{"id":6777,"date":"2010-09-20T09:30:47","date_gmt":"2010-09-20T07:30:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6777"},"modified":"2014-02-24T12:16:59","modified_gmt":"2014-02-24T11:16:59","slug":"aus-dem-versager-steinbrueck-wird-auch-weiterhin-der-erfolgreiche-retter-gemacht-ein-musterbeispiel-fuer-die-moeglichkeit-der-nahezu-totalen-manipulation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6777","title":{"rendered":"Aus dem Versager Steinbr\u00fcck wird auch weiterhin der erfolgreiche Retter gemacht &#8211; ein Musterbeispiel f\u00fcr die M\u00f6glichkeit der nahezu totalen Manipulation"},"content":{"rendered":"<p>Am 13. September erschien ein <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,druck-716955,00.html\">Spiegelinterview mit Peer Steinbr&uuml;ck<\/a> &uuml;ber die &bdquo;dramatischen Tage der Bankenkrise&ldquo; und das Frankfurter Fu&szlig;ballstadion, das eigentlich &bdquo;Steinbr&uuml;ck-Arena&ldquo; statt Commerzbank-Arena hei&szlig;en m&uuml;sste. Drei Tage vor Erscheinen dieses Interviews war bekannt geworden, dass eine der von Steinbr&uuml;ck zusammen mit Angela Merkel geretteten Banken, die M&uuml;nchner HRE, noch einmal 40 Milliarden Garantien braucht und sich &ndash; wie prophezeit &ndash; als Fass ohne Boden erweist. Aber nicht dieses offensichtliche Scheitern der Bankenrettung war Gegenstand der Fragen des Spiegel-Chefredakteurs M&uuml;ller von Blumencron und seines Redakteurs Sauga. Sie begannen das Interview mit Elogen auf den &bdquo;Mann&ldquo;, &bdquo;der die deutsche Wirtschaft vor dem Zusammenbruch gerettet hat&ldquo; und bringen am Schluss Steinbr&uuml;ck als potentiellen Kanzlerkandidaten der SPD ins Spiel. Dazwischen viel Stichwortgeberei und kaum kritische Nachfragen. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nPeer Steinbr&uuml;ck hat als Finanzminister die Finanzm&auml;rkte in Fortsetzung von Eichels Arbeit dereguliert und die Spekulation mit Verm&ouml;genswerten erleichtert; er ist zusammen mit der Bundeskanzlerin verantwortlich f&uuml;r eine extrem teure Bankenrettung, speziell von IKB, HRE, Commerzbank und einigen Landesbanken; er hat in der Konjunkturpolitik versagt und war ma&szlig;geblich an der systematisch betriebenen Verarmung der &ouml;ffentlichen K&ouml;rperschaften beteiligt. Dies alles wird zurzeit in einer massiven und vielf&auml;ltigen Kampagne pro Steinbr&uuml;ck unter den Teppich gekehrt. Wenn Sie die professionelle Manipulation verstehen und analysieren wollen, dann sollten Sie diese Kampagne beobachten. <\/p><p>Wir hatten am 22. August schon darauf aufmerksam gemacht, dass offensichtlich eine Art Kampagne zu Gunsten von Peer Steinbr&uuml;ck l&auml;uft: <a href=\"?p=6549\">&bdquo;Wie man Legenden strickt &ndash; mithilfe noch glaubw&uuml;rdiger Personen, zum Beispiel Heribert Prantls von der SZ&ldquo;<\/a>. Das geht munter so weiter. In den Medien und in der Politik. Auch die SPD-Spitze, die vorgibt, sich vom neoliberalen Kurs zu l&ouml;sen, feiert Steinbr&uuml;ck und damit einen der Hauptakteure des neoliberal gepr&auml;gten Kurses der SPD in den vergangenen 10 Jahren. (Siehe unten Ziffer 5)<\/p><p>In den Medien finden sich einzelne kritische St&uuml;cke zu Steinbr&uuml;ck. Eines davon auf stern.de: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/unterm-strich-ein-buch-zur-finanzkrise-so-gut-war-steinbrueck-nie-1604095.html\">&bdquo;So gut war Steinbr&uuml;ck nie&ldquo;<\/a> schreibt dort Hans Peter Sch&uuml;tz. Er habe sich im Buch &bdquo;rundum sch&ouml;ngeschrieben&ldquo;. Steinbr&uuml;ck bekenne sich nicht zur pers&ouml;nlichen Schuld, er gebe wie Kinder beim Beichten nur die sch&ouml;nen S&uuml;nden zu und verschweige die richtigen; er habe die Folgen der Finanzkrise f&uuml;r die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland nicht gesehen, er sei &bdquo;nie ein Wirtschaftsfachmann gewesen&ldquo;. So ist es. Respekt f&uuml;r Hans Peter Sch&uuml;tz daf&uuml;r, dass er gelegentlich zu solch aufkl&auml;rendem Journalismus zur&uuml;ckfindet. Die Mehrheit seiner Kolleginnen und Kollegen passt sich dem gro&szlig;en Trend der Lobeshymnen an.<\/p><ol>\n<li><strong>Steinbr&uuml;cks Versagen. Oder: Die totale Meinungsmache ist m&ouml;glich. Auch entgegen den Fakten:<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Steinbr&uuml;ck und sein Staatssekret&auml;r Asmussen haben die Krise bef&ouml;rdert und dann nichts gegen die Folgen f&uuml;r Deutschlands Volkswirtschaft getan<\/strong>\n<p>Steinbr&uuml;ck ist immer wieder als F&ouml;rderer des &bdquo;Finanzplatzes&ldquo;, wahlweise des &bdquo;Finanzstandorts Deutschland&ldquo; aufgetreten. So versprach er zum Beispiel am 10. Januar 2005 vor dem Auditorium der Industrie- und Handelskammer Frankfurt in einer Grundsatzrede, er wolle den Finanzstandort Deutschland auch durch &raquo;Produktinnovationen&laquo; wie <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Real_Estate_Investment_Trust\">REITs<\/a> st&auml;rken. (Siehe <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=1114\">&bdquo;Machtwahn&ldquo;<\/a> vom M&auml;rz 2006 , Seite 119)<\/p>\n<p>Steinbr&uuml;cks Staatssekret&auml;r Asmussen beschrieb diese Linie des von Steinbr&uuml;ck gef&uuml;hrten Bundesfinanzministerium in einem erhellenden Aufsatz f&uuml;r die Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Kreditwesen (Nr. 19\/2006) mit dem Titel &bdquo;Verbriefungen aus der Sicht des Bundesfinanzministeriums&ldquo;<br>\nAm 10. Oktober 2008 erschien in den NachDenkSeiten unter dem Titel <a href=\"?p=3504\">&bdquo;Mit dieser Bundesregierung wird der Bock zum G&auml;rtner &ndash; Fortsetzung Steinbr&uuml;ck und Co&ldquo;<\/a> eine zusammenfassende W&uuml;rdigung der Aktivit&auml;ten von Steinbr&uuml;ck. Dort finden Sie den Link auf den Zeitschriftenartikel von Asmussen und vor allem auch den Hinweis auf den Niederschlag, den Steinbr&uuml;cks Haltung zum Finanzkasinobetrieb im <strong>Koalitionsvertrag der gro&szlig;en Koalition von 2005<\/strong> fand. Dort wird der Deregulierung das Wort geredet. &Uuml;berfl&uuml;ssige Regulierungen sollen abgebaut werden. Es wird der Ausbau des Verbriefungsmarktes, von Projekten der Privatisierung &uuml;ber PPP, von REITs und die Fortentwicklung des Unternehmensbeteiligungsgesetzes gefordert. Produktinnovationen (f&uuml;r den Finanzmarkt, AM) und neue Vertriebswege m&uuml;ssen nachdr&uuml;cklich unterst&uuml;tzt werden, hei&szlig;t es dort. <strong>Die Finanzmarktaufsicht soll mit Augenma&szlig; vorgehen.<\/strong> Das alles und vieles mehr seien vordringliche Ma&szlig;nahmen zur St&auml;rkung des Finanzplatzes Deutschland.<\/p>\n<p>Steinbr&uuml;ck hat also &ndash; federf&uuml;hrend f&uuml;r die sozialdemokratische Seite &ndash; im Koalitionsvertrag die Finanzmarktaufsicht zu einer laschen Kontrolle ermuntert. Sie solle &bdquo;mit Augenma&szlig;&ldquo; vorgehen. Und heute spielt sich Brandstifter Steinbr&uuml;ck als Feuerwehrmann und Retter auf. Er greift sogar die Finanzelite an; er h&auml;lt &ndash; so in einem Weltinterview vom 18. September &ndash; diese Leute f&uuml;r gef&auml;hrlich. Das sind die gleichen Leute, die er nur mit Augenma&szlig; kontrollieren lassen wollte. Steinbr&uuml;ck kann sich diese Inkonsequenz erlauben, weil die Mehrheit der Journalisten und die fern-sehenden und lesenden B&uuml;rger offenbar das Ged&auml;chtnis verloren haben oder schlicht Opfer der laufenden Kampagne sind.<br>\nIn Kapitel 1 von <a href=\"?page_id=4078\">&bdquo;Meinungsmache&ldquo;<\/a> habe ich diese Ohnmacht gerade am Beispiel der Finanzkrise und der Umfirmierung der Brandstifter zu Feuerwehrleuten beschrieben:<\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;In der Finanzkrise l&auml;sst man uns unsere Ohnmacht besonders hart sp&uuml;ren. Jahrelang hat man uns zum Beispiel Sparen gepredigt. Wenn es um Ausgaben f&uuml;r eine bessere Bildung und f&uuml;r ein gutes soziales Netz ging, dann wurde um jede Milliarde geknausert. Jetzt werden weit &uuml;ber 100 Milliarden f&uuml;r eine einzige Bank und nicht einmal eine gro&szlig;e, f&uuml;r die Hypo Real Estate (HRE) in M&uuml;nchen, bereitgestellt. Und die Brandstifter geb&auml;rden sich als Feuerwehrleute. Unser stummer Protest prallt ab an einer wohlwollenden Medienbegleitung, die jeden Winkelzug nachvollzieht. Wir erleben so, dass das Grundelement der Demokratie au&szlig;er Kraft gesetzt wird. Wer gravierende Fehler macht, muss nicht mehr mit der Sanktion der Abwahl rechnen, wenn er oder sie die m&auml;chtigen Medien auf die eigene Seite zu ziehen vermag.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>Selbstverst&auml;ndlich hat Steinbr&uuml;ck als Bundesfinanzminister keinen Finger ger&uuml;hrt, um die Privilegien der Finanzindustrie, die zur F&ouml;rderung des &bdquo;Finanzstandorts Deutschland&ldquo; von Schr&ouml;der, Eichel und Steinbr&uuml;ck eingef&uuml;hrt wurden, zu beschr&auml;nken. Die Steuerbefreiung f&uuml;r die Gewinne beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen gilt nach wie vor. Genauso die Gewerbesteuerbefreiung f&uuml;r die Verbriefung. Die meisten Menschen wissen davon nichts. Auch solche wissen davon nichts, die ein festes positives Urteil &uuml;ber Steinbr&uuml;ck haben.<\/p>\n<p>Steinbr&uuml;ck ist ein gutes Beispiel daf&uuml;r, dass die in einer Demokratie wichtige Sanktion unterbleibt, wenn die Manipulationsm&ouml;glichkeit so gro&szlig; ist wie bei uns, und wenn sie so praktiziert wird wie im Fall Steinbr&uuml;ck.<\/p><\/li>\n<li><strong>Steinbr&uuml;ck ist zusammen mit der Bundeskanzlerin verantwortlich daf&uuml;r, dass wir mit Hunderten von Milliarden belastet werden, mit denen die Wettschulden der Spieler im Finanzkasino beglichen werden.<\/strong>\n<p>Als Steinbr&uuml;ck f&uuml;r die F&ouml;rderung des Finanzplatzes Deutschland, f&uuml;r eine lasche Kontrolle und f&uuml;r &bdquo;Produktinnovationen&ldquo; warb, war schon bekannt, dass deutsche Banken in Schwierigkeiten sind. Im Februar 2003 trafen sich Bundeskanzler, Bundesfinanzminister und Bundeswirtschaftsminister mit den Spitzen der Banken und Versicherungen zu einem Krisengespr&auml;ch mit dem Ziel der Gr&uuml;ndung einer Bad Bank. Das kam nicht zu Stande, weil das Treffen vom Handelsblatt bekannt gemacht wurde. Aber die Auslagerung fauler Forderungen in Zweckgesellschaften und &auml;hnliche Bad Banks fand statt. So bei der Industriekreditbank IKB, so bei der Ende September 2003 gegr&uuml;ndeten HRE. (In der <a href=\"?p=3599\">Anlage zu diesem Beitrag<\/a> ist der Artikel im Handelsblatt vom 24.2.2003 wiedergegeben. Immer noch lesenswert &ndash; vor allem f&uuml;r Menschen, die immer noch glauben, die Finanzkrise habe mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers begonnen)<\/p>\n<p>Das alles wusste Peer Steinbr&uuml;ck. Und dennoch hat er behauptet, die Finanzkrise sei aus den USA &uuml;ber uns gekommen und sie habe ihn wie ein Springinsfeldteufel angesprungen. (Siehe <a href=\"?p=3674\">hier<\/a> und ausf&uuml;hrlich in unseren <a href=\"?page_id=3654\">Jahrb&uuml;chern<\/a>)<\/p>\n<p>Peer Steinbr&uuml;ck ist neben Angela Merkel verantwortlich daf&uuml;r, dass wir mit Hinweis auf die angebliche Systemrelevanz aller Banken sowohl die Industriekreditbank (IKB) als auch die HRE gerettet haben. Der hohe Einsatz von mindestens 8 Milliarden bei der IKB und 142 Milliarden Garantien und darunter Zig-milliarden f&auml;llig werdender Zahlungen f&uuml;r die HRE ist aus meiner Sicht nicht n&ouml;tig gewesen. Der Zusammenbruch von Lehman Brothers hat keine Katastrophe ausgel&ouml;st. &Auml;hnlich w&auml;re es mit den beiden anderen Instituten gewesen. Bei uns aber wurde die M&ouml;glichkeit einer geplanten Insolvenz dieser Institute gar nicht gepr&uuml;ft. Daf&uuml;r ist Peer Steinbr&uuml;ck hauptverantwortlich. Er und seine Arbeit kosten uns und unsere Kinder Milliarden.<\/p><\/li>\n<li><strong>Wenn es nach Steinbr&uuml;cks Neigung zur prozyklischen Konjunkturpolitik gegangen w&auml;re, s&auml;&szlig;e Deutschland in einer noch tieferen Wirtschaftskrise.<\/strong>\n<p>Peer Steinbr&uuml;ck hat quasi durchgehend gegen Konjunkturprogramme polemisiert. Der Hintergrund dieser Polemik d&uuml;rfte der vom &bdquo;Stern&ldquo; genannte Mangel an &ouml;konomischen Sachverstand sein. Steinbr&uuml;ck ist ein ausnehmend schlechter &Ouml;konom. Er wei&szlig; nicht, dass der Staat rechtzeitig gegensteuern muss, wenn sich ein Konjunkturabschwung abzeichnet. Er wei&szlig; nicht, dass man als Staat nicht sparen kann, wenn man in einer konjunkturell kritischen Situation weiter spart. Er hat nicht einmal wahrgenommen, dass er die leichten Verbesserungen der Einnahmensituation des Staates in den Jahren 2007 und 2008 der konjunkturellen Erholung verdankt. Man k&ouml;nnte sein Verhalten auch einfach so erkl&auml;ren: Steinbr&uuml;ck orientiert sich an dem, was gerade popul&auml;r ist: Sparen ist popul&auml;r, auch wenn es keinen Erfolg hat. Und Konjunkturprogramme galten unter den f&uuml;r ihn ma&szlig;geblichen Meinungsf&uuml;hrern als Strohfeuer. Also passt sich Steinbr&uuml;ck dieser Stimmung an. Seine Finanzpolitik folgt so aus einer Mischung von &ouml;konomischer Ignoranz und Anpassung an die herrschende Linie.<\/p>\n<p>Wie sehr sich Peer Steinbr&uuml;ck bei der Einsch&auml;tzung der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes vertan hat, habe ich im Kapitel 12 (&bdquo;Inkompetenz in der Wirtschaftspolitik&ldquo;) von &bdquo;Meinungsmache&ldquo; eingehend beschrieben. In Anlage 2 finden Sie die einschl&auml;gige Passage aus meinem Buch einschlie&szlig;lich des Teils der Rede von Peer Steinbr&uuml;ck vom 28. Februar 2008. Der Bundesfinanzminister sprach in Frankfurt zum Thema &raquo;Finanzplatz Deutschland: Wachstum oder Krise?&laquo;. Diese Rede enth&auml;lt ein Kapitel mit der &Uuml;berschrift &raquo;Konjunkturprogramm nicht notwendig&laquo;. Damals war der Konsum bereits eingebrochen, die Krise auf den Finanzm&auml;rkten war beispielhaft am Fall der Industriekreditbank IKB schon acht Monate zuvor auch f&uuml;r Laien sichtbar geworden, f&uuml;r den Finanzminister m&uuml;sste das sowieso gegolten haben. Aber diese Wirklichkeit unserer wirtschaftlichen Lage pr&auml;gten seine Rede nicht. Den Abschnitt mit der Absage an die Konjunkturprogramme zu lesen lohnt sich:<br>\nDer Text zeigt auf bedr&uuml;ckende Weise das Verhaftetsein an sonderbare Einsch&auml;tzungen, Fehl- und Vorurteile. Steinbr&uuml;ck w&auml;re der neben der Bundeskanzlerin zur &Uuml;berwindung der Wirtschaftskrise wichtigste Minister. Es l&auml;uft einem kalt den R&uuml;cken herunter, wenn man bedenkt, dass diese Person f&uuml;r die wirtschaftliche Existenz von Millionen von Menschen und Familien mitverantwortlich ist.<br>\nInzwischen wissen wir, das die Konjunktur beginnend mit dem Jahr 2008 wirklich einbrach. Am 5. November 2008, also gerade einmal gut acht Monate nach der Behauptung Steinbr&uuml;cks, Konjunkturprogramme seien nicht notwendig, hat die Bundesregierung unter seiner Beteiligung ein 16 Punkte Programm einschlie&szlig;lich eines Konjunkturpaketes beschlossen. Alleine dieser Vorgang, alleine die Verz&ouml;gerung durch den damaligen Bundesfinanzminister m&uuml;sste ausreichen, um diese Person politisch und fachlich zu erledigen. Nichts davon. Dank Meinungsmache und massiver Manipulation steigt das Ansehen dieses Mannes vermutlich.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Die Kampagne f&uuml;r Steinbr&uuml;ck baut auf zuvor gelaufenen Kampagnen auf<\/strong>\n<p>Ich nenne die immer wiederkehrende Behauptung, wir h&auml;tten damals, 2006, 2007 und 2008 einen Boom gehabt, was l&auml;cherlich ist angesichts der geringen Wachstumsraten von real circa 2,6 % im Schnitt.<br>\nEr baut auch auf den Kampagnen auf, die wie im Juli und August 2010 zum angeblichen Boom und Wirtschaftswunder gelaufen sind und jetzt Mitte September einfach wiederholt werden. Zum Beispiel bei Spiegel Online und in der <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/09\/17\/neues-deutsches-wirtschaftswunder\/keiner-kommt-so-gut-aus-der-krise-wie-wir.html\">Bild-Zeitung<\/a>. Der Boom wird von ihm als tats&auml;chlich vorhanden diagnostiziert und der Agenda 2010 und seiner Politik zugeschrieben.<\/p>\n<p>Mit der Kampagne &uuml;ber die Systemrelevanz aller Banken wurde die Vorarbeit daf&uuml;r geleistet, das nahezu niemand die Weisheit der Milliarden Spritzen f&uuml;r die Finanzindustrie hinterfragt. Das Schicksal der Banken, das Schicksal aller Banken war damit als schicksalhaft f&uuml;r uns alle deklariert worden. Das ist ein meisterhafter Coup zu Gunsten der Spieler im Finanzcasino und zulasten von uns allen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Methoden der Meinungsmache zu Gunsten von Steinbr&uuml;ck sind einschl&auml;gig<\/strong>\n<p>Was im <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=4080\">Kapitel 10 von &bdquo;Meinungsmache&ldquo;<\/a> und zusammengefasst <a href=\"?page_id=4138\">hier unter Ziffer 3<\/a> als g&auml;ngige Methoden der Meinungsmache beschrieben ist, l&auml;sst sich leicht am Fall Steinbr&uuml;ck belegen. Dazu ein paar Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>Es wird &uuml;bertrieben in der klaren Absicht, dass die H&auml;lfte h&auml;ngenbleibt. So wird Steinbr&uuml;ck die Kanzlerkandidatur angedient. Selbst wenn dieses unrealistisch ist, bleibt h&auml;ngen, dieser Mann sei herausragend.<br>\nEr selbst meint, die Commerzbank Arena in Frankfurt k&ouml;nnte in Steinbr&uuml;ck Arena umgetauft werden. Selbst solche Leser der Spiegelinterviews, die das f&uuml;r &uuml;bertrieben halten, werden lernen, dass Steinbr&uuml;ck sich um Frankfurt verdient gemacht hat, weil er die Banken gerettet habe. An diesem Punkt kann ich &uuml;brigens zugestehen, dass er diese Umbenennung verdient: Steinbr&uuml;ck hat in der Tat der Finanzindustrie, die in Frankfurt sitzt, Milliarden in den Rachen geschoben.<\/li>\n<li>Eine wahrheitswidrige Meinung kann man dann am besten verankern, wenn man die Botschaft aus deutlich unterschiedlichen Ecken aussenden l&auml;sst. Steinbr&uuml;ck wird von Frau Merkel und von der SPD gelobt. Steinbr&uuml;ck wird von der Wirtschaft und von dem als linksliberal geltenden Heribert Prantl von der S&uuml;ddeutschen Zeitung gelobt. So funktioniert Meinungsmache &ndash; auch gegen den Strich der Wirklichkeit geb&uuml;rstet.<\/li>\n<li>Steinbr&uuml;ck ist zwar kein guter &Ouml;konom, aber er ist ein guter Agitator. Er wei&szlig; zum Beispiel, das man den gr&ouml;&szlig;ten Unsinn erz&auml;hlen kann, wenn man ihn mit dem Brustton der &Uuml;berzeugung pr&auml;sentiert. Steinbr&uuml;ck beherrscht den affirmativen Auftritt. Da m&uuml;ssen Journalisten schon sehr mutig sein, wenn sie dagegen anschreiben wollen.<\/li>\n<li>Steinbr&uuml;ck wei&szlig;, dass Konflikte sehr hilfreiche Methoden der Meinungsmache sind. Also greift er die Finanzeliten an und erscheint so einer gro&szlig;en Zahl von Menschen als Kritiker und in Distanz zu diesen schlimmen Leuten von den Banken und Versicherungen. Diesen Trick hat auch schon Franz M&uuml;ntefering angewandt, als er im April und Mai 2005 gegen die so genannten Heuschrecken polemisierte. Dieser Angriff hat es ihm erlaubt, nichts zu tun, um die Gefr&auml;&szlig;igkeit der Heuschrecken zu unterbinden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Warum wird Steinbr&uuml;ck gef&ouml;rdert? Ziel der Operation: Die Ordinate rechts halten, die innere Entwicklung der SPD beeinflussen und damit zugleich Wahlchancen der linken H&auml;lfte unterminieren<\/strong>\n<p>Wie im Kapitel 20 &uuml;ber &bdquo;Meinungsmache zur Sicherung von Macht und Einfluss&ldquo; (siehe <a href=\"?page_id=4138#l05\">Ziffer 5 der Leseproben<\/a>) beschrieben und belegt ist, tritt die neoliberale Bewegung mithilfe ihrer politischen Ableger bei Union und FDP nicht nur bei Wahlen an, sie versucht auch die innere Willensbildung der konkurrierenden Parteien zu beeinflussen, einschlie&szlig;lich der Personalauswahl. Die Parteien auf der linken Seite des politischen Spektrums, die SPD, die Gr&uuml;nen und die Linkspartei stehen also nicht nur unter dem Stress der Konkurrenz bei Wahlen. Sie m&uuml;ssen auch st&auml;ndig mit Versuchen rechnen, die innere Willensbildung zur Sache und zur Person in den genannten Parteien zu beeinflussen. Das ist bei der SPD sp&auml;testens seit dem Jahr 1969 zu studieren. Vielleicht auch fr&uuml;her schon. Der SPD wurde inhaltlich immer ein Linksruck angedichtet, um den rechten Kr&auml;ften in der SPD ein Argument f&uuml;r ihre eigene Position in die Hand zu geben. Und immer wurden die eher konservativen Vertreter in der SPD Spitze publizistisch gef&ouml;rdert und die anderen mit massiven Kampagnen niedergemacht. So bei Helmut Schmidt gegen Willy Brandt, so bei Gerhard Schr&ouml;der gegen Oskar Lafontaine, so jetzt zu Gunsten von Steinbr&uuml;ck. M&uuml;ntefering wurde hochgelobt. Gabriel und Steinmeyer wurden in der Hoffnung installiert, damit Vertreter der Rechten in den einflussreichsten Positionen der SPD platziert zu haben. Es werden immer die gepriesen, die rechtskonservativ und lobbygef&uuml;gig sind. Und f&uuml;r die SPD Wahlen verlieren. So Steinbr&uuml;ck in Nordrhein-Westfalen, Eichel in Hessen, Steinmeier im Bund. Und demn&auml;chst vielleicht Steinbr&uuml;ck im Bund.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die SPD l&ouml;st sich nicht vom neoliberalen Kurs. Sie feiert Steinbr&uuml;ck.<\/strong>\n<p>Zwei Beispiele: <\/p>\n<ul>\n<li>Der Vorsitzende der SPD Gabriel h&ouml;chstpers&ouml;nlich und der stellvertretende Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Po&szlig; (der es besser wissen m&uuml;sste) laden ein zur Buchvorstellung ins Willy-Brandt-Haus. Diese Einladung (siehe Anlage 1) ist voller Lobeshymnen auf den Autor und sein Buch.<\/li>\n<li>In Bayern wird Steinbr&uuml;ck von SPD-nahen Einrichtungen und unter der Schirmherrschaft von Franz Maget, dem fr&uuml;heren Spitzenkandidaten der SPD und Vizepr&auml;sidenten des bayerischen Landtags, in den Landtag eingeladen. <a href=\"upload\/pdf\/100918_Einladung_Steinbrueck.pdf\">Einladung siehe hier [PDF &ndash; 74 KB].<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die SPD-Spitze feiert Steinbr&uuml;ck, obwohl er in seinem Buch wie in den begleitenden Interviews die Versuche der SPD-F&uuml;hrung, sich von den Fehlern in der Vergangenheit zu l&ouml;sen, hart, grunds&auml;tzlich und SPD-feindlich kritisiert. Er wendet sich gegen den (verzagten) Kurswechsel der SPD-Spitze in Sachen Rente mit 67 und meint von Gerhard Schr&ouml;ders Agenda 2010, sie werde &ldquo;als eine der gr&ouml;&szlig;ten politischen Leistungen der Nachkriegszeit in die Geschichtsb&uuml;cher eingehen&rdquo;.<br>\nOffensichtlich feiert die SPD Steinbr&uuml;ck, weil er popul&auml;r ist. Dass der seine Popularit&auml;t der gezielten Kampagne und dem Verschweigen seines Versagens verdankt, sehen diese Sozialdemokraten nicht. Die SPD zeigt damit einmal mehr, dass sie fremdbestimmt ist, im konkreten Fall den Finger in den Wind h&auml;lt, feststellt, dass Steinbr&uuml;ck zieht, und danach ihre Linie ausrichtet.<\/p>\n<p>Der Mangel an eigener Orientierung in der SPD-F&uuml;hrung wird dann auch noch daran sichtbar, dass man Klaus Zimmermann, den Direktor des IZA in Bonn, und gleichzeitig Pr&auml;sidenten des DIW, zum Diskussionspartner f&uuml;r Peer Steinbr&uuml;ck ausersehen hat. Steinbr&uuml;ck wird also von rechts kritisiert, von einem ausgewiesenen F&ouml;rderer und Lobbyisten des Niedriglohnsektors und zugleich von einem Mann, der das fr&uuml;her einmal makro&ouml;konomisch kompetente und zugleich ziemlich sozialdemokratisch gepr&auml;gte DIW umgedreht hat.<br>\nEs gab einmal einen anderen Pr&auml;sidenten des DIW, einen kompetenten Makro&ouml;konomen. An diesen Klaus Dieter Arndt, der sich im Grabe umdrehen w&uuml;rde, wenn er das Spektakel der Buchvorstellung Steinbr&uuml;cks mit seinem Nachfolger als Pr&auml;sidenten des DIW, mit Klaus Zimmermann, erfassen k&ouml;nnte, will ich erinnern. Hier ein paar Links, damit j&uuml;ngere &Ouml;konomen wissen, was es einmal gab, und j&uuml;ngere Sozialdemokraten erfassen k&ouml;nnen, welch ein Wahnsinn heute die Spitze ihrer Partei pr&auml;gt: siehe <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/de\/diw_02.c.102424.de\/ueber_uns\/das_diw_berlin\/praesidenten\/klaus_dieter_arndt\/klaus_dieter_arndt.html\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klaus_Dieter_Arndt\">hier<\/a>.<br>\nKlaus Dieter Arndt h&auml;tte Peer Steinbr&uuml;ck dreimal in die Tasche gesteckt &ndash; sachlich und politisch. Und niemand schwafelte damals davon, dieser Berliner Abgeordnete k&ouml;nnte ein Kanzlerkandidat sein. Das Niveau ist schrecklich gesunken. Steinbr&uuml;ck profitiert davon &ndash; vor allem dank einer ausgefuchsten Kampagne.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Anlage 1<\/strong><\/p><p><strong>Einladung der SPD-Spitze zur<br>\nBuchvorstellung und Dialog:<br>\nPeer Steinbr&uuml;ck &ndash; &ldquo;Unterm Strich&rdquo;<\/strong><\/p><p><em>Dienstag, 28. September 2010, 19.00 &ndash; 21.00 Uhr, Einlass: 18.00 Uhr<br>\nWilly-Brandt-Haus, Atrium, Wilhelmstra&szlig;e 141, 10963 Berlin<\/em><\/p><p>Lieber &hellip;<br>\ndie Finanzkrise ist noch nicht ausgestanden, und schon r&uuml;ckt die Aufarbeitung aufgrund von positiven Unternehmens- und Konjunkturzahlen in den Hintergrund. Dabei ist es gerade heute wichtig, die Finanzkrise, die zu einer der schlimmsten Weltwirtschaftskrisen f&uuml;hrte, genau zu analysieren. Nur wenn den Ursachen der Krise genau auf den Grund gegangen wird, k&ouml;nnen wir daraus lernen und Krisen in dieser Form zuk&uuml;nftig vermeiden.<br>\nAls die Finanzkrise ausbrach, war es vor allem Peer Steinbr&uuml;ck, der als damaliger Finanzminister der Gro&szlig;en Koalition daf&uuml;r sorgte, dass die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger nicht das Vertrauen in das deutsche Bankensystem und in die Politik verloren. Deutlich wurde in dieser Zeit aber auch, dass die gewaltigen Herausforderungen der Finanz- und Wirtschaftskrise nur zu meistern sind, wenn die &Ouml;konomie wieder eine dienende Funktion gegen&uuml;ber dem Gemeinwesen hat.<br>\nDieser Primat der Politik kann jedoch nur dadurch erhalten bleiben, wenn es uns &ndash; und damit ist ausdr&uuml;cklich auch die Politik angesprochen &ndash; gelingt, den n&ouml;tigen Mut zur Ehrlichkeit aufzubringen. Wie dies geschehen kann, zeigt uns Peer Steinbr&uuml;ck in seinem Buch &bdquo;Unterm Strich&ldquo;. Darin setzt er sich schonungslos mit der Entstehung und den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise auseinander. Denn die Zukunft unseres Landes h&auml;ngt davon ab, wie wir mit den Erfahrungen der Krise umgehen.<br>\nEr verharrt jedoch nicht bei wirtschafts- und finanzpolitischen Erw&auml;gungen, sondern spannt den Bogen hin zu grunds&auml;tzlichen gesellschaftspolitischen und demokratietheoretischen Gedanken.<br>\nWir freuen uns, dass Peer Steinbr&uuml;ck sein Buch bei einer Veranstaltung im Willy-Brandt-Haus<br>\nvorstellen wird. Er diskutiert mit dem Pr&auml;sidenten des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung,<br>\nProfessor Dr. Klaus F. Zimmermann, und stellt seine Thesen auch im Publikumsgespr&auml;ch<br>\nvor &ndash; sicherlich in seiner unvergleichlichen Art, Klartext zu reden.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>Sigmar Gabriel, Vorsitzender der SPD<br>\nJoachim Po&szlig;, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender<\/p><p><strong>Anlage 2:<\/strong><\/p><p><strong>Auszug aus &bdquo;Meinungsmache. Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgew&ouml;hnen&ldquo;, Seite 194-196, mit dem Teil einer Rede von Bundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck vom 28. Februar 2008, mit der &Uuml;berschrift: &bdquo;Konjunkturprogramm nicht notwendig&ldquo;:<\/strong><\/p><blockquote><p>&bdquo;Bei der Diskussion &uuml;ber die realwirtschaftlichen Auswirkungen der Finanzmarktkrise wird gelegentlich &ndash; unter Verweis auf die Situation in den USA &ndash; lautstark ein Konjunkturprogramm auch f&uuml;r Europa und Deutschland gefordert. Wie ich bereits vor zwei Wochen im Rahmen einer Regierungserkl&auml;rung zu den Finanzm&auml;rkten deutlich gemacht habe, erteile ich dieser Forderung eine klare Absage. Das gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r etwaige zus&auml;tzliche kreditfinanzierte &ouml;ffentliche Ausgabenprogramme als auch f&uuml;r Steuersenkungen auf Pump. Denn f&uuml;r mich sprechen eine Reihe guter Gr&uuml;nde dagegen:<\/p>\n<p><strong>Erstens<\/strong> haben wir es (&hellip;) in Deutschland immer noch mit einer starken konjunkturellen Grunddynamik zu tun. Die zudem (&hellip;) weniger stark als in der Vergangenheit von der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA abh&auml;ngig ist. Dazu tragen insbesondere die dynamisch wachsenden Schwellenl&auml;nder wie China, aber auch die Golfregion bei (&hellip;). Auch spielen gerade f&uuml;r Deutschland die Absatzm&auml;rkte in Osteuropa eine zunehmend wichtigere Rolle. Insgesamt treffen die Finanzmarktturbulenzen auf eine wesentlich robustere deutsche Volkswirtschaft als noch vor einigen Jahren. Auch die stabilen Fundamentaldaten deuten nicht auf eine st&auml;rkere konjunkturelle Abk&uuml;hlung und schon gar nicht auf eine rezessive Entwicklung hin. Auf der Basis der jetzt vorliegenden Erkenntnisse rechnet die Bundesregierung f&uuml;r 2008 mit einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 1,7 Prozent. Auch angesichts der unbestreitbaren Risiken k&ouml;nnten wir damit zufrieden sein. Schlie&szlig;lich l&auml;gen wir damit ziemlich genau beim derzeit gesch&auml;tzten Potenzialwachstum in Deutschland!<\/p>\n<p><strong>Zweitens<\/strong> haben wir keinerlei Veranlassung, unseren bislang so erfolgreichen wirtschafts- und finanzpolitischen Kurs &ndash; die Kombination von dauerhaft wachstumsf&ouml;rdernden Strukturreformen mit einer soliden Haushaltspolitik &ndash; zu verlassen. Die gegenw&auml;rtig wirksamen Strukturreformen helfen uns auch im aktuell schwieriger werdenden konjunkturellen Fahrwasser, denn sie wirken konjunkturst&uuml;tzend! So wird sich im laufenden Jahr allein der wachstumsf&ouml;rdernde Gesamteffekt aus der Initiative &raquo;Wachstum, Besch&auml;ftigung und Familienf&ouml;rderung&laquo;, aus der Absenkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung von 4,2 % auf 3,3 % sowie aus der Entlastung der Wirtschaft durch die Unternehmensteuerreform auf gut 18 Mrd. &euro; belaufen! Das entspricht fast einem Prozent unseres Bruttoinlandsproduktes, hat damit also eine vergleichbare Gr&ouml;&szlig;enordnung mit dem in den USA geplanten Konjunkturpaket von 150 Mrd. $ bzw. 1 % des US-BIP &ndash; mit dem wichtigen Unterschied, dass in den USA Rezessionsgefahren bestehen und nicht bei uns! <\/p>\n<p><strong>Drittens<\/strong> w&uuml;rde eine Abkehr vom notwendigen Konsolidierungskurs nicht nur unserem Ziel der Generationengerechtigkeit zuwiderlaufen, sondern k&ouml;nnte auch zu &ouml;konomisch gegenl&auml;ufigen Entwicklungen f&uuml;hren. Denn eine Lockerung des Konsolidierungskurses k&ouml;nnte auch die europ&auml;ische Geldpolitik &ndash; gerade angesichts des derzeitigen Inflationsdrucks &ndash; zu einer restriktiveren Geldpolitik &ndash; sprich: zu Zinserh&ouml;hungen &ndash; veranlassen. Je nach Ausma&szlig; w&uuml;rden diese die Konjunktur st&auml;rker belasten, als ein Konjunkturprogramm beschleunigend wirken k&ouml;nnte!&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 13. September erschien ein <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,druck-716955,00.html\">Spiegelinterview mit Peer Steinbr&uuml;ck<\/a> &uuml;ber die &bdquo;dramatischen Tage der Bankenkrise&ldquo; und das Frankfurter Fu&szlig;ballstadion, das eigentlich &bdquo;Steinbr&uuml;ck-Arena&ldquo; statt Commerzbank-Arena hei&szlig;en m&uuml;sste. Drei Tage vor Erscheinen dieses Interviews war bekannt geworden, dass eine der von Steinbr&uuml;ck zusammen mit Angela Merkel geretteten Banken, die M&uuml;nchner HRE, noch einmal 40 Milliarden Garantien<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6777\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[136,50,12,11],"tags":[436,241,284,225,420,253],"class_list":["post-6777","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-banken-boerse-spekulation","category-finanzkrise","category-manipulation-des-monats","category-strategien-der-meinungsmache","tag-asmussen-joerg","tag-bankenrettung","tag-deregulierung","tag-hre","tag-spiegel","tag-steinbrueck-peer"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6777","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6777"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6777\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20845,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6777\/revisions\/20845"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6777"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6777"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6777"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}