{"id":6749,"date":"2010-09-16T09:15:09","date_gmt":"2010-09-16T07:15:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6749"},"modified":"2010-09-16T09:15:09","modified_gmt":"2010-09-16T07:15:09","slug":"hinweise-des-tages-1228","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6749","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Atomdeal, LobbyControl bei Phoenix, Ex-Lehman-Banker Sony Kapoor, Finanztransaktionssteuer, Gysi-Rede, Mangel im &Uuml;berfluss, Ministerin beim Tricksen erwischt, Glosse: Wie einst die Entdeckung des Arbeitslosen-Gens dem Staat Ausgaben in Milliardenh&ouml;he ersparte, eine Bande der Bigotten, Schlechtes Zeugnis f&uuml;r Deutschland, Bertelsmann und die Machtzentren der BRD, das XL steht f&uuml;r &uuml;bergro&szlig;es Wunschdenken, Geschenke der Pharmaindustrie, Frankreich steht wegen Roma EU-Strafverfahren bevor, zu guter Letzt. (RS\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Merkel schloss R&ouml;ttgen bei Verhandlungen &uuml;ber den Atomdeal aus <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Der Atomdeal &ndash; Eine kleine Chronologie undemokratischer Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Videostream &ndash; LobbyControl bei Phoenix<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Ex-Lehman-Banker Sony Kapoor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Statt Sparhaushalt: Finanztransaktionssteuer f&uuml;r Entwicklung, Klima und Soziales<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Gregor Gysi, DIE LINKE: &raquo;Sie sind die Bundeskanzlerin der Lobbyisten&laquo; <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Mangel im &Uuml;berfluss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Ministerin beim Tricksen erwischt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Sie sind pr&auml;destiniert: Wie einst die Entdeckung des Arbeitslosen-Gens dem Staat Ausgaben in Milliardenh&ouml;he ersparte.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Eine Bande der Bigotten: Dr. Sarrazin, Herr Henkel und die Bank of America<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Europ&auml;ische Bildungsziele: Schlechtes Zeugnis f&uuml;r Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Oh, wie sch&ouml;n ist G&uuml;tersloh. Bertelsmann und die Machtzentren der BRD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Dierk Hirschel: Das XL steht f&uuml;r &uuml;bergro&szlig;es Wunschdenken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Geschenke der Pharmaindustrie &ndash; Bestechung sch&ouml;ngeredet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Frankreich steht wegen Roma EU-Strafverfahren bevor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Zu guter Letzt:<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6749&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Merkel schloss R&ouml;ttgen bei Verhandlungen &uuml;ber den Atomdeal aus <\/strong><br>\nUmweltminister R&ouml;ttgen erkl&auml;rte, dass bei den Verhandlungen kein Vertreter des auch f&uuml;r Reaktorsicherheit zust&auml;ndigen Ministeriums anwesend war.<br>\nEs wird f&uuml;r neue Mutma&szlig;ungen sorgen, wenn Umweltminister Norbert R&ouml;ttgen nun in der auf Antrag der Gr&uuml;nen einberufenen Sondersitzung des Umweltausschusses am Mittwoch versicherte, dass er und das Umweltministerium nicht an den Verhandlungen zum Vertrag &uuml;ber die Laufzeitverl&auml;ngerung der AKWs beteiligt waren. Offenbar war es der Bundeskanzlerin zu riskant, R&ouml;ttgen, der sich f&uuml;r k&uuml;rzere Laufzeiten und hohe Sicherheitsma&szlig;nahmen ausgesprochen hat, zu beteiligen, um den Deal mit den Konzernen nicht zu gef&auml;hrden. R&ouml;ttgen machte anschlie&szlig;en gute Miene zum Spiel und erscheint nun durch diesen Ausschluss entweder als einflussloser Popanz oder als Politiker, der sich von Regierungspoltik absetzen will (Atomstreit brodelt auch in der Union weiter).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/2\/148380\">heisse.de: Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Es ist ein kaum fassbarer Vorgang, da&szlig; der f&uuml;r die Atompolitik und vor allem f&uuml;r die Reaktorsicherheit verantwortliche Bundesminister nicht an den Verhandlungen zum Atomdeal beteiligt wurde. Die Bedienung von Lobbyinteressen durch die schwarz-gelbe Bundesregierung sticht geradezu ins Auge!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der Atomdeal &ndash; Eine kleine Chronologie undemokratischer Politik<\/strong><br>\nDie Entstehung des Deals zwischen Energiekonzernen und Bundesregierung &uuml;ber die Verl&auml;ngerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke ist ein Paradebeispiel f&uuml;r undemokratische Politik. Wir tragen die Tiefpunkte zusammen &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/09\/der-atomdeal-eine-kleine-chronologie-undemokratischer-politik\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Videostream &ndash; LobbyControl bei Phoenix<\/strong><br>\nUnser Vorstandsmitglied Ulrich M&uuml;ller nahm am Dienstag, den 14.09.2010 als Gespr&auml;chspartner in der TV-Talkshow &bdquo;PHOENIX Runde&ldquo; zum Thema &ldquo;Der Atomkompromiss &ndash; Energierevolution oder Sieg des Lobbyismus?&rdquo; teil. Als weitere G&auml;ste waren Michael Fuchs (CDU), Dorothea Steiner (B&uuml;ndnis 90\/Gr&uuml;ne) und Prof. Dr. Thomas von Winter (Politologe) geladen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/09\/programmtipp-lobbycontrol-bei-phoenix\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ex-Lehman-Banker Sony Kapoor<\/strong><br>\n&ldquo;Eine neue Krise ist jederzeit m&ouml;glich&rdquo;<br>\nVor zwei Jahren ging die US-Investmentbank Lehman Brothers pleite. Sony Kapoor war dort Banker &ndash; und stieg mit 29 Jahren aus. Ein Gespr&auml;ch &uuml;ber Boni, Basel III und nicht-essbares Gold.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/eine-neue-krise-ist-jederzeit-moeglich\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Statt Sparhaushalt: Finanztransaktionssteuer f&uuml;r Entwicklung, Klima und Soziales<\/strong><br>\nBeschluss im Bundestag &uuml;berf&auml;llig \/ Jetzt in Europa einf&uuml;hren<br>\nDer Haushaltsentwurf der Bundesregierung offenbart enorme Defizite bei der Finanzierung von Entwicklung, Klimaschutz und Sozialem &ndash; unn&ouml;tigerweise, wie Robin Hood heute vor dem Brandenburger Tor zeigte: Mit prallen Gelds&auml;cken, in denen die Einnahmen aus der Finanztransaktionssteuer (FTS) stecken, f&uuml;llten als Robin Hood Kost&uuml;mierte eine leere, &uuml;berdimensionale Haushaltskasse mit der  Aufschrift &ldquo;Entwicklung, Klima, Soziales&rdquo;. Mit der Aktion kritisierte das Kampagnenb&uuml;ndnis &ldquo;Steuer gegen Armut&rdquo; den Haushaltsentwurf und forderte die Abgeordneten auf, sich nach dem vorl&auml;ufigen Scheitern der Steuer auf internationaler Ebene mit einem Beschluss f&uuml;r die Einf&uuml;hrung der FTS in Europa stark zu machen. Dabei sollte die z&uuml;gige Einf&uuml;hrung in der Euro-Zone, parallel aber auch in der ganzen Europ&auml;ischen Union, vorangetrieben werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.steuer-gegen-armut.org\/fileadmin\/Bildgalerie\/Kampagnen-Seite\/Wer_wir_sind\/Presse\/2010\/100915_Pressemitteilung_Haushaltsdebatte.pdf\">Attac [PDF &ndash; 81.4 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Gregor Gysi, DIE LINKE: &raquo;Sie sind die Bundeskanzlerin der Lobbyisten&laquo; <\/strong><br>\nLobbyisten entscheiden inzwischen in Deutschland dar&uuml;ber, was sie bekommen und was sie zu leisten bereit sind. Die Kanzlerin verletzt permanent ihren Amtseid, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden und Gerechtigkeit gegen&uuml;ber jedermann zu leisten. &ldquo;Sie sind keine Kanzlerin der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der Rentnerinnen und Rentner, der Hartz IV-Empf&auml;ngerinnen und Hartz IV-Empf&auml;nger und auch nicht der kleinen und mittleren Unternehmerinnen und Unternehmer&rdquo;, h&auml;lt Gregor Gysi der Kanzlerin in seiner Antwort auf deren Rede zum Bundeshaushalt vor. Die Menschen &ldquo;lassen sich das nicht mehr bieten. Es gibt einen rebellischen Geist in der Bev&ouml;lkerung&rdquo;, warnt Gysi und sagt der CDU-Vorsitzenden vorher, dass sie nach 2013 nicht mehr Kanzlerin sein wird[&hellip;]&ldquo;<br>\nQuelle und komplettes Video: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/user\/linksfraktion?feature=mhum#p\/a\/u\/0\/P7n0_gIh5IE\">YouTube: Gregor Gysi, DIE LINKE: &raquo;Sie sind die Bundeskanzlerin der Lobbyisten&laquo; <\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Mangel im &Uuml;berfluss<\/strong><br>\nOhne gro&szlig;es Aufsehen hat die Bundesregierung ein &raquo;Sparpaket&laquo; beschlossen, das die Ressentiments gegen die prek&auml;re Unterschicht in Form von Gesetzen festschreibt.&nbsp; Statt des Protests gegen jene Sparma&szlig;nahmen, die vor allem Sozialleistungen betreffen und die Folgen der Finanzkrise auf die Lohnabh&auml;ngigen abw&auml;lzen, regt sich bei gro&szlig;en Teilen der deutschen Bev&ouml;lkerung der Hass auf die Unterschicht, auf die &raquo;Integrationsverweigerer&laquo; und &raquo;Faulenzer&laquo;. W&uuml;rde noch h&auml;rter durchgegriffen, so offenbar die Hoffnung, tr&auml;fe die Krise nicht mehr die sich vom Abstieg bedroht f&uuml;hlende Mittelschicht, sondern nur die noch weiter unten Stehenden, die Unn&uuml;tzen. In den Tagen, in denen Sarrazin dank seiner kruden Thesen mehr und mehr zum Volkshelden wird, der endlich sagt, was alle denken, und die Regierung mit gro&szlig;er Geste verspricht, die Diskussion zu versachlichen und endlich &raquo;ohne Tabus&laquo; &uuml;ber &raquo;Integration&laquo; zu sprechen &ndash; als h&auml;tte es die qu&auml;lenden Debatten der letzten zehn Jahre nicht gegeben &ndash; wird nahezu unkommentiert das &raquo;Sparpaket&laquo; auf den Weg gebracht, vor dem die Opposition seit der letzten Bundestagswahl unabl&auml;ssig warnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2010\/36\/41668.html\">Jungle World<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ministerin beim Tricksen erwischt<\/strong><br>\nVon der Leyen will Hartz-IV-Regelsatz runterrechnen und das dann Basisgeld nennen<br>\nDer Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband hat Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwoch vor einer &Auml;nderung der Berechnungsgrundlage f&uuml;r Hartz IV gewarnt. Sollten die S&auml;tze &raquo;durch statistische Tricksereien k&uuml;nstlich kleingerechnet werden&laquo;, habe das vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand, erkl&auml;rte der Verband. Das Ministerium best&auml;tigte, verschiedene Varianten pr&uuml;fen zu lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/09-16\/048.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Ob 15 Prozent der Bev&ouml;lkerung eine zu kleine Referenzgruppe ist, sei dahingestellt. Das Problem mit dieser Methode ist allerdings, dass die H&ouml;he der Hartz-IV-Leistungen das Ausgabenverhalten der Referenzgruppe z.T. bestimmt, weil ein erheblicher Teil dieser Referenzgruppe Hartz-IV bezieht. Da die Ausgaben von Hartz-IV-Empf&auml;nger normalerweise deren Hartz-IV-Leistungen nicht &uuml;bersteigen k&ouml;nnen, bestimmt die H&ouml;he der Hartz-IV-S&auml;tze die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die H&ouml;he der Hartz-IV-S&auml;tze. Wenn &ndash; wie vom Bundesverfassungsgericht verlangt &ndash; die H&ouml;he der Hartz-IV-S&auml;tze sich am Bedarf zu orientieren hat, dann d&uuml;rfte die Referenzgruppe keine Haushalte enthalten, deren Einkommen unterhalb des Existenzminimums liegt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Sie sind pr&auml;destiniert: Wie einst die Entdeckung des Arbeitslosen-Gens dem Staat Ausgaben in Milliardenh&ouml;he ersparte.<\/strong><br>\nNoch vor gar nicht allzu langer Zeit dachte man, Arbeitslosigkeit sei ein &raquo;soziales Risiko&laquo;, also etwas, das potentiell jeden treffen k&ouml;nne und das daher nach gesellschaftlicher Absicherung verlange. Wenn Arbeitslosigkeit auch mich treffen kann, so dachten die Menschen, dann ist es gar nicht unpraktisch, jeden Einzelnen f&uuml;r den Fall abzusichern, dass er unschuldigerweise seiner Verwert- und Nutzbarkeit verlustig geht. Daher stammt die heute irrwitzig erscheinende Idee, dass der Staat Arbeitslosen selbst f&uuml;r ihr nutzloses Dahinsiechen vor Flachbildfernsehern Beitr&auml;ge in ihre Rentenkasse einzahlen solle. Freilich nicht viel, aber immerhin so viel, dass sich der monatliche Rentenanspruch des Arbeitslosen pro Jahr um 2,09 Euro erh&ouml;hte.<br>\nDoch die Zeiten haben sich ge&auml;ndert, denn im Zuge der Entdeckung des Juden- und des Basken-Gens durch den Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin wurde auch das Arbeitslosen-Gen entschl&uuml;sselt. So begriff man schlie&szlig;lich, dass es derlei Symbolpolitik wie etwa Rentenzusch&uuml;sse f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger gar nicht bedarf, sondern dass vielmehr jede noch so kleine Anerkennung f&uuml;r Arbeitslose nur zu deren Vermehrung beitr&auml;gt. Also strich man den Empf&auml;ngern von Leistungen der Leistungstr&auml;ger den Rentenbeitrag und ersparte damit den Steuerzahlern in den Jahren 2011 bis 2014 7,2 Milliarden Euro. Auch strich man das Elterngeld f&uuml;r Arbeitslose, um deren unermessliche Geb&auml;rfreude und damit endlich auch die Arbeitslosigkeit selbst wirksam zu bek&auml;mpfen. Das ersparte dem Staat im genannten Zeitraum 1,6 Milliarden Euro. Die sogenannten Pflichtleistungen, mit denen der Staat einst Arbeitslosen rechtm&auml;&szlig;ig garantierte, durch mehr oder weniger geeignete Ma&szlig;nahmen ihre Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt voranzutreiben, wurden durch &raquo;Ermessensleistungen&laquo; ersetzt. Denn wenn der Arbeitsvermittler ahnt, dass sein ungl&uuml;ckseliges Gegen&uuml;ber das Arbeitslosen-Gen in sich tr&auml;gt, was sollen da schon Bewerbungskurse ausrichten? Die Umwandlung von Pflicht- in Ermessensleistungen seitens der staatlichen Arbeitslosenbetreuung sparte im selben Zeitraum immerhin 16 Milliarden Euro ein und entlasteten damit die Leistungstr&auml;ger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2010\/36\/41670.html\">Jungle World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Im Anbetracht des aktuellen Diskussionsniveaus k&ouml;nnte man diesen satirischen Beitrag fast mit einem ernst gemeinten verwechseln.<\/em><\/p>\n<p><em>Passend dazu ist folgender Beitrag, den William K. Black f&uuml;r die NachDenkSeiten geschrieben hat:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Eine Bande der Bigotten: Dr. Sarrazin, Herr Henkel und die Bank of America<\/strong><br>\nWilliam K. Black nimmt die Entr&uuml;stung, die Thilo Sarrazin hervorruft, zum Anlass, eine alte Forderung an die Bank of America zu erneuern: Feuert Hans-Olaf Henkel. Der ehemalige BdI-Pr&auml;sident ist der Chefberater des Bankgiganten in Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/nds_black_sarrazin_de.pdf\">NachDenkSeiten [PDF &ndash; 67.2 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Bill Black erinnert uns daran, dass Sarrazin mit seinen Ansichten keineswegs au&szlig;erhalb des Mainstream-Denkens steht, wie die Gleichg&uuml;ltigkeit der Bank of America im Bezug auf Henkel zeigt. Es geht also weniger um Sarrazin, als um ein gesellschaftliches Umfeld, das ihn f&uuml;r hoff&auml;hig h&auml;lt und f&uuml;r seine Ansichten sogar bejubelt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Europ&auml;ische Bildungsziele: Schlechtes Zeugnis f&uuml;r Deutschland<\/strong><br>\nDie EU hatte ehrgeizige Pl&auml;ne: Sie wollte den &ldquo;wettbewerbsf&auml;higsten&rdquo; Wirtschaftsraum schaffen und dabei auch in Sachen Bildung gro&szlig;e Spr&uuml;nge machen. Hinter ihren Zielen f&uuml;r 2010 aber f&auml;llt sie weit zur&uuml;ck; vor allem Deutschland kann mit der Konkurrenz nicht Schritt halten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wissenschaft\/schlechtes-zeugnis-fuer-deutschland\/-\/1472788\/4647030\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Oh, wie sch&ouml;n ist G&uuml;tersloh. Bertelsmann und die Machtzentren der BRD<\/strong><br>\nDer Bertelsmann-Konzern ist 175 Jahre alt. Gefeiert wird morgen in Berlin mit einem gro&szlig;en Festakt mit allerlei Prominenz &ndash; vor allem aus der Politik. Das passt fabelhaft. Denn seit langem verkauft Bertelsmann nicht nur B&uuml;cher und sonstige Medien, sondern vor allem politische Expertise. Die Bertelsmann-Stiftung ber&auml;t nicht nur Politiker, sie macht Politik in einem Ma&szlig;e, dass Kritiker schon von einer Nebenregierung in G&uuml;tersloh sprechen. Ja, was denn sonst. Die Machtzentren dieser Republik liegen doch nicht in den Metropolen. Nicht in Berlin oder Hamburg oder M&uuml;nchen oder K&ouml;ln. Sondern sie lagen immer schon in der vermeintlichen Provinz. In G&uuml;tersloh, in Wolfsburg, in F&uuml;rth, in Untert&uuml;rkheim, in R&uuml;sselsheim. Oh, wie sch&ouml;n ist G&uuml;tersloh &ndash; die Machtzentren der Republik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mp3.podcast.hr-online.de\/mp3\/podcast\/derTag\/derTag_20100915.mp3\">hr2\/Kultur &ldquo;Der Tag&rdquo; (Audio-Podcast, mp3, ca. 50 MB, ca. 53 Minuten)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Dierk Hirschel: Das XL steht f&uuml;r &uuml;bergro&szlig;es Wunschdenken<\/strong><br>\nDas Bruttoinlandsprodukt w&auml;chst im zweiten Quartal um sagenhafte 2,2 Prozent und der liberale Wirtschaftsminister Br&uuml;derle philosophiert schon von einem &ldquo;XL-Wachstum&rdquo;. Sommerm&auml;rchen oder Strohfeuer? Dierk Hirschel, Wirtschaftsexperte der Gewerkschaft Verdi, &uuml;ber die T&uuml;cken der aggressiven Exportstrategie und Wachstum auf einem Bein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/konjunktur-oekonom-hirschel-das-xl-steht-fuer-uebergrosses-politisches-wunschdenken-1.987982\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Geschenke der Pharmaindustrie &ndash; Bestechung sch&ouml;ngeredet<\/strong><br>\nNach der langen, harten Ausbildung &ndash; hat man es als Arzt nicht verdient, Geschenke und lukrative Angebote von Pharmaunternehmen anzunehmen? Manche Mediziner rechtfertigen so die Vorteilsannahme. Da darf man sich etwas g&ouml;nnen, wenn ein Pharmavertreter mit Pr&auml;senten daherkommt oder ein lukratives Honorar f&uuml;r einen Vortrag bietet. Das jedenfalls legt eine Studie nahe, die an diesem Mittwoch im Fachblatt Journal of the American Medical Association erschienen ist (Bd.304, S.1204, 2010) Mal ist es nur ein Kaffeebecher mit dem Logo einer Pharmafirma, mal die teure Konferenzreise an einen attraktiven Urlaubsort. Mit kleinen und gro&szlig;en Geschenken werben Pharmakonzerne um das Wohlwollen der verschreibenden Zunft.&nbsp; &ldquo;Ich vermute, dass eine solche Befragung in Deutschland &auml;hnlich ausgehen w&uuml;rde&rdquo;, sagt der Allgemeinarzt Eckhard Schreiber-Weber aus Bad Salzuflen, Mitglied des Vorstands von Mezis. &ldquo;Zwar gibt es in Deutschland keine Studien dazu. Aber unsere Erfahrung l&auml;sst den Schluss zu, dass eine subjektiv empfundene soziale Benachteiligung eine Rolle spielt, wenn &Auml;rzte der Meinung sind, es sei kein Problem, Geschenke von der Pharmaindustrie zu erhalten.&rdquo; Aus Gespr&auml;chen wei&szlig; Schreiber-Weber: &ldquo;Die Kollegen empfinden das offenbar als gerechte Teilhabe am Profit der Pharmaindustrie.&rdquo; Sich selbst und anderen sagten die Mediziner dann: &ldquo;Wo wir so viel arbeiten und so viel in die Praxis investieren, ist es doch in Ordnung, dass wir es uns mal auf Kosten der Pharmaindustrie gutgehen lassen.&rdquo; &ldquo;Auch &Auml;rzte, die sehr gut verdienen, lassen sich durch Zuwendungen manipulieren.&rdquo; Er hebt hervor: &ldquo;Die US-Studie zeigt, wie wichtig psychologische Faktoren beim Pharma-Marketing sind, und wie leicht &Auml;rzte sich beeinflussen lassen, oft ohne dass es ihnen bewusst wird.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/geschenke-der-pharmaindustrie-bestechung-schoengeredet-1.999808\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Frankreich steht wegen Roma EU-Strafverfahren bevor<\/strong><br>\nIm Streit um die Ausweisung von Roma greift die EU-Kommission Frankreich scharf an. Justizkommissarin Reding erkl&auml;rte, die Kommission bereite ein Verfahren wegen Verletzung des EU-Vertrages vor. Reding hatte das Vorgehen Frankreichs gegen die Roma in ungew&ouml;hnlich scharfer Form als eine &bdquo;Schande&ldquo; bezeichnet. Sie sei pers&ouml;nlich davon &uuml;berzeugt, dass die Kommission keine andere Wahl habe, als gegen Frankreich ein Verfahren wegen Vertragsverletzung einzuleiten, sagte das f&uuml;r die Achtung der B&uuml;rgerrechte zust&auml;ndige luxemburgische Mitglied der EU-Exekutive. Nach ihren Worten verst&ouml;&szlig;t Frankreich gegen das in der Europ&auml;ischen Union geltende Recht auf Niederlassungsfreiheit, das jedem EU-B&uuml;rger garantiere, sich in einem Mitgliedstaat seiner Wahl niederlassen zu k&ouml;nnen. Diskriminierungen auf Grund der ethnischen Herkunft oder der Rasse d&uuml;rfe es in Europa nicht mehr geben, sagte Reding. Die franz&ouml;sische Regierung habe noch eine Frist von ein paar Tagen. &bdquo;Aber ich stelle klar: Meine Geduld ist am Ende. Es reicht&ldquo;, sagte sie. Dem Antrag auf ein Verfahren wegen Vertragsverletzung, den sie auf der Grundlage eines dazu erwarteten Rechtsgutachtens stellen wolle, m&uuml;ssten alle 27 Mitglieder der Kommission zustimmen. Das Verfahren kann bis zu einer Klage vor dem Europ&auml;ischen Gerichtshof f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/frankreich-steht-wegen-roma-eu-strafverfahren-bevor\/1933134.html;jsessionid=F59A1DF53FCE8F552DD37122A8038136\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch wenn kaum mit der Zustimmung aller 27 Mitglieder der Kommission zu rechnen ist, sollte man Frau Reding zu dieser in Kommissionskreisen un&uuml;blichen Deutlichkeit gratulieren. Sollte es tats&auml;chlich zu einer Klage kommen, d&uuml;rfte die Ausf&uuml;hrungen des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r ganz Europa Folgen haben, also auch f&uuml;r Italien und einige osteurop&auml;ische L&auml;nder. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Zu guter Letzt:<\/strong><br>\nVolker Pispers: mal wieder spitzenm&auml;&szlig;ig<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/radio\/wdr2\/westzeit\/detail.phtml?id=493439\">WDR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Atomdeal, LobbyControl bei Phoenix, Ex-Lehman-Banker Sony Kapoor, Finanztransaktionssteuer, Gysi-Rede, Mangel im &Uuml;berfluss, Ministerin beim Tricksen erwischt, Glosse: Wie einst die Entdeckung des Arbeitslosen-Gens dem Staat Ausgaben in Milliardenh&ouml;he ersparte, eine Bande<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6749\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6749","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6749","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6749"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6749\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6751,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6749\/revisions\/6751"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}