{"id":66865,"date":"2020-11-13T13:22:01","date_gmt":"2020-11-13T12:22:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66865"},"modified":"2020-11-13T17:03:29","modified_gmt":"2020-11-13T16:03:29","slug":"leseratten-vom-dienst-europarat-schafft-schluesselloch-fuer-schlapphuete-zum-ausspaehen-von-online-chats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66865","title":{"rendered":"Leseratten vom Dienst: Europarat schafft Schl\u00fcsselloch f\u00fcr Schlapph\u00fcte zum Aussp\u00e4hen von Online-Chats"},"content":{"rendered":"<p>Gerne betont die Politik die Wichtigkeit eines sicheren Informationsaustauschs im Internet. Die EU-Datenschutzgrundverordnung verpflichtet sogar explizit zum Einsatz entsprechender Verschl&uuml;sselungstechniken. Die Mitgliedsstaaten der Europ&auml;ischen Union sehen die Sache nicht so verbissen und forcieren von langer Hand vorbereitete Pl&auml;ne, Strafermittlern und Geheimdiensten Einblick in die &uuml;ber Messenger-Dienste wie WhatsApp und Signal verbreiteten Botschaften zu erm&ouml;glichen. Wie &uuml;blich liefert der internationale Terrorismus die Rechtfertigung f&uuml;r den massiven Eingriff in die Grund- und Freiheitsrechte &ndash; ganz konkret und ganz aktuell der j&uuml;ngste Anschlag in Wien. Vier Tage danach schritt die deutsche Ratspr&auml;sidentschaft zur Tat. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nGelegenheit macht Diebe. Gro&szlig;e politische, &ouml;konomische oder soziale Krisen sind erfahrungsgem&auml;&szlig; beste Gelegenheiten f&uuml;r die Eliten, Dinge durchzusetzen, die sich in Normalzeiten nicht so leicht durchsetzen lie&szlig;en. Wie die Gegenwart eindrucksvoll beweist, gilt das allemal f&uuml;r Gesundheitskrisen. Welche f&uuml;r die Allgemeinheit mithin unerfreulichen Ma&szlig;nahmen die Bundesregierung allein in den Hunderte Milliarden Euro schweren Corona-Rettungspaketen versteckt hat, wird sich wohl erst offenbaren, wenn es f&uuml;r Widerstand zu sp&auml;t ist. Und was von den massiven und mannigfachen Grundrechts- und Freiheitseingriffen nach Ende der Pandemie zur&uuml;ckgenommen beziehungsweise bleiben wird, steht genauso in den Sternen. Zur Erinnerung: Die im Gefolge der Anschl&auml;ge vom 11. September 2001 in Deutschland erlassenen sogenannten Sicherheitsgesetze sind zum gro&szlig;en Teil noch heute in Kraft. <\/p><p>Als noch g&uuml;nstiger erweisen sich die Gelegenheiten, bei denen gleich mehrere Krisen zusammentreffen. W&auml;hrend die Fieberkurve der &ouml;ffentlichen Erregtheit wegen Corona ohnehin schon seit Monaten auf hohem Niveau verharrt und dieser Tage weiter nach oben ausschl&auml;gt, erlebt die Welt nun zeitgleich eine Wiederkehr des islamistischen Terrors: angefangen mit den bestialischen Morden in Frankreich, gefolgt von der Attacke eines schie&szlig;w&uuml;tigen jungen Mannes in Wien, dessen Amoklauf vier Menschenleben und 23 Verletzte kostete. Im Nachgang der Ereignisse in der &ouml;sterreichischen Hauptstadt vom 2. November zeichnet sich immer mehr ab, dass die Bluttat wom&ouml;glich h&auml;tte verhindert werden k&ouml;nnen, w&auml;ren im Vorfeld nicht diverse Ermittlungspannen und andere F&auml;lle von Beh&ouml;rdenversagen aufgetreten. Wegen der Schwere der Verdachtsmomente wurde inzwischen <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/politik\/innenpolitik\/5896182\/Islamistischer-Terror_Behoerdenversagen-Untersuchungskommission-zu\">eine Untersuchungskommission zur Kl&auml;rung der Hintergr&uuml;nde eingesetzt<\/a>.<\/p><p><strong>EU-Parlament kaltgestellt?<\/strong><\/p><p>Auch auf Ebene der Europ&auml;ischen Union (EU) zog der Fall inzwischen Konsequenzen nach sich, allerdings keine, die unbedingt naheliegend erscheinen. Wie am Montag zuerst der <a href=\"https:\/\/fm4.orf.at\/stories\/3008930\/\">&Ouml;sterreichische Rundfunk (ORF) berichtete<\/a>, haben sich die EU-Mitgliedsstaaten auf Antrag der deutschen Ratspr&auml;sidentschaft darauf verst&auml;ndigt, ein Verbot sicherer Verschl&uuml;sselungen bei der Kommunikation im Internet zu erlassen. Laut einem geheimen Entwurf, aus dem der Sender zitierte, sollen Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal und Telegram dazu verpflichtet werden, Geheimdiensten und Strafverfolgern Einblick in die Schriftwechsel und Gespr&auml;che ihrer User zu erm&ouml;glichen. Auf seiner Webseite schrieb der ORF w&ouml;rtlich, &bdquo;der Terroranschlag in Wien wird im EU-Ministerrat dazu ben&uuml;tzt&ldquo;, die Neuregelung ins Werk zu setzen. <\/p><p>Tats&auml;chlich datiert das fragliche Dokument auf den 6. November, womit die Urheber binnen nur vier Tagen nach der Wiener Mordserie N&auml;gel mit K&ouml;pfen gemacht haben. In diesem Tempo geht es weiter. Tats&auml;chlich soll das Papier &bdquo;beschlussfertig&ldquo; sein, schon Anfang Dezember k&ouml;nnten die EU-Innen- und -Justizminister ihren Segen zu einer entsprechenden Verordnung geben. Laut ORF ist der weitere Fortgang programmiert, weil auf h&ouml;chster Ebene abgekaspert. Im Rat der st&auml;ndigen Vertreter der Mitgliedsl&auml;nder (COREPER), der sich am 25. November mit der Sache befasst, habe die Ratsvorlage den Status eines I-Items, womit sie ohne weitere Diskussion passieren kann. <\/p><p>Ob das EU-Parlament, aus dem schon jetzt heftige Unmutsbekundungen nach au&szlig;en dringen, in der Angelegenheit t&auml;tig werden wird, ist nicht ausgemacht. &bdquo;Angesichts der offenbaren Einstimmigkeit w&auml;re es im Ministerrat allerdings m&ouml;glich, die geplante Regulation in ihrem Kern auch ohne Mitwirkung des Parlaments durchzuziehen&ldquo;, hei&szlig;t es beim ORF.    <\/p><p><strong>Augenwischerei vom Innenminister<\/strong><\/p><p>Konkret geht es bei dem Vorsto&szlig; um die sogenannte E2E-Verschl&uuml;sselung. Bei &bdquo;End-to-End&ldquo; k&ouml;nnen nur der Absender und der Empf&auml;nger eine Nachricht auf ihren Ger&auml;ten lesen, f&uuml;r unbefugte Dritte, staatliche Stellen und den Betreiber der Services sind die Inhalte nicht einsehbar. Ein &bdquo;Verbot&ldquo; im strengen Sinne f&uuml;hren die Initiatoren nicht im Schilde. Die Technik soll nicht komplett aus dem Verkehr gezogen werden, sondern bei &bdquo;Bedarf&ldquo; und mit Zutun der Plattformunternehmen ausgehebelt werden k&ouml;nnen. Diese w&auml;ren verpflichtet, eine Art Generalschl&uuml;ssel zu erzeugen und diesen bei den Beh&ouml;rden zu hinterlegen. Damit k&ouml;nnten sich diese dann jederzeit unerkannt in private Unterhaltungen und andere verschl&uuml;sselte &Uuml;bertragungen einklinken. Von &bdquo;Generalschl&uuml;ssel&ldquo; bis &bdquo;Generalverdacht&ldquo; ist es ein kurzer Weg, zumal sich sogenannte Terrorj&auml;ger und Strafverfolger mit politischer und richterlicher R&uuml;ckendeckung inzwischen auf so ziemlich alles st&uuml;rzen k&ouml;nnen, was irgendwie  &bdquo;gesinnungsm&auml;&szlig;ig&ldquo; aus der Reihe tanzt. Mitunter gen&uuml;gt schon ein falsches Wort (Bombe?) &ndash; und prompt steht der Staatsschutz vor der T&uuml;r.   <\/p><p>Nat&uuml;rlich spielt besagter Resolutionstext die Tragweite des Vorhabens herunter. Ausdr&uuml;cklich wird darin die Bedeutung der Verschl&uuml;sselung gew&uuml;rdigt. Es m&uuml;sse aber eine &bdquo;bessere Balance&ldquo; zwischen dem Schutz der Privatsph&auml;re einerseits und der Bek&auml;mpfung von organisierter Kriminalit&auml;t und Terrorismus andererseits <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article219713626\/Terrorabwehr-So-will-die-Regierung-die-Verschluesselung-umgehen.html\">geschaffen werden<\/a>. Die technischen L&ouml;sungen daf&uuml;r m&uuml;ssten &bdquo;den Grunds&auml;tzen der Rechtm&auml;&szlig;igkeit, Transparenz, Notwendigkeit und Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit&ldquo; entsprechen. Regierungen, Industrie, Forschung und Wissenschaft sollten zusammenarbeiten, &bdquo;um dieses Gleichgewicht strategisch herzustellen&ldquo;. Aus dem Bundesinnenministerium (BMI) verlautete, der Entwurf enthalte &bdquo;keinerlei L&ouml;sungsvorschl&auml;ge oder Forderungen nach Schw&auml;chung von Verschl&uuml;sselungssystemen&ldquo;. Ziel sei es, &bdquo;in einen dauerhaften Dialog mit der Industrie zu treten&ldquo;, um einen &bdquo;allgemeinen Konsens&ldquo; zu erzielen.<\/p><p><strong>Freier Zugang f&uuml;r &bdquo;Five Eyes&ldquo;<\/strong><\/p><p>Zur&uuml;ck zu den &bdquo;guten Gelegenheiten&ldquo;. Wie <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/EU-Regierungen-planen-Verbot-sicherer-Verschluesselung-4951415.html\">das &bdquo;Heise&ldquo;-Magazin schrieb<\/a>, gab es zur neuesten Vorlage eine Vorversion vom 21. Oktober. War dort noch von Zugriff f&uuml;r Strafverfolgung und Justiz die Rede gewesen, sind diese nun &ndash; wom&ouml;glich als Folge des Anschlags von Wien &ndash; unter &bdquo;Competent Authorities&ldquo; subsumiert. Diese Gruppe schlie&szlig;t die Geheimdienste mit ein, also s&auml;mtliche Schlapph&uuml;te, egal ob im In- oder Ausland t&auml;tig. Sie sollen k&uuml;nftig ebenfalls ganz legal beim Chatten via WhatsApp, Threema und Co. mitlesen d&uuml;rfen. Dazu passend ist auch die gew&auml;hlte Methode zum Absch&ouml;pfen von Informationen namens &bdquo;Exceptional Access&ldquo; oder &bdquo;Man-in-the-Middle-Angriff&ldquo; eine Kopfgeburt der Schn&uuml;ffler im Untergrund. Ersonnen wurde sie vom britischen Milit&auml;rgeheimdienst GCHQ. <\/p><p>Es gibt weitere Hinweise, wer beim Verfassen der Ratsresolution die Feder f&uuml;hrte. So ist Gro&szlig;britannien neben den USA, Kanada, Australien und Neuseeland Teil der Geheimdienstallianz &bdquo;Five Eyes&ldquo;. Alle Beteiligten sind Vertragsparteien des multilateralen UKUSA-Abkommens, eines Vertrags &uuml;ber die gemeinsame Zusammenarbeit bei der Signalaufkl&auml;rung. Vor genau einem Monat hatte sich &bdquo;Five Eyes&ldquo; gemeinsam mit Regierungsvertretern Japans und Indiens mit einer Erkl&auml;rung aus der Deckung gewagt. Darin <a href=\"https:\/\/www.inside-it.ch\/de\/post\/7-geheimdienste-fordern-backdoors-bei-e2e-verschluesselung-20201013\">forderten sie<\/a> exakt das, was die EU nun hoppladihopp in die Tat umsetzen will: eine Hintert&uuml;r (Backdoor) zu verschl&uuml;sselter End-to-End-Kommunikation. Demnach m&uuml;ssten Techfirmen den Strafverfolgungsbeh&ouml;rden Zugang zu Inhalten in einem lesbaren und nutzbaren Format erm&ouml;glichen, wenn dies legal erforderlich oder angemessen sei. <\/p><p><strong>Blaupause aus Deutschland<\/strong><\/p><p>Die Argumente, wie damit der &ouml;ffentlichen Sicherheit gedient wird, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2020\/geheimdienstallianz-five-eyes-fordern-staatliche-hintertuer-fuer-verschluesselte-apps\/\">lauten dabei wie folgt<\/a>: Erstens verbauten sich die Plattformbetreiber durch Verschl&uuml;sselung die M&ouml;glichkeit, die selbst gesetzten Gemeinschaftsregeln durchzusetzen. Zweitens k&ouml;nnten Strafverfolgungsbeh&ouml;rden auf diesem Wege Aktivit&auml;ten wie Gewaltverbrechen, terroristische Propaganda und Anschlagsplanung ermitteln. Au&szlig;erdem verhindere eine Verschl&uuml;sselung, Kommunikationen automatisiert auf Kindesmissbrauch wie Cyber-Grooming zu analysieren. Man ist ger&uuml;hrt, wie sehr sich die Damen und Herren vom US-amerikanischen CIA oder beim britischen MI6 um das Wohl der Kleinsten sorgen, nachdem die US-Milit&auml;rgeheimdienste in Afghanistan wiederholt das Ausl&ouml;schen ganzer Hochzeitsgesellschaften befehligt haben.  <\/p><p>Das, was nun in Windeseile und im Windschatten von Corona und Terrorismus an neuen &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen und Grundrechtseingriffen durchgedr&uuml;ckt werden soll, wurde laut ORF seit 2015 in einer ganzen Serie von Kampagnen vorbereitet. Immer mit dabei: &bdquo;Five Eyes&ldquo;, Europol und das US-amerikanische FBI. Bisher waren die Vorst&ouml;&szlig;e aber stets am Widerstand von Datensch&uuml;tzern und Messenger-Diensten oder am Einspruch von Fachpolitikern gescheitert. Jetzt stehen die Dinge anders. Vor drei Wochen erst beschloss das Bundeskabinett so etwas wie eine Blaupause dessen, was auf EU-Ebene geplant ist. Danach sollen Geheimdienste in Zukunft Gespr&auml;che und Botschaften &uuml;ber verschl&uuml;sselte Messenger-Dienste belauschen und mitlesen d&uuml;rfen &ndash; &bdquo;selbstredend&ldquo; nur mit richterlicher Anordnung. Wer soll das glauben beim Blick auf die Profiteure: der Verfassungsschutz in Bund und L&auml;ndern, der Bundesnachrichtendienst (BND) und der Milit&auml;rische Abschirmdienst (MAD). Au&szlig;erdem sieht der Gesetzentwurf des Bundesinnenministers einen erweiterten Austausch von Informationen zwischen dem MAD und den Verfassungsschutzbeh&ouml;rden vor. Zudem werden die H&uuml;rden f&uuml;r die Beobachtung von Einzelpersonen durch den Verfassungsschutz gesenkt, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/kabinett-will-geheimdiensten-zugriff-auf-messenger-nachrichten-geben-a-b982f89c-8b6f-4c52-bfb8-bf82ccbc9581\">wie Medien berichten<\/a>. <\/p><p><strong>Datensch&uuml;tzer protestieren<\/strong><\/p><p>Immerhin: Ganz ohne Reibungen werden die Staatenlenker und ihre klandestinen Einfl&uuml;sterer ihre Planspiele wohl doch nicht durchboxen. F&uuml;r den Vorsitzenden des Bundestagsausschusses Digitale Agenda, Manuel H&ouml;ferlin (FDP), kommt das Vorhaben &bdquo;im Prinzip der M&ouml;glichkeit zur fl&auml;chendeckenden Onlinedurchsuchung von Endger&auml;ten gleich&ldquo; und sei deshalb &bdquo;unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig&ldquo;. Sein Parteikollege im EU-Parlament, Moritz K&ouml;rner, beklagte ein &bdquo;typisches Muster nach jedem Terroranschlag&ldquo;. Eine Generalschl&uuml;ssel-L&ouml;sung sei ein &bdquo;sinnloser Angriff auf die B&uuml;rgerrechte&ldquo;, w&auml;hrend Terroristen andere Wege f&auml;nden, um sicher zu kommunizieren. Sein Urteil:  <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ein Verschl&uuml;sselungsverbot w&auml;re ein Terroranschlag auf die B&uuml;rgerrechte in der EU und w&uuml;rde jede private Kommunikation unsicher machen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Auch Thilo Weichert vom Netzwerk Datenschutzexpertise <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Crypto-Wars-Massive-Proteste-gegen-EU-Angriff-auf-Verschluesselung-4953838.html\">glaubt nicht daran<\/a>, &bdquo;dass die Entschl&uuml;sselung nur unter rechtsstaatlicher Kontrolle zum Einsatz k&auml;me&ldquo;. Vielmehr drohten digitale Grundrechte &bdquo;zum Totalverlust zu werden&ldquo;. <\/p><p>Aus Sicht der Gesellschaft f&uuml;r Informatik (GI) gef&auml;hrdet die Initiative nicht nur die informationelle Selbstbestimmung der B&uuml;rger, sondern desgleichen den Schutz von Betriebs- und Gesch&auml;ftsgeheimnissen. &bdquo;Auch f&uuml;r die politische Willensbildung und Gestaltung einer freien Gesellschaft brauchen wir eine verl&auml;sslich vertrauliche Kommunikation&ldquo;, mahnte GI-Pr&auml;sident Hannes Federrath. Kriminelle k&ouml;nnten dagegen auf unbeobachtbare Kommunikation mit Steganographie ausweichen. <\/p><p><strong>Klassisches Eigentor<\/strong><\/p><p>Vor einem klassischen Eigentor warnte Karsten Bartels vom Bundesverband IT-Sicherheit. Wenn Nachschl&uuml;ssel in gr&ouml;&szlig;erer Zahl in die falschen H&auml;nde fielen, k&ouml;nnte dies zu einer Katastrophe f&uuml;hren. Dennis-Kenji Kipker vom Bremer Institut f&uuml;r Informationsrecht beanstandete, dass immer wieder einzelne tragische Vorf&auml;lle herausgegriffen w&uuml;rden, &bdquo;um sicherheitspolitische Vorhaben konsensf&auml;hig zu machen&ldquo;. So werde aus einem Abw&auml;gen schnell eine &bdquo;einseitige Sicherheitsrhetorik&ldquo;, die nicht zwangsl&auml;ufig zu einem verfassungskonformen Gesetz f&uuml;hre. <\/p><p>Sehr treffend kommentierte auch Erich Moechel, Verfasser des ORF-Beitrags, pr&auml;mierter Investigativjournalist und Mitbegr&uuml;nder der &ouml;sterreichischen BigBrotherAwards: Bewillige der Rat den Resolutionsentwurf, dann k&ouml;nne das &ouml;sterreichische Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz und Terrorismusbek&auml;mpfung (BVT), &bdquo;das es nicht einmal schafft, einen Terroristen auszuschalten, der von zwei anderen Diensten zweimal auf dem Silbertablett serviert wird, k&uuml;nftig auch in Chatverl&auml;ufen wochenlang nicht ermitteln&ldquo;. Nun lie&szlig;e sich sagen, damit befindet sich das BVT in schlechter Gesellschaft mit den deutschen &bdquo;Nichtausschaltern&ldquo; des Attent&auml;ters vom Weihnachtsmarkt an der Berliner Ged&auml;chtniskirche vor vier Jahren. Aber lieber nicht &ndash; sonst h&ouml;rt noch jemand mit. <\/p><p>Titelbild: BeeBright\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/91fd2181d4b4450cb46bb6f8df0bf12d\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerne betont die Politik die Wichtigkeit eines sicheren Informationsaustauschs im Internet. Die EU-Datenschutzgrundverordnung verpflichtet sogar explizit zum Einsatz entsprechender Verschl&uuml;sselungstechniken. 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