{"id":67758,"date":"2020-12-08T08:35:28","date_gmt":"2020-12-08T07:35:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758"},"modified":"2020-12-08T12:28:53","modified_gmt":"2020-12-08T11:28:53","slug":"hinweise-des-tages-3757","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h01\">Stuttgarter FriedensPreis 2020 f&uuml;r Julian Assange<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h02\">R&uuml;stungsindustrie kennt keine Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h03\">Die Intensivstationen waren auch vor Corona schon am Limit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h04\">Wenn Du Dein Land verlierst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h05\">Spaltung als Programm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h06\">Ist der Fachkr&auml;ftemangel Phantasie?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h07\">Von Staat bis Privat &ndash; die Eigentumsfrage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h08\">Trotz Milliardenhilfen vom Staat: Lufthansa baut bis Jahresende 29.000 Jobs ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h10\">ZU VIELE CORONA-TOTE &ndash; Sachsen-Kliniken mussten Leichen auslagern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h11\">Impfstoffe erlauben keine schnelle R&uuml;ckkehr zur Normalit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h12\">Corona-ImpfstoffImpfrisiken im Faktencheck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h13\">Die Misere liberaler Gesellschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h14\">Der &laquo;Krieg gegen den Terror&raquo; ist zur politischen Droge geworden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h15\">Querdenker haben einen gr&uuml;nen, akademischen Hintergrund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h16\">Links liegen lassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h17\">Hinterw&auml;ldler, Clowns und Parasiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67758#h18\">Die Wende in der Wende &ndash; und die BRD-Medien<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Stuttgarter FriedensPreis 2020 f&uuml;r Julian Assange<\/strong><br>\n06Dezember, Theaterhaus, FriedensGala der AnStifter: Verleihung des Stuttgarter FriedensPreises an den im Londoner Hochsicherheits-Gef&auml;ngnis Belmarsh eingesperrten Julian Assange. So war es geplant. Corona hat das verhindert. Eine vom Internationalen Netzwerk der Assange-Mahnwachen f&uuml;r denselben Tag geplante Kundgebung bot nun die M&ouml;glichkeit, Assange Solidarit&auml;t zu beweisen. Moderne Technik machte es per Live-Stream m&ouml;glich, die Kundgebung in viele Teile der Welt zu senden.<br>\nPeter Grohmann, Gr&uuml;nder der AnStifter, rief den 500 Besuchern in Erinnerung, dass sich die Anstifter mit der Verleihung des FriedensPreises unter anderem an Edward Snowden, Giuliana Sgrena und an Asli Erdogan schon mehrfach f&uuml;r die Freiheit des Wortes eingesetzt haben: &bdquo;&hellip; f&uuml;r Freiheit und Demokratie, f&uuml;r die Einhaltung der Menschenrechte, f&uuml;r die Entrechteten und Gedem&uuml;tigten weltweit f&uuml;r Menschen wie Julian Assange.&ldquo;<br>\nAm 7. Dezember 2020 ist Julian seit 10 Jahren nicht mehr in Freiheit. F&uuml;r den 4. Januar 2021 ist die Entscheidung des britischen Gerichts &uuml;ber den Auslieferungsantrag der USA-Regierung angek&uuml;ndigt. Julian Assange befindet sich in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. &Auml;rzte haben dies best&auml;tigt. Stella Morris, Assanges Lebensgef&auml;hrtin, von London zugeschaltet: &bdquo;Julian ist schwach. Es geht ihm sehr schlecht. Er wird im Hochsicherheitsgef&auml;ngnis Belmarsh festgehalten zusammen mit 65 Schwerverbrechern. Von ihnen sind derzeit 23 positiv auf Corona getestet.&ldquo; F&uuml;r Julian sei es eine Horror-Vorstellung in das USA-Sondergef&auml;ngnis zu kommen; dort werde man lebendig begraben und das sei schlimmer als der elektrische Stuhl. Stella Morris hat bereits an US-Pr&auml;sident Trump geschrieben und um eine Begnadigung gebeten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.die-anstifter.de\/\">Die Anstifter<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>R&uuml;stungsindustrie kennt keine Krise<\/strong><br>\nDas in der schwedischen Hauptstadt Stockholm ans&auml;ssige Institut beziffert den Gesamtumsatz der 25 gr&ouml;&szlig;ten internationalen R&uuml;stungsunternehmen im Jahr 2019 auf insgesamt 361 Milliarden US-Dollar (298 Milliarden Euro). Das sind 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Summe entspricht dem 50-Fachen des Jahresbudgets der weltweiten UN-Friedensmissionen.<br>\nZu den zehn gr&ouml;&szlig;ten R&uuml;stungsunternehmen geh&ouml;rten dem Bericht zufolge sechs Hersteller aus den USA, drei aus China und einer aus Gro&szlig;britannien.<br>\nDie Vereinigten Staaten sind mit weitem Abstand der wichtigste H&auml;ndler. Die zw&ouml;lf US-Unternehmen, die in der Rangliste erfasst sind, stehen f&uuml;r 61 Prozent der Verk&auml;ufe weltweit. Allein die f&uuml;nf gr&ouml;&szlig;ten R&uuml;stungsproduzenten Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics verzeichneten einen Umsatz von 166 Milliarden US-Dollar (136 Milliarden Euro).<br>\nAuf Platz zwei im weltweiten Waffenhandel folgt mit deutlichem Abstand China mit 16 Prozent. Die vier von SIPRI gelisteten chinesischen Unternehmen steigerten ihren Umsatz binnen eines Jahres um 4,8 Prozent. Laut SIPRI-Forscher Nan Tian werden die R&uuml;stungsg&uuml;ter &uuml;berwiegend im eigenen Land verkauft: &ldquo;Chinesische Waffenunternehmen profitieren von milit&auml;rischen Modernisierungsprogrammen f&uuml;r die Volksbefreiungsarmee.&rdquo;<br>\nAuf Platz drei in der globalen Rangliste findet sich Russland mit einem Anteil von 3,9 Prozent. Die Ausfuhr ins Ausland ist f&uuml;r russische R&uuml;stungsproduzenten durch die Sanktionen infolge des Ukraine-Konflikts und der Besetzung der Krim-Halbinsel beschr&auml;nkt. Die Einnahmen der beiden gelisteten Unternehmen gingen um insgesamt 634 Millionen US-Dollar (522 Millionen Euro) zur&uuml;ck. Ein dritter russischer Produzent fiel aus den Top 25 heraus. &hellip;<br>\nDie sechs gr&ouml;&szlig;ten westeurop&auml;ischen Unternehmen machten zusammen 18 Prozent aus. Deutsche Firmen rangieren nicht unter den Top 25. Das gr&ouml;&szlig;te deutsche R&uuml;stungsunternehmen Rheinmetall steigerte seinen Umsatz um 4 Prozent auf 3,9 Milliarden US-Dollar (3,2 Milliarden Euro).<br>\nDie Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte den Anstieg der R&uuml;stungsausgaben und forderte ein &ldquo;radikales Umdenken&rdquo;. Selten werde einem eine Fehlentwicklung so deutlich vor Augen gef&uuml;hrt. &ldquo;Weltweit sind Hunderte Millionen Existenzen durch die Corona-Pandemie bedroht, Abermillionen sind infiziert und Unz&auml;hlige haben keine ausreichende medizinische Versorgung&rdquo;, sagte Greenpeace-Abr&uuml;stungsexperte Alexander Lurz der Deutschen Presse-Agentur. Die SIPRI-Zahlen zeigten, &ldquo;wohin das knappe Geld nicht flie&szlig;en sollte: immer weiter in die Taschen der internationalen Waffenindustrie.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/r%C3%BCstungsindustrie-kennt-keine-krise\/a-55840981\">Deutsche Welle<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Intensivstationen waren auch vor Corona schon am Limit<\/strong><br>\nDie Politiker warnen vor dem Kollaps der Intensivmedizin. Den gab es auch schon in den Vorjahren und dennoch wurde am Personal gespart. Das ist die Geschichte eines einzigartigen Politikversagens, meint Gunnar Schupelius [&hellip;]<br>\nDabei war die Not schon lange gro&szlig;. So warnte das Deutsche &Auml;rzteblatt im Oktober 2019: &bdquo;Bereits jetzt kommt es in Spitzenzeiten wie der Grippewelle 2017\/2018 zu Einschr&auml;nkungen in der Notfallversorgung der Bev&ouml;lkerung.&ldquo;<br>\nDirekt nach dieser gro&szlig;en Grippewelle, die rund 25.000 Todesopfer forderte, stellte das ARD-Mittagsmagazin am 27. M&auml;rz 2018 fest: &bdquo;Die j&auml;hrliche Grippe-Saison f&uuml;hrt zu einer Krise im System.&ldquo; Als Beispiel wurde der Gro&szlig;raum M&uuml;nchen genannt, in dem in einer Nacht in jenem M&auml;rz alle Intensivstationen s&auml;mtlicher Krankenh&auml;user wegen &Uuml;berf&uuml;llung geschlossen wurden. [&hellip;]<br>\nDas tat man aber nicht. Im Gegenteil: Bundesweit wurden noch im September und Oktober &uuml;ber 3000 Intensivbetten abgebaut, wahrscheinlich um Personal einzusparen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bz-berlin.de\/berlin\/kolumne\/die-intensivstationen-waren-auch-vor-corona-schon-am-limit?fbclid=IwAR3zSQXTkSTFTDc0vG4PnjoJMRbJxLlAX7mcLQGuaMmdtaxObGivlLwRZZ4\">Gunnar Schupelius in der BZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die Analyse ist richtig und wurde etwas ausf&uuml;hrlicher auch schon <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66470\">auf den NachDenkSeiten gemacht<\/a>. Falsch ist jedoch die Behauptung, man habe 3.000 Intensivbetten abgebaut. Die Betten sind immer noch da, sie werden nur nicht mehr dem Intensivregister gemeldet, da sie zur Zeit personell nicht betrieben werden k&ouml;nnen. Daf&uuml;r m&uuml;sste man Personal von anderen Stationen abziehen, was jedoch zur Zeit nicht n&ouml;tig ist. <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Vor diesem Hintergrund ist Merkels Phrase, dass gegenw&auml;rtig zu viel &uuml;ber Gl&uuml;hweinst&auml;nde gesprochen werde und zu wenig &uuml;ber die Krankenschwestern und Pflegekr&auml;fte, an Zynismus nicht zu &uuml;berbieten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wenn Du Dein Land verlierst<\/strong><br>\nDas liberale Europa &auml;rgert sich &uuml;ber die autokratisch regierten EU-Mitglieder Ungarn und Polen, weil die zum Schutz ihrer illiberalen Regime ein Veto gegen den EU-Haushalt einlegen. Doch niemandem scheint aufzufallen, dass gleichzeitig Griechenland dabei ist, seine Demokratie abzuschaffen. Anders als fr&uuml;her braucht es dazu keine Panzer.<br>\nIn den vergangenen Wochen hat die Polizei Ermittlungen gegen Krankenhausangestellte aufgenommen, die kleine symbolische Streiks angek&uuml;ndigt hatten, um gegen Personalmangel zu protestieren. Als der 17. November n&auml;her r&uuml;ckte, der 47. Jahrestag eines antifaschistischen Studentenaufstandes &ndash; der allj&auml;hrlich f&uuml;r Demonstrationsz&uuml;ge in Griechenland genutzt wird &ndash;, erlie&szlig; die Polizei ein viert&auml;giges landesweites Verbot f&uuml;r Versammlungen im Freien mit mehr als vier Personen. Die Pandemie war der Vorwand. Der Grund war, die &Auml;u&szlig;erung abweichender Meinungen zu unterbinden.<br>\nMeRA25, die Partei, deren Vorsitzender ich bin, f&uuml;hrte eine lange interne Debatte dar&uuml;ber, wie auf den drakonischen Erlass zu reagieren sei. Wir haben uns f&uuml;r eine gem&auml;&szlig;igte Reaktion entschieden. Wir appellierten an die &Ouml;ffentlichkeit, an unsere Partei und unsere Jugendorganisation, Demonstrationen fernzubleiben und die Auflagen gegen die Verbreitung des Coronavirus zu respektieren.<br>\nDoch um die Instrumentalisierung der Pandemie in Frage zu stellen, mit der jeglicher Protest verboten worden ist, w&uuml;rden sieben unserer Parlamentsabgeordneten die traditionelle Marschroute entlang gehen, komplett mit Masken und ausreichendem Abstand zueinander. Da die Verfassung Parlamentariern Bewegungsfreiheit garantiert, war unsere Entscheidung sowohl verantwortungsbewusst als auch legal.<br>\nDie verfassungsm&auml;&szlig;igen Rechte der Oppositionsabgeordneten sind au&szlig;er Kraft<br>\nW&auml;hrend unseres symbolischen Marsches versuchten Hunderte von jungen Polizisten und Polizistinnen unter Missachtung aller Abstandsregeln, unsere sieben Abgeordneten aufzuhalten. Als wir uns dem Ende unserer Route n&auml;herten, wurden wir von einer Menschenkette aus mehr als tausend Polizisten eingeschlossen. W&auml;hrenddessen schlenderten der Ministerpr&auml;sident, die Pr&auml;sidentin und 20 weitere Personen die Stra&szlig;e zum Athener Polytechnikum hinunter, um einen Kranz niederzulegen.<br>\nSieben Stunden sp&auml;ter waren unsere Abgeordneten immer noch von einer riesigen Polizeitruppe umringt, selbst nachdem die Stra&szlig;e f&uuml;r den normalen Verkehr und Passanten, die ihren Erledigungen nachgingen, ge&ouml;ffnet worden war. Die Botschaft war klar: Die verfassungsm&auml;&szlig;igen Rechte der Oppositionsabgeordneten sind de facto au&szlig;er Kraft gesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++d425866c-387f-11eb-bf08-001a4a16011f\">Yanis Varoufakis auf Gegenblende<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Spaltung als Programm<\/strong><br>\nGeld ist genug da. Es ist nur in den falschen H&auml;nden. Die Privatverm&ouml;gen in der Coronakrise steigen dank der &uuml;ppigen Finanzhilfen vom Staat: Nach Angaben der Deutschen Bundesbank stieg das Geldverm&ouml;gen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Anspr&uuml;chen gegen&uuml;ber Versicherungen auf den Rekordwert von rund 6,63 Billionen Euro. Das waren 253 Milliarden Euro oder vier Prozent mehr als im ersten Vierteljahr. Zu den 2,1 Millionen Einkommensmillion&auml;ren in Deutschland haben sich, laut Zahlen der Credit Suisse, in diesem Jahr weitere 58.000 hinzugesellt.<br>\nDie Lohnabh&auml;ngigen werden hingegen im Regen stehengelassen. So berichtet die Hans-B&ouml;ckler-Stiftung in ihrem j&uuml;ngsten &raquo;Verteilungsbericht&laquo;, dass die Einkommen in Deutschland bereits vor der Coronakrise ungleich verteilt waren. Im Zuge des Shutdowns h&auml;tten &raquo;insbesondere die unteren Einkommensgruppen Einbu&szlig;en erlitten&laquo;. Die Pandemie wirkt wie ein Brandbeschleuniger: Ein Trend werde versch&auml;rft, der nach der Finanzkrise von 2008 eingesetzt hat: &raquo;Die 20 Prozent der Haushalte mit den geringsten Eink&uuml;nften blieben von einer insgesamt recht positiven Einkommensentwicklung weitgehend abgekoppelt.&laquo; Bei Niedrigl&ouml;hnern mit unter 900 Euro im Monat erlitten knapp 20 Prozent Einbu&szlig;en von mehr als der H&auml;lfte ihres Einkommens. Neben Selbst&auml;ndigen seien vor allem prek&auml;r Besch&auml;ftigte wie Leiharbeiter und Minijobber besonders oft von Einkommensverlusten betroffen. St&auml;rker treffe es au&szlig;erdem Menschen mit Migrationshintergrund und mit Kindern. Aber auch die sogenannte Mittelschicht werde in Mitleidenschaft gezogen. Wenn nicht ausreichende Schutzmechanismen in Aussicht gestellt w&uuml;rden, werde &raquo;die Ungleichheit auf allen Ebenen wieder wachsen&laquo;.<br>\nBesonders die von der Regierung vielfach beschworene Kurzarbeit k&ouml;nne f&uuml;r betroffene Besch&auml;ftigte empfindliche Einbu&szlig;en bedeuten. Niedrigl&ouml;hnern biete die Ma&szlig;nahme zu geringen Schutz. Denn sie &raquo;arbeiten seltener in tarifgebundenen, mitbestimmten Betrieben, sie haben also eine geringere Chance auf Aufstockungen. Und nur mit dem gesetzlichen Kurzarbeitergeld landen Niedrigverdienerinnen und Niedrigverdiener schnell unterhalb des Existenzminimums&laquo;, schreiben die Forscher.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/391965.ungleichheit-spaltung-als-programm.html\">junge welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ist der Fachkr&auml;ftemangel Phantasie?<\/strong><br>\nDer Arbeitsmarkt f&uuml;r Ingenieure ist gekippt. Entgegen der ein ganzes Jahrzehnt lang ansteigenden Arbeitskr&auml;ftenachfrage in dieser Berufsgruppe ist das Angebot offener Stellen seit M&auml;rz stark gesunken und die Zahl der Arbeitslosen ist sprunghaft angestiegen. Dies sind die wesentlichen Erkenntnisse f&uuml;r das 3. Quartal 2020 aus dem Ingenieurmonitor, den der Verein Deutscher Ingenieure, VDI, gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft, IW, herausgibt.<br>\nDie entscheidenden Fragen sind nun: Zieht der Arbeitsmarkt f&uuml;r Ingenieure mit dem Verschwinden von Corona wieder an oder verringert sich die Nachfrage nach diesen Fachkr&auml;ften weiter, weil die Konjunktur nicht anzieht? In jedem Fall werden sich durch die Studienergebnisse diejenigen best&auml;tigt f&uuml;hlen, die den gebetsm&uuml;hlenartig von Verb&auml;nden gepredigten Ingenieurmangel schon l&auml;nger bezweifelt haben.<br>\nSeit Jahren besteht in Deutschland ein Trend zur Akademisierung. Im Wintersemester 2019\/2020 waren an den deutschen Hochschulen 2,9 Millionen Studierende eingeschrieben. Das ist eine Million mehr als vor 20 Jahren und damit ein Plus von etwa 50 Prozent. Im genannten Zeitraum ist die Anzahl der Ingenieursstudenten um 60 Prozent auf 467.800 angestiegen.<br>\nDiese Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt, das Informatiker seit 2016 zur Berufsgruppe der Ingenieure z&auml;hlt. Diese Systematik wenden auch VDI und IW an. In den vergangenen vier Jahren steigen die Absolventenzahlen in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik um j&auml;hrlich jeweils etwa 2000 an. Bei den Ingenieuren sind es 2019 rund 131.000 gewesen, bei den Informatikern 29.000. Eine so gro&szlig;e Anzahl an Absolventen muss ein Markt aufnehmen k&ouml;nnen.<br>\nAktuell kann er das nicht. Im dritten Quartal 2020 ging die Anzahl offener Stellen f&uuml;r Ingenieure um ein Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zur&uuml;ck. Im gleichen Zeitabschnitt stieg die Zahl der arbeitslos Gemeldeten um fast das Doppelte. &ldquo;Wir stellen dabei eine deutliche Verschiebung in der Arbeitskr&auml;ftenachfrage und Arbeitslosigkeit in den Ingenieurberufen fest&rdquo;, sagt VDI-Arbeitsmarktexperte Ingo Rauhut.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Ingenieure-und-Informatiker-Ist-der-Fachkraeftemangel-Phantasie-4977996.html\">heise online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wie sagt man, l&auml;uft doch f&uuml;r die Unternehmer. Ein &Uuml;berangebot an Arbeitskr&auml;ften ist immer erw&uuml;nscht, um die L&ouml;hne niedrig zu halten. Deswegen auch das Dr&auml;ngen auf verst&auml;rkte Zuwanderung bei laufender Konjunktur. Wobei der viel propagierte Fachkr&auml;ftemangel, wie die &Uuml;berschrift ausdr&uuml;ckt seit jeher ein Propagandam&auml;rchen war.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Von Staat bis Privat &ndash; die Eigentumsfrage<\/strong><br>\nIn der Corona-Krise wird die Verstaatlichung von Unternehmen wieder ernsthaft diskutiert. Es zeigt sich, dass &bdquo;der Markt&ldquo; keineswegs &uuml;berall die notwendigen Leistungen sichert. Angeblich &uuml;berz&auml;hlige Krankenhausbetten werden pl&ouml;tzlich zur wichtigen Krisenreserve, und die stets staatskritische jungkonservative Regierungsspitze schwenkt von &bdquo;schwarzer Null&ldquo; auf &bdquo;Whatever it takes&ldquo; &ndash; in erster Linie in Form &ouml;ffentlicher Transfers an Privatunternehmen. Grund genug, neu dar&uuml;ber nachzudenken, ob durch &ouml;ffentliches Eigentum die in Unternehmen geb&uuml;ndelte Macht zugunsten der Allgemeinheit gelenkt und kontrolliert werden kann. (&hellip;)<br>\nZentral ist das, wie Marx es so sch&ouml;n nannte, Eigentum an Produktionsmitteln. Wer n&auml;mlich das Recht hat, &uuml;ber die Produktionsmittel zu bestimmen, hat damit auch das Recht und die M&ouml;glichkeit zu bestimmen, was produziert und angeboten wird. Die klassische Debatte in Politik und &Ouml;konomie lautet: Staat oder privat? Auch wenn sp&auml;testens mit dem Nobelpreis an Elinor Ostrom selbst in der &Ouml;konomie klar geworden ist, dass es dazwischen noch viele Alternativen gibt. Es geht darum, ob Produktionsentscheidungen &uuml;ber politische Entscheidungsmechanismen &ndash; im g&uuml;nstigen Fall also mit einer Stimme pro Person &ndash; oder &uuml;ber M&auml;rkte &ndash; also &bdquo;eine Stimme pro Euro&ldquo; &ndash; koordiniert werden sollten. (&hellip;)<br>\nBitter ist das neuerliche Nachdenken &uuml;ber Verstaatlichungen f&uuml;r die Neoliberalen. Nach Thatcher und Reagan und dem Fall des Eisernen Vorhangs sahen sie schon das Ende der Geschichte und den ewigen Sieg der privaten Marktwirtschaft. Die Geschichte ging aber weiter. &Ouml;konomisch scheiterten die radikal neoliberalen Politiken in der Finanzkrise und der gro&szlig;en Rezession. (&hellip;)<br>\nSobald man beginnt, Unternehmen aus den Zw&auml;ngen des Wettbewerbs herauszunehmen, muss man darauf achten, andere Mechanismen einzuf&uuml;hren, um das Management dieser Unternehmen zu kontrollieren. Wenn andere als Profitziele in profitorientierten Strukturen verfolgt werden, muss darauf geachtet werden, dass die Erreichung dieser Ziele genauso rigoros &uuml;berwacht wird, wie KapitaleignerInnen ihre Profitziele durchsetzen w&uuml;rden. Und nicht zuletzt muss man stets bedenken, dass nach politischen Kriterien gew&auml;hlte Unternehmensstrategien davon abh&auml;ngen, wer die politische Macht hat.<br>\nWenn man allerdings bereit ist, &ouml;ffentliches Eigentum mit der notwendigen Verantwortung zu gestalten, Risiken zu &uuml;bernehmen und bei aller M&uuml;hsal Ziele in einer demokratischen Auseinandersetzung zu definieren, dann stellt &ouml;ffentliches Eigentum eine politische Gestaltungsm&ouml;glichkeit dar, auf die nicht leichtfertig verzichtet werden sollte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/awblog.at\/von-staat-bis-privat-die-eigentumsfrage\/\">A&amp;W blog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Trotz Milliardenhilfen vom Staat: Lufthansa baut bis Jahresende 29.000 Jobs ab<\/strong><br>\nAls Folge der Corona-Pandemie h&auml;lt die Lufthansa viele ihrer Flugzeuge am Boden. Nun hat das Unternehmen mitgeteilt, dass es massiv Arbeitspl&auml;tze abbauen wird &ndash; trotz der Milliardenhilfen vom Bund.<br>\nBis zum Jahresende will die Lufthansa 29.000 Mitarbeiter entlassen, davon mehr als 20.000 im Ausland. Berichten zufolge best&auml;tigte das eine Sprecherin der Airline am Sonntag. Demnach bleiben noch 109.000 Jobs &uuml;brig. &Uuml;berdies sollen in Deutschland im kommenden Jahr weitere 10.000 Stellen abgebaut werden.<br>\nZudem verkaufte das Unternehmen das Europagesch&auml;ft der Catering-Tochter LSG mit 7.500 Stellen.<br>\nEnde September z&auml;hlte die Fluggesellschaft noch rund 124.500 Mitarbeiter. Seitdem wurden massiv Stellen abgebaut. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erkl&auml;rte im November, dass im gesamten Konzern 27.000 Vollzeitstellen &uuml;berfl&uuml;ssig geworden seien, da die Airline aufgrund der Krise dauerhaft schrumpfen werde.<br>\nWie andere Flugunternehmen auch st&uuml;rzte die Lufthansa in der Corona-Krise wirtschaftlich ab. Im laufenden Jahr machte die vom Staat gerettete Airline nach nur neun Monaten bereits einen Verlust von 5,6 Milliarden Euro. Eine Trendwende ist noch nicht in Sicht. (&hellip;)<br>\nDie Nachfrage nach Lufthansa-Fl&uuml;gen soll &uuml;ber Weihnachten und Silvester angestiegen sein. Buchungen f&uuml;r die Kanareninseln Teneriffa- und Fuerteventura sollen sich verdreifacht haben. Die Nachfrage nach Flugtickets nach Canc&uacute;n in Mexiko und Kapstadt in S&uuml;dafrika h&auml;tten sich vervierfacht, so die Sprecherin der Lufthansa.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/inland\/110163-trotz-milliardenhilden-vom-staat-lufthansa\/\">RT Deutsch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Offensichtlich r&auml;cht sich nun der Umstand, dass die Bundesregierung Steuergelder an Unternehmen vergibt, aber diese an keine Bedingungen wie etwa insbesondere die Sicherung von Arbeitspl&auml;tzen gebunden sind. Bitte lesen Sie dazu z.B. auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60812#h04\">Staatsbeteiligungen: Klare Regeln erforderlich<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>ZU VIELE CORONA-TOTE &ndash; Sachsen-Kliniken mussten Leichen auslagern<\/strong><br>\nLeichenkeller waren voll ++ Standes&auml;mter sollen Sterbeurkunden &bdquo;zeitnah&ldquo; ausstellen.<br>\nSeit Tagen herrscht Ausnahmezustand in den Kliniken &ndash; vor allem in Ostsachsen. Im Landkreis G&ouml;rlitz sind nahezu alle Intensivbetten belegt. Es gibt zu viele Corona-Patienten. Und zu viele Erkrankte sterben an oder mit dem Virus. Die Leichenkeller sind voll. So voll, dass Kliniken die Toten sogar auslagern mussten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/dresden\/dresden-aktuell\/zu-viele-corona-tote-sachsen-kliniken-mussten-leichen-auslagern-74344560.bild.html\">BILD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> An dieser Stelle stand bis eben eine Anmerkung von mir, die die Zahl von 43 Toten pro Woche f&uuml;r Sachsen nennt. Diese Zahl stammt vom Dashboard des RKI und ist falsch. Richtig ist, dass in Sachsen vom 1. bis 7. Dezember 337 Menschen an oder mit Corona gestorben sind.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Impfstoffe erlauben keine schnelle R&uuml;ckkehr zur Normalit&auml;t<\/strong><br>\nUnklar ist auch, ob geimpfte Menschen das Virus nicht mehr &uuml;bertragen, warnt Mertens. Bei Impfstoffen stehe die Vermeidung von Krankheit im Vordergrund. In der Regel erreichten sie keine ganz sterile Immunit&auml;t. &bdquo;Mit anderen Worten: Sie vermeiden nicht 100-prozentig die Infektion.&ldquo;<br>\nDa in Deutschland &uuml;ber 20 Millionen Menschen zu diesen vulnerablen Gruppen z&auml;hlen, werden aber sicher noch Monate vergehen, bis es soweit ist und Lockerungen der Infektionsschutzma&szlig;nahmen m&ouml;glich werden. Etwa ein dreiviertel Jahr, vorausgesetzt, es k&ouml;nnen t&auml;glich 150.000 Menschen geimpft werden.<br>\nWirklich vorbei w&auml;re die Corona-Pandemie in Deutschland erst, wenn die sogenannte Herdenimmunit&auml;t erreicht w&auml;re, das hei&szlig;t, wenn so viele Menschen immun sind, dass sich das Virus nicht mehr in der Bev&ouml;lkerung ausbreiten kann. Berechnungen zufolge m&uuml;ssen dazu etwa 60 bis 70 Prozent der Bundesb&uuml;rger immun sein gegen das neuartige Coronavirus. Dieses Ziel k&ouml;nnte bei Impfbeginn im Januar wohl fr&uuml;hestens Ende 2021 erreicht sein, sch&auml;tzen Fachleute &ndash; aber auch nur, wenn wirklich alles optimal l&auml;uft.<br>\nSTIKO-Chef Mertens betont deshalb, dass wir die Schutzma&szlig;nahmen noch l&auml;ngere Zeit zus&auml;tzlich brauchen werden, damit die Infektionszahlen zumindest nicht exponentiell ansteigen. Seiner Ansicht nach ist die spannendere Frage, ob wir den n&auml;chsten Winter anders verleben werden als diesen Winter: &bdquo;Vorher ist eh nichts los mit Herdenimmunit&auml;t.&ldquo;<br>\nTrotz vielversprechender Entwicklungen bei den Impfstoffen &ndash; der Kampf gegen die Corona-Pandemie wird uns allen wohl noch das ganze n&auml;chste Jahr allerhand abverlangen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/coronavirus-impfstoffe-erlauben-keine-schnelle-rueckkehr.676.de.html?dram:article_id=488822\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Corona-ImpfstoffImpfrisiken im Faktencheck<\/strong><br>\nMehrere Hersteller haben vielversprechende RNA-Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 vorgelegt, die jetzt auf Zulassung warten. Aber wie sieht es mit Nebenwirkungen aus? Und was bedeutet es, dass dem K&ouml;rper dabei Bestandteile von Virus-Erbgut gespritzt werden?<br>\nBislang gibt es keine Erfahrungen mit RNA-Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten. Der Impfstoffforscher Leif-Erik Sander von der Berliner Charit&eacute; sagt, dass Autoimmunreaktionen des K&ouml;rpers bei Impfungen grunds&auml;tzlich ein Problem sein k&ouml;nnen. Autoimmunreaktionen sind quasi Angriffe des Immunsystems gegen k&ouml;rpereigene Strukturen; der K&ouml;rper greift sich selbst an, weil er k&ouml;rpereigene Strukturen f&uuml;r Fremdk&ouml;rper h&auml;lt, die er bek&auml;mpfen muss.<br>\nDieses Ph&auml;nomen kann auftreten, wenn bestimmte Virusproteine oder auch Bestandteile in bestimmten Impfstoffen zuf&auml;llig eine sehr &auml;hnliche molekulare Struktur haben wie ein k&ouml;rpereigener Rezeptor oder &Auml;hnliches. Wenn jemand mit solchen &auml;hnlichen Eiwei&szlig;en geimpft wird, kann es passieren, dass das Immunsystem gegen k&ouml;rpereigene Strukturen scharfgemacht wird. Der K&ouml;rper greift dann nicht nur das Virus, sondern auch sich selber an. Das will man nat&uuml;rlich unbedingt vermeiden.<br>\nKann man Autoimmun-Wechselwirkungen vorhersagen?<br>\nLeider nicht. Das kann man eigentlich nur durch klinische Studien mit sehr vielen Teilnehmern und sehr lange Beobachtungszeitr&auml;ume herausfinden.<br>\nMan muss dazu sagen, dass solche Nebenwirkungen extrem selten sind. Bei der Schweinegrippe hat der Impfstoff Pandemrix bei Menschen mit einem sehr speziellen genetischen Merkmal zu Narkolepsie gef&uuml;hrt, einer Art Schlafkrankheit. Bei etwa 60 Millionen weltweit verabreichten Impfstoffdosen gab es etwa 1.300 F&auml;lle, in denen Menschen eine Narkolepsie entwickelt haben.<br>\nDas hei&szlig;t, selbst wenn man 100.000 Menschen vorher getestet h&auml;tte, w&auml;re diese Nebenwirkung m&ouml;glicherweise nicht aufgefallen. Sie trat zudem zeitversetzt auf. Manche Menschen haben erst Jahre sp&auml;ter einen Zusammenhang zwischen ihrer M&uuml;digkeit und der Impfung hergestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/corona-impfstoff-impfrisiken-im-faktencheck.676.de.html?dram:article_id=487827#c\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><strong>Dazu: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66762\">Hype um BioNTech-Impfstoff &ndash; &uuml;ber Risiken und Geld spricht man lieber nicht<\/a>.<\/strong>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Misere liberaler Gesellschaften<\/strong><br>\nParadoxerweise hat gerade die von den (Sozial-)Demokraten ins Werk gesetzte Bildungsoffensive, die die alten Klassengrenzen sprengen sollte, einem fatalen Prozess Vorschub geleistet. Der soziale Aufstieg f&uuml;hrte &uuml;ber Schulen und Universit&auml;ten, was jahrzehntelang auch funktionierte: Aus fr&uuml;heren Arbeiterparteien sind l&auml;ngst Akademikerparteien geworden; erstere wurden sozusagen Opfer ihres eigenen Erfolgs. Es liegt im Wesen der Bildung, dass sie Selbstbestimmung und Individualismus f&ouml;rdert, dass der Leistungsgedanke und die Konkurrenz st&auml;rker in den Fokus r&uuml;cken. Da bleiben Menschen au&szlig;en vor; der emanzipatorische Ansatz wurde zum elit&auml;r-individualistischen. Herausgekommen sei dabei &ndash; so der US-amerikanische Philosoph Michael Sandel &ndash; eine &uuml;bersteuerte Leistungsgesellschaft, die er &bdquo;Tyrannei der Meritokratie&ldquo; nennt. &hellip;<br>\nIn den USA hat dieser Prozess die tiefsten Spuren hinterlassen; die Clintons und die Obamas stehen als Absolventen von Eliteuniversit&auml;ten prototypisch f&uuml;r die US-amerikanische Meritokratie. Obamas h&auml;ufig wiederholte, anspornend gemeinte Worte &bdquo;you can make it if you try&ldquo; k&ouml;nnen, wenn Gr&uuml;nde f&uuml;r eigenes Versagen als Ausreden gelten, das Gegenteil bewirken. Und Hillary Clintons &bdquo;basket of deplorables&ldquo; (Korb der Kl&auml;glichen) war im Wahlkampf 2016 eine Steilvorlage f&uuml;r Trump, der prompt &bdquo;die wenig Gebildeten&ldquo; liebte; die erkannten sich in ihm wieder. Angesichts der sechs Millionen Stimmen mehr f&uuml;r Trump bei der gerade gelaufenen Wahl kann sein Sieg 2016 nicht mehr als &bdquo;Wahlirrtum&ldquo; abgetan werden.<br>\nAber auch hierzulande ist der Bildungserfolg weiterhin abh&auml;ngig von Elternhaus und Postleitzahl und sorgt so f&uuml;r ungleiche Startchancen im Leben. Die individuellen Erfahrungen aus Bildung und Arbeit bleiben so gesellschaftlich h&ouml;chst unterschiedlich; sie machen Bildungsgewinner arrogant und dem&uuml;tigen Verlierer, die eine Wertsch&auml;tzung vermissen. Es ist klar, dass die (urbanen) Bildungseliten, an den Schalthebeln sitzend und die Welt nach ihren Vorstellungen gestaltend, ihre Privilegien h&uuml;ten. So hat sich mit den Jahren eine Kluft aufgetan zwischen &bdquo;Dazugeh&ouml;rigen&ldquo; und &bdquo;Abgeh&auml;ngten&ldquo;; jeweilige Identit&auml;ten verfestigen sich, nicht nur &ouml;konomisch, sondern auch kulturell, habituell. Dazwischen Unverst&auml;ndnis und Ressentiments. Die &bdquo;gemeinsame Geschichte&ldquo; von Ost und West wurde zum &bdquo;Narrativ&ldquo; der einen; einem unverst&auml;ndliches Modewort f&uuml;r die anderen.<br>\nSo sind liberale Gesellschaften nicht nur von &bdquo;rechts&ldquo; bedroht, sondern paradoxerweise auch von &bdquo;links-liberal&ldquo; &ndash; durch einen sich &uuml;bersch&auml;tzenden und &uuml;berh&ouml;hten Individualismus. Eine Ideologie, die gesellschaftliche Konsensfindung erschwert, wenn nicht unm&ouml;glich macht. Das Individuum setzt immer schon Gesellschaft voraus; eine funktionierende, keine durch &uuml;berbordende Ichbezogenheit zersplitterte. Vonn&ouml;ten w&auml;re eine Debatte dar&uuml;ber, wie eine nicht-gespaltene Gesellschaft aussehen k&ouml;nnte: Wie k&ouml;nnen individuelle Erfahrungsr&auml;ume und Erwartungshorizonte wieder mit denen von Kollektiven und Gruppen zusammengef&uuml;hrt werden? Nur eine Frage, eine andere aber auch: Wo blieben gesellschaftliche Differenzierungen w&uuml;nschenswert und sogar notwendig, um gesellschaftliche Diskurse beleben und politische Debatten bef&ouml;rdern zu k&ouml;nnen? Wobei nicht allein gebildeten Mitb&uuml;rgern zuzuh&ouml;ren w&auml;re &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/das-blaettchen.de\/2020\/12\/die-misere-liberaler-gesellschaften-55087.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Der &laquo;Krieg gegen den Terror&raquo; ist zur politischen Droge geworden<\/strong><br>\nDie Tagespresse richtet mit der grossen Kelle an, sie ist in ihrem Wesen bekanntlich ein Durchlauferhitzer. Mit dieser Feststellung k&ouml;nnte man die Aufregung um den Vorfall in Lugano abhaken. Die Sache ist aber nur Symptom eines viel tiefer greifenden &Uuml;bels. Der Eifer, mit dem manche Journalisten seit Jahren &laquo;terroristischen Netzwerken&raquo; in der Schweiz nachsp&uuml;ren, hat etwas von Besessenheit. Und diese Obsession ist Teil einer Angst-Maschine, die seit 9\/11 &auml;usserst wirkungsvoll funktioniert. Die Terror-Dystopie ist eine durchschlagend erfolgreiche, massenpsychologische Kreation der Neo-Konservativen in den USA und in Israel. Sie erfanden die Erz&auml;hlung, nach dem Anschlag von 9\/11 gelte es, einen neuen Weltkrieg gegen den islamistischen Terror zu f&uuml;hren.<br>\nDer Mythos, der Westen bef&auml;nde sich in einem &laquo;Krieg gegen den Terror&raquo;, hat sich seitdem wie ein Virus der Herzen und Hirne der Menschen bem&auml;chtigt. Die Terrorangst ist reflexartig abrufbar. Nach dem September 2001 gelang es Strategen wie Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz, Richard Perle und Robert Kagan, politische Entscheidungstr&auml;ger im Westen davon zu &uuml;berzeugen, man bef&auml;nde sich in einem &laquo;Kampf der Kulturen&raquo;, der mit milit&auml;rischen Mitteln ausgetragen werden m&uuml;sse. Die Rolle des Westens sei es, seine Hegemonie unter F&uuml;hrung der USA durchzusetzen, wo n&ouml;tig mit Waffengewalt und &Uuml;berwachung der eigenen B&uuml;rger. Es gehe um nichts Geringeres als den Sieg von Freiheit und Demokratie. Das nannte sich &laquo;Project for the New American Century&raquo; (PNAC). Aus Politik wurde Kriegspolitik, die Terror-Psychose war ihre Grundlage, und dieser Mechanismus wirkt bis heute in vielen K&ouml;pfen.<br>\nRichard Perle ging so weit, zu prophezeien, mit dem Sieg im Irakkrieg, werde die &laquo;Schwatzbude&raquo; der UNO ihre Bedeutung verlieren. Es werde k&uuml;nftig nicht mehr der UN-Sicherheitsrat sein, welcher die Autorit&auml;t habe, milit&auml;rische Interventionen zu autorisieren. (Perle: United they fall. 22.3.2003 im britischen Spectator).<br>\n2003 kam die Mannschaft um Pr&auml;sident George W.Bush, Vize Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld indessen nicht daran vorbei, die UNO und die Welt&ouml;ffentlichkeit hinters Licht zu f&uuml;hren. Die Behauptungen, Saddam Hussein bedrohe den Westen mit ABC-Waffen, sei mit Al Kaida verb&uuml;ndet und folglich Komplize bei den Anschl&auml;gen von 9\/11, erwiesen sich erst als Fake, als die ersten hunderttausend Iraker und Irakerinnen schon unter den Bomben umgekommen waren.<br>\nDas Unbegreifliche an der Geschichte ist, dass das politische Establishment zwar z&auml;hneknirschend einsah, im Irak-Krieg von Washington belogen worden zu sein, die Begr&uuml;ndung f&uuml;r den Afghanistan-Krieg aber nie in Frage stellte. In westlichen Medien gilt bis heute die Sprachregelung, die USA seien in Afghanistan einmarschiert, weil die Taliban Osama Bin Laden sch&uuml;tzten und weil dieser der Drahtzieher von 9\/11 sei. Nach den Erfahrungen des Irak-Krieges, des Libyen-Krieges (der als &laquo;Durchsetzung einer Flugverbotszone&raquo; verkauft wurde) und des Syrien-Krieges geh&ouml;rt eine grosse Portion Naivit&auml;t dazu, die Afghanistan-Story immer noch so zu schlucken, wie sie von 9\/11 an von der Regierung Bush unters Volk gebracht wurde. Man glaubt Pinocchio aufs Wort, w&auml;hrend man zusieht wie die Nase immer l&auml;nger wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Der-Krieg-gegen-den-Terror-ist-zur-politischen-Droge-geworden#\">infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Querdenker haben einen gr&uuml;nen, akademischen Hintergrund<\/strong><br>\nDie Querdenker sind von ihrem Ursprung her keine rechte Bewegung ungebildeter Massen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Basler Soziologen Oliver Nachtwey mit dem Titel &ldquo;Politische Soziologie der Corona-Proteste&rdquo;, deren Hauptaussagen am 4. Dezember in der FAZ ver&ouml;ffentlicht wurden.<br>\n&ldquo;Es ist eine Bewegung, die mehr von links kommt, aber st&auml;rker nach rechts geht, sie ist jedoch enorm widerspr&uuml;chlich.&rdquo;<br>\nVon ihrer Sozialstruktur &ldquo;handelt es sich um eine relativ alte und relativ akademische Bewegung&rdquo;: &ldquo;Das Durchschnittsalter betr&auml;gt 47 Jahre, 31 Prozent haben Abitur, 34 Prozent einen Studienabschuss, der Anteil Selbst&auml;ndiger ist deutlich h&ouml;her als in der Gesamtbev&ouml;lkerung.&rdquo;<br>\nF&uuml;r die Untersuchung wurden Frageb&ouml;gen-Befragungen von 1.150 Teilnehmern in Querdenker-Telegram-Gruppen durchgef&uuml;hrt. Die Studie erhebt keinen Anspruch auf Repr&auml;sentativit&auml;t. Zus&auml;tzlich wurden als Methoden ethnografische Beobachtungen auf Protestaktionen der Querdenker-Bewegung sowie Dokumentenanalysen eingesetzt.<br>\nF&uuml;r eine Einsch&auml;tzung der politischen Positionierung wurden die Teilnehmer nach ihrem Wahlverhalten befragt. Von den Teilnehmern haben bei der letzten Bundestagswahl\n<ul>\n<li>21 Prozent die Gr&uuml;nen gew&auml;hlt<\/li>\n<li>17 Prozent die Linke gew&auml;hlt<\/li>\n<li>14 Prozent die AfD gew&auml;hlt<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Bewegung nach rechts zeige sich daran, dass &ldquo;bei der n&auml;chsten Bundestagswahl [&hellip;]  nun aber 30 Prozent der AfD ihre Stimme geben&rdquo; wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/gesellschaft\/110146-soziologische-studie-querdenker-haben-grunen-hintergrund\/\">RT Deutsch<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Links liegen lassen<\/strong><br>\nAlles spricht daf&uuml;r, sich f&uuml;r ein linkes Alternativangebot zu entscheiden. Seit Beginn der Pandemie hat sich die Ungleichheit versch&auml;rft; Reiche wurden reicher, Arme fristen ihr Dasein weiter in Armut. Die Demokratie kommt &ndash; gelinde und freundlich gesagt &ndash; an Grenzen. Das Parlament ist weitestgehend kaltgestellt, diverse Ma&szlig;nahmen wirken willk&uuml;rlich und Kritik am Kurs wird pathologisiert. Das w&auml;re der Moment gewesen, in dem Die Linke sich ins Spiel h&auml;tte bringen k&ouml;nnen. Hat sie aber nicht. Nicht erst seit Corona darbt die Partei. Die Krise hat das nochmals drastisch offenbart.<br>\nDie Linke stagniert seit Jahren. Sie hat ihr Potenzial nie entfaltet. Als sie vor anderthalb Dekaden startete, der Medienbetrieb den politischen Linksruck innerhalb der deutschen Politszene kritisierte und beeinflusste, wurden die B&uuml;rger gefragt, ob sie sich denn vorstellen k&ouml;nnten, so eine potenzielle Linkspartei zu w&auml;hlen. Knapp &uuml;ber 20 Prozent sagten Ja. So kam es letztlich nie. Und dass, obgleich in den Anfangsjahren sogar noch linke Wirtschaftspolitik gefordert wurde &ndash; das hat sich zuletzt sehr in den Hintergrund verabschiedet. Heute z&auml;hlen andere Themen mehr.<br>\nDas sieht man am besten an der Personalie Wagenknecht. Bis heute definiert die Frau ihre Partei als potenzielle Gestalterin linker Wirtschaftspolitik &ndash; Genderismus oder politische Korrektheitsanspr&uuml;che sind nicht ihr Thema. Sie wusste stets, was die B&uuml;rger antreibt, welche Sorgen sie plagen. Das Thema Zuwanderung, das ja implizit Menschen aus den unteren sozialen Schichten zusetzte, ohnehin schlecht entlohnte Arbeitspl&auml;tze verknappte oder Stadtviertel in die Enge trieb, trieb sie dementsprechend auch um. Daf&uuml;r erntete sie eine Torte im Gesicht und die Stigmatisierung als rechte Hetzerin.<br>\nIn Wagenknechts Partei sorgt man sich in diesen Tagen um Vieles. Es ist fast so, als sei sie im antifaschistischen Dauerzustand, stets herabschauend auf das Wahlvolk, das falsche Alternativen w&auml;hlt, nebenher stark mit Identit&auml;tsthemen besch&auml;ftigt. Die Partei ist zu einem seichten Sektiererwesen mutiert. Als Wagenknecht mit &raquo;Aufstehen&laquo; den Kurs regulieren wollte, scheiterte das nicht am fehlenden Zuspruch. Viele wollten ja mitwirken. Aber eben auch viele, die gleich klarmachten, wie &raquo;Aufstehen&laquo; auszusehen habe: Antikapitalistisch, antipatriachal, antirassistisch und antimilitaristisch n&auml;mlich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neulandrebellen.de\/2020\/12\/die-linke-links-liegen-lassen\/\">Neulandrebellen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Hinterw&auml;ldler, Clowns und Parasiten<\/strong><br>\nMit der Netflix-Verfilmung von J.&thinsp;D.&thinsp;Vances Bestseller &raquo;Hillbilly Elegy&laquo; r&uuml;ckt einmal mehr die Unterschicht in den Blickpunkt. Doch wie schon in den Filmen &raquo;Parasite&laquo; und &raquo;Joker&laquo; erscheint auch hier die vielbeschworene R&uuml;ckkehr des Themas Klasse zwiesp&auml;ltig.<br>\nDer Film mit seiner heterogenen Mischung aus trotzigem Klassenstolz, Feier der einfachen Leute, Anklage der Umst&auml;nde und Beschw&ouml;rung des amerikanischen Traums ist zwar alles andere als gelungen &ndash; in seinen Widerspr&uuml;chen bildet er aber die Ambivalenz des neuen, ideologisch zwiesp&auml;ltigen Interesses des Kinos an der Unterschicht ab. Die zugunsten von race und gender vernachl&auml;ssigte Kategorie class kehrte in den vergangenen Jahren mit Macht zur&uuml;ck in Literatur und Film.<br>\nDer Beginn der Entwicklung l&auml;sst sich auf das Jahr 2016 datieren. Das Votum der Briten f&uuml;r den EU-Austritt und die Wahl von Donald Trump zum Pr&auml;sidenten der USA zeigte, dass eine sich abgeh&auml;ngt f&uuml;hlende wei&szlig;e Unterschicht mit ihrem Frust &uuml;ber die sogenannten Eliten Wahlen entscheiden konnte.<br>\nIm selben Jahr erschien &raquo;Hillbilly Elegy&laquo; auf dem US-amerikanischen Buchmarkt. Darin schildert der Unternehmer James David Vance seine Kindheit in einer zerr&uuml;tteten Familie in Middleton, einer vom wirtschaft&shy;lichen Niedergang gepr&auml;gten Industriestadt im Bundesstaat Ohio, und seinen Absprung nach Yale. Aus den Appalachen waren seine Vorfahren einst in die Gegend um Middleton gekommen, um in den gro&szlig;en Stahlfabriken zu arbeiten. Das Buch, so der Tenor der Kritik, k&ouml;nne helfen zu erkl&auml;ren, warum das Arbeitermilieu im nord&ouml;stlichen Rust Belt, einer traditionell demokratisch w&auml;hlenden Gegend, einen rechtspopulistischen Kandidaten unterst&uuml;tzte.<br>\nDas Trump zugeneigte Lager feierte &raquo;Hillbilly Elegy&laquo;. &raquo;Endlich sagt mal jemand die Wahrheit &uuml;ber die Elite, die t&uuml;chtige wei&szlig;e Arbeiter verraten hat&laquo;, hie&szlig; es. Dabei wurde offenbar &uuml;bersehen, dass Vance nicht die liberale Politik der Demokraten, sondern vor allem die Mentalit&auml;t der Hillbillys f&uuml;r die Verelendung der Familien verantwortlich macht. Ihnen attestierte er fehlenden Bildungseifer und eine mangelnde Bereitschaft, sich an die Erfordernisse der Wirtschaft anzupassen.<br>\n&raquo;Du musst entscheiden!&laquo; sagt auch im Film Vances Oma, die ihren Enkel zum sozialen Aufstieg ermutigt. Auch wenn der Film in einer Dinnerszene an einem Elite-College zeigt, wie sich die Oberschicht mit ihrer Tisch&shy;etikette gegen &raquo;Eindringlinge&laquo; aus der Unterschicht wehrt, ignoriert Vance in seinem Buch den Klassen&shy;aspekt. Er inszeniert sich als ver&shy;armter Nachkomme schottisch-irischer Einwanderer, die im protestantischen Amerika diskriminiert wurden.<br>\nDie Debatten &uuml;ber die Ursachen des Rechtspopulismus besch&auml;ftigen das Kino und die Filmkritik immer wieder. 2016 gewann Ken Loach bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme mit seinem sozialkritischen Film &raquo;Ich, Daniel Blake&laquo; &uuml;ber einen alternden Zimmermann, der nach einem Herzinfarkt zwischen Arbeits- und Sozialamt zerrieben wird. &shy;Nebenbei versucht der Protagonist, eine schwarze Bekannte vor der Prostitution zu bewahren. Es geht Loach nicht um die Artikulation &shy;eines rein wei&szlig;en Arbeiterfrusts, sondern um die Solidarit&auml;t der Armen jenseits ethnischer Grenzen. &raquo;Ich, Daniel Blake&laquo; ist ein deftiges St&uuml;ck Linkspopulismus, l&auml;sst sich mit seiner plakativen B&uuml;rokratiekritik aber auch als Pro-Brexit-Film verstehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jungle.world\/artikel\/2020\/49\/hinter-waeldler-clowns-und-parasiten\">jungle world<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Die Wende in der Wende &ndash; und die BRD-Medien<\/strong><br>\nIm Herbst 1989 gingen Menschen f&uuml;r eine reformierte DDR auf die Stra&szlig;e &ndash; und haben wenig sp&auml;ter doch die schnelle Einheit gew&auml;hlt. Wie kam es zu diesem Sinneswandel? Gabriel Wonn hat in seiner Masterarbeit die Westmedien untersucht und beschreibt ein politisches Ringen, bei dem die heute bekannte L&ouml;sung der deutschen Frage von wichtigen Meinungsf&uuml;hrern bewusst forciert wurde. &hellip;. Gabriel Wonn hat die Berichterstattung von Bild, S&uuml;ddeutscher Zeitung, Spiegel und Tagesschau zwischen dem 9. Oktober 1989 und der Volkskammerwahl vom 18. M&auml;rz 1990 untersucht. Als Vergleichsgr&ouml;&szlig;en dienten Beitr&auml;ge aus den DDR-Bl&auml;ttern Neues Deutschland und Berliner Zeitung.<br>\nDie Studie zeigt: Der Reformdiskurs konnte sich sehr schnell nicht mehr gegen den rasant wachsenden Vereinigungsdiskurs behaupten. Dieser Vereinigungsdiskurs wiederum bestand aus zwei Str&auml;ngen. Auf der einen Seite standen diejenigen, die eine neue (gesamtdeutsche) Verfassung wollten und auf Rationalit&auml;t setzten. Auf der anderen Seite ging es um Emotionalit&auml;t und um einen Anschluss in Eile. Vor allem die BILD-Zeitung, aber auch renommierte Journalisten wie Spiegel-Gr&uuml;nder Rudolf Augstein erzeugten dabei einen Sog, in dem jeder zum Feind wurde, der die Einheit nach westdeutschem Vorbild z&ouml;gerlich oder gar kritisch betrachtete. Zu diesem Sog geh&ouml;rte das Versprechen, einen schnellen Weg ins Paradies zu kennen.<br>\nQuelle1: <a href=\"https:\/\/medienblog.hypotheses.org\/9755\">Hypotheses<\/a><br>\nQuelle2: <a href=\"https:\/\/f-origin.hypotheses.org\/wp-content\/blogs.dir\/3830\/files\/2020\/12\/Masterarbeit-Gabriel-Wonn.pdf\">Die Masterarbeit<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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