{"id":66762,"date":"2020-11-11T13:35:46","date_gmt":"2020-11-11T12:35:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66762"},"modified":"2020-11-12T09:30:03","modified_gmt":"2020-11-12T08:30:03","slug":"hype-um-biontech-impfstoff-ueber-risiken-und-geld-spricht-man-lieber-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66762","title":{"rendered":"Hype um BioNTech-Impfstoff \u2013 \u00fcber Risiken und Geld spricht man lieber nicht"},"content":{"rendered":"<p>Ein Zwischenbericht des US-Pharmamultis Pfizer sorgt zur Zeit f&uuml;r Furore. Der gemeinsam mit dem Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech entwickelte Corona-Impfstoff biete einen 90-Prozent-Schutz vor Covid-19. Der Dax legte in wenigen Minuten sechs Prozent zu, tags darauf zurrte die EU-Kommission gleich den Kauf von 300 Millionen Impfdosen fest. Die ARD war gleich so aus dem H&auml;uschen, dass sie zur besten Sendezeit ein <a href=\"https:\/\/www.daserste.de\/information\/nachrichten-wetter\/ard-extra\/videosextern\/ard-extra-die-corona-lage-390.html\">&bdquo;ARD-Extra&ldquo; zeigte<\/a>, das eher an einen Imagefilm f&uuml;r BioNTech erinnert. Dass dieser Impfstoff mehr als sechsmal soviel kostet wie der Impfstoffkandidat des Konkurrenten AstraZeneca, bleibt dabei unerw&auml;hnt. Dass fast nichts &uuml;ber Risiken und Nebenwirkungen bekannt ist, ebenfalls. Stattdessen plant man bereits die Massenimpfung in Impfzentren und auch hierbei spielt man die damit entstehenden Probleme galant herunter. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3916\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-66762-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201111_Hype_um_BioNTech_Impfstoff_ueber_Risiken_und_Geld_spricht_man_lieber_nicht_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201111_Hype_um_BioNTech_Impfstoff_ueber_Risiken_und_Geld_spricht_man_lieber_nicht_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201111_Hype_um_BioNTech_Impfstoff_ueber_Risiken_und_Geld_spricht_man_lieber_nicht_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201111_Hype_um_BioNTech_Impfstoff_ueber_Risiken_und_Geld_spricht_man_lieber_nicht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=66762-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201111_Hype_um_BioNTech_Impfstoff_ueber_Risiken_und_Geld_spricht_man_lieber_nicht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"201111_Hype_um_BioNTech_Impfstoff_ueber_Risiken_und_Geld_spricht_man_lieber_nicht_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Auf den NachDenkSeiten zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65607\">Corona-Impfstoffentwicklung &ndash; zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie lieber erst gar nicht<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63860\">Russischer Impfstoff &ndash; gerechtfertigte Zweifel und zweierlei Ma&szlig;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63388\">Covid-19-Impfstoffentwicklung &ndash; eine Debatte ist dringend n&ouml;tig, findet aber nicht statt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62452\">Corona-Geberkonferenz &ndash; eine skurrile Veranstaltung, die mehr Fragen als Antworten liefert<\/a>\n<\/p><\/div><p><strong>Was besagen die &bdquo;magischen&ldquo; 90 Prozent?<\/strong><\/p><p>Wie kommen Pfizer und BioNTech eigentlich auf die Aussage, ihr Impfstoffkandidat w&uuml;rde 90% Schutz bieten? Bei n&auml;herer Betrachtung der Zahlen stellen sich diese 90% als statistisch nicht sonderlich belastbar dar. An der kombinierten Phase2\/3-Studie dieses Projekts nehmen insgesamt rund 43.500 Probanden teil &ndash; ein Gro&szlig;teil davon in den USA. Die H&auml;lfte der Probanden erh&auml;lt den Impfstoff, die andere H&auml;lfte ein Placebo. Es handelt sich um eine Doppelblindstudie, bei der weder die Probanden noch die betreuenden &Auml;rzte wissen, wer den Impfstoff und wer das Placebo erh&auml;lt. Nach <a href=\"https:\/\/www.documentcloud.org\/documents\/7212814-C4591001-Clinical-Protocol.html\">Studiendesign<\/a> gilt der Impfstoff dann als wirksam, wenn eine bestimmte Zahl von Probanden an Covid-19 &bdquo;erkrankt&ldquo; ist und die Zahl der Erkrankten in der Placebo-Gruppe um 50% h&ouml;her ist als die Zahl der Erkrankten, die den Impfstoff erhalten haben. Diese 50% sind &uuml;brigens die Zielvorgabe der WHO und entsprechen der Schutzwirkung der j&auml;hrlichen Grippe-Impfung. Von einem vollst&auml;ndigen Schutz geht also ohnehin niemand aus.<\/p><p>Urspr&uuml;nglich wollte Pfizer den besagten Zwischenbericht bereits nach 32 erkrankten Patienten ver&ouml;ffentlichen und bei einer Schutzquote von mehr als 50% in den USA und sp&auml;ter in der EU eine Notfallzulassung beantragen. Diesem allzu k&uuml;hnen Plan machte die US-Zulassungsbeh&ouml;rde FDA jedoch einen Strich durch die Rechnung. F&uuml;r Pfizer bedeutete dies aufgrund der hohen Infektionszahlen in den USA jedoch nur einen kleinen zeitlichen Aufschub. Nun habe man 94 Corona-F&auml;lle unter den Probanden protokolliert und dies reiche als Wirksamkeitsnachweis aus. Zwar liefert Pfizer keine konkreten Zahlen, aber bei 90% Wirksamkeit muss man davon ausgehen, dass rechnerisch rund 86 erkrankte Probanden der Placebo-Gruppe angeh&ouml;ren und nur h&ouml;chstens acht erkrankte Probanden den Impfstoff erhalten haben. Nun muss man kein Statistiker sein, um diese &bdquo;magischen&ldquo; 90% mit einem dicken Fragezeichen zu versehen. 94 von 43.500 Probanden &ndash; das sind gerade einmal etwas mehr als zwei Promille; eine sehr kleine Stichprobe aus der Grundgesamtheit, die eine genaue Angabe des Wirksamkeitsgrads sicher nicht zul&auml;sst. Dennoch sind diese Zahlen &ndash; sofern sie denn auch korrekt sind &ndash; ein Hinweis darauf, dass der Impfstoff h&ouml;chstwahrscheinlich eine Schutzwirkung hat. Doch wie genau und bei wem er wirkt, ist vollkommen unbekannt.<\/p><p>Denn bislang liegt nur die Pressemitteilung der beteiligten Pharmakonzerne vor. Weder die &Ouml;ffentlichkeit noch andere Wissenschaftler haben Einblick in die Daten der Studie. Was beim russischen Impfstoffprojekt von unseren Medien scharf kritisiert wurde, wird bei beim deutsch-amerikanischen Impfstoffprojekt lieber erst gar nicht hinterfragt. Das ist fahrl&auml;ssig, denn ohne diese Daten ist eine Bewertung schwer m&ouml;glich. Wirkt der Impfstoff bei Angeh&ouml;rigen der Risikogruppe? Wirkt er bei Kindern? Und vor allem: Wie wirkt er? Verhindert er schwere Krankheitsverl&auml;ufe? Verhindert er asymptomatische Verl&auml;ufe? Letzteres ist gekoppelt an die sehr wichtige Frage, ob der Impfstoff &bdquo;nur&ldquo; eine Erkrankung oder auch eine Infektion verhindert. Versuche an Primaten haben bei anderen Impfstoffkandidaten ergeben, dass sie bzw. die mit ihrer Hilfe vom K&ouml;rper gebildeten Antik&ouml;rper nur in den unteren, aber nicht in den oberen Atemwegen das Virus wirkungsvoll bek&auml;mpfen. Damit werden zwar schwere Krankheitsverl&auml;ufe verhindert, die Geimpften bleiben jedoch infekti&ouml;s und k&ouml;nnen andere Menschen anstecken. Wenn nun bereits Mitarbeiter des Gesundheitssystems als erste Personengruppe genannt werden, denen der Impfstoff verabreicht wird, ist diese feine Unterscheidung elementar &ndash; geht es bei ihnen ja &ndash; man mag das zynisch nennen &ndash; weniger um den Eigenschutz, als mehr darum, dass sie selbst keine Patienten anstecken sollen. Wenn der Impfstoff nun aber nur vor Erkrankung, aber nicht vor einer Infektion sch&uuml;tzt, w&auml;re dies nicht gegeben.<\/p><p>Ebenfalls vollkommen unklar ist, wie lange die Immunisierung durch den Impfstoff &uuml;berhaupt anh&auml;lt. Bekannt ist, dass bei einer normalen Infektion mit dem Sars-Cov2-Virus die gebildeten Antik&ouml;rper nach rund drei Monaten nicht mehr nachweisbar sind. Ein l&auml;ngeres &bdquo;Ged&auml;chtnis&ldquo; haben die sogenannten T-Helferzellen. Wie genau diese zellul&auml;re Immunantwort &ndash; die &uuml;brigens auch durch eine Kreuzreaktivit&auml;t auf vorangegangene &bdquo;normale&ldquo; Corona-Erk&auml;ltungsviren ausgel&ouml;st werden kann &ndash; funktioniert, ob sie nur eine Erkrankung oder auch eine Infektion verhindert, wie lange sie anh&auml;lt und ob sie durch den Impfstoff &uuml;berhaupt gebildet wird, ist unbekannt. Genau so unbekannt ist nat&uuml;rlich, ob die Impfung Schutz vor mutierten Virenvarianten bietet, mit denen sp&auml;ter zu rechnen sein wird. Der ganz entscheidende Punkt, ob die Impfung l&auml;nger als drei Monate Schutz bietet, wird also im Schatten der &bdquo;magischen&ldquo; 90% vollkommen unterschlagen. <\/p><p><strong>&Uuml;ber Nebenwirkungen und Langzeitfolgen spricht man lieber nicht<\/strong><\/p><p>Geradezu bezeichnend ist auch, dass in den ganzen Jubelmeldungen die Frage der m&ouml;glichen Nebenwirkungen und Langzeitfolgen vollkommen unterschlagen wird. So kommt dieses Thema beispielsweise im gestrigen ARD-Aktuell lediglich in einem Kurzstatement eines Interviewpartners ganz am Ende der Sendung zur Sprache. Und dies in einer Form, die einem die Sprache verschl&auml;gt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es ist eine ganz klare Aussage, die man diesen (Anmerkung der Redaktion: gemeint sind die &auml;lteren Menschen) Menschen geben kann: Die Wahrscheinlichkeit an der Erkrankung zu sterben, liegt bei 1:100. Das Risiko bei der Impfung liegt sicher bei unter 1:1.000. Also, wer bis zwei z&auml;hlen kann, w&uuml;sste was er zu tun hat. Und wer dann noch an seine Kinder denkt, sollte bedenken: Sie und ihre Enkel leiden am allermeisten unter den derzeitigen Ma&szlig;nahmen (&hellip;). Das ist etwas, was nur dann beendet werden kann, wenn alle &auml;lteren Menschen, die der h&ouml;heren Risikogruppe angeh&ouml;ren, sich impfen lassen. Also ein dringender Appell: Wenn nicht f&uuml;r Euch, dann macht es f&uuml;r Eure Kinder!&ldquo;<br>\n&ndash; R&uuml;diger von Kries in der Sendung ARD-Aktuell vom 10.11.2020\n<\/p><\/blockquote><p>Der Mann, der dies sagte, ist &uuml;brigens nicht nur Mitglied der st&auml;ndigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts, sondern auch noch Mitglied der RKI-Arbeitsgruppe Covid-19-Impfung. Man ahnt also bereits, woher der Wind in Deutschland weht. Gesundheitsminister Spahn beziffert &uuml;brigens alleine die Zahl derjenigen, die aufgrund ihres Alters hierzulande zur &bdquo;Risikogruppe&ldquo; geh&ouml;ren, auf 23 Millionen. W&uuml;rde man also rein hypothetisch alle diese Menschen impfen, m&uuml;ssten (1:1000) 23.000 von ihnen &ndash; genau l&auml;sst sich der Experte dazu ja nicht aus &ndash; die Impfung mit starken Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen und schlimmstenfalls sogar mit dem Leben bezahlen. Also doppelt so viele, wie bislang in Deutschland an oder mit Corona verstorben sind.<\/p><p>Es ist jedoch streng genommen unm&ouml;glich, die Gefahren der Impfung &uuml;berhaupt zu beziffern. Denn die ern&uuml;chternde Antwort auf jeden kritischen Ansatz lautet: Dazu gibt es schlicht keine Daten. Durch die Teleskopierung der Studien und der Zulassungsverfahren k&ouml;nnen seltene Nebenwirkungen nur sehr schlecht und Langzeitfolgen &uuml;berhaupt nicht festgestellt werden. Und wenn es doch einmal schwere Nebenwirkungen gibt, so reagieren die Beh&ouml;rden ignorant. So laufen die in den USA wegen schwerer Nebenwirkungen gestoppten Studien zum AstraZeneca-Impfstoff in anderen L&auml;ndern, auch in Europa, munter weiter. In Brasilien wurde erst gestern die Versuchsreihe von Chinas Pharmakonzern Sinovac wegen eines &bdquo;schweren Zwischenfalls&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-asia-china-54883383\">gestoppt<\/a> &ndash; in allen anderen L&auml;ndern laufen die Studien weiter und in China selbst wurde der Impfstoff bereits tausendfach verabreicht.<\/p><p>Dass gerade bei den technisch meist mit vollkommen neuen und unerprobten Verfahren entwickelten Corona-Impfstoffen vor allem durch eine &uuml;berschie&szlig;ende Immunreaktion durchaus in seltenen F&auml;llen mit schweren und sogar schwersten Nebenwirkungen zu rechnen ist, haben die NachDenkSeiten bereits h&auml;ufiger beschrieben. Auch der &ouml;sterreichische Biologe Clemens Arvay weist in seinem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mY1zQrfIa_s\">j&uuml;ngsten Video<\/a> noch einmal ausdr&uuml;cklich auf m&ouml;gliche Gefahren hin. Solche Risiken sind f&uuml;r eine Massenimpfung, die laut Bundesregierung im Idealfall zwei Drittel aller Bundesb&uuml;rger verabreicht bekommen sollen, schlicht nicht hinnehmbar. So sch&ouml;n der Gedanke an ein baldiges Ende dieses Wahnsinns ist, so klar ist auch, dass die kommende Impfung ein so noch nie dagewesenes Gro&szlig;experiment mit vollkommen ungewissem Ausgang darstellt. <\/p><p><strong>Impfzentren und Logistikprobleme<\/strong><\/p><p>Auch wenn noch kein Corona-Impfstoff von den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden in der EU zugelassen wurde und Fragen zur Wirksamkeit und den Risiken ungekl&auml;rt sind, planen Bund und L&auml;nder bereits unter Hochdruck an der konkreten Durchf&uuml;hrung der Massenimpfung. Die soll nicht etwa von den betreuenden Haus&auml;rzten, sondern in riesigen, in Messehallen und &auml;hnlichen Gro&szlig;geb&auml;uden aufgebauten Impfzentren stattfinden. Bereits die Umgehung der Haus&auml;rzte stellt dabei insbesondere f&uuml;r die sogenannten Risikogruppen ein gro&szlig;es Problem dar. <\/p><p>Jeder Patient hat seine eigene Krankheitsgeschichte und vor allem bei den Angeh&ouml;rigen der Risikogruppen wird aufgrund der bei diesen Impfstoffen zu erwartenden massiven &bdquo;Impfreaktionen&ldquo; (also z.B. Fieber, Kopfschmerzen, Schw&auml;chung des Immunsystems) eine individuelle Beratung und Anamnese n&ouml;tig sein. Die k&ouml;nnen Hilfskr&auml;fte der Feuerwehren oder des THW &ndash; gen&uuml;gend &Auml;rzte oder Krankenpfleger f&uuml;r diese Mammutaufgabe gibt es ja nicht &ndash; aber nicht liefern. Was soll denn passieren, wenn ein Hochbetagter bei der Impfung zusammenbricht? W&auml;hrend sein Hausarzt sicherlich mit dem gegebenen Hintergrundwissen zur Krankheitsgeschichte des Patienten ad&auml;quat reagieren k&ouml;nnte, sind anonyme Hilfskr&auml;fte mit einer solchen Situation komplett &uuml;berfordert. Und dass es zu solchen F&auml;llen kommen wird, sollte klar sein. <\/p><p>Wer geh&ouml;rt &uuml;berhaupt zur Risikogruppe und wie ermittelt man diese Menschen? Sicher k&ouml;nnen alte Menschen anhand der Meldedaten ausgemacht werden. Aber auch Krebspatienten, Lungenkranke und &Uuml;bergewichtige z&auml;hlen ja zur Risikogruppe. Wie darf man sich das konkret vorstellen? Stehen dann Waagen vor den Impfzentren? Laut CDC geh&ouml;ren &uuml;brigens auch Schwangere zur Risikogruppe &ndash; und dies &bdquo;nur&ldquo;, weil sie eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen, bei einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus behandelt zu werden. Doppelt so hoch wie andere Frauen ihrer Altersklasse wohlgemerkt und damit immer noch in einem niedrigen Promillebereich, der weit unter dem von &Auml;lteren liegt. Wer definiert hier die Risikogruppe? Eine kleine Anekdote am Rande: Auch wenn Schwangere zur Risikogruppe geh&ouml;ren, so nehmen sie aus ethischen Gr&uuml;nden an keiner der laufenden Phase-3-Studien teil. Aus- und Nebenwirkungen des Impfstoffs auf Ungeborene sind also vollkommen unbekannt. Dennoch ist zumindest mir nicht bekannt, dass Schwangeren von einer Impfung abgeraten wird. Im Gegenteil. Im <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/info\/podcast4684.html\">NDR-Corona-Podcast<\/a> empfahl die Drosten-Vertretung Sandra Ciesek ihren schwangeren H&ouml;rerinnen sogar ausdr&uuml;cklich die Impfung. Das ist unverantwortlich.<\/p><p>Als Argument f&uuml;r Impfzentren wird unter anderem angef&uuml;hrt, dass bei diesen Impfstoffen &uuml;ber die gesamte Logistikkette eine Temperatur von &ndash; je nach Quelle &ndash; -70&deg; bis -80&deg; Celsius eingehalten werden muss. Einen solchen &bdquo;Spezialk&uuml;hlschrank&ldquo; hat freilich kein Hausarzt und es ist ohnehin unklar, wie dieses Problem bei einer Massenimpfung gel&ouml;st werden soll. Man m&uuml;sste wohl einen Logistik-Experten fragen, ob es &uuml;berhaupt so viele hochspezialisierte Transporter und K&uuml;hlger&auml;te gibt, die vor Ort tausende Dosen des Impfstoffes lagern k&ouml;nnen. <\/p><p>Von der Politik kam dazu bislang nur ein wenig &uuml;berzeugendes &bdquo;Wir schaffen das&ldquo;. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Logistik nicht als der entscheidende Flaschenhals herausstellt, und &uuml;ber die zu erwartenden Kosten, die leicht die Kosten f&uuml;r den Impfstoff selbst &uuml;bersteigen k&ouml;nnten, wurde bislang auch noch nicht berichtet. Auf derart besondere K&uuml;hltechnik spezialisierte Firmen d&uuml;rften sich jedenfalls bereits die H&auml;nde reiben.<\/p><p><strong>Die Frage der Zulassung<\/strong><\/p><p>Bei alldem wird auch stets vergessen, dass die Impfstoffe, von denen wir reden, &uuml;berhaupt noch nicht zugelassen sind. Das soll jedoch in den USA in den n&auml;chsten Tagen und in der EU in den n&auml;chsten Wochen geschehen. Es wird zwar immer wieder darauf verwiesen, dass man keinen Druck auf die zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden aus&uuml;be, doch das ist nat&uuml;rlich Unsinn. Welcher kleine Beamte hat schon das R&uuml;ckgrat, seine Bedenken durchzusetzen, wenn Landesregierungen, die Bundesregierung und die EU bereits Vertr&auml;ge in Milliardenh&ouml;he abgeschlossen haben, der Impfstoff bereits in unz&auml;hligen Fabriken in Millionenauflage produziert wird und sogar die konkreten Planungen zur Durchf&uuml;hrung der Impfung bereits realisiert werden? Und vor allem: Da die Politik ein Ende der Ma&szlig;nahmen ja mittlerweile direkt an eine Impfung koppelt, ist auch der &ouml;ffentliche Druck immens. Wer hier an eine sorgf&auml;ltige, ergebnisoffene Pr&uuml;fung glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.<\/p><p>Deutlich wird dies bereits durch den Nebensatz, dass die Beh&ouml;rden selbstverst&auml;ndlich Vorteile und Risiken eines Impfstoffs abw&auml;gen w&uuml;rden. Wie sollen sie das, wenn sie den Gro&szlig;teil der potentiellen Risiken gar nicht kennen, gar nicht kennen k&ouml;nnen? Nein, der Impfstoff wird zugelassen, das steht bereits fest. Und auch die &Ouml;ffentlichkeit wird dies sicher mehrheitlich begr&uuml;&szlig;en, hat man uns doch seit Monaten eingetrichtert, dass dieser ganze Wahnsinn, der sich &bdquo;Ma&szlig;nahmen&ldquo; nennt, erst dann gelockert werden kann, wenn ein Impfstoff nicht nur bereitsteht, sondern auch so viele Menschen geimpft sind, dass nach Ansicht der Regierung die &bdquo;Infektionslage&ldquo; &uuml;berschaubar wird. Doch kaum wer wird auch das &bdquo;Kleingedruckte&ldquo; in den &Auml;u&szlig;erungen der Politik vernommen haben. So hat sich die Kanzlerin selbst bereits <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66693#h06\">festgelegt<\/a>, dass die &bdquo;Auflagen in ihrer Gesamtheit erst aufgehoben werden k&ouml;nnten, wenn 60 bis 70 Prozent der Bev&ouml;lkerung gegen das Virus immun seien.&ldquo; 60 Prozent von 80 Millionen Einwohnern sind 48 Millionen. Bei zwei Impfdosen pro Person &ndash; die sowohl beim Pfizer-BioNTech-Impfstoff als auch beim Impfstoff von AstraZeneca n&ouml;tig sind &ndash; sind dies stolze 96 Millionen Impfdosen, die verabreicht werden m&uuml;ssen. Selbst wenn man zweckoptimistisch von 250.000 Impfungen pro Tag ausginge, w&uuml;rde dies mehr als ein Jahr dauern. Rechnet man die genannten Logistikprobleme hinzu, sind wohl eher zwei oder drei Jahre realistisch. Will die Bundesregierung die &bdquo;Ma&szlig;nahmen&ldquo; also bis ins Jahr 2023 fortf&uuml;hren? <\/p><p><strong>(K)eine Frage des Geldes<\/strong><\/p><p>Obgleich weder der Impfstoff von BioNTech noch die Konkurrenzprodukte von AstraZeneca, Sanofi oder Johnson&amp;Johnson zugelassen sind, hat die EU gestern bereits die Vertr&auml;ge mit diesen Unternehmen besiegelt. &Uuml;ber die Finanzen schweigt man sich jedoch lieber aus. Und das mit gutem Grund, w&uuml;rde ansonsten doch ein dunkler Schatten vor allem auf die &bdquo;Erfolgsgeschichte&ldquo; vom Mainzer Unternehmen BioNTech fallen. W&auml;hrend die Rahmenvertr&auml;ge mit AstraZeneca einen Abnehmerpreis von <a href=\"https:\/\/www.cnbc.com\/2020\/09\/25\/astrazeneca-gets-partial-immunity-in-low-cost-eu-vaccine-deal.html\">2,50 Euro pro Impfdosis<\/a> vorsehen, langen BioNTech und Pfizer so richtig zu und verlangen stolze 16,50 Euro pro Dosis &ndash; bei zwei Dosen pro Person, sind dies 33 Euro pro Geimpften. Da freuen sich vor allem die Aktion&auml;re von BioNTech.<\/p><p>Notierten die Aktien dieses Unternehmens im Herbst 2019 noch bei 12 Euro das St&uuml;ck, hat sich der Wert seitdem verachtfacht und notiert aktuell bei rund 95 Euro. Das kleine Mainzer Unternehmen ist damit mehr als 20 Milliarden Euro wert &ndash; mehr als der gro&szlig;e Medizinkonzern Fresenius und mehr als die Pharmasparte von Bayer. Das Gr&uuml;nderp&auml;rchen U&#287;ur &#350;ahin und &Ouml;zlem T&uuml;reci ist damit dank Corona in den erlauchten Kreis der deutschen Milliard&auml;re aufgestiegen. Richtig profitieren konnten auch die Milliard&auml;rsbr&uuml;der Andreas und Thomas Str&uuml;ngmann, die mit dem Generikahersteller Hexal reich wurden und fr&uuml;h als Gro&szlig;aktion&auml;re bei BioNTech einstiegen. Heute geh&ouml;ren ihnen mehr als 50% des Unternehmens und alleine diese Beteiligung katapultierte sie, die  <a href=\"https:\/\/www.forbes.com\/profile\/andreas-struengmann\/?sh=14dac1031109\">laut Forbes Liste<\/a> vor Corona ein Verm&ouml;gen von 4,4 Milliarden US$ hatten, in den Kreis der reichsten Deutschen. <\/p><p>Nun kann man den Forschern von BioNTech vollkommen neidlos zugestehen, dass ihre Entwicklung durchaus beachtenswert ist und sie Au&szlig;ergew&ouml;hnliches geleistet haben. Das ist keine Kleinigkeit und wenn dieser Impfstoff wirklich sicher sein sollte, w&auml;re dies umso bemerkenswerter. Prima. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass die Kosten f&uuml;r den Impfstoff nicht nur von der Allgemeinheit getragen werden, sondern dass zudem die Entwicklung des Impfstoffs vom Bundesforschungsministerium mit 375 Millionen Euro subventioniert wurde &ndash; dies war &uuml;brigens ein Zuschuss, der nicht zur&uuml;ckbezahlt werden muss und der dem Bund keine Beteiligung am Unternehmen zusichert. Die Allgemeinheit hat also den Impfstoff finanziert, der ihr jetzt zu einem sportlichen Preis verkauft wird. <\/p><p>Hier muss die Politik Fragen beantworten! Warum gibt es beispielsweise keinen Passus, der die Subventionen daran koppelt, dass der von der Allgemeinheit finanzierte Impfstoff sp&auml;ter auch zum Selbstkostenpreis an die Allgemeinheit verkauft wird? Es kann doch nicht sein, dass die Unternehmensgr&uuml;nder und deren Investoren durch unsere Steuergelder zu Milliard&auml;ren werden. Und: Wie kommt eigentlich der au&szlig;ergew&ouml;hnlich hohe Preis von 16,50 Euro pro Impfdosis zustande? Warum kann der &ndash; ja nun alles andere als gemeinwirtschaftlich aufgestellte &ndash; Pharmariese AstraZeneca einen vergleichbaren Impfstoff anbieten, der nur ein Sechstel dieses Preises kostet? Das Unternehmen BioNTech residiert &uuml;brigens unter der Postadresse &bdquo;An der Goldgrube 12&ldquo;. Und dies ist durchaus w&ouml;rtlich zu nehmen.<\/p><p>Es w&auml;re sch&ouml;n, wenn die Kanzlerin oder ihr Gesundheitsminister diese Fragen beantworten k&ouml;nnen. Mindestens genauso sch&ouml;n w&auml;re es, wenn die investigativen Formate der klassischen Medien diesen Fragen einmal auf den Grund gehen k&ouml;nnten. F&uuml;r eine pauschale Medienkritik eignet sich das Thema &uuml;brigens diesmal nicht. Sowohl der SPIEGEL (gleich mehrfach, aber daf&uuml;r auch ausschlie&szlig;lich hinter der Bezahlschranke) als auch <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/corona-impfstoff-faq-101.html\">tagesschau.de<\/a> haben im Rahmen ihrer M&ouml;glichkeiten durchaus auch kritische Fragen gestellt. Jedoch blieb dieser Restzweifel mal wieder folgenlos, wenn es um die &bdquo;gro&szlig;en Formate&ldquo; ging. Sowohl bei SPIEGEL Online als auch in der Tagesschau und mehr noch in ARD Extra spielen die kritischen Fragen keine Rolle mehr und man f&uuml;hlt sich eher an eine PR-Veranstaltung f&uuml;r die Pharmakonzerne erinnert. <\/p><p><em><strong>Erg&auml;nzung 16:20:<\/strong> Unsere Leserin Alice Spatz macht uns darauf aufmerksam, dass der ARD-Interviewpartner R&uuml;diger von Kreis <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Kommissionen\/STIKO\/Mitgliedschaft\/Mitglieder\/Profile\/von-Kries_Profil.html\">in seiner Selbstauskunft<\/a> beim RKI einen Interessenkonflikt auff&uuml;hrt &ndash; eine von ihm durchgef&uuml;hrte Studie wird\/wurde von Pfizer finanziert. Um so unverst&auml;ndlicher ist es, dass die ARD ausgerechnet ihn, der aufgrund der Interessenkollision lt. RKI &ldquo;von den betroffenen Beratungspunkten&ldquo; ausgeschlossen ist, zu einem Impfstoff von Pfizer interviewt.<\/em><\/p><p>Titelbild: Screenshot Tagesschau<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/3fc9710552104d68963974ab38802360\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Zwischenbericht des US-Pharmamultis Pfizer sorgt zur Zeit f&uuml;r Furore. Der gemeinsam mit dem Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech entwickelte Corona-Impfstoff biete einen 90-Prozent-Schutz vor Covid-19. Der Dax legte in wenigen Minuten sechs Prozent zu, tags darauf zurrte die EU-Kommission gleich den Kauf von 300 Millionen Impfdosen fest. Die ARD war gleich so aus dem H&auml;uschen, dass<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66762\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":65611,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149,85],"tags":[294,2619,712,2983,2880,2953,438,2834],"class_list":["post-66762","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-pr","tag-aktienkurse","tag-ard-aktuell","tag-arzneimittel","tag-biontech","tag-impfungen","tag-pfizer","tag-pharmaindustrie","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201009_080616-scaled.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/66762","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=66762"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/66762\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":66807,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/66762\/revisions\/66807"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/65611"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=66762"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=66762"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=66762"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}