{"id":66693,"date":"2020-11-10T08:44:55","date_gmt":"2020-11-10T07:44:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693"},"modified":"2020-11-10T14:50:14","modified_gmt":"2020-11-10T13:50:14","slug":"hinweise-des-tages-3737","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h01\">Nichts ist gut!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h02\">No Matter the Liberal Metric Chosen, the Bush\/Cheney Administration Was Far Worse Than Trump<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h03\">Amerikas Aufbruch mit Hindernissen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h04\">Wer sich f&uuml;r Bidens Kabinett in Stellung bringt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h05\">Novemberhilfe der Bundesregierung ist ein 10 Mrd. Euro teurer Etikettenschwindel <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h06\">Merkel rechnet noch lange mit Corona-Einschr&auml;nkungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h07\">Ist das Kunst? Dann kann das weg!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h08\">Grenzen der Solidarit&auml;t. COVID-19 und die Strukturen globaler sozialer Ungleichheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h09\">Schulden sind kein Problem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h10\">Die Wirtschaftspr&uuml;fer haben spektakul&auml;r versagt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h11\">Finnlands stiller Sieg gegen die Pandemie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h12\">Pandemie zeigt die Grenzen der Demokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h13\">Das n&auml;chste Operationsgebiet der Bundeswehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h14\">Im Oktobersturm der Frauen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h15\">Am Lagerfeuer der gemeinsamen Emp&ouml;rung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h16\">Unerh&ouml;rte Enth&uuml;llungen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Nichts ist gut!<\/strong><br>\nLinke und Liberale auf beiden Seiten des Atlantiks atmen auf. Der Alptraum der Trump-Pr&auml;sidentschaft ist vorbei. Trump tobt und w&uuml;tet zwar, letztlich ist der Abstand zu Biden in zu vielen Staaten einfach zu gro&szlig;, um seinem Gegner juristisch beizukommen, selbst wenn der Pr&auml;sident auf die von ihm ernannten konservativen Richter z&auml;hlen k&ouml;nnte. Prominente Republikaner, wie Mike DeWine, der Gouverneur von Ohio, lie&szlig;en ihn allerdings bereits fallen. Der wichtigste Grund: Sie brauchen Trump nicht mehr.<br>\nDie Steuern f&uuml;r Reiche und Unternehmen wurden bereits radikal gesenkt, am obersten Gerichtshof haben die Konservativen eine Zweidrittelmehrheit, im Senat werden die Republikaner ihre Mehrheit behalten. Das Lebenswerk des republikanischen Fraktionschef Mitch McConnell, tiefgreifende Ver&auml;nderungen zum besseren auf absehbare Zeit zu verhindern, ist erf&uuml;llt.<br>\nDie Versuchung wird nun &uuml;bergro&szlig; sein, diese h&auml;ssliche Episode schnell hinter sich zu lassen und zur Tagesordnung &uuml;berzugehen. &Auml;hnlich wie das Land die Verbrechen und Traumata der Bush-Regierung verarbeitete, indem es sie z&uuml;gig verga&szlig; und in Obama-Mania &uuml;berging, wird man nun versuchen, die neue Normalit&auml;t zu akzeptieren und die alte zu verdr&auml;ngen. Doch f&uuml;r die Zukunft des Landes k&ouml;nnte nichts verheerender sein. Trump mag besiegt sein, der N&auml;hrboden f&uuml;r seine Politik ist aber weiterhin vorhanden. &hellip;<br>\nDie Demokraten sollten sich h&uuml;ten, aus ihrem Wahlsieg nun die falschen Schl&uuml;sse zu ziehen. Das Potential f&uuml;r einen zweiten Trump ist weiterhin vorhanden, an den materiellen Voraussetzungen f&uuml;r eine faschistoide Politik hat sich in den USA nichts ge&auml;ndert. W&auml;re Biden klug, w&uuml;rde er jetzt radikal mit der Politik der Obama-&Auml;ra brechen, aber alle Indizien und Anreize deuten in die umgekehrte Richtung.<br>\nBiden sieht sich selbst explizit als Erbe des Obama-Projekts und vermarktete sich offensiv als solcher. Doch es war die z&ouml;gerliche Politik des &uuml;berzeugten Neoliberalen Obama, der die Voraussetzungen f&uuml;r Trump schuf. Biden hat die Wahl mit Hilfe von Gro&szlig;spendern und der wohlhabenden Mittelschicht in den Vorst&auml;dten gewonnen. Er steht nun in ihrer Schuld. Au&szlig;erdem ist Biden nun bei jedem Gesetzesvorhaben darauf angewiesen, die Handvoll moderate Republikaner, die es im Senat noch gibt, auf seine Seite zu ziehen. Die Voraussetzungen f&uuml;r einen Politikwechsel sind also denkbar schlecht. Wenn Biden wirklich wollte, k&ouml;nnte er auch rein &uuml;ber seine Exekutivbefugnisse viel erreichen. Dass er diese Gelegenheit auch ergreift, ist nicht sehr wahrscheinlich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/usa-biden-sieg-praesident-wahl-trump-niederlage-zukunft\/\">Jacobin<\/a>\n<p><strong>passend dazu: Ding-dong, the jerk is gone. But read this before you sing the Hallelujah Chorus<\/strong><br>\nTrump&rsquo;s defeat is a time for celebrating &ndash; let us praise God for victory. But let us also show some humility in our triumph, and think about how we got here<br>\nAfter all, Biden&rsquo;s name is virtually synonymous with Washington consensus. His years in the US Senate overlap almost precisely with his party&rsquo;s famous turn to the &ldquo;third way&rdquo; right, and Biden personally played a leading role in many of the signature initiatives of the era: Nafta-style trade agreements, lucrative favors for banks, tough-on-crime measures, proposed cuts to social security, even.<br>\nWhat Biden must understand now, however, is that it was precisely this turn, this rightward shift in the 1980s and 90s, that set the stage for Trumpism.<br>\nLet us recall for a moment what that turn looked like. No longer were Democrats going to be the party of working people, they told us in those days. They were &ldquo;new Democrats&rdquo; now, preaching competence rather than ideology and reaching out to new constituencies: the enlightened suburbanites; the &ldquo;wired workers&rdquo;; the &ldquo;learning class&rdquo;; the winners in our new post-industrial society.<br>\nFor years this turn was regarded as a great success. Bill Clinton brought us market-friendly reforms to banking rules, trade relations and the welfare system. He and his successor Barack Obama negotiated grand bargains and graceful triangulations; means-tested subsidies and targeted tax credits; tough-minded crime measures and social programs so complex that sometimes not even their designers could explain them to us.<br>\nIn the place of the Democratic party&rsquo;s old household god &ndash; the &ldquo;middle class&rdquo; &ndash; these new liberals enshrined the meritocracy, meaning not only the brilliant economists who designed their policies, but also the financiers and technologists that the new liberalism tried to serve, together with the highly educated professionals who were now its most prized constituents. In 2016 Hillary Clinton lost the former manufacturing regions of the country but was able to boast later on that she won &ldquo;the places that represent two-thirds of America&rsquo;s gross domestic product &hellip; the places that are optimistic, diverse, dynamic, moving forward.&rdquo;<br>\nHowever, there are consequences when the left party in a two-party system chooses to understand itself in this way. As we have learned from the Democrats&rsquo; experiment, such a party will show little understanding for the grievances of blue-collar workers, people who &ndash; by definition &ndash; have not climbed the ladder of meritocracy. And just think of all the shocking data that has flickered across our attention-screens in the last dozen years &ndash; how our economy&rsquo;s winnings are hogged by the 1%; how ordinary people can no longer afford new cars; how young people are taking on huge debt burdens right out of college; and a thousand other points of awful. All of these have been direct or indirect products of the political experiment I am describing.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/commentisfree\/2020\/nov\/07\/trump-defeat-election\">The Guardian<\/a><\/p>\n<p><em>Lesen Sie dazu auch auf den NachDenkSeiten: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66673\">Wer die Symptome und die Ursachen der Spaltung der US-Gesellschaft verwechselt, wird auch als Vers&ouml;hner scheitern<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>No Matter the Liberal Metric Chosen, the Bush\/Cheney Administration Was Far Worse Than Trump<\/strong><br>\nBut the most potent incentives for this warped fairy tale have been the whitewashing of recent U.S. history, the maintenance of American Exceptionalism, and most of all the reputational and career rehabilitative value it bestowed on all those pre-Trump officials, apparatchiks and myth-disseminating journalists who committed great evils and left a raft of violence, lawlessness, destruction and death in their wake but now get to claim, and have others believe, that, no matter their sins, at least they weren&rsquo;t authoritarian white supremacist neo-Nazi pathological-lying fascist dictators like Trump and therefore deserve to be embraced by (and gainfully employed in) the Family of Decent Society.<br>\nThat&rsquo;s the deceitful framework that has led to two of the most mendacious and amoral War on Terror neocons, David Frum and Bill Kristol, being elevated to their new status as among the most beloved-by-liberals Trump-era pundits with a new massive social media platform and frequent MSNBC appearances; the actual chief propagandist of the Bush\/Cheney 2004 campaign and Bush\/Cheney White House, Nicolle Wallace, becoming one of the most adored-by-liberals MSNBC hosts; the litany of War on Terror killers, including former Bush\/Cheney CIA and NSA chief Gen. Michael Hayden, becoming a #Resistance star; and the most savage disciples of Rovian politics becoming the undisputed champions of political grifting while marching under the tickling-the-liberal-g-spot banner called the Lincoln Project.<br>\nFlamboyantly denouncing Trump as an Unprecedented Evil became a cheap, instant and easy ticket to absolution, redemption and profit no matter how barbaric and monstrous one&rsquo;s pre-Trump resume had been. That&rsquo;s why it seems normal, reasonable, and credible that the very same people now demanding that lists of Trump supporters be compiled so as to ensure permanent ostracization themselves justified, advocated for, implemented and presided over crimes far worse than the Trump administration got close to committing.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/greenwald.substack.com\/p\/no-matter-the-liberal-metric-chosen\">Glenn Greenwald <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hier sollte man ehrlich sein. Trump hat keine Kriege mit mehr als einer halbe Millionen Tote angezettelt und er hat auch nicht die massivsten B&uuml;rgerrechtseinschr&auml;nkungen in der Geschichte der USA durchgesetzt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Amerikas Aufbruch mit Hindernissen<\/strong><br>\nJoe Biden personifiziert mithin das genaue Gegenteil von Donald Trump. Er ist deshalb der Pr&auml;sident, den das Land nun braucht. Biden wird die extreme Polarisierung in Gesellschaft und Politik nicht pl&ouml;tzlich aufl&ouml;sen. Doch er wird zu einer Entspannung beitragen. Von ihm wird es nicht im Stundentakt garstige Tweets voller Falschinformationen geben, er wird nicht t&auml;glich in einem Fernsehsender Zwietracht und Hass verbreiten. Im Gegenteil, Biden d&uuml;rfte &ndash; oft genug sicher erfolglos &ndash; versuchen, den politischen Konkurrenten von seinem Vorgehen zu &uuml;berzeugen, ihn einzubinden. Das allein macht es den Republikanern immerhin etwas schwerer ihre destruktiven Machenschaften fortzusetzen, mit der sie einst fast jede politische Initiative von Barack Obama sechs Jahre lang blockiert oder sogar verhindert haben.<br>\nBiden besitzt in dieser schwierigen Lage noch einen Vorteil. Er ist der &auml;lteste je gew&auml;hlte Pr&auml;sident und wird daher aller Voraussicht nach nur vier Jahre regieren. Das schm&auml;lert seine M&ouml;glichkeiten, aber es macht ihn auch freier. Da er wohl nicht um seine Wiederwahl k&auml;mpfen muss, kann er die USA mutiger auf die gesellschaftlichen, demographischen und politischen Herausforderungen der Zukunft vorbereiten.<br>\nF&uuml;r diese Zukunft steht die k&uuml;nftige Vizepr&auml;sidentin Kamala Harris. Auf ihr ruhen gro&szlig;e Hoffnungen. Denn sie wird an der Seite von Pr&auml;sident Biden nicht nur wichtige Reformen verantworten, sondern sie kann dazu beitragen, Amerika mit dem zu vers&ouml;hnen, was es eigentlich schon ist: eine plurale, diverse und multikulturelle Gesellschaft. Es wird sich lohnen, Harris Wirken in den n&auml;chsten vier Jahren genau zu beobachten &ndash; und ihr Gl&uuml;ck zu w&uuml;nschen. Auch aus Eigeninteresse. Sollten Biden und sie scheitern, drohen noch einmal vier Jahre ein reaktion&auml;res Amerika mit einem populistischen Dummkopf an der Spitze. Das w&auml;re nicht nur eine Katastrophe f&uuml;r die USA, sondern f&uuml;r die ganze Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++18c8af9c-2291-11eb-ac5a-001a4a16011a\">Gegenblende<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Diese Biden-Besoffenheit nervt jetzt schon. Dass die US-Gesellschaft &bdquo;eine plurale, diverse und multikulturelle Gesellschaft&ldquo; ist, das sehen Linksliberale, die meist selbst privilegierte Wei&szlig;e sind, vielleicht so. Aber in erster Linie sind die USA eine brutale Klassengesellschaft. Da ist nichts plural und divers. Wer nicht aus der richtigen sozialen Schicht (prim&auml;r immer noch wei&szlig; und protestantisch) kommt und nicht an der richtigen Uni studiert hat, hat wenig Chancen in den USA. Und daran wird gerade Biden nichts &auml;ndern. Bernie Sanders wollte das, aber das wollte das Establishment der Demokraten nicht, das letztendlich auch nur der Wall Street verpflichtet ist.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wer sich f&uuml;r Bidens Kabinett in Stellung bringt<\/strong><br>\nKaum wurde Joe Biden von den Kabelsendern zum Sieger ausgerufen, dreht sich auch schon das Karussell der Personalspekulationen. Wie k&ouml;nnte ein Kabinett Biden aussehen? Wer muss f&uuml;r seinen besonderen Einsatz im Wahlkampf belohnt werden?<br>\nKlar ist, dass der President-elect einen Spagat zu meistern hat. Selber in der politischen Mitte verankert, muss er den linken Fl&uuml;gel der Demokraten einbinden. Einen Fl&uuml;gel, der ihn &ndash; anders als 2016 Hillary Clinton &ndash; beim Kr&auml;ftemessen mit Donald Trump ohne Abstriche unterst&uuml;tzte und nun den Lohn daf&uuml;r kassieren m&ouml;chte. Andererseits hoffen gem&auml;&szlig;igte Republikaner auf ein personelles Signal. Den vers&ouml;hnlichen T&ouml;nen, die Biden nach seinem Sieg anschlug, soll nach ihrer Erwartung Konkretes folgen: die Besetzung zumindest eines wichtigen Ressorts durch einen Konservativen der moderaten Denkschule.<br>\nAu&szlig;enministerium:  Als aussichtsreiche Anw&auml;rterin gilt Susan Rice, unter Obama erst UN-Botschafterin, dann Nationale Sicherheitsberaterin. Sie genie&szlig;t das Vertrauen des fr&uuml;heren Vizepr&auml;sidenten Biden, nachdem er jahrelang eng mit ihr zusammengearbeitet hat. Genau wie er betont sie den Wert internationaler Allianzen. Da die Personalie vom Senat best&auml;tigt werden muss, h&auml;ngt vieles davon ab, ob die Republikaner ihre Mehrheit in der kleineren Parlamentskammer behaupten. Das entscheidet sich im J&auml;nner bei zwei Stichwahlen im Bundesstaat Georgia.<br>\nBliebe es bei der konservativen Majorit&auml;t, m&uuml;sste Rice ihre Hoffnungen wom&ouml;glich begraben. Etliche Republikaner nehmen sie bis heute ins Visier, weil sie einen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi, bei dem 2012 der amerikanische Botschafter ums Leben kam, zun&auml;chst als Folge spontanen Volkszorns charakterisiert hatte, provoziert durch ein Schm&auml;hvideo &uuml;ber den Propheten Mohammed. Tats&auml;chlich handelte es sich um den gr&uuml;ndlich geplanten Anschlag einer Terrorzelle.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000121569559\/wer-sich-fuer-bidens-kabinett-in-stellung-bringt\">Standard<\/a>\n<p><strong>dazu: Abgeordnete Ocasio-Cortez attackiert eigene Partei<\/strong><br>\nSie mag die Wahl gewonnen haben, zufrieden ist sie nicht: Die US-Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez hat in einem Interview scharfe Kritik an ihrer Partei ge&uuml;bt. Der fehle es an Fortschrittswillen.<br>\nDer Demokrat Joe Biden hat das Rennen ums Wei&szlig;e Haus gewonnen &ndash; doch in seiner Partei herrscht alles andere als Einigkeit. Die linke Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez hat Bidens Team nun vorgeworfen, die Agenda der progressiven Parteijugend zu ignorieren. Das sei eine Missachtung derer, die Biden den Wahlsieg beschert h&auml;tten, sagte die &ldquo;AOC&rdquo; genannte Abgeordnete in einem Interview mit der &ldquo;New York Times&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/alexandria-ocasio-cortez-kritisiert-demokraten-fuer-fehlende-kompetenz-und-fortschrittswillen-a-b2a45ce7-db78-4d20-95fb-3398c1cf1ca6\">SPIEGEL<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Nicht wirklich &uuml;berraschend. Seit Biden in den Vorwahlen gewonnen hat, hat sich genau diese Entwicklung angek&uuml;ndigt. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Novemberhilfe der Bundesregierung ist ein 10 Mrd. Euro teurer Etikettenschwindel <\/strong><br>\nDie Bundesregierung gibt vor, die besonders von Corona betroffenen Branchen retten zu wollen. Gleichzeitig werden im Kleingedruckten bewusst komplexe H&uuml;rden eingebaut, sodass wirklich Betroffene weiterhin keinerlei Finanzhilfen bekommen.<br>\nDas Rettungsprogramm der Regierung gleicht einem Eisberg. F&uuml;r die breite &Ouml;ffentlichkeit gut sichtbare Bereiche wie Theater, Kinos und Gastronomie erhalten jetzt Gelder aus dem Novemberprogramm: 75% des Novemberumsatzes 2019 sollen den Betrieben ausgezahlt werden. Die riesige Zahl nichtsichtbarer Zulieferer und Dienstleister in der Veranstaltungswirtschaft ertrinkt indessen unter der Wasseroberfl&auml;che. Sie werden geopfert, indem unrealistische Zulassungsh&uuml;rden in das Novemberprogramm eingef&uuml;gt wurden. Mit detailreichen Formulierungen wird der Kreis der<br>\nAntragsberechtigten Unternehmen bewusst klein gehalten. Fast 90 Prozent der Betriebe der deutschen<br>\nVeranstaltungswirtschaft wird jede Hilfe verwehrt.<br>\n&bdquo;Die Regierung betreibt gerade eine kolossale Triage. Sie beurteilt, welche Branchen rettungsw&uuml;rdig sind und welche Wirtschaftszweige Deutschland in Zukunft nicht mehr braucht. Als nicht &uuml;berlebenswert wurde der Veranstaltungswirtschaft der schwarze Zettel umgeh&auml;ngt: &sbquo;Opfer, sterben lassen.&lsquo; Dies, obwohl sie der sechstgr&ouml;&szlig;te Wirtschaftszweig mit 100.000 Betrieben und mit &uuml;ber einer Million Besch&auml;ftigten ist, deutlich vor der Automobilwirtschaft.&ldquo; so Nico Ubenauf, Mit-Initiator des Aktionsb&uuml;ndnisses #AlarmstufeRot. &bdquo;Die Bundesregierung betreibt Politik f&uuml;r die Schlagzeilen und nicht f&uuml;r die deutsche Bev&ouml;lkerung. Hohe Rettungsbetr&auml;ge schaffen zwar den Weg in die Pressekonferenzen und Abendnachrichten. Nicht aber zu den notleidenden Besch&auml;ftigten, zehntausenden Soloselbstst&auml;ndigen und mittelst&auml;ndischen Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft.&ldquo; kritisiert Ubenauf weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.alarmstuferot.org\/presse\/PM%20AlarmstufeRot%20-%20Novemberprogramm.pdf\">Alarmstufe Rot<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Merkel rechnet noch lange mit Corona-Einschr&auml;nkungen<\/strong><br>\nKanzlerin Angela Merkel sagte am Sonntag, Auflagen k&ouml;nnten in ihrer Gesamtheit erst aufgehoben werden, wenn 60 bis 70 Prozent der Bev&ouml;lkerung gegen das Virus immun seien.<br>\nSachsen-Anhalts Ministerpr&auml;sident Reiner Haseloff sagte im Reuters-Interview mit Blick auf das n&auml;chsten Spitzengespr&auml;ch von Bund und L&auml;ndern am 16. November, dass er mit &bdquo;Nachsch&auml;rfungen&ldquo; rechne. &bdquo;Dass die Zahlen sehr schnell und sehr stark sinken, ist letztlich nicht zu erwarten.&ldquo; F&uuml;r den 18. November wird der amtierende Bundesratspr&auml;sident zu einer Sondersitzung der L&auml;nderkammer einladen. &hellip;<br>\nHaseloff pl&auml;dierte f&uuml;r Geduld. M&ouml;gliche Lockerungen erwarte er nicht, daf&uuml;r eventuell Auflagen f&uuml;r den Besuch von Heimen und Krankenh&auml;usern. &bdquo;Dass die Mobilit&auml;t der Menschen nicht radikal abnimmt, ist nicht das Problem&ldquo;, sagte er zu entsprechenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Der entscheidende Schl&uuml;ssel liege darin, bei dieser Mobilit&auml;t die Zahl der Kontakte zu reduzieren, etwa gr&ouml;&szlig;ere Gruppentreffen zu untersagen. &bdquo;Mag sein, dass die Menschen mehr einkaufen gehen &ndash; aber Gesch&auml;fte oder der &Ouml;ffentliche Nahverkehr gelten nicht als starke Infektionsherde&ldquo;, so Haseloff<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/merkel-rechnet-noch-lange-mit-corona-einschraenkungen-17042582.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Zuerst hie&szlig; es man m&uuml;sse warten bis es einen Impfstoff gebe. Jetzt hei&szlig;t die &bdquo;Auflagen k&ouml;nnten in ihrer Gesamtheit erst aufgehoben werden, wenn 60 bis 70 Prozent der Bev&ouml;lkerung gegen das Virus immun seien&ldquo;. Eine &Uuml;berraschung ist das letztendlich nicht. <\/em><\/p>\n<p><em>Wie aber sollte nach Merkels Vorstellungen die Herdenimmunit&auml;t erreicht werden? Mit einem best&auml;ndigen auf und ab von Lockdown und Lockerungen? Das wird dann vermutlich nie der Fall sein. Also nur &uuml;ber eine Impfung. Da es nach Merkel aber keine Impfpflicht geben soll, dann also auch nie oder Merkel l&uuml;gt hinsichtlich dieser Aussage.<\/em><\/p>\n<p><em>Die gleiche Leier f&auml;hrt auch Winfried Kretschmann, der Ministerpr&auml;sident von Baden-W&uuml;rttemberg, demnach mit einer Aufhebung des Ausnahmezustandes erst zu rechnen ist, wenn &bdquo; &hellip; die Bev&ouml;lkerung auch durchgeimpft ist&rdquo;. Um es noch einmal zu wiederholen bei einer Herdenimmunit&auml;t m&uuml;ssen 60 bis 70 Prozent der Bev&ouml;lkerung eine Immunit&auml;t entwickelt haben, das w&auml;ren im Falle von Deutschland mindestens 50 Millionen Personen. Selbst wenn man rund um die Uhr impfen w&uuml;rde, ungeachtet aller logistischen Notwendigkeiten und M&ouml;glichkeiten, ungeachtet der Verf&uuml;gbarkeit und Wirksamkeit des Impfstoffes, w&auml;re man damit wohl zwei Jahre besch&auml;ftigt. Aber nach Merkel soll es ja keine Impfpflicht geben womit es sowieso illusorisch ist diesen Zustand je zu erreichen und illusorisch, dass der Ausnahmezustand jemals wieder aufgehoben wird.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ist das Kunst? Dann kann das weg!<\/strong><br>\n&bdquo;Veranstaltungen aller Art werden abgesagt. Ausgenommen sind verfassungsrechtlich gesch&uuml;tzte Bereiche wie beispielsweise Gottesdienste oder das Demonstrationsrecht.&ldquo; Das liest man auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums f&uuml;r Gesundheit und Pflege, also immerhin der Beh&ouml;rde, der wir die nunmehr &bdquo;Achte Bayerische Infektionsschutzma&szlig;nahmenverordnung&ldquo; verdanken. Der erste Satz ist noch durchaus putzig &ndash; die Weihnachtsfeier an meinem Lehrstuhl sage noch immer ich ab und nicht ein Ministerium. Der zweite Satz greift hingegen die rechtliche Problematik des seit dem 2. November 2020 verordneten &bdquo;Lockdown light&ldquo; auf, allerdings mit einer frappierenden Naivit&auml;t. Warum sind nicht auch andere &bdquo;verfassungsrechtlich gesch&uuml;tzte Bereiche&ldquo; vom Lockdown ausgenommen? Auch dem Ministerium kann ja nicht entgangen sein, dass das Karussell auf dem Weihnachtsmarkt etwas mit der Berufsfreiheit seines Betreibers zu tun hat, und es gibt Menschen, f&uuml;r die der Besuch des Stadions zum Kernbereich der Pers&ouml;nlichkeitsentfaltung (Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG) geh&ouml;rt. Zudem z&auml;hlen etwa das Theater und der Konzertsaal zum Wirkbereich der Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 S. 1 GG).<br>\nDie Verordnungsgeber versuchen sich hier an der gewagten Unterscheidung zwischen der systemrelevanten &bdquo;Wirtschaft&ldquo; und dem gerade nicht so wichtigen Sport- und Kulturbereich. Friseure d&uuml;rfen &ouml;ffnen, Kosmetiksalons nicht. Wir d&uuml;rfen in den n&auml;chsten Wochen tagein, tagaus durch Autoh&auml;user und Baum&auml;rkte streifen, aber das Kino und die Kabarettb&uuml;hne sind tabu. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Abgrenzung zwischen ge&ouml;ffneten und geschlossenen Einrichtungen ist damit die folgende Kontrollfrage: Ist das Kunst? Dann kann das weg!<br>\nZwar wei&szlig; man bei 75% der F&auml;lle gar nicht, wo sich die Betroffenen angesteckt haben. Nat&uuml;rlich kann es auch im Theater oder im Stadion passiert sein. Es hilft also nichts: Wir m&uuml;ssen Kontakte reduzieren. Aber die Ansteckung kann eben auch im Baumarkt oder im Autohaus erfolgt sein. Warum m&uuml;ssen wir zum Infektionsschutz im November zwar auf die Zauberfl&ouml;te, aber nicht auf die Laubs&auml;ge verzichten? In einem politisch-kulturellen Sinne geht es hier um den Respekt vor Institutionen, die mit hohem Aufwand und in der festen &Uuml;berzeugung, dass alle mitmachen m&uuml;ssen, Hygienekonzepte entwickelt haben. Verfassungsrechtlich problematisch ist es, dass die seit dem 2. November geltenden Verordnungen subkutan unterstellen, es gebe eine Art Hierarchie unter den Freiheitsrechten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/ist-das-kunst-dann-kann-das-weg\/\">Verfassungsblog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Grenzen der Solidarit&auml;t. COVID-19 und die Strukturen globaler sozialer Ungleichheit<\/strong><br>\nDass die Corona-Solidarit&auml;t aber eine exklusive, ausschlie&szlig;ende ist, dass der soziale Zusammenhalt sich immer auch gegen etwas richtet, und zwar letztlich nicht etwa gegen das Virus als abstrakte, au&szlig;ersoziale Entit&auml;t, sondern gegen andere, de facto als gegnerisch konstruierte Sozialeinheiten: Dieser Sachverhalt wird &ouml;ffentlich kaum thematisiert. Entweder, weil er nicht der Rede wert zu sein scheint, weil es eben selbstverst&auml;ndlich, ja geradezu alternativlos erscheint, dass das &bdquo;Wir&ldquo; des solidarischen Zusammenstehens ein begrenztes &ndash; genauer: ein national begrenztes &ndash; sein muss. Oder aber, weil es politisch aussichtslos, nicht opportun, im Zweifel sogar selbstsch&auml;digend anmutet, auf die soziale Problematik und sozialethische Fragw&uuml;rdigkeit einer nationalstaatlich formatierten Solidarit&auml;t hinzuweisen.<br>\nUnd doch gilt es, genau diese Problematik und Fragw&uuml;rdigkeit hervorzuheben. Das Coronavirus verst&auml;rkt eben nicht nur im nationalgesellschaftlichen Kontext bestehende bzw. schafft neue Ungleichheiten zwischen ressourcenreichen und ressourcenarmen, gesicherten und prek&auml;ren, mobilen und immobilen Personen, Haushalten und Sozialmilieus. Es produziert nicht nur multiple soziale Spaltungen in den reichen Gesellschaften des euroatlantischen Raums: Zwischen Soloselbstst&auml;ndigen und Beamten, oberen Mittelklassen und Dienstleistungsproletariat, Stamm- und Randbelegschaften, in den Produktionsst&auml;tten und im Homeoffice T&auml;tigen, Haushalten mit und ohne Betreuungsbedarfen, gro&szlig;z&uuml;gig und beengt Wohnenden, zwischen M&auml;nnern und Frauen, Wei&szlig;en und Schwarzen, Einheimischen und Migrant*innen usw. usf. Die COVID-19-Pandemie offenbart und versch&auml;rft insbesondere auch die zwischengesellschaftlichen Machtdifferentiale &ndash; schon innerhalb Europas und der Europ&auml;ischen Union, mehr aber noch im globalen Zusammenhang.<br>\nGerade im Weltma&szlig;stab ist das Virus nicht etwa &ndash; wie zu Beginn der Pandemie vielfach behauptet und auch heute noch allzu h&auml;ufig unterstellt &ndash; der gro&szlig;e Gleichmacher, sondern eine ungeheure Triebkraft sozialer Ungleichheit. Und zwar nicht nur in dem Sinne, dass die genannten Ungleichheitsbeziehungen in den &auml;rmeren L&auml;ndern der Welt noch deutlich ausgepr&auml;gter sind als hierzulande und es dort nicht selten eine Frage existenzieller Not ist, auf der &bdquo;falschen&ldquo; Seite der gesellschaftlichen Spaltungslinien zu leben. Auch auf der Ebene zwischengesellschaftlicher Ungleichheitsrelationen ist das Coronavirus ein gro&szlig;er Ungleichmacher. Auch hier initiiert es eine fatale, selbstverst&auml;rkende Dynamik, indem es soziale Ungleichheiten bef&ouml;rdert, die wiederum seine Verbreitung bef&ouml;rdern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.wsi.de\/de\/blog-17857-grenzen-der-solidaritaet-covid-19-und-die-strukturen-globaler-sozialer-ungleichheit-28154.htm\">WSI<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Schulden sind kein Problem<\/strong><br>\nWas nun? Der Demokrat Joe Biden d&uuml;rfte zwar die US-Wahlen gewonnen haben, aber damit ist die Corona-Krise nicht vorbei. Das Defizit im amerikanischen Bundeshaushalt liegt bei sensationellen 3,3 Billionen Dollar, und mehr als zehn Millionen US-B&uuml;rger haben ihre Stelle verloren. Es d&uuml;rfte sogar noch schlimmer kommen: Die Infektionszahlen schnellen weiter in die H&ouml;he, und in vielen Bundesstaaten droht ein Lockdown.<br>\nDie USA h&auml;ufen Defizite auf, wie sie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr getan haben. Kommt also die Pleite? Nein, nat&uuml;rlich nicht. Stattdessen zeigt sich, dass sich reiche Staaten m&uuml;helos verschulden k&ouml;nnen &ndash; und dies von den Finanzm&auml;rkten erwartet wird.<br>\nDie USA sind das beste Beispiel: Als im Februar deutlich wurde, dass sich das Corona-Virus auch in Nordamerika rasant verbreiten w&uuml;rde, brach der Aktienindex Dow Jones um rund 37 Prozent ein. Doch sobald die US-Regierung schuldenfinanzierte Hilfsprogramme versprach, ging es mit den B&ouml;rsen z&uuml;gig wieder aufw&auml;rts. Defizite waren nicht das Problem &ndash; sondern die L&ouml;sung.<br>\nDie Corona-Krise best&auml;tigt damit eine Geldtheorie, die in den USA derzeit Furore macht: die &bdquo;Modern Money Theory&ldquo;, gern zu MMT abgek&uuml;rzt. Im Kern besagt diese Theorie, dass unser Wirtschaftssystem ohne Staatsschulden gar nicht funktionieren kann. Defizite sind gut, nicht schlecht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Geldtheorie-aus-den-USA\/!5722161\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Wirtschaftspr&uuml;fer haben spektakul&auml;r versagt<\/strong><br>\nDer FT-Journalist, der den Wirecard-Skandal aufgedeckt hat, w&uuml;rde gerne als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss auspacken &ndash; darf aber nicht.<br>\nDan McCrum ist Journalist der britischen Financial Times (FT), normalerweise stellt er Fragen, um Licht in dunkle Vorg&auml;nge zu bringen. Im Falle des damaligen Dax-Konzerns Wirecard hat er durch hartn&auml;ckige Recherchen einen jahrelangen Bilanzbetrug auffliegen lassen. An diesem Donnerstag h&auml;tte er den Deutschen gerne erkl&auml;rt, wer daf&uuml;r die Verantwortung tr&auml;gt.<br>\nMcCrum war trotz Covid-19 angereist nach Berlin, sogar zwei Tage vor dem geplanten Auftritt im Untersuchungsausschuss des Bundestags. Dort soll aufgearbeitet werden, wie die Manager unter der Augen der Aufseher und der Politik nach Belieben haben betr&uuml;gen k&ouml;nnen. Die Mehrheit im Ausschuss sah das aber anders als McCrum: Er durfte nur hinter verschlossenen T&uuml;ren als Sachverst&auml;ndiger reden. Nicht als Zeuge, nicht &ouml;ffentlich. Tja, die Vorschriften, hie&szlig; es aus der gro&szlig;en Koalition. Irgendwann mal vielleicht.<br>\nMcCrum erhebt schwere Vorw&uuml;rfe gegen die Finanzaufsicht Bafin, die Politik und die Wirtschaftspr&uuml;fer. Sie beziehen sich weitgehend auf die Zeit, in der Union und SPD regiert haben. &ldquo;Es w&auml;re in Gro&szlig;britannien unm&ouml;glich, in einem solchen Betrugsfall auszusagen, ohne dass es &ouml;ffentlich w&auml;re&rdquo;, sagte McCrum in Berlin.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/wirecard-skandal-untersuchungsausschuss-mccrum-1.5106208\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Finnlands stiller Sieg gegen die Pandemie<\/strong><br>\nIn vielen L&auml;ndern Europas schnellen die Corona-Zahlen in die H&ouml;he. Nicht so in Finnland. W&auml;hrend die Welt&ouml;ffentlichkeit nach Schweden blickt, hat Helsinki ohne gro&szlig;e Aufmerksamkeit das Virus in den Griff bekommen. Mittlerweile verzeichnet das Land die niedrigste Infektionsrate innerhalb der EU.<br>\nW&auml;hrend fast ganz Europa mit harten Ma&szlig;nahmen gegen die zweite Corona-Welle k&auml;mpft, hat Finnland die Pandemie gut im Griff. Die Zahl der Neuinfektionen in dem skandinavischen Land geht zur&uuml;ck. Die Infektionsrate lag in den vergangenen zwei Wochen im Schnitt bei 45,7 F&auml;llen je 100.000 Einwohner &ndash; die niedrigste in der EU. Und auch die wirtschaftlichen Folgen durch die Seuche fallen in Finnland weit milder aus als bei den europ&auml;ischen Nachbarn.<br>\nDie internationale Aufmerksamkeit konzentriert sich auf den Sonderweg des Nachbarlandes Schweden. Doch stiller Sieger bei der Eind&auml;mmung der Pandemie ist Finnland. Mehrere Faktoren spielen bei dem Erfolg eine Rolle: Im Fr&uuml;hjahr reagierte die Regierung rasch und verh&auml;ngte im M&auml;rz einen zweimonatigen Lockdown. Reisen in und aus der Hauptstadt Helsinki waren verboten. Danach kehrte das Land weitgehend zur Normalit&auml;t zur&uuml;ck. Ein effektives System f&uuml;r Tests und die Nachverfolgung von Ansteckungsketten helfen, die Infektionen gering zu halten. Zentraler Bestandteil ist die App &ldquo;Corona Flash&rdquo;, die 2,5 Millionen der 5,5 Millionen Finnen auf ihr Smartphone geladen haben. &hellip;<br>\nIn den Gesch&auml;ftsstra&szlig;en von Helsinki sind kaum weniger Menschen unterwegs als vor der Pandemie. Wenige tragen eine Maske, obwohl die Beh&ouml;rden sie seit Kurzem empfehlen. &ldquo;Mein Alltag hat sich kaum ver&auml;ndert&rdquo;, sagt der 36-j&auml;hrige Gegi Aydin, der im Gesundheitswesen arbeitet. &ldquo;Nur meine Freunde haben keine Lust mehr auf Treffen &ndash; verst&auml;ndlicherweise.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Finnlands-stiller-Sieg-gegen-die-Pandemie-article22150904.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Weshalb hat die Bundesregierung nicht schon l&auml;ngst eine Kommission mit Experten aus den verschiedensten Fachbereichen, nicht nur aus den Bereichen Virologie und Epidemiologie, sondern auch aus der &Ouml;konomie, Soziologie und Psychologie, einberufen, die untersucht und bewertet welche Strategien der Epidemiebek&auml;mpfung andere Nationen anwenden. Wie haben es etwa die asiatischen L&auml;nder Taiwan, S&uuml;dkorea oder Japan geschafft die Corona-Epidemie in den Griff zu bekommen, und zwar ohne jeden Lockdown? Aber das ist nat&uuml;rlich nicht notwendig, denn die Ma&szlig;nahmen der Bundesregierung sind wie immer &bdquo;alternativlos&ldquo; und Deutschland ist ja bisher &bdquo;gut durch die Epidemie gekommen&ldquo;. Betrachtet man die Entwicklung in den genannten asiatischen L&auml;ndern ist diese Behauptung genauso richtig wie Merkels Behauptung, dass es &bdquo;uns allen gut geht&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es ist immer schwer, L&auml;nder mit unterschiedlichen Kulturen oder einer g&auml;nzlich anderen geographischen Situation bei der Bek&auml;mpfung der Corona-Pandemie zu vergleichen. Taiwan und Japan sind Inselstaaten und S&uuml;dkorea hat ebenfalls keine offene Grenze zu einem Nachbarstaat. Der gr&ouml;&szlig;te Faktor ist bei allen drei Staaten wohl, dass sie sehr fr&uuml;h die Einreise streng reguliert haben. Hinzu kommen kulturelle Faktoren. So tragen in Japan viele Menschen auch ganz ohne Corona Masken und Handschuhe und direkter K&ouml;rperkontakt wird vermieden. S&uuml;dkorea und Taiwan haben zudem auf technische L&ouml;sungen gesetzt, die in Deutschland aus Datenschutzgr&uuml;nden so nicht m&ouml;glich gewesen w&auml;ren. Und Finnland? Auch Finnland hat seine Grenzen fr&uuml;h de facto auch f&uuml;r Angeh&ouml;rige der Schengen-Staaten geschlossen und seit dem 12. Oktober sind die Grenzen wieder dicht. Dabei profitiert Finnland von seiner Lage an der Peripherie. All dies ist kaum sinnvoll auf Deutschland &uuml;bertragbar. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Pandemie zeigt die Grenzen der Demokratie<\/strong><br>\nWie versch&auml;rft die Corona-Pandemie auch die Ungleichheit in der Gesellschaft? Es gibt viele Menschen, die unter den Corona-Auflagen zu leiden haben &ndash; einige mehr als andere. So w&uuml;rden die bisher schon bestehenden und lange gewachsenen Ungleichheiten der gesellschaftlichen Teilhabe verst&auml;rkt, erkl&auml;rte Stephan Lessenich. Er ist Professor f&uuml;r politische Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universit&auml;t M&uuml;nchen. Es k&auml;men vielleicht auch neue Ungleichheiten dazu: &bdquo;Wir kennen die neuartige Rede von systemrelevanten Berufen, Berufsfeldern und Wirtschaftssektoren.&ldquo;<br>\nDabei gehe es nicht nur um materiale Ungleichheiten wie Einkommen und Verm&ouml;gen, sondern auch um Bildungs- und Gesundheitschancen &ndash; also der M&ouml;glichkeit, nicht zu erkranken und wenn man erkrankt ist, diese Erkrankung ohne dauerhafte Sch&auml;digung zu &uuml;berleben. Ungleichheiten seien aber auch symbolischer Art: &bdquo;Wird man geh&ouml;rt? Wer hat eigentlich in der Gesellschaft die M&ouml;glichkeit, seine Bedarfe zu Geh&ouml;r zu bringen, gesehen zu werden, sich einzubringen, Themen zu setzen? Sich im Sozialraum frei zu bewegen?&ldquo;<br>\nIn der aktuellen Situation sei es keineswegs so, dass alle B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger in dieser Gesellschaft in der bundesdeutschen Demokratie dieselben Chancen h&auml;tten, auf die Gestaltung der gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse Einfluss zu nehmen &ndash; also auf die Verh&auml;ltnisse, unter denen sie selber agieren.<br>\n&bdquo;Es ist klar, dass die oben stehen, die viele Ressourcen haben, Reichtum, Verm&ouml;gen, Einkommen, hohen Bildungsstand, gute Berufe, gro&szlig;e Wohnungen, gro&szlig;e Freiheitsspielr&auml;ume in ihrem Leben genie&szlig;en, dass die insgesamt auch mehr M&ouml;glichkeiten haben, an Demokratie teilzuhaben. Die, die unten stehen, haben das tendenziell weniger.&ldquo; Das sei eine erste Grenzziehung innerhalb von Gesellschaften, dass man die Ressourcen haben m&uuml;sse, um teilzuhaben an der Gestaltung der gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/gesellschaft-in-coronazeiten-pandemie-zeigt-die-grenzen-der.694.de.html?dram:article_id=487171\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Das n&auml;chste Operationsgebiet der Bundeswehr<\/strong><br>\nDie Bundesregierung k&uuml;ndigt im Machtkampf gegen China verst&auml;rkte milit&auml;rische Aktivit&auml;ten im &ldquo;Indo-Pazifik&rdquo; an.<br>\nDie Bundesregierung bereitet Patrouillen einer deutschen Fregatte im Indischen Ozean vor und will deutsche Marineoffiziere auf australische Kriegsschiffe entsenden. Dies teilt Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer anl&auml;sslich von Gespr&auml;chen mit ihrer australischen Amtskollegin mit. Eine &Uuml;bungsfahrt der Fregatte Hamburg im Indischen Ozean war bereits f&uuml;r dieses Jahr vorgesehen, musste aber pandemiebedingt abgesagt werden. Zu dem Vorhaben erkl&auml;rt Kramp-Karrenbauer, der &ldquo;indopazifische Raum&rdquo; sei zu einer Arena des &ldquo;globalen Kr&auml;ftemessens&rdquo; geworden; es sei notwendig, dass &ldquo;Deutschland seine Position in der Region markiert&rdquo;. Gleichzeitig wird Kramp-Karrenbauer mit der Aussage zitiert, die Bundesrepublik wolle weiter am Chinagesch&auml;ft festhalten, das die deutsche Industrie aktuell durch die Coronakrise tr&auml;gt. Unterdessen hei&szlig;t es in einem Beitrag in der Fachzeitschrift &ldquo;Internationale Politik&rdquo;, Deutschland solle die taiwanischen Streitkr&auml;fte aufr&uuml;sten und gemeinsame Milit&auml;r&uuml;bungen mit ihnen abhalten. Dies liefe auf einen tiefen Bruch in den Beziehungen zu Beijing hinaus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8435\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Es drohen ernsthafte Konflikte mit China &ndash; und mit Herrn Biden als US-Pr&auml;sident w&uuml;rde das den Transatlantikern in und um die Bundesregierung hierzulande vermutlich noch mehr gefallen. Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66684\">Milit&auml;rische Konfrontation statt friedlichen Zusammenlebens, Abschreckung statt Abr&uuml;stung<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das passt zu Merkels beflissener Ank&uuml;ndigung, dass man &bdquo;mehr Verantwortung&ldquo; &uuml;bernehmen und st&auml;rker &bdquo;f&uuml;r unsere &Uuml;berzeugungen in der Welt&ldquo; eintreten werde. Was wohl nichts anderes bedeutet, dass man die Rohstoff- und Handelskriege des US-Imperiums weiter nach Kr&auml;ften unterst&uuml;tzt wird.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Im Oktobersturm der Frauen<\/strong><br>\nJulia Przy&#322;&#281;bska, die mit Kaczy&#324;skis Unterst&uuml;tzung auf den Posten der obersten Verfassungsrichterin klettern konnte, entschied wie gefordert: Eine seit 1993 geltende gesetzliche Regelung &uuml;ber den legalen Schwangerschaftsabbruch widerspreche der Verfassung. Die Regelung war ohnehin eine der restriktivsten in Europa, so dass pro Jahr offiziell nur etwa 1000 klinische Eingriffe dieser Art in Polen vorgenommen werden k&ouml;nnen. Verfassungsrichterin Przy&#322;&#281;bska bezog sich bei der Begr&uuml;ndung ihres Verdikts auf den Verfassungsartikel, der in der Republik Polen jedem Menschen den rechtlichen Schutz des Lebens zusichere. Daraus schlug sie in einer kecken Volte ein unbedingtes Recht auf den Schutz des menschlichen Lebens, das nach erzkonservativer Lesart bereits mit der befruchteten Eizelle beginne. Schwangerschaftsabbr&uuml;che w&auml;ren somit nur noch im Zusammenhang mit Vergewaltigungen und bei Gefahr f&uuml;r das Leben der werdenden Mutter zul&auml;ssig.<br>\nSeit dem Machtantritt der Nationalkonservativen rollt eine von einflussreichen Kreisen der katholischen Kirche befeuerte Kampagne durchs Land, in der auf militante Weise gegen die &bdquo;Zivilisation des Todes&ldquo; zu Felde gezogen wird. Zweimal musste Kaczy&#324;ski dann nach heftigen Frauenprotesten bereits abgesegnete Pl&auml;ne gegen die geltende Abtreibungsregel zur&uuml;ckziehen, nun nutzte er in der Deckung der wieder um sich greifenden Corona-Krise die Gelegenheit, um doch noch ans Ziel zu gelangen.<br>\nOhne den enormen, verl&auml;sslichen R&uuml;ckhalt durch die katholische Kirche w&auml;re die lange Zeit der nationalkonservativen Regierung &uuml;berhaupt nicht denkbar, l&auml;ngst w&auml;re die Kaczy&#324;ski-Truppe abgew&auml;hlt. Noch nie seit 1990 hatten sich die h&ouml;chsten Kirchenkreise so eindeutig festgelegt, wenn es um die zur Wahl stehenden politischen Optionen ging. Die kalte Schulter wurde der liberalen und linken, also weltoffenen Seite gezeigt. Die feste Hand wurde demjenigen gereicht, der lauthals den bedingungslosen Schutz der christlichen Fundamente der Zivilisation und die Bewahrung von nationaler Identit&auml;t und Souver&auml;nit&auml;t behauptete. Dazu geh&ouml;rt dann aber unweigerlich das Dogma vom Beginn des Menschenlebens nach erfolgter Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, dem die staatliche Seite entsprechend Rechnung zu tragen habe.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/das-blaettchen.de\/2020\/11\/im-oktobersturm-der-frauen-54755.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Am Lagerfeuer der gemeinsamen Emp&ouml;rung<\/strong><br>\nVergangene Nacht hat Donald Trump eine emp&ouml;rende Rede gehalten, aber bei CNN waren sie vorbereitet. Ich vermute, dass sie irgendwo geheime Bunker mit gewaltigen Reservevorr&auml;ten an Emp&ouml;rung angelegt haben, damit in solchen Momenten immer noch genug &uuml;brig ist. Der amerikanische Nachrichtensender hat schon in den vergangenen Jahren gesch&auml;tzt ein Viertel der gesamten Weltemp&ouml;rungsproduktion verbraucht.<br>\nUnd so konnte unmittelbar nach dem Ende von Trumps Rede CNN-Moderator Jake Tapper sehr emotional seiner Fassungslosigkeit Ausdruck verleihen, dass der Pr&auml;sident tats&auml;chlich das gesagt hat, was man vorher schon &ndash; fassungslos! &ndash; angenommen hat, das er sagen w&uuml;rde. Um dann an CNN-Moderator Anderson Cooper zu &uuml;bergeben, der Tappers Fassungslosigkeit seine eigene Fassungslosigkeit hinzuf&uuml;gte, bevor er der um ihn versammelten Diskussionsrunde die Chance gab, sich ebenfalls fassungslos zu zeigen. &hellip;<br>\nDiese Daueremp&ouml;rung funktioniert anscheinend, und die Bonusemp&ouml;rung in besonders spektakul&auml;ren Momenten tut es auch. Clips mit den Reaktionen von Jake Tapper und Anderson Cooper machten schnell die Runde auf Twitter. Sie bedienen offensichtlich ein Bed&uuml;rfnis bei vielen Menschen. Es ist ein Gef&uuml;hl von Gemeinsamkeit, geschaffen durch Gruppenemp&ouml;rung: Man sieht seine eigene Reaktion auf eine Nachricht auf dem Bildschirm gespiegelt.<br>\nWenn das Leuten gef&auml;llt oder gar hilft, wenn es sie &bdquo;abholt&ldquo;, wie man so sagt: von mir aus. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es sich um Journalismus handelt.<br>\nIch w&uuml;nsche mir von Journalisten, gerade in diesen aufgeregeten und aufregenden Zeiten, N&uuml;chternheit. Es geht dabei gar nicht so sehr um die ewigen und oft elenden Fragen von Objektivit&auml;t oder Neutralit&auml;t. Und es geht schon gar nicht darum, skandal&ouml;se, emp&ouml;rende Dinge nicht beim Namen zu nennen. Es geht um emotionale Distanz und eine journalistische Haltung, die den Menschen im Publikum nicht sagt, wie sie sich f&uuml;hlen sollen, sondern ihnen alle Fakten liefert, damit sie sich eine eigene Meinung dazu bilden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/uebermedien.de\/54620\/am-lagerfeuer-der-gemeinsamen-empoerung\/\">&Uuml;bermedien<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Unerh&ouml;rte Enth&uuml;llungen<\/strong><br>\nImmer mal wieder erscheinen B&uuml;cher, die Sprengstoff &ndash; mindestens politischen &ndash; enthalten. Des Potsdamer Milit&auml;rhistorikers S&ouml;nke Neitzels 800-Seiten-W&auml;lzer &bdquo;Deutsche Krieger: Vom Kaiserreich zur Berliner Republik&ldquo; geh&ouml;rt gewiss dazu.<br>\nNeitzel gelang es, Zugang zu einer Vielzahl von Bundeswehrangeh&ouml;rigen sowie deren Vertrauen zu gewinnen &ndash; zu einer Welt, in der ein strikter Schweigekodex konstituierender Bestandteil des Komments ist. Diese Quellen erm&ouml;glichten dem Autor einige unerh&ouml;rte Enth&uuml;llungen.<br>\nSo hei&szlig;t es im Kapitel &bdquo;Die Bundeswehr in Afghanistan&ldquo;, dass &bdquo;selbst hartgesottene Soldaten des KSK ersch&uuml;ttert&ldquo; gewesen seien, &bdquo;als ihnen Amerikaner nonchalant davon berichteten, wie sie gefangene Taliban exekutierten&ldquo;.<br>\nGefangene, ergo entwaffnete Feinde? Exekutiert? Das w&auml;ren nonchalante Bekenntnisse zu eindeutigen Kriegsverbrechen gewesen!<br>\nIm selben Kapitel schreibt Neitzel, &bdquo;dass es in den St&auml;ben durchaus unterschiedliche Auffassungen von legitimer und illegitimer Gewalt gab, auch Meinungsverschiedenheiten &uuml;ber die Rolle der Amerikaner im Land&ldquo;. Teilweise seien deutsche Stabsoffiziere abgel&ouml;st worden, weil sie das Vorgehen der Amerikaner nicht mit ihren Vorstellungen &uuml;ber den Charakter des Einsatzes in Einklang bringen konnten. Andererseits: &bdquo;Wenn bei Operationen der amerikanischen Spezialkr&auml;fte Zivilisten auch mal im dreistelligen Bereich (Hervorhebung &ndash; G.M.) umkamen, nahm man das hin. Mancher wunderte sich gewiss, dass dar&uuml;ber nicht gesprochen wurde. Doch keiner wollte sich mit den Amerikanern anlegen, von denen die Deutschen in vielerlei Hinsicht abh&auml;ngig waren. Im Zweifelsfall waren es ihre Hubschrauber, die deutsche Verwundete ausflogen, ihre Flugzeuge, die schwer bedr&auml;ngten deutschen Soldaten Luftunterst&uuml;tzung gaben. [&hellip;] Die Deutschen waren insgesamt loyale Allianzpartner, die die n&auml;chtlichen Schattenkrieger mit Logistik, mit Absperrungen und auch mit Sanit&auml;tern unterst&uuml;tzten.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/das-blaettchen.de\/2020\/11\/unerhoerte-enthuellungen-54747.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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