{"id":67913,"date":"2020-12-12T11:45:45","date_gmt":"2020-12-12T10:45:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67913"},"modified":"2020-12-16T08:02:23","modified_gmt":"2020-12-16T07:02:23","slug":"champagner-politik-fuer-alle-wie-reichtum-und-macht-in-der-corona-krise-vermehrt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67913","title":{"rendered":"Champagner-Politik f\u00fcr alle! Wie Reichtum und Macht in der Corona-Krise vermehrt werden"},"content":{"rendered":"<p>Wir stecken am Jahreswechsel 2020\/2021 immer noch inmitten der schwersten sozialen, gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Welt-Bruttoinlandsprodukt sank 2020 um mehr als f&uuml;nf Prozent. In wichtigen Industriel&auml;ndern wie Frankreich, Italien und Spanien liegt der Einbruch des BIP sogar bei zehn und mehr Prozent. H&auml;tte es in China nicht ein bescheidenes Wirtschaftswachstum in H&ouml;he von anderthalb Prozent &ndash; und damit ein erneutes Abst&uuml;tzen der westlichen &Ouml;konomien durch fortgesetzten Export in die VR China &ndash; gegeben, w&auml;re der Absturz noch dramatischer ausgefallen. Seit dem Fr&uuml;hsommer boomt der deutsche Export nach China wieder. Vergleichbare Einbr&uuml;che &ndash; oder im Fall der VR China: einen vergleichbaren R&uuml;ckgang der BIP-Wachstumsrate &ndash; gab es auch in der Weltwirtschaftskrise 2007-2009 nicht. Von <strong>Winfried Wolf<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_514\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-67913-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201215_Wie_Reichtum_und_Macht_in_der_Corona_Krise_vermehrt_werden_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201215_Wie_Reichtum_und_Macht_in_der_Corona_Krise_vermehrt_werden_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201215_Wie_Reichtum_und_Macht_in_der_Corona_Krise_vermehrt_werden_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201215_Wie_Reichtum_und_Macht_in_der_Corona_Krise_vermehrt_werden_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=67913-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/201215_Wie_Reichtum_und_Macht_in_der_Corona_Krise_vermehrt_werden_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"201215_Wie_Reichtum_und_Macht_in_der_Corona_Krise_vermehrt_werden_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Doch diese Krise ist bislang und im Gegensatz zur vorausgegangenen vor zw&ouml;lf Jahren von <em>zwei Besonderheiten<\/em> gekennzeichnet: erstens einem Verharren der Aktienkurse auf hohem Niveau, verbunden mit einem weiteren Anstieg der Immobilienpreise. Und zweitens einem nochmals beschleunigten Reicher-Werden der Reichen und Verm&ouml;genden.<\/p><p><em>Finanzwelt:<\/em> Zu Beginn der neuen Krise reagierten die B&ouml;rsen klassisch: Die Kurse rauschten im Februar und M&auml;rz 2020 nach unten: Es gab Einbr&uuml;che von 30 und mehr Prozent. Doch danach begann an allen M&auml;rkten ein fast ungebrochener Anstieg. In Europa liegen die Aktienindices im Dezember weitgehend  auf dem Niveau der H&ouml;chstst&auml;nde vom Ende 2019. An der Wallstreet kletterte der Dow Jones im Dezember sogar auf ein Allzeithoch von mehr als 30.000 Punkten. Er lag damit um gut sieben Prozent &uuml;ber dem H&ouml;chststand von Dezember 2019. Auch der Immobilienboom h&auml;lt weiter an. Hier war 2020 sogar keinerlei Einbruch festzustellen. 2019 kostete ein Einfamilienhaus in den USA im Durchschnitt 279.000 Dollar, im Oktober 2020 waren es bereits 310.600 Dollar. In Deutschland stiegen die Immobilienpreise im Corona-Jahr 2020 erneut deutlich an; in den St&auml;dten M&uuml;nchen und Frankfurt\/M. sogar um  acht Prozent. Als Erkl&auml;rung f&uuml;r diese ungew&ouml;hnliche Entwicklung des Finanzsektors nennt Larry Fink, der Chef von BlackRock, dem m&auml;chtigsten Verm&ouml;gensverwalter der Welt, das &bdquo;beherzte Eingreifen der Zentralbanken und Regierungen&ldquo;. Die Schweizer Bank UBS f&uuml;hrt dies auf &bdquo;die umfangreichen staatlichen Hilfsma&szlig;nahmen zur&uuml;ck, mit denen die Wirtschaft und die privaten Haushalte vor den unmittelbaren Folgen der Pandemie [&hellip;] gesch&uuml;tzt und entsprechend entsch&auml;digt wurden.&ldquo;[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p><strong>Akkumulation von Reichtum<\/strong><\/p><p>Seit zwei Jahrzehnten erleben wir einen Prozess der Akkumulation von individuellem Reichtum, wie es ihn auf nationaler Ebene, zum Beispiel in den USA, vor 100 Jahren gab, wie es einen solchen jedoch auf globaler Ebene noch nie gab.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Das addierte Verm&ouml;gen der Milliard&auml;re &shy;&ndash; derzeit ein Kreis von 2200 Personen &ndash; lag laut Berechnungen der Gro&szlig;bank UBS in den Jahren 1998 bis 2002 nahe einer Billion. 2007 waren es sieben Billionen. In den Folgejahren gab es einen deutlichen Einbruch; erst 2010\/2011 wurde das 2007er Niveau wieder erreicht. Seither gibt es kein Halten: 2017 waren es neun Billionen. Und ausgerechnet im Corona-Jahr 2020 stieg dieses Verm&ouml;gen nochmals auf aktuell rund zehn Billionen Dollar an. <\/p><p>Die Verm&ouml;genssteigerungen bei einzelnen Personen wie Jeff Bezos von Amazon (189 Milliarden Dollar reich), Bill Gates (124 Mrd. Dollar), Elon Musk (Tesla; 103 Mrd. Dollar) und Mark Zuckerberg (Facebook; 100 Mrd. Dollar) sind hinreichend bekannt. Das Reicher-Werden dieser Milliard&auml;rs-Gruppe &uuml;bersteigt das Wachstum der Weltwirtschaft im genannten Zeitraum 2000 bis 2020 um mehr als das F&uuml;nffache. Es steht auch in einem krassen Widerspruch zur anhaltenden Armut in gro&szlig;en Teilen der Welt und zu dem wachsenden Heer von prek&auml;r Lebenden in der westlichen Welt. Oxfam bringt das wie folgt auf den Nenner: &bdquo;Die weltweit 2153 Milliard&auml;re besitzen inzwischen so viel wie 60 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung.&ldquo; In seinem h&ouml;chst lesenswerten neuen Buch beschreibt Thomas Piketty diesen Vorgang im Detail.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Es liegt im Bereich der Spekulation, ob es 2021 bei dieser fragilen Kluft zwischen einer krisenhaften Realwirtschaft und einem stabilem Finanzsektor bleibt oder ob es doch zu einem Finanzcrash kommt. Es ist kaum vorstellbar, dass das aktuelle Modell der Weltwirtschaft mit diesem unglaublichen Pampern der gro&szlig;en Unternehmen, Banken und Reichen durch Staatsschulden und Steuergelder stabil bleibt. Zumal diese Krise zu einer enormen Umstrukturierung der weltweiten Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse f&uuml;hren wird, mit einem nochmals schnelleren Aufstieg der Wirtschaftsmacht China und einem auch unter US-Pr&auml;sident Biden verst&auml;rkten Handelskrieg &ndash; die massive fortgesetzte Aufr&uuml;stung gegen die VR China inbegriffen. <\/p><p><strong>BlackRock fordert &bdquo;Nachhaltigkeit&ldquo;<\/strong><\/p><p>Der gewaltige individuelle Reichtum dient nat&uuml;rlich nicht prim&auml;r dem privaten Luxus dieser Personengruppe. Mit ihm werden insbesondere die Kapitalsammelstellen gespeist, die damit ihre Macht in der Realwirtschaft &ndash; das Hineinwirken in Konzerne und Banken &ndash; ausbauen. Es entwickelt sich eine informelle Weltregierung dieser Geldverwalter mit Elementen einer wirtschaftlichen Kommandozentrale. Larry Fink, der bereits zitierte Kopf von BlackRock &ndash; die Gruppe kontrolliert ein ihr anvertrautes Kapital in H&ouml;he von mehr als sieben Billionen Dollar; sie ist an 17.000 Unternehmen, darunter an allen 30 DAX-Konzernen, beteiligt &ndash; versendet seit 2012 in jedem Jahr eine Art &bdquo;Dringliche Empfehlung&ldquo; an Tausende Bosse von Konzernen und Banken. Der aktuelle Fink-Brief vom Januar 2020 liest sich wie eine Wirtschafts-Enzyklika. Sie ist &bdquo;den Klimarisiken&ldquo; gewidmet und bezieht sich auch positiv auf den Papst und dessen &bdquo;Forderung nach einer CO2-Bepreisungsordnung&ldquo;. Der Brief droht kaum verhohlen damit, Unternehmen, auf die BlackRock Einfluss hat, &bdquo;zur Verantwortung&ldquo; zu ziehen, wenn diese keine nachhaltige Unternehmensausrichtung praktizierten. Explizit hei&szlig;t es dort, dass &bdquo;Wertpapiere von Kohleproduzenten&ldquo; ein &bdquo;Nachhaltigkeitsrisiko&ldquo; darstellten; weswegen Investments in solchen Unternehmen abgesto&szlig;en werden w&uuml;rden.<\/p><p>Bingo; es geht also in die richtige Richtung! Wenn das Weltproletariat schon versagt &ndash; oder, wie manche vermuten, abhandengekommen ist &ndash; dann scheint es doch eine Weltregierung aufgekl&auml;rter Kapitalkreise zu geben[<a href=\"#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>]. <\/p><p>Tats&auml;chlich ist das nicht der Fall. &bdquo;Der Weiterbau der A20 wird, wie vom Bund vorgesehen, z&uuml;gig umgesetzt&ldquo;. So steht es im Kieler Koalitionsvertrag von 2017. Unterzeichnet vom Gr&uuml;nen-Chef Robert Habeck. Der Dannenr&ouml;der Forst wurde in den letzten Wochen mit dem Segen des gr&uuml;nen Verkehrsministers gerodet. Die Bepreisung von CO2 dient der Verschleierung der Fortsetzung einer Wirtschaftsweise, mit der die Klimaerw&auml;rmung beschleunigt wird. Und der Tesla-Chef Elon Musk spendete f&uuml;r Trump und bildete 2019 mit Fiat-Chrysler einen Emissionspool, um diesem schmutzigsten Autokonzern den fortgesetzten Bau seiner SUV-Verbrenner-Flotte zu erm&ouml;glichen.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Im &Uuml;brigen betreiben die &bdquo;Kapitalisten des 21. Jahrhunderts&ldquo;, die Werner R&uuml;gemer so &uuml;berzeugend beschreibt, ja keineswegs eine CO2-freie Wirtschaft. Ganz im Gegenteil. Der ARTE-Film &bdquo;Umwelts&uuml;nder Elektroauto&ldquo;, der erstmals im November ausgestrahlt wurde, brachte erschreckende Bilder &uuml;ber die Zerst&ouml;rungen, die mit dem Abbau der Rohstoffe, die f&uuml;r Elektromobile ben&ouml;tigt werden, stattfindet. Vergleichbares, wenn auch &bdquo;nur schwarz auf wei&szlig;&ldquo; festgehalten, lieferte zwei Jahre zuvor eine breitangelegte Studie, die von Misereor und Brot f&uuml;r die Welt in Auftrag gegeben wurde.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Oder nehmen wir das Beispiel dieser wunderbaren Lieferdienste. Vor wenigen Wochen brachte die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Strampeln f&uuml;r zwei Kaffee&ldquo; eine aufschlussreiche Reportage. Auszug: &bdquo;Ein Michael hat in einem Starbucks im Zentrum [von Frankfurt\/M.] zwei Kaffee bestellt. Er wohnt dreieinhalb Kilometer entfernt im Nordend. Veganova [die Lieferando-Fahrerin; W.W.) ist kaum zu halten: &acute;Das ist doch pervers, das ist eine Dem&uuml;tigung &ndash; wegen zwei Kaffee. [&hellip;] Der Starbucks-Kaffee f&auml;llt w&auml;hrend der Fahrt um und l&auml;uft aus. Veganova ist den Tr&auml;nen nahe. &acute;Jetzt muss ich einem Dispatcher schreiben. Hab ich etwas falsch gemacht? Ich bin nicht einmal gestolpert&hellip;&acute;&ldquo;[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p><strong>Geplantes Wirtschaften in der Krise &ndash; in der Luxusbranche<\/strong><\/p><p>Das in Luxus gelegte Kapital macht streckenweise das, was auf Weltebene gegen die Krisenfolgen getan werden m&uuml;sste. Als im Sommer 2020 aufgrund des Nachfrageeinbruchs im Champagnermarkt eine Strukturkrise drohte, einigten sich Winzer und Produzenten, letztere angef&uuml;hrt von Mo&euml;t Hennessy, auf eine Senkung der Erntemenge um 20 Prozent. In der gesamten franz&ouml;sischen Luxusbranche (LVMH, L&acute;Or&eacute;al, Herm&egrave;s, Chanel) wurden im Krisenjahr 2020 die Arbeitspl&auml;tze weitgehend garantiert und die Kurzarbeit-Gelder in der Regel auf 100 Prozent aufgestockt. Der Luxuswagenhersteller  Ferrari bietet f&uuml;r seine Besch&auml;ftigten und f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung am italienischen Produktionsstandort Maranello kostenlose, regelm&auml;&szlig;ige COVID-19-Tests. Selbst Konversion klappt dann pl&ouml;tzlich. Ferrari produzierte 2020 Ventile f&uuml;r Atemger&auml;te und Zubeh&ouml;r f&uuml;r Schutzmasken. Die Modeartikel-Hersteller Prada, Nike und Burburry r&uuml;steten Fertigungsstra&szlig;en f&uuml;r die Herstellung von Schutzkleidung f&uuml;r Krankenhauspersonal um.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] <\/p><p>Doch all das erfolgt nat&uuml;rlich nur zum eigenen Nutzen und Frommen, sprich: mit dem Ziel der langfristigen Profitgarantie. Wobei ein Teil der Aktivit&auml;ten nat&uuml;rlich gute PR in Corona-Zeiten, Motto: &bdquo;Tue Gutes und rede dar&uuml;ber!&ldquo;, ist.  <\/p><p>Sobald die Krise vorbei ist, werden wir Konzerne erleben, die nur ein Ziel kennen: Wachstum zwecks Profitakkumulation. Schon r&uuml;stet sich die Autobranche f&uuml;r September 2021 und die n&auml;chste IAA  &ndash; und glaubt, mit dem neuen Messe-Standort M&uuml;nchen l&auml;stige Umweltaktive, die ihr die Show im September 2019 in Frankfurt\/M. vermasselten, zur&uuml;cklassen zu k&ouml;nnen. 2020 wurden hunderttausende Pkw von deutschen Herstellern steuerlich als &bdquo;emissionsfrei&ldquo; eingestuft und beg&uuml;nstigt, Modelle, die ein Jahr zuvor noch als normale Verbrenner galten, denen jedoch ein erg&auml;nzendes Elektromot&ouml;rchen und der Adelstitel &bdquo;Plug-in-Hybrid&ldquo; oder &bdquo;Mild Hybrid&ldquo; verpasst wurde. Umweltverb&auml;nde wie die Deutsche Umwelthilfe weisen seit geraumer Zeit darauf hin, dass die Pkw in der Gesamtbilanz mehr CO2 emittieren als ein klassischer Mittelklasse-Verbrenner.  <\/p><p>Eine langfristige Garantie zum &Uuml;berleben der Menschheit gibt es nur jenseits der bestehenden Wirtschaftsordnung. Es d&uuml;rfte schwierig werden, daf&uuml;r 2021 die Voraussetzungen zu schaffen. Ein paar Elemente dessen, was die erw&auml;hnten Kapitalkreise mit 100-Prozent-Kurzarbeitergeld, Besch&auml;ftigungsgarantie und einer Reduktion des Outputs um ein F&uuml;nftel im ablaufenden Jahr 2020 umsetzten, sollten sich Linke und Gewerkschaften &ndash; gern erg&auml;nzt mit deutlichen Arbeitszeitverk&uuml;rzungen &ndash; jedoch auf die Fahne schreiben und daf&uuml;r im kommenden Jahr mobilisieren.<\/p><p>Titelbild: bbernard\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\">&laquo;*<\/a>] Anmerkung Jens Berger: Es ist jedoch zu fragen, ob diese Ank&uuml;ndigung von Larry Fink mehr als eine reine PR-Nummer ist. Hier ist n&auml;mlich zu bedenken, dass BlackRock den gr&ouml;&szlig;ten Anteil des verwalteten Kundenverm&ouml;gens in sogenannte Indexfonds (auch ETFs) investiert hat. Hierbei muss BlackRock dann im Grunde nur stupide die Aktien der Unternehmen, die in einem Aktienindex gelistet sind, in einem festgelegten Verh&auml;ltnis kaufen. BlackRock kann hier gar keine Umschichtungen vornehmen, da man dann den Index nicht mehr abbilden w&uuml;rde und gegen&uuml;ber den Kunden vertragsbr&uuml;chig w&uuml;rde. Und selbst im aktiven Gesch&auml;ft, das nur einen kleinen Teil des BlackRock-Umsatzes ausmacht, sind solche &bdquo;nachhaltigen Investments&ldquo; kaum mehr als ein Feigenblatt. De facto ist die &bdquo;Klimabilanz&ldquo; der BlackRock-Investments nach wie vor kohlenschwarz. Lesen Sie dazu den Artikel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60239\">BlackRock als Regelgeber f&uuml;r Banken? Wie kam die EU auf diese Schnapsidee?<\/a>&ldquo; mit einigen Detailinformationen. Vertiefende Informationen finden Sie in meinem Buch &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/index.php?cl=details&amp;libriid=A37031869&amp;listtype=search&amp;searchparam=jens%20berger%20\">Wer sch&uuml;tzt die Welt vor den Finanzkonzernen<\/a>&ldquo;, in dem dem Thema BlackRock und Nachhaltigkeit ein ganzes Kapitel gewidmet ist.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] BlackRock-Brief zusammengefasst in: Manager Magazin vom 31. M&auml;rz 2020; UBS nach: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 1. Oktober 2020. Zu Blackrock siehe Werner R&uuml;gemer, Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts, K&ouml;ln 2018. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Vgl. Thomas Piketty, Kapital und Ideologie, M&uuml;nchen 2020, Seite 842. Danach lag in den USA der Anteil des obersten Dezils  (die reichsten 10%) am gesamten Privatverm&ouml;gen der USA (Immobilien. Betriebsverm&ouml;gen nach Schuldenabzug) 1920 &ndash; 1930 zwischen 80 und 85%. Dieser Anteil sank bis 1985 auf rund 60%. Seither steigt er erneut und lag 2015 bei rund 75%.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Siehe Piketty, a.a.O., Seiten 816ff. Die vorausgegangenen allgemeine Angaben zur Verm&ouml;genskonzentration 2020 nach: Johannes Ritter, Superreiche werden reicher, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. Oktober 2020.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Bernd Rubel, Elon Musk &ndash; Kontroverse Parteispender an republikanische Klimaleugner; mobilegeeks vom 19. Juli 2018; <a href=\"https:\/\/www.mobilegeeks.de\/news\/elon-musk-parteispenden-republikanische-klimawandelleugner\/\">siehe hier<\/a> und BBC-Bericht vom 7. April 2019; <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/business-47845971\">siehe hier<\/a> <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit. Herausgeber: Brot f&uuml;r die Welt, Evangelische Werke f&uuml;r Diakonie und Entwicklung, Misereor und Powershift, Berlin, Aachen und Berlin, November 2018.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Gustav Theile, Lockdown ist Lieferando-Zeit &ndash; Strampeln f&uuml;r zwei Kaffee, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26. November 2020. Lieferando ist eine deutsche Tochter des weltweit aktiven Lieferdienstes Just Eat Takeaway mit Sitz in Amsterdam. BlackRock ist an dem Unternehmen nat&uuml;rlich beteiligt. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Swetha Ramachandran, Luxusaktien: Mode ist verg&auml;nglich, aber der Ruf bleibt, <a href=\"https:\/\/intelligent-investors.de\/luxusaktien-mode-ist-vergaenglich-aber-der-ruf-bleibt\/\">Intelligent Investors vom 9. Juni 2020;<\/a> und ARD B&ouml;rse vom 7. Oktober 2020. <\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir stecken am Jahreswechsel 2020\/2021 immer noch inmitten der schwersten sozialen, gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Welt-Bruttoinlandsprodukt sank 2020 um mehr als f&uuml;nf Prozent. In wichtigen Industriel&auml;ndern wie Frankreich, Italien und Spanien liegt der Einbruch des BIP sogar bei zehn und mehr Prozent. H&auml;tte es in China nicht ein bescheidenes<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67913\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":67914,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,176,132,30],"tags":[294,872,293,2811,2268,1848,1337,2931,476],"class_list":["post-67913","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-umweltpolitik","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-aktienkurse","tag-blackrock","tag-finanzwirtschaft","tag-fink-larry","tag-immobilienmarkt","tag-nachhaltigkeit","tag-oligarchen","tag-reichtum","tag-weltwirtschaftskrise"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/shutterstock_772005310.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=67913"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67913\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":68030,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67913\/revisions\/68030"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/67914"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=67913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=67913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=67913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}