{"id":68854,"date":"2021-01-17T09:00:51","date_gmt":"2021-01-17T08:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854"},"modified":"2021-01-15T09:26:16","modified_gmt":"2021-01-15T08:26:16","slug":"hinweise-der-woche-190","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854#h01\">Corona &ndash; Lockdown und &bdquo;Ma&szlig;nahmen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854#h02\">Corona-Impfung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854#h03\">Corona-Hilfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854#h04\">Wir haben uns in die Corona-Krise gespart<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854#h05\">Edward Snowden: Trumps Suspendierung durch Facebook ist &ldquo;Wendepunkt im Kampf um Kontrolle&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854#h06\">&ldquo;In Washington herrscht ein Klima der Angst&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854#h07\">&bdquo;Das ist doch kein Lebensmodell&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854#h08\">WireCard<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854#h09\">Warum die Insekten sterben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854#h10\">Wie er wurde, was er ist<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Corona &ndash; Lockdown und &bdquo;Ma&szlig;nahmen&ldquo;<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&bdquo;In den Altenheimen wirkt der Lockdown erst mal nicht&ldquo;<\/strong><br>\nIm Deutschlandfunk mahnte nun der Epidemiologe G&eacute;rard Krause, Leiter der Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum f&uuml;r Infektionsforschung in Braunschweig, den Schutz von Risikogruppen in der Coronapandemie an. Krause sagte im Deutschlandfunk, wenn es nicht gelinge, sp&auml;testens jetzt den Hygiene- und Infektionsschutz in Alten- und Pflegeheimen sowie in geriatrischen Kliniken zu verst&auml;rken, werde eine gro&szlig;e Zahl von Todesf&auml;llen zu beklagen sein. [&hellip;]<br>\nHeinlein: W&uuml;rde es denn schneller gehen, w&uuml;rde das Virus wirksamer bek&auml;mpft werden k&ouml;nnen, wenn der Lockdown h&auml;rter w&auml;re, wie etwa in China mit Ausgangsbeschr&auml;nkungen und sch&auml;rferen Kontrollen, trotz des Winters?<br>\nKrause: M&ouml;glicherweise. Man kann zumindest mal die Verbreitung der Gesamtzahlen, der F&auml;lle in der Gesamtpopulation damit verringern. Aber man muss ja immer auch die unerw&uuml;nschten Wirkungen mitdenken und mitbetrachten. Und dann darf man sich auch nicht der Illusion hingeben, dass dadurch allein die Todesf&auml;lle deutlich reduziert werden k&ouml;nnen, denn die finden in einer Art Mikrokosmos statt, n&auml;mlich in den Alten- und Pflegeheimen, in denen ein Lockdown ja per se erst mal nicht wirkt.<br>\nIch kann s&auml;mtliche Busse stilllegen und trotzdem findet das Leben in den Altenheimen statt. Deswegen: Wenn es uns nicht gelingt, sp&auml;testens jetzt den Hygieneschutz und den Infektionsschutz in den Alten- und Pflegeheimen, in den geriatrischen Kliniken massiv zu verst&auml;rken, dann werden wir leider trotzdem noch eine gro&szlig;e Zahl von Todesf&auml;llen beklagen m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/corona-schutzmassnahmen-in-den-altenheimen-wirkt-der.694.de.html?dram:article_id=490738\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Thesenpapier: Sorgf&auml;ltige Integration der Impfung in eine umfassende Pr&auml;ventionsstrategie &ndash; Impfkampagne resilent gestalten und wissenschaftlich begleiten &ndash; Aufkl&auml;rung und Selbstbestimmung beachten<\/strong><br>\nThese 19: In der gesellschaftlichen Debatte &uuml;ber die Corona-Politik wird die Tendenz sichtbar, der einen Seite exklusiv Vernunft und wissenschaftliche Fundierung zuzusprechen, der anderen Seite hingegen Unvernunft und den Hang zur Verschw&ouml;rungstheorie. Die dabei ins Spiel kommende Vorstellung von Wissenschaft als geschlossene Faktenordnung mit direkt ableitbaren Handlungsanweisungen ruht auf einem szientistischen (und solutionistischen) Missverst&auml;ndnis dessen, was Wissenschaft darstellt &ndash; es ist n&auml;mlich das konstitutive Prinzip des systematischen Zweifels, das Wissenschaft als plurales Wissensregime ausmacht. Dieses Missverst&auml;ndnis erf&uuml;llt damit aber eine relativ pr&auml;zise zu benennende politische Funktion: n&auml;mlich die der argumentativen Schlie&szlig;ung und der Abwehr bzw. Abwertung von Kritik. Damit begibt sich die liberale Gesellschaft einer ihrer wertvollsten Ressourcen &ndash; dem kritischen &ouml;ffentlichen Diskurs. Verfangen in den bekannten medialen Aufmerksamkeitszyklen und der bisherigen Kurzatmigkeit der politischen Ma&szlig;nahmen hat sich die wissenschaftsjournalistische Berichterstattung zur Corona-Pandemie bislang nur selten von solchen vereinfachenden Zuschreibungen frei gezeigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.matthias.schrappe.com\/index_htm_files\/Thesenpap7_210110_endfass.pdf\">Matthias Schrappe [PDF]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers B.J.:<\/strong> In einem umfangreichen Thesenpapier einer Autorengruppe um Prof. Dr. Schrappe wird insbesondere im letzten Kapitel auf den unertr&auml;glichen Notstand im wissenschaftlichen Diskurs eingegangen und die daraus resultierenden Unm&ouml;glichkeit, vern&uuml;nftige Auswege aus der Krise zu finden.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Wissenschaftlern folgen? Ja doch, aber welchen?<\/strong><br>\nWenn es darum geht, wie der Pandemie zu begegnen w&auml;re, wird wissenschaftliches Expertentum als h&ouml;chste Instanz beschworen. Die unterschiedlichen Disziplinen weisen aber unterschiedliche Wege. [&hellip;]<br>\n&bdquo;Follow the science&ldquo;, hie&szlig; das mal, als es um den Klimawandel ging. Aber welche &bdquo;science&ldquo;? &bdquo;Facts are facts!&ldquo; Als Wissenschaftler kann ich da nur fragen: Seit wann denn das? Welche erkenntnistheoretischen Kurse kann jemand besucht haben, der so etwas auf ein Poster schreibt und sich damit auch noch fotografieren l&auml;sst? F&uuml;r die Pandemie zust&auml;ndig sind nach allgemeiner Ansicht die Virologen; deren Fakten handeln von der molekularen Struktur der Viren, aber nicht von der sozialen Struktur menschlicher Kontakte. Ebenfalls als zust&auml;ndig gelten Physiker und Mathematiker; die allerdings kommen ohne Fakten aus und arbeiten stattdessen mit Modellen wie die Quants in den Investmentbanken vor 2008, die uns ihre todsicheren Vorhersagen &uuml;ber die Stabilit&auml;t der Preise von Derivaten eingebrockt haben. [&hellip;]<br>\nKlappt die Therapie nicht, k&ouml;nnen die Physiker und Virologen mit den ihnen als solchen verf&uuml;gbaren Fakten und Modellen immer nur raten: Es war noch nicht Hammer genug; noch l&auml;ngere und h&auml;rtere Auflagen; noch eine Fernsehansprache der Kanzlerin; noch mehr Presseberichte &uuml;ber bleibende Sch&auml;den junger Geheilter. Wer nicht h&ouml;ren will, muss f&uuml;hlen, f&uuml;r alle anderen gilt: Tut uns leid, mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.<br>\nUm das Problem vollumf&auml;nglich zu verstehen, muss man sich an dieser Stelle klarmachen, welch verlockende Anreize die physikalisch fl&auml;chendeckende Methode der Seuchenbek&auml;mpfung der Politik bietet. Differenzierte Zumutungen bringen die Gefahr mit sich, Bev&ouml;lkerungsgruppen zu nahe zu treten und als diskriminierend betwittert zu werden. Zumutungen f&uuml;r alle dagegen lassen sich als moralische Aufforderung zur Solidarit&auml;t, zum Opfer f&uuml;r die Mitmenschen darstellen. Wenn differenziert gezielte Interventionen nicht zum Erfolg f&uuml;hren, ist die Politik schuld, die falsch gezielt hat. Wenn fl&auml;chendeckende Appelle wirkungslos bleiben, waren &bdquo;die Menschen&ldquo; nicht solidarisch genug, sind deshalb selbst schuld und k&ouml;nnen zu Recht durch versch&auml;rftes Nachsitzen zur R&auml;son gebracht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/faz\/feuilleton\/2021-01-11\/7979f1570d1984476e2df3f3ff4dc306\/\">Wolfgang Streeck in der FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Kritik am Corona-Lockdown: &bdquo;Jeder Mensch hat das Recht zu entscheiden, wie er mit Risiken umgeht&ldquo;<\/strong><br>\nFrau Hamed, Sie sehen in der Corona-Krise gleichzeitig eine &bdquo;Rechtsstaatskrise&ldquo;. Was funktioniert am Rechtssystem Ihrer Meinung nach nicht?<br>\nKeine der drei Gewalten, also Legislative, Judikative und Exekutive, wurde der Corona-Krise bislang gerecht. Die vornehmste Gewalt des Staates ist die Legislative. Sie ist die einzige direkt gew&auml;hlte Gewalt und daher auch als einzige dazu berufen, alle grundlegenden Entscheidungen zu treffen, die wesentlich in die Grundrechte eingreifen. Und genau diese Gewalt, also die Parlamente, hat sich hier v&ouml;llig aus dem Spiel genommen und das Handeln, das Entscheiden nahezu vollst&auml;ndig der Exekutive &uuml;berlassen, von der Bundesregierung hinab bis zur Gemeindeverwaltung.<br>\nWas ist mit der Judikative?<br>\nDie Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte ist &ndash; wohl als Folge des Ausfalls der Legislative &ndash; ihrer Funktion als Kontrollinstanz staatlichen Handelns nicht nachgekommen. Hunderte Eilverfahren richteten sich im November gegen Betriebsschlie&szlig;ungen und Untersagungen. Obwohl es sp&auml;testens zu diesem Zeitpunkt evident war, dass es f&uuml;r derartige eingriffsintensive Ma&szlig;nahmen noch nicht einmal eine ausreichende Rechtsgrundlage gab, gew&auml;hrten die Gerichte nur in Ausnahmef&auml;llen Rechtsschutz: Statt von Recht und Gesetz lie&szlig;en sie sich offenbar von gesamtgesellschaftlichen Erw&auml;gungen und einer &ouml;ffentlich eingeforderten au&szlig;errechtlichen Moralisierung leiten. [&hellip;]<br>\nMir gibt zu denken, dass Tausende von Menschen alleine oder mit anwaltlicher Unterst&uuml;tzung erfolglos gegen evident rechtswidrige Ma&szlig;nahmen gerichtlich vorgegangen sind, ohne dass seitens der Gerichte &ndash; und das trifft in der Pauschalit&auml;t auf nahezu alle Gerichte zu &ndash; eine Bereitschaft zu erkennen war, den Argumenten der Antragsteller:innen, insbesondere auch den zum Teil sehr ausf&uuml;hrlichen wissenschaftlichen Ausf&uuml;hrungen, ernsthaft nachzugehen. Bausteinartige, nicht individuell angepasste Beschl&uuml;sse, bei denen teilweise sogar die urspr&uuml;nglichen Rechtschreib- und Grammatikfehler &uuml;bernommen wurden, sind hierbei keine Seltenheit. Ich kann nicht oft genug betonen, dass der Staat seine Grundrechtseingriffe rechtfertigen muss, und nicht die B&uuml;rger:innen ihre Freiheitsrechte. Die Situation hat sich sowohl bei Gericht als auch gesellschaftlich umgekehrt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/corona-lockdown-kritik-pflegeheime-rechtsstaat-jessica-hamed-rechtsanwaeltin-90164734.html\">FR Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin U.P.:<\/strong> Erfreulich, wenn der Debattenraum sich endlich in dieser Weise &ouml;ffnet und weitet, so dass endlich zu regierungsoffiziellen Erz&auml;hlungen, gegenl&auml;ufige Stimmen zu Wort kommen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch bzw. erneut &Uuml;ber die Engstirnigkeit politischer Entscheidungen und ihre Popularit&auml;t. Ein Essay aus Anlass der Entscheidungen zu Corona und Das Heute Journal mal wieder in Top-Propagandaform.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Fortgeworfen vom Staat<\/strong><br>\nDie Mehrheit der Bundesb&uuml;rger findet es v&ouml;llig in Ordnung, dass Grundrechte &uuml;ber die K&ouml;pfe ihrer Abgeordneten im Bundestag hinweg au&szlig;er Kraft gesetzt werden, dass also die deutsche Demokratie partiell au&szlig;er Kraft gesetzt wird.<br>\nWie ist das m&ouml;glich? Wie kann ausgerechnet in Deutschland, das mit Diktaturen schlimme Erfahrungen gemacht hat, so etwas passieren? Der Verfassungsrechtler Christoph M&ouml;llers meint, eben weil es in Deutschland stattfindet, sei es m&ouml;glich: Es sei &raquo;unsere obrigkeitsstaatliche Tradition, die sich hier offenbart: zu meinen, der Staat sei jemand anderes&laquo;, etwas H&ouml;heres, mit nat&uuml;rlicher Autorit&auml;t versehen.<br>\nNaheliegender ist aber eine andere Erkl&auml;rung: Im Sommer haben die Medienwissenschaftler Dennis Gr&auml;f und Martin Hennig von der Universit&auml;t Passau eine Studie mit ihren Auswertungen der Sondersendungen von ARD und ZDF zum Thema Covid-19 ver&ouml;ffentlicht. Die Ergebnisse sind einigerma&szlig;en ersch&uuml;tternd: Beide Sender h&auml;tten in Wort und Bild das Gef&uuml;hl der Angst gesch&uuml;rt. Viele Sendungen h&auml;tten &raquo;auf die Bildwelten apokalyptischer Endzeiterz&auml;hlung&laquo; zur&uuml;ckgegriffen, wie man sie aus Hollywoodfilmen kennt, angefangen mit verwaisten Stra&szlig;en. Dass eine Stra&szlig;e leer ist, wenn die Menschen nicht aus dem Haus gehen, ist normal. Wenn diese Stra&szlig;e dann aber gefilmt wird und damit &raquo;neue wissenschaftliche Erkenntnisse&laquo; illustriert werden, wirkt das einsch&uuml;chternd.<br>\nWas f&uuml;r die &Ouml;ffentlich-Rechtlichen gilt, trifft auch auf viele andere Medien zu: Angstmache war und ist Programm. Jene Fachmediziner, die nach Auffassung von Journalisten Covid-19 nicht ernst genug nahmen, bekamen gelegentlich ein wenig Raum, ihre Ansichten darzulegen. Aber prominent wurden jene vorgestellt, die &uuml;ber Covid-19 reden, als bef&auml;nden wir uns im 14. Jahrhundert und es handele sich um die Pest. So musste beim Publikum der Eindruck entstehen, jedes Opfer sei zu bringen, um dieser t&ouml;dlichen Krankheit zu entgehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/fortgeworfen-vom-staat-a-1f15a237-154f-4118-a015-e75df6ec633a\">Franziska Augstein in Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Franziska Augstein formuliert absolut treffend. Mit der Angstkampagne der traditionellen Medien, der privaten wie &ouml;ffentlich-rechtlichen, k&ouml;nnte man auch jede Grippewelle zur t&ouml;dlichen Pandemien aufbauschen. Und ebenso wie Augstein darf man nicht m&uuml;de werden auf die katastrophalen Auswirkungen des Fernunterricht f&uuml;r Sch&uuml;ler, die nicht aus einer wohl situierten Familie kommen, hinzuweisen. Hier wird eine ganze Generation aber auch die Gesellschaft mit einer schweren Hypothek belastet. Eine nicht unerhebliche Ironie liegt dazu darin, dass der Beitrag auf der Webseite des Spiegels ver&ouml;ffentlicht wurde, der in Sachen Panikmache ganz vorne mitspielt.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Journalisten sehen sich zu oft als &bdquo;Anw&auml;lte unseres Systems&ldquo;<\/strong><br>\nRegierungssprecher statt kritische Instanz: F&uuml;r &bdquo;Welt&ldquo;-Feuilletonchef Andreas Rosenfelder verfehlen die Medien in der Coronakrise ihre Rolle. Statt sich kritisch mit den Ma&szlig;nahmen der Regierung zu befassen, kritisierten sie lieber deren Kritiker.<br>\nViele Journalisten haben in der Coronakrise ihre eigentliche Aufgabe vernachl&auml;ssigt und sind gewisserma&szlig;en zu Regierungssprechern geworden. Das kritisiert Andreas Rosenfelder, Feuilletonchef der &bdquo;Welt&ldquo;-Gruppe, in einem Artikel der &bdquo;Welt&ldquo; und im Gespr&auml;ch mit Deutschlandfunk Kultur.<br>\nJournalismus sei eine kritische Instanz, um das gesellschaftliche und politische Geschehen zu reflektieren, betont er. Doch in der Coronakrise habe man sich weniger kritisch mit der Regierung und der Notwendigkeit der verh&auml;ngten Ma&szlig;nahmen befasst als mit B&uuml;rgern, die sich nicht richtig an die Ma&szlig;nahmen hielten.<br>\n&bdquo;Oder man hat sich kritisch mit den Kritikern befasst, indem man die alle ins Lager der Coronaleugner und Verschw&ouml;rungstheoretiker eingereiht hat.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/andreas-rosenfelder-zur-corona-berichterstattung.2950.de.html?dram:article_id=490758\">Deutschlandfunk Kultur<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Corona-Impfung<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Warum Covid-19 nie wieder verschwinden wird<\/strong><br>\nJetzt, da ein Impfstoff nach dem anderen zugelassen wird, ist vielleicht ein guter Moment, den Blick ein bisschen weiter nach vorne zu werfen. Wie sieht die Zukunft von Sars-CoV-2 aus? Werden wir mit den neuen Impfstoffen das Coronavirus ausrotten? Zumindest die zweite Frage l&auml;sst sich aus meiner Sicht recht einfach beantworten. Es ist vermutlich nicht m&ouml;glich, das Virus wieder loszuwerden. Aber auch nicht wirklich sinnvoll. [&hellip;]<br>\nDer entscheidende Punkt, warum man Sars-CoV-2 global nicht ausrotten wird ist aber, dass es den Aufwand nicht lohnt. Das Coronavirus ist keine gruselige Seuche auf dem Level der Pocken. Ein Problem ist es vor allem deswegen, weil es sich derzeit sehr schnell verbreiten kann und im Vergleich zu &auml;hnlichen Viren recht viele Menschen gleichzeitig ernsthaft krank macht.<br>\nKurz gesagt, es ist f&uuml;r die allermeisten Menschen einigerma&szlig;en ungef&auml;hrlich[4], stellt Gemeinschaften aber durch eine Schwemme von ernsthaft Erkrankten vor erhebliche Herausforderungen. Und das kriegt man mit den Impfstoffen vermutlich bald in den Griff. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis durch die verschiedenen Impfungen Sterblichkeit und Krankenhausaufenthalte zur&uuml;ckgehen.<br>\nAuch wenn wir bei den aktuellen Impfungen noch nicht sicher wissen, ob sie auch die Ausbreitung des Virus reduzieren, wird auch das nach einer Weile passieren. Schlimmstenfalls reduzieren de Impfungen nicht die Zahl der Ansteckungen, sondern nur die der symptomatischen F&auml;lle. Die meisten Daten deuten aber darauf hin, dass diejenigen Infizierten, die zu keinem Zeitpunkt Symptome der Infektion entwickeln, viel weniger ansteckend sind. Das hei&szlig;t, es g&auml;be weniger Verbreitung, auch wenn die Impfung selbst keine einzige Infektion verhindert. Ich pers&ouml;nlich glaube da ohnehin nicht dran.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/scilogs.spektrum.de\/fischblog\/warum-covid-19-nie-wieder-verschwinden-wird\/\">Spektrum<\/a><\/li>\n<li><strong>Impfzwang f&uuml;r Pflegekr&auml;fte? Wir sind keine Querdenker in Wei&szlig;<\/strong><br>\nSchauen wir also lieber nochmals auf den CSU-Mann S&ouml;der. Er hat &uuml;berhaupt keine Ahnung von Gesundheitspolitik. Er redet viel dar&uuml;ber, wie die Schutzma&szlig;nahmen versch&auml;rft werden k&ouml;nnen. Jedoch kenne ich keine einzige kluge Bemerkung von ihm, wie Bund und L&auml;nder das Gesundheitswesen fit f&uuml;r die Zukunft kriegen sollen. Er erkl&auml;rt einfach, wir h&auml;tten die Pflicht, erstens Patrioten zu sein, und zweitens uns impfen lassen zu m&uuml;ssen. So einfach kann man es sich machen. Oder? Nein, kann man eben nicht! Dann k&ouml;nnte man auch Lkw-Fahrern oder Supermarkt-Kassiererinnen sagen: Seid Patrioten und lasst euch impfen, auch ihr seid systemrelevant und trefft jeden Tag viele Menschen.<br>\nRichtig traurig bin ich, dass Journalisten auf diesen Zug aufspringen und S&ouml;ders Forderung unterst&uuml;tzen, eine Impfpflicht f&uuml;r Pflegekr&auml;fte einzuf&uuml;hren. Wenn ich etwa in einer gro&szlig;en Tageszeitung lese, die Impfung sei &bdquo;genauso notwendig wie das Tragen von Wegwerfhandschuhen&ldquo;, kann ich nur sagen: Das ist irref&uuml;hrend. Mit den Handschuhen sch&uuml;tzt man nachweislich jeden Patienten vor Infektionen, mit der Impfung vielleicht nur sich selbst vor Covid-19. &bdquo;Meine Toleranz ist gro&szlig;. Weil aber die &sbquo;Querdenker&lsquo; in Wei&szlig; nicht nur ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, sondern auch das Leben anderer, wird mir mulmig&ldquo;, schrieb der Reporter eines Nachrichtenportals. Und mir wird mulmig, wenn ich solchen Unsinn lese. Das ist aus meiner Sicht eher Diffamierung, die mit Toleranz wenig zu tun hat. Aber so geht Deutschland eben mit seinen Heldinnen und Helden um.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Wir-sind-keine-Querdenker-in-Weiss-article22287864.html\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.S.:<\/strong> Ein gut argumentierender Artikel einer Betroffenen ueber eine moegliche Impfplicht fuer Pflegekraefte, welcher die reine Symbolpolitik unserer politisch Verantwortlichen schonungslos aufzeigt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Anmerkung JK:<\/strong>: In der Tat, hat sich S&ouml;der jemals dazu ge&auml;u&szlig;ert wie sich das &ouml;ffentliche Gesundheitssystem und gerade die Situation der Pflegekr&auml;fte verbessern l&auml;sst?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Bestellt Br&uuml;ssel zu wenig Impfstoff f&uuml;r Deutschland? Ganz im Gegenteil!<\/strong><br>\nDeutschland werde von der EU beim Corona-Impfstoff benachteiligt, hei&szlig;t es immer noch in Berlin. Doch neue Zahlen aus Br&uuml;ssel beweisen das Gegenteil.<br>\nDie EU-Kommission k&uuml;ndigte am Mittwoch an, ihre Option auf weitere 100 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech\/Pfizer einzul&ouml;sen. Davon sollen 30 Millionen nach Deutschland gehen.<br>\nDer &ldquo;normale&rdquo; Anteil w&auml;ren jedoch nur 18 Millionen &ndash; entsprechend dem Anteil an der Bev&ouml;lkerung. Deutschland bekommt also 12 Millionen Einheiten obendrauf.<br>\nEU-Korrespondenten aus Italien und Frankreich fragten bei der Kommission nach, warum Deutschland mehr bekommt &ndash; doch sie bekamen keine Antwort.<br>\nNoch gr&ouml;&szlig;er wird das Mi&szlig;verh&auml;ltnis mit dem Vakzin von Moderna, das heute f&uuml;r die EU zugelassen wurde. Nach Angaben von Gesundheitsminister Spahn sollen 50 Millionen Impfdosen nach Deutschland gehen &ndash; von zun&auml;chst 80 Millionen f&uuml;r die EU.<br>\nDas macht auch nochmal einen satten &ldquo;Zuschlag&rdquo; f&uuml;r Deutschland. Zuvor hatte sich Spahn bereits 30 Millionen Extra-Dosen bei Biontech gesichert &ndash; &uuml;ber eine nationale Bestellung.<br>\nAuch dar&uuml;ber klagen Journalisten aus anderen EU-L&auml;ndern.<br>\nZu Recht. Denn eigentlich sollte es keine nationalen Extra-Kontingente geben. Das war ja genau der Sinn der europ&auml;ischen Sammelbestellung, die Kanzlerin Merkel und Kommissionschefin von der Leyen vereinbart hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/bestellt-bruessel-zu-wenig-impfstoff-fuer-deutschland-ganz-im-gegenteil\/?utm_source=getresponse&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=Lost+in+EUrope+Update&amp;utm_content=Lost+in+EUrope+Update\">Lost in Europe<\/a><\/li>\n<li><strong>Geheime Dokumente: EU-Abgeordnete bekommen teils geschw&auml;rzten Impfstoffvertrag zu sehen<\/strong><br>\nDie Vertr&auml;ge der EU mit den Herstellern von Corona-Impfstoffen sind geheim. Jetzt hat Curevac erstmals Europaabgeordneten Einblick gew&auml;hrt &ndash; doch das Ergebnis l&auml;sst nichts Gutes ahnen f&uuml;r die Transparenz der EU-Bestellungen. [&hellip;]<br>\nDie Kommission hat mittlerweile 1,5 Milliarden Dosen Corona-Impfstoffe bei insgesamt sechs Firmen bestellt, mit Optionen auf 760 Millionen weitere &ndash; eine gigantische Investition. Doch welches Land wann wie viele Impfdosen bekommen soll oder wie die Haftung im Fall von Gesundheitssch&auml;den bei Geimpften geregelt wurde, ist bis heute &ouml;ffentlich nicht bekannt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/coronavirus-eu-abgeordnete-erhalten-erstmals-einblick-in-impfstoff-bestellungen-a-fab2f09d-40cf-4d86-bf42-dc1debf91e53\">DER SPIEGEL<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Corona-Hilfen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Zahl der Selbst&auml;ndigen in Hartz IV drastisch gestiegen<\/strong><br>\nDie Politik hat in der Corona-Krise Milliardensummen locker gemacht, um Angestellten in Kurzarbeit zu helfen oder Firmen, die derzeit nicht &ouml;ffnen d&uuml;rfen. Klein- und Solo-Selbst&auml;ndige wie Musiker, Schauspieler oder Betreiber kleiner Gesch&auml;fte beklagten bereits im ersten Lockdown, dass die Politik sie vergessen habe. Nun zeigen Statistiken der Arbeitsagentur, wie schwer sie die Krise getroffen hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/politik\/gesellschaft\/corona-pandemie-selbststaendige-grundsicherung-100.html\">mdr<\/a><\/li>\n<li><strong>Bundesregierung &auml;nderte heimlich Bedingungen f&uuml;r Corona-Hilfen<\/strong><br>\nWegen Anpassungen der &Uuml;berbr&uuml;ckungshilfe II bekommen viele Firmen wohl weniger Hilfe als versprochen. Auch die Novemberhilfe k&ouml;nnte betroffen sein. [&hellip;]<br>\nWie das &bdquo;Handelsblatt&ldquo; zuerst berichtete wurden mehrmals klammheimlich die Bedingung zur Auszahlung der &Uuml;berbr&uuml;ckungshilfe II ge&auml;ndert &ndash; zum Nachteil vieler Unternehmen. Der Grund ist das EU-Beilhilferecht, das die Minister bei ihren Ank&uuml;ndigungen wohl nicht ausreichend mitgedacht hatten. Zwar einigte sich der Bund Ende November mit Br&uuml;ssel. Doch es wurden &Auml;nderungen n&ouml;tig.<br>\nSeit Anfang Dezember steht nun unter Punkt 4.16 im Kleingedruckten, die &Uuml;berbr&uuml;ckungshilfe sei ein &bdquo;Beitrag zu den ungedeckten Fixkosten eines Unternehmens&ldquo;. Ein Unternehmen braucht also ungedeckte Fixkosten, muss also einen Verlust gemacht haben, um die &Uuml;berbr&uuml;ckungshilfe zu erhalten. Altmaier und Scholz hatten stets den Eindruck erweckt, als sei nur der gesunkene Umsatz die Bemessungsgr&ouml;&szlig;e f&uuml;r die Erstattung &ndash; nicht dass der Staat nur im Falle von Verlusten einspringt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/zum-nachteil-von-unternehmen-bundesregierung-aenderte-heimlich-bedingungen-fuer-corona-hilfen\/26789462.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Auszahlung der Novemberhilfen verz&ouml;gert sich wegen einer Peinlichkeit<\/strong><br>\nVergangene Woche hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpr&auml;sidentinnen und Ministerpr&auml;sidenten angek&uuml;ndigt, dass die Auszahlung der Hilfen unmittelbar bevorsteht. &bdquo;Die vollst&auml;ndige Auszahlung der beantragten Novemberhilfe &uuml;ber die L&auml;nder erfolgt sp&auml;testens ab dem 10. Januar 2021&ldquo;, hie&szlig; es in einem gemeinsamen Beschluss.<br>\nNun m&uuml;ssen Betriebe der Gastronomie, Freizeit- und Kultureinrichtungen, die besonders hart von den Beschr&auml;nkungen seit Anfang November betroffen sind, weiter auf die vollst&auml;ndigen Hilfszahlungen warten.<br>\nDas Bundeswirtschaftsministerium best&auml;tigte auf Anfrage die Verschiebung des Auszahlungsstarts. Aktuell liefen die letzten technischen Tests an den Schnittstellen im Antragssystem. &bdquo;Sobald diese abgeschlossen sind, kann das regul&auml;re Verfahren der Antragsbearbeitung und Auszahlung starten&ldquo;, teilte das Ministerium mit. Man gehe davon aus, dass sich der Beginn &bdquo;nicht signifikant&ldquo; verz&ouml;gere. Ein konkretes Datum, bis wann die technischen Probleme behoben sind, wurde nicht genannt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article224145128\/Softwareprobleme-Auszahlung-der-Novemberhilfen-verzoegert-sich-wegen-einer-Peinlichkeit.html\">Welt Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Man k&ouml;nnte meinen, innerhalb der Regierung funktioniert der Lockdown ganz gut. Aber Spa&szlig; beiseite: Um die Akzeptanz der Ma&szlig;nahmen zu erh&ouml;hen, werden mittlerweile regelm&auml;&szlig;ig unb&uuml;rokratische Hilfen ins Schaufenster gestellt, bei denen dann aber nicht klar ist, wie sie umgesetzt werden sollen. Man beschlie&szlig;t also in der Runde der Ministerpr&auml;sidenten mit der Kanzlerin etwas und kl&auml;rt erst hinterher das Verfahren und die Detailfragen. Diese Reihenfolge ist falsch und f&ouml;rdert nicht gerade das Vertrauen in eine vorausschauende Pandemiepolitik. Zum Kinderkrankengeld, das zuletzt f&uuml;r Eltern in Aussicht gestellt worden ist, gibt es auch nur eine rudiment&auml;re Formulierungshilfe f&uuml;r eine Gesetzes&auml;nderung im Sozialgesetzbuch V, die noch abgestimmt werden muss. Das h&auml;tte man doch schon l&auml;ngst vorbereiten k&ouml;nnen, vor allem, wenn man sich die vielen Stimmen in Erinnerung ruft, die bereits lange vor der Beschlussrunde am 5. Januar nach noch sch&auml;rferen Ma&szlig;nahmen gerufen und eine Lockerung von Ma&szlig;nahmen grunds&auml;tzlich ausgeschlossen haben.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wir haben uns in die Corona-Krise gespart<\/strong><br>\nDie Personalnot in Krankenh&auml;usern ist Folge des jahrelangen Kostendrucks infolge der &Ouml;konomisierung und Profitorientierung im Gesundheitswesen<br>\nIn &ouml;ffentlichen Diskussionen &uuml;ber die Ma&szlig;nahmen zur Eind&auml;mmung der Corona-Pandemie wird zwar zunehmend die Personalknappheit in den Intensivabteilungen als limitierender Faktor f&uuml;r die notwendige Ausweitung der Zahl der Intensivbetten genannt. Kaum aber wird auf die strukturellen Ursachen der chronischen Unterversorgung hingewiesen.<br>\nStattdessen versuchen Regierungen und Beh&ouml;rden nun durch Lockdown-Ma&szlig;nahmen, die Kurve der an Covid-19 Erkrankten m&ouml;glichst wieder flacher zu bekommen, um das bereits &uuml;berm&auml;&szlig;ig belastete Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu bewahren.<br>\nZugleich wird durch die Corona-Krise jetzt der langj&auml;hrige Mangel an Pflegekr&auml;ften besonders auf Intensivstationen offensichtlich und &ouml;ffentlich.<br>\nZwar wurden im Fr&uuml;hjahr 2020 schnell zus&auml;tzliche Intensivbetten und inzwischen auch ausreichend Beatmungsger&auml;te bereitgestellt, doch immer deutlicher wurde: Es fehlen die zu ihrer Bedienung n&ouml;tigen qualifizierten Pflegefachkr&auml;fte, um die besonders betreuungsintensiven Covid-19-Patientinnen und -Patienten zu versorgen.<br>\nDass schon in Vor-Corona-Zeiten zeitweise bis zu 20 Prozent der Erwachsenen- und Kinder-Intensivbetten abgemeldet werden mussten, weil das Personal fehlte &ndash; mit oft lebensgef&auml;hrlichen Verz&ouml;gerungen einer Intensivbehandlungsm&ouml;glichkeit -, hat &uuml;ber Klagen hinaus nicht zu grunds&auml;tzlichen &Auml;nderungen des Systems gef&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wir-haben-uns-in-die-Corona-Krise-gespart-5021094.html?fbclid=IwAR2XvCNXm1NjrYzEUnoVcWTSNYiqC1By3qldjGjwMlyiP4E01jkN5zwqU7U\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Krankenhaussterben: Kliniken in Not<\/strong><br>\nSogar in der Coronakrise werden Krankenh&auml;user geschlossen und Betten abgebaut. Unbeirrt h&auml;lt die Politik an der &Ouml;konomisierung des Gesundheitswesens fest, der bundesweit seit 2004 j&auml;hrlich 18 Kliniken zum Opfer gefallen sind &ndash; im Corona-Jahr 2020 sogar zwanzig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/511\/kliniken-in-not-7250.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Edward Snowden: Trumps Suspendierung durch Facebook ist &ldquo;Wendepunkt im Kampf um Kontrolle&rdquo;<\/strong><br>\nEdward Snowden teilt nicht den Enthusiasmus &uuml;ber die Suspendierung von Trumps Facebook-Account. Ohne sich auf Trumps Seite zu schlagen, warnt er vor den Konsequenzen f&uuml;r die Meinungsfreiheit, wenn Unternehmen wie Facebook den US-Pr&auml;sidenten zum Schweigen bringen k&ouml;nnen. (&hellip;)<br>\n&Uuml;ber Twitter warnte er davor, dass im Fall von Trump ein gef&auml;hrlicher Pr&auml;zedenzfall geschaffen werde, wie Social-Media-Plattformen die Redefreiheit einschr&auml;nken:<br>\n&ldquo;Facebook bringt offiziell den Pr&auml;sidenten der Vereinigten Staaten zum Schweigen. Ob zum Guten oder Schlechten, dies ist ein Wendepunkt im Kampf um Kontrolle &uuml;ber die digitale Redefreiheit.&rdquo;<br>\nIn einem Kommentar pr&auml;zisierte Snowden seine Aussage und positionierte sich gegen eine Feierstimmung anl&auml;sslich Trumps Facebook-Suspendierung:<br>\n&ldquo;Ich wei&szlig; von vielen eurer Kommentare, dass ihr dies [die Ank&uuml;ndigung von Zuckerberg &ndash; Anm. d. Red.] mit einem &lsquo;JUHU!&rsquo; aufgenommen habt &ndash; ich kann auch verstehen warum. Aber stellt euch f&uuml;r einen Moment eine Welt vor, die l&auml;nger andauert als blo&szlig; die n&auml;chsten 13 Tage. Das hier wird ein Meilenstein werden, der ebenfalls andauert.&rdquo; (&hellip;)<br>\nF&uuml;r seine Bemerkungen wurde Snowden in den sozialen Medien heftig kritisiert &ndash; mit dem Vorwurf, Trump zu verteidigen oder gar zu rechtfertigen. Snowden selbst jedoch bezog explizit nur Stellung f&uuml;r die Pressefreiheit. Als Reaktion auf die Aneignung und Zerst&ouml;rung des Equipments eines Presseteams durch Anh&auml;nger von Trump twitterte er:<br>\n&ldquo;Vergesst niemals, dass die Pressefreiheit den allerersten Abschnitt einnimmt der Bill of Rights. Wenn ihr drau&szlig;en auf der Stra&szlig;e seid und behauptet, die Verfassung zu verteidigen, dann m&uuml;sst ihr Reporter verteidigen und nicht sie angreifen &ndash; selbst wenn ihr die Medien hasst. Alles andere ist unamerikanisch.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/111512-edward-snowden-trumps-suspendierung-durch-facebook\/\">RT Deutsch<\/a>\n<p><strong>dazu: Pr&auml;sident von Mexiko legt sich mit Facebook und Co. an<\/strong><br>\nDer mexikanische Pr&auml;sident Andr&eacute;s Manuel L&oacute;pez Obrador (Amlo) hat sich nach der Sperrung des scheidenden US-Pr&auml;sidenten Donald Trump auf Facebook und Twitter zu Wort gemeldet. Mit drastischen Worten wandte er sich gegen die Zensurmacht von privaten Unternehmen.<br>\nNach der Erst&uuml;rmung des Sitzes des US-Kongresses in Washington durch Anh&auml;nger von Trump am 6. Januar hatten die beiden gr&ouml;&szlig;ten Sozialen Netzwerke dessen Nutzerkonten gesperrt.<br>\nDie Erl&auml;uterungen des Chefs des Facebook-Unternehmens, Mark Zuckerberg, beinhalte &bdquo;viel Arroganz und &Uuml;berheblichkeit&ldquo;, so Amlo. &bdquo;Was sie vor ein paar Tagen in den Vereinigten Staaten gemacht haben, ist ein schlechtes Zeichen, es ist ein schlechtes Omen, dass private Unternehmen &uuml;ber Zensur und Schweigen entscheiden&ldquo;, kritisierte Mexikos Pr&auml;sident. Er rief zudem zum verst&auml;rkten Aufbau &bdquo;alternativer Medien&ldquo; auf.<br>\nDer Fall markiere &bdquo;ein Vorher und Nachher&ldquo; f&uuml;r das Recht auf Information. Gro&szlig;e private Unternehmen d&uuml;rften nicht die Rolle &uuml;bernehmen, die nur rechtm&auml;&szlig;igen und von der Verfassung legitimierten Beh&ouml;rden zukommen d&uuml;rfe, argumentierte Amlo. Ein &bdquo;Zensurgericht wie die Heilige Inquisition&ldquo;, das die &ouml;ffentliche Meinung zu verwalten drohe, sei eine sehr ernste Sache&hellip;<br>\nDer Pr&auml;sident steht mit seinen &Auml;u&szlig;erungen an der Seite des bekannten US-amerikanischen Whistleblowers Edward Snowden, dessen Enth&uuml;llungen ab 2013 Einblicke in das Ausma&szlig; der weltweiten &Uuml;berwachungs- und Spionagepraktiken u.a. des US-Geheimdienstes NSA gaben. Snowden zeigte sich in den vergangenen Tagen besorgt &uuml;ber den Schritt von Facebook und Twitter, auch wenn er Verst&auml;ndnis &uuml;ber eine weitverbreitete Genugtuung erkl&auml;rte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2021\/01\/246820\/mexiko-amlo-facebook-zensur\">Amerika 21<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&ldquo;In Washington herrscht ein Klima der Angst&rdquo;<\/strong><br>\nDer ehemalige CIA-Agent Robert Baer &uuml;ber die Stimmung in Washington, das Scheitern des &ldquo;War on terror&rdquo; und die neue Regierung unter Joe Biden [&hellip;]<br>\nHerr Baer, was war Ihr erster Gedanke, als Sie die Bilder von dem Sturm auf das Kapitol gesehen haben?<br>\nRobert Baer: Mein erster Gedanke war: Das letzte Mal, als ich so etwas Schlimmes sah, war das im Irak.<br>\n&ldquo;Vor Superlativen soll man sich h&uuml;ten, denn sie nutzen sich zu schnell ab&rdquo;, sagte einmal der deutsche Journalist Hajo Friedrichs, damals nach dem Fall der Mauer in Berlin. Da Sie als CIA-Agent einst im Irak operierten, mit dem Auftrag, Saddam Hussein zu liquidieren: Ist Ihr Vergleich nicht &uuml;bertrieben?<br>\nRobert Baer: Nein, Sie fragten mich ja nach meinen ersten Gedanken und da kamen mir die Bilder von den US-Soldaten in Bagdad in den Sinn, die sich im Pr&auml;sidentenpalast fotografierten, mit den F&uuml;&szlig;en auf dem Schreibtisch Saddam Husseins und &Auml;hnliches.<br>\nDas klingt so, als h&auml;tten Sie eine historische Revanche beobachtet. Das, was die USA in den letzten Jahrzehnten in alle Welt trugen, kehrt jetzt zur&uuml;ck?<br>\nRobert Baer: Zumindest ist es doch erstaunlich, dass rund 20 Jahre nach dem Beginn des sogenannten &ldquo;War on terror&rdquo;, der von Washington mit dem Ziel begonnen wurde, den Terror weltweit zu beseitigen, in diesem Zusammenhang sprach man ja vom islamistischen Terror, ein Mob aus US-B&uuml;rgern in der Lage dazu war, das zu erreichen, was keiner fremden Macht bisher gelungen ist, keinen Islamisten, Nazis, Kommunisten: Ein Symbol der amerikanischen Demokratie, der Macht der USA, zu erobern, wenn auch nur f&uuml;r kurze Zeit.<br>\nDer Feind kam also nicht von au&szlig;en, also dorthin, wohin die Augen der CIA und des Pentagon gerichtet waren, sondern aus dem Herzen der eigenen Nation.<br>\nDieses Kriegsziel, der &ldquo;War on terror&rdquo;, ist nicht nur global gescheitert. Nein, in den USA sind wir jetzt mit einem Inlandsterrorismus konfrontiert, dessen H&ouml;hepunkt noch lange nicht &uuml;berschritten ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/In-Washington-herrscht-ein-Klima-der-Angst-5023610.html\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>dazu: Ein Volk aus Schuldnern<\/strong><br>\nIn den USA jonglieren immer mehr Familien mit Bankdarlehen, Kreditkarten und Pfandhausleihen, um ihren Privatbankrott abzuwenden.<br>\n(&hellip;) Erst recht aber erreichen die Schulden amerikanischer Normalverdiener neue Rekordst&auml;nde, und das hat nicht blo&szlig; mit dem Coronavirus zu tun. Schon vor der Pandemie, im vierten Quartal des Jahres 2019, lasteten auf jedem US-Haushalt im Schnitt 115.000 Dollar Schulden, was ein neuer H&ouml;chststand war. Seitdem steigen sie kr&auml;ftig weiter, und man kann das an vielen Kennziffern ablesen: Nach Sch&auml;tzungen von Moody&rsquo;s Analytics etwa sind zum Jahresende 2020 bis zu 70 Milliarden Dollar an Mietschulden aufgelaufen, weil Millionen Haushalte nur zum Teil oder gar nicht gezahlt haben&hellip;<br>\nDie Pandemie hat selbst Amerikaner in Notlagen gest&uuml;rzt, die ein regelm&auml;&szlig;iges Einkommen verdienen. Ein gro&szlig;er Teil der Familien lebt &bdquo;from paycheck to paycheck&ldquo; &ndash; das hei&szlig;t, dass das monatliche Gehalt gerade so reicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Zur&uuml;cklegen k&ouml;nnen sie nichts. Jede unvorhergesehene Ausgabe bedroht das finanzielle &Uuml;berleben. Fast 40 Prozent der US-B&uuml;rger k&ouml;nnten in einem Notfall keine 400 Dollar aufbringen: Das hat die US-Notenbank per Umfrage ermittelt&hellip;.<br>\nUnd dann sind da noch Schulden f&uuml;r medizinische Behandlungen. Seit der Gesundheitsreform von Pr&auml;sident Obama haben zwar mehr Amerikaner eine Krankenversicherung als zuvor, doch im Krankheitsfall sind h&auml;ufig mehrere Tausend Dollar Selbstbeteiligung zu entrichten, bevor die Versicherung etwas &uuml;bernimmt&hellip;<br>\n45 Millionen Amerikaner schulden &ouml;ffentlichen oder privaten Kreditgebern inzwischen 1,5 Billionen Dollar f&uuml;r ihr Studium&hellip;70 Prozent der Highschool-Absolventen in den USA beginnen heute ein Studium, auch weil es an Alternativen wie einer anerkannten Berufsausbildung mangelt. Aber der Hochschulbesuch wird immer teurer. Die Studiengeb&uuml;hren steigen seit den Achtzigerjahren viermal so schnell wie die Inflation. In den USA gibt es inzwischen sogar Rentner, die ihre alten Studienkredite abstottern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2021\/02\/usa-schulden-privathaushalte-familien-kreditkarten-kredite\/komplettansicht\">Zeit<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Lesenswert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&bdquo;Das ist doch kein Lebensmodell&ldquo;<\/strong><br>\nGewerkschafter und &bdquo;Aussteiger&ldquo; nehmen Arbeitsbedingungen bei Amazon weltweit zum Anlass, &uuml;ber Zukunftsfragen nachzudenken&hellip;<br>\n&bdquo;Cham&auml;leon&ldquo; bei Betriebsratswahlen<br>\nDie Besch&auml;ftigten seien &bdquo;schnell v&ouml;llig ersch&ouml;pft&ldquo; und bek&auml;men psychosoziale Probleme, die sie auch davon abhielten, sich aktiv f&uuml;r bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen, so F&aacute;tima Aguado Queipo, Sekret&auml;rin der Gewerkschaft Federaci&oacute;n de Servicios de Comisiones Obreras (CCOO) in Madrid. &bdquo;Das Schwierigste ist, Kandidaten f&uuml;r eine gewerkschaftliche Vertretung zu finden.&ldquo; Amazon agiere hier &bdquo;wie ein Cham&auml;leon&ldquo; und versuche, bei Betriebsratswahlen eigene Kandidaten zu platzieren. Momentan gebe es nur in neun von insgesamt 30 spanischen Amazon-Zentren eine gewerkschaftliche Organisierung.<br>\nVon &auml;hnlichen Erfahrungen wusste Massimo Mensi, Sekret&auml;r f&uuml;r internationale Beziehungen der Gewerkschaft CGIL in Rom, zu berichten&hellip;<br>\nErsch&ouml;pfungszust&auml;nde, wie seine spanische Kollegin sie beschrieb, kennt Orhan Akman auch von deutschen Kollegen. &bdquo;Das hat sehr viel mit dem Rhythmus und dem Tempo zu tun, aber auch mit dem Einsatz von neuen Technologien.&ldquo; Selbst wenn die Kollegen Feierabend h&auml;tten, n&auml;hmen sie die Belastungen mit nach Hause, &bdquo;immer in der Angst, mit den Vorgaben nicht fertig zu werden&ldquo;.<br>\nWeder Gewerkschaften noch Betriebsr&auml;te h&auml;tten in den Zentren Mitspracherechte: &bdquo;Bei Amazon herrscht eine Kultur von Befehl und Gehorsam.&ldquo; Deshalb suche der Konzern suche seine F&uuml;hrungskr&auml;fte auch gezielt unter ehemaligen Bundeswehr-Angeh&ouml;rigen&hellip;<br>\nAmazon weigere sich aber weiterhin, einen Tarifvertrag zu akzeptieren. &bdquo;Wir stellen uns daher auf weitere acht Jahre Arbeitskampf ein.&ldquo;<br>\nInternationalisierung auch von unten<br>\nEr denke dabei nicht nur an die rund 18.000 Besch&auml;ftigten in Deutschland. Gewerkschaften k&ouml;nnten sich auch nicht darauf ausruhen, wenn es im eigenen Land besser laufe, sondern m&uuml;ssten &bdquo;Gewerkschaftsarbeit anhand der Lieferketten und der Wertsch&ouml;pfungsketten heute neu denken&ldquo;. Amazon besitze eine finanzielle Macht, die auch die b&uuml;rgerliche Demokratie gef&auml;hrden k&ouml;nne, warnte Akman. Der j&auml;hrliche Konzernumsatz liege &uuml;ber dem Bruttoinlandsprodukt von Portugal oder Vietnam.<br>\nTimothy Bray sprach sich daf&uuml;r aus, Gro&szlig;konzerne wie Amazon, Google, Microsoft, Facebook und Apple zu zerschlagen. Mit Begriffen wie Enteignung oder Vergesellschaftung wollte er vorsichtig umgehen. Eine progressive Bewegung m&uuml;sse aber gegen solche Monopole k&auml;mpfen: &bdquo;Die Eigent&uuml;merstruktur im Kapitalismus ist viel zu stark konzentriert&ldquo;, so Bray. &bdquo;Mich interessiert dabei nicht, ob der Eigent&uuml;mer Jeff Bezos hei&szlig;t, es geht darum, dass es einer v&ouml;llig anderen Unternehmensstruktur bedarf&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Das-ist-doch-kein-Lebensmodell-5021764.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>WireCard<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wirecard-Ausschuss Zweifel an Guttenbergs Glaubw&uuml;rdigkeit<\/strong><br>\nInterne Dokumente, die dem ARD-Haupstadtstudio vorliegen, n&auml;hren Zweifel an der Glaubw&uuml;rdigkeit des Zeugen Karl-Theodor zu Guttenberg. Es geht um seine Aussage im Wirecard-Ausschuss im Dezember.<br>\nHat Karl-Theodor zu Guttenberg bei seinem Auftritt als Zeuge im Wirecard-Untersuchungsausschuss nicht die volle Wahrheit gesagt? Interne Dokumente die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegen, n&auml;hren den Verdacht. Die SPD wirft ihm vor, den Ausschuss belogen zu haben. Auch in der Opposition wachsen die Zweifel an seiner Glaubw&uuml;rdigkeit.<br>\nNamensartikel in der FAZ<br>\nIm Dezember war Guttenberg im Bundestag zu seiner Rolle im Wirecard-Skandal befragt worden. Dabei ging es auch um einen Namensartikel, den der ehemalige CSU-Minister Ende M&auml;rz 2020 in der &ldquo;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&rdquo; ver&ouml;ffentlicht hatte. Das Thema: Die Rolle von Leerverk&auml;ufen in der Corona-Krise. Wirecard war damals ins Visier von Shortsellern geraten, also B&ouml;rsenh&auml;ndlern, die auf fallende Kurse eines Unternehmens wetten. Guttenberg hatte in dem Artikel gegen solche Leerverk&auml;ufe argumentiert&hellip;<br>\nSPD spricht von L&uuml;ge<br>\nDer SPD-Obmann im Wirecard-Ausschus, Zimmermann wirft Guttenberg deshalb vor, im Zeugenstand nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Dem ARD-Hauptstadtstudio sagte Zimmermann: &ldquo;Er (Guttenberg Anm. d. Red.) hat den Untersuchungsausschuss belogen und versucht, falsche F&auml;hrten zu legen, als er abgestritten hat im Interesse von Wirecard f&uuml;r Leerverkaufsverbot zu argumentieren. Eine wirkliche &Uuml;berraschung ist diese fehlende Aufrichtigkeit bei ihm nicht.&rdquo; Jetzt m&uuml;sse gekl&auml;rt werden, ob Guttenberg den Untersuchungsausschuss bewusst habe in die Irre f&uuml;hren wollen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/guttenberg-wirecard-101.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Wirecard im Kanzleramt: Der Maschinist der Macht<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsberater der Bundeskanzlerin trat im Untersuchungsausschuss auf.<br>\nFabio De Masi von der Linkspartei ist ver&auml;rgert: &bdquo;Es ist skandal&ouml;s, dass im Kanzleramt E-Mails gel&ouml;scht beziehungsweise dem Untersuchungsausschuss vorenthalten werden.&ldquo; R&ouml;ller habe den ehemaligen Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung zu Wirecard und Gesch&auml;ften in Fernost getroffen, bat &bdquo;aber im Bundeskanzleramt explizit darum, dass der Gespr&auml;chswunsch nicht konkretisiert werden solle&ldquo;. De Masi: &bdquo;Er wollte offenbar Spuren verwischen und hat etwas zu verheimlichen. Das legt nahe, dass es dabei wom&ouml;glich auch um die Kontakte von Prof. R&ouml;llers Ehefrau ging und Herr R&ouml;ller wom&ouml;glich Nebengesch&auml;fte verfolgt.&ldquo;<br>\nDe Masi fragt: &bdquo;Seit wann ist die Ehepartnerin des Wirtschaftsberaters der Kanzlerin &ndash; Berufsbezeichnung Hausfrau &ndash; f&uuml;r Wirtschaftsf&ouml;rderung zust&auml;ndig? Sollten damit Spuren verwischt werden? Und warum guckt MinTech nicht im Internet nach dem Kontakt von Wirecard?&ldquo; Die Behauptung von Herrn R&ouml;ller, er k&ouml;nne sich nicht erinnern, &bdquo;ob ihm die heftigen Vorw&uuml;rfe gegen Wirecard bei der Kuppelei mit den Chinesen schon bekannt gewesen seien&ldquo;, sei &bdquo;total unglaubw&uuml;rdig&ldquo;. Die Vorw&uuml;rfe h&auml;tten ja in offiziellen Vorlagen f&uuml;r R&ouml;ller gestanden.<br>\nDe Masi sagt: &bdquo;,Ich erinnere mich nicht&lsquo; ist eine Floskel, um nicht l&uuml;gen zu m&uuml;ssen. Es ist erstaunlich, wie sich Mitglieder der Bundesregierung erinnern, wann sie an welchem Tag Kaffee gekocht haben, aber bei Wirecard werden sie immer so vergesslich! Das ist eine Verh&ouml;hnung eines Verfassungsorgans!&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/wirecard\/wirecard-im-kanzleramt-der-maschinist-der-macht-li.132326\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Warum die Insekten sterben<\/strong><br>\nDer Tod von Schmetterlingen, K&auml;fern und Bienen hat viele Ursachen. 56 Wissenschaftler aus aller Welt gingen diesen nun auf den Grund.<br>\nEtwa eine Million Menschen lebten vor 10 000 Jahren auf der Erde. Heute sind es 7,8 Milliarden. Eigentlich ist es nur logisch, dass dieses explosionsartige Wachstum f&uuml;r andere Lebewesen Folgen hat. Kaum jemand bestreitet noch, dass derzeit auf der Welt ein gigantisches Massensterben l&auml;uft, &auml;hnlich dem vor 66 Millionen Jahren, als die Dinosaurier von der Erdoberfl&auml;che verschwanden. Ob Insekten davon st&auml;rker betroffen sind als andere Tiere ist unklar, obwohl sich mittlerweile viele Forschergruppen mit dem Ph&auml;nomen des Insektensterbens besch&auml;ftigen. In der aktuellen Ausgabe des Fachjournals PNAS fassen jetzt 56 Wissenschaftler in elf Studien zusammen, was man bislang &uuml;ber den Schwund der Insekten wei&szlig; &ndash; und was nicht.<br>\nDie H&auml;ufigen werden selten. Anders als bei vielen anderen Tieren schwinden bei den Insekten nicht vor allem seltene Arten, sondern auch solche, die fr&uuml;her stark verbreitet waren. Ein Beispiel daf&uuml;r sind die Schmetterlinge in Europa, wie ein Team um Martin Warren von der Butterfly Conservation Europe im britischen Dorset in einer der PNAS-Studien schreibt&hellip;<br>\n(&hellip;) Druck von allen Seiten. Mittlerweile ist klar, dass es die eine Ursache f&uuml;r das Insektensterben nicht gibt, sondern dass es der Druck vieler verschiedener Faktoren ist, der schlie&szlig;lich zu viel wird&hellip;<br>\nDie Autoren des aktuellen Schwerpunkts betonen, dass die vielen offenen Fragen auf keinen Fall dazu f&uuml;hren d&uuml;rfen, nichts gegen den Schwund zu unternehmen. &ldquo;Wir m&uuml;ssen jetzt handeln&rdquo;, schreiben sie. Denn eines ist klar: Der Grund f&uuml;r das weltweite Insektensterben ist der Mensch. Und je st&auml;rker die Weltbev&ouml;lkerung w&auml;chst, umso mehr wird sich der Schwund beschleunigen. Es sei denn, der Homo sapiens schafft es, ihn irgendwie zu stoppen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/insektensterben-klimawandel-landwirtschaft-1.5171518\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wie er wurde, was er ist<\/strong><br>\nFriedrich Merz versucht, f&uuml;r CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur seinen Ruf als Lakai des Kapitals abzustreifen [&hellip;]<br>\nSchon als Abgeordneter hatte er zu denen geh&ouml;rt, die sich als Lobbyisten eine goldene Nase verdienen. Verbissen k&auml;mpfte er gegen die Offenlegung seiner Nebent&auml;tigkeiten. 2005 trat er in die global agierende Wirtschaftskanzlei Mayer Brown ein und sammelte gut dotierte Mandate in Aufsichts- und Verwaltungsr&auml;ten. Die Welt erlebte er vor allem in Elitenetzwerken, wo Politiker auf Wirtschaftsbosse treffen: im lokalen Rotary Club in Arnsberg oder in den noblen &bdquo;Denkfabriken&ldquo; der Gro&szlig;banken, in Rockefellers Trilateraler Kommission und in Warburgs Atlantikbr&uuml;cke. Merz zieht es stets dorthin, wo das Geld sitzt. 2009 wird er Aufsichtsrat der feinen D&uuml;sseldorfer Gesch&auml;ftsbank HSBC Trinkaus, gegen die sp&auml;ter wegen Cum-Ex-Betrugs ermittelt wird, ebenso wie gegen den US-Verm&ouml;gensverwalter Blackrock, dessen Deutschlandgesch&auml;ft Merz ab 2016 &bdquo;beaufsichtigt&ldquo;.<br>\nIm Juni 2010 betrauen ihn die CDU\/FDP-Regierung in NRW und der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin (zust&auml;ndiger Finanzminister: Wolfgang Sch&auml;uble) mit dem Verkauf der WestLB. Das Honorar aus der Staatskasse betr&auml;gt sensationelle 5.000 Euro am Tag. Obwohl die Verkaufsgespr&auml;che nach kurzer Zeit scheitern, flie&szlig;t das Honorar einfach weiter, 396 Tage lang, f&uuml;r nichts. Sch&auml;uble erh&auml;lt 2019 vom Wirtschaftsrat der CDU (Vizepr&auml;sident: Friedrich Merz) die Ludwig-Erhard-Gedenkm&uuml;nze in Gold. Sch&auml;uble ist es auch, der Merz in die Politik zur&uuml;cklotst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/wolfgang-michal\/wie-er-wurde-was-er-ist\">Wolfgang Michal in der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68854\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-68854","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=68854"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68854\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":68857,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68854\/revisions\/68857"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=68854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=68854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=68854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}