{"id":6653,"date":"2010-09-06T09:25:27","date_gmt":"2010-09-06T07:25:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6653"},"modified":"2010-09-06T09:27:17","modified_gmt":"2010-09-06T07:27:17","slug":"hinweise-des-tages-1217","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6653","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Sarrazin und kein Ende; in Italien ist Rassismus offizielle Politik geworden; arbeitslose Migranten helfen keinem weiter; Merkel will Hartz-IV-Empf&auml;nger zu Pflegern machen; wie viel ein Mensch kostet; Zahl deutscher Million&auml;re auf Rekordniveau; Milliarden f&uuml;r Schrott; Finnland vollbringt das moderne Wirtschaftswunder; Kardin&auml;le des Geldes; wieder Bohrinsel vor USA in Brand geraten; Geld flie&szlig;t bergauf; Pakistan: Land ohne Freunde. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Hier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: <\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Sarrazin und kein Ende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">&raquo;In Italien ist Rassismus offizielle Politik geworden&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">&ldquo;Arbeitslose Migranten helfen keinem weiter&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Merkel will Hartz-IV-Empf&auml;nger zu Pflegern machen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">&Ouml;konomisierung: Wie viel ein Mensch kostet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Zahl deutscher Million&auml;re auf Rekordniveau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Milliarden f&uuml;r Schrott<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">&Ouml;konomie: Finnland vollbringt das moderne Wirtschaftswunder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich: Kardin&auml;le des Geldes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Wieder Bohrinsel vor USA in Brand geraten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Das Geld flie&szlig;t bergauf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Pakistan: Land ohne Freunde<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sarrazin und kein Ende<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&bdquo;Da kommt Hass zum Vorschein&ldquo;<\/strong><br>\nDer Sozialforscher Zick spricht im FR-Interview &uuml;ber Sarrazins Fangemeinde und die bedrohte Norm vom gleichen Wert der Menschen: &bdquo;Da findet ein Tabubruch statt. Ich verfolge diverse Chatrooms, schauen Sie mal, wie da jetzt &uuml;ber Bildungsschwache und sozial Schwache geredet wird. Da kommt Hass zum Vorschein. Soziale Normen wie die, dass alle Menschen gleich viel wert sind, gelten da nicht mehr. Insofern sagt Sarrazins Buch weniger aus als die massive Zustimmung dazu, die wir jetzt beobachten m&uuml;ssen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/-da-kommt-hass-zum-vorschein-\/-\/1472596\/4612908\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Sarrazin erntet &ndash; ges&auml;t haben viele<\/strong><br>\nDie Funktionstr&auml;ger, die jetzt das gro&szlig;e Wort &uuml;ber Integrationsprobleme schwingen, haben sich in dieser Hinsicht bisher selbst als unf&auml;hig erwiesen. Und nicht nur das: Sie haben &uuml;ber Jahre mit ihrer Politik und ihrer festgef&uuml;gten Meinung dazu beigetragen, dass die Gesellschaft heute weit weniger &bdquo;durchl&auml;ssig&ldquo; ist, als etwa in den 70er Jahren: &bdquo;Mehr Eigenverantwortung&ldquo; war und ist die gro&szlig;e politische Losung. Sie wurde &uuml;ber Parteigrenzen hinweg vertreten und umgesetzt, mit breiter, fast einhelliger Unterst&uuml;tzung durch die Medien. Das Sinnwidrige daran: Die Abw&auml;lzung sozialer Leistungen auf den Einzelnen musste den einmal erreichten Zusammenhalt der Gesellschaft untergraben: Denn der Einzelne war und ist ganz unterschiedlich mit Geld und Bildung ausgestattet, den daraus folgenden Wettkampf zu bestehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=87&amp;Itemid=2\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Gut, dass er das nicht mehr erleben mu&szlig;<\/strong><br>\nDer Ton wird noch sch&auml;rfer werden, die Mitmenschlichkeit wird noch mehr schwinden, die angeblich strauchelnde Integration wird immer schwieriger, immer mehr zum Verrat an den eigenen Wurzeln und zum Umsetzen einer nicht offiziell auferlegten deutschen Leitkultur. Diejenigen, die sich gegen diesen Konsens auflehnen, werden abgelehnt, werden verspottet und &ndash; ich bef&uuml;rchte es fast &ndash; hin und wieder verpr&uuml;gelt. Intellektuelles Schwein! oder Nestbeschmutzer! werden dann gern gebrauchte Floskeln sein. Und abends sitzt die Nation vorm Fernseher, R&uuml;ckblicke betrachtend, Knopp lauschend, wie es damals so war, wie es damals so weit kommen konnte, damals: 1933. Sie werden entr&uuml;stet den Kopf sch&uuml;tteln, auch jene Jahrg&auml;nge, die noch vor Jahren gegen das Mitl&auml;ufertum ihrer Eltern protestiert haben, werden da rege mit dem Kopf schlingern &ndash; wie konnten die damals nur so bl&ouml;d sein, werden sie sich auf dem Sofa sitzend gegenseitig fragen. So eine finstere, dumme Zeit! Gottlob, wir haben es besser! Sind gescheiter&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/09\/gut-dass-er-das-nicht-mehr-erleben-mu.html\">Ad sinistram<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>&raquo;In Italien ist Rassismus offizielle Politik geworden&laquo;<\/strong><br>\nEin Gespr&auml;ch mit Alessandro Dal Lago, Professor f&uuml;r Soziologie an der Universit&auml;t Genua, Italien: &bdquo;Bei uns in Italien ist Rassismus offizielle Politik geworden, gegen die kein Kraut gewachsen zu sein scheint. Mit Ausnahme weniger Stimmen aus der katholischen Welt oder aus fortschrittlichen Gruppen und Verb&auml;nden bezieht niemand dagegen Stellung. Das macht die Sache komplizierter. Mein Eindruck und meine Bef&uuml;rchtung sind sogar, da&szlig; sich diese Fremdenfeindlichkeit zu einem europaweiten Thema entwickelt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/09-04\/022.php\">Junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&ldquo;Arbeitslose Migranten helfen keinem weiter&rdquo;<\/strong><br>\nDeutschland debattiert &uuml;ber Fachkr&auml;ftemangel und Integration &ndash; macht es aber Zuwanderern nicht leicht: Abschl&uuml;sse werden oft nicht anerkannt, viele Migranten f&uuml;hlen sich untersch&auml;tzt. Eine Integrations-Expertin r&auml;t zum Blick in die Schweiz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/ZDFheute\/inhalt\/28\/0,3672,8107228,00.html\">ZDF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Merkel will Hartz-IV-Empf&auml;nger zu Pflegern machen<\/strong><br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich daf&uuml;r ausgesprochen, Langzeitarbeitslose verst&auml;rkt in Pflegedienste einzusetzen. &laquo;Wir haben 2,2 Millionen Hartz-IV-Empf&auml;nger, die arbeitsf&auml;hig sind, aber keinen Job finden&raquo;, sagte sie der &laquo;Bild am Sonntag&raquo;.<br>\n&laquo;Ich sehe nicht ein, dass Pflegekr&auml;fte k&uuml;nftig nur noch aus Osteuropa kommen. Daran k&ouml;nnen wir etwas &auml;ndern.&raquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/newsticker.sueddeutsche.de\/list\/id\/1035552\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers R. K.:<\/strong> Ein fatales Signal &ndash; hiermit wird die Arbeit im Pflegebereich wieder zu einer Art Hilfsarbeitert&auml;tigkeit herabgew&uuml;rdigt. Motto: Das kann ja jeder.<br>\nDas Gegenteil ist richtig. Es handelt sich hier um eine der wichtigsten Arbeiten, die auch endlich mal angemessen entlohnt werden muss.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&Ouml;konomisierung: Wie viel ein Mensch kostet<\/strong><br>\nDer Buchautor J&ouml;rn Klare &uuml;ber die zunehmende &Ouml;konomisierung des Lebens: &bdquo;Philipp Mi&szlig;felders Pl&auml;doyer, Menschen &uuml;ber 85 keine k&uuml;nstliche H&uuml;fte mehr zu finanzieren, war nur der Auftakt. Es wird immer mehr darauf ankommen, den Sieg der &Ouml;konomie zu verhindern &ndash; mit der Verteidigung von Werten, die nicht berechenbar sind.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/wie-viel-ein-mensch-kostet\/1918348.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zahl deutscher Million&auml;re auf Rekordniveau<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaft boomt &ndash; und auch das Geldverm&ouml;gen der Bundesb&uuml;rger w&auml;chst rasant. Die Verluste aus der Finanzkrise sind laut einer DIW-Studie inzwischen komplett ausgeglichen. Davon profitieren besonders die Reichen: Noch nie gab es hierzulande so viele Verm&ouml;gensmillion&auml;re.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,715649,00.html\">Tagesspiegel <\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Milliarden f&uuml;r Schrott<\/strong><br>\nIn den 1970er und 1980er Jahren wurden weltweit 105 Atomreaktoren gebaut, die keinen oder kaum Strom geliefert haben. Dies berichtet die Wirtschaftsredaktion des WDR-H&ouml;rfunks. Sch&auml;tzungen der Redaktion zufolge wurden daf&uuml;r rund 360 Milliarden Euro (in Preisen von 2009) ausgegeben. Allein 37 nicht funktionierende AKW wurden in den USA gebaut, gefolgt von Russland mit 18 Reaktoren. An dritter Stelle steht Deutschland mit neun atomaren Investitionsruinen im Wert von rund 22 Milliarden Euro<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/milliarden-fuer-schrott\/-\/1472596\/4619668\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&Ouml;konomie: Finnland vollbringt das moderne Wirtschaftswunder<\/strong><br>\nDie finnische Ministerpr&auml;sidentin Kiviniemi spricht &uuml;ber den finanziellen Erfolg ihres Landes und die Strafen f&uuml;r Schuldenstaaten.<br>\nFinnland gilt als das Wunderkind in der Eurozone. Kein Land der 16 Staaten umfassenden W&auml;hrungsgemeinschaft wird von den Finanzmarkt-Akteuren als solider erachtet, selbst die gro&szlig;e<br>\nBundesrepublik nicht. Seit Jahren f&uuml;hren die Finnen die Rangliste als das Land mit der niedrigsten Korruptionsrate an. Die f&uuml;nf Millionen Einwohner z&auml;hlen zu den gl&uuml;cklichsten der Welt &ndash; und das, obwohl die Finnen mit die h&ouml;chsten Steuern auf dem Globus zahlen (&hellip;)\n<p><strong>WELT ONLINE: <\/strong>Zahlen die Finnen deshalb auch so gerne Steuern. Zumindest z&auml;hlen sie Umfrage zufolge trotz eines Spitzensteuersatzes von &uuml;ber 50Prozent zu den gl&uuml;cklichsten Menschen auf dem Planeten.<br>\n<strong>Kiviniemi: <\/strong>Die Menschen haben das Gef&uuml;hl, dass sie f&uuml;r ihre Steuern etwas erhalten. Als Mutter kann ich mir sicher sein, dass meine Kinder eine gute Ausbildung bekommen. Ich muss mich nicht um irgendeine Privatschule k&uuml;mmern und daf&uuml;r auch noch hohe Geb&uuml;hren bezahlen. In Finnland haben wir ein ausgezeichnetes Bildungssystem, das die jungen Menschen perfekt auf die globalen Herausforderungen vorbereitet. Das Gesundheitssystem funktioniert &auml;hnlich. Jeder kann sich auf eine gute Versorgung verlassen. Auch sonst haben wir ein auf Konsens und Ausgleich<br>\nausgerichtetes System.<br>\n<strong>WELT ONLINE:<\/strong> Aber zuviel Sicherheit und Gleichheit macht Menschen auch gef&auml;llig und tr&auml;ge.<br>\n<strong>Kiviniemi:<\/strong> Ein solches Denken ist uns nicht eigen. Die Finnen haben eine Art protestantischer Arbeitsethik, eine gesunde Einstellung zur Arbeit. F&uuml;r uns wird Leistung nicht zerredet, sondern als notwendig erachtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article9356602\/Finnland-vollbringt-das-moderne-Wirtschaftswunder.html\">WELT<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers J.A.:<\/strong> Neoliberale Propaganda prallt auf Wirklichkeit&hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich: Kardin&auml;le des Geldes<\/strong><br>\nSie ist die Schaltstelle der globalisierten Finanzwelt, ihre Analysen sind die besten der Zunft. In der Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich versuchen Experten, die Branche mit Reformen zu b&auml;ndigen &ndash; und das Risiko f&uuml;r neue Krisen zu begrenzen. Dumm nur, dass der Club der Zentralbanker zuletzt alles andere als effektiv war. &Uuml;ber ihre Ignoranz gegen&uuml;ber der Expertise aus dem eigenen Haus schweigen die noblen Mitglieder des BIZ-Clubs bis heute beharrlich. Auch Generalsekret&auml;r Dittus ist die Frage danach eher l&auml;stig. White &ndash; immerhin 13 Jahre lang der Top-&Ouml;konom des Hauses &ndash; habe damals &bdquo;eine Au&szlig;enseitermeinung vertreten&ldquo;, sagt er, &bdquo;aber andere haben dagegengehalten&ldquo;. Das klingt d&uuml;nn. Plausibler ist die Erkl&auml;rung, dass die Verantwortlichen der Finanzindustrie enger verbunden waren als ihrem Auftrag zur Wahrung der Stabilit&auml;t. Daf&uuml;r sprechen die personellen Verflechtungen zwischen Aufsehern und Banken &ndash; nicht zuletzt auch in der BIZ. Dort wechselte etwa der langj&auml;hrige Generaldirektor Andrew Crocket 2003 zum US-Geldriesen JP Morgan. Sein Nachfolger, der Kanadier Malcom Knight, unterschrieb im Juni 2008, sogar schon vor Ablauf seiner Amtszeit, einen gut dotierten Vertrag bei der Deutschen Bank.<br>\nAber so schwer ihr Versagen wiegt, so hartn&auml;ckig arbeiten die Mitglieder des BIZ-Clubs nun an der Wiederherstellung ihrer Reputation. &bdquo;Damals haben wir dereguliert, jetzt sind wir im Regulierungs-Modus&ldquo;, versprach einer der beteiligten Aufseher im Februar. Dazu geh&ouml;rt auch, dass das &bdquo;Kernkapital&ldquo; im Krisenfall tats&auml;chlich zum Ausgleich von Verlusten verf&uuml;gbar sein muss und nicht nur auf dem Papier stehen darf wie etwa bei den deutschen Landesbanken. Aber dann hat die Bankenlobby alle Kr&auml;fte mobilisiert. M&uuml;ssten sie das geforderte zus&auml;tzliche Eigenkapital aufbringen, k&ouml;nnten sie weniger Kredite vergeben und damit w&uuml;rde Wirtschaftswachstum verhindert, k&uuml;ndeten Banken-Sprecher von Tokio bis Washington. Der Weltverein der Gro&szlig;banken, das &bdquo;Institute of International Finance&ldquo; unter Vorsitz von Deutschbanker Josef Ackermann, warnte gar vor dem Verlust von 10 Millionen Jobs. Als der Ausschuss j&uuml;ngst begann, die neuen Sicherheitsanforderungen in eine verbindliche Form zu bringen, forderte ein Beamter nach dem anderen Ausnahmen zugunsten der Geldh&auml;user im Heimatland. Zum Ende der Sitzung waren die neuen Regeln schon wieder soweit verw&auml;ssert, dass mindestens 15 Prozent des offiziell ausgewiesenen &bdquo;Kernkapitals&ldquo; der Geldh&auml;ndler doch wieder nur Luftbuchungen sein d&uuml;rfen. Bei der wichtigsten Neuerung, der Schuldenobergrenze, verlie&szlig; die Reformer gleich vollends der Mut. Auch k&uuml;nftig sollen Banken sich bis zum 33-Fachen ihres Eigenkapitals verschulden d&uuml;rfen, etwa so viel, wie bei Lehman Brothers zum Zeitpunkt der Pleite, und das auch erst ab 2018.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/kardinaele-des-geldes\/1918856.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wieder Bohrinsel vor USA in Brand geraten<\/strong><br>\nPlattform im Golf von Mexiko f&auml;ngt Feuer, aber es l&auml;uft kein &Ouml;l aus. Konzern BP: Wenn wir nicht neue Tiefseequellen anzapfen, k&ouml;nnen wir keine Entsch&auml;digungen f&uuml;r &Ouml;lkatastrophe vom April zahlen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F09%2F04%2Fa0177&amp;cHash=ca46c4dee6\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Also ohne neue Katastrophen zu riskieren, k&ouml;nnen die Kosten der vorherigen Katastrophe nicht bezahlt werden. Mit atemberaubender Geschwindigkeit reduziert sich der &ldquo;western way of life&rdquo; auf diverse Varianten des Kasinokapitalismus. Immer klarer wird, dass der Einsatz im wahrsten Sinne des Wortes unser aller Lebensgrundlage ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Das Geld flie&szlig;t bergauf<\/strong><br>\nDavid Sogge spricht im Interview &uuml;ber die Hilflosigkeit der Entwicklungshilfe und Chinas Erfolge:<br>\n&ldquo;Viele Menschen sind entt&auml;uscht, weil sie Entwicklungshilfe f&uuml;r eine Wundermedizin gegen alte, komplexe Krankheiten halten. Entwicklungshilfe ist schlicht &uuml;berladen mit zu vielen Erwartungen. Bleibt das erhoffte Ergebnis aus, wird sie zum S&uuml;ndenbock. Damit wird abgelenkt von anderen, wichtigeren Kr&auml;ften, die am Werk sind: Unfaire Handelsbedingungen, Kapitalflucht, technologischer Wandel, Wirtschaftskrisen oder Drogenkriege machen h&auml;ufig die kleinen Fortschritte zunichte, die Entwicklungshilfe bringt. &hellip; Nach 2015 wird die Welt eine andere sein. L&auml;nder wie China, Venezuela oder Brasilien werden st&auml;rker sein und den armen L&auml;ndern zumindest teilweise alternative Entwicklungsstrategien bieten. Der alte &bdquo;Konsens von Washington&ldquo; &ndash; also Liberalisierung, Deregulierung, Schuldensenkung, Privatisierung &ndash; k&ouml;nnte abgel&ouml;st werden durch ein Pekinger Modell, in dem die M&auml;rkte eine geringere und der Staat und zentrale Planung eine gr&ouml;&szlig;ere Rolle spielt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/spezials\/-das-geld-fliesst-bergauf-\/-\/1472610\/4619528\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Unter entwicklungspolitischen Gesichtspunkten w&auml;re es zu begr&uuml;&szlig;en, wenn die Entwicklungsl&auml;nder st&auml;rker realisieren w&uuml;rden, dass Entwicklung mehr an Planung und weniger an Markt bedarf, als es Weltbankuniversit&auml;ten vermitteln. Allerdings d&uuml;rfte den Chinesen kaum an einem solchen Paradigmenwechsel gelegen sein, profitieren sie doch au&szlig;erordentlich von offenen M&auml;rkten nicht nur bei uns, sondern z.B. auch in Afrika. Wenn diese L&auml;nder wie China auch heute noch sich mehr darauf verlegen w&uuml;rden die eigenen Kompetenzen zu sch&uuml;tzen und auszubauen, w&uuml;rden auch die chinesischen Gesch&auml;fte leiden. Bereits heute werden die chinesischen Aktivit&auml;ten in Afrika von den Afrikanern sehr viel kritischer gesehen als fr&uuml;her.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Pakistan: Land ohne Freunde<\/strong><br>\nW&auml;re die gro&szlig;e Flut nicht &uuml;ber Pakistan, sondern &uuml;ber Indien gekommen, die D&auml;mme h&auml;tten nicht besser gehalten, die Politiker h&auml;tten sich kaum weniger arrogant verhalten. Aber die Welt w&uuml;rde hinschauen. Pakistan erwartet mehr vom Westen, weil sich das Land diesem Lager viel mehr zugeh&ouml;rig f&uuml;hlt, als es viele Europ&auml;er und Amerikaner ahnen. Bis heute wird es &ndash; mit dem Bhutto-Zardari-Clan in Islamabad und dem Sharif-Clan in der wichtigsten Provinz Punjab &ndash; von aristokratischen, formal in demokratischen Parteien organisierten Eliten regiert, die noch den alten Kolonialherren in Gro&szlig;britannien verbunden sind. Aber auch das Milit&auml;r, das immer wieder die Macht an sich riss, war stets am Westen orientiert. Anders als es das verbreitete Zerrbild will, war Pakistan auch zu keinem Zeitpunkt seiner 63-j&auml;hrigen Geschichte von einer radikalislamistischen Macht&uuml;bernahme bedroht. Und wann immer gew&auml;hlt wurde, stimmten die Pakistaner stets mit &uuml;berw&auml;ltigenden Mehrheiten von 80 bis 90 Prozent f&uuml;r gem&auml;&szlig;igte, mehr oder weniger s&auml;kulare demokratische Parteien.<br>\nWenn das Fernsehen in Pakistan nach einem aktuellen Bericht &uuml;ber die Flut aber zeigt, dass die USA an der Grenze zu Afghanistan ein Dorf bombardiert haben, in dem sie versteckte Taliban-K&auml;mpfer vermuteten, dr&auml;ngt sich vielen Pakistanern der Eindruck auf, dass der Westen seinen Krieg immer noch wichtiger nimmt als die Hilfe f&uuml;r ihr &uuml;berflutetes Land. Wie zur Best&auml;tigung berichtet die New York Times, dass sich US-Milit&auml;rs in Afghanistan besorgt zeigen, die Fluten in Pakistan k&ouml;nnten ihnen die Nachschubwege versperren. Auf die Idee, ihre Truppen aus Afghanistan zur Nothilfe ins Nachbarland zu schicken, kommen sie offenbar nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F09%2F04%2Fa0193&amp;cHash=cafce78a15\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Leider beantwortet Georg Blume nicht, sondern intensiviert h&ouml;chstens die Frage, warum die westliche Hilfe f&uuml;r Pakistan so schwach bleibt. Sollte es wirklich daran liegen, wie Blume andeutet, dass das Land so wenig demokratisch und offen auf uns wirkt? Andererseits f&uuml;hren wir Deutsche insbesondere den zivilen Wiederaufbau Afghanistans im Munde und sind bereit, daf&uuml;r das Leben unserer Soldaten zu riskieren und Hunderte von Millionen Euro aufzubringen, versagen aber zusammen mit unseren Alliierten kl&auml;glich, in einer wahrhaft zivilen Aktion den Pakistani zu helfen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Sarrazin und kein Ende; in Italien ist Rassismus offizielle Politik geworden; arbeitslose Migranten helfen keinem weiter; Merkel will Hartz-IV-Empf&auml;nger zu Pflegern machen; wie viel ein Mensch kostet; Zahl deutscher Million&auml;re auf Rekordniveau; Milliarden f&uuml;r Schrott; Finnland vollbringt das moderne Wirtschaftswunder; Kardin&auml;le des Geldes; wieder Bohrinsel vor USA in Brand<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6653\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6653","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6653","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6653"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6653\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6657,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6653\/revisions\/6657"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6653"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6653"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}