{"id":67726,"date":"2020-12-07T10:25:16","date_gmt":"2020-12-07T09:25:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67726"},"modified":"2020-12-08T07:23:10","modified_gmt":"2020-12-08T06:23:10","slug":"copy-and-paste-die-bundesregierung-spart-sich-beim-oepp-rapport-fakten-und-tastenanschlaege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67726","title":{"rendered":"Copy and Paste. Die Bundesregierung spart sich beim \u00d6PP-Rapport Fakten und Tastenanschl\u00e4ge."},"content":{"rendered":"<p>Letzte Woche passierte ein Machwerk sondergleichen das Bundeskabinett. Der &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/201204-oepp-Transparenz.pdf\">Transparenzbericht<\/a>&ldquo; zu laufenden &ouml;ffentlich-privaten Partnerschaften nimmt keinerlei R&uuml;cksichten auf Sorgfalt und Wahrheit und verkauft ein f&uuml;r den Staat ruin&ouml;ses Gesch&auml;ftsmodell als einzige Erfolgsgeschichte. Dauerkritik durch den Bundesrechnungshof findet so wenig Erw&auml;hnung wie Pleiten, Rechtsstreitigkeiten und Schattenhaushalte. Reich ist der Text nur an Plattheiten und Redundanzen. Die Zustimmung der Ministerriege erhielt er trotzdem &ndash; ohne Aussprache. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7727\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-67726-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201207_Die_Bundesregierung_spart_sich_beim_OEPP_Rapport_Fakten_und_Tastenanschlaege_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201207_Die_Bundesregierung_spart_sich_beim_OEPP_Rapport_Fakten_und_Tastenanschlaege_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201207_Die_Bundesregierung_spart_sich_beim_OEPP_Rapport_Fakten_und_Tastenanschlaege_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201207_Die_Bundesregierung_spart_sich_beim_OEPP_Rapport_Fakten_und_Tastenanschlaege_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=67726-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201207_Die_Bundesregierung_spart_sich_beim_OEPP_Rapport_Fakten_und_Tastenanschlaege_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"201207_Die_Bundesregierung_spart_sich_beim_OEPP_Rapport_Fakten_und_Tastenanschlaege_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Was hat man noch mal in der Schule &uuml;ber Demokratie und Parlamentarismus gelernt? Von wegen Wettstreit der Meinungen, Ausgleich von Interessen, Ringen um die besten Ideen, Konzepte und L&ouml;sungen. Und das alles zum Wohl der Allgemeinheit. Nimmt man einen Vorgang, der sich vor wenigen Tagen in der Schaltzentrale der Berliner Republik zutrug, k&ouml;nnte man ob der tollen Verhei&szlig;ungen in Zweifel geraten. Am Mittwochmorgen beschloss da das Bundeskabinett den &bdquo;Entwurf eines Berichts der Bundesregierung &uuml;ber &Ouml;PP-Projekte im Betrieb&ldquo;. Wobei das W&ouml;rtchen &bdquo;Beschluss&ldquo; falsche Illusionen wecken k&ouml;nnte. Tats&auml;chlich wurde die Vorlage abgenickt oder, wie es im Vorwort hei&szlig;t, die Zustimmung der Bundesminister &bdquo;im Rahmen der Top-1-Liste ohne Aussprache&ldquo; herbeigef&uuml;hrt.  <\/p><p>Der Ablauf ist nicht ungew&ouml;hnlich, die Top-1-Liste vom Mittwoch umfasste allein 25 Punkte, die man ohne Diskussion abhandelte. Die Ressortabstimmungen finden in solchen F&auml;llen bereits im Vorfeld statt, die Verabschiedung ist dann blo&szlig; noch eine Formalit&auml;t. Dagegen ist nichts einzuwenden, sofern davor wirklich so etwas wie eine regierungsinterne Er&ouml;rterung des Gegenstands stattgefunden hat. Diesen Eindruck hinterl&auml;sst das besagte Papier aber gerade nicht, obwohl an seiner Anfertigung die Bundesministerien f&uuml;r Verteidigung (BMVG), f&uuml;r Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), f&uuml;r Bildung und Forschung (BMBF) sowie &bdquo;federf&uuml;hrend&ldquo; das Bundesfinanzministerium (BMF) beteiligt gewesen sein sollen.<\/p><p><strong>Orwell l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en<\/strong><\/p><p>Schaut man sich die Inhalte genauer an, wirkt das Ganze eher wie ein eiligst zusammengeschustertes Machwerk aus haltlosen Besch&ouml;nigungen und hohlen Phrasen. In einer Medienmitteilung klagte Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Gr&uuml;nen, dann auch mit Recht &uuml;ber &bdquo;eine Farce&ldquo;, w&auml;hrend Carl Wa&szlig;muth vom Verein Gemeingut in B&uuml;gerInnenhand (GiB) angesichts der Titulierung &bdquo;&Ouml;PP-Transparenzbericht&ldquo; sich an George Orwells Neusprech erinnert f&uuml;hlt. &bdquo;Was bedeutet es f&uuml;r den Zustand einer Demokratie, wenn die Regierung solche Dokumente fr&ouml;hlich und ohne Beratung verabschiedet&ldquo;, befand er gegen&uuml;ber den NachDenkSeiten. <\/p><p>Gewiss nichts Gutes, will man meinen, wof&uuml;r sich in dem Report gleich haufenweise Belege finden. Los geht es gleich am Anfang mit einer kapitalen L&uuml;ge, wenn das BMVI mit Blick auf &ouml;ffentlich-private Partnerschaften im Fernstra&szlig;enbau feststellt, dass sich die erwarteten Wirtschaftlichkeitsvorteile &bdquo;bei einer projekt&uuml;bergreifenden Gesamtbetrachtung weitgehend best&auml;tigt haben&ldquo;. Zur Einordnung: Der Bundesrechnungshof (BRH) hat wiederholt beanstandet, die mit &Ouml;PP verbundenen langfristigen Kosten f&uuml;r den Steuerzahler &uuml;berstiegen die einer klassischen staatlichen Beschaffungsvariante nicht nur &bdquo;weitgehend&ldquo;, sondern in der &uuml;bergro&szlig;en Mehrheit der F&auml;lle. 2014 hatten die Finanzpr&uuml;fer sechs dieser Unternehmungen begutachtet. F&uuml;nf davon <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/staat-zahlt-1-9-milliarden-euro-drauf-gutachten-private-autobahnen-rechnet-sich-nicht_id_3918690.html\">verschlangen<\/a> insgesamt 1,9 Milliarden Euro mehr als eine Realisierung in &ouml;ffentlicher Hand. <\/p><p><strong>Effizient, schnell, transparent, billig?<\/strong><\/p><p>Solche Ausw&uuml;chse sind nur logisch. Bei &Ouml;PPs holt sich der Staat Investoren ins Boot, die f&uuml;r ihn eine Aufgabe erledigen, etwa den Bau von Verwaltungsgeb&auml;uden, Museen, Stra&szlig;en oder Bahnh&ouml;fen, und die deren Betrieb &uuml;ber Laufzeiten zwischen 20 und 30 Jahren durch Vereinnahmung von Mietzahlungen oder bei Verkehrsprojekten durch Erl&ouml;se aus der Lkw-Maut sicherstellen sollen. Warum sollte ein Privatunternehmen, das Gewinne erwirtschaften muss, das alles zu g&uuml;nstigeren Konditionen schaffen k&ouml;nnen als die &ouml;ffentliche Hand ohne Profitmaximierungsgebot? Die Frage ist so banal, wie die Antworten der politisch Verantwortlichen immer die gleichen sind und in sch&ouml;ner Regelm&auml;&szlig;igkeit von der Wirklichkeit widerlegt werden. <\/p><p>Selbstredend betet auch der Regierungsbericht die alte Leier runter: Nach den bisherigen Erfahrungen w&auml;ren &bdquo;potenzielle Vorteile&ldquo; des &Ouml;PP-Ansatzes: &bdquo;h&ouml;here Termin- und Kostentreue, die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Beschaffung durch die Risikoteilung und die daf&uuml;r erforderliche, umfassende Analyse der Projektrisiken, gr&ouml;&szlig;ere Transparenz, die F&ouml;rderung effizienzsteigernder Innovationen und ein Wissenstransfer aus dem privaten Sektor zur &ouml;ffentlichen Hand.&ldquo; Immerhin l&auml;sst die Regierung mit dem Begriff &bdquo;potenziell&ldquo; ein Hintert&uuml;rchen offen, dass es vielleicht mal nicht hinhaut mit den sch&ouml;nen Versprechungen. W&auml;hrend man &uuml;ber das unterstellte Plus an &bdquo;Effizienz&ldquo; und &bdquo;Schnelligkeit&ldquo; einer von Privaten durchgef&uuml;hrten Neubau- oder Sanierungsma&szlig;nahme noch streiten k&ouml;nnte, sprechen bei den Aspekten Transparenz und Kostentreue die Fakten eindeutig f&uuml;r die &Uuml;berlegenheit des konventionellen Staatsmodells. <\/p><p>Die Vertr&auml;ge mit den privaten Betreibern unterliegen der Geheimhaltung, genauso wie die von gro&szlig;en industrienahen Anwaltskanzleien und Beratungsgesellschaften erstellten sogenannten Wirtschaftlichkeitsgutachen, die praktisch immer f&uuml;r die Privatisierungsvariante pl&auml;dieren und der Realisierung in &ouml;ffentlicher Hand eine Absage erteilen. Das Gegenteil von Transparenz offenbart sich ebenso in puncto politisch-parlamentarischer Aufsicht. &Ouml;PPs werden ausdr&uuml;cklich zur Umgehung der &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; oder der Maastricht-Stabilit&auml;tskriterien eingesetzt. Langfristige Kosten werden auf Einzeljahre gest&uuml;ckelt in Schattenhaushalte und die Zukunft verschoben und die Kontrolle und das Haushaltsrecht der Parlamente ausgehebelt. Damit eignet sich das Modell vorz&uuml;glich dazu, massenweise Steuergeld unter dem Radar der &Ouml;ffentlichkeit in die Kassen von Baul&ouml;wen, Banken, Versicherern oder Hedgefonds umzuleiten &ndash; eben Umverteilung vom Feinsten. <\/p><p><strong>Kostenexplosionen in Serie<\/strong><\/p><p>Wozu das f&uuml;hrt, erf&auml;hrt man in dem &Ouml;PP-Report nicht, weil dort, wie GiB-Sprecher Wa&szlig;muth anmerkte, &bdquo;nur eitel Sonnenschein verbreitet wird&ldquo;. Vor einem Jahr musste sich die Regierung ausnahmsweise mal doch <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/366900.infrastruktur-scheuer-liebt-s-teuer.html?sstr=bartsch|%C3%B6pp\">ehrlich machen<\/a>, in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Daraus ging hervor, dass von 15 laufenden oder geplanten Autobahnprojekten in &ouml;ffentlich-privater Partnerschaft zw&ouml;lf den urspr&uuml;nglich veranschlagten Ausgabenrahmen schon gesprengt hatten. Lediglich eines der im Betrieb befindlichen lag demnach nicht &uuml;ber den Planzahlen, ein Abschnitt zwischen Bremen und Buchholz, wof&uuml;r, Stand jetzt, nur 987 Millionen statt der kalkulierten eine Milliarde Euro abgerufen werden sollen. Das allerdings taugt nicht zur Entwarnung. Erfahrungsgem&auml;&szlig; ziehen die Kosten nach hinten heraus drastisch an. <\/p><p>In den zehn anderen F&auml;llen sind die Vorgaben l&auml;ngst Schnee von gestern. Den Vogel schie&szlig;t ein Streckenteil der A 8 zwischen Ulm und Augsburg ab, der nicht wie einst vorgesehen 850 Millionen Euro, sondern mindestens 1,348 Milliarden Euro verschlingen wird. Eben dieses Projekt ist als eines von sieben im &bdquo;Transparenzbericht&ldquo; aufgef&uuml;hrt. &Uuml;ber die finanziellen Unwuchten findet sich darin kein Wort. Stattdessen das: &bdquo;Die Umsetzung des Betriebsdienstes erfolgt bislang vertragskonform.&ldquo; Dass die Betreiberfirma Pansuevia den Bund auf Millionenzahlungen infolge von Planungsfehlern der Politik verklagt hatte und damit Anfang 2019 gescheitert war, erw&auml;hnen die Berichterstatter <a href=\"https:\/\/www.der-bau-unternehmer.de\/nachrichten\/baukonsortium-bleibt-auf-mehrkosten-fuer-oepp-ausbau-der-a8-sitzen.html\">mit keiner Silbe<\/a>. Vielmehr bleibt als Botschaft h&auml;ngen: Alles paletti!<\/p><p><strong>Keine &bdquo;Zufriedenheitseinsch&auml;tzung&ldquo;<\/strong><\/p><p>Ein viel prominenterer Rechtsstreit betrifft die sogenannte Hansalinie zwischen Hamburg und Bremen. Das Konsortium &bdquo;A1 Mobil&ldquo; wollte nicht weniger als 778 Millionen Euro Schadensersatz erstreiten, weil der Lkw-Verkehr nach der Finanzkrise 2008 und mit ihm die Mauterl&ouml;se <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56717\">eingebrochen waren<\/a>. Die Aff&auml;re sorgte f&uuml;r reichlich Schlagzeilen und k&ouml;nnte auch mit der Abweisung der Klage durch das Oberlandesgericht Celle vor einem Jahr nicht ausgestanden sein. Die Betreiber hatten f&uuml;r den Fall einer juristischen Niederlage stets mit dem Gang in die Insolvenz gedroht. Auch die Hansalinie ist im &Ouml;PP-Bericht aufgeschl&uuml;sselt, l&auml;uft aber wie alle anderen unter &bdquo;vertragskonforme Umsetzung&ldquo;, was einmal mehr hei&szlig;en soll: Alles in bester Ordnung. <\/p><p>Zu genau will es das BMVI unter Leitung von Skandalminister Andreas Scheuer (CSU) aber dann doch nicht wissen. Zu allen behandelten Autobahnprojekten wird festgehalten: &bdquo;Von einer projektbezogenen Zufriedenheitseinsch&auml;tzung wird abgesehen.&ldquo; Demnach h&auml;tte man &bdquo;Betroffene&ldquo; sehr wohl befragen k&ouml;nnen und zwar namentlich &bdquo;Projektbeteiligte, Nutzer, Besch&auml;ftigte, &Ouml;ffentlichkeit&ldquo;, (Steuerzahler?), hat es aber lieber gelassen. Warum wohl? &bdquo;In diesem Bericht werden Milliarden Euro umfassende Kosten und Risiken von &Ouml;PP-Projekten geleugnet&ldquo;, monierte Wa&szlig;muth. &bdquo;Mit keinem Piep wird auf die scharfe Kritik des Bundesrechnungshofs eingegangen, laufende Insolvenzverfahren und Klagen gegen den Bund werden verschwiegen.&ldquo; Nach Ansicht von Gr&uuml;nen-Politiker Kindler lasse sich der Minister &bdquo;trotz krasser Kostensteigerungen, trotz Klagen von Vertragspartnern von seinen Beratern die Welt sch&ouml;nrechnen&ldquo;. S&auml;mtliche Hinweise auf &bdquo;schwerwiegende Probleme und strukturelle Intransparenz&ldquo; w&uuml;rden unterdr&uuml;ckt und wie schon bei der Pkw-Maut halte er auch bei &Ouml;PP-Projekten alle wichtigen Akten gezielt unter Verschluss. Und wenn die wenigen ver&ouml;ffentlichten Kontrakte &bdquo;stark geschw&auml;rzt&ldquo; seien, &bdquo;dann ist das eben keine volle Transparenz&ldquo;. <\/p><p><strong>L&auml;stige Pflicht<\/strong><\/p><p>Apropos: Zu mehr Offenheit im Umgang mit &ouml;ffentlich-privaten Partnerschaften ist die Regierung durch Beschluss des Bundestages vom 12. M&auml;rz 2013 angehalten. Seither muss sie in der Mitte der Legislaturperiode zu laufenden Projekten Bericht erstatten. Dass dies eine l&auml;stige Pflicht ist, beweist der neueste Rapport mit gro&szlig;er Eindr&uuml;cklichkeit. Wenn &Ouml;PPs darin kontrafaktisch als die erste Wahl der Beschaffungsvarianten abgefeiert werden, ist das bei der neoliberalen Ausrichtung von Union und SPD keine gro&szlig;e &Uuml;berraschung. Erb&auml;rmlicher noch erscheint der Vorgang aber im Hinblick auf das &bdquo;Wie&ldquo;, sprich die Sorgfalt der Pr&auml;sentation. So werden etwa unter der &Uuml;berschrift &bdquo;detaillierte Projektbeschreibung&ldquo; zu den behandelten Stra&szlig;enbauprojekten immer wieder dieselben wortgleichen Plattit&uuml;den wiedergek&auml;ut &ndash; nahezu ohne jeden Fallbezug. Die fragliche Passage zieht sich jeweils &uuml;ber zwei volle Seiten, mit &bdquo;Copy and Paste&ldquo; sieben Mal vervielfacht. <\/p><p>In Serie liest man da zum Beispiel: &bdquo;Das BMVI beurteilt die bisher abgeschlossenen projektspezifischen Konzessions- bzw. Projektvertr&auml;ge f&uuml;r &Ouml;PP-Projekte im Bundesfernstra&szlig;enbereich weitgehend positiv.&ldquo; Oder dieses Wortunget&uuml;m: &bdquo;Die in der abschlie&szlig;enden Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zugrunde gelegten projektspezifischen Annahmen, insbesondere die &uuml;ber den Vergleichsma&szlig;stab der &ouml;ffentlichen Hand, den Public Sector Comparator (PSC), abgebildeten Kosteninformationen f&uuml;r die konventionelle Beschaffungsvariante wurden mangels Umsetzung der konventionellen Beschaffungsvariante nicht fortgeschrieben.&ldquo; &Uuml;bersetzt soll das wohl hei&szlig;en: Weil man das Staatsmodell verworfen hat, muss man sich nicht l&auml;nger die M&uuml;he machen, nachzurechnen, ob man damit vielleicht h&auml;tte g&uuml;nstiger fahren k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Lust auf mehr <\/strong><\/p><p>Die M&uuml;he, diesen Schund zu studieren, d&uuml;rfte sich keiner der Beteiligten gemacht haben. War schlie&szlig;lich davor schon abgekaspert, das Ding durchzuwinken. Und dass sich in Corona-Zeiten das Parlament damit eingehend befasst, steht auch nicht zu erwarten. Der Bundestag bekommt den Bericht ohnehin nur zur Kenntnisnahme zugeleitet. Dass die Menschen damit dreist f&uuml;r dumm verkauft werden? Und wenn schon, kriegt eh kaum einer mit. Was z&auml;hlt, ist ohnehin nur die Ansage, dass &Ouml;PPs ein &bdquo;Erfolgsmodell&ldquo; sind, das Lust auf mehr macht. Wie hei&szlig;t es doch so sch&ouml;n im Text: &bdquo;Das BMVI und die Stra&szlig;enbauverwaltungen der L&auml;nder haben durch die laufenden &Ouml;PP-Projekte Erfahrungen gewonnen, die zur Weiterverfolgung von Betreibermodellen im Bundesfernstra&szlig;enbereich ermutigt haben.&ldquo; Weil er so wichtig ist, gibt es den Satz gleich in achtfacher Kopie.<\/p><p>Am Ende noch das: In den n&auml;chsten f&uuml;nf Jahren soll die neu errichtete privatrechtliche &bdquo;Autobahn GmbH des Bundes&ldquo; 300 Bau- und Sanierungsvorhaben stemmen, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66586\">bevorzugt mittels &Ouml;PP<\/a>. Laut Bundeshaushalt waren daf&uuml;r knapp 25 Milliarden Euro eingeplant. Der neueste Finanzplan der Gesellschaft beziffert die Kosten mit 30 Milliarden Euro. Noch Fragen? Zumindest der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), der rund 35.000 Handwerksbetriebe vertritt, hat Redebedarf. Dessen Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer, Felix Pakleppa, fasst den Transparenzbericht als Beweis daf&uuml;r auf, dass &Ouml;PP-Projekte mit der Gr&uuml;ndung der Autobahn-GmbH &bdquo;endg&uuml;ltig der Vergangenheit angeh&ouml;ren&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.zdb.de\/meldungen\/oepp-projekte-mit-dem-start-der-autobahn-gmbh-ueberwinden\">m&uuml;ssten<\/a>. Da hat er wohl etwas missverstanden. Setzen, sechs! <\/p><p>Titelbild: keport\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/401631e4ce1e480bb817c7c20de4c0d9\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche passierte ein Machwerk sondergleichen das Bundeskabinett. Der &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/201204-oepp-Transparenz.pdf\">Transparenzbericht<\/a>&ldquo; zu laufenden &ouml;ffentlich-privaten Partnerschaften nimmt keinerlei R&uuml;cksichten auf Sorgfalt und Wahrheit und verkauft ein f&uuml;r den Staat ruin&ouml;ses Gesch&auml;ftsmodell als einzige Erfolgsgeschichte. Dauerkritik durch den Bundesrechnungshof findet so wenig Erw&auml;hnung wie Pleiten, Rechtsstreitigkeiten und Schattenhaushalte. Reich ist der Text nur an Plattheiten und Redundanzen.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67726\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":67727,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,188,126,123,160,144,73],"tags":[2129,694,690,847,613],"class_list":["post-67726","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-bundesregierung","category-erosion-der-demokratie","category-kampagnentarnworteneusprech","category-markt-und-staat","category-private-public-partnership","category-verkehrspolitik","tag-geheimhaltung","tag-milliardengrab","tag-neusprech","tag-rechnungshof","tag-strassenbau"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/shutterstock_305998688.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67726","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=67726"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67726\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":67757,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67726\/revisions\/67757"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/67727"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=67726"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=67726"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=67726"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}