{"id":6860,"date":"2010-09-28T09:14:22","date_gmt":"2010-09-28T07:14:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6860"},"modified":"2010-09-28T09:14:22","modified_gmt":"2010-09-28T07:14:22","slug":"hinweise-des-tages-1236","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6860","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Hartz-Regels&auml;tze; wer ist Heinz Buschkowsky; Wende in der Lohnpolitik; Arbeitsministerin von der Leyen vernichtet regul&auml;re Jobs; Rente mit 67 ist nicht vertretbar; Anh&ouml;rung Altersarmut: Experten bef&uuml;rchten Zunahme; Bankraub: Der Fall Hypo Real Estate; Pharmalobby diktiert Gesetzes&auml;nderung Nr. 4; Stuttgart 21; Gabriel: 25 Milliarden f&uuml;r die Bildung; Werkbank statt H&ouml;rsaal; magere Zwischenbilanz bei Bachelor-Studieng&auml;ngen; Der andere Krieg gegen den Irak; Kriege jenseits unserer Wahrnehmung. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\nHier die &Uuml;bersicht, Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Hartz-Regels&auml;tze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Wer ist Heinz Buschkowsky<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Gerhard Bosch: Wende in der Lohnpolitik?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Arbeitsministerin von der Leyen vernichtet regul&auml;re Jobs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Vierter Monitoring-Bericht belegt: Rente mit 67 ist nicht vertretbar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Anh&ouml;rung Altersarmut: Experten bef&uuml;rchten Zunahme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Bankraub: Der Fall Hypo Real Estate<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Pharmalobby diktiert Gesetzes&auml;nderung Nr. 4<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Gabriel: 25 Milliarden f&uuml;r die Bildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Werkbank statt H&ouml;rsaal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Magere Zwischenbilanz bei Bachelor-Studieng&auml;ngen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Der andere Krieg gegen den Irak<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Kriege jenseits unserer Wahrnehmung<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=6860&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Hartz-Regels&auml;tze<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Das ist drin im neuen Hartz-IV-Satz<\/strong><br>\nDie Bundesregierung beruft sich bei der Neuberechnung der Hartz-IV-S&auml;tze auf das Statistische Bundesamt &ndash; und findet, dass einem Hartz-IV-Empf&auml;nger kein Haustier, keine Schnittblumen und auch keine Zimmerpflanzen mehr zustehen.<br>\nDas Existenzminimum ist eng begrenzt: Bier, Zigaretten, Schnittblumen, Haustiere, der eigene Garten oder auch Benzin f&uuml;r ein Auto geh&ouml;ren nicht dazu. Die von der Bundesregierung geplante Anhebung der monatlichen Zahlungen an Hartz-IV-Bezieher um f&uuml;nf Euro auf 364 Euro f&auml;llt auf den ersten Blick karg aus. Aber bei derzeit etwa 4,7 Millionen erwachsenen Hilfeempf&auml;ngern schl&auml;gt jeder Euro mehr im Bundeshaushalt mit etwa 60 Mio. Euro j&auml;hrlich zu Buche.<br>\nDas Arbeitsministerium hat daher in seinem Gesetzentwurf im Detail dargelegt, welche Ausgaben Geringverdienerhaushalte im Jahr 2008 laut einer Stichprobe des Statistischen<br>\nBundesamtes hatten. Die Regierung will damit auch nachweisen, dass sie dem Auftrag des Bundesverfassungsgerichts nachgekommen ist, das Existenzminimum auf nachvollziehbare Weise zu ermitteln. Nicht ber&uuml;cksichtigt wurden Ausgaben, die die Koalition nicht zum Existenzminimum z&auml;hlt:<br>\nInternet und Praxisgeb&uuml;hr Neu hinzugerechnet zum Existenzminimum f&uuml;r Erwachsene werden Kosten f&uuml;r das Internet und die Praxisgeb&uuml;hr. Im geplanten Regelsatz von 364 Euro f&uuml;r die Lebenshaltungskosten eines Monats sind aber nicht die tats&auml;chlichen Kosten ber&uuml;cksichtigt, sondern die durchschnittlichen Kosten aller Geringverdienerhaushalte &ndash; ob sie einen Internetzugang besitzen oder nicht.<br>\nF&uuml;r die Praxisgeb&uuml;hr sind 2,64 Euro im Monat im Regelsatz enthalten, f&uuml;r das Internet 2,28 Euro. Dass davon kein Internetanschluss zu finanzieren ist, wei&szlig; auch die Regierung. F&uuml;r einen Geringverdienerhaushalt, der das Internet nutzt, hat das Statistische Bundesamt monatliche Ausgaben von gut 14 Euro ermittelt. Da aber die wenigsten im Internet surfen, ergeben sich im Durchschnitt aller Geringverdienerhaushalte 2,28 Euro.<br>\nAuch 1,61 Euro f&uuml;r &ldquo;au&szlig;erschulischen Unterricht und Hobbykurse&rdquo; sind k&uuml;nftig im Regelsatz ber&uuml;cksichtigt.<br>\nNicht zum Existenzminimum geh&ouml;ren neuerdings Alkohol und Zigaretten. Sie waren zuletzt noch mit etwa 14 Euro im Regelsatz ber&uuml;cksichtigt worden. Um den Fl&uuml;ssigkeitsverlust zu ersetzen, der nach Einsch&auml;tzung der Ministerialbeamten durch den Verzicht auf zw&ouml;lf Liter Bier entsteht, werden aber 2,99 Euro im Monat f&uuml;r Mineralwasser im Regelsatz hinzugerechnet. Das Ministerium wei&szlig; aber gar nicht, wie viel Bier ein Langzeitarbeitsloser trinkt. Es hat nur akribisch gerechnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:wasser-statt-bier-das-ist-drin-im-neuen-hartz-iv-satz\/50174893.html%20\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Heribert Prantl: Schwarz-gelbe Ausgrenzungspolitik<\/strong><br>\nDie schwarz-gelbe Hartz-IV-Politik ist Ausgrenzungspolitik &ndash; wie gesagt, nicht nur der f&uuml;nf Euro wegen, sondern wegen der Art und Weise, wie man mit den Armen umgeht. Man tut so, als handele es sich um Kuckucke, die sich im Nest des Sozialstaats breitmachen und nur den Schnabel aufrei&szlig;en. So werden Schicksale&nbsp;verh&ouml;hnt.<br>\nNat&uuml;rlich gibt es unter den Hartz-IV-Empf&auml;ngern solche, die es sich in sozialer Verwahrlosung irgendwie eingerichtet haben und den Staat als Zapfanlage betrachten. Die schlechteste Reaktion darauf w&auml;re die, alle Hartz-IV-Empf&auml;nger daf&uuml;r zu&nbsp;bestrafen.<br>\nEs darf daran erinnert werden, dass es Missbrauch und Betrug unten und oben in der Gesellschaft gibt. Unter den Armen sind Leute, die jahrzehntelang hart gearbeitet haben und die nach zw&ouml;lf oder achtzehn Monaten Arbeitslosigkeit Hartz IV erwischt hat. Sie haben ihr Arbeitsleben lang Sozialbeitr&auml;ge bezahlt. Sie haben Erwartungen an einen Sozialstaat, der ihnen in Not hilft. Die Art und Weise, wie ihnen jetzt f&uuml;nf Euro &uuml;ber den Tisch gerollt werden, ist&nbsp;unw&uuml;rdig.<br>\nDas Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Februar 2010 hat nicht nur die v&ouml;llige Neuberechnung der Hartz-IV-S&auml;tze verlangt. Die Richter haben dieser Neuberechnerei eine ganz besondere, eine verfassungsrechtliche Bedeutung gegeben: Sie haben ein Grundrecht auf ein menschenw&uuml;rdiges Existenzminimum&nbsp;formuliert.<br>\nDieses Grundrecht sichert, so schreibt das h&ouml;chste Gericht, &ldquo;jedem Hilfebed&uuml;rftigen diejenigen Voraussetzungen zu, die f&uuml;r seine physische Existenz und f&uuml;r ein Mindestma&szlig; an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben unerl&auml;sslich sind&rdquo;. So hei&szlig;t es im ersten Leitsatz des Urteils. Die Bundesregierung hat sich offenbar nicht von diesem Leitsatz, sondern von der Haushaltslage leiten lassen. Sie hat ein Grundrecht&nbsp;missachtet.<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/280910_penuts_fuer_die_armen.png\" alt=\"Peanuts f&uuml;r die Armen\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/die-hartz-iv-debatte-fuenf-peanuts-fuer-die-armen-1.1004833%20\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Gustav Horn: &ldquo;Man muss auch mal ein Bier trinken d&uuml;rfen&rdquo; <\/strong><br>\ntagesschau.de: Sichern die geplanten Hartz-IV-Regels&auml;tze das Existenzminimum?<br>\nGustav A. Horn: Ich habe gro&szlig;e Zweifel daran, denn man hat aus den Berechnungen Wesentliches herausgenommen. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil zu Hartz IV angemahnt, die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben m&uuml;sse gew&auml;hrleistet sein. Dazu geh&ouml;rt, dass man sich mal ein Buch kaufen oder ins Kino gehen kann. Dazu geh&ouml;rt aber auch, dass man mal ein Bier trinken darf. Dies wurde heraus genommen mit der sehr populistischen Begr&uuml;ndung, man wolle keinen Rausch finanzieren. Aber bei den bisherigen Regels&auml;tzen kann doch nicht von Finanzierung von Rausch die Rede sein.<br>\ntagesschau.de: Im Gegenzug wurden jetzt die S&auml;tze f&uuml;r Mineralwasser, Internet-Zugang und Praxisgeb&uuml;hr erh&ouml;ht. Ist das nicht eine sehr sinnvolle Neugewichtung?<br>\nHorn: Es geht nicht darum, was der Staat f&uuml;r sinnvoll h&auml;lt, sondern darum: Kann der Arbeitslose am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Und um dies beurteilen zu k&ouml;nnen, muss man analysieren, was andere Menschen mit niedrigem Einkommen f&uuml;r Bed&uuml;rfnisse haben. An diesem Konsumverhalten muss man sich orientieren. Was der Staat gut oder schlecht findet, steht auf einem anderen Papier&hellip;<br>\ntagesschau.de: Die Bundesregierung will den Druck auf Arbeitslose erh&ouml;hen, sich einen Job zu suchen. Gibt es denn auf dem Arbeitsmarkt gen&uuml;gend Jobs f&uuml;r die Langzeitarbeitslosen?<br>\nHorn: Das ist eine weitere Illusion &ndash; durch Druck die Menschen in Arbeit zu bringen, als w&uuml;rden auf diese Weise noch Arbeitspl&auml;tze geschaffen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen wir immer noch sind, gibt es genau diese Arbeitspl&auml;tze nicht. Der Druck geht also ins Leere.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/hartz194.html%20\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Disziplin durch Abstinenz<\/strong><br>\nEs geht nicht um die kleine Summe selbst, nicht darum, dass einige Flaschen Bier und zwei Schachteln Zigaretten im Monat zu teuer w&auml;ren. Dahinter ist eine symbolische Geste zu vermuten, die vom Arbeitslosen ausgef&uuml;hrt werden soll. Eine Geste, die der puritanischen Ethik entstiegen ist. Dabei wird sich auf Stereotype gest&uuml;tzt, die seit geraumer Zeit verst&auml;rkt zum Einsatz kommen &ndash; zwei Widerparte, die k&uuml;nstlich gegeneinander positioniert werden: dem faulen, sittenlosen, tagesstrukturarmen, verwahrlosten Erwerbslosen stellt man eine Gestalt gegen&uuml;ber, die es so nicht gibt: den flei&szlig;igen, sittsamen, durchstrukturierten, gepflegten Erwerbst&auml;tigen, der nebenher auch noch der Ern&auml;hrer seines negativen Gegenentwurfes ist. Schwarz und wei&szlig;; gut und b&ouml;se!<br>\nDarauf l&auml;sst sich ein disziplinierendes Sendungsbewusstsein t&uuml;rmen. Der negative B&uuml;rgerentwurf ist an den positiven B&uuml;rgerentwurf anzugleichen &ndash; das Sozialwesen ist damit ganz im Sinne Foucaults zu einer schleifenden und drillenden Instanz geworden, die &uuml;berwacht und straft, um ihre gew&uuml;nschten Lernziele umzusetzen, Lebensentw&uuml;rfe im Sinne der gesellschaftlichen Normen bestm&ouml;glich anzugleichen. Der Verzicht des Lotterhaften, um damit den Tugendhaften n&auml;herzukommen, ist daher eine symbolische Handlung, ein quasi-zeremonieller Akt, der den zu Belehrenden endlich wieder auf die tugendhafte Bahn geleiten soll. Der zu disziplinierende Sch&uuml;ler hat den Beweis vor aller Augen zu erbringen, fortan keine Unterst&uuml;tzung f&uuml;r seine Laster mehr erfahren zu wollen &ndash; denn dem Laster selbst, wenn es dieses &uuml;berhaupt gibt, kann man leider nicht moralisierend Einhalt gebieten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/09\/disziplin-durch-abstinenz.html%20\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutschland zwischen Hartz und HRE<\/strong><br>\nDie schreiende Ungerechtigkeit, mit der nicht nur das Volkseinkommen, sondern auch und gerade Steuergelder den Reichen zugeschustert werden, mu&szlig; mit aller propagandistischer Gewalt &uuml;bert&uuml;ncht werden. Das Existenzminimum wird behandelt, als sei es eine Gnade f&uuml;r die Bed&uuml;rftigen, diese selbst stets als faule Betr&uuml;ger gehandelt. Da&szlig; beinahe alle Hartz IV-Empf&auml;nger schlicht die Verlierer im kapitalistischen Rennen um die letzten Pl&auml;tze im Boot sind, soll niemand wissen. Da&szlig; selbst der &ldquo;Mi&szlig;brauch&rdquo; weit weniger Schaden anrichtet als das Treiben der Betr&uuml;ger aus anderen Schichten, soll kaschiert werden, indem diese Einzelt&auml;ter bleiben, w&auml;hrend jene schon qua Existenz als Schmarotzer gelten.<br>\nDenn nur so l&auml;sst sich verkehren, was andersherum Realit&auml;t ist: Zu wenig zum Leben f&uuml;r die &Auml;rmsten, immer weniger realer Lohn f&uuml;r die unteren Einkommensschichten. Immer weniger auch f&uuml;r die mittleren Einkommen, die zunehmend den Anteil der Arbeitgeber an der Finanzierung des Staates &uuml;bernehmen. Rente mit 67. Nur noch zw&ouml;lf Monate ALG I und danach der Status als Parasit &ndash; mit entsprechender Behandlung.<br>\nDem gegen&uuml;ber Steuersenkungen, Geschenke, gigantische Renditen f&uuml;r die Oberschicht. Wer eineinhalb Jahre als Topmanager f&uuml;r eine Bank arbeitet, deren Gesch&auml;fte durch Milliarden Steuergelder finanziert werden, erh&auml;lt daf&uuml;r ab 60 eine Rente, die dem 55-fachen des &ldquo;Regelsatzes&rdquo; entspricht. Und w&auml;hrend die &Auml;rmsten permanent drangsaliert und verd&auml;chtigt werden, h&auml;lt man den Steuerbetr&uuml;gern noch die Fahnder vom Hals. Das sind die Kontraste in dieser marktwirtschaftlichen &ldquo;Demokratie&rdquo; im Jahr 2010.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/feynsinn.org\/?p=4990\">Feynsinn<\/a><\/li>\n<li><strong>Von der Leyens Tricksereien<\/strong>\n<ul>\n<li>Trick 1: Bei der Berechnung des Bedarfs wurden bei den Alleinerziehenden nur noch 15 Prozent der &Auml;rmsten einbezogen(bisher: 20 Prozent). Macht: 10 bis 20 Euro weniger. <\/li>\n<li>Trick 2: Beim Bedarf der Kinder wurde die Nachhilfe nicht generell angesetzt, sondern nur bei gef&auml;hrdeter Versetzung. &ldquo;Nachhilfe braucht man aber auch, um auf eine andere Schule zu wechseln&rdquo;, so Thomas Becker von der Caritas. <\/li>\n<li>Trick 3: Die &ldquo;verdeckt armen Familien&rdquo;, die aus Scham kein Hartz IV beantragt haben und unter den Regels&auml;tzen leben, wurden nicht herausgerechnet. <\/li>\n<li>Trick 4: Die von den Sozialverb&auml;nden geforderte &ldquo;Plausibilit&auml;tspr&uuml;fung wurde unterlassen&rdquo;, so die Caritas.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-kurier\/politik\/so_deckt_von_der_leyen_den_hartz-tisch\/312238.php\">Berliner Kurier<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wer ist Heinz Buschkowsky<\/strong><br>\nBuschkowskys Erscheinung und Habitus verleiten dazu, ihn zu untersch&auml;tzen: Klein, breit, stattlicher Bauch. Der schlagfertige Berliner wird gern als blo&szlig;er Hansdampf angesehen, als Sozialdemokrat vom alten Schlag, kurz: als Local Hero mit beschr&auml;nkter Wirkung eingeordnet. Doch Buschkowsky ist ein Autodidakt, der nicht nur aus den Erfahrungen seiner Biografie lebt, sondern sie &bdquo;auf die H&ouml;he der Zeit&ldquo; (Willy Brandt) gebracht hat. Er kennt den Stand der Migrationsdebatten und verficht unerschrocken sein Konzept. F&ouml;rdern und fordern. Wer hierher kommt, muss die Regeln anerkennen, die hier gelten. Auf internationalen Foren fragt er, ob in unseren St&auml;dten die Werteordnung der europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention noch gilt. Und l&auml;sst damit die professoralen Reisekader alt aussehen, die vorzugsweise von Vielfalt und Chancen der Migration schw&auml;rmen. Weil Buschkowsky dar&uuml;ber mehr wei&szlig; als jeder seiner Kritiker, die von den Spannungen nicht laut reden wollen, l&auml;sst er sich von Gegenwind kaum beeindrucken. Seine Stadtteilm&uuml;tter &ndash; das Modell hat er den Rotterdamer &bdquo;Rucksackm&uuml;ttern&ldquo; abgeschaut &ndash; sprechen zwei Sprachen. Sie machen Nachbarschaftsarbeit, um Jungen zum Schulbesuch zu bewegen, beraten M&uuml;tter und Alte. Sie sind Teil von Buschkowskys Feldversuch, dem Labor Neuk&ouml;lln, in das er seinen ganzen Ehrgeiz investiert. &bdquo;Sag deiner Mutter einen sch&ouml;nen Gru&szlig;, das hat sie gut gemacht&ldquo;, ruft er dem 19-j&auml;hrigen H&uuml;seyin Ekici auf einer Gedenkveranstaltung f&uuml;r Kirsten Heisig zu. Der hat als 14-j&auml;hriger Delinquent vor der verstorbenen Jugendrichterin gestanden, heute ist er Schauspieler. Diese Wende verdankt er auch seiner alleinerziehenden Mutter, die ihm gesagt hat, dass sie ihn rausschmei&szlig;en w&uuml;rde, wenn er &bdquo;Hartz IV&ldquo; wird.<br>\nDoch Hartz, nicht Arbeit und Anstrengung, ist eben im Neuk&ouml;llner Norden die Perspektive &ndash; f&uuml;r viele Zuwanderer ist das schon Aufstieg genug. Diesen Unterschied zur eigenen Laufbahn sieht und benennt Buschkowsky ohne R&uuml;cksicht auf Correctness und eingeschliffene Formeln. Buschkowsky und Sarrazin verbindet die Weisheit des sozialdemokratischen Gr&uuml;ndervaters Ferdinand Lassalle, wonach jede Politik damit beginnt, auszusprechen, was ist. Doch Buschkowskys klarer Blick auf die Realit&auml;ten schlie&szlig;t eine Haltung ein, die er bei Sarrazin vermisst. Buschkowsky glaubt daran, dass man diese Wirklichkeit ver&auml;ndern kann. Er kritisiert Sarrazins undifferenzierte Sicht auf die Muslime und lehnt vor allem dessen &Uuml;berwertung der Genetik und Vererbung ab: Es sei eben keine Illusion zu glauben, dass man Menschen durch Bildung ver&auml;ndern k&ouml;nne. Schon vor der Ver&ouml;ffentlichung des Buches &bdquo;Deutschland schafft sich ab&ldquo; war Buschkowsky &uuml;ber Sarrazins &bdquo;Kopftuchm&auml;dchen&ldquo;-Provokationen keineswegs begeistert. Obwohl er selbst gezielt provoziert und vor anst&ouml;&szlig;igen Begriffen nicht zur&uuml;ckschreckt, zieht Buschkowsky eine Grenze.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/wer-ist-heinz-buschkowsky\/1942594.html;jsessionid=CA39775F1C396AE44508285733A92F3A\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein ganz gutes Portr&auml;t, allerdings wird dabei vernachl&auml;ssigt, dass auch Heinz Buschkowsky &ouml;fter auch zu unzul&auml;ssigen Verallgemeinerungen neigt. Buschkowsky hatte z. B. im letzten Jahr das von der Bundesregierung geplante Betreuungsgeld scharf kritisiert. &bdquo;In der deutschen Unterschicht wird es versoffen und in der migrantischen Unterschicht kommt die Oma aus der Heimat zum Erziehen, wenn &uuml;berhaupt&rdquo;. Bedauerlicherweise wird Buschkowsky zurzeit dazu instrumentalisiert, eine Art vertretbaren Sarrazin abzugeben, und die Rechnung scheint zumindest auf dem SPD-Parteitag aufgegangen zu sein. So durfte Buschkowsky auf dem Parteitag einiges sagen, wovon sich Gabriel und die Partei offiziell distanziert haben, so z.B. dass Gabriel &ldquo;einige sehr selbstverst&auml;ndliche S&auml;tze gesagt&rdquo; habe. Wer auf Dauer alle Integrationsangebote ablehne, k&ouml;nne nicht in Deutschland bleiben. Das nennt man Arbeitsteilung und dient dazu Sarrazinanh&auml;nger heimzuholen, und der Beifall best&auml;tigte dies. Nur dass die Rede von der Integration weitaus komplexer ist, um mit den Wort Integrationsvereigerer beendet werden zu k&ouml;nnen. Integriert werden m&uuml;ssen heute nicht nur Migranten, sondern auch die vielen Opfer der Agenda-Politik Schr&ouml;ders. Leicht wird vergessen, wer der Profiteur und das Bindungsglied zwischen den billigen, wenig qualifizierten anatolischen Gastarbeitern seit 1961 der und dem heutigen Niedrigl&ouml;hnern ist: das deutsche Kapital. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gerhard Bosch: Wende in der Lohnpolitik?<\/strong><br>\nEine Wende in der Lohnpolitik kann ohne staatliche Unterst&uuml;tzung und neue Instrumente der Lohnpolitik nicht gelingen. Moralischer Beistand durch die Bundesarbeitsministerin in dieser Lohnrunde ist hilfreich, reicht aber bei Weitem nicht. Die H&auml;lfte der Hausaufgaben f&uuml;r eine lohnpolitische Wende ist in ihrem Bereich abzuarbeiten. Das deutsche Tarifsystem braucht mindestens drei neue Gehhilfen, um wieder auf die Beine zu kommen: Zuerst geht es um die Einf&uuml;hrung eines allgemeinen Mindestlohns. Ein Mindestlohn von 7,50Euro w&uuml;rde &ndash; das hat unser Institut mit Zahlen von 2004 berechnet &ndash; die Lohnsumme um 12 Mrd. Euro und die Einnahmen der Sozialversicherungen um 4,9 Mrd. Euro verbessern.<br>\nDas entspricht einem umfangreichen Konjunkturprogramm mit dem gro&szlig;en Vorteil: Es ist nicht zeitlich befristet. Zum Zweiten muss die Allgemeinverbindlichkeitserkl&auml;rung von Tarifvertr&auml;gen vereinfacht werden. Wenn sich die Tarifpartner einig sind, sollten die Vertreter aus der Branche und nicht die aus den Dachverb&auml;nden den Antrag auf Allgemeinverbindlichkeit an das Arbeitsministerium stellen k&ouml;nnen. Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverb&auml;nde k&ouml;nnte dann nicht mehr die Allgemeinverbindlichkeit von Branchentarifen blockieren. Zum Dritten d&uuml;rfen Leiharbeit und Minijobs kein Einfalltor f&uuml;r Niedrigl&ouml;hne mehr sein, das in den Betrieben das Lohnniveau herunterzieht. Leiharbeitnehmer m&uuml;ssten in ihren Einsatzbetrieben den gleichen Lohn wie die Stammarbeiter bekommen. Die Minijobs, die zu &uuml;ber 90% Niedriglohnt&auml;tigkeiten sind, m&uuml;ssten neu geregelt werden. Zu denken ist hier an eine Bagatellgrenze von 200 Euro pro Monat f&uuml;r sozialversicherungsfreie T&auml;tigkeiten.<br>\nZu hoffen ist, dass diese Gehhilfen die Sozialpartnerschaft in den Branchen ohne oder nur mit schwachen Tarifvertr&auml;gen wiederbelebt. Denn die Lohnfindung sollte Sache der Sozialpartner bleiben. Der Staat sollte nur da eingreifen, wo sie nicht funktioniert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.oekonomenstimme.org\/artikel\/2010\/09\/wende-in-der-lohnpolitik\/\">&Ouml;konomenstimme<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Arbeitsministerin von der Leyen vernichtet regul&auml;re Jobs<\/strong><br>\nDeutschland wird zum Land der Leiharbeit. Das belegt eine Umfrage der IG Metall unter rund 5150 Betriebsr&auml;ten. Darin wird deutlich, dass neue Stellen vor allem mit Leiharbeitern und befristet Besch&auml;ftigten besetzt werden. Und Arbeitsministerin von der Leyen weigert sich, eine gesetzliche Regulierung umzusetzen. Dabei ist das jetzt EU-Recht.<br>\nNach der Krise gibt es einen gro&szlig;en Bedarf an zus&auml;tzlichen Arbeitskr&auml;ften. Etwa 85 Prozent der befragten Betriebsratsvorsitzenden gaben an, dass dies in ihrem&nbsp;Unternehmen der Fall sei. Aufgebaut werden aber vor allem prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse: Zusammengenommen wird zus&auml;tzliche Besch&auml;ftigung fast sechsmal h&auml;ufiger durch Leiharbeit und Befristung abgedeckt als &uuml;ber unbefristete Einstellungen. Nur bei einer kleinen Minderheit &uuml;berwiegen unbefristete Neueinstellungen. 85 Prozent der Betriebe mit zus&auml;tzlichem Arbeitskr&auml;ftebedarf setzen &uuml;berwiegend auf prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse, davon 43 Prozent auf Leiharbeit und 42 Prozent auf Befristung.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/280910_beim_aufbau_von_beschaeftigung_ueberwiegt.png\" alt=\"Beim Aufbau von Besch&auml;ftigung &uuml;berwiegt?\"><\/p>\n<p>Bereits am Anfang des Aufschwungs ist das Niveau des Jahres 2008 in der Leiharbeit wieder erreicht und in vielen Betrieben bereits &uuml;berschritten. Derzeit&nbsp;sind in Deutschland rund 825&nbsp;000 Leiharbeiter angestellt.&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/280910_beschaeftigungsentwicklung.png\" alt=\"Besch&auml;ftigungsentwicklung 2009 zu 2010\"><\/p>\n<p>Statt den Missbrauch von Leiharbeit in Deutschland zu begrenzen, &ouml;ffnet Arbeitsministerin Ursula von der Leyen mit ihrem k&uuml;rzlich vorgestellten Gesetzesentwurf T&uuml;r und Tor f&uuml;r den ungebremsten Abbau von Stammarbeitspl&auml;tzen. Weder eine H&ouml;chst&uuml;berlassungsdauer noch ein Verbot der Synchronisation (Koppelung von Arbeitsvertrag und Leiharbeitseinsatz) sind dabei vorgesehen. Stammbelegschaften k&ouml;nnen weiter durch Leiharbeitnehmer ersetzt werden.<\/p>\n<p>Es gibt im Gesetzentwurf keine Bestimmungen, die eine gleiche Bezahlung von Leiharbeitnehmern sichern. Die Unternehmen, die sich mit Leiharbeit ein zweites, niedrigeres&nbsp;Entlohnungsniveau schaffen wollen, k&ouml;nnen munter weitermachen.<\/p>\n<p>Die EU-Richtlinie Leiharbeit fordert einen wirksamen &ldquo;Gesamtschutz&rdquo; der Leiharbeitnehmer. Die Leiharbeitsbranche ist nach Berechnungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) mit knapp 12 Prozent der Wirtschaftszweig mit den meisten Hartz-IV-Aufstockern. Das zeigt, dass der notwendige &ldquo;Schutz&rdquo; nicht vorhanden ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.igmetall.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-0A456501-E9E87B40\/internet\/style.xsl\/betriebsraeteumfrage-zur-leiharbeit-5541.htm\">IG Metall<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Vierter Monitoring-Bericht belegt: Rente mit 67 ist nicht vertretbar<\/strong><br>\nDie Rente mit 67 ist f&uuml;r die Besch&auml;ftigten kaum erreichbar und versch&auml;rft die gesellschaftliche Schieflage in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt der vierte Monitoring-Bericht, den der DGB und der Sozialverband VdK am Freitag vorgestellt haben.<br>\nNur 9,2 Prozent der 63-J&auml;hrigen und 6,3 Prozent der 64-J&auml;hrigen haben noch eine Vollzeitbesch&auml;ftigung. In den Gesundheitsdienstberufen sind sogar nur 2,6 Prozent aller Besch&auml;ftigten &uuml;ber 60 Jahre alt, bei Malern und Lackierern sind es 2,9 Prozent.<br>\nDie sozialen Folgen der Chancenlosigkeit &Auml;lterer am Arbeitsmarkt sind schon heute gravierend: 46,6 Prozent aller Altersrentner gehen mit Abschl&auml;gen in Rente &ndash; mit Rentenk&uuml;rzungen von durchschnittlich 114 Euro.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/presse\/++co++0681734c-c1a2-11df-5753-00188b4dc422%20\">DGB<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/www.dgb-bestellservice.de\/besys_dgb\/pdf\/DGB25042.pdf\">Vierter Monotoring-Bericht [PDF &ndash; 628 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Anh&ouml;rung Altersarmut: Experten bef&uuml;rchten Zunahme<\/strong><br>\nAltersarmut ist derzeit gering verbreitet, wird jedoch nach Meinung einiger Experten in den kommenden Jahren steigen. Dies ist das Ergebnis der Anh&ouml;rung des Ausschusses f&uuml;r Arbeit und Soziales, bei der am Montag 12 Fachleute den Parlamentariern Rede und Antwort standen. &rdquo;Das Thema Altersarmut ist im Moment kein Thema&ldquo;, sagte Dr. Wolfgang Binne von der Deutschen Rentenversicherung Bund, da derzeit &rdquo;weniger als drei Prozent der &uuml;ber 65-J&auml;hrigen&ldquo; Grundsicherung im Alter bez&ouml;gen. Vertreter der Sozialverb&auml;nde und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) warnten jedoch vor steigender Armut im Alter. Durch die zunehmende &rdquo;Prekarisierung des Arbeitsmarktes&ldquo; (Ingo N&uuml;rnberger, DGB) mit einem wachsenden Niedriglohnsektor, &rdquo;kann die Entwicklung zu mehr Altersarmut nicht bestritten werden&ldquo;, sagte Ragnar Hoenig vom Sozialverband Deutschland (SoVD)&hellip;<br>\nIn allen Antr&auml;gen fordern die Parlamentarier eine Erh&ouml;hung der Rentenanwartschaften f&uuml;r Bezieher von Arbeitslosengeld II (ALG II). Die Gr&uuml;nen wollen das fiktive Einkommen, welches die Grundlage der von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit abgef&uuml;hrten Rentenversicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;r ALG-II-Bezieher bildet, von 205 Euro auf 400 Euro erh&ouml;hen. Die SPD fordert f&uuml;r ALG-II-Bezieher mit weniger als 30 Entgeltpunkten, ein fiktives Einkommen in H&ouml;he des durchschnittlichen Werts der Beitragszeiten des ALG-II-Beziehers zugrunde zu legen, jedoch maximal 0,5 Entgeltpunkte pro Jahr. Die Linke fordert generell 0,5 Entgeltpunkte pro Jahr des ALG-II-Bezugs zu ber&uuml;cksichtigen. Dar&uuml;ber hinaus fordert die SPD eine bis 2011 befristete und die Linke eine unbefristete Aufwertung der Rentenanwartschaften von Geringverdienern mit &uuml;ber 35 Beitragsjahren.<br>\nDie Vertreter der Deutschen Rentenversicherung wiesen darauf hin, dass ein geringes Rentenniveau nicht automatisch Altersarmut bedeute, da bestimmte Gruppen wie Beamte, Selbst&auml;ndige oder Freiberufler mit Rentenanwartschaften h&auml;ufig zus&auml;tzliche Bez&uuml;ge im Alter h&auml;tten. Regelungen gegen Altersarmut innerhalb der Rentenversicherung &rdquo;beg&uuml;nstigen dann auch jene, die dies gar nicht notwendig haben&ldquo;, sagte Binne. Es gebe ein &rdquo;Problem der Zielgenauigkeit&ldquo;. Prof. Johann Eeckhoff erg&auml;nzte, dass eine Verbesserung der Anwartschaften &rdquo;wie eine Art ?Sozialhilfe im Voraus&lsquo; gezahlt wird, ohne dass wir wissen, ob derjenige das braucht&ldquo;.<br>\nBernd Becker vom Statistischen Bundesamt f&uuml;hrte aus, dass die Rente mit rund zwei Dritteln der Alterseink&uuml;nfte dennoch immer noch der &rdquo;dominanten Faktor&ldquo; beim Einkommen im Alter sei, Mieteinnahmen schlagen mit rund 20 Prozent zu Buche, hinzu kommen etwa Gelder aus privaten Versicherungen.<br>\nSoVD-Vertreter Hoenig wertete die Vorschl&auml;ge der Oppositionsfraktionen als &rdquo;konstruktiv&ldquo;, gab jedoch den Antr&auml;gen den Vorzug, die &rdquo;beim Bezug von Arbeitslosengeld II sofort und verfassungsrechtlich gesch&uuml;tzt&ldquo; die Anwartschaften verbesserten. Im Nachhinein besser bewertete Anrechnungszeiten seien &rdquo;ein Versprechen auf die Zukunft&ldquo;, ob es gehalten werden, sei &rdquo;fraglich&ldquo;. Prof Gerhard B&auml;cker zeigte sich skeptisch bei der Frage, ob positive Aussichten beim Wirtschaftswachstum automatisch zu h&ouml;heren Renten f&uuml;r Langzeitarbeitslose f&uuml;hren w&uuml;rden. Die Gruppe der Langzeitarbeitslosen profitiere &rdquo;noch nicht oder nicht ausreichend&ldquo; vom Sinken der Arbeitslosigkeit. Neben arbeitsmarktpolitischen Ma&szlig;nahmen wie etwa dem Mindestlohn h&auml;lt der Experte daher Eingriffe bei den Rentenanwartschaften f&uuml;r angebracht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_09\/2010_301\/01.html%20\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Bankraub: Der Fall Hypo Real Estate<\/strong><br>\nDer Fall Hypo Real Estate (HRE) bietet den Stoff f&uuml;r einen Finanzthriller, dessen Aufl&ouml;sung noch aussteht. Wann anh&auml;ngige Prozesse &ndash; und noch zu f&uuml;hrende &ndash; entschieden, vielleicht abgeschlossen werden, ist unklar. Die Ermittlungen des HRE-Untersuchungsausschusses im Deutschen Bundestag wurden auf Eis gelegt. Die Hauptbeteiligten mauern. Die meisten weigern sich, Interviews zu geben. Das kann die Aufkl&auml;rung nicht behindern. In diesem Feature werden einige Positionen und Szenarien nachgezeichnet und von Schauspielern gesprochen, um zu verdeutlichen, wer welche Rollen in der gr&ouml;&szlig;ten Bankenrettungsgeschichte Deutschlands gespielt hat und spielt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/web.ard.de\/media\/pdf\/radio\/radiofeature\/hyporeal.pdf\">WDR 5 [PDF &ndash; 500KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Pharmalobby diktiert Gesetzes&auml;nderung Nr. 4<\/strong><br>\nDie Pharmakonzerne sahen schon wie die Verlierer des neuen Arzneimittelgesetzes aus &ndash; bis ihre Lobby zuschlug. Nun k&ouml;nnen sie schon wieder einen grandiosen Erfolg feiern. Zu Lasten der Patienten und Beitragszahler. Wenn ein neues Medikament auf den Markt kommt, unterscheiden Mediziner zwischen Wirksamkeit und Nutzen.&nbsp; Ein Cholesterinsenker zum Beispiel ist dann wirksam, wenn er die Blutfettwerte senkt und seine Nebenwirkungen sich in Grenzen halten. Doch der Zusammenhang zwischen Wirksamkeit und Nutzen existiert h&auml;ufig gar nicht. Manchmal verbessern sich zwar Cholesterinwerte, Blutdruck oder das Wachstums eines Tumors wird gebremst &ndash; den Patienten geht es aber trotzdem nicht besser. Sie leben nicht l&auml;nger, sie bekommen genauso h&auml;ufig Herzinfarkte oder Schlaganf&auml;lle wie ohne das Pr&auml;parat. Es haben sich also nur die messbaren Werte ge&auml;ndert &ndash; sonst nichts. Solche Pr&auml;parate verf&uuml;gen &uuml;ber keinen &ldquo;patientenrelevanten Nutzen&rdquo;, wie die Fachleute sagen. Pharmakonzerne stellen dagegen gern die Wirksamkeit ihrer Pillen in den Vordergrund, die Nutzendebatte m&ouml;gen sie nicht besonders. Dennoch sind solche Neuheiten meist extrem teuer. Bisher kann der Gemeinsame Bundesausschuss aus Kassen und &Auml;rzten (G-BA) solche Arzneimittel, deren Nutzen nicht nachgewiesen ist, von der Verordnung als Kassenleistung ausschlie&szlig;en. &Auml;rzte d&uuml;rfen ihren Patienten diese Pr&auml;parate dann nicht mehr aufs Kassenrezept schreiben.<br>\nGenau solche Verbote unm&ouml;glich zu machen, ist das Ziel der Pharmalobby &ndash; und unter der schwarz-gelben Bundesregierung steht sie kurz vor dem Ziel. Denn sie hat es geschafft, dass das Arzneimittelgesetz so ver&auml;ndert wird, dass nicht mehr unterschieden werden darf zwischen der Zulassung und dem Nutzen eines Pr&auml;parats, genauer: Dass mit der Zulassung automatisch der Nutzen gegeben ist. Wie der SPIEGEL am Wochenende bereits vorab berichtet hat, ist es der zweite Erfolg der Pharma-Multis binnen Monatsfrist. Vorformuliert hat beide &Auml;nderungsw&uuml;nsche eine der bundesweit f&uuml;hrenden Pharmakanzleien: Clifford Chance. Sie erarbeitete im August im Auftrag des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (VfA) ein Gutachten.&nbsp; Denn die Fraktionen von CDU\/CSU und FDP haben nun den &Auml;nderungsantrag Nr. 4 zum Arzneigesetz eingebracht, der dem Anliegen der Pharmalobby entgegenkommt. Dort hei&szlig;t es in gro&szlig;er &Auml;hnlichkeit zu dem VfA-Papier von Clifford Chance, der Gemeinsame Bundesausschuss d&uuml;rfe den &ldquo;medizinischen Nutzen eines Arzneimittels nicht abweichend von der Beurteilung der Zulassungsbeh&ouml;rde bewerten&rdquo;. In Paragraf 92 wollen die Regierungsfraktionen sogar den Satz einf&uuml;gen: Er d&uuml;rfe nur dann &ldquo;die Verordnung von Arzneimitteln einschr&auml;nken oder ausschlie&szlig;en, wenn die Unzweckm&auml;&szlig;igkeit erwiesen ist&rdquo;. Bisher war es genau andersherum: Die Pharmafirmen mussten in Studien nachweisen, dass ihr Pr&auml;parat einen Nutzen hat &ndash; wenn sie das nicht konnten, droht der Ausschluss von der Verordnung. Nun folgt also die Umkehr der Beweislast &ndash; die meist aber nicht m&ouml;glich ist.<br>\nAuch das Institut f&uuml;r Qualit&auml;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht mit der geplanten &Auml;nderung eine gro&szlig;e Gefahr f&uuml;r Patienten, wie der Leiter der Abteilung Arzneimittel, Thomas Kaiser, erkl&auml;rt. H&auml;ufig sei es zum Beispiel so, dass zwei Pr&auml;parate &auml;hnlich gut wirken, bei einem sich im Lauf der Jahre aber herausstelle, dass es mehr Nebenwirkungen habe. Dann sei es sinnvoll, dass die Patienten von diesem Pr&auml;parat auch verschont werden. F&uuml;r das IQWiG, das vor f&uuml;nf Jahren als unabh&auml;ngige Pr&uuml;feinrichtung gegr&uuml;ndet wurde, k&ouml;nnte die Gesetzes&auml;nderung die Entmachtung bedeuten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,719507,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So einfach geht das also. Nachdem IQWiG-Chef Peter Sawicki aus durchsichtigen Motiven abserviert worden war und man sich angesichts der dadurch gestiegenen Aufmerksamkeit nicht traute, das Amt mit einen pharmanahen Vertreter zu best&uuml;cken, wird einfach das Institut f&uuml;r Qualit&auml;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen per Gesetz entmachtet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Stuttgart 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Man wird sich ja noch mal irren d&uuml;rfen <\/strong><br>\nEs ist, wenn man dar&uuml;ber nachdenkt, unglaublich, wie viele Dinge in Deutschland mit einwandfreien Mehrheiten beschlossen und dann trotzdem wieder ge&auml;ndert wurden. Bertolt Brecht hat geschrieben: Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war. Die menschliche F&auml;higkeit, zu lernen und Fehler zu korrigieren, ist ein Gottesgeschenk, welches h&auml;ufig br&uuml;sk zur&uuml;ckgewiesen wird, in diesem Fall von der CDU. Am sonderbarsten aber ist die Tatsache, dass sie jetzt die Laufzeiten der Atomkraftwerke verl&auml;ngern. Das war ein blitzsauberer demokratischer Beschluss &ndash; die Dinger werden z&uuml;gig abgeschaltet. Es war hochkompliziert, am Ende hat sogar die Atomindustrie z&auml;hneknirschend zugestimmt. W&auml;hrend die CDU also in Stuttgart den Ewigkeitswert von Mehrheitsbeschl&uuml;ssen verteidigt, macht sie in Berlin das genaue Gegenteil. Ich versuche einmal, die weltanschauliche Grundlage dieser Politik m&ouml;glichst sachlich auf den Punkt zu bringen: Mehrheitsbeschl&uuml;sse, die uns gefallen, gelten ewig. Mehrheitsbeschl&uuml;sse, die uns nicht gefallen, k&ouml;nnen jederzeit korrigiert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/man-wird-sich-ja-noch-mal-irren-duerfen-von-harald-martenstein\/1942632.html;jsessionid=CA39775F1C396AE44508285733A92F3A\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Falschaussage Merkels: Europ&auml;isches Parlament hat nie &uuml;ber Stuttgart 21 abgestimmt<\/strong><br>\nHeide R&uuml;hle: Offener Brief an Angela Merkel zu ihren &Auml;u&szlig;erungen zu Stuttgart 21<br>\nSehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,<br>\nin Ihrer Rede auf dem Landesparteitag der rheinland-pf&auml;lzischen CDU am Samstag dem 25. September 2010 legten Sie, Frau Bundeskanzlerin, in Bezug auf die Demonstrationen in Stuttgart ein europapolitisches Bekenntnis ab: &ldquo;So k&ouml;nnen wir in Europa nicht zusammenarbeiten!&rdquo;, riefen Sie den Gegnern einer Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs unter die Erde zu und bezogen sich dabei auf die Notwendigkeit, auf europ&auml;ischer Ebene einmal getroffene Entscheidungen auch national einzuhalten&hellip;<br>\nWir bedauern, dass Sie diesen Grundsatz europ&auml;ischer Kooperation in Ihrer Rede am vergangenen Samstag nicht beherzigt haben, indem Sie f&auml;lschlicherweise behaupteten, die Europ&auml;ische Union und speziell das Europ&auml;ische Parlament h&auml;tten einem Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs in einen unterirdischen Bahnhof zugestimmt.<br>\nDabei stehen die Fakten seit mehren Jahren unmissverst&auml;ndlich fest: Auch wenn es zutreffend ist, dass sich vom Gemeinderat bis zum Bundestag die Mehrheit der gew&auml;hlten Abgeordneten f&uuml;r Stuttgart 21 aussprach, so entspricht es auch der Wahrheit, dass das Europ&auml;ische Parlament &ndash; anders als Sie behaupten &ndash; zu keinem Zeitpunkt &uuml;ber den Bahnhofsumbau abgestimmt hat.<br>\nOffensichtlich haben Sie, Frau Bundeskanzlerin, die Falschaussagen Ihrer beiden Parteifreunde, des baden-w&uuml;rttembergischen Ministerpr&auml;sidenten Stefan Mappus und des Stuttgarter Oberb&uuml;rgermeisters Dr. Wolfgang Schuster, wiederholt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heide-ruehle.de\/heide\/fe\/pub\/de\/dct\/772\">Heide R&uuml;hle MdEP<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Gabriel: 25 Milliarden f&uuml;r die Bildung<\/strong><br>\nDie SPD fordert eine Neuausrichtung der Bildungspolitik in Deutschland. Es m&uuml;sse mehr in Schulen und Betreuungseinrichtungen investiert werden, sagte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel in seiner Rede am Sonntag auf dem Parteitag in Berlin. Statt &ldquo;Mini-Kindergelderh&ouml;hungen, die keiner Familie wirklich helfen&rdquo;, solle mehr Geld in die Infrastruktur flie&szlig;en. Aus Schulen m&uuml;ssten Ganztagsschulen werden, aus Kindertagesst&auml;tten Familienbildungsst&auml;tten, forderte&nbsp;Gabriel.<br>\nDas Geld daf&uuml;r, pro Jahr 20 bis 25 Milliarden Euro, soll neben den Einsparungen beim Kindergeld aus einer Anhebung des Spitzensteuersatzes und einer Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer kommen. Die Partei will den Spitzensteuersatz von 42 auf 49 Prozent erh&ouml;hen. &ldquo;Das ist kein Sozialneid, sondern sozialer Patriotismus&rdquo;, sagte Gabriel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/spd-parteitag-milliarden-fuer-die-bildung-1.1004763\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Werkbank statt H&ouml;rsaal<\/strong><br>\nAm heutigen Tag hat der Generalsekret&auml;r des Zentralverbandes des Deutschen Handwerkes auf die nochmals angestiegene Zahl von AbiturientInnen unter den Auszubildenden hingewiesen. Der studentische Dachverband fzs sieht die Ursache hierf&uuml;r nicht nur in der hohen Qualit&auml;t der Ausbildung im Handwerk, sondern auch darin, dass Studierende in der BRD einem hohen finanziellen Risiko ausgesetzt sind.<br>\nHierzu erkl&auml;rt Juliane Kn&ouml;rr, Mitglied des fzs-Vorstands: &bdquo;Wir wollen in keiner Weise anzweifeln, dass sich die Ausbildung des Deutschen Handwerkes auf einem sehr hohen Niveau bewegt und teilweise mit Studieng&auml;ngen an staatlichen Hochschulen vergleichen l&auml;sst. Wir weisen aber darauf hin, dass neben der hohen Qualit&auml;t auch die teils h&ouml;heren Kosten, welche durch ein Studium entstehen, bei diesen Entscheidungen eine Rolle spielen. Hierbei spielen die Studiengeb&uuml;hren eine entscheidende Rolle.&ldquo;<br>\nDer freie zusammenschluss von studentInnenschaften fordert weiter, dass in der Debatte auch die Interessen der BewerberInnen mit mittleren Schulabschl&uuml;ssen nicht aus dem Fokus r&uuml;cken d&uuml;rfen.<br>\n&bdquo;Wenn analog zu hohen AbiturientInnenquoten BewerberInnen mit f&uuml;r die jeweiligen Ausbildungen ausreichenden Haupt- und Realschulabschl&uuml;ssen verdr&auml;ngt werden, ist dies in h&ouml;chstem Ma&szlig;e ungerecht. Es ist ein Unding, dass das Bildungswesen so schrittweise nach unten abgedichtet wird&ldquo;, so Florian Keller, ebenfalls Mitglied des Vorstandes, abschlie&szlig;end.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hochschulgruppedresden.wordpress.com\/2010\/09\/27\/werkbank-statt-horsaal-ein-freiwilliger-tausch\/%20\">fzs<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Magere Zwischenbilanz bei Bachelor-Studieng&auml;ngen<\/strong><br>\nPolitische Entscheidungstr&auml;ger in Deutschland versprachen sich von der Einf&uuml;hrung des Bachelor-Studiums unter anderem eine Entsch&auml;rfung des Fachkr&auml;ftemangels. Ein auf drei Jahre verk&uuml;rztes Studium, so die Erwartung, w&uuml;rde mehr Studierende in die Hochschulen locken. Eine erste Zwischenbilanz des Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2006 f&auml;llt indessen ern&uuml;chternd aus. Weder hat die schrittweise Einf&uuml;hrung des nur noch dreij&auml;hrigen Bachelor-Studiums die Anzahl der Studienanf&auml;nger in diesem Zeitraum merklich erh&ouml;ht, noch sind die Zahlen der Studienabbrecher sp&uuml;rbar gesunken.<br>\nF&uuml;r die Studienf&auml;cher Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und Physik f&auml;llt die Bilanz sogar negativ aus. Hier lagen die Erstsemesterzahlen in Fachbereichen, die bereits den Bachelor-Abschluss anboten, signifikant niedriger. Dies k&ouml;nnte Ausdruck der hohen Wertsch&auml;tzung sein, die der traditionelle deutsche Diplom-Abschluss in diesen F&auml;chern national und international genie&szlig;t.<br>\nSeit Ende der neunziger Jahre werden in Deutschland und anderen Mitgliedsl&auml;ndern der Europ&auml;ischen Union im Rahmen des Bologna-Prozesses viele der traditionellen nationalen Studienabschl&uuml;sse auf die international vergleichbaren Abschl&uuml;sse Bachelor und Master umgestellt. Dadurch soll ein einheitlicher europ&auml;ischer Hochschulraum geschaffen werden. Vor allem in Deutschland verbinden die politischen Entscheidungstr&auml;ger mit dieser Umstellung auch die Hoffnung, dass ein k&uuml;rzeres Studium, das weniger kostet, die Anzahl der Studierwilligen erh&ouml;ht und letztlich zu mehr Hochschulabsolventen f&uuml;hrt. Dies k&ouml;nnte den bereits jetzt sp&uuml;rbaren Fachkr&auml;ftemangel entsch&auml;rfen helfen.<br>\nEine erste Zwischenbilanz f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2006 des Reformprozesses belegt eine solche positive Entwicklung indessen nicht. Von der Reform scheinen somit bisher nicht unbedingt verbesserte Anreize zur Aufnahme eines Studiums auszugehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news387685\">idw<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn selbst das gewiss wirtschaftsnahe ZEW skeptisch gegen&uuml;ber dem Bachelor ist, sollte das den Wissenschaftspolitikern zu denken geben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Der andere Krieg gegen den Irak<\/strong><br>\nDas Embargo, das dem Irakkrieg von 2003 vorausging, ist heute fast vergessen. Dabei hat dieser &ldquo;unerkl&auml;rte Krieg&rdquo;, der die Infrastruktur ruinierte, mit daf&uuml;r gesorgt, dass die US-Truppen heute ein unregierbares Land zur&uuml;cklassen. In der &ouml;ffentlichen Diskussion wurden die Sanktionen gegen den Irak seinerzeit nur sporadisch thematisiert. Noch weniger Beachtung fand das von Washington betriebene b&uuml;rokratische Regime, das &ndash; mit stets beflissener Unterst&uuml;tzung der Regierung in London &ndash; unter anderem f&uuml;r den Tod einer halben Million irakischer Kinder verantwortlich war.<br>\nDenis Halliday, der damalige UN-Koordinator der humanit&auml;ren Hilfe f&uuml;r den Irak, gab 1998 seinen Posten aus Protest gegen das &ldquo;genozidale Sanktionsregime&rdquo; auf, deren heimt&uuml;ckische Folgen er in seinem R&uuml;cktrittsgesuch klar benannte: Eine ganze Generation junger Leute war in v&ouml;lliger Isolation aufgewachsen, ganz &auml;hnlich wie die Waisenkinder, die der russische Einmarsch in Afghanistan hinterlassen hatte. Da sich aus diesen sp&auml;ter die Taliban gebildet hatten, warnte Halliday: &ldquo;Wir sollten mit der M&ouml;glichkeit rechnen, dass dies das fundamentalistische islamische Denken st&auml;rkt. Diese m&ouml;gliche Wirkung des Sanktionsregimes wird immer noch nicht richtig verstanden. Wir dr&auml;ngen die Leute damit in extremistische Positionen.&rdquo; Solche verarmten, extremistischen und zornigen Menschen pr&auml;gten die irakische Gesellschaft, mit der die Soldaten der USA und Gro&szlig;britanniens seit der Invasion vom M&auml;rz 2003 konfrontiert waren. Auch am Tag vor dem Abzug der letzten US-Kampftruppen aus dem Irak starben dort &uuml;ber 60 Menschen als Opfer von versteckten Bomben und Selbstmordattentaten. Die politischen F&uuml;hrungen der westlichen Staaten sollten noch einmal gr&uuml;ndlich nachdenken, bevor sie erneut &ndash; und gegen&uuml;ber anderen L&auml;ndern des Mittleren Ostens &ndash; auf das &ldquo;perfekte Instrument&rdquo; der Blockade setzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2010\/09\/10.mondeText1.artikel,a0008.idx,0\">Le Monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Kriege jenseits unserer Wahrnehmung<\/strong><br>\nGegenw&auml;rtig toben an die 40 Kriege und bewaffnete Konflikte in der Welt. Die meisten dieser Krisenherde spielen in den Medien eine untergeordnete Rolle und sind der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung entr&uuml;ckt: Sie werden vergessen. Der Autor diskutiert die Gr&uuml;nde f&uuml;r diese Entr&uuml;ckung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/25931\">Linksnet<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Hartz-Regels&auml;tze; wer ist Heinz Buschkowsky; Wende in der Lohnpolitik; Arbeitsministerin von der Leyen vernichtet regul&auml;re Jobs; Rente mit 67 ist nicht vertretbar; Anh&ouml;rung Altersarmut: Experten bef&uuml;rchten Zunahme; Bankraub: Der Fall Hypo Real Estate; Pharmalobby diktiert Gesetzes&auml;nderung Nr. 4; Stuttgart 21; Gabriel: 25 Milliarden f&uuml;r die Bildung; Werkbank statt H&ouml;rsaal;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6860\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6860","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6860","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6860"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6860\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6865,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6860\/revisions\/6865"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6860"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6860"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6860"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}