80 Prozent der Besch&auml;ftigten sind Werkvertragler. Marktf&uuml;hrer T&ouml;nnies bezog sie aktuell von mindestens 12 verschiedenen Vermittlern. Die Arbeiter kommen aus den durch die EU verarmten Staaten: Hohe Arbeitslosigkeit, niedrigste Niedrig- und Mindestl&ouml;hne, in Moldau 200 Euro im Monat. Sie kommen oft f&uuml;r zwei, drei Jahre, dann werden sie ersch&ouml;pft ausgetauscht.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>So r&uuml;ckte Deutschland zum &bdquo;Schweinestall Europas&ldquo; auf, wie die Unternehmer-Postille <em>Handelsblatt<\/em> schrieb.[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] Deshalb gr&uuml;ndeten die Schlachtkonzerne Vion aus den Niederlanden und Danish Crown aus D&auml;nemark im f&uuml;hrenden ArbeitsUnrechts-Paradies gro&szlig;e Schlachth&auml;user &ndash; zuhause sind die deutschen Praktiken verboten. Deutschland, von der EU gef&ouml;rdert, zog das ArbeitsUnrecht an und wurde nach den USA der gr&ouml;&szlig;te Exporteur von Billigfleisch.<\/p><p><strong>Minimaler Gesetzesvollzug: Nur 1,3 Prozent Betriebsr&auml;te<\/strong><\/p><p>Eine andere Form des verrechtlichten Unrechts ist die massenhafte Nicht-Umsetzung von Gesetzen, wie schon beim Mindestlohn. &bdquo;Mit in der Regel mindestens 5 st&auml;ndigen wahlberechtigten Arbeitnehmern werden Betriebsr&auml;te gew&auml;hlt&ldquo; hei&szlig;t es in &sect; 1 des BetrVG. In Deutschland gibt es 2,16 Millionen Betriebe mit &uuml;ber 10 Besch&auml;ftigten: Wenn wir diese zugrundelegen (und nicht schon die Betriebe ab 5 Besch&auml;ftigten), dann stellen die 26.000 bei der letzten BR-Wahl im Jahr 2018 zustande gekommenen Betriebsrats-Gremien[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] lediglich 1,3 Prozent dar.<\/p><p>Vor allem in der Auto- und Pharmaindustrie werden die Betriebsrats-Vorsitzenden durch hohe Managergeh&auml;lter korrumpiert (Siehe das Hartz-System bei VW). Und eine hochbezahlte Union Busting-Dienstleistungsbranche ist auf die Be- und Verhinderung der anderen, k&auml;mpferischen Betriebsr&auml;te angesetzt. So bleibt vom guten Gesetz wenig &uuml;brig.<\/p><p>Die Be- und Verhinderung von Betriebsr&auml;ten durch Unternehmer und ihre Beauftragten ist nach &sect; 119 BetrVG eine Straftat: Sie steht einsam an der Spitze der von der Justiz nicht verfolgten Straftaten.[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] Das BetrVG unterliegt einem &auml;hnlichen Vollzugsdefizit wie der sexuelle Missbrauch in der (systemrelevanten) Katholischen Kirche.<\/p><p><strong>Keine Meinungsfreiheit f&uuml;r abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte<\/strong><\/p><p>In den Unternehmen herrscht keine Meinungsfreiheit, sondern erpresstes Schweigen. Auch Whistleblower (Hinweisgeber) haben keinen Schutz, ein Gesetz dazu existiert in Deutschland trotz jahrzehntelanger Forderungen immer noch nicht.<\/p><p>Selbst wer gerichtsfest belegte Betr&uuml;gereien der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung an die Staatsanwaltschaft meldet, kann rechtskonform wegen St&ouml;rung des Betriebsfriedens gek&uuml;ndigt werden. Vor den Arbeitsgerichten gilt hier &bdquo;der Schutz von Gesch&auml;ftsgeheimnissen&ldquo; und die obrigkeitsstaatliche &bdquo;Treuepflicht des Arbeitnehmers&ldquo;.[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]<\/p><p>Die Bundesrepublik ist der einzige EU-Staat, der 1972 mit einem formellen &bdquo;Radikalenerlass&ldquo; 3,5 Millionen &ouml;ffentliche Angestellte &ndash; oder solche, die es werden wollten &ndash; durch den Inlandsgeheimdienst wegen vermutetem &bdquo;Linksextremismus&ldquo; &uuml;berpr&uuml;fen lie&szlig;, 1.250 Personen nicht in den &ouml;ffentlichen Dienst &uuml;bernahm und 250 entlie&szlig;. Das gegenteilige Urteil des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte wird in Deutschland nicht beachtet.<\/p><p><strong>Aufbr&uuml;che gegen Ausbeutung und Entrechtung<\/strong><\/p><p>Deshalb sind bisher Aufbr&uuml;che in gr&ouml;&szlig;erem Umfang und mit l&auml;ngerfristiger Wirkung kaum m&ouml;glich. Wichtige Ans&auml;tze sind etwa die konzentrierten, von verdi organisierten, auch internationalisierten K&auml;mpfe gegen den Gewerkschaftshasser Amazon[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] und die Streiks von Krankenhausbesch&auml;ftigten f&uuml;r mehr Stellen unter dem Motto &bdquo;Mehr von uns ist besser f&uuml;r alle&ldquo;.[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]<\/p><p>Die Aktion gegen ArbeitsUnrecht unterst&uuml;tzt und dokumentiert die heute teilweise zu gef&auml;hrlichen Abenteuern gewordenen Wahlen zu Betriebsr&auml;ten, vor allem in Bereichen, in denen Gewerkschaften kaum pr&auml;sent sind, etwa bei Essenslieferdiensten und Supermarktketten. Die Aktion gegen ArbeitsUnrecht hat durch ihren bundesweiten Kampagnentag &bdquo;Schwarzer Freitag der 13.&ldquo;, der 2019 gegen den Fleischkonzern T&ouml;nnies gerichtet war, zu dessen Entlarvung als besonders krimineller Ausbeuter beigetragen.[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]<\/p><p><em><strong>Werner R&uuml;gemer: EU-Imperium: ArbeitsUnrecht, Krise, neue Gegenwehr. Papyrossa-Verlag K&ouml;ln 2020, 320 Seiten, 19,90 Euro<\/strong><\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Vgl. Isaf G&uuml;n u.a. (Hg.): Gegenmacht statt Ohnmacht. 100 Jahre Betriebsverfassungsgesetz, Hamburg 2020<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Werner R&uuml;gemer: Arbeitsrechte? Die Blindstelle im Grundgesetz, <a href=\"https:\/\/arbeitsunrecht.de\">arbeitsunrecht.de<\/a> 23.5.2019<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Werner R&uuml;gemer: K&ouml;lner IHK l&auml;sst Kammer-Kritiker &uuml;berwachen, arbeitsunrecht.de 6.12.2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Werner R&uuml;gemer\/Elmar Wigand: Die Fertigmacher. ArbeitsUnrecht und professionelle Gewerkschaftsbek&auml;mpfung, 3. aktualisierte Auflage, K&ouml;ln 2017, S. 177f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Werner R&uuml;gemer: Travail et Non-Travail dans l&rsquo;Union Europ&eacute;enne, in: Les Possibles 11\/2016 (attac Frankreich)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Peter Hartz: Job-Revolution. Wie wir neue Arbeitspl&auml;tze bekommen k&ouml;nnen. Frankfurt\/Main 2001<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Werner R&uuml;gemer: Unternehmer als straflose Rechtsbrecher, in: K.-J. Bruder u.a. (Hg.): Gesellschaftliche Spaltungen, Gie&szlig;en 2018, S. 207-222<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Eurostat: Pressemitteilung 38\/2018 zum Internationalen Frauentag, 7.3.2018<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Frauen in F&uuml;hrungsetagen: Deutschland unter EU-Durchschnitt, destatis.de\/Europa, abgerufen 22.6.2020<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Werner R&uuml;gemer: Das System T&ouml;nnies muss gestoppt werden! <a href=\"https:\/\/arbeitsunrecht.de\">arbeitsunrecht.de<\/a> 12.9.2020<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Fleischbranche vor Zeitenwende, Handelsblatt 24.6.2020<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Betriebsratswahlen erleichtern, aktive Besch&auml;ftigte besser sch&uuml;tzen, Deutscher Bundestag Drucksache 19\/1710, 18.4.2018<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] R&uuml;gemer\/Wigand: Die Fertigmacher, S. 48ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Hinweisgeberschutz: <a href=\"https:\/\/www.transparency.de\/themen\/hinweisgeberschutz\/\">transparency.de\/themen\/hinweisgeberschutz\/<\/a>, abgerufen 22.6.2020<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Sieben Jahre Streiks: verdi erneuert Kampfansage gegen Amazon, heise.de 14.5.2020<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Mehr von uns ist besser f&uuml;r alle, <a href=\"https:\/\/klinikpersonal-entlasten.verdi.de\">klinikpersonal-entlasten.verdi.de<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] R&uuml;gemer: Das System T&ouml;nnies a.a.O. sowie weitere Berichte dazu auf diesem blog<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seinem jetzt ver&ouml;ffentlichten Buch &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.papyrossa.de\/neuerscheinung-60\">EU-Imperium: ArbeitsUnrecht, Krise, neue Gegenwehr<\/a>&ldquo; schildert <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong> die Organisation des ArbeitsUnrechts in der EU seit den Vorstufen in den 1950er Jahren (Montanunion, EG, EWG): Akteure wie Jean Monnet (US-Banker, bis heute gefeierter &bdquo;Gr&uuml;ndervater Europas&ldquo;), Walter Hallstein (NS-Jurist, erster Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Kommission), Jean-Claude Juncker (Regierungschef der gr&ouml;&szlig;ten Finanzoase<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66492\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":66494,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[141,126],"tags":[1550,1740,2152,1020,2016,489,418,317,575,288,1476,2723,1087,2704],"class_list":["post-66492","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-erosion-der-demokratie","tag-agenda-2010","tag-arbeitsbedingungen","tag-ueberstunden","tag-betriebsraete","tag-equal-pay","tag-fremdbestimmung","tag-grundgesetz","tag-mindestlohn","tag-ostdeutschland","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-union-busting","tag-werkvertrag","tag-whistleblower","tag-zwangsarbeit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/201104_Buch.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/66492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=66492"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/66492\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":66515,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/66492\/revisions\/66515"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/66494"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=66492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=66492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=66492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}