{"id":6903,"date":"2010-09-30T08:48:46","date_gmt":"2010-09-30T06:48:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6903"},"modified":"2010-09-30T08:48:46","modified_gmt":"2010-09-30T06:48:46","slug":"hinweise-des-tages-1238","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6903","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Hartz-IV, Gesundheitsreform, Staatsverschuldung, Miete, Handeln der Koalition, warum keiner der Koalition vertraut, Staatsverschuldung, Mehrwertsteuer, Tarifkonkurrenz, &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo;, Stutgart 21, Staatsdiener-Quote, Sicherheitsgesetze, versch&auml;rfter Unsinn aus Br&uuml;ssel, Basel III, neue Tatigkeiten von Ex-Kommissaren, Sozialpolitik aktuell, zu guter Letzt. (RS\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Hartz-IV-Reform<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Gesundheitsreform<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Miete: Reaktionen auf Merkel-Vorsto&szlig;: Das ist nicht zu Ende gedacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Angela Merkel &uuml;ber Reformen von Union und FDP &ndash; &ldquo;Wir wurden daf&uuml;r gew&auml;hlt zu handeln&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Lucas Zeise: Warum keiner der Koalition vertraut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Gustav Horn: Zu den Ursachen der Staatsverschuldung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Rudolf Hickel: Reformbedarf Mehrwertsteuer: Soziale Gestaltung und Bek&auml;mpfung von Steuerbetrug<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Tarifkonkurrenz als gewerkschaftspolitische Herausforderung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Der heimt&uuml;ckische Begriff &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Stuttgart 21: Parksch&uuml;tzer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Staatsdiener-Quote &ndash; Abgemagert, gar nicht dick und fett<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Sicherheitsgesetze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Robert von Heusinger &ndash; Versch&auml;rfter Unsinn aus Br&uuml;ssel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Basel III und die Finanzlobby in der Kritik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Interne EU-Dokumente zeigen schlampige &Uuml;berpr&uuml;fung neuer T&auml;tigkeiten von Ex-Kommissaren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Brasilien w&auml;hlt: Boom im Armenhaus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Sozialpolitik aktuell<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Zu guter Letzt: Achtung Zudeick &ndash; der satirische Wochenr&uuml;ckblick<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6903&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Hartz-IV-Reform<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Neue Rechnung, altes Ergebnis<\/strong><br>\nSchon 2008 kursierte im Finanzministerium die H&ouml;he des neuen Hartz-IV-Satzes von 364 Euro. Das Arbeitsministerium spricht von einem kuriosen Zufall.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2010-09\/hartz4-existenzminimumsbericht\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Ja, sehr kurios.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Friedhelm Hengsbach: Hartz IV &ndash; ein B&uuml;rgerkrieg der politischen Klasse gegen die arm Gemachten<\/strong><br>\nAuf GEGENBLENDE geht der wohl profilierteste Hartz IV-Kritiker Friedhelm Hengsbach in die Substanz dieser Reform, die jetzt schon den Ausgrenzungsdiskurs (s. Sarrazin, Sloterdijk u. a.) unserer Gesellschaft nachhaltig gepr&auml;gt hat &hellip;\n<ul>\n<li>Ein grober Denkfehler besteht in der Individualisierung gesellschaftlicher Risiken. Massenarbeitslosigkeit, schwere Krankheit, Altersarmut und in einer patriarchalen Gesellschaft die Zugeh&ouml;rigkeit zum weiblichen Geschlecht sind gesellschaftliche Risiken, deren Eintritt nicht den davon betroffenen Individuen angelastet werden darf. Der Appell an die Eigenverantwortung ist methodisch ein Fehlschluss, weil individuelle Erkl&auml;rungsmuster an die Stelle gesamtwirtschaftlicher und gesellschaftlicher Analysen treten. Appelle an tugendsame, arbeitsorientierte Einstellungen laufen ins Leere angesichts von f&uuml;nf Millionen registrierten und versteckten Arbeitslosen und weniger als einer Million offener Stellen.<\/li>\n<li>Der zweite Denkfehler besteht darin, dass zum einen die G&uuml;ter- und Finanzm&auml;rkte als logische Orte individueller Akteure mit extrem selektiven, ausschlie&szlig;lich monet&auml;ren Interessen konstruiert werden, die dazu noch von der urspr&uuml;nglichen Verteilung der Kaufkraft und vom angeblich individuellen Leistungsverm&ouml;gen abh&auml;ngen, und dass zum andern auf den &bdquo;Arbeitsm&auml;rkten&ldquo; unter atomistischen Wettbewerbsbedingungen ein Tausch individueller Akteure, n&auml;mlich des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers zustande kommt. Beide Pr&auml;missen sind idealtypisch, aber wirklichkeitsfremd. Denn tats&auml;chlich werden die Arbeitsverh&auml;ltnisse von zwei kollektiven Verhandlungspartnern vereinbart. Und vor allem ist das Arbeitsverm&ouml;gen keine Ware wie ein Gebrauchtauto. Sie ist f&uuml;r die abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten etwas Notwendiges, weil sie darauf angewiesen sind, durch die &Uuml;berlassung ihres Arbeitsverm&ouml;gens an einen fremden Kapitaleigner ihren Lebensunterhalt zu gewinnen. Gleichzeitig ist sie etwas ganz Pers&ouml;nliches, weil das Arbeitsverm&ouml;gen nicht vom Subjekt der Arbeit getrennt werden kann, weil diejenigen, die ihr Arbeitsverm&ouml;gen auf dem angeblichen Arbeitsmarkt anbieten, sich selbst einem fremden Willen unterwerfen m&uuml;ssen.<\/li>\n<li>Der dritte Denkfehler besteht in der selektiven Deutung rein monet&auml;rer Bestimmungsgr&ouml;&szlig;en des Arbeitsangebots. An den physischen und vor allem sozialpsychischen Folgen der Arbeitslosigkeit kann abgelesen werden, dass ein ganzes B&uuml;ndel materieller, mentaler und gesellschaftlicher Motive die Arbeitslosen dazu anleitet, sich an der gesellschaftlich organisierten Arbeit zu beteiligen. Der Wunsch nach einer guten Arbeit, die ein angemessenes Einkommen bietet, die sicher ist und eine Lebensplanung in gelingender Partnerschaft erleichtert, die gesellschaftliche Anerkennung vermittelt und zur Entfaltung der eigenen Kompetenzen beitr&auml;gt, hat etwas mit der pers&ouml;nlichen W&uuml;rde derer zu tun, die arbeiten. Es ist einzusehen, dass ein arbeitsloser ausgebildeter Ingenieur eine Arbeitsgelegenheit beispielsweise als Hausmeister eines Krankenhauses akzeptiert, nicht jedoch als Garten- und Blumenpfleger in derselben Einrichtung.<\/li>\n<li>Der vierte Denkfehler liegt in dem h&ouml;chst fragw&uuml;rdigen Ma&szlig;stab der Produktivit&auml;t, dem gem&auml;&szlig; das wirtschaftliche Leistungsverm&ouml;gen eines Arbeit suchenden Arbeitslosen, aber auch der meisten Erwerbst&auml;tigen ermittelt wird. Die gesellschaftlich h&ouml;chst bedeutsame Leistung einer Person, die privat Kinder erzieht, den Haushalt besorgt und Kranke pflegt, gilt nicht als wirtschaftliche Leistung, wohl aber das Z&auml;hlen von Banknoten eines Sparkassenangestellten. Wirtschaftliche Leistung wird definiert durch die Kaufkraft derer und ihre urspr&uuml;ngliche Verteilung unter denjenigen, die eine solche Leistung nachfragen. In einem gemeinsamen Produktionsprozess kann der Anteil der einzelnen Erwerbst&auml;tigen an dem Endergebnis ihrer Arbeit eh nichtpr&auml;zise zugerechnet werden. Deshalb sind manche Formen der Entlohnung, die unter Druck einer Seite zustande kommen, rechtswidrig. Das gilt in der Regel f&uuml;r die 1 Euro-Jobs.<\/li>\n<li>Ein f&uuml;nfter Denkfehler besteht in dem Ausblenden von Marktmacht. Die moderne Arbeitsgesellschaft hat das Erbe der Feudalgesellschaft nicht abgestreift. Die Bauernbefreiung hat den Leibeigenen die freie Wahl des Wohnorts, der Partnerin und des Arbeitgebers beschert, aber auch den Verlust ihrer Existenzgrundlage. Die Feudalherren wurden jedoch nicht von ihrem Grund-, Sach- und Geldverm&ouml;gen befreit. So geh&ouml;ren bis heutzutage einer Minderheit der Bev&ouml;lkerung die Produktionsmittel, so dass diese die Wirtschaft in ihrem Interesse steuert, w&auml;hrend die Mehrheit &uuml;ber kein anderes Verm&ouml;gen als &uuml;ber das Arbeitsverm&ouml;gen verf&uuml;gt. Folglich ist eine strukturell ungleiche Verhandlungsposition beim Abschluss des angeblich freien Arbeitsvertrags geblieben. Der Arbeitgeber ist zwar auf fremde Arbeit angewiesen, um sein Verm&ouml;gen rentabel verwerten zu k&ouml;nnen. Aber die Vereinbarung zwischen ihm und dem Arbeitnehmer erfolgt nicht auf gleicher Augenh&ouml;he, sondern unter ungleichen Bedingungen. Der Arbeitgeber kann warten, der Arbeitnehmer steht unter Zeitdruck. Ungleiche Vertr&auml;ge sind in der Regel Zwangsverh&auml;ltnisse und ungerecht. Dies gilt f&uuml;r den regul&auml;ren Arbeitsvertrag, der nichtsolidarisch abgesichert ist. Und dies gilt erst recht f&uuml;r die Eingliederungsvereinbarungen, die den Arbeit suchenden erwerbslosen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern eines demokratischen Staates das Recht verweigern, eine Arbeitsgelegenheit, die ihnen angeboten wird, sanktionsfrei abzulehnen.<\/li>\n<li>In der Phase des Finanzkapitalismus spitzt sich das Ausblenden dieser Schieflage wirtschaftlicher Macht zu einem sechsten Denkfehler zu. Die Unternehmen werden nicht mehr als Personenverband, sondern als Kapitalanlage in den H&auml;nden der Aktion&auml;re gesehen. Die Finanzm&auml;rkte, die von Gro&szlig;banken, Versicherungskonzernen und Kapitalbeteiligungsgesellschaften dominiert sind, kontrollieren die Unternehmen &uuml;ber eine reine Finanzkennziffer, den&bdquo;shareholder value&ldquo;, und die Aktienkurse. Die Manager bedienen ausschlie&szlig;lich die Interessen der Anteilseigner, die Interessen derer, die sich im und f&uuml;r das Unternehmen engagieren, n&auml;mlich Belegschaften, die Verbraucher und die &ouml;ffentliche Hand spielen eine nachrangige Rolle. Gem&auml;&szlig; der finanzkapitalistischen Logik werden die Anteile der Belegschaft, der nat&uuml;rlichen und gesellschaftlichen Ressourcen an der gemeinsam erarbeiteten Wertsch&ouml;pfung als Kosten definiert und mit einem m&ouml;glichst niedrigen Entgelt abgefunden, die Anteile der monet&auml;ren Ressourcen an der Wertsch&ouml;pfung n&auml;mlich das Fremd- und Eigenkapital werden mit dem Unternehmenszweck identifiziert und m&ouml;glichst hoch entgolten. Wie sehr die Finanzm&auml;rkte die nationalen Regierungen zu erpressen imstande sind, ist an der rigiden Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, die zu den Hartz IV Regelungen gef&uuml;hrt hat, ablesbar.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/05-2010\/++co++6f6f8f10-cbbb-11df-60c5-001ec9b03e44\">Gegenblende<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Schicksal Arbeitslosigkeit: Wie gerecht ist Hartz IV?<\/strong><br>\nDie Absicht der Bundesregierung, den monatlichen Regelsatz f&uuml;r Hartz IV-Empf&auml;nger um f&uuml;nf Euro anzuheben, kritisiert Ulrich Schneider vom Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverband als &ldquo;schlechten Witz&rdquo;. Man habe dabei getrickst, so Schneider gegen&uuml;ber Frontal21. Um den k&uuml;nftigen Regelsatz weiter zu dr&uuml;cken, seien nur die &auml;rmsten Familien aus der Statistik f&uuml;r die Berechnung hinzugezogen worden. Seit Einf&uuml;hrung von Hartz IV habe sich die Armut verdoppelt. Auf dem Arbeitsmarkt hingegen habe Hartz IV wenig gebracht, stellt der Arbeitssoziologie und Volkswirtschaftler Professor Gerhard Bosch von der Universit&auml;t Duisburg-Essen fest.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/8\/0,1872,8116232,00.html\">ZDF.de<\/a><\/li>\n<li><strong>SPD, Gr&uuml;ne und Linke: Regierung soll Rohdaten f&uuml;r Hartz-IV-Berechnungen herausgeben<\/strong><br>\nDie Bundesregierung soll die Rohdaten f&uuml;r die Berechnung der Hartz-IV-Regels&auml;tze herausgeben. Dies forderten die Fraktionen von SPD, Gr&uuml;nen und Linkspartei in der gestrigen Sitzung des Ausschusses f&uuml;r Arbeit und Soziales und verlangten dar&uuml;ber hinaus auch die Vorlage von alternativen Berechnungen mit unterschiedlichen Variablen&hellip;Die Koalitionsfraktionen lehnten den Antrag mit ihrer Stimmenmehrheit ab. Eine Vertreterin des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit und Soziales (BMAS) betonte, dass auch sie nur die Daten habe, die den Ausschussmitgliedern vorl&auml;gen und die zus&auml;tzlich im Internet einsehbar w&auml;ren. Auf die Rohdaten des Statistischen Bundesamtes h&auml;tten nur die Wissenschaftler Zugriff. Das Amt sei jedoch gerade dabei, die Daten anonymisiert aufzubereiten &hellip;<br>\nEin Vertreter des Bundesarbeitsministeriums betonte, dass die EVS der &rdquo;beste vorhandene Ma&szlig;stab&ldquo; f&uuml;r die Berechnung der Regels&auml;tze sei. Er erl&auml;uterte die statistischen Grundlagen und wies darauf hin, dass 55.110 Haushalte handschriftlich Buch gef&uuml;hrt h&auml;tten &uuml;ber ihre Ausgaben. Diese Haushalte seien in verschiedene Gruppen untergliedert worden, also etwa in Einpersonenhaushalte und Haushalte mit unterschiedlicher Kinderzahl. Aus deren Ausgabeverhalten seien die neuen Regels&auml;tze abgeleitet worden. Bei den Ein-Personenhaushalten wurden laut Regierung die in der Einkommensskala unteren 15 Prozent ber&uuml;cksichtigt, was Einkommen von bis zu 901 Euro pro Monat entspreche. W&auml;ren die unteren 20 Prozent herangezogen worden, h&auml;tte der Grenzwert bei 990 Euro gelegen. Bei allen anderen Haushalten wurden die unteren 20 Prozent aller Haushalte in Betracht gezogen. Bei Paarhaushalten mit einem Kind unter 6 Jahren wurden Einkommen von bis zu 2.178 Euro ber&uuml;cksichtigt, bei Paarhaushalten mit einem Kinder zwischen 6 und unter 14 Jahren bis 2.476 Euro und bei Paarhaushalten mit Kindern von 14 bis unter 18 Jahren 2.544 Euro.<br>\nAuf mehrmaliges Nachfragen von Vertretern der Oppositionsfraktionen erl&auml;uterte eine Vertreterin des Bundesarbeitsministeriums, dass bei der Festlegung der Referenzgruppen in einem ersten Schritt Bezieher von Hartz IV sowie sogenannte Aufstocker herausgenommen wurden und dann die unteren 20 Prozent der Einkommensbezieher f&uuml;r die Berechnungen herangezogen wurden. Vertreter der Oppositionsfraktionen kritisierten die Positionen, die nach dem Referentenentwurf des Arbeitsministeriums zur Berechnung des Existenzminimums ber&uuml;cksichtigt werden. &rdquo;Wie soll ein 14 bis 18-J&auml;hriger von 4,07 Euro pro Monat Diskobesuche und dergleichen finanzieren&ldquo;, fragte ein Gr&uuml;nen-Parlamentarier. Dadurch, dass Tabak und Alkohol aus der Berechnung herausgenommen worden sei, &rdquo;nehmen sie ausgerechnet den Armen eines der letzten Vergn&uuml;gen, das sie noch haben&ldquo;, hie&szlig; es bei der Linksfraktion, die der Regierung vorwarf, die S&auml;tze &rdquo;nach Kassenlage&ldquo; bestimmen zu wollen. Eine Vertreterin der SPD-Fraktion wollte wissen, wie die Regierung &bdquo;genau auf f&uuml;nf Euro komme und nicht etwa auf 4,85 oder 5,37 Euro&ldquo;. Es sei gesetzlich vorgeschrieben, dass gerundet werden m&uuml;sse, erwiderte drauf ein Ministeriums-Vertreter. Mit Blick auf die f&uuml;r die Regierung notwendige Zustimmung der SPD im Bundesrat zu den neuen Hartz-IV-Regels&auml;tzen appellierte die FPD an die &rdquo;Mitwirkungspflicht der SPD&ldquo;. Die vom Bundesverfassungsgericht beanstandeten S&auml;tze w&uuml;rden schlie&szlig;lich aus der rot-gr&uuml;nen &Auml;ra stammen, &bdquo;Sie haben das Ding verbockt&ldquo;. Vertreter der Union zeigten sich irritiert durch die Art der Kritik der Opposition. Seit der Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe sei noch nie soviel Geld in den Bereich geflossen wie jetzt und es habe &bdquo;noch nie so viel Transparenz wie jetzt&ldquo; gegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_09\/2010_307\/02.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><strong>Hartz-IV Regelsatzerh&ouml;hung: Endlich mehr Netto vom Brutto!?<\/strong><br>\nAus der Regelsatzh&ouml;he und den durchschnittlichen Wohnungsausgaben errechnet die Bundesregierung auch das &bdquo;Steuerrechtliche Existenzminimum&ldquo;, aus dem u.A. die Steuerfreibetr&auml;ge und das Kindergeld abgeleitet werden. Steigt also der Regelsatz f&uuml;r die &uuml;ber 7,6 Millionen Leistungsbeziehenden, m&uuml;sste auch der Steuerfreibetrag f&uuml;r die &uuml;ber 25 Millionen ArbeitnehmerInnen steigen.<br>\nGuido Westerwelle k&ouml;nnte auf diesem Weg endlich sein Wahlversprechen einhalten: &bdquo;Mehr Netto vom Brutto!&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/hamburglinks.wordpress.com\/2010\/09\/22\/hartz-iv-regelsatzerhohung-endlich-mehr-netto-vom-brutto\/\">Hamburglinks<\/a><\/li>\n<li><strong>Wer will es schon sch&ouml;n haben? G&auml;rtchen, Pflanzen und das neue ALG II<\/strong><br>\nEinfach gesagt: es war zu umst&auml;ndlich, der Aufforderung des BverfG nachzukommen, stattdessen wurde erneut zusammen erfasst und dann gemittelt, anteilm&auml;&szlig;ig verteilt usw. Bedenkt man die Anzahl der befragten\/erfassten Haushalte, so stellt sich die Frage, wieso angesichts der sowieso mannigfaltigen Ausgabepositionen, die einzeln dargestellt wurden, eine solche Auseinanderdividierung der Ausgaben die Haushalte &uuml;berfordern sollte und worauf diese Ansicht sich st&uuml;tzt.<br>\nGerade beim Thema Garten und Pflanzen\/Blumen scheint es, als w&uuml;rde es darum gehen, sich mehr und mehr dem physischen Existenzminimum anzun&auml;hern, nicht aber dem soziokulturellen Existenzminimum, wie es das BverfG fordert. Die Annahme, dass ALG-II-Empf&auml;nger weder &uuml;ber teure Werkzeuge noch &uuml;ber hochwertige Kleidung, f&uuml;r die eine chemische Reinigung erforderlich ist, verf&uuml;gen bzw. diese lediglich zu Vorstellungsgespr&auml;chen anziehen, zusammen mit der Annahme, dass die alkoholischen Getr&auml;nke zu ca. 90% aus niedrigpreisigem Bier oder &auml;hnlichem bestehen, betont einmal mehr die Ansicht, dass es sich bei ALG II-Empf&auml;ngern um trinkende, einfach bis schlampig angezogene Menschen handelt. Dass man sich bei der Diskussion um die Regels&auml;tze bis zuletzt bedeckt hielt und weder die Wohlfahrtsverb&auml;nde noch die Erwerbslosenverb&auml;nde etc. mit einband, sondern stattdessen eine Mauer der Geheimhaltung aufbaute, w&auml;hrend zeitgleich immer wieder das Bildungspaket sowie der geplante &ldquo;Bildungschip&rdquo; von Frau von der Leyen medial ins Zentrum der Aufmerksamkeit ger&uuml;ckt wurden, l&auml;sst viele aufhorchen. Ebenso wie die Tatsache, dass die Referenzgruppe sich stark ver&auml;ndert hat und somit nicht mehr dem entspricht, was das BverfG als passende Referenzgruppe ansah.<br>\nQuelle: Telepolis, <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=33395&amp;mode=print\">Teil 1 (gestern schon in den Hinweisen)<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=33395&amp;mode=print\">Teil 2<\/a><\/li>\n<li><strong>Hartz IV &ndash; Illegale Drogen &ndash; Gl&uuml;cksspiel &ndash; Tabak &ndash; Alkohol <\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=v2hDFIFtbAw\">Tagesschau (YouTube)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Mehr oder weniger unkommentiert spricht die Ministerin ins Mikrofon, dass u.A. illegale Drogen nicht zum Grundbedarf geh&ouml;re &ndash; als sei das jemals der Fall gewesen, als w&uuml;rden die Steuerzahler dem faulen Hartz-IV-P&ouml;bel (Achtung &ndash; satirische &Uuml;berspitzung) nicht nur Flachbildschirme finanzieren sondern auch bisher illegale Drogen!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Merkels Zigeuner<\/strong><br>\nJetzt scheint auch Angela Merkel ihre Zigeuner gefunden zu haben. Was Nicolas Sarkozy die &ldquo;Gitans&rdquo; sind, sind Schwarz-Gelb offenbar die Hartz-IV-Empf&auml;nger. Sie werden zwar nicht ausgewiesen, aber abgeschoben &ndash; tiefer ins Ghetto der sozial Ausgegrenzten. Das System aber ist dasselbe, wie die provokative 5-Euro-Erh&ouml;hung zeigt: man spielt mit den Vorurteilen und Ressentiments gegen Minderheiten, die sich nicht wehren k&ouml;nnen (die wollen doch gar nicht arbeiten, die leben doch nur auf unsere Kosten), um Stimmen zu gewinnen. Wie die Umfragen zeigen, funktioniert das: 56 Prozent sind &uuml;berhaupt gegen eine Hartz-IV-Erh&ouml;hung, bei den CDU\/CSU-Anh&auml;ngern sogar 61 Prozent. So werden Vorurteile verfestigt: die machen es sich in &ldquo;sp&auml;tr&ouml;mischer Dekadenz&rdquo; in der sozialen H&auml;ngematte bequem. Das beweist auch der perfide Trick mit der Herausrechnung der 19 Euro f&uuml;r Tabak und Alkohol. Recht so, sagt der Stammtisch beim f&uuml;nften Bier, die sollen sich nicht auch noch auf Staatskosten besaufen und ihre Lunge verpesten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sprengsatz.de\/?p=3499\">Sprengsatz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Autor Michael Spreng ist nicht gerade ein Ultralinker sondern u.A. ehemaliger BILD-Chefredakteur Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber und J&uuml;rgen R&uuml;ttgers!<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gesundheitsreform<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wof&uuml;r Gesundheitsminister R&ouml;sler mehr Netto vom Brutto will<\/strong><br>\n<strong>Maybrit Illner:<\/strong> &ldquo;Die Frage lautet nat&uuml;rlich auch, ob wir mit dem sch&ouml;nen Wahlkampfslogan &ldquo;Mehr Netto vom Brutto&rdquo;, nicht damit dann auch mehr als eine erste Wahlkampfl&uuml;ge definiert haben?&rdquo;<br>\n<strong>Philipp R&ouml;sler:<\/strong> &ldquo;[&hellip;] es geht darum, dass die Menschen mehr netto bekommen, nicht um mehr Konsum zu betreiben, sondern damit sie die finanzielle M&ouml;glichkeiten haben, um die finanziellen Sicherungssysteme Rente, Gesundheit, und Pflege zu stabilisieren. Damit die Lohnzusatzkosten sinken k&ouml;nnen, oder stabil bleiben k&ouml;nnen, und wir damit Wachstum und Besch&auml;ftigung bekommen. Das ist der ordnungspolitische Gedanke damit sie die Sozialsicherungssysteme mit stabilisieren k&ouml;nnen und damit sie auch selber entscheiden k&ouml;nnen, ob und wenn ja in welcher Form sie in die Sozialversicherungssysteme einbezahlen. Aber sie brauchen die Sicherungssysteme, sonst k&ouml;nnte unser System insgesamt nicht funktionieren.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/1147404\/Philipp-Roesler-bei-Maybrit-ILLNER#\/beitrag\/video\/1147404\/Roesler-Mehr-Brutto-fuer-Sozialsysteme\">ZDF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dieses Zitat sollte man sich merken, denn es besagt ungeschminkt, was hinter der FDP-Parole &bdquo;Mehr Netto vom Brutto&ldquo; steht. Die Steuersenkungen, die die FDP fordert, sollen also nicht dem privaten Konsum dienen sondern der privaten Absicherung der Alters- und Gesundheitsversorgung. Die private Finanzierung der Vorsorgesysteme soll wiederum die sog. &bdquo;Lohnzusatzkosten&ldquo; senken, damit die Unternehmen h&ouml;here Gewinne machen k&ouml;nnen, in der Hoffnung sie k&ouml;nnten diese bei uns im Lande investieren und damit f&uuml;r Wachstum und Besch&auml;ftigung sorgen. Die Entlastung der Unternehmen von Steuern und den sog. &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; war nun seit Jahren das Rezept. Das Ergebnis ist bekannt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Aktive Sterbehilfe am solidarischen Gesundheitswesen<\/strong><br>\nNoch eine zweite Sozialreform hat das Kabinett Ende September auf den Weg gebracht: Sie hat eine Neuregelung der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen. Das zust&auml;ndige ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke hat ihn scharf kritisiert: &ldquo;Die schwarz-gelbe Regierung betreibt aktive Sterbehilfe am solidarischen Gesundheitswesen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.verdi-news.de\/abonnenten.html\">ver.di News<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Miete: Reaktionen auf Merkel-Vorsto&szlig;: Das ist nicht zu Ende gedacht<\/strong><br>\nW&auml;rmed&auml;mmung kommt Mieter teuer &ndash; darauf bereitet Kanzlerin Merkel die B&uuml;rger vor. &ldquo;Das ist f&uuml;r uns nicht nachvollziehbar und offensichtlich nicht zu Ende gedacht&rdquo;, sagte der Pr&auml;sident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Franz-Georg Rips, am Mittwoch. Die Eigent&uuml;mer-Gemeinschaft Haus &amp; Grund sprach dagegen von einem Schritt in die richtige Richtung. Der Einzelhandelsverband HDE f&uuml;rchtet dagegen Umsatzeinbu&szlig;en, sollten die Wohnkosten noch st&auml;rker an den Einkommen nagen. Merkel sprach sich in einem Interview mit der S&uuml;ddeutschen Zeitung daf&uuml;r aus, dass die Vermieter die Kosten f&uuml;r eine energetische Geb&auml;udesanierung st&auml;rker auf die Miete umlegen k&ouml;nnen. &ldquo;Das findet nat&uuml;rlich nicht jeder gut, aber es ist doch verst&auml;ndlich, dass sich solch eine Investition in die Zukunft sowohl f&uuml;r den Vermieter als auch f&uuml;r den Mieter lohnen muss&rdquo;, sagte die CDU-Vorsitzende der SZ. &ldquo;Der Mieter profitiert ja seinerseits auf Dauer auch, weil er viel niedrigere Energiekosten hat.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/miete-reaktionen-auf-merkel-vorstoss-das-ist-nicht-zu-ende-gedacht-1.1006122\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Angela Merkel &uuml;ber Reformen von Union und FDP &ndash; &ldquo;Wir wurden daf&uuml;r gew&auml;hlt zu handeln&rdquo;<\/strong><br>\nAngela Merkel k&uuml;ndigt in der SZ an, dass die Mieten deutlich steigen k&ouml;nnten. Ob Hartz IV, Gesundheit oder Atomkraft: Die Kanzlerin bekennt sich zu liberal-konservativer Regierungspolitik.<br>\nDen Vorwurf, die Koalition behandle Hilfe-Empf&auml;nger wie die Bezieher von Hartz IV anders als etwa die Chefs der Atomkonzerne, wies die Kanzlerin vehement zur&uuml;ck. Anders als oft behauptet, habe sich die Regierung bei der Entscheidung &uuml;ber die Verl&auml;ngerung der Kraftwerkslaufzeiten auch nicht von den Firmen &uuml;ber den Tisch ziehen lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/angela-merkel-ueber-reformen-von-union-und-fdp-wir-wurden-dafuer-gewaehlt-zu-handeln-1.1005875\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Im Gegensatz zu Hilfe-Empf&auml;ngern sa&szlig;en die Atomkonzerne &uuml;berhaupt am Tisch. Daf&uuml;r fehlte aber der Umweltminister.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Volker Bahl:<\/strong> Ja, zu handeln &ndash; nur f&uuml;r wen? &ldquo;Fr&uuml;her&rdquo; gab es bei den Jusos eine hei&szlig;-bek&auml;mpfte Fraktion, die sog. &ldquo;Stamokaps&rdquo; &ndash; will hei&szlig;en, der Staat ist nur die Agentur der &ldquo;Monopole&rdquo;. Schade, dass es die nicht mehr gibt &ndash; oder wie Benneter abgeschworen haben, denn die Regierung Merkel ist ein so typisches Beispiel daf&uuml;r, wie der Staat &ndash; in den H&auml;nden einer politischen Mehrheit &ndash; nur noch Agentur der Konzerne ist &ndash; gegen den Rest der Bev&ouml;lkerung. Aber das politische Paradox dabei bleibt, sie bekam von dieser Bev&ouml;lkerung eine Mehrheit!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Lucas Zeise: Warum keiner der Koalition vertraut<\/strong><br>\nMan sagt der Bev&ouml;lkerung wenig &ouml;konomischen Sachverstand nach. Vermutlich deshalb glaubt sie noch nicht an diese fachm&auml;nnisch dargelegten Szenarien und nicht an ihr zuk&uuml;nftiges Gl&uuml;ck. So ist vielleicht auch der Missmut zu verstehen, mit dem das Regierungshandeln derzeit quittiert wird. Vielleicht aber auch beunruhigen die B&uuml;rger einige Aspekte, die in den dargelegten freudvollen Szenarien nur knapp skizziert waren oder gar nicht vorkamen &hellip;<br>\nSie (die Regierung) nimmt die Weltkonjunktur als unabh&auml;ngige Variable und baut zugleich auf sie: Egal, wie schlecht die Lage au&szlig;erhalb Deutschlands sein mag, per saldo haben sich der Welthandel und die Nachfrage nach deutschen Waren gef&auml;lligst ganz unkrisenhaft nach oben zu entwickeln.<br>\nWenig vertrauenstiftend wirkt zweitens der Umgang Berlins mit Europa &hellip; Gegen das &ouml;konomische Auseinanderdriften der Euro-L&auml;nder wird nichts unternommen, die W&auml;hrungsunion soll aber auf keinen Fall aufgegeben werden, und eine Staatspleite kommt schon aus R&uuml;cksicht auf Banken und Versicherungen nicht infrage. Der Regierung ist es somit gelungen, die Pro- und Anti-Euro-Fraktion im Land gleicherma&szlig;en zu vergr&auml;tzen. Und selbst wer zu keiner der beiden Seiten z&auml;hlt, kann sich ausrechnen, dass die n&auml;chste Euro-Krise nicht lange wartet.<br>\nAm meisten irritiert die B&uuml;rger allerdings der Umgang der Regierung mit den Banken und dem &uuml;brigen Geldadel. Sie wissen nicht, ob die Hilflosigkeit der Politiker wirklich oder nur gespielt ist. Beides ist keine angenehme Vorstellung. Hilflosigkeit &auml;u&szlig;erte sich zuletzt im realen oder gespielten Zorn der Parlamentarier &uuml;ber die &uuml;ppigen Boni bei der verstaatlichten Hypo Real Estate sowie die schnelle Entscheidung &uuml;ber weitere 40 Mrd. Euro Staatshilfen an ebendiese Bank.<br>\nDen Kontrast zum Umgang mit den Armen und Arbeitslosen im Land kann keine PR-Ma&szlig;nahme mehr verwischen. Wer argumentiert, die 40 Mrd. Euro seien nur Garantien, w&auml;hrend die Almosen an die Hartz-IV-Empf&auml;nger tats&auml;chlich bezahlt werden, weist zugleich auf das wirklich Skandal&ouml;se bei der Sache hin. Der Staat dreht bei der St&uuml;tze jeden Cent sieben Mal um, bevor er ihn gew&auml;hrt. Bei den Banken haftet er mit nach oben offenen Betr&auml;gen, damit das System so bleibt, wie es ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:kolumne-zeise-warum-keiner-der-koalition-vertraut\/50175239.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Gustav Horn: Zu den Ursachen der Staatsverschuldung<\/strong><br>\nFolienvortrag auf der ver.di Konferenz &bdquo;St&auml;dte und Gemeinden in Not&ldquo; am 28.09.2010 in Berlin<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100928_Prof_Horn_Staatsverschuldung.pdf\">IMK [PDF &ndash; 193 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Rudolf Hickel: Reformbedarf Mehrwertsteuer: Soziale Gestaltung und Bek&auml;mpfung von Steuerbetrug<\/strong><br>\nIm Prinzip sollten nur noch folgende Produktgruppen dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz von 7% unter liegen: Lebensmittel, B&uuml;cher, Zeitungen, Zeitschriften und sonstige Druckerzeugnisse (bei denen der Werbecharakter nicht &uuml;berwiegt), Bef&ouml;rderung im &ouml;ffentlichen Nahverkehr (unter 50 km), aus gew&auml;hlte Leistungen im Bereich Sport, Kultur, Freizeit. Alle anderen Waren, die zum Prinzip des sozialen Ausgleichs im Widerspruch stehen (u.a. Tr&uuml;ffel, Maulesel, Pferde, aber auch Schnittblumen und neuerdings &Uuml;bernachtungsdienstleistungen), sind mit dem Normalsteuersatz zu besteuern. Auch der Bereich der &bdquo;unechten&ldquo;, also steuerfreien Ums&auml;tze muss durchforstet werden. Medizinische Dienstleistungen, Altenpflege sowie Dienstleistungen von Wohlfahrtsverb&auml;nden sollten beibehalten werden.<br>\nAbzuschaffen sind beispielsweise Ausnahmen f&uuml;r Finanzdienstleistungen im Geld- und Kreditverkehr sowie die Bef&ouml;rderung der Luftfahrt und Seeschifffahrt. Bei dieser Durchforstung sollte in Anlehnung an die Erfahrungen anderer L&auml;nder ebenfalls &uuml;berpr&uuml;ft werden, inwieweit f&uuml;r das Existenzminimum wichtige Produktgruppen, die derzeit hier mit 7% besteuert werden, von der Steuer freizustellen sind (etwa Babynahrung). Schlie&szlig;lich steht die &Uuml;berpr&uuml;fung von Steuers&auml;tzen &uuml;ber dem Normalsteuersatz f&uuml;r Luxusg&uuml;ter auf der Agenda (Tr&uuml;ffel, Langusten, Hummer sowie Luxusautomobile, Schmuck, Kunsthandel).<br>\nDie Erfahrung lehrt, bisher sind mehrfache Versuche, bei der Mehrwertsteuer unsinnige Vorteile f&uuml;r viele Produkte abzuschaffen, gescheitert. Die j&uuml;ngst vollzogene Aufnahme der Hoteldienstleistungen in den 7%-Katalog zeigt, wie durch Lobbyismus Steuerprivilegien durchgesetzt werden. Deshalb bedarf es politisch endlich eines riesigen Kraftakts und des Mutes gegen&uuml;ber Unternehmensverb&auml;nden, um sozial unsinnige Steuersubventionen abzubauen.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100930_Hinweise_Mehrwertsteuer_Hickel_Wirtschaftsdienst.pdf\">Wirtschaftsdienst 2010\/9 [PDF &ndash; 106 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Tarifkonkurrenz als gewerkschaftspolitische Herausforderung<\/strong><br>\nEs bleibt unklar, was den DGB bewogen hat, nun gemeinsam mit der BDA eine gesetzliche Regelung der Tarifeinheit zu fordern. Es steht zu bef&uuml;rchten, dass dieser Schritt die Konfrontation mit den &Uuml;berbietungsgewerkschaften versch&auml;rft. Er wird vermutlich niemanden in den Berufs- und Spartengewerkschaften zum &Uuml;bertritt motivieren, daf&uuml;r aber f&uuml;r weitere Bitternis unter den Mitgliedern dieser Gewerkschaften sorgen. In der viel dringlicheren Auseinandersetzung mit den Unterbietungsgewerkschaften hilft die gemeinsame Initiative von BDA und DGB den DGB-Gewerkschaften im Kern ebenfalls nicht weiter. Hinzu kommen die unabsehbaren Risiken, die entstehen, wenn erst einmal das Tarifvertragsgesetz zur Novellierung freigegeben ist, ganz zu schweigen von einer bereits von CDU und SPD-Vertretern ins Spiel gebrachten &Auml;nderung des Grundgesetzes, die wom&ouml;glich die Koalitionsfreiheit einschr&auml;nkt. Der BDA geht es darum, das tarifpolitische Kr&auml;fteverh&auml;ltnis weiter zu ihren Gunsten zu verschieben. Hieran k&ouml;nnen die DGB-Gewerkschaften kein Interesse haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_wsi_diskp_172.pdf\">WSI [PDF &ndash; 168 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der heimt&uuml;ckische Begriff &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo;<\/strong><br>\nIn diesem scheinbar so staats- und kirchenfromm definierten Begriff der &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; im CDU-Grundsatzprogramm verbirgt sich jener Schuldspruch an die Adresse jener, die es nicht geschafft haben, nach oben zu gelangen, oder gar ganz unten gelandet sind: &bdquo;Recht so, richtig so!&ldquo; Und Husmann-Driesen hat v&ouml;llig zutreffend konstatiert, dass es bei dieser &bdquo;Gerechtigkeit&ldquo; gar nicht mehr um Menschlichkeit geht, sondern nur noch um Erfolg. Diese Auffassung von &bdquo;Gerechtigkeit&ldquo; und &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; ist nichts anderes mehr als Selbstrechtfertigungslehre derer da oben und nichts anderes als die moralische Fertigmache all jener, die beim Lebenskampf auf der Strecke geblieben sind.<br>\nOder um es ganz einfach zu sagen: dieses Gerechtigkeitsverst&auml;ndnis ist nichts anderes mehr als Ausdruck sch&auml;bigster Niedertracht!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weltderarbeit.de\/\">Welt der Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Stuttgart 21: Parksch&uuml;tzer<\/strong><br>\nAm Donnerstag, 30.9. ab 15 Uhr wird es einen GROSSEINSATZ der Polizei geben, sie sollen zu tausenden kommen, der Park soll bis Sa komplettt abgeriegelt werden. Wir vertrauen dieser Information. Es geht wohl um erste Baumf&auml;llungen.<br>\nDie Demo am Freitag (&ldquo;Unser Protest wird sch&auml;rfer&rdquo;) wird zwar schon beworben, aber die Auflagen des Amtes f&uuml;r &ouml;ffentliche Ordnung sind noch nicht festgelegt &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.parkschuetzer.de\/statements\/26437\">Parksch&uuml;tzer<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Staatsdiener-Quote &ndash; Abgemagert, gar nicht dick und fett<\/strong><br>\nDer deutsche Staat ist dick und fett &ndash; das wird uns immer wieder erz&auml;hlt. Doch das ist ein M&auml;rchen.<br>\nIn der Bundesrepublik gibt es &minus; gemessen an der Zahl aller Erwerbst&auml;tigen &minus; weniger Besch&auml;ftigte im &ouml;ffentlichen Dienst als im Mutterland des Kapitalismus, den USA.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/abgemagert--gar-nicht-dick-und-fett\/-\/1472780\/4672226\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Sicherheitsgesetze<\/strong><br>\nIm Visier der Sp&auml;her<br>\nDeutschland und die USA planen sch&auml;rfere Sicherheitsgesetze. So sollen Fahndern und Geheimdiensten weitere Kompetenzen zugebilligt werden. Die Frankfurter Rundschau erkl&auml;rt, was sich &auml;ndern soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/im-visier-der-spaeher\/-\/1472596\/4684928\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Robert von Heusinger &ndash; Versch&auml;rfter Unsinn aus Br&uuml;ssel<\/strong><br>\nEs ist nicht zu fassen. Da machen uns doch tats&auml;chlich die Br&uuml;sseler B&uuml;rokraten weis, sie wollten den Stabilit&auml;tspakt versch&auml;rfen &ndash; und so eine erneute Euro-Krise verhindern. Angefeuert werden sie nat&uuml;rlich von den Deutschen. Deutsche Beamte und &Ouml;konomen haben schlie&szlig;lich den Pakt erfunden. Was war der Grundgedanke? Der Markt ist gut, der Staat ist b&ouml;se, etwas salopp geschrieben. Damit der b&ouml;se Staat kein allzu gro&szlig;es Unheil anrichtet, muss er an die Kette gelegt werden. Das passiert zum einen durch eine unabh&auml;ngige Notenbank, die den Politikern die M&ouml;glichkeit nimmt, Inflation zu produzieren. Und das gelingt zum anderen durch den Stabilit&auml;tspakt, der den Politikern die &uuml;berm&auml;&szlig;ige Neuverschuldung untersagt. Und nebenbei sollte der Pakt so verhindern, was nun eingetreten ist: dass n&auml;mlich die Euro-Mitglieder f&uuml;reinander einstehen und zur Not sogar f&uuml;reinander zahlen m&uuml;ssen, weil die einzelnen L&auml;nder aus eigener Kraft ihre Schulden nicht mehr zur&uuml;ckzahlen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/verschaerfter-unsinn-aus-bruessel\/-\/1472602\/4688042\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Basel III und die Finanzlobby in der Kritik<\/strong><br>\nDer Streit um striktere Eigenkapitalregeln f&uuml;r Banken ist offiziell abgeschlossen. Jetzt ist die Frage, ob die G20 das Basel III-Paket im November beschlie&szlig;en werden. Eine &Uuml;bersicht der Kritik an den neuen Regeln: Zu lange &Uuml;bergangsfristen + das parallele Bankensystem + &ldquo;systemrelevante&rdquo; Banken geschont + &ouml;ffentliche Banken als Verlierer + Au&szlig;erdem: Bankenprotest am 29. September + Bankenblockade am 18. Oktober in Frankfurt + G20-Gipfel in Seoul auf k&uuml;nstlichen Inseln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/09\/basel-iii-und-die-finanzlobby-in-der-kritik\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Interne EU-Dokumente zeigen schlampige &Uuml;berpr&uuml;fung neuer T&auml;tigkeiten von Ex-Kommissaren<\/strong><br>\nZur aktuellen Kontroverse um sechs ehemalige EU-Kommissarinnen und &ndash;Kommissare, die seit ihrem Ausscheiden im Februar 2010 Beratungst&auml;tigkeiten in der Privatwirtschaft &uuml;bernommen haben, haben wir mit unserem Europ&auml;ischen Netzwerk ALTER-EU gestern kommissionsinterne Dokumente ver&ouml;ffentlicht, die deutlich machen:Die EU-Kommission pr&uuml;ft viel zu oberfl&auml;chlich, ob bei geplanten Seitenwechseln in die Privatwirtschaft Interessenkonflikte drohen. Aussagen von Ex-EU-Kommissarinnen und &ndash;Kommissaren werden ohne jede weitere &Uuml;berpr&uuml;fung als wahr hingenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/09\/interne-eu-dokumente-zeigen-schlampige-uberprufung-neuer-tatigkeiten-von-ex-kommissaren\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Brasilien w&auml;hlt: Boom im Armenhaus<\/strong><br>\nBrasilien w&auml;hlt am Sonntag einen neuen Pr&auml;sidenten. Der derzeitige Amtsinhaber Lula da Silva hinterl&auml;sst ein Land im Aufbruch, das sich seit den neunziger Jahren enorm ver&auml;ndert hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/boom-im-armenhaus\/-\/1472596\/4685374\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Sozialpolitik aktuell<\/strong><br>\nMit vielen neuen Dokumenten und Daten, u.a.\n<ul>\n<li>Qualit&auml;t der Arbeit (Statistisches Bundesamt)<\/li>\n<li>Statistisches Jahrbuch 2010 mit internationalen &Uuml;bersichten (Statistisches Bundesamt)<\/li>\n<li>Atypische Besch&auml;ftigung. Eine wissenschaftliche Bilanzierung (FIA\/HBS)<\/li>\n<li>Referentenentwurf zum Gesetz zur Ermittlung von Regelbedarfen und zur &Auml;nderung des Zweiten und Zw&ouml;lften Buches Sozialgesetzbuch (Regelbedarf-Ermittlungsgesetz) (BMAS)<\/li>\n<li>Regierungsentwurf des GKV-Finanzierungsgesetzes (Bundesministerium f&uuml;r Gesundheit)<\/li>\n<li>Gesundheit in Deutschland aktuell 2009 (Robert Koch Institut)<\/li>\n<li>Jahresbericht 2009 (Deutsche Rentenversicherung Bund)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/\">Sozialpolitik Aktuell<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Achtung Zudeick &ndash; der satirische Wochenr&uuml;ckblick<\/strong><br>\nDie Hypo Real Estate ist gerettet. Nein, nur ihre Angestellten. Wenn Menschen das nicht verstehen, kann die Bundesregierung das gut nachvollziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mp3.podcast.hr-online.de\/mp3\/podcast\/hr1_zudeick\/hr1_zudeick_20100927.mp3\">Hessicher Rundfunk (Audio-Podcast, mp3, 2:30 Minuten)<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. 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