{"id":68340,"date":"2021-01-02T11:30:47","date_gmt":"2021-01-02T10:30:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68340"},"modified":"2021-01-02T12:55:22","modified_gmt":"2021-01-02T11:55:22","slug":"weiterhin-vasall-der-usa-davon-wird-viel-abhaengen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68340","title":{"rendered":"Weiterhin Vasall der USA? Davon wird viel abh\u00e4ngen"},"content":{"rendered":"<p>Noch in diesem Monat wird &uuml;ber den Vorsitz der CDU entschieden. Zumindest 2 der 3 Kandidaten &ndash; n&auml;mlich Merz und R&ouml;ttgen &ndash; d&uuml;rften, wenn ausgeschlossen w&auml;re, dass sich Einflusspersonen der USA um den Vorsitz einer deutschen Partei bewerben d&uuml;rfen, nicht kandidieren. Friedrich Merz war bis vor kurzem Aufsichtsratsvorsitzender des gr&ouml;&szlig;ten US-amerikanischen Finanzkonzerns, von BlackRock. Dieser Finanzkonzern regiert in deutsche Unternehmen hinein und versucht erfolgreich, die Gesellschaftspolitik der Europ&auml;ischen Union zu bestimmen. Norbert R&ouml;ttgen ist durch und durch Atlantiker. Das sind schlechte Aussichten nicht nur f&uuml;r die CDU, auch f&uuml;r unser Land. Denn schon jetzt sind wir &uuml;ber weite Strecken ein Vasall der USA. Den dieses Thema betreffenden Auszug aus &bdquo;Die Revolution ist f&auml;llig&ldquo; geben wir Ihnen im Folgenden zur Kenntnis. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>9. Vasall der USA<\/strong><\/p><p>Viele Deutsche (West) sehen in den USA eine Nation und in den dortigen Menschen ein Volk, das uns sehr geholfen hat: mitgeholfen bei der Befreiung von den Nazis, geholfen bei der wirtschaftlichen Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele Deutsche sehen in den USA jene, die uns vor den Sowjets und den Kommunisten gesch&uuml;tzt haben. Auch wenn man das anders sehen kann, generell kann man wohl sagen, dass in den 1950er- und 60er-Jahren so etwas wie ein abschreckendes Gleichgewicht der Kr&auml;fte bestand. Damals wurden wir von den USA gesch&uuml;tzt&nbsp;&ndash; so sah es zumindest aus&nbsp;&ndash;, heute werden wir benutzt. <\/p><p>Die Vereinigten Staaten von Amerika verfolgen vornehmlich ihre eigenen Interessen und diese Position hat einen ziemlich imperialen und auf eigene Interessen bedachten Charakter. Das ist nicht erst mit der Pr&auml;sidentschaft Donald Trumps so gekommen. Es war vorher schon nicht viel anders. Mit Trump ist diese Haltung nur etwas deutlicher geworden, weil er auch die entsprechenden Formulierungen lieferte. &raquo;America first&laquo; sollte eigentlich jedem deutlich machen, was hier gespielt wird. Da ist von Partnerschaft nicht die Rede. Es wird offen bekannt, dass die Interessen der USA Vorrang haben. Aber wie gesagt, das ist nicht neu. Das galt auch schon f&uuml;r Barack Obama, f&uuml;r Hillary Clinton, f&uuml;r Bill Clinton und die Bushs sowieso.<\/p><p>Versetzen Sie sich in die Lage des US-amerikanischen Pr&auml;sidenten, zum leichteren Verst&auml;ndnis einfach in die des Pr&auml;sidenten Trump. Dann wird Ihnen vieles von dem, was im Folgenden zu lesen ist, sehr viel leichter einleuchten als ohne Nutzung dieser Verst&auml;ndnishilfe.<\/p><p><strong>Stellen Sie sich vor, Sie w&auml;ren der US-Pr&auml;sident oder Vordenker beim zust&auml;ndigen Geheimdienst. Was w&uuml;rden Sie dann tun?<\/strong><\/p><p>Sie w&uuml;rden &uuml;berlegen, wie Sie den Wohlstand der US-Nation und vor allem der f&uuml;hrenden Kr&auml;fte auch in Zukunft erhalten k&ouml;nnen. Deshalb w&uuml;rden Sie zum Beispiel dar&uuml;ber nachdenken, wie man sich die Ressourcen in anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in Eurasien oder im Mittleren Osten, zu eigen machen kann. Und Sie w&uuml;rden &uuml;berlegen, wie man potenzielle Konkurrenten, insbesondere die gro&szlig;en Konkurrenten China und Russland, in Schach halten und kleinere St&ouml;rfaktoren wie den Iran ausschalten kann. Sanktionen sind eines der Instrumente, mit denen die USA ihre Gegner oder vermeintlichen Gegner zu beeinflussen und ihnen zu schaden versuchen. Sanktionen wirken dann erst richtig, wenn sie nicht von den USA alleine ausgesprochen und vollzogen werden. Die USA haben deshalb immer auch wieder versucht und erfolgreich versucht, andere V&ouml;lker und Nationen in diese Sanktionspolitik zu integrieren.<\/p><p>Wenn Sie Pr&auml;sident der USA w&auml;ren, dann w&uuml;rden Sie selbstverst&auml;ndlich &uuml;berlegen, wie Sie den Einfluss der USA auf wichtige Akteure in befreundeten Nationen sichern k&ouml;nnen, in Deutschland zum Beispiel und in Europa. Da w&uuml;rden Sie auf die naheliegende Idee kommen, dass der Einfluss &uuml;ber Parteien l&auml;uft, &uuml;ber Medien und &uuml;ber einzelne Gruppen sowie NGOs. Gegebenenfalls w&uuml;rden Sie eigens NGOs gr&uuml;nden oder dieses veranlassen. Und Sie w&uuml;rden mithelfen, dass Ihre Freunde in angesehenen Organisationen, wie zum Beispiel der Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung oder im German Marshall Fund, das Sagen bekommen und behalten.<\/p><p>Sie w&uuml;rden daf&uuml;r sorgen, dass diese Gew&auml;hrsleute&nbsp;&ndash; die man auch Einflussagenten nennen k&ouml;nnte&nbsp;&ndash; in schwierigen Situationen ihre Stimme zugunsten der US-Politik erheben. Hier ist ein Musterbeispiel daf&uuml;r. Das Beispiel betrifft die Debatte nach der Ermordung des iranischen Generals Kassem Soleimani im Irak. Der Bundestagsabgeordnete Michael Roth twitterte: <\/p><blockquote><p>&raquo;Bei aller berechtigten Kritik an Pr&auml;sident #Trump: Die von einigen bem&uuml;hte Gleichsetzung von #USA und #Iran als globales Sicherheitsrisiko ist bescheuert &amp; unanst&auml;ndig. Die USA sind eine liberale Demokratie. Im Iran werden Schwule &amp; Dissidenten an Baukr&auml;nen erh&auml;ngt. #Soleimani&laquo;41<\/p><\/blockquote><p>Dass gerade der Abgeordnete Michael Roth (SPD) jetzt schon seit 2013 Staatsminister im Ausw&auml;rtigen Amt ist und schon zwei Au&szlig;enminister &uuml;berdauert hat, kann ich mir nur so erkl&auml;ren, dass m&auml;chtige Kr&auml;fte ihre Hand &uuml;ber ihn halten. Und er sich dann mit solchen &Auml;u&szlig;erungen und mit vielem anderen revanchiert. Die Behauptung, die USA seien eine &raquo;liberale Demokratie&laquo;, kann nur von jemandem kommen, der als Propagandist engagiert ist und deshalb &uuml;bersehen muss, dass in den USA nur Milliard&auml;re oder ihre Gew&auml;hrsleute Pr&auml;sidenten werden k&ouml;nnen&nbsp;&ndash; alle Macht geht vom Gelde aus und nicht vom Volk. Und er muss auch &uuml;bersehen, dass radikale, rechts-religi&ouml;se Ideologen &uuml;ber weite Strecken das Sagen haben und Schwule, Dissidenten und &uuml;brigens auch Schwarze dort auf andere Weise fertiggemacht werden. <\/p><p><strong>Der Einfluss auf die Personalpolitik in anderen L&auml;ndern und Kontinenten<\/strong><\/p><p>Wenn Sie US-Pr&auml;sident, CIA-Chef oder ein einflussreicher Berater w&auml;ren, dann w&uuml;rden Sie selbstverst&auml;ndlich versuchen, die Personalpolitik anderer V&ouml;lker und V&ouml;lkergemeinschaften zu beeinflussen, bei befreundeten Nationen und bei fremden. Fangen wir mit Letzterem an:<\/p><p>Es ist ja kein Geheimnis, dass die USA die Pr&auml;sidentschaft Boris Jelzins nutzten, um die Politik Russlands der 1990er-Jahre auch im Inneren zu bestimmen. Die USA haben massenweise Berater geschickt und Jelzin sogar geholfen, eine f&uuml;r ihn gef&auml;hrdete Wiederwahl zu gewinnen. In Naomi Kleins Schock-Strategie wird das ziemlich detailliert beschrieben. Und weil heute mit Pr&auml;sident Putin der Einfluss auf die Politik Russlands geschwunden ist, wird gegen diesen Stimmung gemacht&nbsp;&ndash; von den USA und im Verein damit von allen von den USA beeinflussten Politikern anderer L&auml;nder und der dort t&auml;tigen Medien, Sachverst&auml;ndigen, Beobachtern, sogenannten Experten. Diese Stimmungsmache ist so wirksam, dass heute in der allgemeinen &Ouml;ffentlichkeit der Eindruck entstanden ist, Russlands Wohlbefinden habe sich mit dem Wechsel von Jelzin zu Putin verschlechtert. Das ist schlicht die Unwahrheit.<\/p><p><strong>Bei befreundeten Nationen funktioniert sowohl der personalpolitische Einfluss als auch der Einfluss auf Sachentscheidungen &uuml;ber ein Heer von Beratern:<\/strong><\/p><p>Von der Leyen hat sich als Bundesverteidigungsministerin bei der Frage der Erh&ouml;hung der Milit&auml;rausgaben so verhalten, wie der US-Pr&auml;sident es gefordert hat: Milit&auml;rausgaben erh&ouml;hen, Aufr&uuml;stung statt Abr&uuml;stung. Und obwohl diese Ministerin wegen ihrer hohen Ausgaben f&uuml;r Beratungsfirmen und verschiedenen Personalentscheidungen in Schwierigkeiten geraten und alles andere als ein Vorbild war, wurde sie Pr&auml;sidentin der EU-Kommission. Das ist eine Schl&uuml;sselfunktion und sie ist wichtig f&uuml;r die USA.<\/p><p>Die Personalentscheidung f&uuml;r von der Leyen ist lautlos &uuml;ber die B&uuml;hne gegangen. Kein vern&uuml;nftiger Mensch kann erkl&auml;ren, wieso gerade sie dieses wichtige Amt bekommen hat. Eine richtungsweisende Teilerkl&auml;rung: Sie hatte die Unterst&uuml;tzung wichtiger L&auml;nder aus Osteuropa. Auf diese Staaten haben die USA einen gro&szlig;en Einfluss.<\/p><p>Von der Leyen hat beim ersten gro&szlig;en kritischen Fall sofort und eindeutig die Position der USA vertreten: Schuld an der Konfrontation im Nahen Osten und an der Hinrichtung des iranischen Generals sei der Iran selbst. Mit ihr k&ouml;nnen die USA vermutlich auch bei anderen Gelegenheiten Pfl&ouml;cke einschlagen und die innere Gestaltung der Europ&auml;ischen Union ma&szlig;geblich mitgestalten. Ursula von der Leyen ist das Musterbeispiel einer &raquo;Einflussagentin&laquo;. <\/p><p>Warum Heiko Maas bei uns Au&szlig;enminister geworden ist, erschlie&szlig;t sich den meisten Menschen und Beobachtern nicht. Solche Zweifel galten vorher schon f&uuml;r Sigmar Gabriel und den fr&uuml;heren Au&szlig;enminister und jetzigen Bundespr&auml;sidenten Frank-Walter Steinmeier. Bei Gabriel hat sich hinterher flugs gezeigt, in wessen Diensten er steht. Er wurde zum Vorsitzenden der Atlantikbr&uuml;cke gew&auml;hlt&nbsp;&ndash; als Nachfolger von Merz.<\/p><p>Letzterer geh&ouml;rt zum Kreis der bew&auml;hrten US-Einflusspersonen. Bei ihm ist die Verflechtung auch institutionell gesichert. Er stand bis zu seiner Kandidatur f&uuml;r den CDU-Vorsitz in Diensten des gro&szlig;en US-Finanzkapitals, konkret: BlackRock.<\/p><p>Wie sehr die USA und die mit ihnen unmittelbar verbundenen Institutionen wie die NATO in den deutschen Medien verankert sind, wird verdr&auml;ngt. Umso wichtiger ist, dass die Anstalt des ZDF am 29. April 2014 detailliert dargestellt hat, welche Personen in deutschen Medien im Dienste atlantischer Interessen stehen. Wichtige deutsche Journalisten und Journalistinnen sind eng mit Institutionen wie der Atlantikbr&uuml;cke verbunden und geben dieser Verbundenheit mit US-amerikanischen und NATO-Interessen in ihren Berichten und Kommentaren regelm&auml;&szlig;ig Raum. Das Feindbild Russland wieder neu aufzubauen, w&auml;re ohne diese mediale Unterst&uuml;tzung nicht m&ouml;glich gewesen. <\/p><p>Der Einfluss der USA auf politische Entscheidungen in anderen L&auml;ndern l&auml;uft heute schon und k&uuml;nftig wahrscheinlich noch sehr viel mehr &uuml;ber die wirtschaftlichen Verflechtungen, konkret &uuml;ber die Beteiligung gro&szlig;er angels&auml;chsischer Kapitalsammelstellen wie BlackRock und Blackstone an allen wichtigen Unternehmen in Europa und in der Welt. Dar&uuml;ber wurde ausf&uuml;hrlich in II. 3 und II. 4 berichtet. <\/p><p>Es gibt noch ein paar besondere Methoden der Einflussnahme. Eine ist schon erw&auml;hnt worden: der Aufbau von NGOs, die US-amerikanische Interessen in fremden L&auml;ndern vertreten. In der Ukraine haben die USA f&uuml;nf Milliarden Dollar investiert, um die Ukraine aus dem Einflussbereich Russlands herauszul&ouml;sen. Auch die Proteste auf dem Maidan im Winter und Fr&uuml;hjahr 2013\/2014 sind mithilfe solcher NGOs befeuert worden. Im konkreten Fall gab es auch eine enge finanzielle Zusammenarbeit zwischen den USA und dem Milliard&auml;r Soros.<\/p><p>In den USA sind zum Zwecke der Beeinflussung anderer V&ouml;lker eine Reihe von Institutionen aufgebaut worden. Eine von besonderer Bedeutung ist die National Endowment for Democracy (NED). Sie wurde 1983 gegr&uuml;ndet und soll die liberalen Demokratien in der Welt f&ouml;rdern. Diese Einrichtung war in der Ukraine sehr engagiert.&nbsp;&ndash; Man kann ja diese Formen der Einflussnahme f&uuml;r unproblematisch halten. Ja, manche halten diese Mechanismen der Beeinflussung anderer V&ouml;lker sogar f&uuml;r ehrenwert. Mit zwei anderen Methoden d&uuml;rften aber selbst dicke Freunde der USA Probleme haben:<\/p><p>Wenn Sie sich in die Rolle des US-amerikanischen Pr&auml;sidenten versetzen, dann ist Ihnen die hier beschriebene Praxis der weltweiten Machenschaften des US-Finanzministeriums ein Begriff. Sie sind der steuernde Hintermann, Sie nutzen &raquo;die Superwaffe des Mr. Glaser. [N&auml;mlich] Sanktionen gegen Russland und den Iran&laquo; mit nachhaltigem Erfolg. Sie bringen mithilfe der Sanktionen V&ouml;lker reihenweise in &ouml;konomische Schwierigkeiten. Sie sorgen auf diese Weise auch daf&uuml;r, dass Tausende unschuldiger Menschen verhungern oder auf andere Weise sterben.<\/p><p>Leserinnen und Leser, die bef&uuml;rchten, hier w&uuml;rden Verschw&ouml;rungstheorien ausgebreitet, sollten den Zeit-Artikel &uuml;ber die &raquo;Superwaffe des Mr. Glaser&laquo; lesen. Er stammt von 2014 und beschreibt die Instrumente des US-Pr&auml;sidenten zur Beeinflussung der Finanzm&auml;rkte in anderen Regionen und L&auml;ndern.<\/p><p>John Perkins berichtet in seinem 2004 erschienenen Buch Bekenntnisse eines&nbsp;Economic Hit Man, wie das aus anderem Anlass und in einem anderen Milieu in der Praxis funktioniert hat. Der Autor schildert, dass er als Angestellter einer Unternehmensberatung im Auftrag der United States Agency for International Development&nbsp;(USAID), der Weltbank und weiterer Institutionen mit Erfolg versucht hat, Repr&auml;sentanten anderer, meist kleinerer Staaten dazu zu veranlassen, ihr Land zu verschulden und damit so in Abh&auml;ngigkeit zu bringen, dass sie sich bei Abstimmungen der UNO und anderen Gelegenheiten dem Willen der USA beugen. Todesopfer waren bei diesen Operationen nicht ausgeschlossen. Auch er schildert die Auslagerung der eigentlichen Drecksarbeit an Dritte. <\/p><p>Dies alles hat mit den hehren Vorstellungen von Freundschaft und Ebenb&uuml;rtigkeit zwischen USA, uns und anderen V&ouml;lkern wenig zu tun. Und es ist schlimmer geworden. Wir waren schon einmal autonomer und mutiger, uns dem Einflussbereich der USA zu entziehen.<\/p><p>Daf&uuml;r will ich nur zwei Beispiele nennen. Sie stammen aus der eigenen Erfahrungswelt:<\/p><p>Erstes Beispiel: Es ist ja allgemein bekannt, dass Brandt nach dem Zweiten Weltkrieg bei seiner politischen Arbeit in Berlin mit den West-Alliierten und insbesondere mit den USA eng zusammengearbeitet hat und von diesen wohl auch gest&uuml;tzt worden ist. Er hat auch den Beginn der Ostpolitik im Dezember 1966 als Au&szlig;enminister der Bundesrepublik Deutschland eng mit den westlichen Alliierten und der NATO abgestimmt. Anders w&auml;re das damals gar nicht m&ouml;glich gewesen. Als sein Mitarbeiter habe ich ihn dann allerdings w&auml;hrend der ganzen Zeit meiner Mitarbeit als autonom und US-kritisch erlebt. Dass die Verantwortlichen in den USA das &auml;hnlich empfunden haben, wird schlagartig an dem bekanntgewordenen Dialog zwischen Pr&auml;sident Nixon und Sicherheitsberater Kissinger sichtbar. Davon berichtete der Spiegel. Ich zitiere das ganze ver&ouml;ffentlichte St&uuml;ck, weil daran der Geist dieser Freundschaft wie auch der weitere Niedergang sichtbar wird:<\/p><p><strong>&raquo;Todesw&uuml;nsche f&uuml;r Willy Brandt<\/strong><\/p><p>US-Pr&auml;sident Richard Nixon und sein Sicherheitsberater Henry Kissinger haben Kanzler Willy Brandt bekanntlich nie getraut. Neu ist allerdings, dass sie ihm den Tod an den Hals w&uuml;nschten. Das zeigt eine Tonbandaufnahme, die nun das US-Au&szlig;enministerium ver&ouml;ffentlicht hat. Es geht um ein Gespr&auml;ch am 3.&nbsp;Februar 1973. Brandt litt an einer Stimmbandentz&uuml;ndung und hatte eine Geschwulst entfernen lassen.<\/p><p>Nixon:&nbsp;Wie sieht es mit Brandts Kehle aus?<br>\nKissinger:&nbsp;Leider ist sie (die Geschwulst&nbsp;&ndash;&#8239;Red.) nicht b&ouml;sartig. Es ist schrecklich, so etwas zu sagen&nbsp;&hellip;<br>\nNixon:&nbsp;Ich wei&szlig;, was Sie meinen&nbsp;&hellip;<br>\nKissinger:&nbsp;Ich meine&nbsp;&hellip;<br>\nNixon:&nbsp;Sie meinen, dass er ungl&uuml;cklicherweise bei sehr guter Gesundheit ist.<br>\nKissinger:&nbsp;Leider wird er uns erhalten bleiben, yeah.<br>\nNixon:&nbsp;Er ist ein Trottel.<br>\nKissinger:&nbsp;Er ist ein Trottel&nbsp;&hellip;<br>\nNixon:&nbsp;Er ist ein Trottel&nbsp;&hellip;<br>\nKissinger:&nbsp;&hellip; und er ist gef&auml;hrlich.<br>\nNixon:&nbsp;Tja, leider ist er gef&auml;hrlich.&laquo;<\/p><p>Keine Sorge: Die heute amtierenden Politikerinnen und Politiker in Europa wurden und w&uuml;rden&nbsp;&ndash; von wenigen Ausnahmen abgesehen&nbsp;&ndash; von solchen Todesw&uuml;nschen verschont. Man ist sich ihrer Zuneigung und Zuarbeit offensichtlich sicher.<\/p><p>Zweites Beispiel: Am 7.&#8197;Januar 2020 gab es im rheinland-pf&auml;lzischen Landtag eine Feierstunde &raquo;100 Jahre amerikanische Pr&auml;senz an Rhein und Mosel&laquo;. Anwesend war der Kommandeur der US-Armee im Europa-Hauptquartier (Wiesbaden), General Christopher Cavoli. Die pf&auml;lzische Zeitung Pfalz Express berichtete: &raquo;Landtagspr&auml;sident Hendrik Hering und Innenminister Roger Lewentz (SPD) dankten den US-Amerikanern f&uuml;r ihren Beitrag zur Demokratiebildung in Deutschland und f&uuml;r 75 Jahre Frieden.&laquo;<br>\nEin kurzer Blick zur&uuml;ck zeigt, wie anders das Verh&auml;ltnis einmal war. Im Landtagswahlkampf 1990\/91 hat der damalige Spitzenkandidat der SPD, Rudolf Scharping, gefordert, Rheinland-Pfalz d&uuml;rfe nicht weiter der &raquo;Flugzeugtr&auml;ger der USA in Europa&laquo; sein. <\/p><p>Jetzt wird die Pr&auml;senz der Alliierten gefeiert. Wir waren schon mal viel weiter. Heute sieht es jedenfalls nicht so aus, dass wir uns jemals aus den F&auml;ngen der USA und der NATO befreien k&ouml;nnen.<\/p><p>Die USA sind ein interessantes Land. Die US-Amerikaner sind oft kreativ und menschenfreundlich. Ich habe als junger Mensch in Heidelberg, meiner Heimatstadt, eine Reihe von produktiven kulturellen Erfahrungen mit US-B&uuml;rgern gemacht. Im Jazzclub Cave 54, mit dem Amerika-Haus und bei vielen weiteren Gelegenheiten.<\/p><p>Es gibt keinen Grund, ein schlechtes Verh&auml;ltnis zu US-Amerikanern zu haben. <\/p><p>Aber es gibt einige Gr&uuml;nde, die USA als imperiale Macht nicht mehr zu akzeptieren. Weil das gef&auml;hrlich ist, weil der grundlegende Geist der Beherrschung und der Konfrontation einem friedlichen Zusammenleben der Menschen nicht guttut und im konkreten Fall Europas &auml;u&szlig;erst gef&auml;hrlich wird. <\/p><p>Deshalb wird es die Hauptaufgabe der deutschen Politik in den n&auml;chsten Jahren und Jahrzehnten sein, uns aus der Vormundschaft der USA zu l&ouml;sen. Das ist eine Herkulesarbeit. Und sie ist nicht leichter geworden.<\/p><p><em>Auszug aus Albrecht M&uuml;ller: Die Revolution ist f&auml;llig. Aber sie ist verboten. Westend Verlag. September 2020. 192 Seiten. 16 &euro;. Buchhandel oder <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/buecher-mehr\/die-revolution-ist-faellig.html\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch in diesem Monat wird &uuml;ber den Vorsitz der CDU entschieden. 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