{"id":6804,"date":"2010-09-23T16:16:17","date_gmt":"2010-09-23T14:16:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6804"},"modified":"2015-12-16T14:42:12","modified_gmt":"2015-12-16T13:42:12","slug":"herrliche-belege-fuer-kampagnenjournalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6804","title":{"rendered":"Herrliche Belege f\u00fcr Kampagnenjournalismus"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt immer noch Journalisten, die bestreiten, dass ein beachtlicher Teil ihrer Kolleginnen und Kollegen in Kampagnen der Meinungsbeeinflussung eingebaut sind, beziehungsweise sich daf&uuml;r nutzen lassen. Ich muss &ndash; in Erg&auml;nzung eines <a href=\"?p=5538\">Beitrags vom 15. Mai<\/a> &ndash; gestehen, dass ich diese Zweifel nur noch kopfsch&uuml;ttelnd wahrnehmen kann. Denn Kampagnenjournalismus wird inzwischen vermutlich zum beherrschenden Charakteristikum der schreibenden und sendenden Zunft. Zwei Beispiele aus der neueren Zeit stelle ich Ihnen vor: die Kampagne zu Steinbr&uuml;ck und die Kampagne zum angeblichen, neuen Wirtschaftswunder. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Zu Steinbr&uuml;ck<\/strong>\n<p>Er soll offensichtlich als Kanzlerkandidat der SPD aufgebaut werden. Die Hintergr&uuml;nde dieser Kampagne habe ich <a href=\"?p=6777\">hier ausf&uuml;hrlich analysiert<\/a>. Der Ank&uuml;ndigungstext f&uuml;r die Sendung mit <a href=\"http:\/\/programm.daserste.de\/pages\/programm\/detail.aspx?id=%2bFqd8p%2bShMJeS4xfJ1OsPQ%3d%3d\">Beckmann vom 20. September<\/a> spricht f&uuml;r sich &ndash; widerlicher Hofschranzenjournalismus &ndash; und l&auml;sst nichts aus:<\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008 gl&auml;nzte er als Krisenmanager: Peer Steinbr&uuml;ck gilt als der Mann, der Deutschland erfolgreich durch die gr&ouml;&szlig;te Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit f&uuml;hrte. Seit dem SPD-Wahldebakel 2009 ist es stiller um den fr&uuml;heren Bundesfinanzminister geworden &ndash; jetzt meldet sich der streitbare Querdenker zur&uuml;ck und spricht bei &bdquo;Beckmann&rdquo; wie gewohnt Klartext: Ist die Finanzkrise endg&uuml;ltig &uuml;berstanden oder &uuml;bernehmen Zocker und Spekulanten schon wieder das Kommando? Wie beurteilt er die Integrationsdebatte um die Thesen seines Parteigenossen Thilo Sarrazin? Welche gesellschaftlichen Herausforderungen muss Deutschland bew&auml;ltigen, und warum darf die SPD seiner Ansicht nach den Umbau des Sozialstaates nicht scheuen?&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>Jetzt wird Steinbr&uuml;ck schon zum Querdenker stilisiert und aus dem F&ouml;rderer der Zocker und Spekulanten wird ihr Gegner gemacht. Das ist die Hohe Schule des Kampagnenjournalismus. Ein Freund von mir, der sich die Sendung angetan hat, schrieb dazu am 21. September:<\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;&hellip;  Gestern waren Steinbr&uuml;ck und Gauck im ARD bei Beckmann. Die beiden sa&szlig;en da und agierten wie Grzimek und sein Affe selig. Beckmann schwang best&auml;ndig das Weihrauchfass vor dem Krisenretter und Welterkl&auml;rer, gelegentlich unterbrochen von bewundernden Zwischenreden des Beisassen. <strong>Nach allem, was wir dar&uuml;ber erfahren, muss es so auch im nordkoreanischen Fernsehen zugehen.<\/strong>&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>Vermutlich merken diese Journalisten gar nicht, wie sehr sie langsam den &uuml;belsten Vorbildern in Medien totalit&auml;rer Staaten gleichen. <\/p>\n<p>Ich erg&auml;nze hier auch noch das gesprochene Wort des Juso-Bundesvorsitzenden, das zun&auml;chst in der Wiedergabe der Beckmann Sendung herausgeschnitten war: <\/p>\n<p><strong>Sascha Vogt, Bundesvorsitzender der Jungsozialisten, sagt:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Ich glaube, die Partei sollte sich manchmal eher ein bisschen mehr von dem abgucken, was wir sagen. Wenn ich mal an die Finanzkrise denke: die Jusos haben schon viele Jahre vorher gesagt, dass es da an den Finanzm&auml;rkten was zusammenbraut, dass man da reguliert eingreifen muss &hellip; Herr Steinbr&uuml;ck hat 2008 noch die Hedgefonds &hellip; Entschuldigung &hellip; die Private Equity Fonds steuerlich beg&uuml;nstigt. H&auml;tte man mal ein bisschen fr&uuml;her auf die Jusos geh&ouml;rt, w&auml;re vielleicht vieles nicht so gekommen. Und dementsprechend halte ich das nicht f&uuml;r pseudoradikal, sondern f&uuml;r eigenst&auml;ndig und damit gut und vern&uuml;nftig.<\/p>\n<p>Ich glaube, &lsquo;ne konsequente Erneuerung der SPD, die die weiterhin braucht, funktioniert nicht mit alten K&ouml;pfen &ndash; von daher hat Herr Steinbr&uuml;ck jetzt ein Buch geschrieben. Wir in den Jusos nehmen das zur Kenntnis, aber ich glaube nicht, dass Herr Steinbr&uuml;ck in der Zukunft weiter Spitzenpositionen in der Partei einnehmen wird.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>&bdquo;Wirtschaftswunder&ldquo;<\/strong>\n<p>Zum Komplex &bdquo;wirtschaftlicher Aufschwung, Boom, Wirtschaftswunder, Fachkr&auml;ftemangel&ldquo; erschienen innerhalb von rund zwei Monaten in der Bild-Zeitung, bei SpiegelOnline und einigen anderen Medien Artikel mit dergleichen Botschaft (Wirtschaftswunder, Aufschwung XL, besser als andere L&auml;nder, Arbeitskr&auml;fte werden knapp, Zuwanderung ist n&ouml;tig, der Aufschwung ist eine Folge der so genannten Reformpolitik), den gleichen Personen (Br&uuml;derle) und den gleichen angeblichen Belegen. So taucht der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal von 2,2 % sowohl in den Artikeln von Juli\/August wie auch in den Artikeln des Wochenendes um den 19. September auf. Vergleichen Sie selbst.<\/p>\n<p><strong>Hier die &Uuml;berschriften und die Einf&uuml;hrungstexte zu den einschl&auml;gigen Produkten des offensichtlichen PR- und Kampagnenjournalismus:<\/strong><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>SpiegelOnline vom 19. September 2010, 07:48&nbsp;Uhr<br>\n<strong>Not auf dem Jobmarkt<br>\nDeutschland gehen die Arbeitskr&auml;fte aus<\/strong><br>\nVon Markus Dettmer<br>\nDeutschlands Arbeitsmarkt entwickelt sich pr&auml;chtig, bald sind wohl weniger als drei Millionen Menschen ohne Job. Doch was gut klingt, bereitet &Ouml;konomen gro&szlig;e Sorge: Dem Land droht ein Fachkr&auml;ftemangel, der durch das Altern der Gesellschaft noch verst&auml;rkt wird. Der Ausweg: mehr Zuwanderung.<br>\n&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,717919,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p>Den Namen des Spiegelredakteurs Markus Dettmer muss man sich wohl merken. Offensichtlich ist er PR-Journalist.<\/p>\n<p>Vergleichen Sie seinen Beitrag mit den folgenden:<\/p><\/li>\n<li>SpiegelOnline vom 07. Juli 2010, 14:23&nbsp;Uhr<br>\n<strong>Industriestaaten-Vergleich<br>\nJubel &uuml;ber schwarz-rot-goldenes Jobwunder<\/strong><br>\nDas hat sonst kein Industrieland geschafft: In der Bundesrepublik ist trotz Wirtschaftskrise die Arbeitslosigkeit gesunken. Eine neue OECD-Studie lobt die Entwicklung in Deutschland &ndash; nur ein gro&szlig;es Problem gibt es. In anderen Staaten finden Arbeitslose wesentlich schneller wieder einen Job.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,705165,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li>Bild-Zeitung vom 13. August 2010<br>\n<strong>Wirtschafts-M&auml;rchen Ausland feiert Deutschlands Konjunktur-Boom<\/strong><br>\nH&ouml;chstes Quartalswachstum seit der Wiedervereinigung +++ Politiker halten 3 Prozent Wachstum f&uuml;r m&ouml;glich +++ Experte: &bdquo;Sommerm&auml;rchen!&ldquo;<br>\nKrise war gestern, heute ist Aufschwung! Die deutsche Wirtschaft boomt wieder, meldet das Statistische Bundesamt in Form von Zahlen: Ganze 2,2 Prozent legte das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal zu. Das h&ouml;chste Quartalswachstum seit der Wiedervereinigung!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/08\/13\/wirtschaft-boomt-ausland-feiert\/super-germany.html\">BILD.de<\/a><\/li>\n<li>Bild-Zeitung vom 30.7.2010<br>\n<strong>&bdquo;Fachkr&auml;ftemangel wird zum Schl&uuml;sselproblem&ldquo; Br&uuml;derle will Spezialisten aus dem Ausland mit Geld locken<\/strong><br>\nUnternehmen sollen Lock-Pr&auml;mien zahlen +++ Kritik von CSU und Verdi<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/07\/30\/arbeitsmarkt-wirtschaftsminister-rainer-bruederle-will\/spezialisten-aus-dem-ausland-wegen-fachkraeftemangel-mit-geld-locken.html\">BILD.de<\/a><\/li>\n<li>Bild-Zeitung vom 28.7.2010<br>\n<strong>2010 rund zwei Millionen Arbeitspl&auml;tze mehr Neue Studie sagt Jobwunder voraus!<\/strong><br>\nBr&uuml;derle spricht schon von Vollbesch&auml;ftigung<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/07\/28\/traum-vom-jobwunder-erfuellt-sich\/2020-mehr-jobs-als-arbeitnehmer-bruederle-spricht-von-vollbeschaeftigung.html\">BILD.de<\/a><\/li>\n<li>und noch einmal die Bild-Zeitung &ndash; vom 17.9.2000:<br>\n<strong>Keiner kommt so gut aus der Krise wie wir! Das neue deutsche Wirtschaftswunder<br>\nDie Amerikaner feiern die starke deutsche Wirtschaft als &bdquo;Powerhouse&ldquo;<\/strong><br>\nVon Oliver Santen und Jan W. Sch&auml;fer<br>\nKeiner kommt so gut aus der Krise wie wir! Das neue deutsche Wirtschaftswunder<br>\nDie Amerikaner feiern die starke deutsche Wirtschaft als &bdquo;Powerhouse&ldquo;<br>\nVon Oliver Santen und Jan W. Sch&auml;fer<br>\n&hellip;<br>\nAls &bdquo;Germany Superstar!&ldquo; und &bdquo;Deutsches Powerhouse!&ldquo; feiern uns die Amerikaner. Unser Jobwunder wird zum Wirtschaftswunder.<br>\n+++ Wachstum rauf! +++ Arbeitslosigkeit runter! +++ Auftragsb&uuml;cher voll!<br>\nBald haben wir unter drei Millionen Arbeitslose und so viele Jobs wie vor der Wende. Die Welt staunt &uuml;ber die b&auml;renstarke deutsche Wirtschaft!<br>\nUS-Medien feiern die deutsche Wirtschaft bereits als &bdquo;Germany&rsquo;s Superstar Economy&ldquo; und neues &bdquo;Powerhouse&ldquo; (dt. Kraftpaket). Das angesehene &bdquo;Wall Street Journal&ldquo; urteilt &bdquo;Merkel 1, Obama 0&ldquo; und lobt: &bdquo;Die Kanzlerin befolgte eine simple Regel: Schade der Wirtschaft nicht.&ldquo;<br>\n&hellip;<br>\n+++ Von April bis Juni wuchs die Wirtschaft um stolze 2,2&nbsp;%. Das ist das gr&ouml;&szlig;te Plus seit der Wiedervereinigung vor 20 Jahren. Zum Vergleich: Die US-Wirtschaft legte nur um 1,6&nbsp;% zu.<br>\n&hellip;<br>\nMittlerweile beklagen viele Unternehmen, dass sie nicht mehr gen&uuml;gend Mitarbeiter finden. (&hellip;) CDU\/CSU-Fraktionsvize Michael Fuchs: &bdquo;Wir m&uuml;ssen kl&auml;ren, wie wir die Abwanderung von j&auml;hrlich 150 000 Fachkr&auml;ften aus Deutschland stoppen k&ouml;nnen. Und wie wir mehr ausl&auml;ndische Fachkr&auml;fte zu uns ins Land holen k&ouml;nnen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/09\/17\/neues-deutsches-wirtschaftswunder\/keiner-kommt-so-gut-aus-der-krise-wie-wir.html\">BILD.de<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>Im September lief erkennbar die gleiche Kampagne wie im Juli und August. Es ist zu erwarten, dass dies so weitergeht. &Uuml;brigens wurde der letzte Artikel in der Bild-Zeitung von einem ausgewiesenen PR-Journalisten mit verfasst, von Oliver Santen. Leser der NachDenkSeiten wie auch meines Buches &bdquo;Machtwahn&ldquo; kennen ihn schon von der Kampagne zur Privatisierung der Renten. Er war fr&uuml;her als Pressesprecher der Allianz AG t&auml;tig und wechselte dann zu der Bild-Zeitung und betreibt dort allerlei Produkte des Kampagnenjournalismus.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Deutschland ist Schlusslicht: Einkommensentwicklung von 2000-2010 im EU-Vergleich<\/strong><\/p><p>Mit der laufenden Kampagne soll verdeckt werden, wie die Lage der Mehrheit der Menschen in Deutschland wirklich ist und wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt hat: sehr viel schlechter als in nahezu allen anderen L&auml;ndern der Europ&auml;ischen Union. Dazu nur eine <a href=\"upload\/pdf\/100923_Realeinkommen_Europa.pdf\">einzige Abbildung [PDF &ndash; 541 KB]<\/a> mit der Quelle Kommission der Europ&auml;ischen Union, die Darstellung der Einkommensentwicklung von 2000-2010 im EU-Vergleich. Deutschland ist bei der durchschnittlichen j&auml;hrlichen Zunahme der realen Bruttoverdienste je Arbeitnehmer mit 0,1 % weit abgeschlagenes Schlusslicht. <\/p><p><strong>Noch zwei Erg&auml;nzungen:<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Zum Thema Fachkr&auml;ftemangel<\/strong>, genauer zum angeblichen &bdquo;Ingenieurmangel&ldquo; schickte uns einer unserer Leser das Ergebnis seiner eigenen Erfahrungen:<br>\n<blockquote><p>&bdquo;Hallo liebe NDS-Macher,<br>\nleider werdet Ihr immer unverzichtbarer nicht nur &ldquo;Integrationsunwillige&rdquo; ,sondern die fast g&auml;nzliche sog. Elite lebt ja in einer Parallelgesellschaft.<br>\n&nbsp;<br>\nBild Schlagzeile: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/ratgeber\/geld-karriere\/2010\/09\/22\/ingenieur-deutschlands-sicherster-job\/so-kriegen-sie-deutschlands-sichersten-job.html\">Ingenieur: So kriegen Sie Deutschlands sichersten Job<\/a><br>\n&nbsp;<br>\nDass ich nicht nicht lache, meine Kommilitonen und ich sind seit 6 Monaten meist erfolglos im Bewerbungsmarathon.<br>\n&nbsp;<br>\nWir sind alle Wirtschaftsingenieure.Unsere Vorlesungen waren&nbsp;im Hauptstudium&nbsp;ausnahmslos auf englisch&nbsp;und&nbsp;alle haben noch eine 2.Fremdsprache erlernt.<br>\nWir&nbsp;waren jeweils&nbsp;6 Monate im Ausland (USA,Kanada,China,Spanien,Schweden) und zus&auml;tzlich mindestens 6 Monate im Unternehmen (BMW,VW,Daimler,Eon,Thyssen,CLAAS,..).<br>\nDas w&uuml;rde ich als eine mehr als gute Ausbildung bezeichnen.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Realit&auml;t ist, dass erst jetzt nach 6 Monaten die Ersten von uns&nbsp;Jobangebote haben&nbsp;und dass auch nur bei den Ingenieurdienstleistern, sprich Zeitarbeit.<br>\nFlexibilit&auml;t wird in jeder Hinsicht ausgeschlachtet und wer daf&uuml;r&nbsp;36.000 Euro brutto&nbsp;bekommt hat Gl&uuml;ck gehabt. An Vorsorge ist auch da nicht zu denken.<br>\nNach einem Studium, welches nur durch eine externe Finanzierung m&ouml;glich war, hatte&nbsp;ich nach 7 Semestern schlie&szlig;lich genau diese&nbsp;36.000 Euro an&nbsp;Schulden bei der KfW angeh&auml;uft. Das ist die triste Wahrheit:20 Jahre Studienkredit abzahlen um sich als moderner Hilfsarbeiter ausbeuten zu lassen. Und das nach&nbsp;o.g. Studium.<br>\n&nbsp;<br>\nAber das ist ja nur ein mickriges Beispiel zu den vielen Tausend noch schlechteren Zust&auml;nden.<br>\nDie Bild Zeitung&nbsp;wird von Tag zu Tag&nbsp;unertr&auml;glicher in ihrer Propaganda.<br>\nWie ich gestern las :&rdquo;Merkel ermahnt die ganze Welt&rdquo; da h&auml;tte ich mich ja fast nass gemacht.<br>\nSie hat sich wieder verdient gemacht bei Springer u. Bertelsmann, also gibt es Streicheleinheiten.<br>\nDie Machtverh&auml;ltnisse sind hier klar geregelt ;-)<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Zweite Erg&auml;nzung &ndash; eine l&auml;ngere Anmerkung unseres Lesers G.K. zum Artikel in der <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/09\/17\/neues-deutsches-wirtschaftswunder\/keiner-kommt-so-gut-aus-der-krise-wie-wir.html\">Bild-Zeitung vom 17. September<\/a><\/strong>:\n<p>Beim Lesen dieses Propaganda-Schmachtfetzens von BILD kann man sich nur noch an den Kopf fassen! Hier werden in schier unglaublicher Art und Weise Fakten wahlweise besch&ouml;nigt, verdreht oder unterschlagen.<\/p>\n<p>BILD unterlegt ein Br&uuml;derle-Foto mit folgendem Text: &ldquo;Er ist der Minister des neuen deutschen Wirtschaftswunders&rdquo;. Selbst bei Existenz eines von BILD behaupteten deutschen &ldquo;Wirtschaftswunders&rdquo; h&auml;tte dieses mit der Person und Politik Br&uuml;derles rein gar nichts zu tun! Br&uuml;derle wurde erst Ende vergangenen Jahres Bundeswirtschaftsminister. Auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts des ersten Halbjahres 2010 hatte Br&uuml;derles Politik keinerlei Einfluss. Dies auch vor dem Hintergrund, da&szlig; die Handlungen der schwarz-gelben Koalition selbst nach Meinung der ihr nahestehenden Medien bisher von Chaos, widerspr&uuml;chlichen Entscheidungen und Streit dominiert waren. G&auml;be es das von BILD behauptete &ldquo;Wirtschaftwunder&rdquo;, dann trotz, nicht jedoch wegen Br&uuml;derles (und schwarz-gelber) Politik. BILD schreibt: &ldquo;Durch Kurzarbeit konnten in der Krise rund eine Million Jobs gerettet werden. Viele L&auml;nder beneiden uns darum. In den USA ist das Wort `Kurzarbeit&acute; schon un&uuml;bersetzt &uuml;bernommen worden&ldquo; (wie `kindergarden&acute;).&rdquo;  Wie sehr der angebliche &ldquo;Wirtschaftswunder-Minister&rdquo; Br&uuml;derle mit tatkr&auml;ftiger Unterst&uuml;tzung von BILD mit fremden Federn geschm&uuml;ckt wird, zeigt sich exemplarisch und &uuml;berdeutlich beim Thema Kurzarbeit: Der von der Grossen Koalition beschlossene Ausbau der Kurzarbeit ein SPD-Vorschlag gewesen, den die FDP entschieden bek&auml;mpft hatte.<\/p>\n<p>Laut BILD feiern &ldquo;die&rdquo; US-Medien die deutsche Wirtschaft. Hierbei ist jedoch zu beachten, da&szlig; auch in den USA die Redaktionsstuben in den vergangenen Jahren personell stark ausged&uuml;nnt wurden, so da&szlig; die dortigen Journalisten immer weniger Zeit f&uuml;r die eigene Recherche aufbringen k&ouml;nnen und sich bei ihrer Berichterstattung sehr h&auml;ufig aus &ldquo;zweiter Hand&rdquo; bedienen m&uuml;ssen. Im vorliegenden Falle hei&szlig;t dies: Sie orientieren sich mit hoher Wahrscheinlichkeit an der &ldquo;Jobwunder-&rdquo; und &ldquo;Wirtschaftswunder&rdquo;-Berichterstattung der deutschen Mainstreammedien. Als Beispiel f&uuml;r eine unkritisch-&uuml;berschw&auml;ngliche US-Berichterstattung zitiert BILD das &ldquo;angesehene Wall Street Journal&rdquo; &ndash; mithin jene Zeitung, die wie kaum ein anderes US-Medium das Sprachrohr des rechtskonservativ-neoliberalen Wallstreet-Finanzkapitalismus ist. Jenes Finanzkapitalismus, der nicht unwesentlich f&uuml;r die Ursachen der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise Verantwortung tr&auml;gt. BILD schreibt: &ldquo;Das angesehene Wall Street Journal urteilt `Merkel 1, Obama 0&acute; und lobt: `Die Kanzlerin befolgte eine simple Regel: Schade der Wirtschaft nicht.&acute;&rdquo; Diese zustimmend von BILD zitierte Aussage des Wall Street Journal ist an Dreistigkeit kaum noch zu &uuml;bertreffen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die schier unglaubliche wirtschafts- und finanzpolitische sowie innen- und au&szlig;enpolitische Problemlast, welche Barack Obama von George W. Bush zu &uuml;bernehmen hatte, l&auml;&szlig;t sich sehr trefflich mit dem Terminus &ldquo;Erblast&rdquo; umschreiben. das neoliberale Wall Street Journal verschweigt, da&szlig; vor allem die neoliberale Wirtschafts- und Finanzpolitik Bushs (z.B. Steuergeschenke an Wohlhabende und die Wirtschaft, Umverteilung von unten nach oben, r&uuml;cksichtslose Klientelpolitik) sowie der extrem kostenintensive Irakkrieg die Verantwortung daf&uuml;r tragen, da&szlig; der US-Staatshaushalt bereits zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Finanz- und Wirtschaftskrise ein sehr hohes Staatsdefizit aufwies. Es sei daran erinnert, da&szlig; BILD hierzulande stets zu den eifrigsten Unterst&uuml;tzern des v&ouml;lkerrechtswidrigen und kostentreibenden Irak-Krieges z&auml;hlte und auch Frau Merkel Deutschland an der Seite der &ldquo;Koalition der Willigen&rdquo; in den Irakkrieg f&uuml;hren wollte.<\/li>\n<li>Das rechtskonservativ-neoliberale Wall Street Journal m&ouml;chte wohl vegessen machen, da&szlig; es die unkontrollierten finanzkapitastischen Exzesse waren, die insbesondere in den USA zu unglaublich hohen &ldquo;Kollateralsch&auml;den&rdquo; f&uuml;hrten und deren Folgen Barack Obama heute auszubaden hat.<\/li>\n<li>BILD zitiert das Wallstreet Journal: &ldquo;Die Kanzlerin befolgte eine simple Regel: Schade der Wirtschaft nicht&rdquo;. Welch ungeheuerliche Verlogenheit! Dieses &ldquo;Argument&rdquo; liest sich so, als wolle BILD damit der von Schwarz-Gelb betriebenen Klientelpolitik (z.B. zu Gunsten der Atomindustrie, der Pharmaindustrie, der Versicherungswirtschaft und des Hotelgewerbes) sowie der Sparpolitik zu Lasten des &ldquo;kleinen Mannes&rdquo; einen Heiligenschein verpassen. Und: Wurden uns vor nicht allzu langer Zeit von rechtskonservativ-neoliberalen Medien die USA nicht stets als musterg&uuml;ltiges Land f&uuml;r &ldquo;Deregulierung&rdquo;, &ldquo;Flexibiliserung&rdquo; und &ldquo;Privatisierung&rdquo; mit Penetranz unter die Nase gerieben? Wurde nicht st&auml;ndig darauf gedrungen, unser Land noch st&auml;rker am &ldquo;flexiblen, modernen US-Kapitalismus&rdquo; auszurichten? Kurzum: Wurde nicht permanent behauptet, ein noch Mehr an Neoliberalismus w&uuml;rde uns ins &ldquo;gelobte Wirtschaftwunderland&rdquo; f&uuml;hren? BILD verf&auml;hrt heute nach dem Motto: &ldquo;Was k&uuml;mmert mich mein Geschw&auml;tz von gestern&rdquo; (und m&ouml;chte die deutsche Politik trotzdem auch weiterhin auf neoliberalem Kurs halten).<\/li>\n<\/ul>\n<p>BILD bejubelt ein momentan &uuml;berdurchschnittliches deutsches Wirtschaftswachstum und blendet kritsche Fragen und Aspekte vollst&auml;ndig aus:<\/p>\n<ul>\n<li>W&auml;hrend der Wirtschaftskrise schrumpfte das deutsche Bruttoinlandsprodukt st&auml;rker als beim Durchschnitt der EU- sowie OECD-Staaten.<\/li>\n<li>Wer heftig abst&uuml;rzt, hat auch viel wieder aufzuholen: Trotz hohem BIP-Wachstum im 2. Quartal 2010 liegt das deutsche Bruttoinlandsprodukt noch um -2,7 Prozent unterhalb des Niveaus vom 1. Quartal 2008 (dem letzten Quartal vor Ausbruch der Wirtschaftskrise). Selbst die USA schneiden hier besser ab: Deren Wirtschaftleistung liegt nur um 0,3 Prozent unter dem Niveau vom 1. Quartal 2008 (Frankreich: -1,3 Prozent, Gro&szlig;britannien: -3,4 Prozent, Griechenland: -5,4 Prozent).<\/li>\n<li>Das deutsche BIP-Wachstum ist vor allem exportgetrieben und profitiert momentan von den weltweit aufgelegten staatlichen Konjunkturpaketen.<\/li>\n<li>W&auml;hrend der Haushaltsdebatte erkl&auml;rte Br&uuml;derle: &ldquo;Das deutsche Jobwunder l&ouml;st Hunderttausende pers&ouml;nliche Konjunkturprogramme aus&rdquo;. Die &ldquo;Qualit&auml;t&rdquo; der in diesem Jahr geschaffenen Stellen (zumeist schlecht bezahlte Leiharbeit\/Teilzeitarbeit) blendet Br&uuml;derle v&ouml;llig aus. Br&uuml;derle verschweigt zudem das im kommenden Jahr negativ wirkende &ldquo;Konjunkturprogramm&rdquo; aus mit hoher Wahrscheinlichkeit nominal stagnierenden und damit real sinkenden Renten sowie der K&uuml;rzung sozialer Leistungen vor allem bei den sozial schwachen Mitgliedern unserer Gesellschaft.<\/li>\n<li>BILD blendet die negativen Folgen der extremen Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft v&ouml;llig aus. So hat das hiesige Lohndumping der vergangenen Jahre (das mit einer &auml;u&szlig;erst schwachen Entwicklung des Privaten Verbrauchs einhergeht) der Wettbewerbsf&auml;higkeit zahlreicher Staaten der Eurozone schweren Schaden zugef&uuml;gt und tr&auml;gt in nicht unwesentlichem Ma&szlig;e Mitverantwortung f&uuml;r die &ouml;konomischen Probleme innerhalb der Eurozone. Deutschland weist in Europa mittlerweile den h&ouml;chsten prozentualen Anteil der im Niedriglohnsektor besch&auml;ftigten Arbeitnehmer aus. Der von Deutschland ausgehende Druck auf die L&ouml;hne und Geh&auml;lter sowie die Sozialleistungen der &uuml;brigen Eurozonen-Staaten droht in einer deflation&auml;ren europ&auml;ischen Abw&auml;rtsspirale zu m&uuml;nden. Siehe hierzu auch folgende vom Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) ver&ouml;ffentlichte Studien:\n<p><a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/show_product_imk.html?productfile=HBS-004672.xml\">&ldquo;Einseitige Exportorientierung belastet Wachstum &ndash; Frankreich besser als Deutschland&rdquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/show_product_imk.html?productfile=HBS-004777.xml\">&ldquo;Mit dem Export aus der Krise? Deutschland im Euroraumvergleich&rdquo;<\/a><\/p>\n<p>Br&uuml;derle, BILD und zahlreiche Mainstreammedien bejubeln lautstark und v&ouml;lig unkritisch das angebliche deutsche &ldquo;Jobwunder&rdquo;. Sowohl bez&uuml;glich der aktuellen Arbeitsmarktentwicklung als auch im Hinblick auf den l&auml;ngerfristigen Trend der Arbeitslosenzahlen wird jedoch von BILD, Br&uuml;derle und zahlreichen Mainstreammedien ein deutlich gesch&ouml;ntes Bild gezeichnet:<\/p>\n<p>So bejubeln unsere Medien den im Vorjahresvergleich &ldquo;kr&auml;ftigen&rdquo; Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtigen Stellen. Dieser Zuwachs betrug im Juni 2010 (dem letzverf&uuml;gbaren Monat, zu dem die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit Daten bereit gestellt hat) im Vergleich zum Vorjahres-Juni 284.000 Personen. Wirft man hingegen einen Blick hinter die Kulissen der offiziell gemeldeten Daten, dann sind bzgl. der Qualit&auml;t dieser Stellen deutliche Abstriche vorzunehmen. Es zeigt sich, da&szlig; sich die Prekarisierung der Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse selbst bei den sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen weiter fortsetzt:<\/p><\/li>\n<li>Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjobs hat sich im Juni 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 174.000 Personen erh&ouml;ht. Teilzeitstellen zeichnen sich im Vergleich zu Vollzeitstellen nicht nur durch eine niedrigere Stundenzahl, sondern auch durch eine um ca. 25% geringere Stundenentlohnung (lt. Statistischem Bundesamt) aus.<\/li>\n<li>Die Zahl der zwar sozialversicherungspflichtigen, in aller Regel jedoch ebenfalls prek&auml;ren Leiharbeiterjobs erh&ouml;hte sich im Juni 2010 im Vorjahresvergleich um 177.000.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der NachDenkSeiten-Beitrag <a href=\"?p=6354#h02\">&ldquo;Statistisches Bundesamt: Rund neun Millionen Menschen w&uuml;nschen sich (mehr) Arbeit&rdquo;<\/a> zeigt, in welch hohem Ma&szlig;e die offiziell ausgewiesenen Arbeitslosendaten die tats&auml;chliche Lage auf dem Arbeitsmarkt verschleiern.<\/p>\n<p>Bez&uuml;glich des l&auml;ngerfristigen Entwicklungstrends bei den Arbeitsmarktdaten und der von den Medien bejubelten Zahl der in den vergangenen Jahren neu geschaffenen Arbeitsstellen schreibt das Neue Deutschland unter der &Uuml;berschrift <a href=\"?p=6620#h06\">&ldquo;Dichtung und Wahrheit des Besch&auml;ftigungswunders&rdquo;<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Statistiker entdecken die &raquo;Vollbesch&auml;ftigteneinheit&laquo; als neue Grundlage f&uuml;r die Erwerbslosenzahlen. Die realen Erwerbslosenzahlen sind viel h&ouml;her als es die offizielle Statistik Monat f&uuml;r Monat angibt. Nun hat der Staat eine neue Berechnungsmethode gefunden &ndash; sie &auml;hnelt einer, die schon in der DDR angewendet wurde.<br>\nUm diese Vielzahl von Erwerbspersonentypen zu b&uuml;ndeln, sei eine Neuberechnung zu &raquo;Vollzeit&auml;quivalenten&laquo; erforderlich. Die verschiedenen Erwerbst&auml;tigengruppen werden dabei nach dem Ma&szlig; ihrer Beteiligung am Erwerbsprozess gewichtet. Das Bild des deutschen Besch&auml;ftigungswunders ver&auml;ndert sich schlagartig, werden die auf diese Art und Weise berechneten Erwerbst&auml;tigenzahlen genutzt. Der bisher ausgewiesene Zuwachs von 1,9 Millionen Arbeitspl&auml;tzen im Zeitraum zwischen 1999 und 2008 schrumpft nach diesen Berechnungen auf etwa ein F&uuml;nftel, n&auml;mlich nur noch auf 382 000 zus&auml;tzliche Vollzeit&auml;quivalente. (&hellip;) Leider liegen aktuellere Daten f&uuml;r 2009 und 2010 nicht vor. Angesichts dieser Zahlen von einem Besch&auml;ftigungswunder zu sprechen, ist pure Heuchelei.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die letztverf&uuml;gbaren Daten des Jahres 2008 beziehen sich auf die Zeit, als sich die Wirtschaftskrise noch nicht auf dem Arbeitsmarkt ausgewirkt hatte. Dies ist ein Indiz daf&uuml;r, da&szlig; sich die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt &auml;hnlich darstellen d&uuml;rfte wie zum damaligen Zeitpunkt. Im &uuml;brigen wird die im ND-Beitrag beschriebene Berechnungsmethodik auch in der Unternehmenspraxis h&auml;ufig zur Ermittlung vergleichbar gerechneter Besch&auml;ftigungsdaten herangezogen. Diese Berechnungsmethodik zeigt, da&szlig; die seit 1999 in gro&szlig;em Umfang stattgefundene Umwandlung von Vollzeitarbeitspl&auml;tzen in Teilzeit- und Minijobs sowie die Einf&uuml;hrung der 1-Euro-Jobs zu einer drastischen Aufh&uuml;bschung der Erwerbst&auml;tigen- sowie der Arbeitslosenstatistik gef&uuml;hrt hat.<\/p>\n<p>Erg&auml;nzend zu der auch im internationalen Vergleich schlechten Entwicklung der hiesigen Arbeitnehmereinkommen zeigt die deutsche Arbeitsmarktentwicklung der vergangenen Jahre eine sehr deutliche Verschlechterung der Qualitit&auml;t der Arbeitspl&auml;tze:<\/p>\n<ul>\n<li>Starke Zunahme der zeitlichen Befristung der Arbeitspl&auml;tze,<\/li>\n<li>Umwandlung von Vollzeitarbeitspl&auml;tzen in zumeist schlecht bezahlte Mini- und Teilzeitjobs,<\/li>\n<li>Einf&uuml;hrung der sog. &ldquo;1-Euro-Jobs&rdquo;,<\/li>\n<li>Deutliche Ausweitung der Leiharbeit.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zu diesen negativen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt schweigen sich BILD, die &uuml;berwiegende Zahl der Mainstreammedien sowie Br&uuml;derle weitestgehend aus.<\/p>\n<p>Auch das Thema &ldquo;Facharbeitermangel&rdquo; wird propagandistisch eingespannt. Kritische Hinweise fehlen zur G&auml;nze! Siehe hierzu den NachDenkSeiten-Beitrag sowie die dort angef&uuml;hrten Links: <a href=\"?p=6388\">&ldquo;Einige Interessante Mails zur Debatte um den angeblichen Fachkr&auml;ftemangel&rdquo;<\/a><\/p>\n<p>BILD zitiert den CDU\/CSU-Fraktionsvize Michael Fuchs: &bdquo;Wir m&uuml;ssen kl&auml;ren, wie wir die Abwanderung von j&auml;hrlich 150 000 Fachkr&auml;ften aus Deutschland stoppen k&ouml;nnen.&rdquo; Fuchs geh&ouml;rt innerhalb der Unionsfraktion zur Riege der neoliberalen Hardliner. Sowohl BILD als auch Fuchs sollten sich einmal die Frage stellen, ob die seit langen Jahren andauernde schlechte Entwicklung der deutschen L&ouml;hne und Geh&auml;lter urs&auml;chlich oder zumindest mit urs&auml;chlich f&uuml;r die Abwanderung von Fachkr&auml;ften aus Deutschland sein k&ouml;nnte.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt immer noch Journalisten, die bestreiten, dass ein beachtlicher Teil ihrer Kolleginnen und Kollegen in Kampagnen der Meinungsbeeinflussung eingebaut sind, beziehungsweise sich daf&uuml;r nutzen lassen. Ich muss &ndash; in Erg&auml;nzung eines <a href=\"?p=5538\">Beitrags vom 15. Mai<\/a> &ndash; gestehen, dass ich diese Zweifel nur noch kopfsch&uuml;ttelnd wahrnehmen kann. Denn Kampagnenjournalismus wird inzwischen vermutlich zum beherrschenden<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6804\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[92,50,123],"tags":[721,350,459,285,420,253],"class_list":["post-6804","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fachkraftemangel","category-finanzkrise","category-kampagnentarnworteneusprech","tag-aufschwung","tag-beckmann-reinhold","tag-bild","tag-hedgefonds","tag-spiegel","tag-steinbrueck-peer"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6804","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6804"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6804\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6808,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6804\/revisions\/6808"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6804"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6804"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6804"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}