{"id":6708,"date":"2010-09-10T17:11:57","date_gmt":"2010-09-10T15:11:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6708"},"modified":"2010-09-10T19:21:48","modified_gmt":"2010-09-10T17:21:48","slug":"hinweise-des-tages-2-147","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6708","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Schlusslicht beim Lohnwachstum; Einmalzahlungen; Tarifeinheit; Erholung abgeblasen; Atom-Deal; Stamokap-Staat; die M&auml;r vom Befreiungsschlag bei Insolvenz; Spanien in der Krise; Propaganda der Ungleichheit; Obama geht Reichen an den Kragen; Migration in Deutschland und &Ouml;sterreich; SPD gibt Geist auf; Tor zur H&ouml;lle; karikierter Freiheitsbegriff; Steinbach vertrieben; Selbstbedienen bei der Kabul-Bank; Ungl&uuml;ck im Irak in Sicht; Krieg gegen Terrorismus ein Schwindel; die unkontrollierte Macht der Manager an den Unis. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Deutschland ist EU-Schlusslicht beim Lohnwachstum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Tarifabschl&uuml;sse im 1. Halbjahr 2010 sahen h&auml;ufig Einmalzahlungen vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Die Tarifeinheit spaltet die Fachwelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">OECD-Daten :&nbsp;Erholung abgeblasen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Atom-Deal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Lucas Zeise: Der Stamokap-Staat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Die M&auml;r vom Befreiungsschlag bei der Insolvenz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Spanien in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Albrecht von Lucke: Propaganda der Ungleichheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Obama geht den Reichen an den Kragen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">BP: Das Management hat versagt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Migration in Europa und &Ouml;sterreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Gibt die SPD ihren Geist auf?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Das Tor zur H&ouml;lle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Toter bei Protest gegen Koran-Verbrennung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Karikierter Freiheitsbegriff<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Erika Steinbach aus CDU-Vorstand vertrieben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Afghanistan: Selbstbedienung bei der Kabul Bank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">US-Truppen verlassen den Irak: Ungl&uuml;ck in Sicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Der Krieg gegen den Terrorismus ist ein Schwindel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">GTZ in Kongo: Das teuerste Brennholz Afrikas<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Hochschulr&auml;te: Die unkontrollierte Macht der Manager an den Unis<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6708&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Deutschland ist EU-Schlusslicht beim Lohnwachstum<\/strong><br>\nBitteres Jahrzehnt f&uuml;r die deutschen Arbeitnehmer: In keinem anderen EU-Land sind die L&ouml;hne so langsam gestiegen.<br>\nDie Bruttol&ouml;hne und -geh&auml;lter in der privaten Wirtschaft erh&ouml;hten sich von Anfang 2000 bis zum ersten Quartal 2010 im Schnitt um 21,8 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit.<br>\nEU-weit legten sie um 35,5 Prozent zu, in den Euro-L&auml;ndern im Schnitt um 29,5 Prozent. Auch bei den Lohnnebenkosten, zu denen die Beitr&auml;ge zur Sozialversicherung und Altersvorsorge geh&ouml;ren, weist Deutschland den geringsten Anstieg auf. Sie legten um 9,3 Prozent zu, im EU-Schnitt dagegen um 38,5 Prozent und im W&auml;hrungsgebiet um 32,7 Prozent.<br>\nIm Fr&uuml;hjahr setzte sich der moderate Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland fort. Eine geleistete Arbeitsstunde im Produzierenden Gewerbe und bei den Dienstleistern verteuerte sich im zweiten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten. Daf&uuml;r sorgten h&ouml;here Kosten f&uuml;r Bruttol&ouml;hne und -geh&auml;lter, die um 0,4 Prozent anzogen. Die Lohnnebenkosten stagnierten dagegen mit einem Plus von 0,1 Prozent nahezu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article9476888\/Deutschland-ist-EU-Schlusslicht-beim-Lohnwachstum.html\">Die Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Tarifabschl&uuml;sse im 1. Halbjahr 2010 sahen h&auml;ufig Einmalzahlungen vor <\/strong><br>\nWie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sahen viele Neuabschl&uuml;sse im ersten Halbjahr 2010 &uuml;berwiegend Einmalzahlungen vor, die bei zuk&uuml;nftigen prozentualen Erh&ouml;hungen nicht ber&uuml;cksichtigt werden.<br>\nSo erhielten die Arbeitnehmer in der chemischen Industrie f&uuml;r den Zeitraum Mai 2010 bis M&auml;rz 2011 ausschlie&szlig;lich eine Einmalzahlung zwischen 550 und 715&nbsp;Euro sowie einen Konjunkturbonus von 200 bis zu 260 Euro in Unternehmen, die nicht wesentlich von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen waren. Im Pilotabschluss in der Metallindustrie vereinbarten die Tarifvertragsparteien f&uuml;r das laufende Jahr eine Pauschale von insgesamt 320&nbsp;Euro sowie eine Tarifanhebung f&uuml;r 2011. Auch im Bankgewerbe und in der Kautschukindustrie wurden f&uuml;r das laufende Jahr Pauschalzahlungen und Tariferh&ouml;hungen f&uuml;r das Jahr 2011 vereinbart.<br>\n&nbsp;Prozentuale Erh&ouml;hungen handelten die Tarifvertragsparteien im 1. Halbjahr 2010 beispielsweise f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst bei Bund und Gemeinden (+&nbsp;1,2%) und im Hotel- und Gastst&auml;ttengewerbe in Berlin (+&nbsp;3,5%) aus. Aus fr&uuml;heren Tarifvertr&auml;gen resultierende Steigerungen der Tarifverdienste gab es unter anderem im &ouml;ffentlichen Dienst der L&auml;nder (+&nbsp;1,2%), im Gro&szlig;- und Au&szlig;enhandel (+&nbsp;1,5%), im Baugewerbe (+&nbsp;2,3% f&uuml;r das fr&uuml;here Bundesgebiet beziehungsweise +&nbsp;2,5% f&uuml;r die neuen L&auml;nder) und im Versicherungsgewerbe (+&nbsp;2,5%).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/09\/PD10__317__622,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/547_108715.html\">&ldquo;Trend zu Einmalzahlungen kann L&ouml;hne von Preis- und Produktivit&auml;tsentwicklung abkoppeln&rdquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Tarifeinheit spaltet die Fachwelt<\/strong><br>\nDer zust&auml;ndige BAG-Richter Klaus Bepler urteilt etwa so: Die von DGB &amp; Co. beschworene Gefahr sei real gar nicht absehbar. Und falls doch, habe sie weniger mit dem Ende der Tarifeinheit zu tun als etwa mit Problemen des Streikrechts. Folglich drohe ein unzul&auml;ssiger Eingriff in die Koalitionsfreiheit zulasten von Berufsgewerkschaften, sollte die Politik die Tarifeinheit gesetzlich neu fixieren.<br>\nPapier wirft dem BAG daf&uuml;r, wenn auch etwas vornehmer formuliert, glatte Amtsanma&szlig;ung vor: Eindeutig habe der Gesetzgeber im Tarifrecht gro&szlig;e Beurteilungsspielr&auml;ume &ndash; nur habe es sich das BAG offenbar bereits angew&ouml;hnt, &ldquo;sich die Gedanken des Gesetzgebers zu machen&rdquo;, so der Ex-Verfassungsgerichtspr&auml;sident.<br>\nHintergrund: Das ganze deutsche Arbeitsrecht ist stark vom Bundesarbeitsgericht gepr&auml;gt, weil es &ndash; anders als in vielen anderen Bereichen &ndash; kaum pr&auml;zise Gesetzesregeln gibt. F&uuml;r Papier ist das Thema Tarifeinheit nun aber geradezu ein Ansto&szlig;, daran generell etwas zu &auml;ndern: Es sei an der Zeit, &ldquo;dass der Gesetzgeber auch im Arbeitsrecht das Laufen lernt&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/anhoerung-die-tarifeinheit-spaltet-die-fachwelt;2651288;0\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu nochmals <a href=\"?p=6564\">&ldquo;Tarifeinheit und Tarifautonomie&rdquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>OECD-Daten :&nbsp;Erholung abgeblasen<\/strong><br>\nDie Weltkonjunktur verliert deutlich an Schwung, das best&auml;tigt auch der neue OECD-Wirtschaftsausblick. Das Wachstum der Industrieproduktion l&auml;sst ebenso nach wie der Welthandel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/erholung-abgeblasen\/-\/1472780\/4632514\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Atom-Deal<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Br&uuml;derle siegte auf der ganzen Linie<\/strong><br>\nEr ist der gro&szlig;e Sieger. Er hat sich auf der ganzen Linie durchgesetzt. Alles kommt so, wie er es wollte. Und er wei&szlig; das. Er wei&szlig; aber auch, dass er in der Stunde seines bislang gr&ouml;&szlig;ten Erfolgs dem&uuml;tig und bescheiden auftreten muss, um nicht neues &Ouml;l ins Feuer zu gie&szlig;en und seinen Kabinettskollegen nicht in aller &Ouml;ffentlichkeit zu br&uuml;skieren. So h&auml;lt sich Wirtschaftsminister Rainer Br&uuml;derle von der FDP am Montag dieser Woche beim gemeinsamen Auftritt mit CDU-Umweltminister Norbert R&ouml;ttgen demonstrativ zur&uuml;ck, als sie gemeinsam den Energiekompromiss der Bundesregierung pr&auml;sentieren. Von einem pers&ouml;nlichen Sieg will Br&uuml;derle dabei nichts wissen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.morgenweb.de\/nachrichten\/politik\/20100910_mmm0000000525494.html\">morgenweb.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Gef&auml;lligkeitsgutachten: Anr&uuml;chig, unverantwortlich, unsinnig<\/strong><br>\nDer ehemalige Atommanager Klaus Traube, seit den sp&auml;ten 1970er Jahren vielgelesener Autor in der Anti-AKW-Bewegung, hat f&uuml;r den Deutschen Naturschutzring (DNR) das Gef&auml;lligkeitsgutachten zerpfl&uuml;ckt, mit dem die Bundesregierung die geplante Verl&auml;ngerung der AKW-Laufzeiten versucht zu begr&uuml;nden. Ein Versuch, der wie inzwischen bekannt wurde eine besondere Anr&uuml;chigkeit durch einem noch in der Nacht zum Montag &ndash; um genau zu sein: um 5:23 Uhr &ndash; in aller Eile mit den Energiekonzernen abgeschlossenen Geheimvertrag bekommt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/2\/148346\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Das skandal&ouml;se Ausma&szlig; dieser unglaublichen Politkungeleien zwischen schwarz-gelber Bundesregierung und Atomwirtschaft wird noch gesteigert durch die massiven Einflussversuche der Atomwirtschaft auf den &ouml;ffentlichen Meinungsbildungsprozess in Deutschland durch deren sog. &ldquo;Strategiepapier&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Zehnmal mehr Giftm&uuml;ll in Asse als bislang bekannt<\/strong><br>\nDer Zeitplan f&uuml;r die Sanierung der Atomm&uuml;lldeponie Asse ist in Gefahr:<br>\nDenn nach einem neuen Inventarbericht ist zehnmal mehr strahlender M&uuml;ll in das marode Lager gebracht worden als bislang angenommen. Forscher warnen vor &ldquo;Unw&auml;gbarkeiten&rdquo; beim Bergen der F&auml;sser.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/technik\/0,1518,716793,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Volk hintergangen<\/strong><br>\nDie Koalition hat mit der Atomwirtschaft einen Geheimvertrag geschlossen. Wenn sie wirklich &uuml;berzeugt sind von ihrer Politik mit der Atomwirtschaft, sollten sie nicht nur alle Absprachen offenlegen, sondern auch im Deutschen Bundestag zur Abstimmung stellen.<br>\nLangsam dringt die Wahrheit &uuml;ber den Atomdeal ans Licht. Als im Kanzleramt in der Nacht vom Sonntag auf den Montag die Lichter schon l&auml;ngst aus waren, ging es im Finanzministerium noch hoch her. Da schlossen Staatssekret&auml;re und Konzernvertreter morgens um halb f&uuml;nf Uhr einen Geheimvertrag. Der hei&szlig;t vor allem deswegen so, weil die Kanzlerin und ihre Minister es vorzogen, dazu zu schweigen. Damit aber hat die Regierung eine politische Fehlleistung erster Klasse begangen.<br>\nVor allem aber ist es politisch v&ouml;llig inakzeptabel, wenn eine Regierung zusammen mit den Unternehmen derart weitreichende Festlegungen trifft, ohne Kontrolle durch das Parlament, ohne Diskussion in der &Ouml;ffentlichkeit. Es ist offenbar der Versuch, das Volk und seine gew&auml;hlten Vertreter in einer zentralen Zukunftsfrage der Republik zu &uuml;bergehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/das-volk-hintergangen\/-\/1472602\/4632424\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Aktion: Atom-Geheimabkommen widerrufen!<\/strong><br>\nFernab von &Ouml;ffentlichkeit und Parlament hat die Bundesregierung ein Geheimabkommen mit den gro&szlig;en vier Energiekonzernen getroffen, dass den Konzernen l&auml;ngere Laufzeiten und Milliardengewinne zusagt. Nur nach &ouml;ffentlichem Druck wurde der Vertragsinhalt mit seinen Schutzklauseln f&uuml;r EnBW, EON, RWE und Vattenfall jetzt &ouml;ffentlich. Diese Nacht- und Nebel-Politik ist undemokratisch und nicht akzeptabel. Es darf nicht sein, dass die Energiekonzerne einseitig die Politik bestimmen und mit der Bundesregierung hinter den Kulissen Deals &uuml;ber Laufzeiten und ihre Besteuerung aushandeln.<br>\nFordern Sie jetzt Bundeskanzlerin Merkel auf, das Abkommen zu widerrufen und f&uuml;r demokratische Entscheidungsprozesse zu sorgen!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/09\/aktion-atom-geheimabkommen-widerrufen\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Lucas Zeise: Der Stamokap-Staat<\/strong><br>\nDie Frage nach der Entstehung dieses gro&szlig;en Finanzsektors, seiner Rolle und Funktion im Neoliberalismus soll in diesem Abschnitt behandelt werden. Es interessiert, ob und wie die Profitmacherei in dem als Finanzkapital auftretenden Kapital von derjenigen des gemeinen Industrie- und Handelskapitals sich unterscheidet. Ist es gerechtfertigt, mit J&ouml;rg Huffschmid (1940&ndash;2009) vom finanzmarktgetriebenen Kapitalismus zu sprechen (Politische &Ouml;konomie der Finanzm&auml;rkte, Hamburg, 1999)? Oder, anders ausgedr&uuml;ckt, wie gelingt es dem Finanzsektor, den kapitalistischen Reproduktions- und Akkumulationsproze&szlig; zu stabilisieren? Um die Antwort vorwegzunehmen: Der Finanzsektor erschlie&szlig;t Profitquellen, die zwar auf der Mehrwertproduktion aufbauen &ndash; besser, die deshalb sprudeln, weil es Mehrwertproduktion gibt &ndash;, selbst aber keinen Mehrwert enthalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/09-10\/023.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Der Leser sollte sich nicht von aus der Mode gekommenen Vokabeln wie Mehrwert oder Stamokap irritieren lassen. Wer mit den Diskussionen der 70er Jahre nicht so vertraut ist, sei auf eine Kurzfassung der Theorie des staatsmonopolistischen Kapitalismus (Stamokap) der Sozialistischen Jugend &Ouml;sterreichs <a href=\"http:\/\/www.stamokap.org\/smk1.html\">verwiesen<\/a>: &ldquo;Der &ouml;konomische Einfluss der Gro&szlig;unternehmen wirkt freilich in die politische Sph&auml;re hinein. &Uuml;ber Verbindungen zum Staat lenken und beeinflussen die Konzerne die Richtung und Ma&szlig;nahmen der Politik zugunsten ihrer Interessen. Diese Einflussnahme erfolgt durch Verbandslobbys (z.B. Industriellenvereinigung), Personalaustausch zwischen Wirtschaft und Politik sowie institutionalisierte B&uuml;ndnisse (z.B. &ldquo;Sozialpartnerschaft&rdquo;). Letztlich ist der imperialistische Staat ideeller Gesamtkapitalist, der im Dienste der Monopole wirkt.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ausf&uuml;hrlicher zur Diskussion <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/gmh\/main\/pdf-files\/gmh\/1979\/1979-04-a-228.pdf\">siehe z.B. hier [PDF &ndash; 105 KB]<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Zeise geht in diesem Text u.a. in kritischer Absicht auch auf eine These Albrecht M&uuml;llers ein, sein Einwand erstreckt sich aber mitnichten auf den Einsatz von Albrecht M&uuml;ller und Wolfgang Lieb f&uuml;r die NachDenkSeiten. Hier die beiden Beitr&auml;ge, auf die sich Zeise bezieht:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"?p=3615\">Ist die Geldschwemme Ursache der Finanzmarktkrise? Ein Ansto&szlig; zu ein paar Zweifeln an einer g&auml;ngig werdenden These.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3689\">Den Kapitalmarkt effizienter organisieren &ndash; Konversion ist angesagt<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die M&auml;r vom Befreiungsschlag bei der Insolvenz<\/strong><br>\nDeutschlands Insolvenzverwalter haben sich vom Fall Arcandor einen Durchbruch erhofft. Das Land sollte die Angst vor der Pleite verlieren. Doch das ist schiefgegangen.<br>\nWer in ein Insolvenzverfahren ger&auml;t, steckt bis zum Hals im Dreck. Nur mit den richtigen Helfern, Werkzeug, Ideen, Arbeit, Opferbereitschaft, Zeit und viel Gl&uuml;ck kann er sich vielleicht irgendwie wirtschaftlich am Leben erhalten. Mit einem kurzen &ldquo;Befreiungsschlag&rdquo; hat das nichts zu tun.<br>\nWar also das Insolvenzverfahren f&uuml;r Arcandor ein Erfolg? &ldquo;Am Ende eigentlich schon.&rdquo; Mehr darf man von einem Insolvenzverfahren nicht erwarten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/karriere-management\/management\/:karstadt-die-maer-vom-befreiungsschlag-bei-der-insolvenz\/50167380.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Spanien in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise<\/strong><br>\nDie von der US-Finanzkrise ausgel&ouml;ste, was nicht hei&szlig;t: allein verursachte, Weltwirtschaftskrise hat Spanien in vielerlei Hinsicht h&auml;rter als andere L&auml;nder der Europ&auml;ischen Union (EU) getroffen. Der Grund daf&uuml;r ist vor allem die Strukturschw&auml;che der spanischen Wirtschaft, die durch einen langen Boom (1994 bis 2007) verdeckt worden war. Der vorliegende Beitrag beleuchtet zun&auml;chst den Zustand und die aktuellen Trends der spanischen Wirtschaft unter dem Einfluss von Globalisierung, EU-Osterweiterung und Masseneinwanderung. Anschlie&szlig;end wird das Augenmerk auf die gravierenden Arbeitsmarktprobleme gelegt. Im dritten Teil werden die wirtschaftspolitischen Ma&szlig;nahmen zur Bew&auml;ltigung der Krise analysiert, ehe abschlie&szlig;end die zentralen Herausforderungen bei der Suche nach einem neuen Wachstumsmodell vorgestellt werden sollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.das-parlament.de\/2010\/37\/Beilage\/002.html\">Das Parlament<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein guter &Uuml;berblick zur derzeitigen Krise in Spanien, die durchaus ihre Besonderheiten hat, beispielsweise:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Spanien verf&uuml;gt &uuml;ber eine verkehrte &bdquo;Flexicurity&ldquo;: extreme Flexibilit&auml;t in den Arbeitsvertr&auml;gen und Rigidit&auml;t der Arbeitsverh&auml;ltnisse. Statt Nachfrager&uuml;ckg&auml;nge f&uuml;r Fortbildung, Umschulung, tempor&auml;re Arbeitszeitverk&uuml;rzungen und flexible Personaleins&auml;tze zu nutzen, werden die Arbeitnehmer direkt in die Arbeitslosigkeit geschickt, in der sie immer l&auml;nger verharren m&uuml;ssen bei immer weniger Unterst&uuml;tzung und ohne effektive Betreuung bei der Suche nach alternativen Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten. Hier w&auml;re eine konzertierte Aktion der Tarifparteien und Regierungen vonn&ouml;ten, um die &Uuml;berg&auml;nge des Arbeitsmarktes zu regulieren und vom Stigma sozialer Marginalisierung zu befreien. Dies ist umso dringender, als viele verlorene Arbeitspl&auml;tze in der Industrie und im Bausektor so nicht wieder entstehen werden und daher eine massive Umschulung der Erwerbsbev&ouml;lkerung erforderlich ist.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Der hochflexible Arbeitsmarkt mit seinem hohen Anteil an Teilzeitbesch&auml;ftigten wurde noch bis vor kurzem vom neoliberalen Mainstream als beispielhaft bezeichnet. Wie &uuml;berhaupt die relativ hohen Wachstumsraten der Vergangenheit aus heutiger Sicht mit einer Fehlallokation der Ressourcen erkl&auml;rt einherging. Unter den Tisch gefallen sind bei der Berachtung der spanischen Volkswirtschaft h&auml;ufig auch die Erl&ouml;se aus den Privatisierungen und die Transfers durch die Strukturfonds der EU. Diese Impulse fallen f&uuml;r die zuk&uuml;nftigen Entwicklung der spanischen Volkswirtschaft weg. Der Beurteilung zum Beitritt in den EU-Binnenmarkt f&auml;llt recht ern&uuml;chternd aus:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Doch heute wird immer klarer, dass weder die Selbstheilungskr&auml;fte des Marktes noch die Institutionenstruktur der EU Spaniens Wirtschaft auf einen erneuerten Wachstumspfad f&uuml;hren.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Albrecht von Lucke: Propaganda der Ungleichheit<\/strong><br>\nLetztlich geht es bei den gegenw&auml;rtigen Debatten um die Frage, ob die gesellschaftlichen Abwehrkr&auml;fte reichen, eine solidarische Gesellschaft weiter zu gew&auml;hrleisten: &bdquo;Deutschland ist, gemessen an den meisten seiner westlichen Nachbarn, eine junge Demokratie &ndash; eine, in der als Folge einer Geschichte permanenter Krisen und milit&auml;rischer Niederlagen das Nationalbewusstsein nach wie vor von Fragilit&auml;t gekennzeichnet ist&ldquo;, stellte unl&auml;ngst Salomon Korn, Vizepr&auml;sident des Zentralrats der Juden in Deutschland, fest. &bdquo;Die im Raum stehende Frage lautet daher: Wie wird sich angesichts dieses immer noch ungefestigten Nationalbewusstseins die Mehrzahl der Deutschen gegen&uuml;ber religi&ouml;sen, ethnischen und nationalen Minderheiten verhalten, wenn in Zukunft die Wirtschafts- und Finanzkrise bedrohlicher werden sollte? Wird dann eine wachsende wirtschaftliche Instabilit&auml;t Auswirkungen auf die mentale Stabilit&auml;t der Deutschen und auf ihr bisheriges Demokratiebewusstsein haben? Lassen die Ergebnisse der letzten Bundestagswahl nicht auf erste Anzeichen von Gleichg&uuml;ltigkeit und politischem Verdruss schlie&szlig;en, wenn es darum geht, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten demokratische M&uuml;ndigkeit und Verantwortung f&uuml;r das Gemeinwesen zu zeigen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2009\/dezember\/propaganda-der-ungleichheit\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Obama geht den Reichen an den Kragen<\/strong><br>\nZwei Monate vor den US-Kongresswahlen hat Pr&auml;sident Barack Obama seine Marschrichtung in der Wirtschaftspolitik abgesteckt. W&auml;hrend er Firmen massive Steuerverg&uuml;nstigungen im Gegenzug zu Investitionen und zur Schaffung neuer Arbeitspl&auml;tze versprach, lehnte Obama es am Mittwoch ab, die von seinem Vorg&auml;nger George W. Bush eingef&uuml;hrten Steuererleichterungen f&uuml;r Reiche fortzuf&uuml;hren. Die Kosten dieser Steuerverg&uuml;nstigungen f&uuml;r Wohlhabende in H&ouml;he von 700 Milliarden Dollar (550 Milliarden Euro) k&ouml;nne sich das Land einfach nicht mehr leisten, sagte Obama in Cleveland im Bundesstaat Ohio. Au&szlig;erdem sei es bei den reichen B&uuml;rgern am unwahrscheinlichsten, dass sie wegen Steuererleichterungen mehr Geld ausgeben w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2010%2F09%2F10%2Fa0115&amp;cHash=9fef495073\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>BP: Das Management hat versagt<\/strong><br>\nAuch nach der Ver&ouml;ffentlichung des BP-Berichts zur &ldquo;Deepwater Horizon&rdquo; ist f&uuml;r den Geologen Wilhelm Dominik klar, dass der Konzern die Gesamtverantwortung f&uuml;r das Ungl&uuml;ck tr&auml;gt.<br>\ntaz: Die fehlerhafte Zementierung der Bohrung, die ma&szlig;geblich zum Ungl&uuml;ck beitrug, hat Halliburton vorgenommen&hellip;<br>\n&ldquo;Die sind ihrer Verantwortung insoweit gerecht geworden, als dass sie vor Unsicherheiten gewarnt haben. Die Verh&auml;rtungszeiten von Zement auf 5.500 Meter Tiefe kann man im Labor nicht 1: 1 nachvollziehen. 580 Bar Druck im Reagenzglas zu erzeugen reicht nicht aus, um exakte Prognosen der komplexen Bedingungen in der Tiefe abzugeben. Darum h&auml;tte das Bohrloch nach dem Zementieren im Lagerst&auml;ttenbereich noch einmal vermessen werden m&uuml;ssen &ndash; doch BP hat die Vermessungsingenieure am Morgen der Havarie nach Hause geschickt. H&auml;tten man sich das Bohrloch noch mal angeschaut, w&auml;re die Geschichte wohl anders ausgegangen. &hellip; Und wenn BP sich selber untersucht, f&auml;llt es dem Konzern nat&uuml;rlich leicht, zu einem moderaten Schluss zu kommen. Klar ist aber: BP hat extrem auf die Kosten gedr&uuml;ckt. Da hat das Management versagt, denn dieses h&auml;tte bei einer so kritischen Bohrung bremsen m&uuml;ssen. Stattdessen hat es die eigenen Leute und die Zulieferer unter Druck gesetzt, schnell fertig zu werden. Aus den Anh&ouml;rungen vor dem US-Kongress wissen wir, dass zum Beispiel Mitarbeiter von Transocean vor Sicherheitsl&uuml;cken gewarnt haben. Dar&uuml;ber hatte sich der zust&auml;ndige BP-Supervisor hinweggesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F09%2F10%2Fa0132&amp;cHash=b46933888d\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Migration in Europa und &Ouml;sterreich<\/strong><br>\nIn der Migrationsdebatte, sowohl im Hinblick auf den &ouml;sterreichischen Diskurs, als auch auf jenen in vielen anderen L&auml;ndern, wird Migration mit unterschiedlichen Zug&auml;ngen diskutiert. Ein Aspekt betrifft die Arbeitsmarktkonkurrenz und ist zumeist mit dem Hinweis verbunden, dass MigrantInnen die Konkurrenz um die Arbeitspl&auml;tze versch&auml;rfen. Ein weiterer Aspekt, der vor allem in den Medien immer wieder diskutiert wird, ist der Aspekt der Kriminalit&auml;t. Nur in Bezug auf die demographische Alterung wird die Migration als etwas Positives dargestellt: die ZuwanderInnen k&ouml;nnen demnach unsere Pensionen finanzieren, wenn wir alt sind. Einleitung Ein Aspekt, der in der migrationspolitischen Debatte oft &uuml;bersehen wird, ist allerdings, dass Migration auch die Wettbewerbsf&auml;higkeit einer Region st&auml;rken oder sie zumindest positiv beeinflussen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wifo.ac.at\/wwa\/downloadController\/displayDbDoc.htm?item=VT_2010_107$.PDF\">WIFO [PDF &ndash; 657 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Peter Huber vom WIFO geht der Frage nach, ob es in Europa mehr oder weniger hochqualifizierte Migration als klassischen Einwanderungsl&auml;ndern wie den USA oder Australien gibt und inwiefern wir Europ&auml;er das Wissen hochqualifizierter Migranten nutzen. In dem Beitrag sind u.a. interessante Tabellen zum Anteil von Migranten in den OECD-L&auml;ndern und deren Bildungsstruktur. Gruber kommt zu dem Ergebnis, dass in Europa ein beachtliches Defizit in der Eingliederung hochqualifizierter Migranten besteht. (In dem seit kurzem zur Verf&uuml;gung stehenden Datensatz der OECD sind Migranten alle Personen, die im Ausland geboren sind. Der Vergleichbarkeit der Datens&auml;tze geschuldet ist das &auml;ltere Datum der Daten)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gibt die SPD ihren Geist auf? <\/strong><br>\nWie Thilo Sarrazin und Peter Sloterdijk die Sozialdemokratie &bdquo;&uuml;berfremden&ldquo;.<br>\nSarrazin &amp; Sloterdijk &ndash; das sind also die Sozialdemokraten, die heute die intellektuelle Ausstrahlung der Sozialdemokratie pr&auml;gen. Sie treten an die Stelle altkritischer Geister wie Habermas oder Grass (die nun &uuml;ber 80 sind).<br>\nUnd die SPD-F&uuml;hrung? Sie hat &ndash; gedanklich ausgezehrt und von irrlichternden Medien umgeben &ndash; offensichtlich nicht mehr die Kraft, ein kl&auml;rendes Donnerwetter zu veranstalten und verweist hilfesuchend auf ihre Schiedskommission.<br>\nMan muss sich schon in den Arm zwicken, um zu begreifen, dass dies kein b&ouml;ser Traum ist: Die SPD, die in Godesberg die christliche Ethik, den Humanismus und die klassische Philosophie als ihre geistigen Wurzeln benannte, ist nicht nur mit neoliberalem Gedankengut kontaminiert, sondern auch mit humanismus-kritischen (ja anti-humanistischen) Ideen, deren Verbreiter nichts inniger ersehnen, als lebenslang in der Sozialdemokratie bleiben zu d&uuml;rfen.<br>\nSoll man derart treuherzige Seelen von der Bettkante sto&szlig;en?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.magda.de\/76\/back\/26\/artikel\/gibt-die-spd-ihren-geist-auf\/?type=98&amp;cHash=e8e64d3205\">MAGDA<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Das Tor zur H&ouml;lle<\/strong><br>\nDer christliche Fundamentalist Terry Jones war 20 Jahre der Leiter einer Erweckungsbewegung in K&ouml;ln und hetzte dort gegen den Islam. Jetzt geriet er in die Schlagzeilen, weil er am 11. September in Florida Korane verbrennen will.<br>\n&Uuml;ber 20 Jahre lang schaffte es der Mann aus Gainesville in Florida, eine K&ouml;lner Gemeinde von zeitweise bis zu 1000 Menschen in seinen Bann zu ziehen. Die sich selbst als charismatisch bezeichnende Sekte galt auch innerhalb der Vielzahl christlicher Erweckungsbewegungen als besonders extrem und schottete sich nach au&szlig;en ab.<br>\nQuasi &uuml;ber Nacht verschwanden Terry Jones und seine Frau 2008 aus K&ouml;ln und gingen zur&uuml;ck in die USA, wo Jones nun wieder eine Gemeinde aufzubauen versucht &ndash; nun mit dem Feindbild Islam. Die Christliche Gemeinde K&ouml;ln, die &ndash; stark geschrumpft und wesentlich gem&auml;&szlig;igter auftretend &ndash; weiter existiert, distanziert sich heute von ihrem Gr&uuml;nder und seiner angek&uuml;ndigten Koranverbrennung. Die seelischen Verletzungen scheinen allerdings tief zu sein, Aussteiger waren bislang nicht bereit, vor Mikrofonen Auskunft zu geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/aktuell\/1267799\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Toter bei Protest gegen Koran-Verbrennung<\/strong><br>\nTausende Afghanen gehen in Faisabad auf die Stra&szlig;e und werfen Steine auf den Bundeswehrst&uuml;tzpunkt. Sie protestieren gegen den Plan des US-Pastors Terry Jones, 200 Koran-Exemplare &ouml;ffentlich zu verbrennen &ndash; auch wenn unklar ist, ob er das tun wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/toter-bei-protest-gegen-koran-verbrennung\/-\/1472596\/4634004\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Karikierter Freiheitsbegriff<\/strong><br>\nKurt Westergaard ist eine Meisterleistung gelungen. Nicht seine Mohammed-Karikaturen, die sind ziemlich plump, nicht ergiebig witzig, verbreiten das abgestandene Flair einer Zeitung aus dem kolonialen Abschnitt der Menschheitsgeschichte. Seine Meisterleistung ist, dass er es mit gepinseltem Stumpfsinn und gekleckstem Mittelma&szlig; zu Ehren gebracht hat. Aus der Hand Merkels, jene flankiert von Gauck &ndash; der Mann, der im Namen von Sozialdemokratie und Gr&uuml;nen Bundes- und Volkspr&auml;sident werden sollte! -, erhielt er einen Preis, der die Pressefreiheit hervorheben soll &ndash; und er soll einen mutigen Mann ehren, der sich traute, aus der Ferne gegen religi&ouml;se Befindlichkeiten anzugehen; oder, sollte man es im Duktus des Strafgesetzbuches (&sect; 166 StGB) ausdr&uuml;cken wollen: der es fertigbrachte, der muslimischen Welt &ldquo;&ouml;ffentlichen Frieden zu st&ouml;ren&rdquo; &ndash; und das aus einer Entfernung von mehreren tausend Kilometern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/09\/karikierter-freiheitsbegriff.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Erika Steinbach aus CDU-Vorstand vertrieben<\/strong><br>\nDie Pr&auml;sidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, will in Zukunft nicht mehr dem CDU-Bundesvorstand angeh&ouml;ren. Am Donnerstag sagte die 67-J&auml;hrige der Bild-Zeitung, dass die Partei &ldquo;auf keinem guten Weg&rdquo; sei und mit ihrer &ldquo;Anpassung&rdquo; W&auml;hler verschrecke. Fraktionschef Kauder und Kulturstaatsminister Neumann h&auml;tten &ldquo;ungefiltert die Position von Linken, Gr&uuml;nen und SPD &uuml;bernommen&rdquo;, weshalb sie sich als Konservative in der CDU zunehmend isoliert f&uuml;hle.<br>\nHintergrund war offenbar Druck, den die Parteif&uuml;hrung auf die in der Kaschubei geborene Funktion&auml;rin aus&uuml;bte, nachdem sie den von ihr f&uuml;r einen Stellvertretersitz im Rat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Vers&ouml;hnung nominierten Schlesier Arnold T&ouml;lg verteidigte.<br>\nT&ouml;lg hatte angemerkt, dass die polnische Regierung 1939 bereits vor dem deutschen &Uuml;berfall eine Mobilmachung ihrer Streitkr&auml;fte angeordnet hatte. Nachdem der gelernte Tourismusfachmann f&uuml;r diese &Auml;u&szlig;erung scharf kritisiert wurde, hatte Steinbach darauf hingewiesen, dass der Zeitpunkt der Mobilmachung von keinem seri&ouml;sen Historiker bestritten werde. Daraufhin soll sie von Unions-Fraktionschef Volker Kauder in r&uuml;der Form zurechtgewiesen worden sein.<br>\nNach der Klausurtagung, auf der dies passierte, betonte Kauder &ouml;ffentlich, dass in der CDU-Bundestagsfraktion niemand an der Schuld Deutschland am Zweiten Weltkrieg zweifeln w&uuml;rde, w&auml;hrend Steinbach meinte, dass die polnische Mobilmachung diese deutsche Schuld keineswegs relativieren w&uuml;rde, aber trotzdem eine Tatsache sei, die man nicht &auml;ndern k&ouml;nne.<br>\n&ldquo;Wenn man&rdquo;, so die in Polen als Symbolfigur des Revanchismus geltende Politikerin, das nicht mehr sagen d&uuml;rfe, &ldquo;dann leben wir nicht mehr in einer Demokratie&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/148353\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Afghanistan: Selbstbedienung bei der Kabul Bank<\/strong><br>\nNeben dem Krieg droht Afghanistan auch noch eine Finanzkrise. Besorgte Kunden haben bei der gr&ouml;&szlig;ten Bank des Landes bereits die H&auml;lfte des Kassenbestands abgehoben. Wegen hochriskanter Immobiliengesch&auml;fte droht die Pleite. Die afghanische Zentralbank hat den gr&ouml;&szlig;ten Anteilseignern an der skandalgesch&uuml;ttelten Kabul Bank den Verkauf von Immobilien in Kabul verboten. Mit diesem Schritt wollen die Zentralbanker verhindern, dass die Gro&szlig;aktion&auml;re ihren Grundbesitz, den sie mit Krediten ihrer eigenen Bank finanziert haben, vor einer m&ouml;glichen Pleite zu Geld machen. Eine Insolvenz der Kabul Bank, des gr&ouml;&szlig;ten Kreditinstituts Afghanistans, w&uuml;rde den schwachen Finanzsektor in eine schwere Krise st&uuml;rzen. So gut wie alle Staatsangestellten, einschlie&szlig;lich Armee und Polizei, haben ihre Gehaltskonten bei dieser Bank. Das Management und die Anteilseigner sind zudem eng mit der politischen F&uuml;hrung verbandelt.<br>\nBetroffen vom Verkaufsverbot f&uuml;r Immobilien sind insgesamt f&uuml;nf Anteilseigner, darunter neben Farnood und Frozi auch ein Bruder von Vizepr&auml;sident Mohammed Fahim und ein Verwandter Farnuds, der den Posten eines stellvertretenden Vorstandschefs innehat. Ausgenommen von dem Verkaufsverbot ist der Halbbruder von Pr&auml;sident Karsai, Mahmud Karsai, der mit sieben Prozent drittgr&ouml;&szlig;ter Teilhaber an der Bank ist. &ldquo;Ich besitze kein einziges Haus und keinen Grundbesitz in meinem Namen in Afghanistan&rdquo;, sagte Karsai in einer Stellungnahme. Darum treffe ihn das Verkaufsverbot nicht. Er lebt in einer 5,5 Mio. Dollar teuren Villa in Dubai, die mit einem Kredit der Kabul Bank finanziert worden ist. Auch seinen Gesch&auml;ftsanteil an der Kabul Bank hat Mahmud Karsai mit 6 Mio. Dollar bezahlt, die er sich zuvor von der Bank geliehen hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:afghanistan-selbstbedienung-bei-der-kabul-bank\/50166324.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>US-Truppen verlassen den Irak: Ungl&uuml;ck in Sicht<\/strong><br>\nWie schon in Vietnam, gibt es wieder keine ernsthaften, umfassenden Notfallpl&auml;ne f&uuml;r die Evakuierung der Tausenden Iraker, die momentan als Dolmetscher, Ingenieure und Berater f&uuml;r uns arbeiten und mit uns leben. Wenn wir unsere St&uuml;tzpunkte abbauen, werden diese Iraker auf sich allein gestellt sein und den Spie&szlig;rutenlauf der Umsiedlung &uuml;berstehen m&uuml;ssen, der &uuml;blicherweise ein Jahr oder l&auml;nger andauert. Als die Briten vor nur knapp zwei Jahren aus dem s&uuml;dlichen Irak abzogen, veranstalteten Milizen eine systematische Menschenjagd auf jene Iraker, die f&uuml;r die Briten gearbeitet haben. Bei einer Aktion wurden 17 Dolmetscher &ouml;ffentlich hingerichtet und es wurden Berichte ver&ouml;ffentlicht, dass Menschen bis zu ihrem Tod von Autos durch die Stra&szlig;en Basras geschleift worden waren. Wer dies als Einzelfall betrachtet, ignoriert schlichtweg die Geschichte von Abz&uuml;gen: ein blutiger und vorhersehbarer Ausbruch von Gewalt gegen diejenigen, die mit der abziehenden Macht &bdquo;gemeinsame Sache gemacht&ldquo; haben. Zehntausende algerische Harkis wurden nach Frankreichs Abzug aus dem Land im Jahr 1962 abgeschlachtet. Es kam zu einem Massaker tausender treuer Assyrier in Nordirak, als die Briten dort 1932 abzogen. &ndash; Pr&auml;sident Obama hat die M&ouml;glichkeit, dieses Ungl&uuml;ck zu verhindern, indem er die Lektionen der Vergangenheit beachtet und einen Notfallplan erarbeitet, solange noch Zeit ist und die n&ouml;tigen Ressourcen hierf&uuml;r zur Verf&uuml;gung stehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/unglueck-in-sicht\/1929204.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Kirk W. Johnson, der Autor dieses Aufrufs ist Arabist und widmet sich der Umsiedlung von Irakern, die durch ihre Verwicklung in die Kriegsbem&uuml;hungen der USA von Milizen bedroht sind. Er ist Gr&uuml;nder des &ldquo;The List Project to Resettle Iraqi Allies&rdquo;, <a href=\"http:\/\/thelistproject.org\/withdrawal\/\">auf dessen Website auch der informative Report vom Mai herunterzuladen ist<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>This war on terrorism is bogus<\/strong><br>\nThe 9\/11 attacks gave the US an ideal pretext to use force to secure its global domination. The conventional explanation is that after the Twin Towers were hit, retaliation against al-Qaida bases in Afghanistan was a natural first step in launching a global war against terrorism. Then, because Saddam Hussein was alleged by the US and UK governments to retain weapons of mass destruction, the war could be extended to Iraq as well. However this theory does not fit all the facts. The truth may be a great deal murkier.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/politics\/2003\/sep\/06\/september11.iraq\">The Guardian<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es kommt wieder einmal ein Jahrestag menschlicher Barbarei auf uns zu und wir d&uuml;rfen gespannt sein, was die Medien so bringen werden. Wir sollten dabei nicht nur der Opfer in den &ldquo;Twin Towers&rdquo; gedenken sondern auch der Opfer des fragw&uuml;rdigen Krieges gegen den Terror, denn die &bdquo;9\/11-attacks&rdquo; bildeten den Anlass f&uuml;r zwei &auml;u&szlig;erst verlustreiche Kriege. So verst&auml;ndlich die Trauer und der Zorn nach diesen Anschl&auml;gen war, so sehr ist doch zu hinterfragen, was die US- Regierung und die von ihr verleiteten westlichen Regierungen veranlasst hat, eine Kriegspolitik zu betreiben, die weit &uuml;ber &ldquo;Auge um Auge, Zahn um Zahn&rdquo; hinausging.<br>\nBereits 2003 wies Michael Meacher, Mitglied des britischen Parlaments und bis 2003 Umweltminister, auf einen Aspekt dieses Krieges hin, der sicherlich nicht der einzige ist, aber eine wichtige Rolle spielte. Er stellt eine Verbindung zwischen dem &ldquo;Project of a New American Century&rdquo; (PNAC) und den Ereignissen des 11. September 2001 her. In ihm hei&szlig;t es u.a.: &ldquo;Danach scheint es, dass der sogenannte &ldquo;Krieg gegen den Terrorismus&rdquo; weitgehend als Deckmantel f&uuml;r die Erreichung umfassenderer strategischer geopolitischer amerikanischer Ziele benutzt wird. In der Tat deutete Tony Blair selbst dies an, als er vor dem Verbindungs-Komitee des Unterhauses sagte: &lsquo;Um die Wahrheit zu sagen, gab es keinen anderen Weg, die Zustimmung der &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;r einen schnellen Feldzug gegen Afghanistan zu bekommen als die Geschehnisse des 11. September&rsquo;.&rdquo; Desweiteren verweist Meacher auf weitere Merkw&uuml;rdigkeiten in der Vorgeschichte der Anschl&auml;ge: &ldquo;Zuerst einmal ist klar, dass die amerikanischen Beh&ouml;rden wenig oder nichts getan haben, um den Ereignissen des 11. September zuvorzukommen. Es ist bekannt, dass mindestens 11 L&auml;nder den USA Vorwarnungen &uuml;ber die zu erwartenden Angriffe zukommen lie&szlig;en. Zwei erfahrene Mossad-Experten wurden im August 2001 nach Washington geschickt, um die CIA und das FBI auf eine Gruppe von 200 Terroristen aufmerksam zu machen, die an der Vorbereitung einer gro&szlig;en Operation arbeiteten (Daily Telegraph, 16. September 2001). Auf der Liste, die sie bereitstellten, waren auch die Namen von vier der Flugzeugentf&uuml;hrer vom 11. September, von denen keiner festgenommen wurde.&rdquo; Der Artikel ist auf der Website der AG Friedensforschung auf Deutsch <a href=\"https:\/\/www.uni-kassel.de\/fb5\/frieden\/themen\/Terrorismus\/meacher.html\">nachzulesen<\/a>.<br>\nNicht vergessen werden sollte auch ein anderer Gedenktag: Am 11. September starb Salvador Allende bei der Verteidigung des Pr&auml;sidentenpalass La Moneda und das Terrorregime des Augusto Pinochet begann. Im September 1965 erfolgte die Macht&uuml;bernahme in Indonesien duch Haji Mohamed Suharto, in deren Verlauf&nbsp; Hunderttausende von Kommunisten und Chinesen abgeschlachtet wurden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>GTZ in Kongo: Das teuerste Brennholz Afrikas<\/strong><br>\nDie Gesellschaft f&uuml;r Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Kongo leistet deutsche Entwicklungshilfe in einem &bdquo;Schwerpunktland&ldquo;. Doch Korruption und windige Gesch&auml;ftemacher treiben sie in den Ruin &ndash; auf Kosten des deutschen Steuerzahlers.&nbsp; R&auml;uber tragen gew&ouml;hnlich keine Roben. In Kongo schon. Das muss die &bdquo;Gesellschaft f&uuml;r Technische Zusammenarbeit&ldquo; (GTZ) seit geraumer Zeit erfahren. Die deutsche Regierung tut zwar so, als st&uuml;nde es blendend um ihr Verh&auml;ltnis zu Kongo. Doch die Wirklichkeit sieht ganz anders aus: Die 44 Konten der GTZ in Kongo wurden gepf&auml;ndet, das vor zwei Jahren f&uuml;r 800.000 Dollar mit deutschem Steuergeld erworbene B&uuml;rogeb&auml;ude in Kinshasa wurde enteignet, jetzt droht der GTZ auch noch ein Strafbefehl von mehr als 1,5 Millionen Dollar. Und es gibt weitere Forderungen. Ein paar windige Gesch&auml;ftemacher und korrupte Richter stecken dahinter. &bdquo;Wir haben uns nichts vorzuwerfen&ldquo;, sagt die Sprecherin der GTZ, Anja Tomic. &bdquo;Gerichtsklagen in Kongo sind leider ein eintr&auml;gliches Gesch&auml;ft geworden, und wir sind davon betroffen&ldquo;. Andere L&auml;nder wehren sich dagegen, die deutsche Regierung dagegen h&auml;lt sich vornehm zur&uuml;ck.<br>\nEiner der Gr&uuml;nde f&uuml;r das Chaos ist Tabura Kashali, ein Holzh&auml;ndler aus der ostkongolesischen Stadt Goma. Kashali hat inzwischen Forderungen von 243.000 Dollar gegen die GTZ erhoben wegen einer Ladung Brennholz, die er 1994 f&uuml;r ein Fl&uuml;chtlingslager liefern sollte. Von den damals bestellten 3400 Raummeter Brennholz kamen 2820 Raummeter nie an. Der Kongolese behauptete, das Holz sei beim Transport gestohlen worden, und verlangte den vollen Kaufpreis von 47.000 Dollar. Die Transportsicherung war indessen seine Sache. Trotzdem schloss die GTZ 2003 einen Vergleich und zahlte dem Mann 8500 Dollar zur Abgeltung aller Anspr&uuml;che. Vier Monate sp&auml;ter erhob Kashali vor einem Gericht in Goma Forderungen in H&ouml;he von 15.000 Dollar, doch der offensichtlich gewinnbeteiligte Richter sprach ihm sogar 150.000 Dollar zu. Die GTZ legte Einspruch ein, Kashali ging abermals zu seinem Richter und dieses Mal forderte er einen Kaufpreis f&uuml;r das Holz von 33.800 Dollar, dazu 80.000 Dollar entgangenen Gewinn sowie 190.000 Dollar Schadensersatz sowie Zinsen, womit der Streitwert innerhalb von zwei Jahren von 15.000 Dollar auf 280.000 Dollar gewachsen war. Wieder bekam er Recht. Die GTZ wurde jetzt zu einer Zahlung von insgesamt 303.804 Dollar verurteilt, womit sie vermutlich das teuerste Brennholz in der Geschichte Afrikas erstanden hatte. Rechtsmittel wurden abgelehnt. Das Urteil wurde im Mai 2006 rechtskr&auml;ftig.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0\/Doc~E23E9FB0BE6534DCF96B38F11B3169711~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man fragt sich, in welchem Traumland der Sprecher des BMZ, Rolf Steltemeier lebt, wenn er meint, von einer Handlungsunf&auml;higkeit der GTZ k&ouml;nne keine Rede sein. Eine sch&ouml;ne Handlungsf&auml;higkeit ist das, wenn Geld zur Bezahlung der eigenen Angestellten in das Land geschmuggelt werden muss. Nicht nur dass anscheinend jeder bessere Ganove die GTZ als Selbstbedienungsladen betrachten kann, da geht doch jeder Respekt vor dem entwicklungspolitischen Einsatz Deutschlands bei der kongolesischen Bev&ouml;lkerung verloren. Die GTZ ist ja nicht ein &ldquo;Pipiverein&rdquo; aus Kleinkleckersdorf, sondern ist mit weltweit ca. 13.000 Besch&auml;ftigten und einem Umsatz von 1,4 Mrd. Euro das Aush&auml;ngschild f&uuml;r die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Es mag sein, dass sich die GTZ wie ihre Sprecherin, Anja Tomic, versichert, nichts vorzuwerfen hat. Allerdings weckt die jetzt verh&auml;ngte Nachrichtensperre kein Vertrauen, vor allem aber scheint Entwicklungsminister Niebel erst durch den Artikel der FAZ auf diese Zust&auml;nde zu reagieren und zu &uuml;berlegen, die Entwicklungshilfe auszusetzen. Da war Ex- Fallschirmj&auml;ger Dirk Niebel nicht sonderlich auf Zack. Die Belgier und Franzosen im Kongo lachen sich kaputt. Wetten, dass Siemens als wichtigstem deutschen Investor mit solchen unhaltbaren Zust&auml;nden nicht zu k&auml;mpfen hat. <\/em><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0\/Doc~E7F669D7BBB614D4CB70BBD2620BAD50C~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0\/Doc~E109DCDEFEDF74B899D7416B0B2A445E4~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Hochschulr&auml;te: Die unkontrollierte Macht der Manager an den Unis<\/strong><br>\nDie neuen Hochschulr&auml;te, in denen auch viele Manager und Unternehmenschefs sitzen, sind hoch umstritten. Der Stifterverband verlangt nun eine Kontrolle der Kontrolleure und mehr Transparenz. Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer fordert jetzt sogar ein Verbot von Managern in den R&auml;ten.<br>\nDoch die Arbeitsbelastung ist nur ein Aspekt der heftigen Diskussion. Die gro&szlig;e Macht der Hochschulr&auml;te, die in vielen L&auml;ndern &uuml;ber die Strategie der Hochschule entscheiden und vielfach auch Pr&auml;sidenten berufen und kontrollieren &ndash; hat vielerorts zu gro&szlig;em Unmut und Misstrauen gef&uuml;hrt. So wetterte die neue NRW-Ministerpr&auml;sidentin Hannelore Kraft (SPD) im Wahlkampf gegen die &ldquo;Privatisierung der Hochschulen&rdquo;.<br>\nUm die Praxis und so auch den Ruf der R&auml;te zu verbessern hat das Centrum f&uuml;r Hochschulforschung im Auftrag von Stifterverband und die Heinz Nixdorf-Stiftung ein Handbuch vorgelegt: Unverzichtbar ist danach &ndash; analog zu Aufsichtsr&auml;ten &ndash; eine &ldquo;Kontrolle der Kontrolleure&rdquo; durch mehr Transparenz und eine Rechenschaftspflicht, sagte Autor Frank Ziegele bei der Vorstellung. Das verlangt bisher kein einziges Hochschul-Landesgesetz.<br>\nAnalog zu den Aufsichtsr&auml;ten m&uuml;ssten zumindest m&auml;chtige Hochschulr&auml;te eigentlich Jahr f&uuml;r Jahr entlastet werden, meinen das CHE, der Stifterverband und auch Breuer. &ldquo;ich wei&szlig; allerdings nicht, von wem?&rdquo;, zeigt sich der Ex-Deutschbanker ratlos. Denn wenn diese Aufgabe den Parlamenten oder den Wissenschaftsministern zufalle, &ldquo;ist das ja wieder die Steuerung der Hochschule durch die Hintert&uuml;r, die sie an die Hochschulr&auml;te abgetreten haben&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/koepfe\/hochschulraete-die-unkontrollierte-macht-der-manager-an-den-unis;2652740;0\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Offenbar erkennt nun auch das bertelsmannsche CHE den Konstruktionsfehler der Hochschulr&auml;te. In den NachDenkSeiten konnte man diese Kritik schon seit Jahren nachlesen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Schlusslicht beim Lohnwachstum; Einmalzahlungen; Tarifeinheit; Erholung abgeblasen; Atom-Deal; Stamokap-Staat; die M&auml;r vom Befreiungsschlag bei Insolvenz; Spanien in der Krise; Propaganda der Ungleichheit; Obama geht Reichen an den Kragen; Migration in Deutschland und &Ouml;sterreich; SPD gibt Geist auf; Tor zur H&ouml;lle; karikierter Freiheitsbegriff; Steinbach vertrieben; Selbstbedienen bei der Kabul-Bank; Ungl&uuml;ck im<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6708\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6708","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6708","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6708"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6708\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6713,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6708\/revisions\/6713"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6708"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6708"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6708"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}