{"id":6759,"date":"2010-09-17T09:43:11","date_gmt":"2010-09-17T07:43:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6759"},"modified":"2010-09-17T09:43:19","modified_gmt":"2010-09-17T07:43:19","slug":"hinweise-des-tages-1229","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6759","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Das Sommerm&auml;rchen, Kinderarmut in Berlin, K&uuml;rzen, ohne dass es jemand merkt, Bremen: Staatsgeld f&uuml;r Privat-Uni, Das Finanzministerium und die Bankenkrise : &ldquo;Systematische Verschleierung&rdquo;, Sarrazin: Welch hoffnungsloses Menschenbild! (KR)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Das Sommerm&auml;rchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Ein Jahr Mindestarbeitsbedingungsgesetz: Rohrkrepierer statt Mindestlohn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Kinderarmut in Berlin: Die t&auml;glich erlebte Ausgrenzung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">K&uuml;rzen, ohne dass es jemand merkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Nordrhein-Westfalen: Krafts neuer Stil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Bremen: Staatsgeld f&uuml;r Privat-Uni<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Das Finanzministerium und die Bankenkrise : &ldquo;Systematische Verschleierung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">&ldquo;Bertelsmann ist unber&uuml;hrbar&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Welch hoffnungsloses Menschenbild!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Sarrazin: &raquo;Emmely&laquo;-Urteil wirkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Verschwundene Opfer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Streit um Roma: Der Vorteil der Eskalation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Ohne Kriminalit&auml;t w&auml;re das Kosovo nicht &uuml;berlebensf&auml;hig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Kuba-Blockade versch&auml;rft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Frau ohne Freunde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Kolumne von Marcia Pally : Gl&uuml;ckliches Gainsville<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6759&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Das Sommerm&auml;rchen<\/strong><br>\nEin genauerer Blick auf Handelsstruktur und Genese der deutschen Exportindustrie, deren j&uuml;ngste Exportoffensive ma&szlig;geblich zu dem derzeitigen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland beigetragen hat.&acute;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.konicz.info\/?p=1395\">Tomasz Konicz &ndash; Nachrichten aus Osteuropa<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Eine gute &Uuml;bersicht, wenn auch f&uuml;r NachDenkSeiten gr&ouml;&szlig;tenteils nicht neu. Nett ist dieser Absatz:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;In dankenswerter Offenheit bekr&auml;ftigte Thomas Mayer, Chef&ouml;konomen der Deutschen Bank in London, dieses Festhalten an der Strategie des Lohndumpings gegen&uuml;ber Bloomberg: &bdquo;Wir waren erfolgreich beim Aufbau einer der wettbewerbsf&auml;higsten &Ouml;konomien der Welt, warum sollten wir dieses durch ein Aufpumpen der L&ouml;hne jetzt ruinieren?&ldquo;, fragte der Angestellte der Deutschen Bank, die inzwischen wohl auch die Richtlinien deutscher Tarifpolitik ma&szlig;geblich mitbestimmt.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ein Jahr Mindestarbeitsbedingungsgesetz: Rohrkrepierer statt Mindestlohn<\/strong><br>\nF&uuml;r Ex-Arbeitsminister Scholz war es nicht weniger als ein &ldquo;Meilenstein f&uuml;r die Arbeitnehmer&rdquo;: Seit einem Jahr gibt es den Hauptausschuss f&uuml;r Mindestl&ouml;hne. Doch f&uuml;r keine einzige Branche wurden bislang Lohnuntergrenzen beschlossen. Erst vollmundige Versprechen &ndash; und dann ein Rohrkrepierer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/mindestlohn238.html\">ARD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Kinderarmut in Berlin: Die t&auml;glich erlebte Ausgrenzung<\/strong><br>\nNach Angaben des Kinderschutzbundes hat es Ende 2009 in Berlin 490.000 Kinder unter 18 Jahren gegeben, davon lebten 190.000 in Armut. Als arm gilt dabei jedes Kind, dessen Familie Empf&auml;nger von staatlichen Sozialleistungen wie Hartz IV, Grundsicherung oder Asylbewerberleistungen ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2010\/0916\/berlin\/0049\/index.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers F.B.:<\/strong> Immer wieder liest man derlei Artikel in den Zeitungen und sieht Beitr&auml;ge im Fernsehen. Und? Es &auml;ndert sich nichts. Es ist eine Ohnmacht, die wie Tau im Herbst auf uns liegt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>K&uuml;rzen, ohne dass es jemand merkt<\/strong><br>\nDie Einsparungen sind unauff&auml;llig, betreffen nur Minderheiten oder werden dubios gerechtfertigt. Die &ouml;ffentliche Emp&ouml;rung &uuml;ber das aktuelle Haushaltspaket h&auml;lt sich in Grenzen. Eine &ldquo;leise&rdquo; Methode besteht etwa darin, K&uuml;rzungen erst in Zukunft sp&uuml;rbar werden zu lassen, wobei die Betr&auml;ge pro Person auch eher gering sind. So will die Regierung im n&auml;chsten Jahr den Batzen von 1,8 Milliarden Euro sparen, indem f&uuml;r Empf&auml;nger von Arbeitslosengeld II k&uuml;nftig kein Rentenversicherungsbeitrag mehr eingezahlt wird. Pro Jahr des Hartz-IV-Bezugs mache das eine Minderung des monatlichen Rentenanspruchs um nur 2 Euro aus, hei&szlig;t es im Haushaltsbegleitgesetz. Das klingt nach wenig. Aber wer viele Jahre gearbeitet hat und dann mit 55 Jahren keinen Job mehr findet und Hartz IV beziehen muss, kann auf diese Weise am Ende in der Grundsicherung im Alter landen, fr&uuml;her Sozialhilfe genannt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F09%2F16%2Fa0120&amp;cHash=bc767d1214\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Start der neue Regierung in NRW<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Nordrhein-Westfalen: Krafts neuer Stil<\/strong><br>\nNeue Gesichter auf der Regierungsbank, knappe Mehrheitsverh&auml;ltnisse im Landtag: In Nordrhein-Westfalen bricht eine neue Zeit an. Unverbl&uuml;mt und offen nahm die neue Ministerpr&auml;sidentin Hannelore Kraft (SPD) in ihrer ersten Regierungserkl&auml;rung Abschied von einer Finanzpolitik des Streichens, K&uuml;rzens und Sparens, die seit Jahrzehnten zur Grundausstattung aller Regierungen in Bund und L&auml;ndern geh&ouml;rte.<br>\n&bdquo;Wir stellen fest&ldquo;, sagte Kraft, die sich gerne auf ihre Ausbildung als Bankkauffrau und Diplom&ouml;konomin beruft, dass die &bdquo;Politik des Rotstifts bestenfalls kurzfristige Entlastungen bringt&ldquo; und die &uuml;bliche Vorgehensweise mit K&uuml;rzung der Sozialausgaben und Abbau von Personal &bdquo;nicht zu einer langfristigen Konsolidierung gef&uuml;hrt hat&ldquo;. Anders als die Bundesregierung, die selbst bei den Schw&auml;chsten spare, stehe ihre Regierung f&uuml;r eine nachhaltige Finanzpolitik und habe den Mut, in Vorbeugung, Betreuung und Bildung zu investieren. Diese Politik bedeute zun&auml;chst h&ouml;here Ausgaben und gegebenenfalls h&ouml;here Schulden. Doch sie sei &uuml;berzeugt, dass sie im zweiten Schritt zu Wirtschaftswachstum, h&ouml;heren Steuereinnahmen und sinkenden Staatsausgaben f&uuml;hren werde.<br>\n[&hellip;]<br>\nGanz auf die herk&ouml;mmlichen Mittel der Haushaltskonsolidierung will auch die rot-gr&uuml;ne Minderheitsregierung nicht verzichten. 200 zus&auml;tzliche Betriebspr&uuml;fer bei den Finanz&auml;mtern sollen daf&uuml;r sorgen, dass mehr Steuern in die Staatskassen flie&szlig;en und Steuerhinterziehung &ouml;fter entdeckt wird. Au&szlig;erdem will Kraft im Bundesrat daf&uuml;r k&auml;mpfen, dass die Verm&ouml;gensteuer wieder eingef&uuml;hrt und der Spitzensteuersatz erh&ouml;ht wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/krafts-neuer-stil\/1934684.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em>Siehe dazu einen Kommentar:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>D&uuml;sseldorfer Wagemut<\/strong><br>\nSchulden sind gut. In ihrer ersten Regierungserkl&auml;rung hat sich Ministerpr&auml;sidentin Hannelore Kraft von der Politik des Bundes und fast aller L&auml;nder distanziert. Nordrhein-Westfalen geht unter Rot-Gr&uuml;n eigeneWege.<br>\nW&auml;hrend Schwarz-Gelb in Berlin ein dickes Sparpaket schn&uuml;rt, weitet das bev&ouml;lkerungsreichste Bundesland seine Nettoneuverschuldung um 35 Prozent aus. Das ist riskant, aber angebracht.<br>\nIm Grunde setzt Genossin Kraft mit rund zehnj&auml;hriger Versp&auml;tung um, was sozialdemokratische Modernisierer von Blair bis Schr&ouml;der einst versprachen: einen vorsorgenden Sozialstaat, der B&uuml;rger bildet und sie so unabh&auml;ngig von Almosen des Staats werden l&auml;sst. Doch w&auml;hrend die SPD-gef&uuml;hrten Regierungen im vorigen Jahrzehnt nur halbherzig in Schulen investierten und dramatisch bei sozialen Hilfen k&uuml;rzten, macht D&uuml;sseldorf jetzt Ernst. Die Studiengeb&uuml;hren an Rhein und Ruhr werden abgeschafft, Gemeinschaftsschulen eingef&uuml;hrt, die Kita wird gratis. Das kostet. Und kann die Gemeinschaft am Ende doch billiger kommen. Ein Kind unter dem Schutz des Jugendamtes kostet die Kommunen Zehntausende im Jahr. Das gewagte D&uuml;sseldorfer Kalk&uuml;l glaubt daran, irgendwann weniger f&uuml;r Jugendhilfe und Gef&auml;ngnisse zahlen zu m&uuml;ssen.<br>\nOb Krafts Plan langfristig aufgeht, ist unklar. Es gibt keine historische Parallele. Sicher ist aber, dass die Spar-Rezepte ihrer Vorg&auml;nger allesamt gescheitert sind. Steinbr&uuml;ck, Clement und R&uuml;ttgers haben gek&uuml;rzt und am Ende mehr ausgeben m&uuml;ssen. Vielleicht wird Nordrhein-Westfalen nun mit Krafts gewagtem Konzept wieder einmal zum Testlabor f&uuml;r den Bund.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/duesseldorfer-wagemut\/-\/1472602\/4647720\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em>Doch es gibt auch erw&auml;hnenswerte Kritik:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Stellungnahme zum Studiengeb&uuml;hrenabschaffungsgesetz in NRW<\/strong><br>\nEine Regierungskoalition, die sich f&uuml;r Chancengleichheit ausspricht, sollte nicht nur daf&uuml;r Sorge tragen, allgemeine Studiengeb&uuml;hren abzuschaffen, sondern alle H&uuml;rden im Bildungssystem abbauen. Leider mu&szlig;ten wir in diesem Gesetzesentwurf beobachten, dass dies nicht der Fall ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.abs-bund.de\/pm\/show?stripped_title=abs-stellungnahme-zum-studiengeb-hrenabschaffungsgesetz-in-nrw\">Aktionsb&uuml;ndnis gegen Studiengeb&uuml;hren<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Bremen: Staatsgeld f&uuml;r Privat-Uni<\/strong><br>\nInsgesamt zehn Millionen Euro an Zusch&uuml;ssen erh&auml;lt die Jacobs-Uni in den Jahren 2010 und 2011. Das Geld, f&uuml;r das die Parlamentarier gestern ohne Nachfragen gr&uuml;nes Licht gaben, steht nicht in den Haushaltspl&auml;nen, es kommt aus dem Etat f&uuml;r &ldquo;Hochschulbauma&szlig;nahmen&rdquo;, und ein Teil der Summe wird im Vorgriff auf den Haushalt 2012 &ldquo;zwischenfinanziert&rdquo;.<br>\nDas Thema ist in Bremen eigentlich tabu, da nach der Gr&uuml;ndungs-Geldspritze von 120 Millionen Euro und einem demn&auml;chst f&auml;lligen &ldquo;Kredit&rdquo; von 50 Millionen Euro kein weiteres Staatsgeld mehr flie&szlig;en sollte.<br>\nTrotz seiner Haushaltsnotlage leistet sich das Land Bremen diese f&uuml;nf Millionen Zuschuss pro Jahr, weil B&uuml;rgermeister Jens B&ouml;hrnsen (SPD) dies dem mittlerweile verstorbenen Klaus Jacobs zugesagt hatte. Die Jacobs-Foundation hatte zur Deckung der Defizite der Uni f&uuml;nf Mal 15 Millionen Euro zugesagt. Eine gr&ouml;&szlig;ere Spendensumme hatte der M&auml;zen davon abh&auml;ngig gemacht, dass die Uni ihre Finanzlage bis 2011 &uuml;ber anderweitiges Stiftungskapital stabilisiert. Offensichtlich will sich Bremens B&uuml;rgermeister, wenn es 2011 um die Wurst geht, nicht nachsagen lassen, er habe die damalige formlose F&uuml;nf-Millionen-Zusage nicht eingehalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=na&amp;dig=2010%2F09%2F16%2Fa0040&amp;cHash=07c582f2e9\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Das Finanzministerium und die Bankenkrise : &ldquo;Systematische Verschleierung&rdquo;<\/strong><br>\nEine Gruppe Abgeordneter versucht die Ursachen der Finanzkrise zu untersuchen. Einer von ihnen wirft dem Finanzministerium jetzt systematische Verschleierung vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/das-finanzministerium-mauert\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&ldquo;Bertelsmann ist unber&uuml;hrbar&rdquo;<\/strong><br>\nGanz gleich wer in Berlin die Regierung stellt, die Bertelsmann Stiftung aus G&uuml;tersloh regiert immer mit. Ein Interview mit Antje Vollmer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010\/09\/16\/a0123&amp;cHash=4af8e0e97f\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Lesenswert. Wir erlauben uns aber den erg&auml;nzenden Hinweis, dass die NachDenkSeiten von Beginn an &uuml;ber Bertelsmann aufkl&auml;ren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Sarrazin: Welch hoffnungsloses Menschenbild!<\/strong><br>\nSigmar Gabriel: &bdquo;Es ist also im Deutschland des 21. Jahrhunderts m&ouml;glich, mit den eugenischen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts st&uuml;rmischen Beifall zu erzeugen. Eigentlich kann man nur hoffen, dass die lautstarken Bef&uuml;rworter Sarrazins das Buch nicht gelesen haben. Sonst m&uuml;sste jedem &uuml;berzeugten Demokraten und aufgekl&auml;rten B&uuml;rger dieses Landes Angst und Bange werden. Ich gebe freim&uuml;tig zu: Wenn mir etwas Sorge macht, dann nicht Sarrazins Buch, das ich f&uuml;r das absurde Ergebnis eines Hobby-Darwins halte. Viel mehr Sorge macht mir, dass dieser R&uuml;ckgriff auf die Eugenik in unserem Land gar nicht mehr auff&auml;llt, ja mehr noch: als &raquo;notwendiger Tabubruch&laquo; frenetisch gefeiert wird. Das h&auml;tte ich noch vor einem Monat f&uuml;r v&ouml;llig undenkbar gehalten. Wem es bei der Botschaft &raquo;neues Leben nur aus erw&uuml;nschten Gruppen&laquo; nicht kalt &uuml;ber den R&uuml;cken l&auml;uft, der hat wohl nichts begriffen. Thilo Sarrazin muss sich entscheiden, ob er daf&uuml;r wirklich in Anspruch genommen werden will. Die SPD jedenfalls will sich damit nicht in Verbindung bringen lassen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/38\/SPD-Sigmar-Gabriel?page=all&amp;print=true\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Lesenswert &ndash; meiner Meinung nach der bisher beste Beitrag eines Politikers zum Sarrazin-Streit. Gabriel spricht darin die tats&auml;chlich relevanten Einflussfaktoren f&uuml;r die Schichtung einer Gesellschaft wie z.B. Einkommensverh&auml;ltnisse, Bildung, Sozialstatus, kulturelle Pr&auml;gung, Integration oder Desintegration in den Arbeitsmarkt an. Welche Auswirkungen die Agenda 2010 der SPD darauf gehabt hat, erw&auml;hnt er allerdings nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&raquo;Emmely&laquo;-Urteil wirkt<\/strong><br>\nDas Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat die fristlose K&uuml;ndigung einer Bahn-Mitarbeiterin wegen Abrechnung &uuml;berh&ouml;hter Bewirtungskosten im Berufungsproze&szlig; verworfen. Die Angestellte, die als Zugabfertigerin auf einem Bahnhof besch&auml;ftigt war, hatte ihr 40j&auml;hriges Dienstjubil&auml;um im Kollegenkreis gefeiert. Im Anschlu&szlig; hatte sie dem Unternehmen eine von einer Catering-Firma erhaltene Quittung &uuml;ber einen Betrag von 250 Euro f&uuml;r Bewirtungskosten vorgelegt &ndash; dies ist die Summe, bis zu der die Bahn aufgrund einer unternehmensinternen Regelung die Kosten f&uuml;r eine solche Feier &uuml;bernimmt. Der Buchhaltung der Bahn fiel jedoch auf, da&szlig; es sich bei dem Beleg um eine &raquo;Gef&auml;lligkeitsquittung&laquo; handelte. Die tats&auml;chlichen Bewirtungskosten beliefen sich nur auf rund 90 Euro. Daraufhin wurde der Angestellten fristlos gek&uuml;ndigt.<br>\n&nbsp;Das Landesarbeitsgericht erachtete die fristlose K&uuml;ndigung f&uuml;r unwirksam. Zwar habe die Arbeitnehmerin durch die &ndash; unstrittige &ndash; Betrugshandlung gegen&uuml;ber ihrem Arbeitgeber eine strafrechtlich relevante grobe Pflichtwidrigkeit begangen und damit ohne weiteres einen K&uuml;ndigungsgrund &raquo;an sich&laquo; gegeben. &raquo;Letztlich haben im Rahmen der Interessenabw&auml;gung jedoch die zugunsten der Arbeitnehmerin zu ber&uuml;cksichtigenden Umst&auml;nde &uuml;berwogen&laquo;, erkl&auml;rte der Vizepr&auml;sident des LAB, Gerhard Binkert, bei der Verk&uuml;ndung des Urteils. Dabei sei insbesondere die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts im Fall &raquo;Emmely&laquo; (&raquo;Pfandbon-Urteil&laquo;) zu beachten gewesen, in der das BAG die K&uuml;ndigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses einer langj&auml;hrig besch&auml;ftigten Kassiererin f&uuml;r unwirksam erachtet hatte. Der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung folgend stellte das LAG bei seiner Entscheidung u.a. &raquo;die 40j&auml;hrige beanstandungsfreie Besch&auml;ftigungszeit der Arbeitnehmerin&laquo; in Rechnung, die zu sehr viel &raquo;Vertrauenskapital&laquo; gef&uuml;hrt habe. Dieses sei durch die einmalige Verfehlung nicht vollst&auml;ndig zerst&ouml;rt worden.&nbsp; &ndash; Zwar sei dem Interesse der Bahn an der Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses angesichts der nicht unerheblichen Betrugshandlung der Mitarbeiterin &raquo;durchaus ein sehr hohes Gewicht&laquo; beizumessen gewesen. Letztlich h&auml;tten jedoch die zugunsten der Kl&auml;gerin sprechenden Argumente &uuml;berwogen. Da die Besch&auml;ftigte aufgrund ihrer langen Betriebszugeh&ouml;rigkeit laut Tarifvertrag nicht mehr ordentlich k&uuml;ndbar sei, bestehe das Arbeitsverh&auml;ltnis fort. Eine Revision wurde nicht zugelassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/09-17\/059.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein Urteil auf der H&ouml;he der Zeit. Einerseits eine Selbstverst&auml;ndlichkeit, indem die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts im Fall &ldquo;Emmely&rdquo; aufgriffen wird, andererseit kommt es dem Rechtsempfinden des Nicht-Juristen entgegen, dass ein einmaliges Fehlverhalten innerhalb von 40 Jahren zu tolerieren ist &ndash; zumal es nur um Geld geht. Da gibt es bei der Bahn ungeahndetes Fehlverhalten in ganz anderen Dimensionen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Verschwundene Opfer<\/strong><br>\nDer T&auml;ter kommt mit einem langen Bajonett. Alexander B., ein polizeibekannter Rechtsextremist, dringt in die Wohnung seines Nachbarn Peter Siebert ein und sticht zu. Siebert hat sich oft &uuml;ber die braune Hassmusik beschwert, mit der B. in voller Lautst&auml;rke das Haus beschallt. Nachdem der Hitlerfan im April 2008 wieder mit Siebert aneinandergeraten ist, bringt er den l&auml;stigen Nachbarn in der Nacht um. Ein grausiges Verbrechen, mitten in der idyllischen Allg&auml;ustadt Memmingen, doch der Fall erregt nur wenig Aufsehen. Peter Siebert ist nach Recherchen von Tagesspiegel und &bdquo;Zeit&ldquo; eines von 137 Todesopfern rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung. Die m&ouml;rderische rechtsextreme Kriminalit&auml;t liegt wie ein Schatten auf 20 Jahren deutscher Einheit. Er wird noch beklemmender durch die L&ouml;cher in den Statistiken, durch das Schweigen in Teilen der Polizei und der Justiz. Die Bundesregierung erw&auml;hnt auf der Basis von Angaben der Polizei bislang nur 41 &bdquo;politisch rechts motivierte Gewalttaten&ldquo;, die 47 Menschen das Leben kosteten. Die Genese dieser Statistik ist zudem gespickt mit Widerspr&uuml;chen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/verschwundene-opfer\/1934428.html;jsessionid=DEDD9D1FE54BD646A6EA68AC98D535CF\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong>&nbsp; Nach eigenen Angaben haben Tagesspiegel und ZEIT &ldquo;hunderte Lokalzeitungsartikel und Gerichtsurteile gesichtet, monatelang Opferberatungsstellen und Hinterbliebene, Anw&auml;lte und Strafverfolger interviewt. Gerichtsurteile mit teilweise mehrere hundert Seiten wurden analysiert, um die Motivation der T&auml;ter herauszufinden.&rdquo; Vielleicht passt dieses Projekt ganz gut in eine Zeit, in der mit dem uns&auml;glichen Geschw&auml;tz &uuml;ber die &bdquo;Abschaffung Deutschlands&ldquo; gehetzt wird. Weitere Informationen auf dem <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/rechtsextremismus\/\">Tagesspiegel<\/a>. Siehe dazu auch eine <a href=\"http:\/\/service.tagesspiegel.de\/opfer-rechter-gewalt\/\">interaktive Grafik &uuml;ber Todesopfer rechter Gewalt 1990 &ndash; 2010<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Streit um Roma: Der Vorteil der Eskalation<\/strong><br>\nWas ein Gipfel der Vers&ouml;hnung werden sollte, eskalierte zu einem Forum, auf dem der franz&ouml;sische Pr&auml;sident zornig nachlegte und weitere Regierungschefs gegen sich aufbrachte. Mit seinem Ausbruch tut Sarkozy der Sache sogar einen Gefallen. H&auml;tte er sich diplomatisch geschickter verhalten, dann w&auml;re wom&ouml;glich das Thema der Roma in der EU unter allgemeinem L&auml;cheln verschwunden &ndash; um die Stimmung zwischen den Staats- und Regierungschefs nur ja nicht zu tr&uuml;ben. Seine Angriffe machen das nun unm&ouml;glich. Die F&uuml;hrung Europas muss sich daher jetzt zwei Problemen stellen: Wie geht die Union mit einem Populisten um, der sich nicht um europ&auml;isches Recht schert? Und was wird mit den Roma geschehen?<br>\nDer Konflikt zwischen der Kommission und Frankreich ist daher weit mehr als nur eine atmosph&auml;rische Verstimmung. Hier geht es darum, die gemeinsam vereinbarten Werte und Rechte auch tats&auml;chlich in allen L&auml;ndern und f&uuml;r alle B&uuml;rger anzuwenden. Denn auch in D&auml;nemark, Italien oder Schweden werden Roma abgeschoben. Die EU hat daher ein Recht, sich hier einzumischen. Und die Pflicht, auf der Wahrung der Menschenrechte und der EU-Vertr&auml;ge zu bestehen. Die anderen Regierungschefs sollten die Kommission darin unterst&uuml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:streit-um-roma-der-vorteil-der-eskalation\/50170738.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Allerdings sollten wir Deutsche uns nicht auf ein allzu hohes Ross setzen, denn auch wir haben in Sachen Ausgrenzung Einiges zu bieten: Mal geht es um Asylanten, dann um Ausl&auml;nder allgemein, mal um Hartz-IV-Bezieher, aktuell um t&uuml;rkische Muslime. Im &uuml;brigen finden auch bei uns Abschiebungen statt, auch Abschiebungen von Roma.<br>\nAllein durch das R&uuml;ck&uuml;bernahmeabkommen mit dem Kosovo sind ca. 10.000 Roma von Abschiebung bedroht. Sie sind in diesem Land, das kaum rechtsstaatlichen Schutz kennt, rassistischen &Uuml;bergriffen und Anfeindungen <a href=\"http:\/\/de.indymedia.org\/2010\/04\/278037.shtml\">in besonderer Weise ausgeliefert<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Ohne Kriminalit&auml;t w&auml;re das Kosovo nicht &uuml;berlebensf&auml;hig<\/strong><br>\nDer Journalist J&uuml;rgen Roth hat sich in B&uuml;chern und Dokumentationen immer wieder mit Korruption, Mafiastrukturen und der Organisierten Kriminalit&auml;t in Osteuropa befasst. Sein vorerst letztes Buch ist gerade erschienen: &raquo;Gangsterwirtschaft &ndash; wie uns die organisierte Kriminalit&auml;t aufkauft&laquo;. Im Juli hat er wieder im Kosovo &uuml;ber die kriminellen Strukturen des Landes und der Region recherchiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2010\/36\/41694.html\">Jungle World<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Kuba-Blockade versch&auml;rft<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident Barack Obama hat nicht nur die Hoffnungen auf eine Entspannung der Beziehungen zu Kuba entt&auml;uscht, unter seiner Regierung wurde die Blockade gegen die Insel in einigen Bereichen sogar noch versch&auml;rft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/09-17\/041.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Frau ohne Freunde<\/strong><br>\nUnruhe in Manhattan: Die umstrittene Juristin Elizabeth Warren suchte nie die N&auml;he zur Wall Street und gei&szlig;elte die Bankenrettung. Jetzt wird sie zu einer der wichtigsten Figuren im neuen US-Finanzsystem.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/elizabeth-warren-obamas-neue-assistentin-frau-ohne-freunde-1.1001105\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Kolumne von Marcia Pally : Gl&uuml;ckliches Gainsville<\/strong><br>\nWir d&uuml;rfen Terry Jones dankbar sein. Er weckt die guten Instinkte in den USA &ndash; f&uuml;r die Muslime, gegen seine Koranverbrennung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/glueckliches-gainesville\/-\/1472602\/4647330\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Das Sommerm&auml;rchen, Kinderarmut in Berlin, K&uuml;rzen, ohne dass es jemand merkt, Bremen: Staatsgeld f&uuml;r Privat-Uni, Das Finanzministerium und die Bankenkrise : &ldquo;Systematische Verschleierung&rdquo;, Sarrazin: Welch hoffnungsloses Menschenbild! (KR)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6759","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6759","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6759"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6759\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6763,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6759\/revisions\/6763"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6759"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6759"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6759"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}