{"id":67088,"date":"2020-11-20T09:00:17","date_gmt":"2020-11-20T08:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67088"},"modified":"2020-12-04T09:13:15","modified_gmt":"2020-12-04T08:13:15","slug":"risiken-und-nebenwirkungen-aber-keine-packungsbeilage-die-corona-eindaemmung-droht-mehr-leid-zu-verursachen-als-sie-verhindert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67088","title":{"rendered":"Risiken und Nebenwirkungen, aber keine Packungsbeilage. Die Corona-Eind\u00e4mmung droht mehr Leid zu verursachen, als sie verhindert."},"content":{"rendered":"<p><strong>Vorbemerkung der NachDenkSeiten-Redaktion:<\/strong> Weil die Folgen der Corona-Ma&szlig;nahmen offensichtlich nicht im Blick der politisch entscheidenden Personen sind, haben wir auf den NachDenkSeiten am 22. Oktober unter der &Uuml;berschrift &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66081\">Die im Dunkeln sieht man nicht<\/a>&ldquo; um Erfahrungsberichte unserer Leserinnen und Leser gebeten. Diese haben wir dann <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/201026-Endf-Die-im-Dunkeln-sieht-man-nicht.pdf\">am 26. Oktober<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/201109-Endf-Die-im-Dunkeln-%20Leserzuschriften-Teil-2-tr-AM.pdf\">am 10. November<\/a> dokumentiert. Die Erfahrungsberichte und einschl&auml;gige NachDenkSeiten-Artikel zu den Risiken und Nebenwirkungen vom April und Juni werden demn&auml;chst in einer gedruckten Dokumentation erscheinen. &ndash; <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong> hat zum Thema der Folgen eine sehr informative Erg&auml;nzung geschrieben, die wir hiermit ver&ouml;ffentlichen.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1434\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-67088-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201120_Die_Corona_Eindaemmung_droht_mehr_Leid_zu_verursachen_als_sie_verhindert_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201120_Die_Corona_Eindaemmung_droht_mehr_Leid_zu_verursachen_als_sie_verhindert_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201120_Die_Corona_Eindaemmung_droht_mehr_Leid_zu_verursachen_als_sie_verhindert_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201120_Die_Corona_Eindaemmung_droht_mehr_Leid_zu_verursachen_als_sie_verhindert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=67088-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201120_Die_Corona_Eindaemmung_droht_mehr_Leid_zu_verursachen_als_sie_verhindert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"201120_Die_Corona_Eindaemmung_droht_mehr_Leid_zu_verursachen_als_sie_verhindert_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Risiken und Nebenwirkungen, aber keine Packungsbeilage. Die Corona-Eind&auml;mmung droht mehr Leid zu verursachen, als sie verhindert.<\/strong><\/p><p>Mit dem harten Lockdown im Fr&uuml;hjahr und seiner &bdquo;Light&ldquo;-Neuauflage im November bewahrt die Politik Menschen vorm Sterben und das Gesundheitssystem vorm Kollaps, hei&szlig;t es. An der Ansage und der Art ihrer Umsetzung kann man zweifeln. Unstrittig ist dagegen, dass die verh&auml;ngten Ma&szlig;nahmen erhebliche Folgesch&auml;den provozieren, die die Bundesregierung niemals auf dem Zettel hatte. Das gilt f&uuml;r Deutschland, f&uuml;r die Armenh&auml;user dieser Welt aber noch viel mehr. Ein Toter weniger bei uns l&auml;sst sich mit etlichen Hungertoten anderswo aufrechnen. Oder man l&auml;sst es bleiben und h&uuml;llt sich wie die politisch Verantwortlichen dazu in Schweigen. Die NachDenkSeiten liefern an dieser Stelle einen &Uuml;berblick zum &bdquo;blinden Fleck&ldquo; der Corona-Krise. <\/p><p>Scheinbar kleine Eingriffe in ein System zeitigen mitunter katastrophale Folgen. 1958 ordnete Chinas Kommunistische Partei die kollektive Ausrottung von Sperlingen als Beitrag zur landwirtschaftlichen Produktivit&auml;tssteigerung an. Die V&ouml;gelchen waren verrufen, betr&auml;chtliche Teile der Ernte wegzupicken. Ergo wurden in einer nationalen Kraftanstrengung binnen kurzer Zeit bis zu zwei Milliarden der gefiederten &bdquo;Volksfeinde&ldquo; per L&auml;rmattacke zur Ersch&ouml;pfung gehetzt und erschlagen. Nicht bedacht hatte die Staatsf&uuml;hrung, dass Spatzen die nat&uuml;rlichen Fressfeinde von Insekten sind, darunter Heuschrecken. Diese vermehrten sich umgehend und ungehindert und fielen in Massen &uuml;ber die Felder her. Die Folge war ein humanit&auml;res Desaster <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/geschichte\/mao-zedongs-grosser-sprung-chinas-krieg-gegen-spatzen-a-0ca18353-27d1-4fdb-82ae-bd34feba66de\">mit Dutzenden Millionen Hungertoten<\/a>.<\/p><p>Ein Eingriff in eine gewachsene Ordnung ist fraglos auch die hierzulande und nahezu weltweit praktizierte Strategie zur Eind&auml;mmung des Sars-Cov-2-Virus. Die getroffenen Ma&szlig;nahmen &ndash; wie Kontaktbeschr&auml;nkungen, Quarant&auml;ne, Isolation von &bdquo;Infizierten&ldquo;, Alten und Kranken, &bdquo;Berufsverbote&ldquo;, Schlie&szlig;ung von Schulen, Universit&auml;ten, Kultureinrichtungen, Restaurants und Kneipen, Maskenpflicht und das Au&szlig;erkraftsetzen von Grund- und Freiheitsrechten &ndash; sind weitreichend und treffen ein empfindliches gesellschaftliches Gef&uuml;ge ins Mark. Ob und inwieweit dies alles im Lichte des erkl&auml;rten Ziels zu rechtfertigen ist, vor allem &auml;ltere Menschen vorm Sterben zu bewahren und das Gesundheitssystem vor &Uuml;berlastung zu sch&uuml;tzen, haben die NachDenkSeiten wiederholt problematisiert.  <\/p><p>Zu Zweifeln an der Sinnhaftigkeit der Unternehmung an sich kommen noch solche an der Umsetzbarkeit. Hingewiesen sei auf eine j&uuml;ngst im &bdquo;New England Medical Journal&ldquo; publizierte Studie, die sich mit einem Fall von Corona-&bdquo;Bek&auml;mpfung&ldquo; unter milit&auml;rischer Aufsicht besch&auml;ftigt. Dabei wurden &uuml;ber 3.000 Rekruten der US-Marine in einer gro&szlig;angelegten Versuchsanordnung einer zun&auml;chst zweiw&ouml;chigen strikten Quarant&auml;ne zu Hause unterzogen. Daran anschlie&szlig;end wurden sie 14 Tage unter strengsten Hygienevorschriften, Distanzregeln, Maskenpflicht und Vorgaben zur Kontaktminimierung einkaserniert <a href=\"https:\/\/www.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/NEJMoa2029717\">und dabei penibel &uuml;berwacht<\/a>. Das Resultat nach einen Monat: Sowohl unter den anfangs negativ getesteten Soldaten als auch denen ohne Vorabtest zeigte sich am Ende eine Positivrate um den Dreh von zwei Prozent. Das besagt entweder, dass die Vermeidung einer Einschleppung und &Uuml;bertragung des Erregers praktisch ein Ding der Unm&ouml;glichkeit ist oder der g&auml;ngige PCR-Test nicht die behauptete Verl&auml;sslichkeit bietet. So oder so versieht das Ergebnis die herrschende Eind&auml;mmungspolitik mit einem dicken Fragezeichen. <\/p><p>Dies gilt um so mehr, fragt man nach der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit der Mittel, also danach, in welcher Relation die m&ouml;glichen &bdquo;Gewinne&ldquo; zu den &bdquo;Verlusten&ldquo; eines Vorgehens stehen, das einem unsichtbaren Erreger mit Verboten, Disziplinierung, Bestrafung und dem Erzeugen von Angst beizukommen versucht. Um dabei zu einer Einsch&auml;tzung zu gelangen, muss der Blick notwendig auch &uuml;ber den nationalen Tellerrand hinausgehen. Zum Beispiel hat die UNICEF Mitte September vorgerechnet, dass infolge des durch den quasi globalen Lockdown im Fr&uuml;hjahr provozierten &ouml;konomischen Zusammenbruchs <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/pandemie-hunger-armut-vernachlaessigte-gesundheitsvorsorge-so-schlimm-sind-die-kollateralschaeden-der-corona-bekaempfung\/26196874.html?ticket=ST-14779802-ocvl3wFxIocaXSafEia5-ap1\">zus&auml;tzlich 150 Millionen Kinder in Armut gest&uuml;rzt wurden<\/a>. Schon im Juli warnten Experten des Weltern&auml;hrungsprogramms WFP, durch die Corona-Krise k&ouml;nnten in diesem Jahr 130 Millionen Menschen zus&auml;tzlich von Hunger bedroht sein. F&uuml;r den indischen Subkontinent konstatierte im August die State Bank of India, je nach Bundesstaat werde die Wirtschaftskrise vier- bis zwanzigmal so viele Tote fordern wie die Krankheit Covid-19. In &auml;rmeren Regionen wie Uttar Pradesh st&uuml;nden pro 1.000 Einwohnern 0,16 Covid-19-Tote <a href=\"https:\/\/amp2.handelsblatt.com\/politik\/international\/pandemie-oekonomen-wirtschaftliche-folgen-sorgen-fuer-mehr-tote-in-indien-als-corona-selbst\/26115182.html\">statistisch 3,41 &ouml;konomisch bedingte Todesopfer gegen&uuml;ber<\/a>.<\/p><p>Aber auch in Deutschland selbst deutet vieles und immer mehr darauf hin, dass allein schon das mit dem ersten Shutdown angerichtete Leid ein Ausma&szlig; erreichen k&ouml;nnte, das den Nutzen, gemessen an den wom&ouml;glich geretteten Menschenleben, mindestens auf lange Sicht &uuml;bersteigen wird. Da w&auml;ren etwa die in gro&szlig;em Stil aufgeschobenen Operationen, um Kapazit&auml;ten f&uuml;r Corona-Patienten freizuhalten, die gar nicht in der vorhergesagten Gr&ouml;&szlig;enordnung in die Kliniken dr&auml;ngten. Oder die Sterbenden in den Alten- und Pflegeheimen, die ihre letzten Wochen, Tage und Stunden ohne ihre Angeh&ouml;rigen verbringen mussten. Dazu kommen Hunderttausende Menschen, die ihre Arbeit verloren haben oder Lohneinbu&szlig;en hinnehmen mussten, zahllose Soloselbstst&auml;ndige, Kulturschaffende und Kleinunternehmer, die vor dem Ruin stehen. Sie alle lie&szlig; die Bundesregierung praktisch ins offene Messer laufen, weil sie die m&ouml;glichen Folgesch&auml;den ihrer Politik schlicht nicht bedacht hat. <\/p><p>Im Mai war ein Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums (BMI) gefeuert worden, nachdem er Interna des Corona-Krisenstabes enth&uuml;llt hatte. <a href=\"https:\/\/ichbinanderermeinung.de\/Dokument93.pdf\">In seinem mit &Auml;rzten und Wissenschaftlern erstellten Papier beklagte er<\/a>, &bdquo;die Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit von Eingriffen in Rechte von z. B. B&uuml;rgern ist derzeit nicht gegeben, da staatlicherseits keine angemessene Abw&auml;gung mit den Folgen durchgef&uuml;hrt wurde&ldquo;. An anderer Stelle urteilte er &uuml;ber die Inhalte einer &bdquo;Zwischenbilanz der Bundesregierung&ldquo;: &bdquo;In dem 22-seitigen Bericht gibt es an keiner Stelle eine Beschreibung der Gefahren und auch keinerlei Dokumentation einer systematischen Abw&auml;gung von Ma&szlig;nahmen mit ihren Nebenwirkungen.&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/privatmeinung-ueber-offizielle-kanaele-verkuendet-eklat-im-innenministerium-mitarbeiter-stellt-corona-in-papier-als-fehlalarm-dar_id_11975312.html\">In einem fr&uuml;heren Schreiben vom M&auml;rz an seine Vorgesetzten hielt er fest<\/a>: &bdquo;Es erscheint derzeit so, als w&uuml;rden wir unser Gemeinwesen zerlegen, um Schlimmeres zu verhindern. Aber was kann es Schlimmeres geben, als dass unser Gemeinwesen zerlegt ist?&ldquo;<\/p><p>Die Frage stellt sich heute um so dringlicher, als ein Ende des &bdquo;Notstands&ldquo; nicht absehbar ist und die Folgesch&auml;den mit jedem Tag gr&ouml;&szlig;er werden. Die NachDenkSeiten wollen diese medial ziemlich unbehelligte Kehrseite der Corona-Ma&szlig;nahmen aus ihrem Schattendasein befreien. An die NachDenkSeiten-Dokumentation &bdquo;Die im Dunkeln sieht man nicht&ldquo; ankn&uuml;pfend folgt hier eine Zusammenstellung von Studien, Analysen und Verlautbarungen diverser Verb&auml;nde, die sich mit schon eingetretenen oder noch drohenden medizinischen &bdquo;Kollateralsch&auml;den&ldquo; befassen. Die zugrundeliegende Recherche liefert nicht mehr als eine Momentaufnahme ohne Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit. Auch konnte nicht jede der Quellen auf ihre Validit&auml;t, wissenschaftliche Redlichkeit und darauf gepr&uuml;ft werden, welche Interessen jeweils hinter der Ver&ouml;ffentlichung stehen k&ouml;nnten. <\/p><ol>\n<li><strong>Todesopfer <\/strong>\n<p>Nach einem Bericht der britischen Statistikbeh&ouml;rde ONS vom Oktober k&ouml;nnten in Gro&szlig;britannien als m&ouml;gliche Folge der Corona-Ma&szlig;nahmen 26.000 Menschen mehr als im Langzeitdurchschnitt &uuml;blich zu Hause zu Tode gekommen sein. Erkl&auml;rt werden die Zahlen damit, &bdquo;dass m&ouml;glicherweise weniger Menschen im Krankenhaus behandelt wurden&ldquo;. Demnach starben insbesondere M&auml;nner h&auml;ufiger als sonst &uuml;blich dann zu Hause, wenn sie an Herzkrankheiten litten. Bei Frauen seien Demenz und Alzheimer die unbehandelten Erkrankungen gewesen, <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/health-54598728\">die zum Tod im Privathaushalt f&uuml;hrten<\/a>. Dagegen sind den Angaben zufolge weniger Menschen an besagten Krankheiten in den Krankenh&auml;usern verstorben.<\/p>\n<p>Wie die italienische Statistikbeh&ouml;rde Istat am 4. Mai berichtete, ging die bis dahin in Italien gemessene &Uuml;bersterblichkeit nur etwa zur H&auml;lfte auf das Konto von Covid-19. Von den damals gez&auml;hlten rund 25.000 Toten mehr im Vergleich zum Jahr 2019 waren demnach 13.710 oder 54 Prozent positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden. Woran die restlichen &uuml;ber 11.000 Menschen starben, <a href=\"https:\/\/www.istat.it\/it\/files\/\/2020\/05\/Istat-ISS_-eng.pdf\">wird in dem fraglichen Report nicht aufgef&uuml;hrt<\/a>.<\/p>\n<p>F&uuml;r Aufsehen sorgt hierzulande eine aktuelle Studie des Klinikums Hochrhein im Landkreis Waldshut in Baden-W&uuml;rttemberg. Dort sind in den Vorjahren im April bei 165.000 Einwohnern durchschnittlich 165 Menschen verstorben. In diesem Jahr waren es 227, was einer &Uuml;bersterblichkeit von 37 Prozent entspricht. Wie aus der noch nicht durch das Gutachterverfahren gelaufenen Untersuchung hervorgeht, lassen sich 34 (55 Prozent) der 62 zus&auml;tzlichen Todesf&auml;lle mit Corona in Verbindung bringen, <a href=\"https:\/\/www.medrxiv.org\/content\/10.1101\/2020.10.27.20220558v1\">die restlichen 28 F&auml;lle gehen auf andere Ursachen zur&uuml;ck<\/a>. Wie Studienautor Stefan Kort&uuml;m, Chefarzt der Notaufnahme, gegen&uuml;ber der Presse darlegte, stehe fast die H&auml;lfte der &Uuml;bersterblichkeit &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.oe24.at\/coronavirus\/studie-so-toedlich-ist-der-lockdown\/453701485\">im Zusammenhang mit der reduzierten Nutzung medizinischer Notfallstrukturen<\/a>&ldquo;. Vor allem Menschen &bdquo;mit akuten Verschlechterungen chronischer Krankheiten, etwa Lungen- oder Herzkrankheiten, aber auch Tumorerkrankungen, haben in diesem Zeitraum keine medizinische Hilfe gesucht&ldquo;. Besonders tragisch: Mehr als doppelt so viele Menschen wurden leblos alleine aufgefunden. <\/p>\n<p>Auf Warnungen von Menschenrechts- und Hilfsorganisationen vor massiv steigenden Opferzahlen wegen Armut und Hunger als Konsequenz der monatelang gekappten globalen Lieferketten wurde schon eingangs hingewiesen. Dazu passend haben diverse zivilgesellschaftliche Netzwerke Mitte September eine Umfrage mit dem Ergebnis durchgef&uuml;hrt, dass im kommenden Jahr allein 525.000 durch Tuberkulose verschuldete Todesf&auml;lle mehr als &uuml;blich verzeichnet werden k&ouml;nnten. Der Informationsdienst AlphaGalileo schrieb dazu, Ma&szlig;nahmen und Richtlinien, die zur Verhinderung der Ausbreitung von Covid-19 auferlegt wurden, h&auml;tten Menschen mit Tuberkulose in Armut und soziale Isolation getrieben und <a href=\"https:\/\/www.alphagalileo.org\/en-gb\/Item-Display\/ItemId\/197579?returnurl=https:\/\/www.alphagalileo.org\/en-gb\/Item-Display\/ItemId\/197579\">die Ungerechtigkeiten und H&uuml;rden bei der Bereitstellung von Versorgungsdiensten verst&auml;rkt<\/a>. Durch die Corona-Krise und ihre Folgen w&uuml;rden &bdquo;zehn Jahre Fortschritt im Kampf gegen die Gei&szlig;el&ldquo; zunichtegemacht.<\/p><\/li>\n<li><strong>Psychische Leiden <\/strong>\n<p>Nach einer aktuellen Studie der Deutschen Depressionshilfe hat jeder zweite an Depression Erkrankte im ersten Lockdown <a href=\"https:\/\/www.deutsche-depressionshilfe.de\/presse-und-pr\/pressemitteilungen?file=files\/cms\/downloads\/Barometer%202020\/barometer-depression_depression-corona-digitale-hilfen.pdf\">&bdquo;massive Einschr&auml;nkungen in der Behandlung seiner Erkrankung erlebt&ldquo;<\/a>. Wie es im &bdquo;Deutschland-Barometer Depression&ldquo; hei&szlig;t, h&auml;tte jeder zweite der Befragten von ausgefallenen Behandlungsterminen beim Facharzt oder Psychotherapeuten berichtet, jeder zehnte von einem geplatzten Klinikaufenthalt. Zudem h&auml;tten die Betroffenen die Zeit &bdquo;als deutlich belastender&ldquo; erlebt als der Durchschnitt der Bev&ouml;lkerung. So litten diese &bdquo;fast doppelt so h&auml;ufig unter der fehlenden Tagesstruktur&ldquo;, in der h&auml;uslichen Isolation blieben sie zudem &bdquo;deutlich h&auml;ufiger tags&uuml;ber im Bett&ldquo;, was ihr Leiden in aller Regel verschlimmert.   <\/p>\n<p>In einem Interview mit dem &bdquo;Deutschen &Auml;rzteblatt&ldquo; vom 21. Oktober warnte der Pr&auml;sident der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), Andreas Heinz, vor erheblichen psychischen Belastungen infolge der Corona-Ma&szlig;nahmen <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/117278\">sowie einer &Uuml;berforderung der Selbstheilungskr&auml;fte<\/a>. &bdquo;Die Gefahr ist, dass schwer kranke Patienten den Verzicht auf den pers&ouml;nlichen Kontakt nicht lange aushalten&ldquo;, gab Heinz zu bedenken. Er verwies auf Forschungsbedarf hinsichtlich der Frage, wie sich Isolation und Quarant&auml;ne psychosozial auswirken, gerade f&uuml;r &auml;ltere und hochbetagte Menschen, und wie sich soziale Ungleichheit unter Pandemiebedingungen versch&auml;rft. Auch zu Aspekten wie dem Auftreten von Psychosen, Somatisierung, Suizidalit&auml;t, Substanzmissbrauch, Computerspielsucht oder Ver&auml;nderungen im Sozialverhalten (Aggressivit&auml;t und Reizbarkeit) l&auml;gen &bdquo;bisher zu wenige Erkenntnisse&ldquo; vor.<\/p>\n<p>Aber auch psychisch stabile Menschen leiden unter der gesteigerten Aufgeregtheit in der Corona-Krise, was ohne Frage auch auf die politisch und medial gesch&uuml;rte Panik durch das undifferenzierte Hantieren mit Fall- und Todeszahlen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. So haben Forscher f&uuml;r Neuseeland herausgefunden, wo zeitweilig ein deutlich strengerer Shutdown als in Deutschland herrschte, dass seinerzeit ein Drittel der Befragten unter psychischen Stress litt. Nach Auskunft von Susanna Every-Palmer, Leiterin der Abteilung f&uuml;r Psychologische Medizin an der Universit&auml;t von Otago in Wellington, berichteten 30 Prozent &uuml;ber m&auml;&szlig;ige bis schwere psychische Belastungen. 16 Prozent klagten &uuml;ber moderate bis starke Angstzust&auml;nde, w&auml;hrend rund 40 Prozent angaben, <a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosone\/article?id=10.1371\/journal.pone.0241658\">ihr Wohlbefinden sei insgesamt gering<\/a>.<\/p>\n<p>Gem&auml;&szlig; einer Vorauswertung der sogenannten NAKO-Gesundheitsstudie hat sich <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/gesundheit\/krankheiten-symptome\/id_88811960\/nako-studie-diese-altersgruppe-hat-der-corona-lockdown-besonders-belastet.html\">die mentale Gesundheit vieler Menschen in Deutschland durch den Lockdown im Fr&uuml;hjahr verschlechtert<\/a>. Angst, Stress und Anzeichen von Depressionen h&auml;tten deutlich zugenommen. Besonders gro&szlig; sei die psychische Belastung in der Altersgruppe der 20- bis 40-J&auml;hrigen gewesen, darunter vor allem bei Frauen bis Ende 30, w&auml;hrend die Forscher bei den &uuml;ber 60-J&auml;hrigen keine relevanten Ausschl&auml;ge nach oben registriert haben. Die Untersuchung ist auf mehrere Jahrzehnte angelegt und wird von einem Netzwerk deutscher Forschungseinrichtungen wie der Helmholtz-, der Leibniz-Gemeinschaft und diversen Universit&auml;t durchgef&uuml;hrt. <\/p>\n<p>Nach einer Erhebung des Fachjournals &bdquo;Medscape&ldquo; vom 10. November sind es vermehrt auch &Auml;rzte, die auf die anhaltende Pandemie mit Anzeichen von &Uuml;berforderung in Form von Depressionen und Burnout reagieren. So h&auml;tte jeder zweite Befragte angegeben, dass sich das <a href=\"https:\/\/deutsch.medscape.com\/diashow\/49000709#1\">Gef&uuml;hl von &Uuml;berlastung und schlechter Stimmung durch die Krise verst&auml;rkt hat<\/a>. &bdquo;Genau wie alle anderen Menschen weltweit plagt &Auml;rzte die Verunsicherung &uuml;ber die st&auml;ndig ver&auml;nderten Verhaltensregeln und Arbeitsabl&auml;ufe&ldquo;, schrieb das Magazin. &bdquo;Die Zukunft ist unsicher. Das Vertrauen auf einen Impfstoff als Allheilmittel gegen die Pandemie ist wahrscheinlich zu naiv gedacht. Das verursacht Psychostress.&ldquo;<\/p><\/li>\n<li><strong>Vereinsamung <\/strong>\n<p>Ein Team des University College London hat die gesundheitlichen Folgen von Einsamkeitsempfindungen untersucht, wie sie viele, gerade &auml;ltere Menschen aufgrund der zum Zweck der Viruseind&auml;mmung getroffenen Isolierungsma&szlig;nahmen durchleben. Nach den Befunden der Langzeitstudie steigt mit dem Alleinsein das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko (CVD) deutlich. &bdquo;Der Anstieg um ein Punkt auf der Einsamkeitsskala ging mit einer Erh&ouml;hung des Risikos einer CVD um f&uuml;nf Prozent einher&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/216608\">fasste das &bdquo;Deutsche &Auml;rzteblatt&ldquo; die Ergebnisse zusammen<\/a>. Das Risiko einer Klinikaufnahme wegen einer kardiovaskul&auml;ren Erkrankung stieg demnach mit jedem h&ouml;heren Punkt um acht Prozent. Die Zeitung zitierte den Kardiologen Hans-Joachim Trappe mit den Worten: &bdquo;Menschen jeden Alters sollten deshalb, auch in den schwierigen &sbquo;Coronazeiten&lsquo;, versuchen, soziale Kontakte zu pflegen, sich zu besch&auml;ftigen und mit anderen Menschen zu kommunizieren.&ldquo;<\/p>\n<p>Zu &auml;hnlichen Ergebnissen gelangte eine <a href=\"https:\/\/www.studyfinds.org\/social-isolation-increases-risk-of-heart-attack-stroke-death-from-all-causes\/\">im Mai vorgelegte Studie des Universit&auml;tsklinikums Essen<\/a>. Sozial isolierte Menschen erleiden danach mit &uuml;ber 40 Prozent h&ouml;herer Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine andere gr&ouml;&szlig;ere Herz-Kreislauferkrankung. Dar&uuml;ber hinaus sei die Gefahr, an irgendeiner anderen Krankheit zu sterben, bei sozial isolierten Menschen um fast 50 Prozent h&ouml;her.<\/p>\n<p>Eine &bdquo;Epidemie der Einsamkeit&ldquo; durch Kontaktverbote und Abstandsregeln bef&uuml;rchtet der Hamburger Erziehungswissenschaftler und Zukunftsforscher Horst Opaschowski. Seit den &bdquo;Bleib-zu-Hause&rdquo;-Empfehlungen der Politik wohnen und leben immer mehr Menschen in Deutschland &bdquo;allein daheim&ldquo;, sagte Opaschowski dem &bdquo;Redaktionsnetzwerk Deutschland&ldquo; (RND). Zum Beleg verwies er auf eine Umfrage von Mitte M&auml;rz dieses Jahres, als der Lockdown begann. Dabei vertraten 84 Prozent die Ansicht: &bdquo;F&uuml;r viele &auml;ltere Menschen wird in Zukunft die Kontaktarmut genauso belastend wie die Geldarmut sein.&ldquo; In einer fr&uuml;heren Befragung im Januar 2019 hatten dies lediglich 61 Prozent ge&auml;u&szlig;ert. <\/p>\n<p>In besagtem RND-Beitrag wird ferner berichtet, dass die Hamburger Telefonseelsorge in der ersten Phase der Pandemie zwischen Mitte M&auml;rz und Mitte Mai 25 bis 30 Prozent mehr Anrufe erhalten hat als sonst. &bdquo;Viele Anrufe sind Ausdruck tiefer Einsamkeit von Menschen&ldquo;, befand dazu Stefan Deutschmann vom Diakonischen Werk der Hansestadt. Bundesweit h&auml;tten die rund 100 von den beiden gro&szlig;en Kirchen getragenen Telefonseelsorgestellen eine &auml;hnlich gro&szlig;e Zunahme der Gespr&auml;chskontakte verzeichnet, schrieb RND. Ende Oktober beschied Ralf Meister, Bischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article218987506\/Weihnachten-und-Corona-Problem-der-Einsamkeit-droht-zu-eskalieren.html\">gegen&uuml;ber der Zeitung &bdquo;Die Welt&ldquo;<\/a>: &bdquo;Ja, das alte Problem der Einsamkeit zu Weihnachten droht in diesem Jahr zu eskalieren.&ldquo;<\/p><\/li>\n<li><strong>Verschobene Behandlungen<\/strong>\n<p>Die Deutsche Krebshilfe hatte schon im Sommer beklagt, dass durch den ersten Lockdown im Fr&uuml;hjahr zwischen M&auml;rz und Juli rund 50.000 Krebsoperationen vertagt worden waren. Das entsprach fast einem Viertel der Behandlungen, au&szlig;erdem seien Vorsorgeuntersuchungen wie etwa Mammografien ausgefallen. Dadurch sch&ouml;ben die deutschen Kliniken und Arztpraxen eine &bdquo;Bugwelle von verschobenen therapeutischen und diagnostischen Ma&szlig;nahmen&ldquo; vor sich her, was zu lebensbedrohlichen Situationen f&uuml;r manchen Patienten f&uuml;hren k&ouml;nne, <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/panorama\/krebsoperationen-verschoben-corona-100.html\">monierte seinerzeit Verbandschef Gerd Nettekoven<\/a>. <\/p>\n<p>In einer fr&uuml;heren Mitteilung vom Juni wiesen die Deutsche Krebshilfe und der Bundesverband &bdquo;Haus der Krebs-Selbsthilfe&ldquo; (HKSH) zudem auf die finanziellen N&ouml;te von Krebspatienten hin, die sich durch die Krise noch versch&auml;rft h&auml;tten. Dies betreffe vor allem Menschen, die wegen Kurzarbeit oder aufgrund einer bereits erfolgten K&uuml;ndigung Angst um ihr Auskommen haben&ldquo;, erkl&auml;rte seinerzeit Ernst-G&uuml;nther Carl, Bundesvorsitzender HKSH. &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.hausderkrebsselbsthilfe.de\/2020\/06\/04\/krebs-und-armut-corona-krise-verschaerft-finanzielle-einbussen-und-existenzsorgen-von-krebspatienten\/\">Wir gehen davon aus, dass derartige Anfragen erheblich zunehmen werden, sobald sich die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie deutlicher abzeichnen.<\/a>&ldquo; <\/p>\n<p>Mit Blick auf den ersten Lockdown berichteten im Oktober im Fachjournal &bdquo;Medscape&ldquo; &Auml;rzte aus verschiedenen L&auml;ndern von <a href=\"https:\/\/deutsch.medscape.com\/artikelansicht\/4909409#vp_1\">erheblichen Einschr&auml;nkungen im Bereich der Krebsbehandlungen und dem damit verbundenen Verlust von Menschenleben<\/a>. Karol Sikora von der University of Buckingham Medical School in London sagte: &bdquo;Die Krebsdiagnostik kam praktisch zum Stillstand, zum Teil, weil die Patienten keine Hilfe suchten, aber es war auch sehr schwierig, &uuml;berhaupt Scans und Biopsien zu bekommen. Sogar Patienten, die unter der &sbquo;Zwei-Wochen-Wartezeit-Regel&lsquo; eine Dringlichkeits&uuml;berweisung hatten, wurden abgelehnt.&ldquo; Benjam&iacute;n Domingo Arru&eacute; vom Hospital Universitari i Polit&egrave;cnic La Fe in Valencia in Spanien bemerkte: &bdquo;Ich glaube, dass die von uns &uuml;bermittelte Botschaft &sbquo;Bleib zu Hause&lsquo; von den Patienten, die viel fr&uuml;her in die Notaufnahme h&auml;tten kommen sollen und die deshalb mit einem viel schlechteren Allgemeinzustand eingeliefert wurden, zu rigoros befolgt wurde.&ldquo; <\/p>\n<p>Eine Modellstudie des britischen Gesundheitsdienstes National Health Service, &uuml;ber die &bdquo;Medscape&ldquo; im Juli berichtete, deutet darauf hin, dass verz&ouml;gerte Dringlichkeits&uuml;berweisungen mit Verdacht auf Krebs <a href=\"https:\/\/www.medscape.com\/viewarticle\/934370\">zu Tausenden von zus&auml;tzlichen Todesf&auml;llen und Zehntausenden verlorenen Lebensjahren f&uuml;hren werden<\/a>. Im Falle anhaltender Ma&szlig;nahmen von &bdquo;Social Distancing&ldquo; f&uuml;r einen Zeitraum von zw&ouml;lf Monaten prognostizieren die Forscher je nach Krebstyp zus&auml;tzliche Opferzahlen im Umfang von 4,8 bis 16,7 Prozent gegen&uuml;ber &bdquo;Normalzeiten&ldquo; innerhalb der kommenden f&uuml;nf Jahre. F&uuml;r das Vereinigte K&ouml;nigreich entspr&auml;che das dem Verlust von bis zu 63.229 Lebensjahren. <\/p>\n<p>Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leiden Menschen mit Demenz und ihre Angeh&ouml;rigen durch die Einschr&auml;nkung sozialer Kontakte besonders unter der Pandemie. W&auml;hrend des Lockdowns im Fr&uuml;hjahr w&auml;ren viele Unterst&uuml;tzungsm&ouml;glichkeiten, wie etwa Tagespflegen, weggebrochen, hatte Verbandschefin Monika Kraus im September <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/116639\/Alzheimerexperten-warnen-vor-erneuter-krankmachender-Isolation-demenzkranker-Menschen\">gegen&uuml;ber dem &bdquo;Deutschen &Auml;rzteblatt&ldquo; beklagt<\/a>. Michael Rapp, Pr&auml;sident der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) &auml;u&szlig;erte, dass die Kohorte an Demenzkranken, die jetzt in Pflegeheimen leben, einen deutlichen Verlust an Lebensqualit&auml;t und ein schnelleres Fortschreiten der Erkrankung erfahren werden. &bdquo;Das Weglassen einer Therapie bedeutet den Verlust ihrer Wirksamkeit, speziell &uuml;ber drei, sechs oder mehr Monate.&ldquo; Gelitten habe auch die Forschung. So seien klinische Untersuchungen von Patienten unterbrochen, Forschungsprojekte gestoppt und der Ambulanzbetrieb massiv heruntergefahren worden.<\/p><\/li>\n<li><strong>Suizide<\/strong>\n<p>Die im Zuge der Corona-Krise aufgetretenen Leiden und Probleme gesundheitlicher, sozialer und finanzieller Art k&ouml;nnten vermehrt auch in suizidalen Handlungen m&uuml;nden, warnen Experten. F&uuml;r Deutschland l&auml;sst sich dies bisher nicht statistisch festmachen. Zahlen aus Frankfurt (Main) deuten sogar auf einen R&uuml;ckgang der Selbstmorde in der ersten Jahresh&auml;lfte hin, <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/117216\/Moeglicherweise-weniger-Suizide-seit-Corona\">wie das &bdquo;Deutsche &Auml;rzteblatt&ldquo; berichtete<\/a>. Allerdings ist die entsprechende Datenlage nicht repr&auml;sentativ und auch sonst ist das Thema mit vielen Unsicherheiten behaftet. So l&auml;sst sich vermuten, dass die Zahl der Selbstt&ouml;tungen im Zusammenhang mit Corona zunehmen k&ouml;nnte, wenn die Notlagen sich weiter verl&auml;ngern, etwa weil Menschen langfristig in Arbeitslosigkeit und Armut haften bleiben oder mit ihrem Unternehmen bankrott gehen. <\/p>\n<p>Wie eine Studie der Technischen Universit&auml;t M&uuml;nchen (TUM) zeigt, sind Menschen mit psychischen Vorbelastungen w&auml;hrend der Krise besonders stark suizidgef&auml;hrdet. Im Untersuchungszeitraum 2020 hatten 49 von insgesamt 231 psychiatrischen F&auml;llen einen Bezug zu Covid-19. Sie litten an akuten Verwirrtheitszust&auml;nden, Einsamkeit, Angst vor einer Infektion mit Covid-19 oder Belastungen durch Ausgangsbeschr&auml;nkungen. Davon unternahmen elf einen Suizidversuch, womit der Anteil an Selbstmordversuchen mit 22&#8239;Prozent im Vergleich zu Patienten ohne Anamnese einer Covid-Belastung (sechs Prozent) signifikant erh&ouml;ht gewesen sei, <a href=\"https:\/\/www.univadis.de\/viewarticle\/hoher-anteil-an-suizidversuchen-bei-patienten-mit-covid-assoziierten-psychischen-belastungen-726378?u=g7Nnk16ewgt5nqa43rwVMW9Fh%2Bi9w3Ooqq4pvl0EpcDmBgdYCQO2xt1ZPZlm3FSm&amp;ecd=wnl_spe_200803_uniday_MUDDE_4386644&amp;utm_source=automated&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=medical%20updates%20-%20daily%202.5%20spes&amp;utm_content=4386644&amp;utm_term=\">res&uuml;mierte Ende Juli das Medizinerportal Univadis<\/a>.<\/p>\n<p>In der Auslandspresse finden sich aber sehr wohl Anhaltspunkte f&uuml;r eine gestiegene Zahl an Selbstt&ouml;tungen. So schrieb etwa der US-Nachrichtensender ABC im Mai von einem dramatischen Anstieg der Selbstmorde und Selbstmordversuche. &bdquo;Das ist ohne Beispiel. Wir haben noch nie solche Zahlen in einer so kurzen Zeitspanne gesehen&ldquo;, befand Mike DeBoisblanc, Leiter der Notaufnahme des Krankenhauses in Walnut Creek in der N&auml;he von San Francisco, und weiter: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.stern.de\/gesundheit\/der-preis-des-lockdowns----in-vier-wochen-suizide-wie-in-einem-ganzen-jahr--9275302.html\">Ich meine, wir haben in den letzten vier Wochen Suizidversuche in einem Umfang sonst wie in einem ganzen Jahr erlebt<\/a>&ldquo;.<\/p>\n<p>Der Rechtsmediziner Michael Tsokos von der Berliner Charit&eacute; hat im Zusammenhang mit Corona  gar ein neues Selbstmordmotiv ausgemacht. &bdquo;N&auml;mlich, dass Menschen aus Angst vor dem Tod den Tod als Ausweg w&auml;hlen.&ldquo; Das kenne er bisher weder von HIV noch von Krebs- oder Influenzaerkrankungen&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/news\/rechtsmediziner-mahnt-michael-tsokos-wir-werden-eine-psycho-soziale-pandemie-erleben_id_11988295.html\">bekundete der Arzt schon im Mai gegen&uuml;ber dem &bdquo;Focus&ldquo;<\/a>. Konkret berichtete er von seinen Erfahrungen mit acht derartigen Todesf&auml;llen. &bdquo;Das Tragische ist, dass diese Menschen, die wir untersucht haben, ja auch gar nicht an Covid-19 erkrankt waren.&ldquo; <\/p><\/li>\n<\/ol><p>Titelbild: SV Production \/ Shutterstock<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/978b6feaa3714e339fe884c6af334077\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Vorbemerkung der NachDenkSeiten-Redaktion:<\/strong> Weil die Folgen der Corona-Ma&szlig;nahmen offensichtlich nicht im Blick der politisch entscheidenden Personen sind, haben wir auf den NachDenkSeiten am 22. Oktober unter der &Uuml;berschrift &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66081\">Die im Dunkeln sieht man nicht<\/a>&ldquo; um Erfahrungsberichte unserer Leserinnen und Leser gebeten. Diese haben wir dann <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/201026-Endf-Die-im-Dunkeln-sieht-man-nicht.pdf\">am 26. Oktober<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/201109-Endf-Die-im-Dunkeln-%20Leserzuschriften-Teil-2-tr-AM.pdf\">am 10. 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