{"id":68833,"date":"2021-01-14T10:30:23","date_gmt":"2021-01-14T09:30:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68833"},"modified":"2022-02-21T11:08:58","modified_gmt":"2022-02-21T10:08:58","slug":"alle-verhalten-sich-wie-raeuber-westsahara-die-letzte-kolonie-afrikas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68833","title":{"rendered":"\u201eAlle verhalten sich wie R\u00e4uber.\u201c Westsahara \u2013 die letzte Kolonie Afrikas"},"content":{"rendered":"<p>Die Westsahara ist die letzte Kolonie Afrikas. Im Zuge des R&uuml;ckzugs der spanischen Kolonialmacht 1975\/76 wurde das ressourcenreiche Land am Atlantik von Marokko und Mauretanien besetzt. Es folgten 16 Jahre Krieg gegen die sozialistische Befreiungsbewegung Frente Polisario, der im Waffenstillstand von 1991 endete. Die UN sollte daraufhin ein Unabh&auml;ngigkeitsreferendum organisieren, auf das die Sahrauis aufgrund der Weigerung Marokkos bis heute warten. Marokko h&auml;lt auch weiterhin den gr&ouml;&szlig;ten Teil der sp&auml;rlich besiedelten Westsahara besetzt und beutet in Kollaboration mit der EU &ndash; allen voran mit deutschen Firmen &ndash; die Sch&auml;tze des Landes aus, w&auml;hrend die Sahrauis in zweiter Generation ohne jede Perspektive in Fl&uuml;chtlingslagern in Algerien ausharren. Im November 2020 brach Marokko nach fast 30 Jahren das Waffenstillstandsabkommen, der neuaufgeflammte Konflikt k&ouml;nnte zu einem offenen Krieg eskalieren. <strong>Jakob Reimann<\/strong> sprach f&uuml;r die NachDenkSeiten mit <strong>Nadjat Hamdi<\/strong>, der Vertreterin der Frente Polisario in Deutschland.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7189\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-68833-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210114-Alle-verhalten-sich-wie-Raeuber-Westsahara-die-letzte-Kolonie-Afrikas-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210114-Alle-verhalten-sich-wie-Raeuber-Westsahara-die-letzte-Kolonie-Afrikas-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210114-Alle-verhalten-sich-wie-Raeuber-Westsahara-die-letzte-Kolonie-Afrikas-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210114-Alle-verhalten-sich-wie-Raeuber-Westsahara-die-letzte-Kolonie-Afrikas-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=68833-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210114-Alle-verhalten-sich-wie-Raeuber-Westsahara-die-letzte-Kolonie-Afrikas-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210114-Alle-verhalten-sich-wie-Raeuber-Westsahara-die-letzte-Kolonie-Afrikas-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Um den Konflikt zwischen Marokko und der Frente Polisario verstehen zu k&ouml;nnen, ist ein Blick in die Kolonialgeschichte der Westsahara vonn&ouml;ten. Kannst Du uns hier bitte einen &Uuml;berblick geben?<\/strong><\/p><p>Ja, gerne. Die Westsahara, die in Nordwestafrika liegt, war von 1885 bis 1976 eine spanische Kolonie. Sie ist die letzte Kolonie Afrikas. Die Westsahara geh&ouml;rte nach der Berliner Konferenz von 1885 zu Spanien. Es gab damals einen starken Widerstand von den Sahrauis gegen die spanische Kolonialmacht, aus dem sich 1973 die Frente Polisario (FP) gegr&uuml;ndet hat. Das ist Spanisch f&uuml;r&nbsp;Volksfront zur Befreiung von Sagu&iacute;a el Hamra und R&iacute;o de Oro. Das sind die beiden Gebiete, die die Westsahara ausmachen. Man hat bewusst unsere Namen der Gebiete gew&auml;hlt, um nicht das Wort &bdquo;Westsahara&ldquo; zu benutzen, was eine Bezeichnung der Spanier war, um unser Land gegen&uuml;ber Frankreich, England und Portugal als uninteressant darzustellen.<\/p><p>Die Westsahara steht seit den 1960er Jahren auf der UN-Liste der noch nicht entkolonialisierten L&auml;nder. Marokko und Mauretanien haben beide einen Anspruch auf die Westsahara erhoben, doch der Internationale Gerichtshof hat am 16. Oktober 1975 in einem Gutachten klargemacht, dass keines der beiden L&auml;nder einen Souver&auml;nit&auml;tsanspruch &uuml;ber die Westsahara begr&uuml;nden konnte. Im zweiten Teil dieses Gutachtens wurde der UN empfohlen, ein Selbstbestimmungsreferendum in der Westsahara zu organisieren, was jedoch weder Marokko noch Mauretanien davon abhielt, in die Westsahara einzumarschieren.<\/p><p><strong>Das war direkt, nachdem Spanien das Land verlassen hat?<\/strong><\/p><p>Leider noch nicht, nein. Marokko marschierte am 31. Oktober 1975 in der Westsahara ein, Spanien verlie&szlig; das Land aber erst am 26. Februar 1976. Spanien wurde damals diktatorisch von Franco regiert. Als Franco im Sterbebett lag, hat sich Spanien h&ouml;chst unmoralisch und illegal aus dieser Situation verabschiedet, indem es mit Marokko und Mauretanien ein Abkommen unterzeichnet hat &ndash; das illegale sogenannte Madrider Abkommen. Am 14. November 1975 haben sie die Westsahara in zwei Teile geteilt. Der n&ouml;rdliche Teil, Sagu&iacute;a el Hamra, sollte Marokko und der s&uuml;dliche Teil, R&iacute;o de Oro, Mauretanien geh&ouml;ren. Spanien wollte selbstverst&auml;ndlich nicht mit leeren H&auml;nden nach Hause gehen und hat sich seine wirtschaftlichen Interessen gesichert und sich dann aus dem Staub gemacht. Seinen Verpflichtungen, den Entkolonialisierungsprozess voranzubringen, hat es sich entzogen. Marokko und Mauretanien haben beim Einmarsch eng mit Spanien zusammengearbeitet.<\/p><p><strong>Die Invasion war also mit Spanien, mit Franco koordiniert?<\/strong><\/p><p>Ja, genau. Dieses Vorgehen f&uuml;hrte dazu, dass die UN-Generalversammlung diesen Schritt verurteilte und beide L&auml;nder aufforderte, sich zur&uuml;ckzuziehen. Doch das blieb nur eine Resolution, nicht mehr. Die Generalversammlung hat mehrere Resolutionen verabschiedet, wie eine sehr wichtige aus dem Jahr 1979, die Resolution 34\/37, in der Marokko als Besatzungsmacht bezeichnet und aufgefordert wurde, die Besatzung der Westsahara zu beenden. Beim Einmarsch Marokkos und Mauretaniens im Winter 1975 wurden viele Sahrauis vertrieben. Tausende standen im Nordosten an der Grenze zu Algerien und wurden von Marokko mit Napalm und wei&szlig;em Phosphor bombardiert &ndash; beide sind international verboten. Algerien hat seine Grenzen ge&ouml;ffnet und uns ein St&uuml;ck Land gegeben, wo wir unsere Fl&uuml;chtlingslager aufbauen durften, w&auml;hrend Marokko und Mauretanien unser Land St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck besetzt haben. Der Krieg f&uuml;hrte am 10. Juli 1978 in Mauretanien zu einem Milit&auml;rputsch. Die Polisario nutzte die Gelegenheit und hat Mauretanien den Frieden angeboten. Sie haben der neuen Regierung einen Waffenstillstand von&nbsp;einem Jahr&nbsp;gegeben, so dass diese sich &uuml;berlegen kann, ob sie sich nicht vom Krieg zur&uuml;ckziehen will. Das trug auch Fr&uuml;chte und Mauretanien hat im August 1979 mit der Polisario einen Friedensplan unterzeichnet und sich zur&uuml;ckgezogen.<\/p><p><strong>Mauretanien hat die Westsahara sp&auml;ter dann auch anerkannt.<\/strong><\/p><p>Ja, dass Mauretanien die DARS (Demokratische Arabische Republik Sahara) als Nachbarstaat anerkennt, war eine Voraussetzung des Friedensplans. Mauretanien hat das akzeptiert, Gott sei Dank, und es gab einen Frieden. Doch Mauretanien war die schw&auml;chste Partei in diesem Konflikt und konnte den s&uuml;dlichen Teil der Westsahara nicht wie vereinbart an die Polisario zur&uuml;ckgeben. Stattdessen marschierten marokkanische Truppen auch in den S&uuml;den ein und besetzten ihn, was einen klaren Bruch internationalen Rechts darstellt. Die Polisario hat weiter gegen Marokko gek&auml;mpft, bis beide Parteien sich 1991 auf einen Vorschlag der Afrikanischen Union und der UNO einigten und gem&auml;&szlig; der UN-Resolution 690 einen Friedensplan unterzeichneten. Mit der Resolution 690 wurde auch die UN-Mission f&uuml;r das Referendum in der Westsahara eingerichtet, die sogenannte MINURSO. Die UN hat uns damals versprochen, ein Referendum zu organisieren, das uns die M&ouml;glichkeit geben sollte, unser Selbstbestimmungsrecht auszu&uuml;ben, was uns gem&auml;&szlig; internationalem Recht und dem Gutachten des Den Haager Gerichts auch zusteht. Dieses Referendum sollte urspr&uuml;nglich 1992 stattfinden, doch bis heute warten wir darauf.<\/p><p><strong>Warum wurde das Referendum&nbsp;nie abgehalten?<\/strong><\/p><p>Die Hauptgr&uuml;nde sind die Haltung Marokkos einerseits und die Schw&auml;che beziehungsweise das mangelnde Interesse der internationalen Gemeinschaft andererseits, vor allem des UN-Sicherheitsrats. Diese Kombination: Marokko verhindert das Referendum und die UNO ist nicht bereit, Druck auf Marokko auszu&uuml;ben, ebenso wenig die anderen Staaten. Am Anfang konnte Marokko das Referendum immer wieder verschieben und hat dann 2004 ganz offen gesagt: &bdquo;Es wird kein Referendum geben.&ldquo;<\/p><p><strong>Das hat die marokkanische Regierung offen so gesagt?<\/strong><\/p><p>Ja, sie haben gesagt, ein Referendum sei nicht mehr zeitgem&auml;&szlig;. Also mussten sie nach Alternativen suchen und boten den Sahrauis eine Autonomie an. Seitdem versuchen sie, uns zu zwingen, nur noch &uuml;ber ein autonomes Land nach marokkanischen Vorgaben zu verhandeln und nicht l&auml;nger vom Selbstbestimmungsrecht Gebrauch zu machen. Und wir sagten st&auml;ndig, ok, Autonomie kann eine Option sein. Das ist kein Problem. Aber wenn wir ein Referendum machen, m&uuml;ssen doch mindestens zwei Optionen zur Wahl stehen. Sonst macht das keinen Sinn. Es ist undemokratisch und gegen die Menschenrechte. Wir haben immer gesagt, es k&ouml;nnen zehn Optionen sein, Autonomie, Anschluss an Marokko, die Freiheit, alles M&ouml;gliche. Doch nur Autonomie oder gar nichts, dann sind wir wieder am Punkt Null, wenn wir nein sagen. Au&szlig;erdem geht Marokko von einem falschen Ausgangspunkt aus, da als erstes die Frage der Souver&auml;nit&auml;t gekl&auml;rt werden muss. Doch weder Marokko noch die Polisario noch irgendeine andere Partei hat Souver&auml;nit&auml;t &uuml;ber die Westsahara, sondern einzig das sahrauische Volk.<\/p><p><strong>1991 gab es den Waffenstillstand. Danach hat sich 20, 30 Jahre nur sehr wenig bewegt, es gab kaum Entwicklungen.<\/strong><\/p><p>Es gab ein paar Versuche. Am Anfang gab es die Identifikation der Wahlberechtigten f&uuml;r das Referendum. Und als es dann f&uuml;r Marokko klar&nbsp;und deutlich war, dass es mit diesen W&auml;hlern das Referendum nicht gewinnen kann, hat es sich von der Idee abgewandt. Wir waren wirklich kompromissbereit, denn wir sind die einzigen, die etwas verlieren. Marokko hat nichts zu verlieren. Wir sind diejenigen, die in den Fl&uuml;chtlingslagern sind und deren Land besetzt ist. Wir sind bem&uuml;ht, eine L&ouml;sung zu finden. Deswegen sind wir auch bereit, Kompromisse einzugehen. Wir haben sogar den sogenannten Baker Plan II akzeptiert. Baker war ein UN-Sondergesandter.<\/p><p><strong>Das war James Baker, der Au&szlig;enminister unter Bush senior.<\/strong><\/p><p>Genau. Nachdem das Referendum nicht stattfand, hat Baker einen alternativen Plan erarbeitet. Dieser sah eine f&uuml;nfj&auml;hrige sahrauische Autonomie vor. Und nach f&uuml;nf Jahren, wenn alle Fl&uuml;chtlinge zur&uuml;ckgekehrt sind und unter marokkanischer Herrschaft leben, fragt man sie, was sie wollen: Den Anschluss an Marokko, die Unabh&auml;ngigkeit oder die Weiterf&uuml;hrung der Autonomie? Wir haben das akzeptiert, weil wir &uuml;berzeugt waren, dass unsere Leute auch nach 100 Jahren unter marokkanischer Herrschaft noch die Unabh&auml;ngigkeit wollen. Wir vertrauen unseren Leuten. Wer hat das abgelehnt? Marokko.<\/p><p><strong>Lass uns zu den j&uuml;ngsten Ereignissen kommen. Am 13. November k&uuml;ndigte Marokko den Waffenstillstand von 1991 auf, einen Tag sp&auml;ter auch die Polisario. Wie kam es zu dieser Eskalation?<\/strong><\/p><p>In der Region Guerguerat ganz im S&uuml;den zur Grenze zu Mauretanien gab es seit einigen Jahren immer wieder Konflikte. 2016 zum Beispiel standen sich das sahrauische und das marokkanische Milit&auml;r gegen&uuml;ber und die UNO hat diesen Konflikt im letzten Moment schlichten k&ouml;nnen. Marokko will sich jetzt mehr nach Westafrika orientieren, um seine Waren dort zu verkaufen, und hat deswegen bei Guerguerat den Sperrwall ge&ouml;ffnet und eine Handelsroute errichtet. Und die Sahrauis haben gesagt, dass die &Ouml;ffnung bei Guerguerat illegal ist, weil sie einen Bruch des Friedensplans von 1991 sowie des Milit&auml;rabkommens von 1997\/98 darstellt. Beide Abkommen schreiben vor, dass sich an der Stationierung der Soldaten nichts &auml;ndern darf. Im Oktober letzten Jahres sind dann viele sahrauische Zivilisten dort hinmarschiert und haben den Durchgang blockiert. Sie haben gesagt: &bdquo;Wir stehen hier mit unseren K&ouml;rpern, unbewaffnet, aber wir lassen keinen Lastwagen mehr durch.&ldquo;<\/p><p><strong>Nach dem Milit&auml;rabkommen von 1997\/98 d&uuml;rfen sich in der Pufferzone zwar keine Milit&auml;reinheiten, aber Zivilisten aufhalten.<\/strong><\/p><p>Genau. Da waren haupts&auml;chlich Frauen und junge M&auml;nner. Es gab dort kein sahrauisches Milit&auml;r. Das waren Zivilisten aus den Fl&uuml;chtlingslagern und aus den befreiten Gebieten und viele andere Gruppen entlang der Mauer haben sich angeschlossen. Und nach 20 Tagen wollte Marokko die Blockade nicht l&auml;nger dulden und hat Soldaten geschickt. Die haben nicht nur die Zivilisten vertrieben, sondern auch einen neuen Teil des Landes besetzt und die marokkanische Mauer verl&auml;ngert.<\/p><p><strong>In der Pufferzone, die eigentlich neutral sein sollte, dort hat Marokko jetzt weiteres Land besetzt?<\/strong><\/p><p>Genau. Und das konnten sie nur machen, weil sie wissen, dass die UN nichts tun w&uuml;rde. Die Polisario hat wiederholt vor der Fragilit&auml;t des Waffenstillstands gewarnt und in vielen Briefen an die UNO, den Sicherheitsrat, an Guterres, immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass es ohne Referendum noch einmal zum Krieg kommen k&ouml;nnte. Doch die UN hat das nicht ernst genommen. Sie ist nicht f&auml;hig zur Entkolonialisierung des Territoriums. Die Tendenz, dass die UNO und Marokko den Status quo als Endl&ouml;sung betrachten und langsam vom Friedensprozess Abstand nehmen, f&uuml;hrte nat&uuml;rlich zu gro&szlig;er Entt&auml;uschung unter den Sahrauis. Und die Leute wollten einfach nicht mehr warten. Die Polisario konnte die jungen Leute in der Vergangenheit immer beruhigen, doch die Haltung Marokkos und die Unf&auml;higkeit der UNO, eine L&ouml;sung zu erzielen, lie&szlig;en der Polisario keine Chance mehr, die jungen Sahrauis auch weiter vom UNO-Friedensplan zu &uuml;berzeugen.<\/p><p><strong>Die jungen Sahrauis kennen nichts anderes als 30 Jahre Status quo. Da wachsen sicher gro&szlig;e Frustration und Ausweglosigkeit heran?<\/strong><\/p><p>Ja, die ganze Situation f&uuml;hrt zu gro&szlig;er Frustration. Die Leute, die nach dem Waffenstillstand von 1991 in den Fl&uuml;chtlingslagern geboren sind, sind jetzt 30 Jahre alt. Die haben schon die Schule abgeschlossen, zum gro&szlig;en Teil im Ausland studiert. Sie kamen zur&uuml;ck und warteten in den Fl&uuml;chtlingslagern ohne jede Perspektive auf Arbeit und Freiheit. Sie k&ouml;nnen ihr Leben nicht planen und sehen, dass sie aus einem sehr reichen Land kommen, das tagt&auml;glich vor ihren Augen ausgebeutet wird. Marokko nutzt ihr Eigentum, um viele korrupte Regimes in Afrika zu kaufen. Marokko stiehlt unseren Reichtum, um ihn dann auch noch gegen uns selbst einzusetzen. Und das nicht nur &uuml;ber korrupte L&auml;nder in Afrika &ndash; auch in den demokratischen L&auml;ndern Europas ist die Situation nicht besser.<\/p><p><strong>Auf die Rolle Europas m&ouml;chte ich gleich zu sprechen kommen. Noch kurz zu den j&uuml;ngsten Ereignissen: Wie verlief die Eskalation? Waren Opfer zu beklagen?<\/strong><\/p><p>Nein, Gott sei Dank nicht. Die Leute haben in Guerguerat gezeltet und dort 20 Tage den Durchgang blockiert, so dass zwar Menschen, aber keine Waren nach Mauretanien gelangen konnten. Sie haben schon Tage zuvor geh&ouml;rt, dass sich das Milit&auml;r bewegt, dass sich Panzer bewegen. Und die MINURSO hat immer gesagt, nein, sie haben nichts gesehen. Doch die Sahrauis waren darauf vorbereitet, dass die Marokkaner jederzeit herauskommen k&ouml;nnen. Als sie dann einmarschierten, hat das sahrauische Milit&auml;r alle Leute in Sicherheit gebracht. Nat&uuml;rlich haben sie die Zelte und andere Sachen in Brand gesteckt. Aber das ist nicht wichtig.<\/p><p><strong>Bilder von brennenden Zelten gingen durchs Internet.<\/strong><\/p><p>Aber die Leute sind alle heil davongekommen. Die sind alle zur&uuml;ckgegangen in die befreiten Gebiete oder die Fl&uuml;chtlingslager.<\/p><p><strong>Ich habe gelesen, dass der sahrauische Pr&auml;sident, Brahim Ghali, in einem Brief an Ant&oacute;nio Guterres von &bdquo;einem brutalen Angriff auf unbewaffnete sahrauische Zivilisten&ldquo; gesprochen hat. Was kannst Du dazu sagen?<\/strong><\/p><p>Brahim Ghali hat im Vorfeld mehrere Briefe an Guterres geschickt. Er hat immer gesagt, die Sahrauis sind in Gefahr. Die Zivilisten d&uuml;rfen dort demonstrieren. Und wir sind f&uuml;r ihre Sicherheit verantwortlich. Sobald sie angegriffen werden, werden wir den Angriff erwidern und keinen Augenblick z&ouml;gern. Und das ist auch so passiert.<\/p><p><strong>Die Truppen der Polisario haben dann die Zivilisten aus der Gefahrenzone eskortiert.<\/strong><\/p><p>Eskortiert und auf die Aggression reagiert. Und so fing der Krieg entlang der Mauer an. Sehr weit weg von Guerguerat.<\/p><p><strong>Der Sperrwall ist insgesamt 2.700 Kilometer lang. Was ist dort genau passiert?<\/strong><\/p><p>Seit dem 13. November gibt es entlang der Mauer milit&auml;rische Angriffe der Polisario, vom S&uuml;den bis Norden.<\/p><p><strong>Sie greifen dort Stellungen des marokkanischen Milit&auml;rs an, &uuml;ber die Mauer hinweg?<\/strong><\/p><p>Ja, genau.<\/p><p><strong>Und dauern diese Kampfhandlungen noch an oder sind sie beendet?<\/strong><\/p><p>Nein, nein, die laufen noch. Denn wir denken, es ist unser legitimes Recht, uns zu verteidigen. F&uuml;r uns gibt es keinen Waffenstillstand mehr. Es gibt nur zwei Situationen. Entweder einen vereinbarten, respektierten Waffenstillstand, den wir 30 Jahre lang respektiert haben. Oder die Wiederaufnahme der Gewehre und die milit&auml;rische Auseinandersetzung. Wir haben unsere Aufgabe noch vor uns. Wir haben unser Land noch nicht befreit. Wir sind f&uuml;r den Frieden. Wir haben sicherlich der ganzen Welt bewiesen, dass wir Geduld haben k&ouml;nnen. 30 Jahre, eine Generation. Aber weder die Welt noch Marokko haben das respektiert. Irgendwann hat die UNO gedacht: &bdquo;Ok, die sind ruhig, die machen nichts, dann brauchen wir uns auch nicht mehr bem&uuml;hen.&ldquo; Der Status quo ist ganz bequem. Alle verdienen daran. Nur wir nicht. Und sie haben wahrscheinlich gedacht, dass das eine Ewigkeit so bleiben wird.<\/p><p><strong>Ihr habt also 30 Jahre lang bewusst auf Gewalt verzichtet. Ihr wolltet ohne Waffen k&auml;mpfen. Doch 30 Jahre waren dann einfach genug?<\/strong><\/p><p>Genau. Wir denken, wir haben Marokko, aber auch der Weltgemeinschaft 30 Jahre die M&ouml;glichkeit gegeben, uns zu beweisen, dass sie wirklich f&auml;hig und vor allem willens sind, einen Frieden zu sichern. 30 Jahre geduldig zu warten, hei&szlig;t sehr viel. Das ist eine ganze Generation, die unter schwierigen Bedingungen in Fl&uuml;chtlingslagern aufgewachsen ist. 30 Jahre Ausbeutung, 30 Jahre Flucht, 30 Jahre Elend. Wir haben nat&uuml;rlich weitergek&auml;mpft, mit anderen Mitteln, politisch, diplomatisch, juristisch, aber nicht milit&auml;risch. Doch das hat alles nichts gebracht. Und jetzt werden wir auch den bewaffneten Kampf als legitimes Mittel einsetzen, um unser Land zu verteidigen und zu befreien. Wir wollen den Krieg nicht, doch zum zweiten Mal werden wir dazu gezwungen. Wir verherrlichen den Krieg nicht, denn wir haben ihn ja erlebt und wissen, was das bedeutet.<\/p><p><strong>Denkst Du, dass die aktuellen K&auml;mpfe weiter eskalieren, oder denkst Du, dass sie rasch beendet werden?<\/strong><\/p><p>Nein, die werden eskalieren. Auf jeden Fall. Da bin ich mir sicher, das ist nur der Anfang. Vor allem, wenn ich wei&szlig;, dass die Sahrauis &uuml;berall in der Welt nur darauf warten, dass sie zur&uuml;ck in ihre Heimat kehren k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Ich w&uuml;rde gerne auf die Rolle Europas zu sprechen kommen. Wie profitiert die EU vom Westsahara-Konflikt? Und auch Deutschland im Speziellen.<\/strong><\/p><p>Der Konflikt in der Westsahara ist unbekannt, vor allem in Deutschland. Aber das hei&szlig;t nicht, dass wir nicht sehr viel miteinander zu tun h&auml;tten. Deutschland geh&ouml;rt zu den L&auml;ndern, die sehr weit weg sind von der Westsahara &ndash; es gibt keine historischen Verbindungen, keine kolonialen oder geographischen. Und trotzdem mischt Deutschland in diesem Konflikt ganz kr&auml;ftig mit: durch die Firmen, die mit der marokkanischen Besatzungsmacht zusammenarbeiten. Und wenn ich Besatzungsmacht sage, dann sind das nicht meine Worte. Das sind die Beschl&uuml;sse der Vereinten Nationen, die Urteile des Europ&auml;ischen Gerichtshofs. Und das wissen auch alle Firmen. Trotzdem sehen wir viele Firmen aus Deutschland in der Westsahara. Siemens etwa arbeitet dort im Energiebereich.<\/p><p><strong>Was genau macht Siemens dort?<\/strong><\/p><p>Es gibt ein riesengro&szlig;es Projekt in erneuerbaren Energien, da ist Siemens stark involviert. Dann Continental, die arbeiten intensiv an der Ausbeutung des sahrauischen Phosphats. HeidelbergCement &ndash; die verfestigen richtig, &bdquo;zementieren&ldquo; die Besatzung. Dann haben wir zum Beispiel DHL, die Deutsche Post. Dann haben wir die Deutsche Bahn, Schenker. Dann haben wir KMP, K&ouml;ster Marine Proteins, die importieren Fischmehl nach Deutschland, und von Deutschland nach Europa.<\/p><p><strong>Fische also, die vor der Westsahara aus dem Atlantik gefischt werden, und aus denen wird dann Fischmehl hergestellt und nach Europa exportiert?<\/strong><\/p><p>Ja, genau. Es gibt auch im Finanzbereich die KfW, die dort Firmen unterst&uuml;tzt. Es gibt eine Menge deutscher Firmen, das sind nur ein paar Beispiele. Und vor allem beteiligt sich Deutschland auch an den Assoziationsabkommen zwischen der EU und Marokko und dem Fischereiabkommen.<\/p><p><strong>Kannst Du zur Fischerei bitte etwas mehr sagen?<\/strong><\/p><p>Es gibt ein Fischereiabkommen zwischen der EU und Marokko, das auch die Westsahara beinhaltet. Wir haben nichts dagegen, dass die EU mit Marokko Abkommen wirtschaftlicher Art unterzeichnet. Aber wir haben etwas dagegen, dass diese Abkommen auch die Westsahara umfassen. Gerade was die Fischerei anbelangt, ist die Westsahara sehr interessant. Wir haben eine K&uuml;ste von 1.500 Kilometer L&auml;nge, eine der an Fischen reichsten K&uuml;sten der Welt, an Vielfalt, aber auch an Quantit&auml;t. Deswegen interessieren sich alle daf&uuml;r, dort zu fischen. Die Polisario als legitime Vertretung des sahrauischen Volkes, wir haben nat&uuml;rlich beim Europ&auml;ischen Gerichtshof Klage dagegen erhoben. Sowohl 2016 als auch 2018 kam der Europ&auml;ische Gerichtshof zum Urteil, dass die Westsahara und Marokko zwei separate Staaten sind. Das bedeutet, dass Handelsabkommen mit Marokko die Westsahara nicht beinhalten d&uuml;rfen. Und trotzdem fischt die EU, und auch Deutschland, weiter illegal in der Westsahara. Damit brechen sie nicht &bdquo;nur&ldquo; internationales Recht, sondern auch europ&auml;isches Recht.<\/p><p><strong>Man muss das klar sagen: Das ist illegal.<\/strong><\/p><p>Richtig, ja. Das ist total illegal. Auch laut der EU.<\/p><p><strong>Es gibt mehrere internationale Gesetze und Gutachten, die gebrochen werden, wenn in besetzten Gebieten Ressourcen gegen den Willen der autochthonen Bev&ouml;lkerung ausgebeutet werden.<\/strong><\/p><p>Genau in Bezug auf die Westsahara gibt es ein Gutachten von der UNO, das sogenannte Corell-Gutachten [nach dem schwedischen Diplomaten Hans Corell, Anm. d. Red.], in dem genau das &uuml;ber die Westsahara gesagt wird. Aber das interessiert niemanden. Alle sagen, wir haben dort keine Aktien zu verlieren. Aber sie l&uuml;gen. Sie fischen alle illegal in der Westsahara, beuten unser Phosphat aus. Sie beuten sogar unsere Luft aus.<\/p><p><strong>Was meinst Du damit?<\/strong><\/p><p>Ich meine die Energieressourcen, die Windkraftr&auml;der. Sonnenenergie &ndash; nicht einmal die Sonne wird verschont. Sie nehmen den Sand aus der Westsahara und schm&uuml;cken damit die K&uuml;sten in Europa. Sie machen Str&auml;nde daraus. Sie nehmen alles raus. &Uuml;berall, wo man hinsieht, Phosphat, Fisch, Windm&uuml;hlen, Sonnenenergie, das Desertec-Projekt. Die kanarischen Inseln bekommen ihren Sand aus der Westsahara. Das ist unglaublich.<\/p><p><strong>In der Westsahara liegt mit Bou Craa die gr&ouml;&szlig;te Phosphatlagerst&auml;tte der Welt. Was kannst Du uns zum Phosphatabbau sagen?<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend der spanischen Kolonialzeit wurde das entdeckt und seit Anfang der 1970er Jahre wird dort Tag und Nacht Phosphat ausgebeutet und an die ganze Welt verkauft. Neuseeland, Australien, verschiedene L&auml;nder in Afrika und Europa. Da arbeitet Continental auch ganz brav mit, am gro&szlig;en F&ouml;rderband von den Minen zu den H&auml;fen. Man fragt sich, wof&uuml;r Phosphat? Das wird viel im Agrarbereich benutzt. Auch in jedem Sp&uuml;lmittel ist Phosphat enthalten. Das Schlimme ist, man kann diese Materialien nicht recyclen. Einmal benutzt und weg. Auch in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit wird dort nichts ber&uuml;cksichtigt, genau wie im Fischereisektor. Abgesehen davon, dass all das ohnehin illegal ist, werden nicht einmal Nachhaltigkeitsma&szlig;st&auml;be angesetzt. Man fischt kleine Fische. Man sucht sich bestimmte Sorten heraus und beutet sie aus. Sie haben immer den Hintergedanken, dass die Ressourcen ihnen ja nicht geh&ouml;ren. Daher holen sie alles so schnell raus, wie sie k&ouml;nnen. Alle verhalten sich wie R&auml;uber.<\/p><p><strong>Ich w&uuml;rde Dich zum Ende noch bitten: Was ist Dein Appell an Europa? K&ouml;nnen die Menschen in Europa &uuml;berhaupt irgendwas tun, um die Lage zu verbessern?<\/strong><\/p><p>Ich denke, am Thema Rohstoffausbeutung haben wir gesehen, wie nah Europa an diesem Konflikt ist. Wenn wir das als Ausgangspunkt nehmen, sind die Menschen in Europa mitverantwortlich. Und nicht &bdquo;nur&ldquo;, weil Europa Afrika jahrelang kolonisiert und ausgebeutet hat, sondern auch, weil es diesen Kontinent und mein Land noch heute tagt&auml;glich weiter ausbeutet. Das verpflichtet die Menschen in Europa dazu, mit uns eine L&ouml;sung f&uuml;r die illegale Besatzung und diese Ungerechtigkeit zu suchen. Europa hat die Mittel dazu, die L&auml;nder haben die Druckmittel. Sie alle sind Marokkos Partner, sie verhandeln und sind befreundet. Und ich denke, Freunde sollten ihren Freunden helfen, indem sie sie auf die Respektierung des internationalen Rechts und der Menschenrechte verpflichten.<\/p><p>Wenn die Regierungen nicht bereit sind, eine L&ouml;sung zu finden, dann sollen sie wenigstens einfach ihre Finger von der Westsahara lassen und mit der Ausbeutung aufh&ouml;ren. Aufh&ouml;ren mit der Zementierung der Kolonialmacht Marokko. Damit w&auml;re uns schon geholfen. Ich trenne immer zwischen Regierungen, Firmen und Menschen. Die meisten Menschen sind &uuml;ber den Konflikt nicht informiert. Doch die Menschen k&ouml;nnen diese Informationen weiterverbreiten. Sie k&ouml;nnen sich solidarisieren mit einem Volk, das seit einem halben Jahrhundert in Fl&uuml;chtlingslagern lebt und 30 Jahre geduldig auf die UN gewartet und f&uuml;r seine Rechte gek&auml;mpft hat. Doch der Kampf kann nur mit internationaler Hilfe gelingen. Und wir brauchen diese Hilfe heute dringender als je zuvor.<\/p><p><strong>Ich danke Dir vielmals f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><p>Titelbild: Screenshot arte TV <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Westsahara ist die letzte Kolonie Afrikas. Im Zuge des R&uuml;ckzugs der spanischen Kolonialmacht 1975\/76 wurde das ressourcenreiche Land am Atlantik von Marokko und Mauretanien besetzt. Es folgten 16 Jahre Krieg gegen die sozialistische Befreiungsbewegung Frente Polisario, der im Waffenstillstand von 1991 endete. Die UN sollte daraufhin ein Unabh&auml;ngigkeitsreferendum organisieren, auf das die Sahrauis aufgrund<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68833\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":68834,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,35,126,209,171,178],"tags":[2311,2760,3008,1055,2161,2175,1792,2910,3007,564,639,1464,3006],"class_list":["post-68833","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-erosion-der-demokratie","category-interviews","category-militaereinsaetzekriege","category-ressourcen","tag-befreiungsbewegungen","tag-bodenschaetze","tag-fischereiwirtschaft","tag-fluechtlinge","tag-friedensabkommen","tag-interventionspolitik","tag-kolonialismus","tag-marokko","tag-mauretanien","tag-spanien","tag-uno","tag-volksabstimmung","tag-westsahara"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bildschirmfoto-2021-01-14-um-10.01.35-scaled.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68833","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=68833"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68833\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81049,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68833\/revisions\/81049"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/68834"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=68833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=68833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=68833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}