{"id":67657,"date":"2020-12-06T09:00:03","date_gmt":"2020-12-06T08:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657"},"modified":"2020-12-06T09:12:45","modified_gmt":"2020-12-06T08:12:45","slug":"hinweise-der-woche-187","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h01\">Corona<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h02\">Corona und die Medien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h03\">Corona und die Finanzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h04\">Corona und die Grundrechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h05\">Wird Google unser aller Chefredakteur?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h06\">Vor &Uuml;berheblichkeit strotzend<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h07\">EU-Kommission will Sanktionsm&ouml;glichkeit wegen angeblicher Desinformation einf&uuml;hren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h08\">Westliche Kriegsverbrechen in Afghanistan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h09\">Julian Assange in den F&auml;ngen der National Security Community der USA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h10\">Selbstbedienung f&uuml;r Steuertrickser<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h11\">Die Gro&szlig;baustelle der Klima- und Fiskalpolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67657#h12\">Noch feindseliger geht nicht &ndash; Der Fall Monika Maron und das alternativlose deutsche Meinungsklima<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Corona<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Den Tod kann uns niemand ersparen<\/strong><br>\nWenn man es zynisch sehen will, dann belegt auch die Corona-Pandemie die Unf&auml;higkeit der modernen Gesellschaft, den Gedanken an das eigene Ende auszuhalten. Dort, wo wir um jeden Preis verhindern wollen, dass auch nur irgendjemand an Corona stirbt.<br>\nIn Deutschland sind mehr &uuml;ber 100-J&auml;hrige an Corona gestorben als unter 40-J&auml;hrige. Zwei Drittel der rund 14 000 Corona-Opfer waren &auml;lter als 80 Jahre. Etwa die H&auml;lfte der Verstorbenen steckte sich in Pflegeheimen und Kliniken an. Man kann also zun&auml;chst einmal ohne Wertung feststellen, dass diese Krankheit &ndash; jedenfalls in diesem reichen, medizinisch gut versorgten Land &ndash; vorwiegend eine Gefahr f&uuml;r Hochbetagte darstellt. Und dass sie besonders gef&auml;hrlich f&uuml;r diejenigen ist, die wegen Gebrechlichkeit hospitalisiert sind.<br>\nDieser Befund ist aber in Deutschland ein Politikum. Boris Palmer, der gr&uuml;ne Oberb&uuml;rgermeister von T&uuml;bingen, sah sich mit einem &ouml;ffentlichen Scherbengericht konfrontiert, als er, tats&auml;chlich ziemlich unsensibel, sagte, wir retteten in der Corona-Krise wom&ouml;glich Menschen, &laquo;die in einem halben Jahr sowieso tot w&auml;ren&raquo;.<br>\nEs gibt gute historische Gr&uuml;nde daf&uuml;r, dass sich in Deutschland jeder Gedanke verbietet, der auch nur in die N&auml;he einer Unterscheidung zwischen lebenswertem und &laquo;lebensunwertem&raquo; Leben zu f&uuml;hren scheint.<br>\nInsofern sind die Betonung der generationen&uuml;bergreifenden Solidarit&auml;t und die Forderung nach R&uuml;cksichtnahme auf die &Auml;lteren in dieser Zeit v&ouml;llig richtig. Sie ist aber nicht in jedem Fall so reinherzig, wie sie klingt. Denn erstens wird die Solidarit&auml;tsverpflichtung gern als moralisierendes K.-o.-Argument gegen&uuml;ber denen eingesetzt, welche die gegenw&auml;rtige Corona-Politik der Bundesregierung und der Landesregierungen kritisieren, selbst wenn sie gute Gr&uuml;nde haben. Zweitens, und da wird die Sache heuchlerisch, ist den meisten von uns, wenn es nicht gerade um eigene Eltern oder Grosseltern geht, das Leben und Sterben von Hochbetagten in unserer Gesellschaft herzlich egal.<br>\nZugespitzt: Wir tun im Moment alles, damit alte Menschen nicht an Corona sterben, aber wie einsam, wie verzweifelt und wie ungeborgen manche von ihnen sonst sterben m&uuml;ssen, interessiert uns nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/den-tod-kann-uns-niemand-ersparen-ld.1588851\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Streeck kritisiert Zahlenspielereien von Politikern: &ldquo;S&ouml;der redet an der Realit&auml;t vorbei&rdquo;<\/strong><br>\nAuch h&auml;lt Streeck es f&uuml;r &ldquo;sehr hoch gegriffen&rdquo;, dass die Impfbereitschaft in der Bev&ouml;lkerung angeblich bei 50 Prozent liege. Man wisse au&szlig;erdem nicht, wie lange der Impfschutz anh&auml;lt, da man nur von der nat&uuml;rlichen Immunit&auml;t darauf schlie&szlig;en kann. Es gebe, so Streeck, aber auch F&auml;lle von Reinfektionen.<br>\n&ldquo;Die schlechteste Situation w&auml;re, dass der Impfstoff nur sechs Monate wirksam ist und wir kommendes Jahr im Herbst wieder dasselbe Problem wie heute haben.&rdquo;<br>\nAu&szlig;erdem sei beim Impfstoff der Firma Moderna beispielsweise noch ungekl&auml;rt, ob dieser vor einer Infektion oder nur vor einem schweren Verlauf sch&uuml;tze. Auch die geplanten Massenimpfungen sieht der Virologe kritisch: Mit den geplanten Impfzentren wird dies nach Auffassung Streecks nicht zu l&ouml;sen sein. Man m&uuml;sse die Haus&auml;rzte einbinden:<br>\n&ldquo;Ohne die Haus&auml;rzte wird es nicht funktionieren &ndash; oder wir m&uuml;ssen die Armee aufstocken.&rdquo;<br>\nNeben dem Virologen kritisierte dies ebenso Leonhard St&auml;rk, der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Bayerischen Roten Kreuzes, denn zuerst sei von &ldquo;hundert zu Impfenden pro Tag die Rede gewesen, mittlerweile sind es 300&rdquo;. Da der Impfstoff der Firmen BioNTech und Pfizer nur drei Tage haltbar sei, k&ouml;nne man sich schwer vorstellen, wie dies funktionieren soll, wenn man auch noch f&uuml;nf Minuten mit jedem Patienten reden soll.<br>\nAls sich Streeck zur Corona-Sterblichkeit &auml;u&szlig;erte, verurteilte er auch die Zahlenspielereien der Politiker scharf. Dabei bezog er sich vor allem auf eine &Auml;u&szlig;erung von Bayerns Ministerpr&auml;sidenten Markus S&ouml;der (CSU), dass &ldquo;die Todeszahlen so hoch seien, als ob jeden Tag ein Flugzeug abst&uuml;rzt&rdquo;. Nach Aussage Streecks sterben in Deutschland jeden Tag etwa 2.600 Menschen. Oft gebe es eine saisonal erh&ouml;hte Sterblichkeit, beispielsweise durch grippale Effekte. Durch die Schutzma&szlig;nahmen liege die Sterblichkeit im Moment jedoch sogar unter dem Wert der letzten f&uuml;nf Jahre.<br>\n&ldquo;Wenn Herr S&ouml;der sagt, die Todeszahlen sind aktuell so hoch, als w&uuml;rde jeden Tag ein Flugzeug abst&uuml;rzen, dann redet er an der Realit&auml;t vorbei.&rdquo;<br>\nStreeck r&auml;umt ein, dass jeder einzelne Tod tragisch ist, doch es herrsche im Moment keine &ldquo;enorme Katastrophe&rdquo;:<br>\n&ldquo;Aber wenn man sich die Zahlen anschaut, dann ist es nicht die enorme Katastrophe, als die sie gerade dargestellt wird.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/inland\/110033-streeck-kritisiert-zahlenspielereien-politik-soder\/\">RT Deutsch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Im Zusammenhang mit den aktuell diskutierten Impfstoffen ist dieses <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67610#h02\">Interview mit Professor Stefan Hockertz<\/a> interessant. Bez&uuml;glich der Zahlen sei auf die aktualisierten <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/eci.13423\">Berechnungen von John Ioannidis<\/a> hingewiesen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kommt die Gesundheitskatastrophe zum Advent?<\/strong><br>\n&Auml;rzte sagen: Deutschlands Krankenh&auml;user stehen in drei Wochen vor dem Kollaps. Und das lasse sich nicht mehr verhindern. (&hellip;)<br>\nUnd die Patienten werden kommen, da sind die &Auml;rzte sich sicher. Sie sagen, in drei Wochen sind alle noch verf&uuml;gbaren Intensivbetten belegt. Und zwar unabh&auml;ngig davon, ob der Teil-Lockdown Wirkung zeigt oder nicht. Die &Auml;rzte glauben, dass die Einschr&auml;nkungen verhindern k&ouml;nnen, dass das Gesundheitssystem zusammenbricht, aber nicht, dass es an den Rand der Ersch&ouml;pfung gebracht wird.<br>\nIhre Rechnung ist einfach: Wer sich heute mit Corona infiziert und schwer erkrankt, der landet erst nach Wochen auf der Intensivstation. (&hellip;)<br>\nDie F&auml;lle von morgen tragen das Virus schon in sich. Und sie landen immer h&auml;ufiger in den Krankenh&auml;usern. Im Moment liegen rund 2600 Patienten in Deutschland mit Covid-19 auf der Intensivstation. Gut 7000 Betten sind noch frei, das steht im Melderegister f&uuml;r Intensivbetten, an das die Krankenh&auml;user seit dem Fr&uuml;hjahr ihre freien Betten melden m&uuml;ssen. Doch nach den Berechnungen der Epidemiologen verdoppelt sich die Zahl der schweren F&auml;lle alle zehn Tage.<br>\nFolgt man ihnen, liegen in Deutschland in zehn Tagen 5000 Patienten auf den Intensivstationen und in drei Wochen zehntausend. Das Gesundheitssystem w&auml;re an der Grenze. Und das trotz der neuen Ma&szlig;nahmen. Denn es kann zwei Wochen dauern, bis ein Infizierter krank wird. Sollten die Krankenh&auml;user volllaufen, h&auml;tte das also vor allem mit dem zu tun, was vor den Einschr&auml;nkungen geschah.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/intensivbetten-und-corona-die-katastrophe-von-morgen-17040242.html?premium\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Manchmal ist es ganz interessant, sich die Horrorprognosen von gestern anzuschauen. Der FAZ-Artikel, der einen sicheren Kollaps (egal was da kommen mag) in drei Wochen vorhersagt, ist nun schon etwas &uuml;ber drei Wochen alt und wie wir heute wissen, ist der Kollaps nicht eingetreten. Statt der zehntausend Patienten, haben wir lt. Intensivregister zZt. 3.926 mit Covid-19-Patienten belegte Intensivbetten. Die Zahlen steigen zwar noch, aber seit Anfang November l&auml;ngst nicht mehr so stark wie zuvor. Nach dem von der FAZ erkl&auml;rten Zeitversuch, kann diese Trendwende ja nicht vom Lockdown light kommen. Wovon dann?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Corona und die Medien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&bdquo;Diskussionen sind unerw&uuml;nscht&rdquo;<\/strong><br>\nDas sagt Prof. J&uuml;rgen Windeler, Leiter des Instituts f&uuml;r Qualit&auml;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), und zwar &ndash; man h&ouml;re und staune &ndash; in einem Interview mit zeit.de am 2.12. Die Journalistin (Spezialgebiet: Pharmaforschung, Medikamentenentwicklung und neue Therapien) hat es ziemlich schwer:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.corodok.de\/diskussionen-sind-unerwuenscht\/\">Corona Doks<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Sehr lesenswert, auf die meisten Kritikpunkte sind die NachDenkSeiten in der Vergangenheit bereits eingegangen. Wirklich neu ist das also nicht, dennoch ist es nat&uuml;rlich sch&ouml;n, dass diese Kritik nun auch Lesern der ZEIT n&auml;her gebracht wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>COVID-19: Youtube sperrt zahlreiche Videos und Konten von Regierungskritikern<\/strong><br>\nBereits seit Wochen sperrt Youtube Kan&auml;le von Personen, die die von der Regierung durchgesetzten Ma&szlig;nahmen zur Eind&auml;mmung des Coronavirus als unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig kritisieren. Nach KenFM, Rubikon und vielen anderen ist nun auch das Konto von Professor Suahrit Bhakdi gel&ouml;scht worden. Von den Zensurma&szlig;nahmen des US-Konzerns ist auch ein ZDF-Video mit Professor Schrappe von der Universit&auml;t K&ouml;ln betroffen.<br>\nDie vom Google-Konzern betriebene Videoplattform Youtube hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Videos und Kan&auml;le von Personen gel&ouml;scht, die die Ma&szlig;nahmen der Regierung zur Eind&auml;mmung des Coronavirus als unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig kritisiert haben. Unter anderen sind die Kan&auml;le von Rubikon und KenFM der Youtube-Zensur zum Opfer gefallen. J&uuml;ngstes Opfer der Zensurma&szlig;nahmen ist das Informationsangebot von Professor Sucharit Bhakdi. (&hellip;)<br>\nAuch ein ZDF-Video wurde von Youtube gel&ouml;scht. Nach einem Bericht des ehemaligen Focus-Korrespondenten Boris Reitschuster wurde das ZDF-Interview mit Professor Schrappe von Peter Weber (B&uuml;rgerforum &bdquo;Hallo Meinung&ldquo;) auf seinem Kanal hochgeladen und bereits nach 14 Stunden von Youtube entfernt. &bdquo;Der K&ouml;lner Medizinprofessor Matthias Schrappe, der im wissenschaftlichen Rat der Bundesregierung war, hat ein Interview mit dem ZDF gegeben. Wir haben dieses Interview bei uns weiter verbreitet, ohne inhaltliche Erg&auml;nzungen. Youtube schrieb uns dann: &bdquo;Wegen medizinisch unrichtiger Angaben gel&ouml;scht&ldquo;. Wenn die jetzt schon &ouml;ffentlich-rechtliche Inhalte l&ouml;schen, wo kommen wir da hin?&ldquo;, klagt Weber. Laut Reitschuster hat Weber Beschwerde gegen die L&ouml;schung eingelegt. Sollte diese bis Montag nicht zur&uuml;ckgenommen werden, will er mit seinem Anwalt Joachim Steinh&ouml;fel eine einstweilige Verf&uuml;gung gegen Youtube beantragen. Weber erkl&auml;rte gegen&uuml;ber Reitschuster, dass die L&ouml;schung nichts mit Urheberrecht zu tun habe, da es vom ZDF keine Einw&auml;nde gegen die Verwendung des Materials gegeben habe. Beim ZDF ist das Video weiterhin verf&uuml;gbar.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdnet.de\/88390137\/covid-19-youtube-sperrt-zahlreiche-videos-und-konten-von-regierungskritikern\/\">ZDNet<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Auch die NachDenkSeiten hatten auf dieses Ph&auml;nomen hingewiesen: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67155\">Kritische Stimmen werden entfernt<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>ARD diskutiert &uuml;ber Corona-Berichterstattung<\/strong><br>\nTats&auml;chlich wurde Ende September der ARD eine Petition &uuml;bergeben, die eine Sondersendung mit dem Titel &ldquo;Wie gef&auml;hrlich ist Corona?&rdquo; fordert. Darin, so die Forderung, sollten namhafte Virologen wie Christian Drosten auf andere Stimmen treffen, die in den vergangenen Monaten f&uuml;r ihre Kritik an den Corona-Ma&szlig;nahmen bekannt geworden sind, so etwa der Epidemiologe Sucharit Bhakdi oder der Mediziner Wolfgang Wodarg. Initiiert wurde die Petition von Bastian Barucker, der sich laut seiner Homepage mit &ldquo;Wildnisp&auml;dagogik, Gef&uuml;hls- und K&ouml;rperarbeit&rdquo; besch&auml;ftigt. 63 571 Menschen haben die Petition unterschrieben. &hellip;<br>\nDass die geforderte Sondersendung in der ARD k&uuml;nftig wirklich ausgestrahlt wird, ist jedenfalls unwahrscheinlich. Schon in seiner zweiten Mail im September schrieb Sch&ouml;nenborn: &ldquo;Ich glaube nicht, dass eine Talkshow der beste Ort f&uuml;r wissenschaftliche Debatten ist. Und schon gar nicht f&uuml;r eine Auseinandersetzung dar&uuml;ber, was Fakt ist und was gef&uuml;hlte Wahrheit.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/corona-berichterstattung-ard-wdr-1.5131452\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Das ist interessant: Der WDR kennt die massenhafte, teils heftige Kritik seiner Fernsehzuschauer, die die einseitig ausgerichtete Berichterstattung &uuml;ber Covid 19 r&uuml;gen, schon seit September (!), zieht darauf aber keine Konsequenzen. Das ist skandal&ouml;s! In den Talkshows sitzen weiterhin die gleichen Nasen, viele &Auml;rzte, Virologen, Wissenschaftler, Politiker mit anderen Positionen und Einsch&auml;tzungen bleiben ausgesperrt. Damit wird der WDR (sowie die &uuml;brigen &ouml;ffentlich-rechtlichen (Regional)-Sender, die das mitbekommen haben m&uuml;ssen), dem Programmauftrag &ndash; eine pluralistische Beteiligung aller Gruppen der Gesellschaft &ndash; nicht gerecht. Leider kein Witz: Etliche B&uuml;rger aus der fr&uuml;heren DDR f&uuml;hlen sich an ihre Zeiten mit der &ldquo;Aktuellen Kamera&rdquo;, wenn sie sich Nachrichten von ARD, ZDF und Co. anschauen.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk und sein Umgang mit Kritikern<\/strong><br>\nHenry Matthe&szlig;. Der Programmdirektor des Westdeutschen Rundfunks, J&ouml;rg Sch&ouml;nenborn, versteht die Welt nicht mehr. Enge Bekannte bekunden ihm ihren Unmut &uuml;ber den Umgang des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks mit den Kritikern der Corona-Politik. Sch&ouml;nenborn beginnt nachzudenken. Leider nicht weit genug.<br>\nBoris Rosenkranz von &uuml;bermedien.de pr&auml;sentierte k&uuml;rzlich in einem lesenswerten Beitrag Denk- und Handlungsweisen von Mitarbeitern des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Sch&ouml;nenborn hatte ihm offen und bereitwillig Einsicht in seine Kommunikation mit den Redaktionen gew&auml;hrt. Beim Lesen des Beitrages dr&auml;ngten sich mir grunds&auml;tzliche Fragen auf. [&hellip;]<br>\nDie mittlerweile g&auml;ngige Praxis, Mindermeinungen nur indirekt, insbesondere durch sogenannte &bdquo;Faktenchecks&ldquo; zu behandeln, und sie selbst gar nicht oder nur marginal zu Wort kommen zu lassen, f&uuml;hrt zu einer indirekten Zensur. Inzwischen wird eine Diskussionsverweigerung oder gar Ma&szlig;regelung mit dem lapidaren Hinweis begr&uuml;ndet, die Aussagen der Betreffenden seien bereits ausreichend in &bdquo;Faktenchecks&ldquo; widerlegt.<br>\nFaktenchecks werden schleichend zum letztinstanzliches Urteil hochstilisiert. Bei Gericht hei&szlig;t dies: Das Urteil ist unanfechtbar. Doch wer pr&uuml;ft eigentlich die &bdquo;Faktenpr&uuml;fer&ldquo;?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/news\/ard-umgang-mit-kritikern\/\">Norbert H&auml;ring<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Corona und die Finanzen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Argentinien beschlie&szlig;t: Ein Drittel der Corona-Kosten m&uuml;ssen die Reichsten zahlen<\/strong><br>\nW&auml;hrend in &Ouml;sterreich 80 Prozent der Krisen-Kosten Arbeitnehmer und Konsumenten zahlen, geht Argentinien einen anderen Weg: die Kosten werden fair aufgeteilt. (&hellip;)<br>\nIn Argentinien werden n&auml;mlich nun gro&szlig;e Verm&ouml;gen mit einem einmaligen Solidarit&auml;tsbeitrag besteuert. Rund 3,15 Milliarden Euro werden damit eingenommen, das sind immerhin fast ein Drittel der Corona-Kosten. Dieses Geld flie&szlig;t in das Gesundheitswesen, kleine und mittlere Unternehmen und in diverse Entwicklungsprogramme in Arbeitervierteln. Treffen wird es Verm&ouml;gen &uuml;ber 200 Millionen Pesos (ca. 2. Mio Euro).<br>\nDer argentinische Pr&auml;sident Alberto Fern&aacute;ndez erkl&auml;rt, dass das Vorhaben keineswegs eine Strafe f&uuml;r die Reichen sei, sondern der &bdquo;Startpunkt f&uuml;r ein solidarisches Argentinien&ldquo;.<br>\nDiese L&ouml;sung st&ouml;&szlig;t auf Begeisterung in vielen anderen Teilen der Welt, auch Bolivien plant bereis &auml;hnliches Konzept.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/wer-zahlt-die-corona-kosten-reiche-argentinien\/\">Kontrast.at<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin D.S.:<\/strong> Warum ist das bei uns nicht m&ouml;glich?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Geringster Anstieg der Tarifl&ouml;hne seit neun Jahren<\/strong><br>\nDie Millionen Besch&auml;ftigten mit Tarifvertrag mussten sich im dritten Quartal mit dem geringsten Verdienstzuwachs seit rund neun Jahren begn&uuml;gen. Die Tarifverdienste legten um durchschnittlich 1,2 Prozent zum Vorjahresquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Dies war der kleinste Anstieg seit dem zweiten Quartal 2011 mit ebenfalls 1,2 Prozent. Die Besch&auml;ftigten kamen trotzdem auf einen realen Lohnzuwachs, da die Verbraucherpreise zugleich um 0,1 Prozent fielen. Ber&uuml;cksichtigt werden tarifliche Grundverg&uuml;tungen und durch Tarifabschl&uuml;sse festgelegte Sonderzahlungen.<br>\nUnterdurchschnittlich stiegen die Tarifverdienste im Verarbeitenden Gewerbe mit 0,5 Prozent. &ldquo;Dies ist vor allem darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass f&uuml;r die Metall- und Elektroindustrie f&uuml;r das Jahr 2020 mit R&uuml;cksicht auf die wirtschaftliche Krise infolge der Corona-Pandemie keine prozentuale Tariferh&ouml;hung vereinbart wurde&rdquo;, erkl&auml;rte das Statistikamt. Im Bereich Grundst&uuml;cks- und Wohnungswesen (plus 0,8 Prozent) und im Baugewerbe (plus 1,0 Prozent) wurde vereinbart, dass die Tariferh&ouml;hungen erst 2021 in Kraft treten. Die zus&auml;tzlichen Corona-Pr&auml;mien werden erst im laufenden vierten Quartal ausgezahlt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/die-reichen-werden-waehrend-der-corona-krise-immer-reicher-16989997.html\">Manager Magazin<\/a>\n<p><strong>aber: Die Reichen werden immer reicher<\/strong><br>\nDas Virus bringt Elend und Armut in die Welt. Unternehmen gehen Pleite, Arbeitspl&auml;tze verloren. Das ist die eine Seite der Pandemie. Auf der anderen Seite steht der Glanz jener Unternehmen, die von der Corona-Krise profitieren. Dies sind vor allem die Vorreiter aus der digitalen Welt, die mit zerst&ouml;rerischer Kraft lang etablierte Gesch&auml;ftsmodelle zum Kollaps bringen. Diesen Trend gab es schon vor Corona. Aber das Virus hat ihn beschleunigt.<br>\nAblesen l&auml;sst sich das am Verm&ouml;gen der Milliard&auml;re in aller Welt. Nach einer Studie der Schweizer Gro&szlig;bank UBS und der Beratungsgesellschaft PWC sind die Verm&ouml;gen der Ultrareichen bis Ende Juli 2020 auf ein neues Allzeithoch von 10,2 Billionen Dollar geklettert. Damit ist der bisherige H&ouml;chststand von 8,9 Billionen Dollar, der Ende 2017 erreicht wurde, deutlich &uuml;bertroffen worden. Die Zahl der Milliard&auml;re ist seither um 31 auf 2189 gestiegen. Davon leben 119 in Deutschland. UBS nennt keine Namen. Nach Sch&auml;tzungen des Magazins &bdquo;Forbes&ldquo; sind die Aldi-Erben Beate Heister und Karl Albrecht Junior mit einem Verm&ouml;gen von 41 Milliarden Dollar die reichsten Deutschen gefolgt von Dieter Schwarz (35,6 Milliarden Dollar), dem Eigent&uuml;mer von Lidl und Kaufland.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/die-reichen-werden-waehrend-der-corona-krise-immer-reicher-16989997.html\">FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Vergessen hat die Regierung die Armen nicht<\/strong><br>\nExistenz Vielmehr schlie&szlig;en Union und SPD Hartz-IV-Berechtigte und andere ganz bewusst von Hilfsma&szlig;nahmen aus<br>\n(&hellip;) &bdquo;Leistungsgerechtigkeit&ldquo;<br>\nNein, die Hartz-IV-Berechtigten wurden keineswegs vergessen. Vielmehr hat sie die CDU\/CSU\/SPD-Koalition bewusst von ihren Hilfsma&szlig;nahmen, Finanzspritzen und Rettungsschirmen weitgehend ausgeschlossen. W&auml;hrend sie Unsummen f&uuml;r &bdquo;die Wirtschaft&ldquo; bereitstellt und sogar erw&auml;gt, Kleinunternehmern einen staatlichen &bdquo;Unternehmerlohn&ldquo; zu zahlen, weil man ihnen den entw&uuml;rdigenden Gang zum Jobcenter nicht zumuten will, werden die sozial und gesundheitlich Benachteiligten mit Brosamen abgespeist&hellip;<br>\nDen politisch Verantwortlichen geht es bei der Geldvergabe vorrangig um &bdquo;Leistungsgerechtigkeit&ldquo;, die sich nach dem &ouml;konomischen Erfolg einer Personengruppe bemisst, die um staatliche Unterst&uuml;tzung nachsucht: Umsatzausf&auml;lle vor der Pandemie rentabler Unternehmen gleicht die Gro&szlig;e Koalition mittels finanzieller Soforthilfen aus, Lohn- bzw. Gehaltseinbu&szlig;en sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigter werden mittels der Zahlung von Kurzarbeitergeld abgemildert. Transferleistungsempf&auml;nger haben durch die Pandemie und die Schutzma&szlig;nahmen hingegen scheinbar nichts verloren und daher von der Regierung wenig zu erwarten&hellip;<br>\nWer viel hat, braucht wenig<br>\nObwohl auch Kinderlose pandemiebedingt erh&ouml;hte Ausgaben hatten, weil viele Tafeln geschlossen, preiswerte Lebensmittel wegen Hamsterk&auml;ufen eher Mangelware und Desinfektionsmittel teuer waren, stellte sich die Bundesregierung bei der Forderung nach einer vor&uuml;bergehenden Erh&ouml;hung des Hartz-IV-Regelsatzes taub. Jobcenter weigerten sich, die Anschaffung digitaler Endger&auml;te f&uuml;r Kinder von Hartz-IV-Berechtigten im Homeschooling als Sonderbedarf anzuerkennen, f&uuml;r den sie aufzukommen hatten. Ebenfalls abgelehnt wurde die &Uuml;bernahme der Kosten f&uuml;r einen Corona-Test.<br>\nErst im Herbst bekamen Eltern einen &bdquo;Corona-Kinderbonus&ldquo; von 300 Euro pro Kind. Kinderlose, Fl&uuml;chtlingsfamilien und Geduldete gingen leer aus. Zwar half der in zwei Raten ausgezahlte Geldbetrag den Familien im Hartz-IV-Bezug etwas, weil er nicht auf das Arbeitslosengeld II bzw. das Sozialgeld angerechnet wurde. Allerdings wurden Familien mit dieser Einmalzahlung abgefunden, w&auml;hrend man kriselnden Unternehmen teilweise eine kontinuierliche F&ouml;rderung gew&auml;hrte&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/vergessen-hat-die-regierung-die-armen-nicht\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Verb&auml;ndeb&uuml;ndnis fordert erneutes K&uuml;ndigungs- und Kreditmoratorium f&uuml;r mindestens sechs Monate<\/strong><br>\nAnl&auml;sslich der Verl&auml;ngerung des Lock-Downs fordern der Parit&auml;tische Gesamtverband, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Deutsche Mieterbund (DMB) eine sofortige Erneuerung des K&uuml;ndigungs- und Kreditmoratoriums f&uuml;r mindestens sechs Monate.<br>\nDie Krise ist nicht vorbei. Die Menschen k&auml;mpfen bereits seit neun Monaten mit den Folgen der Corona-Pandemie, weitere Wochen oder Monate werden folgen. Die andauernden Corona-Ma&szlig;nahmen bedeuten Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit f&uuml;r Millionen. Ende August hatten rund 15,5 Millionen Haushalte wegen der Krise weniger Einkommen zur Verf&uuml;gung. Rund drei Viertel der betroffenen Haushalte mussten auf bis zu 30 Prozent ihres regul&auml;ren Einkommens verzichten. Die Reall&ouml;hne sanken im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent, bei den unteren Leistungsgruppen sogar um bis zu 8,9 Prozent. (&hellip;)<br>\nAnl&auml;sslich des ersten Corona-Lockdowns beschloss der Bundestag ein K&uuml;ndigungs- und Kreditmoratorium.<br>\nDurch letzteres mussten Banken Raten von Verbraucherdarlehensvertr&auml;gen f&uuml;r drei Monate stunden, wenn Verbraucher pandemiebedingt in Zahlungsschwierigkeiten geraten waren. Das half besonders Verbrauchern, die ihr Haus oder ihre Wohnung abbezahlen und infolge der Krise tempor&auml;re Einkommenseinbu&szlig;en zu verkraften hatten. Die Ma&szlig;nahme lief bereits im Juni aus, die M&ouml;glichkeit einer Verl&auml;ngerung nutzte die Bundesregierung nicht.<br>\nTrotz sinkender Einnahmen besteht die Pflicht der Mieterinnen und Mieter zur vollst&auml;ndigen Mietzahlung. Bis Ende Juni sch&uuml;tzte das K&uuml;ndigungsmoratorium Mieterinnen und Mieter vor dem Verlust ihrer Wohnung und Gesch&auml;ftsr&auml;ume, wenn sie corona-bedingt nicht in der Lage waren, ihre Mieten zu zahlen. Entgegen der dringenden Empfehlung aus Teilen der Politik und von Verbraucher- und Sozialverb&auml;nden, es zu verl&auml;ngern, lief das Moratorium aufgrund der Blockadehaltung der CDU\/CSU im Sommer aus. Seit Juli gilt wieder das normale K&uuml;ndigungsrecht des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches.<br>\nDas hei&szlig;t im Klartext: Jeder und jedem, die oder der seine Miete nicht zahlen kann, droht schon nach einer Monatsmiete und einem Cent Mietr&uuml;ckstand die fristlose K&uuml;ndigung und damit in aller Regel der Wohnungsverlust. Und zwar unabh&auml;ngig davon, ob die Mieterin oder der Mieter die eigene Zahlungsunf&auml;higkeit selbst verschuldet hat oder ob staatlich verordnete Gesch&auml;ftsschlie&szlig;ungen und Einkommenseinbu&szlig;en die Gr&uuml;nde f&uuml;r die ausstehenden Mietzahlungen sind. Mieterinnen und Mietern bleibt in diesem Fall letztlich nur, auf die Solidarit&auml;t ihrer Vermieterin oder ihres Vermieters zu hoffen.<br>\nEin erneuter K&uuml;ndigungsschutz b&ouml;te all denen Sicherheit, die nicht mit dem Verst&auml;ndnis ihrer Vermieterinnen und Vermieter rechnen k&ouml;nnen. Diese Sicherheit ist in der momentanen Krisenzeit essentiell und mit einem erneuten K&uuml;ndigungsmoratorium schnell und sogar ohne Kosten f&uuml;r die &ouml;ffentliche Hand zu realisieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.der-paritaetische.de\/fachinfo\/verbaendebuendnis-fordert-erneutes-kuendigungs-und-kreditmoratorium-fuer-mindestens-sechs-monate\/\">Der Parit&auml;tische<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Corona und die Grundrechte<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Keine Reisefreiheit f&uuml;r Impfgegner<\/strong><br>\nInternationaler Flugverband IATA arbeitet an Einf&uuml;hrung von digitalem Corona-Impfpass. Nur wer sich den Impfstoff injizieren l&auml;sst, d&uuml;rfte dann noch fliegen<br>\nSchlechte Nachrichten f&uuml;r Impfgegner im Allgemeinen und Gegner der Corona-Impfungen im Speziellen: Die International Air Transport Association (IATA), der 1945 in Havanna, Kuba, gegr&uuml;ndete Dachverband der Fluggesellschaften, pr&uuml;ft die Einf&uuml;hrung eines Impf-Reisepasses. Die entsprechende Infrastruktur f&uuml;r ein solches System werde derzeit aufgebaut, best&auml;tigte IATA-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Alexandre de Juniac der US-Zeitung The Hill.<br>\nWer sich eines der derzeit in der Testphase befindlichen Impfstoffe verabreichen l&auml;sst, soll demnach offenbar in eine Datenbank aufgenommen werden. Die Informationen aus dieser Datenbank w&uuml;rden mit den Daten des konventionellen Reisepasses verbunden und k&ouml;nnten parallel abgerufen werden, berichtet The Hill.<br>\n&ldquo;Der digitale Gesundheitspass w&uuml;rde die Test- und Impfstoffinformationen eines Passagiers enthalten und Informationen f&uuml;r Regierungen, Fluggesellschaften, Labors und Reisende verwalten und &uuml;berpr&uuml;fbar machen&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Artikel.<br>\nDieser digitale Impf-Reisepass, so hofft man bei der IATA, k&ouml;nnte potentiellen Reisenden die Angst vor dem Fliegen in Pandemiezeiten nehmen und den brachliegenden weltweiten Massentourismus schnell wieder reaktivieren. Derzeit hat zwar noch kein Land die Einreise von einem Impfschutz gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 abh&auml;ngig gemacht. Entsprechende Debatten aber laufen vor allem in Australien und Neuseeland oder auch anderen Staaten, die das Virus bislang gut unter Kontrolle gehalten haben.<br>\nAllerdings hat sich die Frage nach Einreiseregelungen und Impfschutz auch noch gar nicht gestellt, weil die gro&szlig;en Kontrollbeh&ouml;rden, die U.S. Food and Drug Administration (FDA) und die Europ&auml;ische Arzneimittel-Agentur (EMA) noch keinen Impfstoff zugelassen haben.<br>\nImpfstoff nur noch Frage von Tagen bis Wochen<br>\nDas ist allerdings nur noch eine Frage von Tagen oder Wochen, denn die entsprechenden Phase-I- bis Phase-III-Studien sind in vielen F&auml;llen &ldquo;teleskopiert&rdquo; worden. Ein prominenter Verfechter dieses Konzepts ist Bill Gates. Bei der &ldquo;Teleskopierung&rdquo; werden vor allem in den ersten beiden Testphasen wie ein Teleskop zusammengeschoben, was durchaus Risiken birgt.<br>\nSo k&ouml;nnten Corona-Impfstoffe in der Rekordzeit von weniger als 18 Monaten auf den Markt kommen. Die bisher schnellste Zulassung &ndash; ein Impfstoff gegen die Kinderkrankheit Mumps &ndash; hatte vier Jahre bis zur Zulassung ben&ouml;tigt.<br>\nWeil sich die Impffrage im internationalen Flugverkehr noch nicht akut stellt, sind vor allem US-amerikanische Linien noch zur&uuml;ckhaltend. Die britische Boulevardzeitung Daily Mail schreibt, dass der US-amerikanische Branchenverband Airlines for America bislang lediglich seine Selbstverpflichtung betont, &ldquo;den Service in einer Weise wiederherzustellen, die Gesundheit und Wohlbehalten unserer Passagiere und Mitarbeiter gew&auml;hrleistet&rdquo;.<br>\nIATA-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer De Juniac zeigt sich dennoch davon &uuml;berzeugt, dass der &ldquo;Corona-Reisepass&rdquo; kommt. &ldquo;Tests sind der erste Schritt, um internationale Reisen ohne Quarant&auml;nema&szlig;nahmen zu erm&ouml;glichen&rdquo;, meinte er.<br>\nDer zweite Schritt sei der Aufbau einer globalen Informationsinfrastruktur, &ldquo;die erforderlich ist, um Testdaten, die mit den Identit&auml;ten der Reisenden in &Uuml;bereinstimmung mit den Anforderungen der Grenzkontrolle abgeglichen werden, sicher zu verwalten, auszutauschen und zu &uuml;berpr&uuml;fen&rdquo;. (Harald Neuber)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Keine-Reisefreiheit-fuer-Impfgegner-4973891.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Goldbrunner:<\/strong> Lesenswert, einzig die &Uuml;berschrift ist etwas irref&uuml;hrend. Sie k&ouml;nnte sinngem&auml;&szlig; auch lauten: &bdquo;Reisefreiheit pass&eacute; &ndash; Impfzwang durch die Hintert&uuml;r&ldquo;. Man muss kein Impfgegner sein, um skeptisch zu sein gegen&uuml;ber einer v&ouml;llig neuen, bisher noch nie am Menschen zugelassenen mRNA-Impftechnologie. Wegen des verk&uuml;rzten, teleskopierten Zulassungsverfahrens sind eventuell m&ouml;gliche Langzeitfolgen wie Auto-Immunreaktionen derzeit kaum &uuml;berschaubar, wie der Biologe Clemens Arvay sinngem&auml;&szlig; stets betont. Ferner d&uuml;rfte die Verkn&uuml;pfung eines eventuellen digitalen Impfausweises mit einem Reisepass schon aus Sicht des Datenschutzes sehr bedenklich sein und w&auml;re zudem ein weiterer Schritt zu noch mehr globaler &Uuml;berwachung. Wo bleibt der Aufschrei von Opposition, Datensch&uuml;tzern und des Deutschen Ethikrates?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Lustig ist auch der Satz: &bdquo;Dieser digitale Impf-Reisepass, so hofft man bei der IATA, k&ouml;nnte potentiellen Reisenden die Angst vor dem Fliegen in Pandemiezeiten nehmen&hellip;&ldquo; ???<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Pandemie und Freiheitsrechte &ndash; Die offene Gesellschaft steht unter Vorbehalt<\/strong><br>\nDer Staat greift mit seinen Corona-Lockdown-Ma&szlig;nahmen massiv in unser Leben ein. Was den einen medizinisch geboten erscheint, weckt bei anderen die Furcht vor &Uuml;berwachung und Denunziation. So auch beim Historiker Ren&eacute; Schlott.<br>\n&bdquo;Das Reich des Guten&ldquo; lautet der Titel eines Buches von Philippe Muray, das im Fr&uuml;hjahr dieses Jahres erstmals in deutscher &Uuml;bersetzung erschien. Anfang der 1990er-Jahre hatte der franz&ouml;sische Philosoph darin eine Dystopie entworfen, die der Lage unseres Landes am Ende dieses annus horribilis &auml;hnlich ist, wenn Muray beschreibt, was das &bdquo;Reich des Guten&ldquo; charakterisiert: B&uuml;rokratie, Denunzierung, die Ausschaltung des Kritikverm&ouml;gens, &bdquo;die obsz&ouml;ne Dressur der Massen&ldquo; und &bdquo;die Uniformierung der Lebensweisen&ldquo;.<br>\nIn Murays &bdquo;Reich&ldquo; ist man ausschlie&szlig;lich einer Sache verpflichtet: dem &bdquo;Guten&ldquo;. Menschliche Leidenschaften oder gar Exzesse gelten als verp&ouml;nt, der Gesundheit allein hat sich alles unterzuordnen. &bdquo;Die zeitgen&ouml;ssische H&ouml;lle ist mit wohlmeinenden Ergebenheiten gepflastert&ldquo;, hie&szlig; es bei Muray schon vor 30 Jahren.<br>\nUnd mit Ergebenheit nahmen wir 2020 untert&auml;nig hin, was uns von einer wohlmeinenden Exekutive als Therapie verordnet wurde. Wie schnell gew&ouml;hnt man sich an ein Leben, in dem der Staat sich anma&szlig;t, &uuml;ber alle sozialen Kontakte selbst innerhalb der Familie und der eigenen vier W&auml;nde zu entscheiden und notfalls alle gesellschaftlichen Beziehungen &ndash; wom&ouml;glich in irreversibler Weise &ndash; zu kappen.<br>\nVerbote mit Gleichg&uuml;ltigkeit hingenommen<br>\nWie rasch wird das vollst&auml;ndige Verbot von Kunst und Kultur zu einer mit Gleichg&uuml;ltigkeit hingenommenen Selbstverst&auml;ndlichkeit, bei der es auf die eine oder andere Lockdownverl&auml;ngerung schon nicht mehr ankommt. Unter Verdacht und Rechtfertigungsdruck stehen heute nicht mehr diejenigen, die Freiheiten einschr&auml;nken, sondern diejenigen, die sie einfordern.<br>\nDenn wir leben Ende 2020 in einem eindimensional normierten Ma&szlig;nahmenstaat, der in vermeintlich ironischen, eigentlich aber zynischen Videobotschaften nicht etwa den Gesundheitsschutz durch Bewegung und eine ausgewogene Ern&auml;hrung propagiert, sondern die von Fernsehen, Chips und Cola begleitete Lethargie zum Ideal stilisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/pandemie-und-freiheitsrechte-die-offene-gesellschaft-steht.1005.de.html?dram:article_id=488282\">Deutschlandfunk Kultur<\/a><\/li>\n<li><strong>Entwicklung der Menschenrechtssituation in Deutschland Juli 2019 &ndash; Juni 2020<\/strong><br>\nBericht an den Deutschen Bundestag gem&auml;&szlig; &sect; 2 Absatz 5 DIMRG (&hellip;)<br>\nGrund&shy; und Menschenrechte kommen vielmehr in einer konkreten Situation zum Tragen. Nur in einer konkreten Situation kann genau bezeichnet werden, welches Ziel eine Einschr&auml;nkung verfolgt, ob sie geeignet ist, dieses Ziel zu erreichen, ob es mildere Mittel gibt und ob der Eingriff au&szlig;er Verh&auml;ltnis zum verfolgten Ziel steht. Diese Elemente &ndash; Geeignetheit, Erforderlichkeit und Angemessenheit, jeweils gemessen an einem legitimen Ziel &ndash; machen den Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit aus. Nur in Bezug auf einen konkreten Grundrechtseingriff kann also ein Recht das andere &uuml;berwiegen.<br>\nDamit wird zugleich auch deutlich, dass sich die Bewertung der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit &uuml;ber die Zeit hinweg ver&auml;ndern kann. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, etwa &uuml;ber die &Uuml;bertragungswege des SARS-CoV&shy;2&shy;Virus, ver&auml;ndern die Bewertung der Geeignetheit und Erforderlichkeit ergriffener Ma&szlig;nahmen. Eine Einschr&auml;nkung kann schwerer werden, je l&auml;nger sie dauert; dies kann zur Folge haben, dass sich die Abw&auml;gung zwischen Ziel und Einschr&auml;nkung verschiebt. Gesetz&shy; und Verordnungsgeber sind daher verpflichtet, immer wieder nachzujustieren. Dies gilt umso mehr, wenn &ndash; wie bei der Corona&shy;Pandemie &ndash; bei Erlass von Regelungen noch gro&szlig;e Wissensl&uuml;cken bestanden und ein Handeln wegen der Schwere der Gefahr dennoch erforderlich war.<br>\nEin wichtiger, aber &ndash; auch in der Corona&shy;Pandemie &ndash; oft &uuml;bersehener Bestandteil des Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzips sind das Gleichheitsgebot und das Diskriminierungsverbot. Sie verlangen, die unterschiedlichen Auswirkungen von Ma&szlig;nahmen auf Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen zu ber&uuml;cksichtigen und dabei vor allem Menschen in besonders verletzlichen Situationen in den Blick zu nehmen. Beispielsweise haben Kontaktverbote f&uuml;r Menschen, die in Einrichtungen untergebracht sind &ndash; etwa in Krankenh&auml;usern, Pflegeheimen, Jugendhilfeeinrichtungen, Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Gef&auml;ngnissen &ndash; sehr viel schwerwiegendere Folgen als f&uuml;r andere. F&uuml;r sie werden damit Kontakte zu Menschen au&szlig;erhalb der Einrichtung unm&ouml;glich gemacht. Es besteht die Gefahr ihrer Isolation, die sich bei l&auml;ngerem Fortdauern zu einer Verletzung des Verbots der unmenschlichen Behandlung entwickeln kann.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.institut-fuer-menschenrechte.de\/fileadmin\/Redaktion\/Publikationen\/Menschenrechtsbericht\/Menschenrechtsbericht_2020.pdf\">Deutsches Institut f&uuml;r Menschenrechte [PDF]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Mit anderen Worten: Deutschland geht es nicht gut, was die Bundeskanzlerin des &Ouml;fteren betont hat, sondern auch hierzulande sind Menschenrechte gef&auml;hrdet &ndash; insbesondere durch die politisch motivierten Ma&szlig;nahmen w&auml;hrend dieser merk-w&uuml;rdigen Coronazeit.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wird Google unser aller Chefredakteur?<\/strong><br>\nGoogle entziehe Website-Betreibern die Lebensgrundlage, f&uuml;rchtet der Verlegerverband Schweizer Medien in einer Aussendung.<br>\nZ&uuml;rich &ndash; &bdquo;Google setzt die Medienbranche immer weiter unter Druck&ldquo;, schreibt Andreas H&auml;uptli,<br>\nGesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Verlegerverbandes Schweizer Medien, in seinem Newsletter. und er nennt &bdquo;drei Beispiele, die aufhorchen lassen&ldquo;.<br>\nAnfang des Jahres habe Google angek&uuml;ndigt, Third-Party-Cookies &ndash; die f&uuml;r die Medienunternehmen &auml;u&szlig;erst wichtig sind f&uuml;r die Werbesteuerung &ndash; im Chrome-Browser (Marktanteil weltweit: 70 Prozent) ab sp&auml;testens 2022 zu unterdr&uuml;cken.<br>\nZudem habe diesen Oktober Google angek&uuml;ndigt, die Suchresultate noch ausgekl&uuml;gelter anzuzeigen. Mit umfangreichen Snippets werden die Suchenden aber auch schon heute direkt auf der Google-Seite informiert. &bdquo;Nutzer m&uuml;ssen also nicht mehr auf den Link zur Original-Website klicken&ldquo;, so H&auml;uptli.<br>\nEbenfalls im Oktober wurde Google Showcase gestartet. &bdquo;Google spielt sich jetzt auch noch als Chefredakteur des www auf. Der Tech-Gigant entscheidet mit welchen Medienh&auml;usern zusammengearbeitet wird und damit auch, wer f&uuml;r seine Inhalte Geld erh&auml;lt. Google gibt damit seine Neutralit&auml;t auf&ldquo;, erkl&auml;rt der Verbandsgesch&auml;ftsf&uuml;hrer.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.newsroom.de\/news\/aktuelle-meldungen\/vermischtes-3\/wird-google-unser-aller-chefredakteur-914986\/\">newsroom.de<\/a>\n<p><strong>dazu: &laquo;Sobald die Konkurrenten eine faire Chance haben, wird Google auf einen Schlag 20 Prozent seines Marktanteils verlieren&raquo;<\/strong><br>\nGabriel Weinberg macht Google und Co. mit seiner Suchmaschine DuckDuckGo immer mehr Konkurrenz. Im Gespr&auml;ch erkl&auml;rt er, wieso er auf den diskreten Umgang mit pers&ouml;nlichen Daten so viel Wert legt und warum er vehement f&uuml;r regulatorische Eingriffe ist. (&hellip;)<br>\n&laquo;Denn derzeit kann im Wettbewerb um verhaltensorientierte Daten niemand mit Google und Facebook mithalten. &Auml;ndern sich jedoch die Spielregeln, kommen wieder andere Werbeunternehmen oder gar normale Softwareunternehmen ins Spiel.&raquo;<br>\nGabriel Weinberg pl&auml;diert f&uuml;r regulatorische Vorgaben. &laquo;Die Konsumenten m&uuml;ssen auf ihren Ger&auml;ten jede beliebige Suchmaschine mit einem Klick als Standard einrichten k&ouml;nnen&raquo;, fordert er und geht noch einen Schritt weiter: &laquo;Die Internetsurfer sollen dem Betreiber einer Website durch das Umlegen eines Schalters im Browser verbindlich verbieten k&ouml;nnen, private Daten zu sammeln und zu verkaufen.&raquo; Um das &laquo;first party tracking&raquo; zu begrenzen, hat DuckDuckGo in den USA die Do Not Track Act von 2019 mit auf den Weg gebracht und z&auml;hlt zu den Gr&uuml;ndungsmitgliedern von Global Privacy Control, die sich um den Schutz privater Daten k&uuml;mmert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/sobald-die-regulierung-kommt-wird-google-auf-einen-schlag-20-prozent-seines-marktanteils-verlieren-ld.1586835?ga=1&amp;kid=_2020-11-26&amp;mktcid=nled&amp;mktcval=165_2020--11-27\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Vor &Uuml;berheblichkeit strotzend<\/strong><br>\nAusdr&uuml;cke wie &bdquo;Erpresser&ldquo; und &bdquo;Serient&auml;ter&ldquo; geh&ouml;ren nunmehr zum Standard-Wortschatz von EU-Institutionen, wenn von Regierenden in Ungarn oder Polen die Rede ist. Wie k&ouml;nnen die es wagen, den knapp 1,1 Billionen Euro schweren Haushalt bis 2027 sowie das Corona-Paket mit seinen Versprechungen auf 750 Milliarden zu blockieren? Hinter den Anw&uuml;rfen gegen Viktor Orb&aacute;n und Mateusz Morawiecki steckt viel westeurop&auml;ische &Uuml;berheblichkeit. Schlimmer: Br&uuml;ssel bedient sich einer Sprache wie im Kalten Krieg, so die Vizepr&auml;sidentin der EU-Kommission V&#283;ra Jourov&aacute;, wenn sie Ungarn als &bdquo;kranke Demokratie&ldquo; bezeichnet und dortige W&auml;hlerInnen &bdquo;f&uuml;r unf&auml;hig&ldquo; h&auml;lt, &bdquo;sich eine unabh&auml;ngige Meinung zu bilden&ldquo;.<br>\nDie Blockade der L&auml;nder richtet sich gegen ein von Br&uuml;ssel eingespeistes Junktim mit der Durchsetzung von Rechtsstaatlichkeit. K&uuml;nftig soll die EU-Kommission nicht nur wie bisher durch Fiskalpakt und &bdquo;Twopack&ldquo; nationale Budgets den Maastricht-Kriterien unterwerfen, sondern dar&uuml;ber hinaus den Empfang von EU-Geldern an rechtsstaatliche Vorstellungen binden k&ouml;nnen. Wie genau diese &bdquo;Rechtsstaatlichkeit&ldquo; aussehen soll, daf&uuml;r fehlt allerdings eine nachvollziehbare Definition. Die &bdquo;Rule of Law&ldquo; ist in der Wirklichkeit stark interpretierbar &ndash; und instrumentalisierbar.<br>\nVor dieser Instrumentalisierbarkeit warnen Budapest und Warschau. &bdquo;Wir wollen nicht, dass unsere Finanzen von der Sympathie oder mangelnden Sympathie gegen&uuml;ber bestimmten L&auml;ndern oder vom politischen Willen einiger Politiker abh&auml;ngig sind&ldquo;, erkl&auml;rte Polens stellvertretender Au&szlig;enminister. Dass hinter dieser Argumentation die Angst vor dem Verlust nationaler Souver&auml;nit&auml;t steht, verhehlen weder die ungarische Fidesz noch die polnische PiS.<br>\nIn der Praxis stellt die Verkn&uuml;pfung der Auszahlung von Geldern mit rechtsstaatlichen Kriterien f&uuml;r jene, die verd&auml;chtigt werden, sie nicht einzuhalten, eine Beweislastumkehr dar. Bisher musste der Europ&auml;ische Gerichtshof Verfehlungen im Rechtswesen nachweisen, damit Sanktionen verh&auml;ngt werden durften. Nun ist es umgekehrt: Die Kommission verweigert Gelder, der Verd&auml;chtige muss seine Unschuld beweisen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/vor-ueberheblichkeit-strotzend\">Hannes Hofbauer im Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>EU-Kommission will Sanktionsm&ouml;glichkeit wegen angeblicher Desinformation einf&uuml;hren<\/strong><br>\nImmer wieder werfen westliche Staaten Russland und China Desinformation vor. Die Europ&auml;ische Kommission, also die Exekutive in der Europ&auml;ischen Union, will laut Medienberichten vorschlagen, k&uuml;nftig gegen &ldquo;T&auml;ter&rdquo; notfalls auch harte Sanktionen verf&uuml;gen zu k&ouml;nnen.<br>\nAngeblich plant die &ldquo;Europ&auml;ische Kommission&rdquo; (EU-Kommission) vorzuschlagen, dass Sanktionen gegen solche &ldquo;ausl&auml;ndischen Akteure&rdquo; beschlossen werden k&ouml;nnen, denen die Europ&auml;ische Union (EU) vorwirft, Desinformation zu verbreiten. Das berichtete der im Kalten Krieg als antikommunistische Propagandaplattform gegr&uuml;ndete US-Auslandssender Radio Free Euope\/Radio Liberty (RFE\/RL) unter Berufung auf einen Entwurf, der dem Sender vorliegen soll&hellip;<br>\nDer Bericht warnt davor, dass Information von &ldquo;ausl&auml;ndischen Akteuren als Waffe benutzt&rdquo; werden k&ouml;nne. Als Quellen angeblicher Desinformation werden explizit Russland und China genannt. Diese h&auml;tten etwa zum Thema COVID-19 &ldquo;gezielte Beeinflussungsoperationen und Desinformationskampagnen&rdquo; in der EU, deren Nachbarschaft und weltweit gef&uuml;hrt, um &ldquo;die demokratische Debatte zu untergraben&rdquo; und &ldquo;ihr eigenes Image zu verbessern&rdquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/europa\/109920-eu-kommission-will-sanktionsmoglichkeit-wegen\/\">RT<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Westliche Kriegsverbrechen in Afghanistan<\/strong><br>\nVon Emran Feroz<br>\nJagd auf Afghanen wurde von Elite-Soldaten als eine Art Sport sowie als Aufnahmeritual f&uuml;r Neuank&ouml;mmlinge betrachtet<br>\nDer Skandal ist noch lange nicht zu Ende. Heute zeigt der Guardian das Foto eines australischen Soldaten, der angeblich aus der Beinprothese eines get&ouml;teten Taliban-K&auml;mpfers in Afghanistan trinkt. Laut der britischen Zeitung gibt es eine ganze Reihe solcher Fotos, die dem Guardian vorliegen. Sie stammen aus einem Fundus von Kriegsaufnahmen, die australische Spezialkr&auml;fte beim &ldquo;Am&uuml;sement&rdquo; in der Fat Lady&rsquo;s Arms-Bar der Milit&auml;rbasis in Tarin Kowt, Urusgan, im Jahr 2009 anfertigten.<br>\nWas lange bekannt war, wurde nun auch endg&uuml;ltig von offizieller Seite best&auml;tigt. Australische Elitesoldaten (SAS) haben in Afghanistan Kriegsverbrechen begangen und ermordeten zwischen den Jahren 2005 und 2016 mindestens 39 afghanische Zivilisten. Die Jagd auf Afghanen und ihre T&ouml;tung wurden von den Soldaten als eine Art Sport sowie als Aufnahmeritual f&uuml;r Neuank&ouml;mmlinge betrachtet. Der dazu geh&ouml;rende Bericht l&auml;sst sich an vielen Stellen wie ein Protokoll des Terrors lesen.<br>\nAn vielen Stellen wird deutlich, dass afghanische Menschenleben in den Augen der Soldaten praktisch nichts wert seien. &ldquo;Es passierte die ganze Zeit&rdquo;, hie&szlig; es seitens vieler Soldaten, die f&uuml;r den Bericht interviewt wurden. Die Untersuchung wurde bereits 2016 vom australischen Milit&auml;r in Auftrag gegeben. Insgesamt wurden mehr als 400 Zeugen verh&ouml;rt und mindestens 55 Ermittlungen aufgenommen&hellip;<br>\nF&uuml;r viele Beobachter, Journalisten und andere Kenner des Afghanistan-Krieges waren die j&uuml;ngsten Enth&uuml;llungen allerdings keineswegs &uuml;berraschend. In vielen afghanischen D&ouml;rfer kursieren bis heute die Geschichten von mordenden und folternden NATO-Soldaten. Die Betroffenen werden allerdings kaum geh&ouml;rt. Tats&auml;chlich ist die Stimme solcher Afghanen erst etwas wert, nachdem sie von einem westlichen Akteur best&auml;tigt wurden. Andernfalls gelten sie als &ldquo;nicht glaubw&uuml;rdig&rdquo; oder &ldquo;&uuml;bertreibend&rdquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Westliche-Kriegsverbrechen-in-Afghanistan-4972470.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Julian Assange in den F&auml;ngen der National Security Community der USA<\/strong><br>\nNach einer m&ouml;glichen Auslieferung an die USA w&uuml;rde WikiLeaks-Gr&uuml;nder Julian Assange die Grand Jury im Eastern District Court of Virginia in der US-Stadt Alexandria wohl zum Verh&auml;ngnis werden. Vor dieses Gericht soll der australische Journalist nach einer m&ouml;glichen Auslieferung in die USA gestellt werden. [&hellip;]<br>\nEs ist diese national und international herrschende loyale Ergebenheit gegen&uuml;ber den USA, die das Leben eines mutigen Aufkl&auml;rers und seiner Mitstreiter fahrl&auml;ssig oder vors&auml;tzlich zerst&ouml;rt. F&uuml;r die Vertreter der &ldquo;westlichen Wertegemeinschaft&rdquo; ist offenbar jeder Tag Loyality Day.<br>\nDer UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer hat daher vollkommen recht, wenn er zusammenfassend zum Fall Assange darlegt: &ldquo;Meiner Ansicht nach ging es in diesem Fall nie um die Schuld oder Unschuld von Herrn Assange, sondern darum, ihn den Preis daf&uuml;r zahlen zu lassen, dass er schwere Regierungsvergehen aufgedeckt hat, einschlie&szlig;lich mutma&szlig;licher Kriegsverbrechen und Korruption.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Julian-Assange-in-den-Faengen-der-National-Security-Community-der-USA-4973951.html\">Telepolis <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Moritz M&uuml;ller:<\/strong> Einmal mehr bedr&uuml;ckender Lesestoff im Assange Skandal. Wer hier Stellung beziehen m&ouml;chte ist am Sonntag in Stuttgart <a href=\"https:\/\/freeassange.eu\/#aktionsuebersicht\">am richtigen Platz<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Selbstbedienung f&uuml;r Steuertrickser<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsstabilisierungsfonds verteilt Coronahilfen in Milliardenh&ouml;he an Unternehmen mit fragw&uuml;rdigen Gesch&auml;ftsmodellen. Es ist Zeit f&uuml;r einen Transformationsfonds (&hellip;)<br>\nErstens ist das Gesch&auml;ftsmodell der gef&ouml;rderten Unternehmen nicht zukunftsf&auml;hig. Die Perspektive der ohnehin margenschwachen Luftfahrt ist wohl noch d&uuml;sterer geworden, seit Unternehmen Videokonferenzen f&uuml;r sich entdecken. Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter (TUI) und drittgr&ouml;&szlig;ter (FTI) Anbieter von Pauschalreisen ringen seit Jahren ums &Uuml;berleben. Menschen buchen immer weniger Pauschalreisen, sondern stellen sich ihren Urlaub auf Online-Portalen individuell zusammen. Der Kreuzfahrschiffbauer MV-Werften hat es in dem &uuml;bersubventionierten Sektor mit prognostizierten &Uuml;berkapazit&auml;ten nicht leichter. Die Bundesregierung rettet also Unternehmen von gestern und bindet dort Ressourcen, die in Zukunftsbranchen fehlen. Die deutsche Wirtschaft wird nicht durch die Erbringung von Pauschaltourismus das 21. Jahrhundert meistern, sondern durch technologischen Fortschritt. (&hellip;)<br>\nZweitens haben alle gef&ouml;rderten Unternehmen Verbindungen zu Schattenfinanzzentren. Das ist ein Indiz daf&uuml;r, dass die Unternehmen Steuersparmodelle nutzen. Es besteht keine Transparenz dar&uuml;ber. Die Lufthansa verschiebt laut einer Studie im Auftrag von Finanzwende sehr wahrscheinlich Gewinne in Schattenfinanzzentren. TUI l&auml;sst u.a. seine Kreuzfahrtschiffe unter maltesischer Flagge fahren. Die Eigent&uuml;mer von FTI und MV-Werften schleusen ihren Gewinn &uuml;berwiegend &uuml;ber Zwischengesellschaften in Luxemburg, Schweiz und Bermuda. Die Bundesregierung teilt Steuergelder an Unternehmen aus, die selbst wenig Steuern zahlen. Finanzwende hat dagegen die Kampagne Steuertrickser angesto&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/corona-selbstbedienung-fuer-steuertrickser\">Gerhard Schick in der Freitag<\/a>\n<p><strong>dazu: EU-Richtlinie: Bundesregierung verschleppt Kampf gegen Steuertrickser<\/strong><br>\nDeutschland hat eine EU-Richtlinie, die Steuertricksereien von Unternehmen erschweren soll, noch immer nicht umgesetzt. Union und SPD geben sich gegenseitig die Schuld.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/eu-richtlinie-bundesregierung-verschleppt-kampf-gegen-steuertrickser\/26684334.html\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Peinlich, aber nat&uuml;rlich auch wieder typisch f&uuml;r die Union, die die Unternehmen vor &ldquo;B&uuml;rokratie&rdquo; (in diesem Fall: Steuern zahlen) sch&uuml;tzen will, und peinlich auch f&uuml;r die SPD. Aber im Grunde genommen geht es doch um ganz andere Summen als die hier genannten vergleichsweise l&auml;ppischen 235 Millionen Euro im Jahr. Soweit ich wei&szlig;, wird doch die Steuerhinterziehung in Deutschland auf ca. 50 bis 100 Milliarden Euro im Jahr gesch&auml;tzt (und das ist nur der illegale Anteil). Wenn die Gro&szlig;e Koalition nicht einmal die Millionen haben will, dann sollen die Unternehmen wahrscheinlich mit der Hinterziehung in Milliardenh&ouml;he weiter unbehelligt durchkommen.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Mit den Milliardenhilfen f&uuml;r Tui macht der Staat so ziemlich alles falsch<\/strong><br>\n4,3 Milliarden Euro h&auml;lt der Bund an Steuergeld bereit, um den Reisekonzern zu retten. Dabei vergr&ouml;&szlig;ert die Regierung den entstandenen Schaden noch. [&hellip;]<br>\nAllein die Summe schon macht sprachlos. Wem sie angesichts der vielen Nullen zu abstrakt erscheint, dem k&ouml;nnten Relationen wie diese weiterhelfen: Rund 10.000 Mitarbeiter besch&auml;ftigt der Reisekonzern in Deutschland, sodass auf jeden Kopf eine Rettungssumme von 430.000 Euro entf&auml;llt. Eine andere Vergleichszahl gef&auml;llig? Nahezu exakt dieselbe Summe investierte der Bund seit 2008 in insgesamt vier Kita-Programme, um Betreuungspl&auml;tze f&uuml;r eine halbe Million Kinder unter drei Jahren zu schaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/kommentare\/kommentar-mit-den-milliardenhilfen-fuer-tui-macht-der-staat-so-ziemlich-alles-falsch\/26683724.html\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser J.A.:<\/strong> Das macht einen wirklich sprachlos, zumal f&uuml;r die Konkurrenten, kleinere und mittelgro&szlig;e Reiseunternehmen, eben kein Staatsgeld bereitsteht. Und die TUI ist &ldquo;[&uuml;brigens] ein Unternehmen [&hellip;], das sich mehrheitlich im Besitz ausl&auml;ndischer Investoren befindet&rdquo;, also nicht einmal das &ldquo;Argument&rdquo; kann gelten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Gro&szlig;baustelle der Klima- und Fiskalpolitik<\/strong><br>\nWer sich &ouml;kologisch und sozial verh&auml;lt, wird daf&uuml;r finanziell bestraft. Dies ist jedoch kein Naturgesetz, sondern h&auml;ngt ganz erheblich von unserer Steuer- und Subventionspolitik ab. Sie bestimmt Kosten und Preise oft ma&szlig;geblich und beeinflusst damit die Marktresultate. Die jetzigen Rahmenbedingungen sind an zu vielen Stellen nicht im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaft ausgestaltet.<br>\nDer Abbau klimasch&auml;dlicher Subventionen ist neben einem angemessenen Preis f&uuml;r CO2-Emissionen eine der zentralen &ouml;konomischen Gro&szlig;baustellen einer marktwirtschaftlichen Klimapolitik. Nur mit klimagerechten Preissignalen und Anreizen k&ouml;nnen die Marktkr&auml;fte von Angebot und Nachfrage mit unseren Klimazielen in Einklang und die Transformation der Wirtschaft auf die richtige Spur gebracht werden. Diese polit&ouml;konomischen Leitplanken m&uuml;ssen so gestaltet werden, dass nachhaltiges Verhalten f&uuml;r Individuen auch wirtschaftlich lohnenswert ist.<br>\nDas Umweltbundesamt sch&auml;tzt das Volumen von Finanzhilfen, Steuerverg&uuml;nstigungen und weiteren finanziellen Beg&uuml;nstigungen mit negativer Umweltwirkung allein f&uuml;r Deutschland auf &uuml;ber 57 Milliarden Euro pro Jahr. Diese umfassende Subventionierung verlangsamt aktiv den Umweltschutz, indem sie finanzielle Vorteile f&uuml;r klimasch&auml;dlichen Technologien, Produkten und Strukturen sowie Anreize f&uuml;r klimasch&auml;dliches Verhalten schafft.<br>\nRund die H&auml;lfte der umweltsch&auml;dlichen Subventionen (28 Milliarden Euro) entf&auml;llt auf den Verkehrssektor. Die Steuerbefreiung von Kerosin, ein verringerter Steuersatz f&uuml;r Diesel, die Befreiung internationaler Fl&uuml;ge von der Mehrwertsteuer und das Dienstwagenprivileg geh&ouml;ren hierbei betragsm&auml;&szlig;ig zu den gr&ouml;&szlig;ten Subventionsposten. Sie haben einen besonders klimasch&auml;dlichen Einfluss auf unser Mobilit&auml;tsverhalten, sind teuer und sozial ungerecht. Allein die steuerlichen Vorteile f&uuml;r den Flugverkehr summieren sich auf &uuml;ber zehn Milliarden Euro und sorgen weiterhin daf&uuml;r, dass ein Kurzstreckenflug oft g&uuml;nstiger ist als die klimafreundlichere Reise mit der Bahn. Auch Fahrzeugkauf und -nutzung werden an vielen Stellen direkt oder indirekt gef&ouml;rdert oder strukturell bevorzugt. Die klimasch&auml;dliche Mobilit&auml;t von ohnehin privilegierten Bev&ouml;lkerungsgruppen wird somit unn&ouml;tig unterst&uuml;tzt.<br>\n(&hellip;) Der Blick nach vorne: Staatsschulden und Klimakrise zusammen denken<br>\nAn einem Abbau umweltsch&auml;dlicher Subventionen f&uuml;hrt kein Weg vorbei: Ein konkreter sowie sozial- und wirtschaftspolitisch vertr&auml;glicher Ausstiegsplan bis 2025 w&uuml;rde helfen, allen Beteiligten die n&ouml;tige Zeit zu geben, sich auf die &bdquo;unbequemen&ldquo; Schritte einzustellen. Es wird viel politischer Mut n&ouml;tig sein, diese Ma&szlig;nahmen gegen alle politischen Widerst&auml;nde einzuleiten und umweltsch&auml;dliche Subventionen nach und nach zur&uuml;ckzufahren&hellip;<br>\nAllein der Abbau der zehn klimasch&auml;dlichsten Subventionen h&auml;tte ein Einsparpotenzial von rund 46 Milliarden Euro j&auml;hrlich&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makronom.de\/klimaschaedliche-subventionen-die-grossbaustelle-der-klima-und-fiskalpolitik-37685\">Makronom<\/a>\n<p><strong>dazu: Regierung am Tropf der alten Wirtschaft<\/strong><br>\nEin Erneuerbare-Energien-Gesetz, das zu wenig Klimaschutz bringt, eine Verkehrspolitik aus dem vergangenen Jahrhundert &ndash; die gro&szlig;e Koalition h&auml;ngt am Tropf der alten Energie- und Autowirtschaft wie ein Junkie an der Nadel und verliert das Gesp&uuml;r f&uuml;r ihre W&auml;hler:innen. Die Menschen wollen Ver&auml;nderung.<br>\nNach den Pl&auml;nen der Bundesregierung sollten pro Monat hierzulande 2.000 neue Lades&auml;ulen f&uuml;r Elektroautos installiert werden. Tats&auml;chlich sind es etwa 200.<br>\nNach den Pl&auml;nen derselben Bundesregierung sollte im November das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz im Bundestag verabschiedet werden. Doch jetzt ist nicht mal klar, ob es &uuml;berhaupt noch in diesem Jahr verabschiedet wird.<br>\nGanz zu schweigen vom Inhalt: Mit der jetzigen Vorlage des Wirtschaftsministers k&ouml;nnen die Klimaschutzziele der Bundesregierung niemals erreicht werden &ndash; und schon gar nicht die Ziele des Pariser Klimaabkommens, das diese Bundesregierung unterschrieben hat.<br>\nDiese Regierung hat in ihren Reihen einen Verkehrsminister, der allenfalls Autominister ist. Stra&szlig;enbau ist Andy Scheuer noch immer wichtiger als der Ausbau des &ouml;ffentlichen Verkehrs. Siehe das Drama um den Dannenr&ouml;der Forst in Hessen.<br>\nKein Wunder, dass Fridays for Future die Systemfrage stellt<br>\nDiese Regierung hat einen Wirtschaftsminister, der vor wenigen Wochen erst eingestanden hat, dass die Regierung beim Klimaschutz zwei Jahrzehnte geschlafen habe, um zu versichern, dass man aber jetzt aufgewacht sei.<br>\nNur wenige Tage danach legt Peter Altmaier eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vor, die eher ein Verhinderungsgesetz ist, als dem rascheren Ausbau der Erneuerbaren zu helfen. Die Klimawissenschaftler vom Wuppertal-Institut oder vom Potsdam-Institut sagen, der Ausbau der Erneuerbaren m&uuml;sse mindestens dreimal so schnell erfolgen wie in der Novelle vorgesehen.<br>\nKein Wunder, dass die Fridays-for-Future-Bewegung die Systemfrage stellt. Gro&szlig;e Teile der Umweltbewegung glauben, dass das derzeitige &ouml;konomische System kaputt ist und die Demokratie in ihrer jetzigen Form ungeeignet, die &Uuml;berlebensprobleme der Menschheit zu l&ouml;sen.<br>\nDas ist die logische Folge einer Politik, die von Versprechungen lebt, aber ihren sch&ouml;nen Worten keine entsprechenden Taten folgen l&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/deutschland\/regierung-am-tropf-der-alten-wirtschaft\">Klimareporter<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Noch feindseliger geht nicht &ndash; Der Fall Monika Maron und das alternativlose deutsche Meinungsklima<\/strong><br>\nDeutschland scheint sich eingerichtet zu haben zwischen links oder rechts, Gut oder B&ouml;se. &laquo;Umstritten&raquo; heisst das Zauberwort, mit dem ein konstruktiver Dialog erstaunlich erfolgreich verhindert werden kann. Weshalb der Fischer-Verlag mit dem Rausschmiss einer grossen Autorin einen Fehler gemacht hat.<br>\nWann hat die Stimmung in Deutschland derart umgeschlagen? Ausgerechnet in diesem Land, das ich gerade wegen seiner Debattenkultur so sch&auml;tzte. Weil hier jeder Einwand &ndash; ja: auch gerne bis zum Exzess &ndash; diskutiert wurde. Erschien eine Ansicht auch noch so &uuml;berdreht, es wurde hart, oft polemisch, aber immer produktiv und mit dem n&ouml;tigen Respekt f&uuml;r den Andersdenkenden miteinander geredet. Weil es in Deutschland historisch gute Gr&uuml;nde gibt, den Leuten den Mund nicht zu verbieten.<br>\nLange ist&rsquo;s her. Oskar Roehler hat im Roman &laquo;Selbstverfickung&raquo; den Wetterumschwung ziemlich pr&auml;zise vorausgesagt, als er vor drei Jahren seinen Protagonisten aus unruhigen Tr&auml;umen erwachen und in kafkaesker Lakonik feststellen liess, &laquo;dass er nicht mehr linksliberal war&raquo;. Was in dieser Gesellschaft &laquo;schlimmer&raquo; sei, als sich &laquo;in ein ungeheures Ungeziefer verwandelt zu haben&raquo;.<br>\nTats&auml;chlich hat sich, was deutsche Diskussionskultur einmal ausmachte, zusehends in einem von moralischer Belehrung, Hypersensibilit&auml;t und ideologischem Machtkampf geschw&auml;ngerten Meinungsklima auseinanderdividiert. Ein Land scheint sich alternativlos eingerichtet zu haben zwischen links oder rechts, Gut oder B&ouml;se.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/monika-maron-und-das-meinungsklima-feindseliger-geht-nicht-ld.1589543\">NZZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. 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