{"id":67999,"date":"2020-12-15T08:28:17","date_gmt":"2020-12-15T07:28:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999"},"modified":"2020-12-15T08:28:17","modified_gmt":"2020-12-15T07:28:17","slug":"hinweise-des-tages-3762","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h01\">N&uuml;tzt der Lockdown &uuml;berhaupt?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h02\">Das Leopoldina-Desaster<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h03\">Der virologische Tunnelblick<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h04\">Fresenius-Chef Sturm: Einseitiger Blick auf Intensivbetten ist falsch &ndash; stehen nicht vor Kollaps<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h05\">How the British government is trying to crush our right to protest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h06\">Selbstbedienung f&uuml;r Steuertrickser<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h07\">Stockender Handel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h08\">Schuldenhaushalt 2021: Wer muss sparen, wer darf feiern?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h09\">Milliarden f&uuml;r den neuen Lockdown &ndash; &bdquo;Das halten wir nicht monatelang aus&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h10\">Kliniken w&uuml;tend auf Leiharbeitsfirmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h11\">Deutschland einig Dumpinglohnland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h12\">Gegen Armut hilft Geld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h13\">Reform der Riesterrente nicht ausreichend<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h14\">Ausgangssperre: Neues Bu&szlig;geld &ndash; Keine sp&auml;ten Christmetten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h15\">Wie Steve Bannon die Corona-China-Story orchestrierte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h16\">In Deutschland w&uuml;tet eine Hexenjagd gegen Israel-Kritiker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h17\">Kein Laptop, kein Internet, kein Konzept: Die Milliarden aus dem Digitalpakt kommen kaum bei den Schulen an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67999#h18\">&bdquo;Jetzt erleben wir den totalen Crash in der Schulpolitik&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>N&uuml;tzt der Lockdown &uuml;berhaupt?<\/strong><br>\nIm Kampf gegen die Pandemie setzt Deutschland jetzt wieder auf einen Lockdown. Manche Wissenschaftler halten das f&uuml;r den falschen Weg &ndash; und f&uuml;rchten, als &bdquo;Querdenker&ldquo; missverstanden zu werden. [&hellip;]<br>\nEinige Wissenschaftler glauben, dass Deutschland damit immer noch nicht den besten Weg gefunden hat im Umgang mit der Pandemie. Sie halten es f&uuml;r falsch, dass die Regierungen in Bund und L&auml;ndern den Eindruck entstehen lassen, es gebe keine Alternative zum Lockdown. Sie fordern einen Kurswechsel, vor allem aber eine offene Diskussion dar&uuml;ber, wie es weitergehen soll.<br>\nMit ihrer Meinung setzen sie sich dem Risiko aus, zwischen die politischen Fronten zu geraten. Viele denken bei Kritikern der Corona-Ma&szlig;nahmen gleich an Querdenker oder Verschw&ouml;rungstheoretiker. Nicht alle Wissenschaftler, mit denen wir gesprochen haben, wollen deshalb namentlich genannt werden. Aber sie sind sich einig, dass der Zeitpunkt gekommen ist, um Stellung zu beziehen.<br>\niner von ihnen ist der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit von der Universit&auml;t Hamburg. Er sagt: &bdquo;Wichtig ist vor allem: Wir brauchen eine nachhaltige Strategie. Eine Abfolge von Lockdowns ist keine langfristige Strategie.&ldquo; Schmidt-Chanasit weist darauf hin, dass der Versuch der Gesundheits&auml;mter, die Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen, vielerorts gescheitert sei. Nicht nur weil das Personal fehlt, sondern auch weil die &Auml;mter mittlerweile gar nicht mehr genau herausfinden k&ouml;nnen, wo sich jemand angesteckt hat. Es gibt einfach zu viele M&ouml;glichkeiten.<br>\nNach Meinung von Schmidt-Chanasit ist das auch nicht weiter schlimm, jedenfalls im Moment noch nicht. Noch k&ouml;nne das Gesundheitssystem mit den Kranken fertig werden. Deshalb sei es keine L&ouml;sung, immer wieder alles herunterzufahren. Es komme darauf an, die &Auml;lteren vor einer Ansteckung zu sch&uuml;tzen. Denn die haben mit Abstand die meisten schweren Verl&auml;ufe von Covid-19 zu beklagen.[&hellip;]<br>\nDer Medizinstatistiker Gerd Antes ist genau f&uuml;r diesen Strategiewechsel. Er sagt: &bdquo;Es muss jetzt um den Schutz von Risikogruppen gehen, darauf m&uuml;ssten sich die Gesundheits&auml;mter vor allem konzentrieren.&ldquo; Wenn man allerdings versuche, &bdquo;die Nachverfolgung abzusagen&ldquo;, gerate man unter Beschuss. &bdquo;Sie werden verd&auml;chtigt, heimlich auf die Herdenimmunit&auml;t abzuzielen.&ldquo; [&hellip;]<br>\nSchmidt-Chanasit st&ouml;rt sich daran, wie grob die Diskussion in Deutschland gef&uuml;hrt wird. Er denkt zum Beispiel an den SPD-Abgeordneten und Epidemiologen Karl Lauterbach. &bdquo;Das Narrativ war immer, auch von Herrn Lauterbach: Wir m&uuml;ssen siebzig Prozent der Kontakte reduzieren. Jetzt wird gesagt: Wir haben nur drei&szlig;ig Prozent der Kontakte reduziert. Aber wir m&uuml;ssen doch mal unterscheiden, was ist ein Risikokontakt, was nicht?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/manche-forscher-halten-corona-lockdown-fuer-die-falsche-strategie-17099323.html?premium\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Ein wichtiger Artikel, leider mal wieder hinter der Bezahlschranke. Bereits die Einleitung zeigt jedoch, wie es in Deutschland 2020 um die Debattenkultur steht. Wissenschaftler, die ernsthafte Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Regierungspolitik haben, trauen sich nicht mehr, namentlich genannt zu werden, da sie Angst davor haben, von den Medien in eine Querdenker-Ecke geschoben zu werden. Und so schweigen (fast) alle und es entsteht der Eindruck, die Wissenschaft st&uuml;nde kollektiv hinter der Regierungspolitik.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Das Leopoldina-Desaster<\/strong><br>\nSie glaube an die Fakten &ndash; so Angela Merkel, als sie den harten Lockdown forderte. Doch das Leopoldina-Papier, auf das sie sich berief, gen&uuml;gt selbst einfachsten Standards nicht. Der Schaden, den die Wissenschaftsfunktion&auml;re anrichten, ist immens. Eine Untersuchung. [&hellip;]<br>\nWenn ein wissenschaftliches Dokument dieser K&uuml;rze &uuml;berhaupt sinnvoll zu einem aktuellen Geschehen Stellung nehmen soll, dann m&uuml;sste es umfangreich auf gesicherte Studien verweisen und deren G&uuml;ltigkeitsbereich und Aussagekraft f&uuml;r die Situation hier in Deutschland wenigstens andeutungsweise belegen.<br>\nDie sogenannte Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina ist aber alles andere als ein wissenschaftliches Dokument, sie ist auch keine wissenschaftliche Zusammenfassung eines Forschungsstandes. Sie ist ein Sammelsurium von sorgenvollen Aussagen &uuml;ber die aktuelle Situation, kombiniert mit einigen drastischen Vorschl&auml;gen, die ihre Autorit&auml;t daraus ziehen sollen, dass die Autoren nun einmal in leitenden Funktionen im Forschungsbetrieb t&auml;tig sind.<br>\nDer wissenschaftliche Gehalt ist so gering, dass wohl jede aufmerksame Zeitungsleserin, jeder &bdquo;Tagesschau&ldquo;-Zuschauer und jede internetaffine Gymnasiallehrerin den Text h&auml;tte verfassen k&ouml;nnen, einschlie&szlig;lich der Diagramme, die den Infektionsverlauf in Irland und in Deutschland miteinander vergleichen &ndash; eine Grafik, die der Autor dieser Zeilen innerhalb von weniger als einer Minute auf einer bekannten Datenplattform zusammenklicken k&ouml;nnte. [&hellip;]<br>\nWenn sich &uuml;berhaupt jemand bem&uuml;&szlig;igt f&uuml;hlt, diese Tatsache zu bemerken, wird oft gesagt, dass die Menschen ihr Verhalten eben schon vorher ge&auml;ndert h&auml;tten, dass sie schon aufgrund der &ouml;ffentlichen Diskussionen ihre Sozialkontakte eingeschr&auml;nkt h&auml;tten. Wenn das so ist, dann fragt man sich, warum die Politik, die jetzt auf einen harten Lockdown zusteuert, nun &uuml;ber die ungezogenen Menschen schimpft, die angeblich die Regeln nicht beachten, an Gl&uuml;hweinst&auml;nden nicht genug Distanz wahren und &uuml;berhaupt nachl&auml;ssig mit der Umsetzung der Vorschriften w&auml;ren.<br>\nDer Grund kann nur sein, dass man Schuldige braucht, die daf&uuml;r verantwortlich sind, dass die prognostizierten Erfolge des November-Lockdowns nicht eintreffen. Da &bdquo;die Wissenschaft&ldquo; nicht einfach sagen kann: &bdquo;Wir haben eigentlich keine Ahnung, was hier wirklich passiert, wir k&ouml;nnen nicht erkl&auml;ren, warum in Sachsen die Infektionszahlen steigen und in Rheinland-Pfalz nicht&ldquo;, m&uuml;ssen die B&uuml;rger selbst zu Schuldigen erkl&auml;rt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus222264910\/Angela-Merkel-und-das-Leopoldina-Desaster.html\">J&ouml;rg Phil Friedrich in der WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Und schon wieder ein Artikel, der hinter der Bezahlschranke versteckt wird. Es ist wirklich &auml;rgerlich. Die wenigen substanziell kritischen Artikel zur Corona-Politik der Bundesregierung befinden sich im Premium-Bereich, w&auml;hrend der normale Leser mit regierungskonformer Angstmache in den &bdquo;Gratis-Tickern&ldquo; und Meinungsartikeln bombardiert wird. Eigentlich weisen wir nur sehr ungerne auf kostenpflichtige Artikel hin, da die meisten unserer Leser keine zahlenden Kunden von FAZ oder WELT sind. Wir wollten Ihnen jedoch dieses erstaunliche Ph&auml;nomen auch nicht vorenthalten. J&ouml;rg Phil Friedrich hatte &uuml;brigens zum Thema auch schon einen sehr <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67515\">lesenswerten Artikel<\/a> f&uuml;r die NachDenkSeiten geschrieben und der ist nat&uuml;rlich kostenfrei und f&uuml;r jeden Leser verf&uuml;gbar.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Der virologische Tunnelblick<\/strong><br>\nMag die dringende Notwendigkeit massiver Kontaktbeschr&auml;nkungen noch so sehr vor Augen stehen, im Angesicht &uuml;berlasteter Pfleger und &Auml;rztinnen: f&uuml;r die Regierenden ist die Verengung allen multikausalen Infektionsgeschehens auf die Reduktion privater Kontakte bequem. Den Zeigefinger auf vermeintliche Massen voll besetzter Gl&uuml;hweinst&auml;nde zu richten, ist einfach; denen ohne Auto und Homeoffice eine Busfahrt zur Arbeit mit Abstand zu erm&ouml;glichen, wohl zu schwer. Wieso ist die staatliche Versorgung von Altenheimen mit FFP2-Masken nicht l&auml;ngst fl&auml;chendeckende Realit&auml;t, wieso T&uuml;bingens Modell nicht &uuml;berall Standard? Boris Palmer hat allen &uuml;ber 65-J&auml;hrigen Masken schicken lassen, dort gibt es reservierte Einkaufszeiten und subventionierte Taxis f&uuml;r Senioren, zudem Gratis-Tests f&uuml;r Besch&auml;ftigte und Bewohner von Altenheimen, ebenso f&uuml;r deren Besucher; entsprechend niedrig sind die Zahlen. Weshalb stimmt nur Argentiniens, nicht das deutsche Parlament f&uuml;r eine Reichen-Abgabe, um den Kampf gegen die Pandemie zu bezuschussen? Warum muss Verdi vor dem &bdquo;Hotspot Versandzentren&ldquo; warnen, w&auml;hrend Amazon auf dem R&uuml;cken seiner Arbeiterinnen von der Krise profitiert?<br>\nJeff Bezos darf weiter schuften lassen, er w&uuml;rde mit den Schultern zucken, erz&auml;hlte ihm jemand von den &bdquo;kurzfristigen Wertsch&ouml;pfungsverlusten&ldquo;, die die Leopoldina als Vorteil preist, weil sie den Weg zur gro&szlig;en Lockerung verk&uuml;rzten.<br>\nDieses Argument hat es in das Papier der Akademie geschafft, eine Abw&auml;gung der vorgeschlagenen Ma&szlig;nahmen mit sozialen Folgekosten nicht. Was ist mit den Kindern, die von Mitte Dezember bis Mitte Januar von der Schulpflicht entbunden werden und nicht in die Kita gehen sollen, wenn sie sich selbst &uuml;berlassen werden? Wie ist Frauen, die Feiertagen in beengten Wohnungen voller h&auml;uslicher Gewalt entgegensehen, akut zu helfen? Ja, diese Fragen waren alle schon einmal da. Der Sturm steigender Infektionszahlen bl&auml;st sie wieder weg, es regiert der virologische Tunnelblick.<br>\nDas mag daran liegen, dass das Lockdown-Geschehen weiter aus Akademien, Staatskanzleien, Bund-L&auml;nder-Runden dekretiert und nicht im Parlament abgestimmt wird. Viele Medien &ndash; vor allem auch &ouml;ffentlich-rechtliche &ndash; nehmen das schulterzuckend hin, machen lieber aus jeder noch so inhaltsleeren &Auml;u&szlig;erung Markus S&ouml;ders eine Meldung. Hier l&auml;ge wirklich ein Ansatzpunkt f&uuml;r kritisches Nachdenken &uuml;ber einen h&ouml;heren Rundfunkbeitrag. Doch eingelullt vom exekutiven Narrativ der Lockdown-oder-nicht-Frage f&auml;llt gar nicht auf, dass der CSU-Ministerpr&auml;sident gerade schon wieder predigt, w&auml;hrend er einen seiner vielen bayerischen Hotspots besucht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/sebastianpuschner\/der-virologische-tunnelblick\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Fresenius-Chef Sturm: Einseitiger Blick auf Intensivbetten ist falsch &ndash; stehen nicht vor Kollaps<\/strong><br>\nFresenius-Chef Stephan Sturm kritisiert in der Corona-Krise einen zu starken Blick auf die Intensivkapazit&auml;ten der Kliniken. &bdquo;Der einseitige Fokus der Politik auf Intensivbetten ist falsch&ldquo;, sagte der Vorstandschef des Medizinkonzerns und Krankenhausbetreibers den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX. Dort, wo es zu Engp&auml;ssen in Krankenh&auml;usern gekommen sei, sei das meist wegen des Mangels an Intensivpflegekr&auml;ften geschehen und nicht wegen fehlender Intensivbetten. Den viel diskutierten Personalmangel habe es schon vor der Corona-Krise gegeben, sagte Sturm.<br>\n&bdquo;Selbst wenn Intensivkapazit&auml;ten ausgesch&ouml;pft sein sollten, k&ouml;nnen Covid-Patienten station&auml;r behandelt werden&ldquo;, sagte Sturm. Corona-Patienten lie&szlig;en sich etwa auch auf entsprechend aufger&uuml;steten Intermediate-Care-Stationen behandeln, einer Zwischenstufe zwischen Normal- und Intensivstation. Klinische Daten zeigten in anderen L&auml;ndern eine vergleichbar niedrige Sterblichkeit bei Corona-Patienten, w&auml;hrend dort ein geringerer Anteil auf Intensivstationen l&auml;ge.<br>\nUm die Pandemie zu bew&auml;ltigen, sei eine bessere Vernetzung der Krankenh&auml;user in Deutschland n&ouml;tig, meint Sturm. So k&ouml;nnten Klinken aus weniger betroffenen Regionen Corona-Patienten aus Hotspots aufnehmen. Helios habe das bei Berliner Krankenh&auml;usern getan, wo Kapazit&auml;ten f&uuml;r Corona-Patienten knapp wurden. &bdquo;Wir brauchen mehr Transparenz im Gesundheitssystem&ldquo;, sagte der Manager. Es gebe aber Widerst&auml;nde gegen ein zentrales Register, das ein Verteilen von Patienten erleichtern w&uuml;rde. &bdquo;Auch wenn sicher nicht jeder Patient transportf&auml;hig ist, k&ouml;nnen wir hier besser werden.&ldquo;<br>\nNach Angaben der Deutschen Interdisziplin&auml;ren Vereinigung f&uuml;r Intensiv- und Notfallmedizin gab es bei steigenden Infektionszahlen zuletzt noch rund 4600 freie Intensivbetten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/gesundheit\/corona-und-gesundheitssystem-fresenius-chef-kritisiert-einseitigen-blick-auf-intensivbetten-BSLOOBWHJQDZV6YLOEGF7D5HQY.html\">RND<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Auch hier kommt wieder der seit langem bekannte und andauernde Personalmangel im Bereich der Kliniken und Krankenh&auml;user zur Sprache. Dagegen etwas unternommen wurde von der Politik bisher nichts. So scheint es, als ob die politische Elite mit dem Lockdown auch versucht ihr eigenes Versagen zu kaschieren.<\/em><\/p>\n<p>Dazu auch: <strong>Intensivbetten und Corona : &bdquo;Wir haben praktisch nie ein Bett frei&ldquo;<\/strong><br>\nDer Intensivmediziner Bernhard Zwi&szlig;ler hat t&auml;glich mit Covid-19-Patienten zu tun. Er sagt: Die Lage ist schlimmer, als es die Zahlen vermuten lassen. [&hellip;]<br>\nZum Beispiel bekommen Patienten, denen es pl&ouml;tzlich schlechter geht, Cortison. Das hat sich in der klinischen Praxis als sehr hilfreich erwiesen. Es hat auch verhindert, dass der ein oder andere Patient auf die Intensivstation musste. Au&szlig;erdem haben wir auf den Normalstationen sehr konsequent damit begonnen, eine blutgerinnungshemmende Therapie einzuf&uuml;hren, in einer h&ouml;heren Dosierung, als man das gemeinhin macht, wenn Patienten l&auml;nger im Bett liegen m&uuml;ssen. Aus der ersten Welle haben wir gelernt, dass Lungenembolien und Thrombosen ein Teil des Problems sind bei Covid-19. Auch damit haben wir sicherlich einen Teil der Patienten vor der Intensivstation bewahren k&ouml;nnen. Und wir haben auch spezielle Formen der Atem- und Sauerstofftherapie zum Teil auf die Normalstationen verlagert, die wir fr&uuml;her nur auf der Intensivstation gemacht haben.<br>\nZum einen, weil daf&uuml;r ganz einfach die Ausr&uuml;stung fehlte, und zum anderen, weil man erst im Verlauf gelernt hat, dass damit kein erh&ouml;htes Ansteckungsrisiko f&uuml;r die Pflegekr&auml;fte verbunden ist. Wenn man das alles zusammennimmt, haben sicher viele Patienten von dieser optimierten Behandlung profitiert. Aber Sie sehen auch: Von Entwarnung kann keine Rede sein. Es kommen eine Menge Patienten bei uns an, sie werden nur nicht in der Intensivstatistik aufgef&uuml;hrt. [&hellip;]<br>\nDie Gesamtzahl der belegten Intensivbetten hat sich kaum erh&ouml;ht, das stimmt, ich kann aber nur noch einmal wiederholen: Wir haben ein Problem. Weil wir praktisch jede Nacht, an jedem Wochenende und auch untertags Patienten haben, von denen wir nicht wissen, wo wir sie unterbringen sollen. Zum Teil suchen wir stundenlang nach Betten. Jetzt verschieben wir auch noch medizinische Eingriffe. Das hei&szlig;t, wir generieren momentan eine Welle von Patienten, die sp&auml;ter noch auf uns zukommen wird.<br>\nDer Epidemiologe John Ioannidis hat ausgerechnet, dass die Sterblichkeit von Covid-19 gar nicht so hoch ist wie anfangs angenommen, n&auml;mlich unter einem Prozent. Ist Corona doch vergleichbar mit der Grippe?<br>\nIch bin kein Epidemiologe. Aber all die Daten, die ich kenne, und vor allem die klinische Erfahrung zeigt: Das ist einfach falsch. Wir haben jedes Jahr Grippepatienten auf der Intensivstation. Die Dimension ist eine v&ouml;llig andere. Wenn wir fr&uuml;her auf der Intensivstation mal zwei, vielleicht drei Patienten mit schwerer Lungenentz&uuml;ndung hatten, dann war das schon substantiell. Jetzt haben wir zwanzig Patienten mit Covid-19. Nat&uuml;rlich kann man auch an der Grippe sterben. Aber die Grippe ist ein Virus, das vor allem die Lungen bef&auml;llt. Bei Covid merken wir immer mehr, das ist eine Krankheit, die bef&auml;llt alle Organe. Und leider muss man sagen: Viele der Patienten, die die Intensivstation wieder verlassen, haben noch lange Probleme, mit der Leber, mit den Nieren. Es handelt sich um eine v&ouml;llig andere Krankheit.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/arzt-ueber-corona-wir-haben-praktisch-nie-ein-bett-frei-17098849.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>How the British government is trying to crush our right to protest<\/strong><br>\nProtest is a fundamental right, protected in domestic and international law, which the government and public authorities have a duty to facilitate. It is an essential tool for expressing dissent against those in power, and one of the ways that we join forces with one another to effect social, political and economic change. The plans are very likely to undermine our ability to collectively express dissent, which has been more crucial than ever this pandemic year.<br>\nLet&rsquo;s be clear: Liberty has always supported proportionate action to protect public health, and much of our work recently has focused on ensuring that the people most likely to be hit hard by the pandemic are prioritised in the government&rsquo;s response. At the same time, the magnitude of the limitations on our freedom implemented by politicians this year cannot be overstated.<br>\nIn 2020 each of us has faced criminalisation for leaving the house without a &ldquo;reasonable excuse&rdquo;. Police have used surveillance drones to shame people walking in national parks. And countless people have been wrongly criminalised under the rushed and draconian Coronavirus Act, which also contains powers to force people to quarantine, close our borders, and even postpone some elections. And in all of this, parliament has been sidelined, with some lockdown laws, which have regulated aspects of our daily lives to a minute degree, coming into force at the stroke of a minister&rsquo;s pen, with parliament given an opportunity to vote only weeks later. &hellip;<br>\nAcross the board, the response from the government and police has raised cause for serious concern. Scores of people have been arrested for taking to the streets to protest against lockdown restrictions. Protest organisers who have done their best to comply with pandemic restrictions, such as carrying out a risk assessment, have been cowed into not going ahead. And during the Black Lives Matter demonstrations in the summer, the home secretary, Priti Patel, claimed that these protests were illegal, and many demonstrators were subject to aggressive police tactics such as kettling. A report by Netpol found that the policing of the Black Lives Matter protests was symptomatic of institutional racism. These attacks on the right to protest are not unique to the pandemic: in 2019, the Metropolitan police unlawfully used an injunction to ban protest during the Extinction Rebellion demonstrations.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/commentisfree\/2020\/dec\/14\/british-government-right-to-protest-limitations-freedoms-pandemic-legislation\">The Guardian<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> In Gro&szlig;britannien bietet sich eine &auml;hnliche Situation wie in Deutschland, man erlebt eine entfesselt agierende Exekutive w&auml;hrend das Parlament entsprechende Gesetze dann nur abnicken darf. Einen Artikel wie diesen sucht man allerdings vergebens in den deutschen Mainstreammedien.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Selbstbedienung f&uuml;r Steuertrickser<\/strong><br>\nDie Freigiebigkeit, mit der Deutschland in den letzten Monaten Steuergelder an gro&szlig;e Unternehmen verteilt, weckt Erinnerungen an die Finanzmarktkrise. Es werden wieder Milliarden aus dem Staatshaushalt an Unternehmen mit fragw&uuml;rdigen Gesch&auml;ftsmodellen gegeben. Wie in der Finanzkrise profitieren davon Investoren und Banken. Stattdessen sollten wir unsere Steuergelder nur zur Rettung derjenigen Unternehmen einsetzen, die einen Mehrwert f&uuml;r unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt bieten, andernfalls die bisherigen Geldgeber der Unternehmen zur Kasse bitten.<br>\nUnter den zahlreichen Corona-Programmen f&uuml;r die Wirtschaft z&auml;hlt der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zu dem fragw&uuml;rdigsten und gr&ouml;&szlig;ten. An den WSF wenden sich Unternehmen, denen Investoren und Banken kein Geld mehr geben. Weil sie nicht glauben, dass sie es wiederbekommen. Vielleicht auch, weil vorher Umstrukturierungen notwendig w&auml;ren, zu denen die Unternehmen nicht bereit sind. Die Bundesregierung hat diesen Unternehmen bereits &uuml;ber 10 Milliarden Euro zur Verf&uuml;gung gestellt &ndash; in den n&auml;chsten Monaten d&uuml;rfte es noch wesentlich mehr werden. Die Zwischenbilanz der ersten vier F&auml;lle (Lufthansa, TUI, FTI und MV-Werften) ist erschreckend.<br>\nErstens ist das Gesch&auml;ftsmodell der gef&ouml;rderten Unternehmen nicht zukunftsf&auml;hig. Die Perspektive der ohnehin margenschwachen Luftfahrt ist wohl noch d&uuml;sterer geworden, seit Unternehmen Videokonferenzen f&uuml;r sich entdecken. Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter (TUI) und drittgr&ouml;&szlig;ter (FTI) Anbieter von Pauschalreisen ringen seit Jahren ums &Uuml;berleben. Menschen buchen immer weniger Pauschalreisen, sondern stellen sich ihren Urlaub auf Online-Portalen individuell zusammen. Der Kreuzfahrschiffbauer MV-Werften hat es in dem &uuml;bersubventionierten Sektor mit prognostizierten &Uuml;berkapazit&auml;ten nicht leichter. Die Bundesregierung rettet also Unternehmen von gestern und bindet dort Ressourcen, die in Zukunftsbranchen fehlen. Die deutsche Wirtschaft wird nicht durch die Erbringung von Pauschaltourismus das 21. Jahrhundert meistern, sondern durch technologischen Fortschritt.<br>\nZweitens haben alle gef&ouml;rderten Unternehmen Verbindungen zu Schattenfinanzzentren. Das ist ein Indiz daf&uuml;r, dass die Unternehmen Steuersparmodelle nutzen. Es besteht keine Transparenz dar&uuml;ber. Die Lufthansa verschiebt laut einer Studie im Auftrag von Finanzwende sehr wahrscheinlich Gewinne in Schattenfinanzzentren. TUI l&auml;sst u.a. seine Kreuzfahrtschiffe unter maltesischer Flagge fahren. Die Eigent&uuml;mer von FTI und MV-Werften schleusen ihren Gewinn &uuml;berwiegend &uuml;ber Zwischengesellschaften in Luxemburg, Schweiz und Bermuda. Die Bundesregierung teilt Steuergelder an Unternehmen aus, die selbst wenig Steuern zahlen. Finanzwende hat dagegen die Kampagne Steuertrickser angesto&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/corona-selbstbedienung-fuer-steuertrickser\">Gerhard Schick im Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Stockender Handel<\/strong><br>\nDie seit nunmehr sechs Jahren andauernden Sanktionen gegen Russland haben der bundesdeutschen Wirtschaft kaum Schaden zugef&uuml;gt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Regierung an den Wirtschaftsausschuss des Bundestags von Anfang Dezember. Demnach seien die Verluste mit 0,03 bis 0,05 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung fast zu vernachl&auml;ssigen. Der Bericht weist zudem darauf hin, dass der deutsche Russland-Handel bereits seit 2012 r&uuml;ckl&auml;ufig gewesen sei &ndash; vor allem infolge gesunkener &Ouml;lpreise. Die Sanktionen h&auml;tten lediglich einen bestehenden Trend verstetigt, hei&szlig;t es in dem Papier.<br>\nDoch andere Studien kommen auf h&ouml;here Einbu&szlig;en. So beispielsweise die des M&uuml;nchener Ifo-Instituts vom 9. Dezember, die im Auftrag mehrerer Industrie- und Handelskammern erstellt wurde. Laut Untersuchung ging seit 2014 der Handel zwischen Russland und der EU um 32 Prozent beim russischen Import und 24 Prozent beim russischen Export zur&uuml;ck; in absoluten Zahlen l&auml;gen die Werte bei minus 115 bzw. 100 Milliarden Euro. In diesem Jahr kamen die Auswirkungen der Coronakrise hinzu und f&uuml;hrten laut Ostausschuss der deutschen Wirtschaft zu einem R&uuml;ckgang des deutsch-russischen Gesch&auml;ftsvolumens um 24 Prozent auf 22 Milliarden Euro. Anfang der 2010er Jahre hatte das Handelsvolumen noch bei 80 Milliarden Euro gelegen.<br>\nUnbestritten ist allerdings, dass die Bedeutung des Russland-Handels f&uuml;r die deutsche Volkswirtschaft oft &uuml;bersch&auml;tzt wird. Laut Ostausschuss ist Russland f&uuml;r die BRD nach den EU-L&auml;ndern Polen, Tschechien und Ungarn nur noch viertgr&ouml;&szlig;ter Handelspartner in Osteuropa; der russische Anteil an den deutschen Exporten lag nach der Ifo-Studie 2013 ebenso wie 2018 bei zwei bis drei Prozent. Im Vergleich dazu wickelt die BRD rund 60 Prozent ihres Au&szlig;enhandels mit der restlichen EU ab, neun Prozent mit den USA und sechs Prozent mit China. Auch diese Zahlen haben sich zwischen 2013 und 2018 nur unwesentlich ge&auml;ndert.<br>\nDiese Daten verbergen jedoch, dass einzelne deutsche Regionen vom Einbruch des Russland-Handels st&auml;rker getroffen wurden als andere. Das gilt vor allem f&uuml;r Ostdeutschland und hier f&uuml;r die st&auml;rker industrialisierten Bundesl&auml;nder Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Sachsen ging nach Angaben der Dresdener Filiale des Ifo-Instituts, die Anfang Dezember in einem Beitrag des MDR zitiert wurden, der Export nach Russland um zwei Drittel zur&uuml;ck: von 4,2 Prozent der Gesamtexporte 2013 &ndash; auch dies ein &uuml;berdurchschnittlicher Wert &ndash; auf zuletzt noch 1,4 Prozent. Nicht alles an diesem R&uuml;ckgang ist dagegen offenbar Folge der Sanktionen wie im Fall der Chemnitzer Maschinenbaufirma Maveg, deren Werkzeugmaschinen wegen m&ouml;glicher milit&auml;rischer Nutzung seit 2015 nicht mehr nach Russland exportiert werden d&uuml;rfen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/392573.eu-sanktionen-stockender-handel.html\">junge welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Schuldenhaushalt 2021: Wer muss sparen, wer darf feiern?<\/strong><br>\nDie Zahlenschlacht zu Beginn des nun verabschiedeten Haushaltsgesetzes 2021 l&auml;sst B&ouml;ses erahnen. Es w&uuml;rden &ldquo;Einnahmen und Ausgaben auf 413 400 000 000 Euro festgestellt&rdquo;, hei&szlig;t es dort, gefolgt von Aufstellungen der Sonderverm&ouml;gen und Krediterm&auml;chtigungen, auf die vor allem der Finanzminister, Vizekanzler und kommende SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz gedr&auml;ngt hatte. Die geplanten Ausgaben summieren sich auf fast eine halbe Billion Euro, davon knapp 180 Milliarden als Nettokreditaufnahme. In Zeiten der Pandemie sind auch bei den bislang so strengen Haush&auml;ltern des Regierungslagers alle Regeln ausgesetzt: Die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse wurde zum zweiten Mal in Folge ausgesetzt.<br>\nAusgesetzt aber hei&szlig;t nicht ausgebaut. Vielleicht 2022, vielleicht sp&auml;ter: In absehbarer Zeit auf jeden Fall wird die Schuldenbremse wieder in Betrieb genommen werden, und dann steht der Bev&ouml;lkerungsmehrheit &ndash; um bei dieser Metapher zu bleiben &ndash; ein holpriges Ende dieser Corona-Fahrt bevor. Denn sinnfreie Kommentare beteiligter Politiker und von Provinzbl&auml;ttern, die nun von einem &ldquo;richtigen Signal&rdquo; sprechen, weil es nur darauf ankomme, &ldquo;wie dieses Land weiterhin durch die Pandemie-Krise kommt&rdquo;, umschiffen die zentrale Frage. Wie der Musikproduzent Kurt Feltz 1949 textete: &ldquo;Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt?&rdquo; &hellip;<br>\nDie Armen sterben oder blechen. Die Reichen werden reicher und m&uuml;ssen &ndash; bislang zumindest &ndash; kaum damit rechnen, f&uuml;r die &Uuml;bernahme der Kosten dieser geo&ouml;konomischen Katastrophe herangezogen zu werden.<br>\nIn den USA etwa hat das Einkommen der Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft von Mitte M&auml;rz bis Mitte Oktober um 2,3 Prozent abgenommen. Gut 98.0000 Unternehmen sind in den Konkurs gegangen. Mehr als zw&ouml;lf Millionen Arbeiter und Angestellte haben ihre arbeitgeberfinanzierte Gesundheitsversicherung verloren. &Auml;hnlich Trends hat das Statistische Bundesamt f&uuml;r Deutschland erfasst und dokumentiert. Die sozialen Folgen sind hierzulande noch nicht abzusch&auml;tzen, zumal das Sterben der Betriebe verz&ouml;gert einsetzen wird, vom Einzelhandel, &uuml;ber Kulturbetriebe, die Gastronomie und andere besonders betroffene Branchen.<br>\nSteht man wirtschaftlich am oberen Ende der Gesellschaft, muss man sich diesseits und jenseits des Atlantiks weitaus weniger Gedanken machen. Die 651 Milliard&auml;re in den USA haben ihren Wohlstand seit Beginn der Pandemie um eine Billion US-Dollar vermehrt. Mit diesem Geld k&ouml;nnte man den gut 330 Millionen US-Amerikanern &ndash; jeder und jedem einzelnen von ihnen! &ndash; etwas mehr als 3.000 US-Dollar Soforthilfe auszahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Schuldenhaushalt-2021-Wer-muss-sparen-wer-darf-feiern-4988613.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Milliarden f&uuml;r den neuen Lockdown &ndash; &bdquo;Das halten wir nicht monatelang aus&ldquo;<\/strong><br>\nF&uuml;hrende &Ouml;konomen des Landes &uuml;ben scharfe Kritik an den j&uuml;ngsten Beschl&uuml;ssen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Ihnen fehlt eine Idee der Politik, die &uuml;ber die kurzfristige Schlie&szlig;ung von Gesch&auml;ften und Schulen hinausgeht.<br>\n&bdquo;Die Beschl&uuml;sse sollen die &Uuml;berforderung des Gesundheitssystems verhindern. Kurzfristig mag dies wirken, f&uuml;r eine nachhaltige Eind&auml;mmung der Neuinfektionszahlen sind angesichts der Erfahrungen anderer L&auml;nder eher Zweifel angebracht&ldquo;, sagte IW-Direktor Michael H&uuml;ther WELT.<br>\nEs fehle weiterhin an einer l&auml;ngerfristigen Strategie. Diese m&uuml;sste von Befunden &uuml;ber die Wirksamkeit von Ma&szlig;nahmen getragen sein und sich auf den Schutz vulnerabler Gruppen konzentrieren.<br>\nAuch dem Pr&auml;sidenten des Institut f&uuml;r Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr, fehlt ein Gesamtkonzept. &bdquo;Wir k&ouml;nnen den harten Lockdown wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht monatelang aushalten&ldquo;, sagte er WELT.<br>\nDas Infektionsgeschehen werde wohl bis M&auml;rz mindestens problematisch bleiben. Es m&uuml;sse deshalb endlich gelingen, vulnerable Personen, etwa in Altersheimen, wo sehr viele Infektionen erfolgen, wirksam zu sch&uuml;tzen. &bdquo;Das Schlie&szlig;en der Einkaufsstra&szlig;en hilft diesen Personen &uuml;berhaupt nicht&ldquo;, sagte Felbermayr.<br>\nHier setzte auch ZEW-&Ouml;konom Friedrich Heinemann an: &bdquo;Ich kritisiere die bisher viel zu geringe Energie bei der Testung von Alten- und Pflegeheimen. Da m&uuml;sste Deutschland schon viel weiter sein.&ldquo; &hellip;<br>\nIn der Tat sind f&uuml;r das kommende Jahr Ausgaben in H&ouml;he von 39,5 Milliarden Euro bereits im gerade verabschiedeten Bundeshaushalt f&uuml;r 2021 vorgesehen. Hinzu kommt ein &uuml;ppiger Puffer: 35 Milliarden Euro wurden als Corona-Vorsorge ohne konkrete Ausgabenplanung in den Etat eingestellt worden.<br>\nAuch wenn im Haushalt bereits hohe Summen f&uuml;r Unternehmenshilfen vorgesehen sind, &auml;ndert dies nichts daran, dass die Summen gewaltig sind, die diese Art der Lockdown-Krisenpolitik den Staat und damit den Steuerzahler kosten: Allein f&uuml;r den Dezember ist mit Ausgaben in H&ouml;he von mindestens 20 Milliarden Euro zu rechnen.<br>\nDenn zu den &uuml;ppigen Dezemberhilfen in H&ouml;he von erwarteten 17 Milliarden Euro, mit denen die Betreiber von Restaurants, Hotels und anderen Veranstaltungsunternehmen entsch&auml;digt werden, kommen nun noch einmal bis zu f&uuml;nf Milliarden Euro f&uuml;r den Einzelhandel und die nun beschlossenen Zusch&uuml;sse.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article222438064\/Neue-Corona-Massnahmen-Wir-koennen-Lockdown-nicht-monatelang-aushalten.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die genannten Kritiker sind zwar alles Neoliberale, dennoch ist die Frage berechtigt wie lange dieses Spiel noch so weiter gehen kann. Vor allem wer danach die Zeche zahlen soll? F&uuml;r bestimmte Kreise steht die Antwort bereits fest.<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67965#h07\">&bdquo;Deutschland ist wieder der kranke Mann Europas&ldquo;<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Kliniken w&uuml;tend auf Leiharbeitsfirmen<\/strong><br>\nNach Tagesspiegel-Informationen geh&ouml;ren in Berlin vielerorts bis zu 20 Prozent der in einer Schicht eingesetzten Pflegekr&auml;fte zu Leih- und Zeitarbeitsfirmen. Einige dieser Agenturen wollen nicht, dass ihre Pflegekr&auml;fte auf Stationen arbeiten, in denen Gefahr besteht, sich mit Sars-Cov-2 zu infizieren. &Auml;rzte und Pflegedienstleiter berichteten, einzelne Leasingkr&auml;fte h&auml;tten auch von sich aus gesagt, sie wollten nicht (mehr) auf einer Covid-19-Station eingesetzt werden. Buchungen w&uuml;rden &ouml;fter &bdquo;&auml;u&szlig;erst kurzfristig&ldquo; storniert.<br>\nMan wolle zwar hausinternes Personal einsetzen, teilte eine Vivantes-Sprecherin auf Anfrage mit: &bdquo;Aufgrund der angespannten Personalsituation ist der Ausfall von Pflegepersonal jedoch h&auml;ufig nur durch den Einsatz von Leasingkr&auml;ften zu kompensieren.&ldquo; Zudem komme es vor, &bdquo;dass Leasingkr&auml;fte f&uuml;r Covid-Stationen entweder nicht vermittelt werden oder diese sehr kurzfristig ihren Dienst nicht antreten&ldquo;. Zugleich w&uuml;rde Stammpersonal zu Leasingfirmen wechseln, da dort bei &auml;hnlichen L&ouml;hnen eher die jeweiligen Wunscharbeitszeiten gew&auml;hrt werden k&ouml;nnten. Vivantes zeigt bei Buchungen nun explizit an, ob es um eine Schicht auf einer Station mit Coronavirus-Patienten geht. &hellip;<br>\nEiner 2019 ver&ouml;ffentlichten Analyse der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit zufolge gibt es in der Krankenpflege in Deutschland 22.000 Leiharbeitnehmer, in der Altenpflege sind es 12.000; in Berlin-Brandenburg d&uuml;rften es zusammen etwa 4000 Leasingkr&auml;fte sein. Zeitarbeitsfirmen, die auf Pflegekr&auml;fte spezialisiert sind, hatten schon im M&auml;rz, als die Pandemie auch Deutschland erreichte, wachsende Nachfrage erwartet. Nachdem der Berliner Senat im M&auml;rz verf&uuml;gte, planbare Behandlungen zu verschieben, und zudem die Neuinfektionen seit Mai stetig abnahmen, wurden dagegen kaum Leasing-Pflegekr&auml;fte gebraucht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/in-berlins-krankenhaeusern-fehlen-pflegekraefte-kliniken-wuetend-auf-leiharbeitsfirmen\/26714110.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Weshalb sind die Kliniken &bdquo;w&uuml;tend&ldquo; auf Leiharbeitsfirmen. Wenn sich die dort Besch&auml;ftigten nicht verheizen lassen wollen, dann ist das ihr gutes Recht. Und es ist bezeichnend, wenn Stammpersonal zu einer Leiharbeitsfirma wechselt, weil es dort besser bezahlt wird. Normalerweise ist es eigentlich umgekehrt. Das zeigt nur wie der &ouml;ffentliche Gesundheitssektor kaputtgespart wurde. Die Folgen bekommen nun alle B&uuml;rger mit dem Lockdown am eigenen Leib zu sp&uuml;ren.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Dazu ein Kommentar aus dem Leserforum:<\/strong> Jetzt einmal &ldquo;Tacheles&rdquo;: Was war zuerst da? Das Ei oder die Henne? In den 1980er Jahren war der Pflegeberuf zwar auch kein Zuckerschlecken aber er lebte immerhin noch vom Gedanken der Solidarit&auml;t, der N&auml;chstenliebe und Hilfsbereitschaft. Das Ideal der &ldquo;Florance Nightingale&rdquo; trugen Menschen in diesem Beruf durchaus mit sich herum, auch wenn man das schon damals durchaus kritisieren konnte. Es gab einen recht hohen Anteil an kommunalen Krankenh&auml;usern und sog. freigemeinn&uuml;tzigen Kliniken. Privatkliniken spielten nur eine untergeordnete Rolle. DANN kam eine ganze Gruppe von Betriebswirtschaftlern und &ldquo;Experten&rdquo; zu dem Schluss, dass unser Gesundheitswesen viel zu teuer sei und man erheblich sparen k&ouml;nne, wenn man es nach marktwirtschaftlichen Gesetzen ausrichten w&uuml;rde. Die (heutzutage) &ldquo;alte&rdquo; Leier von: Privatisieren = Mehr Wettbewerb = Effizienzsteigerung = Preiswerter (Gesundheit) produzieren wurde zur neuen Pr&auml;ambel. Diese neoliberale L&uuml;ge(!) &ndash; liebe FDP und CDU\/CSU &ndash; verk&uuml;nden Sie seit Jahrzehnten. In fast allen Bereichen hat sich dies in der Zwischenzeit als Irrtum bzw. gro&szlig;es M&auml;rchen herausgestellt.  Trotzdem wurde damals die gesamte Krankenhausstruktur umgekrempelt. F&uuml;r diese Gesundheitsreform zeichnete auch unser heutiger Innenminister verantwortlich. Stellen im Pflegebereich (und auch bei den &Auml;rzten) wurden massiv abgebaut. Die Arbeit in den Kliniken wurde rationalisiert und &ldquo;&ouml;konomisiert&rdquo; mit dem Ergebnis, dass Stress und Belastung f&uuml;r Pflegekr&auml;fte und &Auml;rzte stetig zunahmen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Deutschland einig Dumpinglohnland<\/strong><br>\nDie deutsche Fleischindustrie hat ein Profitmodell perfektioniert, das auf r&uuml;cksichtslose Ausbeutung durch Niedrigl&ouml;hne baut.<br>\nAm Ende konnte Minister Hubertus Heil (SPD) sein Arbeitsschutzkontrollgesetz nur mit Ach und Krach &uuml;ber die Ziellinie retten. Wieder einmal hatte die Fleischlobby der Politik gezeigt, wo der Hammer h&auml;ngt. Urspr&uuml;nglich sollten Werkvertr&auml;ge und Leiharbeit in den Kernbereichen der Fleischwirtschaft ab 2021 komplett verboten werden. Doch das Arbeitsschutzkontrollgesetz wurde auf Veranlassung der CDU\/CSU kurz vor der geplanten Verabschiedung im Bundestag abgesetzt. Zufrieden lie&szlig; der Verband der Fleischwirtschaft (VdF) am 27. Oktober wissen: &raquo;Die zahlreichen Gespr&auml;che, Stellungnahmen und Argumente des Verbandes gegen&uuml;ber Bundes- und Landtagsabgeordneten haben somit Wirkung gezeigt. Der Wirtschaftsrat der CDU hat sich gestern ebenfalls in unsere Richtung ausgesprochen.&laquo; Entsprechend zuversichtlich zeigte sich die Fleischlobby, dass das Gesetz noch in ihrem Interesse abgeschw&auml;cht werde. Zu Recht, denn Leiharbeit bleibt in der Fleischverarbeitung vorerst weiter erlaubt, wenn auch in begrenztem Ma&szlig;e und nur, wenn sie tarifvertraglich geregelt ist.<br>\nEin weiterer Beweis daf&uuml;r, dass die Fleischwirtschaft den deutschen Leitindustrien in nichts mehr nachsteht, was erfolgreiche Lobbyarbeit angeht. Zwar gibt es f&uuml;r die skandalgebeutelte Branche keine &raquo;Fleischgipfel&laquo; im Kanzleramt, da die Einflussnahme subtiler und eher auf kommunaler und Landesebene abl&auml;uft. Der Einfluss der Branche auf politische Mandatstr&auml;ger und Gesetzesvorhaben war und ist jedoch beispielhaft. Infolgedessen konnte sich innerhalb weniger Jahrzehnte in der deutschen Fleischwirtschaft ein System organisierter Verantwortungslosigkeit etablieren, das auf dem R&uuml;cken von zumeist ost- und s&uuml;dosteurop&auml;ischen Kolleginnen und Kollegen Jahr f&uuml;r Jahr milliardenschwere Profite erwirtschaftet und kaum Konsequenzen f&uuml;rchten musste. &hellip;<br>\nDass die Bundesregierung darin &uuml;ber Jahrzehnte kein gro&szlig;es Problem sah, zeigt sich daran, dass bis heute keine belastbaren Zahlen erhoben wurden. Der Anteil der Menschen, die &uuml;ber Werkvertr&auml;ge oder Leiharbeit besch&auml;ftigt sind, l&auml;sst sich nach wie vor nur sch&auml;tzen. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) hat erst 2020 begonnen, zu dokumentieren, wie viele Werkvertragsbesch&auml;ftigten in der Fleischindustrie bei ihr gemeldet sind: Es sind vier von zehn. Ein erster Anhaltspunkt, um das Ausma&szlig; prek&auml;rer Besch&auml;ftigung zu erfassen, aber nur die Spitze des Eisbergs, denn Werkvertragsbesch&auml;ftigte der Fleischindustrie sind auch bei anderen Berufsgenossenschaften gemeldet &ndash; allerdings nicht nach Branchen differenziert, so dass die tats&auml;chliche Zahl im Dunkeln bleibt. Zahlen zur Leiharbeit werden &uuml;berhaupt nicht statistisch erfasst, die Datenlage basiert auf Selbstausk&uuml;nften der Fleischkonzerne: Sie schwankt zwischen f&uuml;nf und zehn Prozent. Unter dem Strich sind mindestens f&uuml;nf von zehn Besch&auml;ftigten in der Fleischindustrie dauerhaft atypisch, also &uuml;ber einen Werkvertrag oder als Leiharbeiter besch&auml;ftigt. Experten gehen aber davon aus, dass es deutlich mehr sind, n&auml;mlich eher drei Viertel der Besch&auml;ftigten. In einigen Betrieben sogar noch mehr: Bei Kontrollen wurden F&auml;lle aufgedeckt, bei denen fast 100 Prozent Fremdpersonal besch&auml;ftigt wurde, teilweise aus mehreren Dutzend verschiedenen Werkvertragsfirmen. Ein undurchschaubares Geflecht oft mafi&ouml;ser Strukturen. Grundlegende Arbeitsrechte werden den Besch&auml;ftigten nicht gew&auml;hrt, statt dessen etablierte sich &uuml;ber die Jahre ein gnadenloses &raquo;hire-and-fire&laquo;-Unterdr&uuml;ckungssystem.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/392471.deutsche-fleischindustrie-deutschland-einig-dumpinglohnland.html\">junge welt<\/a>\n<p><strong>dazu:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64598\">Arme Schweine. Eine Knochenm&uuml;hle ist das System T&ouml;nnies f&uuml;r Tier und Mensch.<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gegen Armut hilft Geld<\/strong><br>\nUnter dem Titel &raquo;Gegen Armut hilft Geld&laquo; hat der Deutsche Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband seinen j&auml;hrlichen Armutsbericht ver&ouml;ffentlicht, der die Armutsentwicklung in Deutschland im Jahr 2019 analysiert. Das traurige Ergebnis: Die Zahl der von Armut betroffenen oder bedrohten Menschen steigt weiter an &ndash; und ist jetzt auf dem h&ouml;chsten Stand seit der Wiedervereinigung. Laut dem Bericht bel&auml;uft sich die Armutsquote in Deutschland auf 15,9 Prozent und damit auf mehr als 13 Millionen Menschen. Und das noch vor Ausbruch der Corona-Pandemie.<br>\nIm Interview erkl&auml;rt Ulrich Schneider, welche Bev&ouml;lkerungsgruppen am st&auml;rksten von Armut betroffen sind, und warum die armutspolitische Ignoranz der Bundesregierung vor und w&auml;hrend der Corona-Krise aller Voraussicht nach zu einer drastischen Versch&auml;rfung der Armut in Deutschland f&uuml;hren wird. Dabei pl&auml;diert der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbands vor allem f&uuml;r eines: Die gesamte Gesellschaft muss sich mutiger gegen Armut einsetzen.<br>\nDer Deutsche Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband hat im November seinen j&auml;hrlichen Armutsbericht ver&ouml;ffentlicht. Was sind die Ergebnisse?<br>\nDie Armut ist leider auf einem absoluten Rekordhoch angelangt. Wir hatten im letzten Jahr die Situation, dass die Armut ein bisschen zur&uuml;ckgegangen war. Kurz dachte man, es gibt vielleicht eine Trendwende, dass der j&auml;hrliche Anstieg der Armut gestoppt wird und sich die Situation zum Positiven wendet. Aber bei dem neuen Bericht, der sich auf das Jahr 2019 bezieht, mussten wir feststellen, dass die Armut schon wieder gewachsen war. 15,9 Prozent der Menschen in Deutschland leben in Einkommensarmut &ndash; und das ist absolut schlecht.<br>\nWas erwartest Du f&uuml;r die Zahlen im n&auml;chsten Jahr, die dann auf den tats&auml;chlichen Zahlen aus dem Corona-Jahr 2020 beruhen?<br>\nIch denke, dass die Armut nochmals steigen wird. Das ist ja nicht selbstverst&auml;ndlich. Theoretisch k&ouml;nnte man das auch so sehen: Corona rei&szlig;t die Wirtschaft ein, klar. Aber alle werden die Lasten gleicherma&szlig;en tragen. Und dann wird sich an der Einkommensarmutsquote, die ja immer relativ ist, &uuml;berhaupt nicht viel &auml;ndern. Aber im Moment ist es so, dass finanziell wieder diejenigen am st&auml;rksten betroffen sind, die ohnehin schon wenig hatten.<br>\nWenn man sich blo&szlig; anschaut, welche Arbeitspl&auml;tze verloren gegangen sind. Das waren von April bis zum Sommer 260.000 Minijobber &ndash; was vor allem Studentinnen und Studenten betrifft und alte Leute, die sich was hinzuverdienen. Leiharbeiter, die ja nicht viel verdienen, waren ebenfalls als erste betroffen. Und wenn man sich auch die Gesellschaftsgruppen anschaut, die jetzt im zweiten Lockdown wieder die gr&ouml;&szlig;ten Einbu&szlig;en machen, dann sind das die Besch&auml;ftigten in der Gastronomie, Soloselbstst&auml;ndige, K&uuml;nstler und so weiter. Also Menschen, die ohnehin schon wenig hatten. Von all denen werden viele in die Armut fallen. Denn: die Folgen der Coronakrise sind eben nicht gleich verteilt. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Armutsquote zunehmen wird.<br>\nMan muss aber auch sehen, dass 80 Prozent der Menschen keine finanziellen Einbu&szlig;en durch die Coronakrise haben. Das Problem ist nur, dass die restlichen 20 Prozent nicht die Superreichen sind, sondern nun mal die Armen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/ulrich-schneider-armutsbericht-paritaetischer-wohlfahrtsverband-interview\/\">Jacobin<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Reform der Riesterrente nicht ausreichend<\/strong><br>\nDer Volkswirt Gerhard Schick h&auml;lt eine Reform der Riesterrente f&uuml;r nicht ausreichend und fordert &bdquo;ein komplett neues System&ldquo;. Es d&uuml;rfe nicht sein, dass etwa die Riesterrente an den Interessen der Finanzbranche und Versicherungen und nicht an denen der B&uuml;rger ausgerichtet sei, sagte er im Dlf.<br>\nDie Finanzlobby hat einen zu gro&szlig;en Einfluss. Das ist eine nicht ganz neue Erkenntnis, wurde aber diese Woche noch einmal von der Organisation Finanzwende vorgetragen. Der Verein hat untersucht, wie viele Menschen f&uuml;r die Finanzindustrie versuchten, &bdquo;die Gesetze in ihre Richtung zu biegen&ldquo;, erl&auml;uterte der Vorsitzende der Organisation, Gerhard Schick, im Deutschlandfunk. Demnach gebe es &uuml;ber 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Finanzlobby &ndash; bei einem Budget von 200 Millionen Euro im Jahr. Schick: &bdquo;Das zeigt schon, mit welcher Gr&ouml;&szlig;e und Einfluss man es da zu tun hat.&ldquo;<br>\nEine Schieflage l&auml;ge auch bei der Kommentierung von Gesetzesentw&uuml;rfen vor. Schick: &bdquo;Wenn es da neun Stellungnahmen aus der Branche gibt und nur eine aus der Zivilgesellschaft, braucht man sich nachher nicht wundern, dass bei manchen Gesetzen etwas herauskommt, was gut f&uuml;r die Versicherungswirtschaft oder f&uuml;r die Banken ist und schlecht f&uuml;r die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger.&ldquo;<br>\nMit Blick auf Altersvorsorgeprodukte wie die Riesterrente m&uuml;sse man sich fragen, warum dabei so hohe Geb&uuml;hren anfielen, sagte Gerhard Schick. &bdquo;Wir kommen in unserer Untersuchung, die mit offiziellen Zahlen aus den Produktinformationsbl&auml;ttern arbeitet, auf einen Kostenanteil von 24 Prozent&ldquo;, erl&auml;uterte der Vorsitzende der B&uuml;rgerbewegung Finanzwende. Das sei mehr als jeder f&uuml;nfte Euro und somit ein enormer Anteil. Die Bundesregierung hingegen rechne offiziell mit zehn Prozent Geb&uuml;hren.<br>\nAndere L&auml;nder organisierten die Altervorsorge f&uuml;r die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger wesentlich besser, sagte Schick und verweist auf einen Vergleich mit Schweden. Dort h&auml;tten diese nach 30 Jahren des Sparens &uuml;ber 16.000 Euro mehr auf dem Konto, wenn sie in das System eingezahlt h&auml;tten. &bdquo;Da muss man sich ja fragen: Warum ist die deutsche Politik da so schlecht? Warum gibt es bessere Beispiele?&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/altersvorsorge-in-deutschland-volkswirt-schick-reform-der.694.de.html?dram:article_id=489153\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ausgangssperre: Neues Bu&szlig;geld &ndash; Keine sp&auml;ten Christmetten<\/strong><br>\nDas bayerische Kabinett hat neben dem Lockdown auch eine Ausgangssperre f&uuml;r den Freistaat beschlossen. Das Bu&szlig;geld bei Verst&ouml;&szlig;en soll mindestens 500 Euro betragen. Sp&auml;te Christmetten an Heiligabend soll es in diesem Jahr nicht geben.<br>\nSchulen und Kitas sowie die meisten Gesch&auml;fte werden geschlossen, f&uuml;r ganz Bayern kommt eine n&auml;chtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr: Das bayerische Kabinett hat laut Ministerpr&auml;sident Markus S&ouml;der (CSU) einem &ldquo;grundlegenden Lockdown&rdquo; f&uuml;r den Freistaat zugestimmt. Bei Verst&ouml;&szlig;en gegen die landesweite Ausgangssperre wird nach Angaben der Staatskanzlei &ldquo;ein Mindestbu&szlig;geld von 500 Euro festgesetzt&rdquo;.<br>\nDie Ausgangssperre soll wie alle anderen Ma&szlig;nahmen bis 10. Januar gelten &ndash; und somit auch an Weihnachten und Silvester, wie S&ouml;der schon vorab klargestellt hatte. &ldquo;Corona macht leider auch an Weihnachten nicht Halt oder Pause, und deswegen gelten die Regeln auch f&uuml;r die Feiertage&rdquo;, sagte S&ouml;der am Morgen im BR-Interview. &ldquo;Das hei&szlig;t: Jawohl, da gilt dann auch die Ausgangssperre.&rdquo;<br>\nAb Mittwoch darf man sich nur noch in wenigen Ausnahmef&auml;llen au&szlig;erhalb der Wohnung aufhalten &ndash; zum Beispiel wegen eines &auml;rztlichen Notfalls, aus beruflichen Gr&uuml;nden oder f&uuml;r die Versorgung von Tieren. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) bezeichnete die Ausgangssperre als eine &ldquo;unheimlich wichtige Ma&szlig;nahme, weil damit Kontakte reduziert werden, Mobilit&auml;t reduziert wird&rdquo;. Die Regel sei wirklich ernst zu nehmen &ndash; jeder m&uuml;sse also um 21 Uhr schon zu Hause zu sein. Herrmann zeigte sich &uuml;berzeugt, dass die Polizei bei den Bu&szlig;geldern &ldquo;mit Augenma&szlig; vorgehen&rdquo; werde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/harter-lockdown-und-ausgangssperre-fuer-bayern-beschlossen,SJ92IR9\">BR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dem Agieren S&ouml;ders kann man sich fast nur noch auf einer psychologischen Ebene n&auml;hern. Wer in Bayern lebt, kann sich vielleicht noch an den Beginn der politischen Karriere des Markus S&ouml;der erinnern. S&ouml;der hatte schon immer die gr&ouml;&szlig;ten Ambitionen, sah sich schon immer als der gro&szlig;e Macher, er wurde aber anf&auml;nglich auch wegen seines provinziellen Habitus&lsquo; nie so richtig ernst genommen. Daf&uuml;r r&auml;cht sich S&ouml;der nun mit dem Ausleben seiner Omnipotenzphantasien.<br>\nDer nun endlich mit Merkel zusammen durchgesetzte harte Lockdown reicht S&ouml;der nicht, er muss alle B&uuml;rger Bayerns mit zus&auml;tzlichen absurden &bdquo;Ma&szlig;nahmen&ldquo; schikanieren. Es gibt bis dato keinerlei Belege, dass eine n&auml;chtliche Ausgangssperre, wenn jede kulturelle Einrichtung, jeder gastronomische Betrieb geschlossen ist, keinerlei Veranstaltungen erlaubt sind, also nach 21 Uhr sowieso niemand au&szlig;en unterwegs ist, einen expliziten Einfluss auf das Infektionsgeschehen hat. F&uuml;r S&ouml;der spielt das keine Rolle, Hauptsache er kann 13 Millionen Menschen zu Geiseln seines Gr&ouml;&szlig;enwahns degradieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Wie Steve Bannon die Corona-China-Story orchestrierte<\/strong><br>\nAuf Fox News und in anderen rechtskonservativen US-Medien verbreitete Li-Meng Yan, eine aus Hongkong ausgewanderte Virologin, die chinesische Regierung habe das Virus Sars-Cov-2 nicht nur in einem Labor herstellen lassen, sondern &laquo;selbstverst&auml;ndlich in voller Absicht&raquo; verbreitet. Das Virus setze China als &laquo;biologische Waffe&raquo; ein.<br>\nEigentlich wollte Yan anonym bleiben, aber Steve Bannon, ehemaliger Sicherheitsberater von Donald Trump und Promoter eines &laquo;Regime Change&raquo; in China, sowie Guo Wengui spannten Yan f&uuml;r ihre eigenen Ziele ein. Der Milliard&auml;r Guo Wengui floh aus China, nachdem er dort der Korruption verd&auml;chtigt wurde. Eine Recherche der &laquo;New York Times&raquo; deckte jetzt auf, wie die beiden daf&uuml;r sorgten, dass die Verschw&ouml;rungsphantasie eines von China absichtlich in die Welt gesetzten Virus die Runde um den halben Erdball machte.<br>\nMitte Januar vertraute sich Li-Meng Yan in Hongkong als anonyme Whistleblowerin ihrem regimekritischen Lieblings-Youtube-Kanal an. Innert k&uuml;rzester Zeit vernahmen 100&rsquo;000 Follower von der angeblich absichtlichen Freisetzung des Corona-Virus. Darunter auch Steve Bannon und Guo Wengui. Sie setzten die Virologin in ein Flugzeug, beschafften ihr eine Unterkunft, unterwiesen sie f&uuml;r Medien-Auftritte und organisierten eine Tour durch rechtslastige Medien. Guo und Bannon befinden sich seit Jahren auf einer Mission, die kommunistische Partei Chinas zu st&uuml;rzen.<br>\nIm September trat Yan bei Fox News auf, um ihre unbelegten Behauptungen &uuml;ber eine in China hergestellte Biowaffe zu verbreiten. &Uuml;ber Nacht wurde sie zum Star der rechten Szene, zur gefeierten Heldin sowohl von Top-Ratgebern der Trump-Regierung wie von weiteren konservativen Schwergewichten.<br>\nIhr kometenhafter Aufstieg zum Medienstar verdankt Yan der Zusammenarbeit zweier Gruppen, die Desinformation als Gesch&auml;ft betreiben: einer kleinen aber &auml;usserst aktiven Gruppe aus der chinesischen Diaspora und der einflussreichen Rechten in den USA. Geht es den Ersteren vor allem darum, die chinesische Regierung zu destabilisieren, wollen die Letzteren prim&auml;r vom Pandemie-Versagen der Trump-Regierung ablenken. Beide Seiten profitieren dabei vom Mangel an vertrauensw&uuml;rdigen Informationen aus China und davon, dass die Regierung in Beijing eine unabh&auml;ngige Untersuchung &uuml;ber den Ursprung des Corona-Virus verweigert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Wie-Steve-Bannon-die-Corona-China-Story-orchestrierte\">Infosperber<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>In Deutschland w&uuml;tet eine Hexenjagd gegen Israel-Kritiker<\/strong><br>\nNirit Sommerfelds Musical-Show tourt seit Jahren durch Deutschland. Unterst&uuml;tzt von ihrer Klezmer-Band tr&auml;gt Sommerfeld Texte und Lieder auf Deutsch und Jiddisch vor, die von der Kristallnacht, der Sehnsucht nach Israel und von Chanukka in der Diaspora handeln. Jahrelang war die 59-j&auml;hrige S&auml;ngerin, die in Israel geboren und in Deutschland aufgewachsen ist, der Liebling der j&uuml;dischen Gemeinde in M&uuml;nchen, wo sie lebt.<br>\nDoch als Sommerfeld vor zwei Jahren einen Standardantrag auf &ouml;ffentliche F&ouml;rderung f&uuml;r ihre Show einreichte, stie&szlig; sie bei den freundlichen Sachbearbeitern im M&uuml;nchner Kulturreferat auf ein Hin und Her und auf Verz&ouml;gerungen bei der Bearbeitung ihres Antrags. &bdquo;Am Ende hie&szlig; es: &sbquo;W&auml;ren Sie vielleicht bereit, dass wir den Text der Arbeit vorher bekommen? Vielleicht ist es m&ouml;glich, hier und da noch &Auml;nderungen vorzunehmen.&rsquo;&ldquo; Sommerfeld war schockiert. &bdquo;Wie bitte? Wollen Sie mich etwa zensieren?&ldquo;, schoss sie zur&uuml;ck. Die Finanzierung bekam sie nicht.<br>\nLetztes Jahr mietete sie einen Club f&uuml;r eine Veranstaltung anl&auml;sslich des 20-j&auml;hrigen Bestehens der Band. Der Besitzer des Clubs schickte ihr ein f&ouml;rmliches Schreiben, in dem sie aufgefordert wurde, &bdquo;schriftlich zu best&auml;tigen, dass im Rahmen der Veranstaltung keine antisemitischen Inhalte zum Ausdruck kommen&ldquo; &ndash; andernfalls sei der Club gezwungen, die Show abzusagen. Sommerfeld reagierte mit einer scharf formulierten Antwort. &bdquo;Seit 10 Jahren treten wir mit einem Programm auf, in dessen Mittelpunkt die Geschichte meines Gro&szlig;vaters steht, der in einem Konzentrationslager ermordet wurde&ldquo;, schrieb sie und f&uuml;gte in fetter Schrift hinzu: &bdquo;Darf ich Sie daran erinnern, dass [er] von Antisemiten in Sachsenhausen ermordet wurde?&ldquo;<br>\nDie Erkl&auml;rung f&uuml;r diese beiden Ereignisse l&auml;sst sich auf eine einzige Wurzel zur&uuml;ckf&uuml;hren: Sommerfelds Aktivismus gegen die israelische Besatzung in den Gebieten und ihre kritischen &ouml;ffentlichen &Auml;u&szlig;erungen &uuml;ber Israel, die seit langem den Zorn der M&uuml;nchner j&uuml;dischen Gemeinde hervorrufen. Durch wiederholte Beschwerden bei den Beh&ouml;rden erschwerten Gemeindemitglieder ihr die Arbeit.<br>\nSommerfelds Fall mag klein und lokal sein, aber er ist nur ein Tropfen auf den hei&szlig;en Stein. In ganz Deutschland ist eine heftige Kampagne gegen jede Person, Organisation oder Veranstaltung im Gange, die antiisraelische Ansichten vertritt, seien sie nun echt oder nur vermutet.<br>\nDer Kern der Sache liegt in einer Resolution, die der Bundestag im Mai 2019 verabschiedet hat. In der mit gro&szlig;er Mehrheit verabschiedeten Resolution wird festgestellt, dass die Bewegung BDS (Boycott, Divestment and Sanctions), die zum Boykott Israels aufruft, einen antisemitischen Charakter tr&auml;gt. In der Resolution, die nicht bindend ist, fordert der Bundestag die Regierung auf, &bdquo;keine Projekte finanziell zu unterst&uuml;tzen, die zum Boykott Israels aufrufen, oder die BDS-Kampagne aktiv zu unterst&uuml;tzen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/der-semit.de\/in-deutschland-wuetet-eine-hexenjagd-gegen-israel-kritiker-kulturschaffende-haben-die-nase-voll\/\">Der Semit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Kein Laptop, kein Internet, kein Konzept: Die Milliarden aus dem Digitalpakt kommen kaum bei den Schulen an<\/strong><br>\nEs ist nur eines von vielen Vers&auml;umnissen, die die Politik bei der technischen Ausstattung der Schulen zu verantworten hat. Schonungslos hat die Corona-Pandemie offengelegt, wie das Bildungswesen den Anschluss an das 21. Jahrhundert verpasst hat. Der Grossteil der Schulen ist noch immer nicht in der Lage, flexibel auf Home-Schooling oder Hybrid-Unterricht umzustellen, weil es an technischen Ger&auml;ten, Know-how und p&auml;dagogischen Konzepten fehlt. Nun zeigt sich: Obwohl die Bundesregierung im Sommer nochmals zus&auml;tzlich 1,5 Milliarden Euro zu dem bereits bestehenden milliardenschweren Digitalpakt bewilligt hat, kommt das Geld im Schneckentempo an den Standorten an. Auch fast ein Jahr nach Beginn der Pandemie gibt es an den allermeisten Schulen keine Lehrer-Laptops, keine Leihger&auml;te f&uuml;r Sch&uuml;ler und keine stabilen Internetverbindungen. Wie kann das sein?<br>\nR&uuml;ckblick ins Fr&uuml;hjahr: Die Schulen sind zu, die Sch&uuml;ler sollen zu Hause den Unterrichtsstoff beackern. In vielen F&auml;llen belassen es die Lehrer dabei, Schulb&uuml;cher zu scannen und Aufgaben per E-Mail an die Klasse zu senden. Umfragen zeigten sp&auml;ter, dass manch ein Sch&uuml;ler wochenlang &uuml;berhaupt keinen Kontakt zu seinem Lehrer hatte. Dabei h&auml;tte es eigentlich schon im April besser laufen k&ouml;nnen. Das Geld war da. Im M&auml;rz 2019 verabschiedete der Bundestag nach langem Ringen endlich den Digitalpakt. Die Regierung verpflichtet sich, f&uuml;nf Milliarden Euro in die technische Aufr&uuml;stung der Schulen zu investieren, die L&auml;nder sollen aus eigenen Mitteln noch einmal zehn Prozent dieser Summe hinzugeben. Bildung ist in Deutschland L&auml;ndersache, daher braucht es Zusatzvereinbarungen, wenn der Bund Geld gibt.<br>\nDas klang gut. Dann aber setzte die B&uuml;rokratie ihre Kr&auml;fte frei. Denn an das Geld kommen die Schulen nur, wenn sie ein schl&uuml;ssiges Medienkonzept vorlegen. Dieses m&uuml;ssen dann Schultr&auml;ger und Kommune gutheissen und schliesslich muss es auch im Bildungsministerium Anklang finden. Erst wenn die Beamten der jeweiligen Ebenen ihr H&auml;kchen gesetzt haben, kann der Schulleiter das Geld einplanen. Er darf dann aber nicht einfach die n&ouml;tigen Tablets und Laptops bestellen. F&uuml;r die Beschaffung der Ger&auml;te sind die Schultr&auml;ger zust&auml;ndig &ndash; und dort wiederum fehlt oft das Wissen dar&uuml;ber, was genau bestellt werden soll. Zu Beginn der Pandemie hatten nur die wenigsten Standorte diesen H&uuml;rdenlauf hinter sich. Zum Stichtag 30. Juni 2020 waren 15,7 Millionen Euro von den mehr als f&uuml;nf Milliarden abgeflossen. Nur bei 2565 von bundesweit rund 40 000 Schulen war das Geld angekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/deutschland\/kein-laptop-kein-internet-kein-konzept-die-milliarden-aus-dem-digitalpakt-kommen-bei-den-schulen-kaum-an-ld.1591617\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Geld f&uuml;r Infrastruktur und technische Mittel ist das eine, der Einfluss der sozialen Verh&auml;ltnisse ist das andere. Wie viele Sch&uuml;ler verf&uuml;gen &uuml;ber ein eigenes Zimmer, in dem sie den Online-Unterricht ungest&ouml;rt folgen k&ouml;nnen, wie viele Sch&uuml;ler haben Eltern die sich aus dem Home Office heraus auch entsprechende k&uuml;mmern k&ouml;nnen? Bereits die Schulschlie&szlig;ungen des ersten Lockdowns hatten fatale Folgen f&uuml;r Kinder, die nicht aus der oberen Mittelschicht stammten. Nun macht man gedankenlos einfach weiter. Merkel hat bereits angek&uuml;ndigt, dass man heute noch nicht sagen k&ouml;nne, wie es Anfang Januar weitergeht. Es droht ein Lockdown bis mindestens M&auml;rz. Womit die Konzeptlosigkeit mit der Merkel den B&uuml;rgern gegen&uuml;bertritt wieder eindrucksvoll belegt ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>&bdquo;Jetzt erleben wir den totalen Crash in der Schulpolitik&ldquo;<\/strong><br>\nDas vorgezogene Ende der Pr&auml;senzpflicht in den Schulen in Nordrhein-Westfalen ab Montag als Ma&szlig;nahme gegen steigende Corona-Infektionszahlen st&ouml;&szlig;t auf Kritik beim nordrhein-westf&auml;lischen Lehrerverband. Verbandspr&auml;sident Andreas Bartsch sagte der D&uuml;sseldorfer &bdquo;Rheinischen Post&ldquo;: &bdquo;Jetzt erleben wir den totalen Crash in der Schulpolitik.&ldquo; Die Schulministerin habe es vers&auml;umt, sich mit einem Plan B auf die nun herrschende Situation vorzubereiten. &bdquo;Dass wir nun wieder zum Wechselunterricht &uuml;bergehen, ist bedauerlich, aber wohl unumg&auml;nglich.&ldquo; Aus den Fehlern der Vergangenheit sei nicht gelernt worden. &bdquo;Die Information erfolgte wieder viel zu sp&auml;t, viel zu kurzfristig und ohne klare Linie.&ldquo;<br>\nDie Schulen waren am Freitagnachmittag offiziell dar&uuml;ber informiert worden, dass ab Montag die Pr&auml;senzpflicht aufgehoben ist und Eltern von j&uuml;ngeren Sch&uuml;lern selbst entscheiden m&uuml;ssen, ob sie ihre Kinder zu Hause unterrichten lassen. Ab Klasse 8 gibt es seit Montag nur noch Distanzunterricht. Die Weihnachtsferien wurden im Januar verl&auml;ngert.<br>\nBartsch nannte den Wechselunterricht eine extreme Belastung f&uuml;r die Lehrer. Schulleiter beklagten zudem den hohen administrativen Aufwand, der beispielsweise durch den st&auml;ndigen Austausch mit dem Gesundheitsamt anfalle. Au&szlig;erdem schilderten viele Kollegen psychische Probleme, sagte Bartsch und nannte als Beispiel &Auml;ngste vor Infektion angesichts nicht ausreichender Distanzm&ouml;glichkeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article222456104\/Schulen-Corona-Wir-erleben-den-totalen-Crash-in-der-Schulpolitik.html\">Welt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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