{"id":68331,"date":"2020-12-23T12:26:03","date_gmt":"2020-12-23T11:26:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68331"},"modified":"2020-12-23T12:26:03","modified_gmt":"2020-12-23T11:26:03","slug":"leserbriefe-zu-auch-die-rechte-mitte-gilt-als-links-mit-folgen-fuer-die-naechsten-wahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68331","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eAuch die rechte \u201eMitte\u201c gilt als links \u2013 mit Folgen f\u00fcr die n\u00e4chsten Wahlen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Albrecht M&uuml;ller weist in diesem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68129\">Beitrag<\/a> darauf hin, dass durch den Kampf gegen rechts mittlerweile eine &bdquo;Verschiebung des Blicks auf die politische Geographie&ldquo; zugunsten der konservativen Positionen zu beobachten ist. Zu bef&uuml;rchten ist, dass das &bdquo;f&uuml;r die Rechtskonservativen und Rechten positive, f&uuml;r die fortschrittlichen, linken Kr&auml;fte bittere Folgen&ldquo; haben k&ouml;nnte. Danke f&uuml;r die Leserbriefe. Hier nun eine Auswahl. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>zun&auml;chst ein konkretes Erlebnis, vor etwa einem Jahr. Gespr&auml;ch mit einem Gr&uuml;ndungsmitglied der Gr&uuml;nen, auf lokaler Ebene aktiv, Akademiker. Als ich etwas erw&auml;hnte, was inhaltlich auf &ldquo;Verst&auml;ndigung und Kooperation mit Russland&rdquo; hinaus lief, kam, wie aus der Pistole geschossen: &ldquo;Aber die Annexion der Krim&rdquo;. Zu weiteren Erkl&auml;rungen, z.B. dass es keine Annexion war, bin ich gar nicht mehr gekommen. Der hatte ein fest gezimmertes Mainstreamweltbild. Als ich, anl&auml;sslich der Nawalny-Affaire, ihm gesagt habe, man m&uuml;sse die Hetze f&uuml;hrender K&ouml;pfe der Gr&uuml;nen gegen Russland stoppen, das sei&nbsp;falsch und gef&auml;hrlich, kam nur noch, dass er das anders s&auml;he und nicht mit mir dar&uuml;ber reden wolle. Lagerdenken und Diskussionsverweigerung bei den Gr&uuml;nen. Wo sitzen jetzt die Rechten? <\/p><p>Nun meine Vermutung, was dahintersteckt. Auf der pers&ouml;nlichen Ebene, nicht als gesellschaftliches Komplott. Ich denke, es ist die Sehnsucht, gleichzeitig Elite und progressiv zu sein. Damit geh&ouml;rt man auf jeden Fall zu den &ldquo;Guten&rdquo;. Im Detail geht das so. Man sucht sich ein Feindbild, dass unbestritten ist. Also Antisemitismus. &ndash; Nach 6 Millionen ermordeter Menschen mit j&uuml;dischem Bezug durch Nazideutschland ist das mit Recht allgemeiner Konsens (was ist mit den 27 Mio Sowjetb&uuml;rgern?) &ndash; Nun muss man nur noch das Zentrum des Kampfes gegen Antisemitismus in der aktuellen israelischen Politik und ihrem Unterst&uuml;tzer, den USA, verorten. Also, pro US-Politik, und allem was damit zusammenh&auml;ngt. Damit geh&ouml;rt man zur Elite. Und gegen &ldquo;Antisemitismus&rdquo; (hier stehen Anf&uuml;hrungsstriche, weil das in diesem Kontext ja eine Schim&auml;re, eine Ideologie ohne praktischen Bezug ist) und alles was &ldquo;rechts&rdquo; ist. Und damit ist man an der Spitze des progressiven Lagers. Ist man nat&uuml;rlich nicht,. Aber man kann sich daf&uuml;r halten, wenn man den Blickwinkel nur eng genug einstellt. Auf eine weltfremde Schmalspurideologie. <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e und besinnliche Feiertage w&uuml;nscht,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich teile Ihre Beobachtungen vollst&auml;ndig. Die von Ihnen prognostizierten Auswirkungen auf das W&auml;hlerverhalten sind in diesem Zusammenhang verwirrend. Wie konnte die Verschiebung der politischen Koordinaten aber gelingen? Ich glaube, es liegt an dem Vers&auml;umnis, nicht hinreichend herauszustellen, was linke Positionen bedeuten. Hier lie&szlig;e sich eine Technik der &ldquo;Meinungsmache&rdquo; einmal im positiven Sinne einsetzen: das st&auml;ndige Wiederholen der wesentlichen Kriterien, die linke Politik eigentlich ausmachen<\/p><p>&ndash; in Fragen der gerechten Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung<br>\n&ndash; in Fragen der Solidarit&auml;t<br>\n&ndash; in der klaren Position zur Friedenspolitik<\/p><p>Das war es schon, mehr muss sich der B&uuml;rger nicht merken. Wo bitte sch&ouml;n sind bei diesen Prinzipien die &ldquo;neuen&rdquo; Linken mit Frau Merkel an der Spitze zu verorten? Ich denke, das l&auml;sst sich sehr einfach erkennen. Man darf sich die Meinungshoheit hier nicht aus der Hand nehmen lassen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nBj&ouml;rn Ehrlich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Albrecht, liebes Nachdenkseite-Team,<\/p><p>herzlichen Dank f&uuml;r Ihre sehr wertvolle Arbeit grunds&auml;tzlich und f&uuml;r Ihren interessanten Artikel &ldquo;Auch die rechte Mitte gilt als links&hellip;.&rdquo;.&nbsp;<br>\nSie fragen uns Leser am Ende des Artikels ob wir diese Beobachtungen teilen, diese Frage m&ouml;chte ich mit einem klaren JEIN beantworten.<\/p><p>Als Begr&uuml;ndung m&ouml;chte ich unterscheiden zwischen Au&szlig;en- und Innenpolitik. Au&szlig;enpolitisch betrachtet gebe ich Ihnen recht, mit Ausnahme der durch die Pr&auml;sidentschaft von Trump eingefrorenen Beziehungen zu den USA hat sich nichts nach links verschoben; man ist weiterhin klar transatlantisch, anti-russisch und zunehmend auch anti-chinesisch eingestellt.&nbsp;<\/p><p>Innenpolitisch sehe ich jedoch eine deutliche Verschiebung der CDU\/CSU nach links in den letzten 15 Jahren. Unter folgendem Link finden Sie das Wahlprogramm der CDU\/CSU aus dem Jahr 2005, mit dem Frau Merkel an die Macht kam:<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.kas.de\/c\/document_library\/get_file?uuid=6c914ac8-7c46-b010-b1a1-24aa4261d24b&amp;groupId=252038\">https:\/\/www.kas.de\/c\/document_library\/get_file?uuid=6c914ac8-7c46-b010-b1a1-24aa4261d24b&amp;groupId=252038<\/a><\/p><p>Einige beispielhafte Punkte aus diesem Wahlprogramm:<br>\nAussetzung des K&uuml;ndigungsschutzes bei Neueinstellungen in Betrieben bis 20 Mitarbeiter (S. 12)<br>\nAufhebung der Beschr&auml;nkung von befristeten Arbeitsvertr&auml;gen (S. 13)<br>\nSenkung der Einkommenssteuer auf 12% Eingangs- und 39% Spitzensteuersatz (S. 17)<br>\n&ldquo;Wir brauchen die Kernkraft&rdquo;, Laufzeitverl&auml;ngerungen (S. 20)<br>\nBegrenzung der Zuwanderung in den Arbeitsmarkt auf Mangelberufe (S. 34)<br>\nEuropa: &ldquo;Wir verhindern weiteren Zentralismus und holen uns Kompetenzen zur&uuml;ck&rdquo; (S. 35) &ldquo;Strikte Auslegung des Stabilit&auml;tspaktes&rdquo; (S. 36)<\/p><p>Nat&uuml;rlich hat sich die Welt in 15 Jahren ver&auml;ndert, man muss doch aber feststellen, dass die CDU insbesondere in den Bereichen Energie, Zuwanderung und Europa s&auml;mtliche, ehemals konservativ besetzte Felder, aufgegeben hat. Damit hat man sich der SPD und nun auch den Gr&uuml;nen soweit angen&auml;hert, dass eine Koalition nat&uuml;rlich erscheint.&nbsp;<\/p><p>Daraus folgt eine Parteienlandschaft bei der sich CDU\/CSU, SPD und Gr&uuml;ne innenpolitisch wenig und au&szlig;enpolitisch &uuml;berhaupt nicht mehr unterscheiden &ndash; eine solide Mehrheit dieser drei Parteien ist auf absehbare Zeit gegeben. Ich stimme Ihnen zu, dass die AFD von dieser Konstellation nur profitieren kann, jedoch werden sich daraus nie Machtoptionen ergeben.<\/p><p>Somit ist die Verschiebung der rechten Mitte nach links aus meiner Sicht keine Kommunikationsstrategie, sondern eine innenpolitische Tatsache, resultierend aus Merkels viel beschworener &ldquo;asymmetrischen Demobilisierung&rdquo;.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nStefan Sch.<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Interessant. Eine andere Sichtweise. Danke vielmals. Es gibt Zugest&auml;ndnisse der CDU\/CSU. Aber aus meiner Sicht haben wir es insgesamt mit R&uuml;ckschritten bis hin zur Restauration zu tun. Siehe dazu auch die am 23. Dezember wiedergegebene Einf&uuml;hrung in &bdquo;Die Revolution ist f&auml;llig.&ldquo; Die au&szlig;en- und sicherheitspolitische Position der Union und auch der beiden anderen genannten Parteien wird immer reaktion&auml;rer, und innenpolitisch ist zum Beispiel die tats&auml;chliche und moralische Aufr&uuml;stung der Polizei alles andere als links und beruhigend.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nIhren Artikel &uuml;ber die allg. Definition des Begriffs &bdquo;links&ldquo; fand ich sehr interessant, Sie haben ja schon &ouml;fter &uuml;ber dieses Thema geschrieben und ich kann Ihnen nur zustimmen.<br>\n&nbsp;<br>\nIch selbst stamme aus einer sozialdemokratischen Familie (3 Generationen), bei uns wurde viel diskutiert und ich bin im fortgeschrittenen Alter eigentlich erst so richtig links geworden, wie ich mich mehr mit sozialer Ungerechtigkeit etc. besch&auml;ftigen konnte.<br>\n&nbsp;<br>\nTrotzdem finde ich den Begriff &bdquo;links&ldquo; problematisch ( vielleicht weil dieser Begriff in Bayern noch nie so richtig salonf&auml;hig war):<br>\n&nbsp;<br>\nErstens wird dieser Begriff, wie Sie selbst wahrnehmen k&ouml;nnen, &nbsp;inzwischen falsch angewendet und gar nicht mehr richtig definiert, er ist so richtig schwammig geworden und jeder versteht was anderes darunter.<br>\n&nbsp;<br>\nZweitens wird er bei vielen Leuten immer noch als synonym f&uuml;r sozialistisch, kommunistisch, Gleichmacherei usw abgespeichert. &nbsp;Im konservativen Bayern ist man dann auch noch unchristlich, atheistisch und was sonst nicht alles.<br>\n&nbsp;<br>\nDrittens wird unbewu&szlig;t links z. B. &nbsp;mit linkisch und falsch assoziiert, rechts &nbsp;dagegen mit &nbsp;richtig und gerecht.<br>\nDiese unbewu&szlig;ten Assoziationen darf man nicht untersch&auml;tzen, sie pr&auml;gen still schweigend unsere Gedanken und Handlungen. &nbsp;Siehe auch das Thema Framing, wo &auml;hnlich gearbeitet wird) &nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nAuf der anderen Seite wird der Begriff &bdquo; liberal&ldquo; &nbsp;mit Freiheit assoziiert, obwohl er meist als wirtschaftsliberal gemeint ist und von daher in meinen Augen f&uuml;r viele Menschen eher zu Unfreiheit und sozialer Ungerechtigkeit f&uuml;hrt. Diese Wort sollte meiner Meinung nicht mehr verwendet werden ohne klarzumachen, was man genau meint.<br>\n&nbsp;<br>\nIch w&uuml;rde mich selbst nie als liberal bezeichnen , obwohl Freiheit f&uuml;r mich das Wichtigste ist, solange sie nicht auf Kosten meiner Mitmenschen geht.<br>\n&nbsp;<br>\nWas Sie beschreiben ist sicher eine neue Entwicklung, doch war die negative Konnotation des Begriffes Links auch schon vor der Merkel-&Auml;ra zu sp&uuml;ren.<br>\nJetzt werden viele als links bezeichnet, obwohl sie es gar nicht sind.<br>\n&nbsp;<br>\nFr&uuml;her war die CDU rechts und die SPD links, und rechts sein war positiv, zumindest in Bayern.<br>\nJetzt ist der Begriff rechts&nbsp; f&uuml;r viele negativ geworden und man bek&auml;mpft die Rechten.<br>\nUnbewu&szlig;t ist der Begriff rechts aber positiv konnotiert und das sind die Rechten, Richtigen und Gerechten.<br>\nViele Mitglieder der AfD sind ja hoch &bdquo;moralisch&ldquo;.<br>\n&nbsp;<br>\nVielleicht sollten die Menschen, die f&uuml;r eine gerechte Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit, eine freie und tolerante Gesellschaft und eine friedliche Welt eintreten, sich ganz anders nennen.<br>\n&nbsp;<br>\nIch m&ouml;chte mich f&uuml;r eine gemeinwohlorientierte, &ouml;kologisch ausgerichtete und egalit&auml;re Gesellschaft einsetzen, in der Menschen liebevoll und f&uuml;rsorglich f&uuml;reinander da sind und dasein k&ouml;nnen, weil sie die innere und &auml;u&szlig;ere Freiheit dazu haben.<br>\n&nbsp;<br>\nWie soll man das aber in einem einzigen Wort definieren?<br>\n&nbsp;<br>\nIch bin zudem in mancher Hinsicht stockkonservativ, behandle naturheilkundlich, bin religi&ouml;s wenn auch ohne bestimmte Glaubensrichtung usw. usw.<br>\nWenn ich nicht ausdr&uuml;cklich mich als links outen w&uuml;rde, &nbsp;w&uuml;rde niemand auf die Idee kommen, dass ich links bin im politischen Sinne.<br>\n&nbsp;<br>\nVielleicht sollte man den Begriff links sch&auml;rfer definieren oder durch einen anderen Begriff ersetzen. Vielleicht ist die Zeit aber noch nicht reif.<br>\n&nbsp;<br>\nIch w&uuml;nschen Ihnen und dem ganzen Nachdenkseiten-Team frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr.<br>\nMaria McCray<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte NDS, sehr geehrter Herr Albrecht,<\/p><p>Ob ich diese Beobachtungen teile? Selbstverst&auml;ndlich. F&uuml;r mich ist es unverst&auml;ndlich, wie man unsere Regierung links oder mittig einordnen kann, die Corona-Politik spricht doch eine deutliche Sprache &hellip; gegen das Volk. Wie sagte doch FJS so sch&ouml;n : Rechts von der CSU ist eine Wand. Vor dieser Wand stauen sich aktuell viele Parteien, nicht nur die CSU oder die AfD. Die Kriegstreiberei unserer Kriegsministerin w&uuml;rde ich auch nicht gerade als links bezeichnen, und unser Aussenminister hat ja scheinbar auch keine Ber&uuml;hrungs&auml;ngste mit Rechtsextremen wie er in der Ukraine und auch mit Besuch des brasilianischen Ministerpr&auml;sidenten gezeigt hat.<\/p><p>Einen Kampf gegen Rechtsextremismus sehe ich nicht bei unseren Politikern, allenfalls einen Schaukampf unseres Innenministers und anderer Politiker. Dazu braucht man sich nur ansehen was gegen den Rechtsextremismus in der Polizei und der Bundeswehr unternommen wird, nicht viel. Ganz zu schweigen vom eigent&uuml;mlichen NSU Prozess oder was nach den rechtsextremen Attentaten passiert ist. Stattdessen gibt es einen Kampf gegen links, besonders gut sichtbar bei allen Polizeiaktionen und Prozessen die im Zusammenhang mit dem G20 Gipfel in Hamburg stattfanden und immer noch stattfinden; aktuell gerade ein Prozess gegen 5 Jugendliche denen keine Straftaten vorgeworfen werden k&ouml;nnen, nur das sie bei den Demonstrationen mitgelaufen sind, quasi Kontaktschuld.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nIngo Erik Moltzen<\/p><p>P.S.: Es w&auml;re sch&ouml;n wenn Herr Albrecht mal einen Vergleich anbringen k&ouml;nnte wie Politik in seiner aktiven Zeit betrieben wurde und wie Sie heute betrieben wird, wenn das m&ouml;glich ist. Fr&uuml;her war sicherlich nicht alles besser, aber der Ton war doch deutlich freundlicher und man war offener gegen&uuml;ber anderen Meinungen. Gerade f&uuml;r die j&uuml;ngere Generation w&auml;re dieser Vergleich sicherlich sehr interessant.<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Das ist ein gef&auml;hrliches Terrain. Es k&ouml;nnte nostalgisch wirken.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>sie finden mich erstaunt ob ihrer jetzigen Erkenntnis. Ich verfolge diese Entwicklung gedanklich schon seit gut 30 Jahren.<\/p><p>Und wenn ich mich nicht irre habe ich in mindestens einer Mail an ihre Redaktion, auch schon einmal die Frage der politischen Bedeutung &nbsp;philosophischer und&nbsp;politisch ideologisch Begriffe versucht zu er&ouml;rtern. &Uuml;ber die Frage rechts oder links zu diskutieren und ihre grundlegenden Richtungen darzulegen, erfordert die Auseinandersetzung mit&nbsp;solchen Begriffen&acute;. Und heute ist dies noch viel wichtiger , das beweist das Internet und hier ganz besonders die verheerende politische, philosophische und&nbsp;geschichtlich ja sogar kulturell und wissenschaftlich ins Nirvana f&uuml;hrende Wirkung durch Portale wie Wikipedia. Wer heute wie sie es auch in ihrem Buch&nbsp;&ldquo;Glaube wenig, Hinterfrage alles, Denke selbst&rdquo; zu Recht fordert,&nbsp;sich mit den gesellschaftlichen Verh&auml;ltnissen zu der ja auch die politischen geh&ouml;ren&nbsp;auseinandersetzen will, muss sich vor allem mit den Philosophen und ihrer Auseinandersetzung zur Definierung von Begriffen befassen. Grundlage f&uuml;r die &ldquo;Neoliberale&rdquo;rechte Entwicklung sind eben die Verunstaltung und Sinnentfremdung von Begriffen wie Faschismus( Holocaust- Nationalsozialismus), Klassen, Klassenkampf, Demokratie,Freiheit Recht Gerechtigkeit (soziale Gerechtigkeit).<br>\n&nbsp;<br>\nIch behaupte dass wenn sie ein Umfrage zu den gebr&auml;uchlisten Begriffen wie Demokratie, Freiheit, Staat,&nbsp;Gesellschaft, System (Kapitalismus, Sozialismus, Imperialismus, Kommunismus- Reihenfolge hier unwichtig) und ihre inhaltliche Bedeutung und seine m&ouml;glichen Alternativen machen w&uuml;rden, w&uuml;rde ihr Entsetzen noch gr&ouml;&szlig;er sein. Meine Erfahrung ist, dass viele &uuml;berhaupt keinen Begriff deuten geschweige&nbsp;denn definieren k&ouml;nnen. Aber ohne die grundlegenden Kenntnisse &uuml;ber Wirkungsweise von den Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten in der Natur und Gesellschaft kann ich auch und gerade&nbsp;in dieser&nbsp;Gesellschaft nichts ver&auml;ndern. Die Linke hat sich genauso wie die SPD selbst verraten, denn sie unterst&uuml;tzt Geschichtsklitterung und Begriffsverf&auml;lschung sowie die unwissenschaftliche Arbeit in solchen Portalen&nbsp;wie Wikipedia. Sie hat sich dem Kapital zu und vom Klassenkampf abgewandt genauso wie die Gewerkschaften. Damit haben sie ihre eigenen politischen oder gewerkschaftlichen<br>\nZiele l&auml;ngst verlassen. Die Linke ist nicht wenig Schuld an diesem Dillema. Sie hat die Arbeiter, die Angestellten und die Bauern im Stich gelassen.Also den gro&szlig;en Teil der Menschen die von politischer Bildung sowieso schon von Staats wegen ausgeschlossen ist. Ihr Agenda geht in die&nbsp;Mitte der Gesellschaft und wird dort endg&uuml;ltig begraben werden. Die Mitte ist f&uuml;r mich nicht anderes als Augenauswischerei.&nbsp;<br>\nDie Linke l&auml;sst ihre progressivsten Kr&auml;fte verdorren. &Uuml;ber die Rechte brauche ich dabei nicht zu reden. Von denen erwarte ich nichts anderes. Nur wenn wir klare Linien&nbsp;in der Politik auch begrifflich objektiv definieren k&ouml;nnen und diese bei allen Gegens&auml;tzen ausdiskutieren, und mit der Zielstellung Ver&auml;nderung zum besseren im Sinne der Menschheit&nbsp;versehen, werden wir etwas ver&auml;ndern.<br>\n&nbsp;<br>\nHeute ist die politische Bildung auf&nbsp;einem so niedrigen Niveau, wie ich es im ganzen Leben noch nicht erfahren habe. Und die Ursache ist die Unwissenheit &uuml;ber poltische wirtschaftliche soziale und kulturelle&nbsp;Zusammenh&auml;nge und der Glauben, der aber Wissen nicht ersetzen kann. Und daf&uuml;r hat vor allem die Neo &amp; Liberale Politik gesorgt, deren Vertreter heute selbst nichts mehr richtig&nbsp;definieren k&ouml;nnen und denen Linke F&uuml;hrungskr&auml;fte auch schon Reihenweise auf den politischen Leim gegangen sind.<\/p><p>Und die Philosphen die dem Staat in den Anus kriechen sind, obwohl sie unabh&auml;ngig sein sollten ein besonderes &Uuml;bel im Kampf um politische Bildung der&nbsp;Menschen.<\/p><p>Ich sehe im Moment auch nicht das Querdenken daran etwas &auml;ndern kann. Wir brauchen eine neue Volksbewegung, die alle progressiven Kr&auml;fte in sich vereint. Ansonsten wage ich hier nicht zu sagen, wohin wir wandern, obwohl ich denke das ich es wei&szlig;.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en J.Karsten<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nschlimm ist, dass das Image mehr Beachtung erf&auml;hrt als die Inhalte. Da ist leider kaum noch ein Unterschied, zumindest bei denen die im Bundestag sitzen, zu erkennen. Wenn sich jetzt auch noch Die Linke angleicht, dann noch weniger.<br>\nDie &Ouml;R sind, wie Sie schon schreiben, noch nie das gewesen, was immer behauptet wird. In den letzten circa 30 Jahren ist es noch weniger geworden, was da an kritischen Berichten gezeigt wird, wenn dann zu sp&auml;ter Abendstunde.<\/p><p>Volker Pisper hat schon vor Jahren gesagt, dass der Deutsche an sich ein bi&szlig;chen Schizo ist, 70-80% sind gegen Krieg, aber W&auml;hlen trotzdem die Parteien, die f&uuml;r Krieg sind.<\/p><p>Die Propaganda wirkt anscheinend gut.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAlexander Haack<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich sehe es &auml;hnlich wie Sie, aber doch auch ein bi&szlig;chen anders. Ich denke, die gro&szlig;e Verwirrung bei der politischen Verortung h&auml;ngt auch damit zusammen, dass ausgehend von der 68er Bewegung &ndash; teils einer inneren ideologischen Logik folgend, teils aber wohl auch von au&szlig;en gesteuert &ndash; ein Prozess der politischen Transformation der Linken stattgefunden hat:<br>\nEin erheblicher Teil der sich links wahrnehmenden Gruppen hat sich in eine Art &ldquo;domestizierte Linke&rdquo; verwandelt. Und darunter ist wiederum ein nicht kleiner Teil, den man sogar als &ldquo;dressierte Linke&rdquo; bezeichnen kann:<br>\nDiejenigen unter den sich selbst als links verortenden Kr&auml;fte, die bereitwillig &uuml;ber jedes St&ouml;ckchen springen, welches ihnen die Herrschenden hinhalten. Das sind dann die &ldquo;Linken&rdquo;, die sich selbst als besonders moralisch &uuml;berlegen erachten, aber mit Begeisterung bei jeder Schweinerei mitmachen. Z.B. bei v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskriegen. Man muss diese nur als humanit&auml;re Wohltat umdeklarieren. Bomben f&uuml;r den Regenbogen und humanit&auml;res Kindertotschlagen (wie J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer es sinngem&auml;&szlig; bezeichnete). Wenn Regierungen oder nationale Herrscher den westlichen Interessen im Wege stehen, so reicht es diese zu d&auml;monisieren. Man malt diesen einfach einen Seitenscheitel und Hitlerb&auml;rtchen auf und zeigt dieses dann gewissen Zeitgenossen, und schon haben diese Schaum vorm Mund und schreien nach der Mobilmachung der &ldquo;humanit&auml;ren&rdquo; NATO-Bombern. (Die Hitler-Inkarnationen sind in den letzten Jahren so vielf&auml;ltig geworden, dass man diese kaum noch z&auml;hlen kann.)<\/p><p>Und statt sich um soziale Gerechtigkeit zu sorgen, statt die Verteilungs- und Machtfrage zu stellen, toben diese &ldquo;Linke&rdquo; sich lieber auf Ersatzfeldern aus, wo sie die Interessen der Herrschenden nicht st&ouml;ren. All diese Themen des linksliberalen Zeitgeistes*, wo man sich selber und den anderen der eigenen Blase gegen&uuml;ber versichern kann, was f&uuml;r ein guter und toller Mensch man doch sei. (Der selbstgef&auml;llige Narzissmus des linksliberalen Establishments.) Und hier trifft man dann aber in der Tat auf eine gro&szlig;e &ldquo;Einheitsfront&rdquo; von Medien, Politik und Gesellschaft, wo sich (radikale) Kulturliberale mit (radikalen) Wirtschaftsliberalen eins sind, und sich auch vehemente Vertreter des transatlantischen Imperialismus wiederfinden: Man spricht sich f&uuml;r Diversit&auml;t aus, man zeigt wie weltoffen und multikulturell man ist und gendert ganz vorbildlich die Sprache. Und das ist es, was heute das Bild von &ldquo;links sein&rdquo; bestimmt. Dieses wird von weit rechts bis hin zu b&uuml;rgerlichen Kreisen, die da etwas abseits stehen, als links wahrgenommen.<\/p><p>Und man kann ja nicht abstreiten, dass ein nicht unerheblicher Teil des b&uuml;rgerlichen und des wirtschaftsliberalen Spektrums sich auch bewu&szlig;t kulturliberal gibt. W&auml;hrend umgekehrt als links geltende Kr&auml;fte (wie die SPD oder die Gr&uuml;nen) sich f&uuml;r Wirtschaftsliberalismus, Transatlantizismus bis hin zum Imperialismus stark machen. (Man denke nur an Marieluise Beck und ihren Ehemann Ralf F&uuml;cks und deren Zentrum Liberale Moderne.)<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMarco Merten<\/p><p>*) Das h&ouml;rt sich etwas abf&auml;llig an, ist so aber nicht gemeint. Es gibt da nat&uuml;rlich durchaus Themen, die wichtig sind und ihre Berechtigung haben. Abzulehen ist es nur, wenn diese Themen als Ablenkung und Alibi fungieren, und man sich im Klein-Klein der Befindlichkeiten noch so kleinster<br>\nRandgruppen verliert.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<\/p><p>ich wollte zu dem o.g. Beitrag ein Statement loswerden, weil es mich echt besch&auml;ftigt.<br>\nInzwischen ist ja irgendwie alles links, nur nicht die AFD. Obwohl da teilweise auch , zwar selten, gute Stellungnahmen kommen.<br>\nIch bin eher politisch links einzuordnen, also das wirkliche links, auch wenn ich &ldquo;ganz normal&rdquo; lebe. Ich bin jetzt kein Aussteiger aus dem System.<br>\nAber zumindest meine Ansichten sind richtig links. Gegen Kriege, und auch gegen die westlichen Interventionskriege , f&uuml;r soziale Gerechtigkeit , auch in Deutschland, f&uuml;r eine Million&auml;rssteuer und eine Steuer f&uuml;r Konzerne und gro&szlig;e Unternehmen, gegen Privatisierungen &ouml;ffentlicher G&uuml;ter, gegen die Macht der globalen Konzerne und der Finanzm&auml;rkte und daraus folgend f&uuml;r richtige B&uuml;rgerdemokratie. Auch wenn ich w&auml;hlen gehe, alle paar Jahre. Eine richtige Demokratie ist das f&uuml;r mich nicht.<br>\nAber Einwanderung nach Deutschland, auch wenn die Linke das bef&uuml;rwortet, sehe ich als keine linke Politik.<br>\nIch bin da eher auf Wagenknecht Linie.<br>\nAber die aktuelle Politik in Deutschland als links zu bezeichnen ist echt absurd.<\/p><p>Schon erschreckend, dass die Menschen das alles glauben, was f&uuml;r sie alles links ist. Und die Medien spielen das Spiel richtig gut mit.<\/p><p>Wie man da wieder rauskommt?<br>\nSchwierig.<br>\nVielleicht immer wieder in Gespr&auml;chen und in den sozialen Netzwerken versuchen, den Menschen das mitzuteilen.<\/p><p>Aber ich f&uuml;rchte, dass schwarz- gr&uuml;n im n&auml;chsten Jahr an die Macht kommt.<br>\nBeide Parteien sind alles andere als links und f&uuml;r mich unw&auml;hlbar.<\/p><p>Sch&ouml;ne Gr&uuml;&szlig;e<br>\nTim R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>mir fiel diese Entwicklung eigentlich schon seit sehr langer Zeit auf. Es fing ziemlich genau mit dem Einzug der AfD in den Bundestag an und hier ist durchaus eine gewisse Strategie zu erkennen, die dahin l&auml;uft, das z.B. die erzkonservative, ultrarechte und sozialfeindliche CDU\/CSU sich pl&ouml;tzlich allen Ernstes als &ldquo;links&rdquo; oder zumindest &ldquo;linksliberal&rdquo; rein gewaschen und bezeichnen darf, obwohl sie inhaltlich seit Kohl sehr hart nach rechts ger&uuml;ckt ist. Eine sogg. &ldquo;Politik der St&auml;rke&rdquo; beispielsweise (Aufr&uuml;stung des Milit&auml;rs gegen ausgedachte &ldquo;Feinde&rdquo;), die alle f&uuml;hrenden CDU-Politiker seit einiger Zeit wie eine geheiligte Monstranz vor sich hertragen, war eigentlich immer eine der Hauptforderungen der Rechts-Aussen und zu Kohls Zeiten verp&ouml;nt bis dort hinaus. Heute gilt das ganz ernsthaft als &ldquo;Links&rdquo;!<\/p><p>In den Reden von Rechtsaussen wie Bj&ouml;rn H&ouml;cke sind im Grunde alle &ldquo;links&rdquo; oder &ldquo;linksgr&uuml;n versifft&rdquo;, die nicht NPD oder AfD sind. Sogar die extrem unsoziale Reichen-Partei CDU (oft wesentlich passender als &ldquo;Club Deutscher Unternehmer&rdquo; bezeichnet) wird z.B. in vielen Foren-Diskussionen allen Ernstes als &ldquo;links&rdquo; verortet, weil Merkel damals unter eindeutigem Bruch der Dublin-Vertr&auml;ge im Syrien Krieg alle Deutschen Grenzen f&uuml;r eine v&ouml;llig unkontrollierte Fl&uuml;chtlingsaufnahme (&ldquo;am Deutschen Wesen soll die Welt genesen&rdquo;) ge&ouml;ffnet hatte.<\/p><p>Auch unsere sogenannte &ldquo;Linke&rdquo; ist gnadenlos auf diesen Propaganda Trick hereingefallen, indem sie Wagenknecht (die f&uuml;r eine Europ&auml;isch ausgewogenere Fl&uuml;chtlingspolitik bzw eine realistische Begrenzung des Zustroms eintrat) in v&ouml;llig absurder Weise als &ldquo;Rechtsradikal&rdquo; bzw &ldquo;Nazi&rdquo; angefangen haben aus der Parteif&uuml;hrung zu mobben. Siehe auch fliegende Torten von v&ouml;llig hysterischen &ldquo;linken&rdquo; Parteiangeh&ouml;rigen in ihr Gesicht bei einer Parteisitzung. Das hier staatlich engagierte &ldquo;Agent Provocateurs&rdquo; am Werk waren, um eine der wichtigsten und beliebtesten Oppositions-Politikerinnen endg&uuml;ltig mundtot zu machen, ist zumindest sehr naheliegend!<\/p><p>Von den inzwischen stock-konservativ gewordenen Gr&uuml;nen (eigentlich kaum noch von der CDU zu unterscheiden!) ganz zu schweigen. So hat sich fast der gesamte ehemals linke Sektor ziemlich radikal nach rechts verschoben. Die SPD war nur der Anfang.<\/p><p>Es h&auml;ngt in gewisser Weise mit dem in ihrem Buch beschriebenen Propaganda-Trick &ldquo;B sagen und A meinen&rdquo; zusammen. Die AfD bet&auml;tigt sich auch hier &ndash; gut versteckt!-&nbsp; als reine System-Partei. Sie legitimiert im Grunde ultra-rechte und klassisch Arbeitnehmer-feindliche Parteien wie die CDU\/CSU samt Gr&uuml;ne und der heutigen Konzern-SPD&nbsp; als &ldquo;Soziale&rdquo; bzw. &ldquo;linke&rdquo; Parteien, indem sie sie als &ldquo;linksgr&uuml;nversifft&rdquo; bezeichnen. Die konservative Rechte wird so pl&ouml;tzlich zur &ldquo;Linken Mitte&rdquo;, obwohl sie sich programmatisch eigentlich genau ins Gegenteil, n&auml;mlich stramm nach rechts verschoben hat.. Die AfD hat so dem erzkonservativen Mainstream im Grunde einen unsch&auml;tzbaren Dienst erwiesen. Sehr schlaue Strategie, muss man ehrlich zugeben.<\/p><p>Zu bemerken w&auml;re noch, dass unsere inzwischen an Oberfl&auml;chlichkeit kaum mehr &uuml;berbietbaren Medien das ganze perfide Spielchen &ldquo;aus rechts mach links&rdquo; brav wie immer mit spielen, indem eine SPD und Gr&uuml;ne Partei tats&auml;chlich immer noch als &ldquo;zum linken Spektrum geh&ouml;rend&rdquo; identifiziert werden.<\/p><p>Mit Freundlichen Gr&uuml;ssen,<br>\nM.H.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>treten Sie einen Schritt zur&uuml;ck und blicken Sie auf das, was die Politik dieser Tage anbietet. Blicken Sie auf das gesamte Parlament, abz&uuml;glich der AfD.<br>\nWas sind die wichtigsten, die f&uuml;nf gr&ouml;&szlig;ten Themen, die wir bei allen vorfinden? <\/p><p>&ndash; Wirtschaftsmigration aus arabischen L&auml;ndern und vom afrikanischen Kontinent nach Deutschland muss mindestens in H&ouml;he einer Gro&szlig;stadt pro Jahr stattfinden. Wer das kritisiert ist ein Nazi. Grenzen m&uuml;ssen fallen, Grenzen sind Nazi. <\/p><p>&ndash; Die Corona-Ma&szlig;nahmen m&uuml;ssen ungeachtet der offiziellen Zahlen des RKI und des Statistischen Bundesamts und bar jeglichen gesunden Menschenverstands immer weitergef&uuml;hrt und versch&auml;rft werden. Wer das kritisiert ist ein Verschw&ouml;rungstheoretiker, Nazi und \/ oder braucht psychologische Betreuung (Zitat Merkel). Der Gesamtbev&ouml;lkerung einen experimentellen, gentechnischen Wirkstoff verabreichen ist gut und w&uuml;nschenswert. <\/p><p>&ndash; LGBTQXY und Gendersprache sind von enormer Wichtigkeit, M&auml;nner sind die Feinde der Frauen, wei&szlig;e M&auml;nner sind die Feinde der ganzen Welt. Rassismus ist b&ouml;se, aber permanent auf rassistischer Basis von Schwarzen und &ldquo;PoC&rdquo; zu reden um sie herauszuheben ist kein Rassismus. Wer das kritisiert ist ein Chauvinist, Rassist und ein Nazi. Dass Linke die Front zwischen Reich und dem Rest begreifen m&uuml;ssen und sich die Menschen nicht untereinander aufhetzen lassen d&uuml;rfen, das wird tunlichst vergessen. <\/p><p>&ndash; Grassierende Umweltzerst&ouml;rung l&auml;sst sich auf den Klimawandel runterbrechen, der Klimawandel l&auml;sst sich auf CO2 runterbrechen. Wir werden gerettet, wenn wir eine globale CO2-Gesetzgebung akzeptieren. Wer das kritisiert leugnet die Wissenschaft und ist ein Nazi. Eventuell ist Glyphosat noch ein Problem, das tats&auml;chliche globale Ausma&szlig; synthetischer Gifte in der Landwirtschaft und &uuml;berhaupt alles andere sparen wir aus. <\/p><p>&ndash; Donald Trump ist b&ouml;se. Ja warum eigentlich? Begann ein Obama nicht etwa mehr Kriege? Mordete und sp&auml;hte aus, dass einem das Blut in den Adern gefriert? Stellt Trump sich nicht eigentlich gegen das Establishment, wird daher in diesem Ausma&szlig; bek&auml;mpft? Hat er etwa nicht Stimmen dazugewonnen bei der Wahl, und kann nur durch enorme &ldquo;Unregelm&auml;&szlig;igkeiten&rdquo; abges&auml;gt werden? Nein, Trump ist b&ouml;se und wer Trump unterst&uuml;tzt ist ein Nazi. <\/p><p>Nun werden Sie leicht erkennen, dass besonders das linke politische Spektrum sich auf diese f&uuml;nf Themen ausnehmend fokussiert, ihnen geradezu kultisch nachl&auml;uft. Monopolbildung, Ausbeutung der Arbeiterschaft, die Ausbeutung des Planeten, Eingriffe in die pers&ouml;nliche Freiheit, die Gefahren des Transhumanismus, nichts davon ist heute Teil linker Politik. Diese f&uuml;nf Themen werden jedoch identisch von den Parteien und Personen besetzt, die Sie als &ldquo;nicht links&rdquo; wahrnehmen. Sie werden auch von den Massenmedien identisch, gro&szlig;fl&auml;chig und propagandistisch verbreitet. Sie werden auch von den Konzernen 1:1 so vertreten und u.a. durch Werbung verbreitet. Die gro&szlig;en Tech-Konzerne zensieren munter und immer st&auml;rker alles was der heutigen Linken missf&auml;llt. <\/p><p>Sie sehen: die Linke ist selbst der gr&ouml;&szlig;te Verfechter eigentlich nicht-linker Themen und Tendenzen, und mit allen die sie historisch bek&auml;mpfen m&uuml;sste ganz vorne im Boot. <\/p><p>So wird verst&auml;ndlich, dass der Globalismus, der sich in den f&uuml;nf Themen gerade am extremsten niederschl&auml;gt, als links wahrgenommen wird. F&uuml;r mich, lange Jahre selbst links, ist aktuell im Hinblick auf die Umstrukturierung der globalen Verh&auml;ltnisse im Zuge der Corona-&ldquo;Krise&rdquo;, der Technokommunismus unter F&uuml;hrung globaler Finanzeliten die gr&ouml;&szlig;te Bedrohung unserer Zeit und ich sehe keinerlei echtes linkes Potential im Sinne des fr&uuml;hen 20. Jahrhunderts, sondern ausschlie&szlig;lich die enormen Gefahren linken Gedankenguts des 21. Jahrhunderts. So sehr ich z.B. die klassisch sozialdemokratische Ausrichtung der nachdenkseiten sch&auml;tze, handelt es sich um eine Nische ohne gesellschaftlichen Einfluss, w&auml;hrend leider ein rechtes Gegengewicht zu den globalen Entwicklungen zwingend notwendig wird. <\/p><p>Ich empfehle zum Thema Theodore Kaczynskis Manifest &ldquo;Industrial Society and its Future&rdquo;, in dem er den Zustand der Linken bereits 1995 sehr hellsichtig beschrieben hat. 25 Jahre sp&auml;ter hat sein Text nur an Bedeutung gewonnen. <\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nEG<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>danke, danke, danke f&uuml;r diese &bdquo;historische&ldquo; Publikation. Ich bete f&uuml;r Sie, dass Sie noch lange Zeit unter uns weilen und weiterhin so klug publizieren.<\/p><p>Sie haben mit Ihrem Artikel vermutlich den Kern unserer gesellschaftlichen und politischen Probleme getroffen.<\/p><p>Ob die Eliten das so geplant haben &ndash; keine Ahnung. Mittlerweile ist daraus nat&uuml;rlich ein schein-linkes Diktat entstanden. Einst so fruchtbare Dialoge zwischen Rechts und Links, zwischen Tradition und Moderne, werden via Gruppenzwang heute von vorn herein unterdr&uuml;ckt oder strikt abgelehnt. Das fing schon mit der st&auml;ndig voranschreitenden sprachlichen Hygiene an. Die mag ja ganz hilfreich und nobel sein, der politische Blickwinkel ist dadurch aber sehr, sehr schmal geworden.<\/p><p>Leider gilt die sprachliche Fairness derzeit nicht gegen&uuml;ber den Kritikern der Corona-Ma&szlig;nahmen. Als ob alle sprachlichen Fesseln der letzten Jahrzehnte knallend zerplatzen w&uuml;rden &ndash; so laut und vulg&auml;r schallt es. Auch, und gerade aus den Kehlen der deutschen links-gr&uuml;nen Intelligenz. Man kann und muss unterschiedlicher Meinung sein bei diesem schwierigen Thema, aber doch nicht so. Covidioten? Rechte Antisemiten? Einfach skandal&ouml;s und eine pauschale Verh&ouml;hnung aller Opfer dieser Ma&szlig;nahmen.<\/p><p>Zu Trump: Puh . . . Schon aus Dullheit (norddeutsch: eigensinniger Quergeist) habe ich manchmal Position F&Uuml;R diesen Mann ergriffen. Einfach, um nicht permanent auf die &uuml;blichen Klischees eingehen zu m&uuml;ssen.&nbsp; Ob Kunst, Intelligenz oder Biedermann &ndash; alle haben auf ihn eingedroschen. Das hat schon sehr genervt. Auch deshalb, weil die Demokratie gerade hier seit Merkel sehr, sehr gelitten hat. Also das, was Sie beschreiben, auch diese perfide Art von Hochmut.<\/p><p>Ob die Leitmedien wohl &uuml;berhaupt merken, dass sie einseitig berichten (nicht nur Corona)? Das w&uuml;sste ich, ehrlich gesagt, gerne.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJuergen Wehrse<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>ich verstehe die Welt nicht mehr.<\/p><p>Diejenigen, die jahrzehntelang unser Gesundheitssystem kaputtgespart, privatisiert und dadurch die Besch&auml;ftigten in diesem Bereich an den Rand des Machbaren gesto&szlig;en haben, nur damit ein paar Reiche noch reicher werden, was soll an denen links sein ?<\/p><p>Es ist Mutti doch die ganze Zeit &uuml;ber am A&hellip; vorbei gegangen, wie es in unseren Alten- und Pflegeheimen zugegangen ist und jetzt pl&ouml;tzlich diese F&uuml;rsorglichkeit, f&uuml;r die wir alle zur Solidarit&auml;t gezwungen werden?<\/p><p>Wenn jetzt die Inhaber gro&szlig;er Digitalkonzerne, die &uuml;ber Aktien mit den Pharmakonzernen verschr&auml;nkt sind, durch die Ma&szlig;nahmenkrise den gro&szlig;en Reibach machen, w&auml;hrend prek&auml;r Besch&auml;ftigte kaum mehr &uuml;ber die Runden kommen, was soll an dieser Politik links sein ?<\/p><p>Wer soll das, was die Ma&szlig;nahmenkrise angerichtet hat bezahlen, wenn nicht wir, die Steuerzahler ? Die Reichen zahlen doch eh keine und lassen sich diese, dank Cum ex auch noch zur&uuml;ckzahlen, was nicht links ist sondern link.<\/p><p>Bei den USA handelt es sich nicht um eine Demokratie, sondern um eine Plutokratie, d.h. das nur derjenige Dreckskerl Pr&auml;sident wird, der den Gewinnerwartungen der anderen entspricht. Trump mag etwas plump aufgetreten sein, weil er sagte was er dachte, weshalb er jetzt unter dem Freudengeheul der &ldquo;Linken&rdquo; durch den senilen Heuchler Biden abgel&ouml;st wird. Aber was soll an dem bittesch&ouml;n links sein? Seine Demokraten haben gerade 740 Milliarden Dollar Milit&auml;rausgaben zugestimmt, was haben die damit vor ?!?<\/p><p>Das jetzt diejenigen, die f&uuml;r den Rechtsanspruch unserer Verfassung auf die Stra&szlig;e gehen, vom Verfassungsschutz observiert werden, ist das auch links?<\/p><p>Da soll man noch wissen, wo einem der Hut steht. &nbsp;Ob wir M&auml;nnlein oder Weiblein sind haben wir bei all dem Sternchengenderged&ouml;ns doch eh schon lang vergessen. Aber das ist doch nun wirklich links, oder?<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJ&uuml;rgen Dennerlein<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>14. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nzu Ihrem Artikel ein paar grunds&auml;tzliche Gedanken:<br>\n&nbsp;<br>\nDer Begriff &ldquo;links-liberal&rdquo; ist in sich ein Widerspruch. &ldquo;Links&rdquo; und &ldquo;liberal&rdquo; sind Gegens&auml;tze, die sich eigentlich ausschlie&szlig;en. &ldquo;links&rdquo; bedeutet so viel wie &ldquo;sozial&rdquo; und &ldquo;gewerkschaftsfreundlich&rdquo;, &ldquo;liberal&rdquo; dagegen so viel wie &ldquo;kapitalistisch&rdquo; und &ldquo;unternehmerfreundlich&rdquo;. Diese Gegens&auml;tze werden allerdings &uuml;berlagert durch die Positionen &ldquo;progressiv&rdquo; und &ldquo;konservativ&rdquo;. Was gemeinhin heute als &ldquo;links-liberal&rdquo; bezeichnet wird, m&uuml;&szlig;te korrekterweise mit &ldquo;liberal-progressiv&rdquo; bezeichnet werden. Richtig &ldquo;links&rdquo; gibt es bei den Parteien &uuml;berhaupt nicht mehr.l<br>\n&nbsp;<br>\nNun gibt es aber &ndash; um die Verwirrung komplett zu machen &ndash; unter dem Label &ldquo;liberal-progressiv&rdquo; zwei Varianten: einmal die wirtschaftlich Liberalen mit ihrem progressiven Globalismus, also dem grenzenlosen internationalen Wettbewerb, der Schw&auml;chung der staatlichen Steuerung, der Privatisierung von Gemeineigentum und der Spaltung der Gesellschaft in Arme und Superreiche. Dazu geh&ouml;ren auch die milit&auml;rischen Ambitionen, gegen die sich zu Recht die Nachdenkseiten immer wieder wenden.<br>\n&nbsp;<br>\nZum anderen gibt es aber auch die kulturellen Liberalen, die f&auml;lschlich als &ldquo;links-liberal&rdquo; bezeichnet werden. Sie propagieren ebenfalls eine Grenzenlosigkeit und sind in diesem Sinn echte Liberale, n&auml;mlich die Grenzenlosigkeit der Geschlechtsidentit&auml;t (Genderismus), die Grenzenlosigkeit des Eheschlusses f&uuml;r alle und vor allem die Grenzenlosigkeit des Staates (No borders &ndash; No nations, kein Mensch ist illegal), siehe Migrationspolitik und Multikulturalismus. Die Vertreter dieser Richtung sitzen vor allem bei den Gr&uuml;nen und Linken und halten sich selbst f&uuml;r &ldquo;links&rdquo;, sie sind aber nur eine andere Variante von &ldquo;progressiv&rdquo; und kulturell eben extrem liberal.<br>\n&nbsp;<br>\nDemgegen&uuml;ber stehen die &ldquo;Konservativen&rdquo;, die sich heute vor allem in der AfD versammeln und deren Hauptthema die Bewahrung der alten Ehe und der Erhalt der Nationalstaaten mit gesicherten Grenzen ist. Sie sind andererseits &uuml;berwiegend Wirtschaftsliberale, es zeigt sich aber gerade im Osten auch eine st&auml;rkere soziale Einstellung. Die AfD mit ihrer konservativen Einstellung wird von den Altparteien, die samt und sonders &ldquo;Progressive&rdquo; geworden sind, wahlweise als &ldquo;rechts&rdquo;, &ldquo;rechtsradikal&rdquo; oder gar als &ldquo;Nazipartei&rdquo; bezeichnet. Meiner Meinung nach &uuml;berwiegend zu Unrecht. Die AfD vertritt nur den seit Merkel vernachl&auml;ssigten konservativen Sektor der Politik (siehe mein Schema im Anhang. Bitte auf &ldquo;Bearbeitung aktivieren&rdquo; klicken).*<br>\n&nbsp;<br>\nIch denke, da&szlig; alle Positionen im oben abgebildeten Schema berechtigt sind. Es besteht allerdings eine deutliche Schieflage in der heutigen Realit&auml;t zu Ungunsten von &ldquo;konservativ-sozial&rdquo;. Das ist meine Position.<br>\nBeste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nRolf Freitag<\/p><p><em><strong>*Anmerkung:<\/strong> Diese Meinung halte ich f&uuml;r eine Fehleinsch&auml;tzung, A. M.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>15. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Anmerkung zur Frage von A.M.<br>\n&ldquo;Ob Sie diese Beobachtungen teilen?&rdquo;<\/p><p>Ich teile diese Beobachtungen im Grundsatz. Eine &ndash; erfolgreiche &ndash;&nbsp; Merkel-Taktik kann ich mir vorstellen, eine Baerbock Fast-Strategie auch. SPD und Linke sind offensichtlich weder taktisch noch strategisch ernsthaft und aussichtsreich positioniert.<\/p><p>Dass WEF, Gates und Soros sich links gerieren, ist offensichtlich. Auch ohne gro&szlig;en Plan kommt zusammen was passt. Es ist einfach praktisch, Gewinnsicherung, effektive Machtpolitik und sprunghafte Ausweitung von Kontrolle, &Uuml;berwachung und Zensur als Progressives Projekt &ndash; also links? &ndash; zu deuten. Von NYT &uuml;ber Guardian bis taz&nbsp; wird gerne die n&uuml;tzliche Medienumgebung geliefert.<\/p><p>Der Befund muss noch sch&auml;rfer und unfreundlicher gefasst werden. &ldquo;Links&rdquo; ist eben nicht an sich gut und damit kann dann alles schlechte nicht links sein. Diese sympathische Grundposition von A.M. tr&auml;gt leider nicht. Es gibt sie eben, die autorit&auml;re Linke, Frau Esken ist ein vorz&uuml;gliches Beispiel, Baerbock sowieso (mit dem Unterschied, dass sie ein politisch so starker Typ ist, der eine quasi-linke Attit&uuml;de nicht ben&ouml;tigt).<\/p><p>In h&ouml;flicher Ausdrucksweise: Die Grundrechtsmuffel sind innerhalb der Linken Legion. Merkw&uuml;rdigerweise sind Substanz-Konservative, Substanz-Liberale (wie z.B. Kubicki) und b&uuml;rgerrechtsbewusste (= Grundrechte + Sozialrechte), also antiautorit&auml;re Linke zur Zusammenarbeit verpflichtet (verdammt?), damit Rest-Chancen f&uuml;r einen Wandel gesichert und neue Chancen geschaffen werden.<\/p><p>Das ist eine Ann&auml;herung eines ehemaligen (nat&uuml;rlich Ex-) FDP-Politikers, der beharrlich linksliberal geblieben ist (Rechtsstaat und solches Ged&ouml;ns).<\/p><p>J&uuml;rgen Kunze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>16. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nich mache diese Beobachtung auch schon seit l&auml;ngerer Zeit und erlebe in Diskussionen genau diese Standpunkte. Nicht (nur) von Bildzeitunglesern, vielmehr auch von gebildeten Menschen.<br>\nMeines Erachtens ist es den neoliberalen Akteuren nicht nur gelungen, Begriffe des b&uuml;rgerlichen Lagers zu okkupieren, wie es Frank Schirrmacher vor einigen Jahren beschrieben hat.&nbsp;<br>\nMan hat sich ebenso klassisch linke Themen wie die Gleichstellung von Minderheiten, erneuerbare Energien, Klimaschutz usw. angeeignet und nutzt sie f&uuml;r die eigene neoliberale Agenda.<br>\nIn Diskussionen entgegne ich dann mit der Frage: Sind &nbsp;&bdquo;linke&ldquo; Themen nicht Verm&ouml;genssteuer, St&auml;rkung der gesetzlichen Rente, Arbeitnehmerrechte, Abr&uuml;stung und z.B. Umweltschutz ?<br>\nDas bringt dann einige Menschen doch zum Nachdenken.<br>\nLeider teile ich Ihre These, dass die Gewinner dieser T&auml;uschung die -sich als rechts gebende, aber im Kern neoliberale &ndash; &nbsp;AfD sein wird.<br>\nVerantwortlich daf&uuml;r sehe ich vor allem &nbsp;Schr&ouml;der-SPD, Fischer-Gr&uuml;n und &nbsp;in j&uuml;ngster Zeit auch Kipping-Linke, die den B&uuml;rgern mit Symbol- und Identit&auml;tspolitik die Sicht vernebeln.<br>\n&nbsp;<br>\nBesonders von der Linkspartei h&auml;tte man erwarten sollen, dass sie in der &bdquo;Corona-Krise&ldquo; eine eigene Position einnimmt. Aber leider Fehlanzeige. Traurig.<br>\n&nbsp;<br>\nDer Soziologe Volkmar Sigusch schrieb vor vielen Jahren einmal(sinngem&auml;&szlig;), dass die katholische Kirche durch ihre Bek&auml;mpfung der Sexualit&auml;t dieser erst die Bedeutung verschaffte, die sie heute hat.<br>\nErsetzt man Katholische Kirche durch &bdquo;Pseudo-Linke&ldquo; und Sexualit&auml;t durch &bdquo;Rechte&ldquo; ist&nbsp;das nach meiner Ansicht treffend.<br>\n&nbsp;<br>\nGr&uuml;&szlig;e<br>\nHermann Jahns<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>17. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr gesch&auml;tzter Albrecht M&uuml;ller, <\/p><p>eine wie ich finde nicht einfach zu durchschauende Kampagne (musste den Artikel 2 x durchlesen :-)). Doch ich w&uuml;rde mich Ihrer Meinung\/Einsch&auml;tzung grunds&auml;tzlich anschlie&szlig;en! <\/p><p>Von mir ein paar spontane Anmerkungen\/Gedanken die mir w&auml;hrend und kurz nach des Lesens kamen: <\/p><p>Warum lassen sich die vielen im Artikel gennannten Menschen\/Organisationen\/Institutionen, insbesondere konservative\/reaktion&auml;re Parteien\/PolitikerInnen, relativ widerspruchslos in eine &ldquo;linke&rdquo; Ecke schieben? Insbesondere f&uuml;r politisch denkende\/m&uuml;ndige Menschen ist dies m.E. nicht nachvollziehbar. F&uuml;r mich ein Zeichen das eine Kampagne dahinter steckt die&nbsp; &ndash; grob gesagt &ndash; linke Politik &ldquo;vereinnahmen&rdquo; soll. Auch das m.E. bewusst erzeugte Wirrwarr von Begriffen\/Wortsch&ouml;pfungen wie &ldquo;linksversifft&rdquo; oder rechtsoffen&rdquo; geh&ouml;rt zu dieser Kampagne. Die Herausforderung f&uuml;r die Betreiber der Kampagne ist es m.E., so viele W&auml;hlerschichten wie m&ouml;glich abzugreifen und sie innerhalb der &ldquo;Grenzen&rdquo; sogenannten politischen &ldquo;Mitte&rdquo; (m.E. eine der gewaltt&auml;tigsten, menschenverachtendsten, aggressivsten Politik Stile die wir haben, was die Gegenwart und die Vergangenheit zeigt) zu vereinen &ndash; in Abgrenzung zur z.B. AfD nach rechts und zur Partei Die Linke nach links. Politisch aufgekl&auml;rte\/m&uuml;ndige B&uuml;rger\/W&auml;hler lassen sich hierdurch jedoch nicht beirren. Weniger bzw. nicht politisch aufgekl&auml;rte\/m&uuml;ndige B&uuml;rger\/W&auml;hler aus meiner Sicht schon. <\/p><p>Eine solche Kampagne zielt m.E. nat&uuml;rlich &ndash; und da bin ich mit Ihnen einig &ndash; vorrangig auf linke W&auml;hlerschichten ab. Gleichzeitig hat sie sicherlich Einfluss auf die grunds&auml;tzliche &ldquo;Ausrichtung&rdquo; (Parteir&auml;son) ehemals bzw. dem Namen nach linker\/dem linken Spektrum zuzuordnenden Parteien. Aber das wichtigste, damit diese Kampagne bei den W&auml;hlerschichten auch funktioniert, hat mit der seit Jahrzehnten meiner Ansicht nach bewusst betriebenen (und m.E. auch institutionell vorangetriebenen und auf verschiedenste Arten funktionierenden) Entpolitisierung (was Manipulation mit einschlie&szlig;t) der Menschen\/der Gesellschaft zu tun. Diese Entpolitisierung\/Manipulation bringt ahnungslose aber Meinungsstarke, politisch unm&uuml;ndige B&uuml;rger\/Menschen hervor! Wie gesagt, dies ist nicht die Schuld der B&uuml;rger\/Menschen und ist auch nicht despektierlich diesen gegen&uuml;ber gemeint! Die Schuldigen sind die die Manipulation betreibenden Protagonisten. <\/p><p>Diese Kampagne halte ich f&uuml;r eine, die in gro&szlig;er Tradition steht zu der sp&auml;testens seit Bismarck gnadenlosen &Auml;chtung linker (Arbeitnehmer-\/Menschenfreundlicher, antikapitalistischer) bzw. sozialdemokratischer Politik. <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAndreas Rommel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>18. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrtes Team der Nachdenkseiten,<\/p><p>pers&ouml;nlich halte ich diese Ordinatenverschiebung f&uuml;r das Ergebnis fehlender Differenzierung. F&uuml;r viele liberal-konservative gilt alles staatlich-autorit&auml;re als DDR\/Sozialismus. Dabei wird vollkommen ausgeblendet, dass es auch kapitalistisch-autorit&auml;re Staaten gibt (Chile unter Pinochet).<\/p><p>Ich m&ouml;chte die Begriffe folgenderma&szlig;en verwenden: Links als progressiv-sozialistisch, Rechts als konservativ-kapitalistisch. Links ist der Versuch, bestehende Privilegien und materielle Ungleichheiten abzubauen; Rechts ist der Versuch, beides zu rechtfertigen und beizubehalten (&ldquo;unternehmerisches Risiko&rdquo;, &ldquo;Leistungsgesellschaft&rdquo;, etc.).<\/p><p>Im Kapitalismus flie&szlig;en die Gewinne der Unternehmen in private Taschen (wo der Inhaber von 100 Aktien eben mehr profitiert als der Inhaber von nur 10 oder nur 1 Aktie), im Sozialismus flie&szlig;en sie in staatliche Taschen (in der Hoffnung, dass davon Stra&szlig;en und Schulen f&uuml;r alle gebaut werden, und nicht etwa eine neue Villa f&uuml;r das Staatsoberhaupt).<\/p><p>Ob ein Staat nun ein liberaler Grundrechtsstaat ist, oder aber ein autorit&auml;rer &Uuml;berwachungsstaat, ist eine davon v&ouml;llig unabh&auml;ngige Frage und beliebig kombinierbar: Gro&szlig;britannien ist liberal-kapitalistisch, Schweden mag von manchen als liberal-teilsozialistisch gesehen werden; Chile unter Pinochet war autorit&auml;r-kapitalistisch, DDR unter Honecker war autorit&auml;r-sozialistisch.<\/p><p>Da der marxsche Sozialismus internationalistisch war (&ldquo;Arbeiter aller L&auml;nder, vereinigt euch&rdquo;), und Nationalisten h&auml;ufiger bei den Konservativen angetroffen werden, pressen viele den Gegensatz nationalistisch\/internationalistisch(multinationalistisch) ebenfalls in ihr pers&ouml;nliches links\/rechts-Schema &ndash; aber da geh&ouml;rt er nicht hin! Es ist ein eigener Gegensatz, der beliebig kombinierbar ist! Auch wenn bestimmte Korrelationen h&auml;ufiger vorkommen als andere.<\/p><p>Nun k&ouml;nnen die Kapitalkonzerne mit Nationalismus ebensowenig anfangen, wie mit Sozialismus. Sie haben wenig Probleme damit, Waffen f&uuml;r Konflikte zu verkaufen, durch die Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me erzeugt werden, die hierzulande f&uuml;r billige Arbeitskr&auml;fte sorgen und damit ihre Lohnkosten senken. Eine Politik im Dienste der Kapitalkonzerne gibt daher den Nationalismus zugunsten eines konzernfreundlichen Multinationalismus auf, wodurch sie in den Augen ihrer angestammten Klientel &ldquo;nach links&rdquo; r&uuml;cke. Tats&auml;chlich aber bleibt die Politik rechts (kapitalistisch), muss also als kapitalistisch-multinationalistisch beschrieben werden.<\/p><p>In den letzten beiden Jahrzehnten (seit 9\/11?) war eine verst&auml;rkte Tendenz weg vom liberalen Grundrechtsstaat, hin zum autorit&auml;ren &Uuml;berwachungsstaat zu erkennen, welche sich in diesem Jahr extrem verst&auml;rkte. Der Staat, zu dem wir uns im Augenblick entwickeln, ist m.E. Autorit&auml;r-kapitalistisch-multinationalistisch.<\/p><p>Einen solchen Staat als irgendwie &ldquo;links&rdquo; zu bezeichnen, kann nur jemand, dessen links-rechts-Schema ausschlie&szlig;lich auf den Annahmen fu&szlig;t, alles autorit&auml;re sei automatisch links, Multinationalismus sei das sowieso, und der Gegensatz sozialistisch\/kapitalistisch br&auml;uchte bei dieser Einordnung keine Rolle zu spielen.<\/p><p>Ein weiteres Problem ist es, dass viele die freie Marktwirtschaft nur im Gegensatz zur sozialistischen Planwirtschaft sehen, und daher nicht erkennen k&ouml;nnen, dass sie zwar bedroht wird, aber eher von einer kapitalistischen Monopol-\/Oligopolwirtschaft. Den derzeitigen Druck auf das freie Unternehmertum (Gastst&auml;tten, Clubs, Fris&ouml;re, etc.) verorten sie daher automatisch als &ldquo;von links kommend&rdquo;.<\/p><p>Wenn dann von einer &ldquo;linksgr&uuml;n-versifften&rdquo; Presse geredet wird, st&uuml;tzt man sich oft darauf, dass viele Journalisten ein weltoffen-&ouml;kologisches Weltbild h&auml;tten (was von Umfragen auch gest&uuml;tzt wird), also &ldquo;irgendwie links&rdquo; seien, obwohl eben dies das herk&ouml;mmliche links\/rechts-Schema so nicht hergibt. Dar&uuml;berhinaus verkennen sie, dass es eher nicht die einzelnen Journalisten, sondern eher die Chefredakteure sind, die im Auftrag der nicht selten milliarenschweren Eigent&uuml;mer die Linie des Blattes vorgeben. Und die sind ganz sicher nicht sozialistisch.<\/p><p>Unter Nennung meiner Initialen darf dieser Beitrag gern ver&ouml;ffentlicht werden.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nO.H.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>19. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo NDS!<br>\n&nbsp;<br>\nAuch ich habe die Beobachtung gemacht, dass Merkels Politik als &ldquo;links&rdquo; oder &ldquo;Mitte &ndash; links&rdquo; dargestellt wird. Als Beispiele werden die Einf&uuml;hrung des Mindestlohns und die M&ouml;glichkeit der Homo &ndash; Ehe genannt. Ob auch die Fl&uuml;chtlingspolitik auch dazugeh&ouml;rt, weiss ich nicht mehr genau. Jetzt muss man sich fragen, ob diese Punkte ausreichen, von einer linken&nbsp;Politik sprechen zu k&ouml;nnen.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;ssen<br>\nMarkus H&uuml;lsmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>20. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\nsehr geehrtes Nachdenkseitenteam, <\/p><p>ich stimme Ihren Beobachtungen voll und ganz zu. <\/p><p>Diese Verschiebung der Ordinate k&ouml;nnte ihren Ursprung darin haben, dass, wie es James Galbraith in seinem, auch auf den Nachdenkseiten erw&auml;hnten, Buch &ldquo;Predator State&rdquo; darstellt, Sozialdemokraten weltweit die Wirtschaftspolitik der Konserativen &uuml;bernommen haben, zu einem Zeitpunkt, als diese konservative Wirtschaftspolitik in den 90er Jahren von der Wirtschaftswissenschaft vollst&auml;ndig widerlegt wurde und Konservative diese Wirtschaftspolitik eigentlich gar nicht mehr selbst verfolgt haben und stattdessen, nach Meinung von James Galbraith, eigentlich nur noch &ldquo;Pl&uuml;nderung&rdquo; betreiben. Joseph Stiglitz meint sogar, dass die konservative Wirtschaftspolitik vollst&auml;ndig als Unsinn enttarnt wurde. <\/p><p>Es handelt sich eindeutig um ein weltweites Ph&auml;nomen. In den USA die Demokraten, in Gro&szlig;britannien &ldquo;New Labour&rdquo; bei uns die SPD und sp&auml;ter Die Gr&uuml;nen, aber eigentlich weltweit haben ehemals linke, progressive, sozialdemokratische Parteien pl&ouml;tzlich den Neoliberalismus &uuml;bernommen, also genau genommen, die Wirtschaftspolitik, die Konservative immer gepredigt haben. Also Privatisierung &ouml;ffentlicher G&uuml;ter, &ldquo;Lohnzur&uuml;ckhaltung&rdquo; oder gar Lohnsenkung, Abbau des Sozialstaates, Abbau von Arbeitnehmerrechten, Deregulierung aller M&auml;rkte aber insbesondere Deregulierung der Finanzm&auml;rkte, Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, also alles, was die Angebotsseite (vermeintlich) besser stellt und Ignorierung der Nachfrageseite, usw.<br>\nWobei klar sein sollte, dass der heutige &ldquo;Neoliberalismus&rdquo; nichts mehr mit dem Neoliberalismus der Nachkriegszeit (Freiburger Schule) zu tun hat, der einen starken Staat wollte, der in die Wirtschaft eingreift und sie reguliert und stabilisiert. Der heutige &ldquo;Neoliberalismus&rdquo; will das Gegenteil davon, einen schwachen Staat, Deregulierung und es wird (f&auml;lschlicherweise) angenommen, dass die Marktwirtschaft besser funktioniert, wenn sich der Staat raush&auml;lt. Das gilt nat&uuml;rlich nur bis zu dem Punkt, wo die M&auml;rkte kollabieren und vom Staat &ldquo;gerettet&rdquo; werden m&uuml;ssen.<br>\nW&auml;re es nicht besser, wir w&uuml;rden, wie es in angels&auml;chsischen L&auml;ndern &uuml;blich ist, es nicht mehr Neoliberalismus nennen, sondern Neokonservatismus? <\/p><p>Dar&uuml;ber, warum Sozialdemokraten pl&ouml;tzlich die konservative Wirtschaftspolitik &uuml;bernommen haben, l&auml;sst sich spekulieren.<br>\nM&ouml;glicherweise hat eine Rolle gespielt, dass sich Sozialdemokraten darin profilieren wollten, als die besseren Probleml&ouml;ser, bzw. &ldquo;Umsetzer&rdquo; zu erscheinen, als die Konservativen. Sie haben ja schlie&szlig;lich umgesetzt, was bereits die Regierung Kohl vor ihnen umsetzen wollte, aber nie geschafft hat. (Agenda 2010 und &ldquo;Hartz-Reformen&rdquo;).<br>\nEine Rolle hat sicherlich der mediale Druck und die Propaganda gespielt.<br>\nEnde der 90er und Anfang der 2000er Jahre konnte man den Fernseher nicht anmachen, ohne von neokonservativer Propaganda bombardiert zu werden und es gab nur wenige Gegenstimmen, die meistens nur schwach wahrnehmbar waren. (Wobei es heute nicht anders ist). Sozialdemokraten konnten sich so als modern und &ldquo;zeitgeistig&rdquo; darstellen und auch so f&uuml;hlen. Sie haben ja das umgesetzt, was zu diesem Zeitpunkt &ldquo;alle&rdquo; gefordert haben.<br>\nEine weitere Rolle hat wahrscheinlich auch einfach Korruption gespielt. Schr&ouml;der wurde im Wahlkampf von Unternehmern wie Maschmeier gesponsort und  selbstverst&auml;ndlich musste er nach gewonnener Wahl an diese Unternehmer liefern. <\/p><p>In dieser Situation, also in der Sozialdemokraten die konservative Wirtschaftspolitik umgesetzt haben, fiel es leicht die links-rechts Ordinate zu verschieben. Man konnte leicht CDU\/CSU und SPD in einen Topf werfen, und als &ldquo;links&rdquo; bezeichnen, schlie&szlig;lich waren es (ehemals) Linke, die nun auch den Neoliberalismus umsetzten und Konservative konnten so tun, als seien ihre Parteien sozialdemokratisiert, weil sie ja &ouml;konomisch, genau das vertreten, was Sozialdemokraten gerade umgesetzt haben. Dazu kommt, dass CDU\/CSU sich offen gezeigt haben, in anderen Bereichen Zugest&auml;ndnisse zu machen, die man links einordnen w&uuml;rde, wie z.B. Homosexuellenrechte, Fl&uuml;chtlingspolitik, Umweltpolitik etc., die ihre Klientel, also &ldquo;das gro&szlig;e Geld&rdquo;, als nicht so wichtig betrachten, also in allen Bereichen au&szlig;er der Wirtschaftspolitik, die die Superreichen beg&uuml;nstigt. Wobei die Flutung des Arbeitsmarkts wohl doch eher zum Interesse der Arbeitgeber und des &ldquo;Gro&szlig;en Geldes&rdquo; gez&auml;hlt werden m&uuml;sste. <\/p><p>M&ouml;glicherweise spielt auch direkte Unterwanderung eine Rolle. Wer verhindert denn, dass Konservative in die SPD eintreten oder zu den Gr&uuml;nen gehen?<br>\nIn diesem Zusammenhang m&ouml;chte ich auf den Spielfilm &ldquo;Vice &ndash; Der zweite Mann&rdquo; (die Geschichte des Aufstiegs von Dick Cheney) von Oliver Stone hinweisen, wo dargestellt wird, wie in den Kaderschmieden, in denen die Nachwuchspolitiker ausgebildet werden, entschieden wird &ldquo;Du gehst zu den Demokraten und Du zu den Republikanern&rdquo;. <\/p><p>Au&szlig;erdem muss man sich daran erinnern, dass in der CDU\/CSU bereits seit l&auml;ngerer Zeit davon geredet wurde, eine neue rechtskonservative Partei zu gr&uuml;nden, die man immer die &ldquo;Henkelpartei&rdquo; nannte.<br>\nDiese wurde dann bekanntlich tats&auml;chlich gegr&uuml;ndet, von drei jahrzehntelangen CDU\/CSU-Mitgliedern und einem FDP-Mitglied Hans-Olaf Henkel, der sich anfangs allerdings im Hintergrund hielt. Mich w&uuml;rde es nicht wundern, wenn pl&ouml;tzlich herausk&auml;me, dass die AfD mit voller Unterst&uuml;tzung, bzw. sogar auf Anweisung der CDU\/CSU-Parteif&uuml;hrung, bzw. der Parteistrategen gegr&uuml;ndet wurde, quasi als neue Schwesterpartei der CDU\/CSU. So hat die CDU\/CSU doch eigentlich nur strategische Vorteile von der Existenz der AfD. Nun, da es eine noch weiter rechts stehende Partei gibt, f&auml;llt es noch leichter sich als links bzw. sozialdemokratisiert darzustellen.<br>\nMan kann nun immer auf diese ganz Rechten zeigen und sich selbst noch besser als &ldquo;die Guten&rdquo; darstellen. Gleichzeitig wird die AfD als Protestpartei inszeniert, die auch von entt&auml;uschten ehemaligen SPD-W&auml;hlern, Arbeitnehmern, Arbeitslosen und Gewerkschaftern gew&auml;hlt wird, wodurch man das linke lager schw&auml;cht und gleichzeitig das eigene Lager st&auml;rkt. Meiner Meinung nach, ist die vorgebliche Ablehnung der AfD nur Schein. Wie man nach der Landtagswahl in Th&uuml;ringen gesehen hat, wird die CDU\/CSU sobald es mehrheitlich reicht, eine Koalition mit FDP und AfD bilden und dann alles umsetzen, was sich die Superreichen und Arbeitgebervertreter w&uuml;nschen. <\/p><p>Es ist also alles Absicht. <\/p><p>Um dieses Schlamassel zu &uuml;berwinden, m&uuml;ssten Sozialdemokraten und andere ehemals progressive Parteien weltweit glaubhaft erkl&auml;ren, dass es ein Fehler war, auf die konservative Propaganda reinzufallen und die Wirtschaftspolitik der Konservativen zu &uuml;bernehmen, die sowieso als Unsinn feststeht. Man m&uuml;sste den Neoliberalismus klar darstellen, als Politik der Konservativen, die nur die Interessen des &ldquo;Gro&szlig;en Geldes&rdquo; umsetzt. Und als sozialdemokratische Parteien wieder wirklich sozialdemokratische Politik vertreten, die die Interessen der Schwachen, Abgeh&auml;ngten und Arbeitnehmer vertritt und umsetzt. <\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r Ihre unerm&uuml;dliche Aufkl&auml;rungsarbeit und alles Gute.<br>\nJ.S.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>21. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller <\/p><p>Auch die &ldquo;Anstalt&rdquo; hatte sich bereits einmal dieses Themas angenommen (Parteienlandschaft in einem Koordinatensystem und die Verschiebungen, die dazu f&uuml;hren, dass letztlich keine Partei mehr wirklich links steht, in einer Tafelnummer). <\/p><p>Allerdings hatte ich auch schon damals, im Oktober 2016, den Eindruck, man h&auml;tte das Ganze durchaus noch st&auml;rker argumentativ untermauern k&ouml;nnen. So kam das Ganze eher spa&szlig;ig oder bestenfalls halb ernst gemeint her&uuml;ber, und wirkte daher nicht allzu aufkl&auml;rerisch und dem Ernst der Thematik auch nicht g&auml;nzlich angemessen. <\/p><p>In der Mediathek nicht und auf Youtube nur in einer gek&uuml;rzten Fassung auffindbar, aber bei von Wagner noch in voller L&auml;nge abrufbar (Episode ungef&auml;hr ab Minute 26:20 &ndash; Einleitung bzw. 27 &ndash; Tafelnummer): <\/p><p><a href=\"https:\/\/www.claus-von-wagner.de\/tv\/anstalt\/20161004-deutsche-innen-und-aussenpolitik\">https:\/\/www.claus-von-wagner.de\/tv\/anstalt\/20161004-deutsche-innen-und-aussenpolitik<\/a><\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nR. Feltens<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>22. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nzu den Beitr&auml;gen auf den NachDenkSeiten vom 18.12.2020 &bdquo;Auch die rechte &bdquo;Mitte&ldquo; gilt als links &ndash; mit Folgen f&uuml;r die n&auml;chsten Wahlen&ldquo; und vom 19.05.2020 &bdquo;Weder links noch rechts! &ndash; also nirgendwo&ldquo; m&ouml;chte ich etwas beitragen.<br>\nSeit geraumer Zeit versuche ich, Menschen, die wie ich schockiert sind &uuml;ber die politischen Zust&auml;nde, in denen wir leben, mit dem Buch &bdquo;Warum schweigen die L&auml;mmer&ldquo; von Prof. Rainer Mausfeld bekannt zu machen.<br>\nIn der Ausgabe des Westendverlags 2018 hei&szlig;t es auf S. 177: &bdquo;Demokratie bedeutet in den Worten von Ingeborg Maus, die &bdquo;Vergesellschaftung von Herrschaft&ldquo; auf der Basis des egalit&auml;ren Prinzips der &bdquo;Anerkennung aller als Freier und Gleicher, ungeachtet ihrer faktischen Differenzen&ldquo;.<br>\nWeiter steht auf S. 209 der gleichen Ausgabe: &bdquo;Um den tats&auml;chlichen Kern der Links-rechts-Unterscheidung besser zu verstehen, ist es hilfreich, in die Zeit der Aufkl&auml;rung zur&uuml;ckzugehen. Aus den damaligen Kontroversen, insbesondere der sogenannten radikalen Aufkl&auml;rung, lassen sich zentrale Merkmale herausarbeiten, die sich in ihrem Kern so zusammenfassen lassen:<br>\n&nbsp;<br>\nRechts ist, wer die jeweiligen Zentren der Macht (z. B. die Monarchie oder &ouml;konomische Eliten) und die Strukturen, auf denen diese Macht basiert (wie Kirche, Kolonialismus, Sklaverei oder Konzernkapitalismus) zu stabilisieren und zu erhalten sucht.<br>\nLinks ist, wer sich f&uuml;r die Anerkennung der Gleichwertigkeit aller Menschen (&bdquo;universeller Humanismus&ldquo;) und f&uuml;r eine demokratische Einhegung von Macht einsetzt.&ldquo;<br>\n&nbsp;<br>\nMausfeld zeigt auf, wie von den Herrschaftseliten mithilfe der Unterwanderung unserer Psyche diese klare Unterscheidung zum Verschwinden gebracht werden soll. U. a. sind die Dekontextualisierung und das Unsichtbarmachen von Sachverhalten solche Mittel.<br>\nMan muss sich grunds&auml;tzlich zun&auml;chst bewusst sein, dass wir in einer rechten Gesellschaft leben. Es gibt hier klare Machtstrukturen. W&auml;re unsere Gesellschaft demokratisch, h&auml;tten wir eine ganz andere gesellschaftliche Struktur.<br>\nEs hilft mir in der gegenw&auml;rtigen Situation aber sehr, mich genau an dieser Definition von &bdquo;links&ldquo; und &bdquo;rechts&ldquo; zu orientieren.<br>\n&nbsp;<br>\nIch glaube, heute neigen wir dazu, nur den politischen Akt, der am Ende steht, in links und rechts einteilen zu wollen. Dann kann man zu sehr falschen Ergebnissen kommen.<br>\n&nbsp;<br>\nWenn also Frau Merkel im September 2015 zumindest laut Medienberichten &bdquo;die Grenzen &ouml;ffnet&ldquo;, dann gilt dies zun&auml;chst als Akt der Humanit&auml;t. Es wird dann in den K&ouml;pfen als &bdquo;links&ldquo; interpretiert.<br>\nDie Tatsache, dass sie sich in dem Fall ohne Absprache &uuml;ber geltendes EU-Recht hinwegsetzt, findet kaum Erw&auml;hnung. Ebenso ihr Verhalten vor der Zuspitzung der Krise gegen&uuml;ber L&auml;ndern an den Au&szlig;engrenzen der EU. Es gab keinerlei Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Italien oder Griechenland, die mit dem Fl&uuml;chtlingsansturm allein fertig werden mussten. Schon gar nicht wird dar&uuml;ber berichtet, wer denn die Kriege anzettelt, vor denen die Menschen dann fliehen m&uuml;ssen, und welche Rolle Deutschland dabei spielt, f&uuml;r die Frau Merkel als Bundeskanzlerin die Verantwortung tr&auml;gt.<br>\nMan muss den Akt also in einen gr&ouml;&szlig;eren Kontext einbetten, um zu verstehen, aus welchen Motiven hier gehandelt wird. Das geschieht in den Medien aber nicht oder nur ganz unzureichend. Au&szlig;erdem ist der Satz von Hannah Arendt &bdquo;Meinungsfreiheit ist eine Farce, wenn die Information &uuml;ber die Tatsachen nicht garantiert ist.&ldquo; dabei nat&uuml;rlich ganz entscheidend.<br>\n&nbsp;<br>\nZudem sollte man sich m. E. auch bewusst sein, dass ein politisch &bdquo;rechts&ldquo; stehender Mensch Mitleid empfinden und dies auch in seinen Handlungen ausdr&uuml;cken kann. Allerdings geschieht dies dann immer aus einer Art Paternalismus heraus. Dies widerspricht im Grunde aber der Anerkennung aller als Gleichwertige und kann daher nicht &bdquo;links&ldquo; sein. Ein rechtes Menschenbild f&uuml;hrt im ersten Schritt nur zur Bevormundung, im zweiten und dritten Schritt aber zur Abwertung und dann zur Gleichg&uuml;ltigkeit gegen&uuml;ber dieser Person.<br>\n&nbsp;<br>\nUm auf Ihre im Artikel vom 18.12.2020 gestellte Frage zu antworten: Ja, ich erlebe das in meinem Umfeld ganz deutlich. Die Gesellschaft ist links-gr&uuml;n versifft. Die Regierung unter Angela Merkel ist so links wie die unter Helmut Schmidt, wir brauchen dringend jemanden wie Friedrich Merz, der f&uuml;r &bdquo;konservative Werte&ldquo; steht etc. Mich belastet das sehr, aber was soll man erwarten? Die Probleme der Weimarer Republik haben auch nicht zu mehr Demokratie gef&uuml;hrt&hellip;.<br>\n&nbsp;<br>\nIm festen Glauben an das Kind in der Krippe w&uuml;nsche ich Ihnen frohe Weihnachten und ein besseres Jahr 2021.<br>\nKatharina Dieck<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>23. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nes handelt sich nicht nur um eine Verschiebung des Blickwinkels. Sie m&uuml;ssen zwischen gesellschaftspolitisch links und wirtschaftspolitisch links unterscheiden, denn hier genau verl&auml;uft die Bruchlinie. Ich sehe es wie sie, dass es in Bezug auf die Wirtschaftspolitik und Au&szlig;enpolitik in der CDU keine Sozialdemokratisierung gegeben hat. In Bezug auf die Gesellschaftspolitik dagegen schon und nur das ist gemeint, wenn ein Konservativer &uuml;ber die Sozialdemokratisierung jammert. Alles was sich zum Beispiel unter Feminismus, Gender, Einwanderungspolitik, Homo-Ehe, PoC, traditionelle bzw. &ldquo;moderne&ldquo; &nbsp;Familie, Diversit&auml;t einordnen l&auml;sst ist die gesellschaftspolitisch linke Seite, die auch ohne Zweifel als links bezeichnet werden kann und insoweit liegen die Konservativen dann nicht falsch. Wirtschaftspolitik, Arbeitnehmer, Gewerkschaften, Au&szlig;enpolitik werden dabei ausgeblendet, beziehungsweise wird der sogenannte &ldquo;Altlinke&ldquo;, der wirtschaftspolitisch auf der Linie der Nachdenkseiten steht, aber in seinen gesellschaftlichen Ansichten eher konservativ eingestellt ist, wie zum Beispiel Corbyn, untergebuttert. Unter diesem Blickwinkel betrachtet, ist es auch besser zu verstehen, was bei der SPD, den Gr&uuml;nen und der Partei die Linke geschieht und was Frau Sahra Wagenknecht passiert ist, die dort gesellschaftspolitisch als zu konservativ gesehen wird.<br>\n&nbsp;<br>\nmfG<br>\nV.Henning<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>24. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nirgendwie ist es Gedanken&uuml;bertragung, denn seit Wochen wollte ich Ihre Meinung zum Thema einholen.<br>\n&nbsp;<br>\nWie viele Ihrer Artikel, spricht mich auch dieser aus der Seele. In den Alternativmedien wie z.B. RT DE oder Wagenkenchts Woche sind sehr viele Foristen der Meinung, dass die Regierung links ist und dass Merkel eine DDR 2.0 einf&uuml;hren will. Wenn ich schreibe, dass nichts an unserer Regierung sozial ist, sondern neoliberal, sto&szlig;e ich auf Mi&szlig;verst&auml;ndnis, egal wie viele Beispiele ich aufzeige: Privatisierung der Institutionen des &ouml;ffentlichen Daseins, Verarmung der Bev&ouml;lkerung, Erodierung der Renten etc. Das wollen sie nicht verstehen. Eine typische Reaktion in Wagenkencht&rsquo;s YouTube Kanal ist &ldquo;Ich w&uuml;rde Sie w&auml;hlen, aber Sie sind in der falschen Partei.&rdquo; Die Foristen k&ouml;nnen partout nicht verstehen, dass soziale Gerechtigkeit traditionell eine linke Position ist. Es gibt auch rechte Kan&auml;le, die ich als sehr gef&auml;hrlich einsch&auml;tze, z.B. Ach Gut Pogo mit Hendryk M. Broder oder Tichy&rsquo;s Einblick. Beide erheben berechtigte Kritik an die Regierung, aber sie bieten keinerlei Alternativen an. Ihre Lebensberechtigung ist das Herummotzen und subtile Hetzen. Bei diesen Kan&auml;len, werden die Herren von den Foristen kritiklos in den Himmel hochgejubelt, obwohl sie keine soziale Positionen vertreten. Ich glaube, das ist das hervorstechende Merkmal der rechten kritischen Kan&auml;len. Auch hier wird davor gewarnt, dass die Regierung zu links ist, bzw. im Begriff ist den Kommunismus wiederauferstehen zu lassen.<br>\n&nbsp;<br>\nIch denke, dass paradoxerweise, Die Linke es noch schwerer haben wird, ihre Beliebtheitswerte in den kommenden Bundeswahlen zu verbessern. Von der SPD rede ich nicht, weil sie sich von der sozialen Gerechtigkeit l&auml;ngst verabschiedet hat und ein billiger Abklatsch der CDU ist und Die Gr&uuml;nen, haben sich bis zur Unkenntlichkeit ver&auml;ndert.<br>\n&nbsp;<br>\nAuch dieses Jahr werde ich f&uuml;r NDS spenden. Die Aufkl&auml;rungsarbeit, die Sie und Ihr Team leisten, ist enorm. Daf&uuml;r danke ich Ihnen.<br>\nZum Schluss, w&uuml;nsche ich Ihnen Frohe Weihnachten, Gesundheit, Tatendrang, Kampfbereitschaft und einen guten Rutsch in ein unsicheres Jahr 2021.<br>\n&nbsp;<br>\nMit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nO.M.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>25. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, <\/p><p>die von Ihnen angesprochene Verschiebung der Perspektive ist nach meiner Erinnerung&nbsp; sp&auml;testens seit 1998 im Gang. Die &Uuml;bernahme neoliberaler Orientierung durch den Kanzler Schr&ouml;der hat dazu gef&uuml;hrt, dass ein ansehnlicher Teil auch der politisch interessierten W&auml;hler inzwischen an dem Punkt angelangt ist, dass es keinen Sinn mehr macht, die Unterscheidung von links und rechts in der Argumentation &uuml;berhaupt noch zu verwenden. Linke Parteien haben in weiten Teilen der Sozial-, Bildungs- und Friedenspolitik auf eigene Vorschl&auml;ge verzichtet und sich auf den moralischen Zeigefinger, das Mahnen beschr&auml;nkt, statt praktische Alternativen in einer breiten &Ouml;ffentlichkeit zur Diskussion zu stellen. So kann man reale Zust&auml;nde&nbsp; nicht ver&auml;ndern. Auch Mitglieder der Partei Die Linke nehmen z. B. oft an, dass es hinreichend sei, Begriffe zu besetzen und Visionen vorzutragen, w&auml;hrend man sich gleichzeitig stromlinienf&ouml;rmig in die realen Bedingungen einf&uuml;gt. Ein Beispiel daf&uuml;r ist f&uuml;r mich die Reduktion der parteiinternen politischen Bildungsarbeit bei gleichzeitigem Neubau eines Geb&auml;udes f&uuml;r die Rosa-Luxemburg-Stiftung in g&uuml;nstiger Lage mit bestm&ouml;glicher r&auml;umlicher und technischer Ausstattung f&uuml;r die Arbeit einer Generation junger Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler, die nach dem Abitur &uuml;ber ein Stipendiatensystem, Nebenjobs in der Parteiorganisation, Gewerkschaften und wissenschaftliche Arbeit in verantwortliche Positionen gelangen, ohne jemals selbst mit der materiellen Produktion in Kontakt geraten zu sein.&nbsp; In den Lebensl&auml;ufen von Herrn Spahn, Herrn K&uuml;hnert oder Frau Helm ist die pers&ouml;nliche Distanz zu den Notwendigkeiten des materiellen Lebens, der materiellen Produktion und Reproduktion ein partei&uuml;bergreifendes Merkmal. Parteiensystem und Parteifinanzierung wurden und werden nicht in ihren Herrschaftsfunktionen wahrgenommen, sondern als ein m&ouml;glicher Weg pers&ouml;nlicher Existenzsicherung.&nbsp;&nbsp; Menschen mit einem derartigen Erfahrungshintergrund denunzieren die Kritik an Machteliten als rechts, weil sie ihre eigene Einbindung in das Herrschaftssystem v&ouml;llig verkennen. <\/p><p>Ich f&uuml;rchte, dass ich bei den n&auml;chsten Wahlen keine Partei auf dem Stimmzettel finden werde, die meinen Zielen punkto soziale Sicherheit und Frieden auch nur ansatzweise gerecht wird.&nbsp; So geht es den meisten Menschen in meinem Bekanntenkreis. Die Parteiendemokratie deutscher Pr&auml;gung wird nicht mehr als M&ouml;glichkeit angesehen, vertrauensw&uuml;rdige Vertreter bestimmter, praktischer Ziele&nbsp; zu bestimmen. Alle Parteien, die in Zusammenhang mit Regierungsbildung und Koalitionen&nbsp; genannt werden, sind in Spendenaff&auml;ren, Korruption und Lobbyismus verstrickt und verf&uuml;gen kaum noch &uuml;ber Personal, das als integer und aufrichtig eingesch&auml;tzt wird. <\/p><p>Verursacht wurde dieser Zustand durch ein entsetzliches Politikversagen gerade der linken Parteien. Roberto J. De Lapuentes Buch &ldquo;Rechts gewinnt, weil links versagt&rdquo; &ndash; enth&auml;lt leider zu viele Wahrheitsk&ouml;rnchen.&nbsp; Ich selbst habe Politik in Bewegungen&nbsp; gelernt und ge&uuml;bt. Weder die traditionellen noch die neueren Parteien haben es geschafft, sich in themenbezogenen sozialen&nbsp; Bewegungen als sachkundige Partner mit politischem Profil zu erweisen. Was tun? Im Jahre 2020\/21 kann man diese Frage&nbsp; nicht mehr mit Zitaten von Schriften aus den Tagen des Kaiser- oder Zarenreichs beantworten. Aktuelle Alternativen fehlen. Die Zukunft ist&nbsp; in einem be&auml;ngstigendem und ermutigendem Ausma&szlig; offen. <\/p><p>Vielen Dank Ihnen und allen Mit- und Zuarbeitern der Nachdenkseiten.&nbsp; Ihre Arbeit ist angesichts der herrschenden Zust&auml;nde notwendig und hilfreich. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nChrista P. Meist<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>26. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>genau das von Ihnen beschriebene f&auml;llt mir immer&nbsp;h&auml;ufiger auf. Anfangs ware es vor allem &Uuml;bersetzungen aus dem Amerikanischen, wo Sanders dann sozialistisch oder sogar marxistisch genannt wurde. Dabei wird von den Amerikanern die Bezeichnung links meist (oder sogar immer) mit etwas negativem verbunden. Rechte Amerikaner beschimpfen dann gerne alles was ihnen&nbsp;nicht passt als sozialistisch, kommunistisch, marxistisch oder sogar stalinistisch. Das scheint bei denen so ziemlich alles in eine Rubrik zu geh&ouml;ren. Was bei uns in Deutschland der Neonazi ist, scheint in den USA der Sozialist zu sein.<br>\nLeider schwappt&nbsp;genau diese Sprachregelung auch nach Deutschland. Ich pers&ouml;nlich habe auch den Verdacht, dass das genau so gesteuert wird. Auch in Blogs findet&nbsp;man&nbsp;&uuml;berall&nbsp;Leute, die die Gr&uuml;nen, Frau Kipping, die SPD als links oder linksversifft bezeichnen. Und diese Gruppen als Beweis daf&uuml;r nehmen, dass linke Politik nur Heuchelei sein soll. Ich kann da gar nicht so oft reingr&auml;tschen wie ich m&ouml;chte, die Bezeichnung links m&ouml;chte&nbsp;man dann doch nicht einfach aufgeben. Insbesondere weil dann die vergangenen linke Politik komplett entwertet wird. Ich pers&ouml;nlich&nbsp;verbinde linke Politik mit Gerechtigkeit, Pazifismus, Freiheit des einzelnen, mit einer f&uuml;r das Volk sinnvollen Politik.&nbsp;<br>\nEs scheint den&nbsp;Kommentatoren&nbsp;Spa&szlig; zu machen, linke Politik mit der Heuchelei der Gr&uuml;nen, der aktuellen SPD, der Demokraten in den USA oder auch Teilen der linken zu verbinden. Diese Kommentatoren sehen sich selber eher rechts und empfinden alles linke als Heuchelei. Das kann man ihnen noch nicht mal &uuml;belnehmen. Die freuen sich, dass das linke f&uuml;r was schlechtes steht. Sind es ja geraden die sich selber linke nennenden, die gerne immer alles b&ouml;se in der afd oder bei den nicht zur Willkommenskultur geh&ouml;renden sehen. Aber ich denke auch ddiesen Kommentatoren sollte klar sein, dass die Gr&uuml;nen nicht links sind sondern eher rechts- und heuchelversifft. Das Schlimme was ich da auch sehe, ist das so auch eine Geschichtsverf&auml;lschung praktiziert wird. Das Etikett links wird aktuell zu was schlechtem umgewandelt. Man muss bef&uuml;rchten, dass in 10 Jahren niemand mehr wei&szlig;, das links was anderes ist als Heucheln, korrupt und unsozial sein. Dass das &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist geht nur, weil Parteien wie die Gr&uuml;nen, die SPD, der &ldquo;linken&rdquo; Medien und auch viele der Partei&nbsp; &ldquo;Die Linke&rdquo; selber als links gelten. Wir selber sollten die auch nicht mehr links nennen. Sie geh&ouml;ren alle zu der radikal unsozialen &ldquo;Mitte&rdquo; der Politik.<br>\nMomentan k&ouml;nnte ich vor aliem zwei Personen nennen, die eine linke Poltitik (versuchen zu) machen, Oscar Lafontaine und Sahra Wagenknecht: Schon was seltsam, das Frau Wagenknecht gerne als rechts bezeichnet wird. Auch das ist ein Umetiketieren der Wirklichkeit.<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r ihre Engagement. Die Nachdenkseiten haben einiges bewegt.<\/p><p>VG,<br>\nJB<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>27. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>&uuml;ber die merkw&uuml;rdige Einordnung der CDU als &bdquo;sozialdemokratisiert&ldquo; und der &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien (zuz&uuml;glich SZ, ZEIT usw.) als &bdquo;links&ldquo; oder &bdquo;linksversifft&ldquo; bin ich auch schon gestolpert.<\/p><p>Das mag damit zu tun haben, dass zur Zeit die Forderung nach einem halbwegs menschlichen Umgang mit Fl&uuml;chtenden schon als &bdquo;links&ldquo; gilt und eine Bejahung der gleichgeschlechtlichen Ehe als &bdquo;linksgr&uuml;nversifft&ldquo;. Wirtschafts- oder sozialpolitisch treten die genannten Medien hingegen kaum durch irgendwie als &bdquo;fortschrittlich&ldquo; erkennbare Themensetzungen hervor. Und die Kanzlerin Merkel hat sich im Umgang mit Folgen der Finanzkrise von 2008 auch nicht als &bdquo;Sozialdemokratin&ldquo; von sich reden gemacht, sondern &ndash; nicht zuletzt indem sie den IWF in Sachen Griechenland ins Boot geholt hat &ndash; im Gegenteil als treue Sachwalterin der neoliberalen sogenannten &bdquo;Reformen&ldquo;.<\/p><p>Leider gibt das linke Lager aber auch wenig Anlass zu Hoffnung, wenn man &bdquo;Hoffnung&ldquo; mit einer an sozialen Fragestellungen orientierten Politik gleichsetzt. Der &ouml;sterreichische Philosoph Robert Pfaller hat mit &bdquo;Erwachsenensprache&ldquo; vor ein paar Jahren ein Buch vorgelegt, das sich mit der Aufgabe sozialpolitischer Themen durch die sozialdemokratische Linke befasst und die Schwerpunktsetzung auf identit&auml;tspolitische Themen beklagt. Nicht dass diese unwichtig w&auml;ren, aber sie d&uuml;rfen nicht als Feigenblatt dienen und den Umstand verschleiern, dass im sozialen Bereich im engeren Sinne, da wo es um L&ouml;hne und allgemein um Teilhabe am gesellschaftlichen Wohlstand geht, kein Fortschritt mehr angestrebt wird, der diesen Namen verdiente.<\/p><p>In diesem Zusammenhang ist vielleicht die Beobachtung des US-amerikanischen Philosophen Michael J. Sandel bemerkenswert, die er in seinem aktuellen Buch &bdquo;The Tyrrany of Merit&ldquo; macht, n&auml;mlich dass das fortschrittliche Lager in den letzten Jahrzehnten zunehmend die ichbezogene Rhetorik des Neoliberalismus &uuml;bernommen hat: wer es zu etwas gebracht hat, der hat es auch &bdquo;verdient&ldquo;, und wer es nicht schafft, sich auf dem weltweiten Markt der Arbeitskr&auml;fte gewinnbringend anzudienen, dem ist ein pers&ouml;nliches Versagen anzulasten. Dementsprechend wird auch in den USA lager&uuml;bergreifend Bildung als Allheilmittel angepriesen, ohne sich der realen und zunehmenden Ungleichheiten anzunehmen. Bekanntlich gibt es seit Jahrzehnten praktisch keine Reallohnzuw&auml;chse in den USA, w&auml;hrend die entstandenen Produktivit&auml;tszuw&auml;chse auf den Konten der Kapitaleigner landen.<\/p><p>Wir haben es also mit einem zweifachen Angleichungsprozess zu tun: das konservative Lager &sbquo;klaut&lsquo; dem fortschrittlichen Lager die &sbquo;weichen&lsquo; Themen, ausgerechnet diejenigen, auf die das fortschrittliche Lager gesetzt hatte, nachdem es die &sbquo;harten&lsquo; Themen &ndash; wachsende Ungleichheit, stagnierende L&ouml;hne, erodierende soziale Absicherung &ndash; immer mehr aus den Augen verloren hat und eine solide, wirtschaftswissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung &agrave; la Flassbeck damit scheut.<\/p><p>C.P.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>28. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller,<\/p><p>was ist links, was ist rechts? Die politische Linke ist Produkt der klassischen Industriegesellschaft &ldquo;des Westens&rdquo;. Ihre soziokulturelle Quelle&nbsp;waren Gro&szlig;betriebe mit Massenbelegschaften, ihre Ziele &ouml;konomisch basiert &ndash; Verteilungsfragen und Machtfragen. Diese Gesellschaften&nbsp;gibt es heute in dieser Form &uuml;ber die EU gemittelt nicht mehr. Das kommunistisch inspierierte Experiment ist gescheitert, die Sozialdemokraten besitzen kein eigenst&auml;ndiges Gesellschaftsmodell mehr, sie haben mehr oder weniger mit den Gewerkschaften gebrochen und sind Vertreter des gutmeinenden Teiles der abgesichert &ldquo;unproduktiv&rdquo; arbeitenden Bev&ouml;lkerung geworden (&ouml;ffentlicher Dienst, Lehrer, Journalisten, Akademiker usw.), der die Welt meist so sieht, wie er glaubt, dass sie zu sein h&auml;tte, aber nicht, so wie sie ist. Die aktuelle Linke ist zum moralischen Appendix des globalisierten Kapitals rudimentiert.&nbsp;Insofern ist es logisch, alles, was nicht dezidiert nationalistisch und rechts ist, als links zu bezeichnen. Einzig Frau Wagenknecht, die in ihrem Buch &ldquo;Reichtum ohne Gier&rdquo;&nbsp;neue Strukturen f&uuml;r die Wirtschaft anspricht, ist hier als Beispiel f&uuml;r seltene Ausnahmen zu nennen.<\/p><p>F&uuml;r die in den letzten Jahrzehnten&nbsp;entstandenen allseitig heterogen strukturierten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse in den Dienstleistungsbereichen hat die Linke keinerlei Angebote. Und der Pseudointernationalismus in der Migrationspolitik&nbsp;versch&auml;rft das Problem.&nbsp;Gerade&nbsp;in den geringqualifizierten Arbeitsbereichen ist jeder zus&auml;tzliche Mensch in erster Linie Konkurrent.&nbsp;Kulturelle Aspekte sowie den&nbsp;Problemkreis Identit&auml;tspolitik&nbsp;lasse ich jetzt weg. Das w&uuml;rde zu weit f&uuml;hren. Die genannten Schlagworte lie&szlig;en sich beliebig unterf&uuml;ttern. Ein praktisches Beispiel im Rahmen von Corona soll das illustrieren: Amazon und Paketdienste d&uuml;rfen im Lockdown weiterarbeiten (Warum eigentlich?). Und warum wird das nicht von einem SPD-Arbeitsminister an die Einf&uuml;hrung von ordentlichen Tarifvertr&auml;gen und Arbeitsbedingungen gekn&uuml;pft?<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e, frohes Fest und ein gesundes neues Jahr!<br>\nBernd Matthes<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>29. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>die Rede von der &bdquo;Sozialdemokratisierung der Union&ldquo; mag Sie zwar mit gutem Grund erz&uuml;rnen, doch beruht Ihr berechtigter Zorn auf einer falschen Voraussetzung, n&auml;mlich derjenigen, da&szlig; es sich bei Bezugsgr&ouml;&szlig;e, der real existierenden SPD, um eine sozialdemokratische Partei im historischen Sinn des Begriffes handelt. Sie wissen dies doch selbst am besten, denn existierte &bdquo;Ihre&ldquo; Sozialdemokratie noch, in der Sie jahrzehntelang gearbeitet haben, w&uuml;rde es Ihr Projekt &bdquo;NachDenkSeiten&ldquo; vermutlich nicht oder nicht in dieser Form geben.<\/p><p>Doch Ihre Sozialdemokratie ist untergegangen: Der letzte Sozialdemokrat, der den SPD-Parteivorsitz innehatte, war Oskar Lafontaine, der 1999 den Machtkampf verlor, &bdquo;fliehen&ldquo; mu&szlig;te und sp&auml;ter dann an der Etablierung einer im Grunde sozialdemokratischen Partei namens &bdquo;Die Linke&ldquo; federf&uuml;hrend beteiligt war; viele Sozialdemokraten sind seither ebenfalls aus der SPD gefl&uuml;chtet, vermutlich ein Gro&szlig;teil zu Lafontaines &bdquo;LINKE&ldquo;; &nbsp;ironischerweise ist Lafontaine in der Partei, die er aus der Taufe zu heben half, mittlerweile erneut &ndash; wie 1999 in der SPD &ndash; an den Rand gedr&auml;ngt und immer weniger wohl gelitten (gleiches gilt f&uuml;r seine Ehefrau Sahra Wagenknecht, die w&auml;hrend der besseren Jahren der Partei noch deren Aush&auml;ngeschild war). &nbsp;In der real existierenden SPD mag es noch vereinzelt Sozialdemokraten geben, doch befinden diese sich entweder in der inneren Emigration oder &ndash; wie etwa Rudolf Dre&szlig;ler &ndash; im verdienten Ruhestand. Nicht von ungef&auml;hr lie&szlig; der Kabarettist Georg Schramm eine seiner B&uuml;hnenfiguren, den hessischen Sozialdemokraten August, h&auml;ufig von der AG &ldquo;Sozialdemokraten in der SPD&rdquo; berichten &ndash; dies war zur H&auml;lfte Witz, zur anderen H&auml;lfte Zustandsbeschreibung.<\/p><p>Statt sich umzuetikettieren, behielt die SPD kontrafaktisch das Label &bdquo;sozialdemokratisch&ldquo; bei und trug als Regierungspartei nicht nur einen v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen ein Land mit, das Jahrzehnte zuvor bereits von Hitlers Wehrmacht terrorisiert wurde, sondern legte mit der Teilprivatisierung der Rentenversicherung, der Einf&uuml;hrung der Fallpauschalen in der GKV und den sog. &bdquo;Hartz-Reformen&ldquo; im SGB die Lunte an die Fundamente des Sozialstaates bundesrepublikanischer Pr&auml;gung. Die SPD verlor seither nicht nur zahlreiche Mitglieder, sondern sammelte auch flei&szlig;ig Wahlniederlagen, ohne an ihrem politischen Kurs im Grundsatz etwas zu &auml;ndern. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, da&szlig; dies die &bdquo;Spitzen&ldquo;-Funktion&auml;re der Partei offensichtlich nicht k&uuml;mmert? Es ist, als ob sie Didier Eribons &bdquo;R&uuml;ckkehr nach Reims&ldquo; gelesen h&auml;tten und sich sagen w&uuml;rden: Sollen die &bdquo;deplorables&ldquo; doch das Weite suchen &ndash; Jetzt erst recht! Und weshalb auch nicht: Sowohl im Bund als auch in den L&auml;ndern, in Kommunen sowie Beh&ouml;rden und Anstalten konnten nach wie vor lukrative Sinekuren behauptet oder frisch an Land gezogen werden; die zahlreichen &bdquo;Gro&szlig;en Koalitionen&ldquo;, die im Zeitverlauf schrumpften, wurden dadurch m&ouml;glich, da&szlig; sich Union und SPD einander anglichen.<\/p><p>Ein &auml;hnlicher Entkernungsproze&szlig; ist bei der LINKEN im Gange, die von einer sozialdemokratischen Lafontaine-Linken zu einer &bdquo;Bertelsmann-Linken&ldquo; umgeschliffen wird, zu einer Partei, die das EU-F&auml;hnchen hochhalten, das segensreiche Wirken der NATO akzeptieren und ein aberwitziges Grundeinkommen sowie &bdquo;no-borders-no-nation&ldquo; propagieren wird. Die &bdquo;LINKE&ldquo; mu&szlig;, um die Eintrittskarte in das neoliberale Parteienkartell zu l&ouml;sen und Zugriff auf Posten und Dienstwagen zu erhalten, aufh&ouml;ren, eine linke Partei zu sein; das Etikett kann sie zu Werbezwecken weiterhin f&uuml;hren, solange sie sich irreversibel dem Credo des transatlantisch ausgerichteten, &bdquo;progressiven Neoliberalismus&ldquo; (Nancy Fraser) verpflichtet, wie es musterg&uuml;ltig in den &bdquo;vier Grundfreiheiten&ldquo; der EU zum Ausdruck kommt. Friedrich von Hayek und Ludwig von Mises k&ouml;nnen zufrieden sein.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nFrank Graf<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>30. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>und ob wir &ldquo;diese Beobachtungen teilen&rdquo;!<\/p><p>Gro&szlig;en Dank f&uuml;r Ihre aufschlussreiche Analyse!<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e!<br>\nHelene+Ansgar Klein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Albrecht M&uuml;ller weist in diesem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68129\">Beitrag<\/a> darauf hin, dass durch den Kampf gegen rechts mittlerweile eine &bdquo;Verschiebung des Blicks auf die politische Geographie&ldquo; zugunsten der konservativen Positionen zu beobachten ist. Zu bef&uuml;rchten ist, dass das &bdquo;f&uuml;r die Rechtskonservativen und Rechten positive, f&uuml;r die fortschrittlichen, linken Kr&auml;fte bittere Folgen&ldquo; haben k&ouml;nnte. Danke f&uuml;r die Leserbriefe.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68331\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-68331","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68331","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=68331"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68331\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":68332,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68331\/revisions\/68332"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=68331"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=68331"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=68331"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}