{"id":69070,"date":"2021-01-24T11:45:38","date_gmt":"2021-01-24T10:45:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69070"},"modified":"2021-01-24T12:54:15","modified_gmt":"2021-01-24T11:54:15","slug":"nach-dem-krieg-war-vor-den-kriegen-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69070","title":{"rendered":"Nach dem Krieg war vor den Kriegen \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nationale Befreiungsk&auml;mpfe im Schatten des Kalten Krieges: Den Anfang machten Indonesien und Vietnam.<\/strong><\/p><p>Im abschlie&szlig;enden siebten, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69064\">zweigeteilten Teil<\/a> dieser Serie mit dem Titel <em>&bdquo;75 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs in Ost- und S&uuml;dostasien &ndash; Vorgeschichte, Verlauf, Verm&auml;chtnisse&ldquo;<\/em>, dessen erster Teil auf den NachDenkSeiten Mitte Februar 2020 erschien, befasst sich unser Autor Rainer Werning mit den politischen Entwicklungen in den Regionen und dem Beginn des Kalten Krieges nach der offiziellen Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde durch hochrangige Politiker Japans am 2. September 1945. Von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Lesen Sie bitte auch die ersten sechs Teile dieser NDS-Serie (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58483\">Teil 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59918\">Teil 2<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61422\">Teil 3<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63014\">Teil 4<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65223\">Teil 5<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66351\">Teil 6<\/a>).<\/em><\/p><p><strong>Allianz unterm Atomschirm<\/strong><\/p><p>Japans St&auml;rke im milit&auml;rischen Dreierallianz-System (USA, Japan und S&uuml;dkorea), das einerseits auf dem 1960 vereinbarten japanisch-amerikanischen Kooperations- und Sicherheitsvertrag und zum anderen auf dem Republik-Korea-US-Vertrag &uuml;ber gegenseitige Verteidigung vom 1. Oktober 1953 basiert, ist seitdem betr&auml;chtlich gewachsen. Bereits in seinem 1. <em>Wei&szlig;buch f&uuml;r nationale Verteidigung<\/em> aus dem Jahr 1970 hatte Tokio seine Verteidigungspolitik mit &bdquo;drei Grundpfeilern&ldquo; dargestellt:<\/p><ul>\n<li>&bdquo;Marine und Luftwaffe m&uuml;ssen die Vorherrschaft in der Umgebung&ldquo; &ndash; ein nicht n&auml;her spezifizierter Begriff &ndash; &bdquo;als Lebensnerv Japans sichern&ldquo;. Blieb anzumerken, dass die einige tausend Meilen entfernte Stra&szlig;e von Malakka (zwischen Singapur\/Malaysia und Indonesien) wiederholt als ein solcher &bdquo;Lebensnerv&ldquo; bezeichnet wurde, weil sie u.a. von den aus dem Nahen und Mittleren Osten kommenden &Ouml;ltankern passiert wird.<\/li>\n<li>&bdquo;Die Aggression soll im Anfang unterbunden werden&ldquo;. Nicht nur blieb offen, wann sich eine Aggression &bdquo;im Anfang&ldquo; befindet; eine solche Erkl&auml;rung k&ouml;nnte z.B. mit Blick auf den Vietnamkrieg eigene aggressive Absichten\/Akte vertuschen und\/oder rechtfertigen.<\/li>\n<li>Drittens wurde im Wei&szlig;buch als Erg&auml;nzung zu Punkt b) vom &bdquo;Entgegentreten der indirekten Aggression&ldquo; gesprochen.<\/li>\n<\/ul><p>Diese Ausf&uuml;hrungen wurden von s&auml;mtlichen US-Regierungen seit Richard M. Nixon (1969-74) vorbehaltlos geteilt. Japan wurde abwechselnd als &bdquo;wichtigster&ldquo;, &bdquo;treuester&ldquo; und &bdquo;bedeutsamster&ldquo; Verb&uuml;ndeter in der Region gewertet, zu dessen Schutz der US-amerikanische Atomschirm aufgespannt bleibt, sofern sich Tokio im Gegenzug im Sinne eines beidseitigen Interessen- und Lastenausgleichs st&auml;rker an der Finanzierung multilateraler Organisationen (Weltbank, Asiatische Entwicklungsbank, UN) beteiligt.<\/p><p>Mit Milit&auml;rausgaben in H&ouml;he von 30 Milliarden Dollar rangierte Japan bereits 1990 weltweit an dritter Stelle und nahm in Asien die Spitzenposition ein. Seine Marine ist nach derjenigen der USA und Russlands die drittgr&ouml;&szlig;te in der Region. Sollte die Regierung in Tokio (nach der Entsendung von Soldaten im Rahmen &bdquo;friedenssichernder&ldquo; Ma&szlig;nahmen der UN nach Kambodscha) Artikel 9 seiner Nachkriegsverfassung revidieren, was Politiker als notwendige &bdquo;Japanisierung&ldquo; guthei&szlig;en und im Sog der &bdquo;internationalen Terrorbek&auml;mpfung&ldquo; Aufwind erf&auml;hrt, w&auml;re nur noch ein Tabu zu brechen &ndash; der Aufbau einer eigenen Atomstreitmacht. Das ist gegenw&auml;rtig mit R&uuml;cksicht auf die anderen Verb&uuml;ndeten in der Region und Opfer des japanischen Militarismus (Korea, VR China und ASEAN, Vereinigung s&uuml;dostasiatischer Nationen) in Washington weder politisch mehrheitsf&auml;hig noch milit&auml;risch akzeptabel.<\/p><p><strong>Nationale Befreiungsk&auml;mpfe im Schatten des Kalten Krieges: Den Anfang machten Indonesien und Vietnam<\/strong><\/p><p>Mit &uuml;berschw&auml;nglichem Jubel feierten allerorten in Ost-, S&uuml;d- und S&uuml;dostasien die Menschen am 15. August 1945 das Ende des japanischen Kolonialjochs. Zwar hatten gleichzeitig die fr&uuml;heren westlichen Kolonialherren (Franzosen, Briten, Portugiesen und die Niederl&auml;nder) ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit eingeb&uuml;&szlig;t, doch allesamt setzten sie im Zuge ihrer Nachkriegspolitiken auf die Rekolonialisierung ihrer fr&uuml;heren &bdquo;Besitzungen&ldquo;. (<strong>****<\/strong>) Grund genug f&uuml;r die vielschichtigen &ndash; bewaffneten und politischen &ndash; antikolonialen Organisationen, Partisanengruppen und Parteien, auf ein Ende &auml;u&szlig;erer Bevormundung zu dr&auml;ngen und die Unabh&auml;ngigkeit ihrer L&auml;nder anzustreben. Denen das als erste gelang, waren Indonesien und Vietnam.<\/p><p>Im Gegensatz etwa zu Birma und den Philippinen hatte Tokio urspr&uuml;nglich keine &bdquo;Unabh&auml;ngigkeit&ldquo; f&uuml;r Indonesien vorgesehen. Erst in der Sp&auml;tphase des Krieges versuchten die Japaner, das riesige Inselreich auch weiterhin zu kontrollieren, indem sie den zun&auml;chst kooperationswilligen, sp&auml;ter auf Distanz zu Tokio gegangenen F&uuml;hrern der Unabh&auml;ngigkeitsbewegung, Sukarno und Mohammad Hatta, die staatliche Souver&auml;nit&auml;t in Aussicht stellten. Darum ging es noch kurz vor der Kapitulation, als Sukarno und Hatta am 9. August 1945 von den Japanern nach Vietnam geflogen wurden, um dort mit ranghohen japanischen Milit&auml;rs zusammenzutreffen. Am 14. August kehrten die beiden indonesischen Politiker nach Batavia (Jakarta) zur&uuml;ck, wo sie am 17. August 1945 die Unabh&auml;ngigkeit der freien Republik Indonesien ausriefen.<\/p><p>Die niederl&auml;ndische Regierung wollte jedoch die alte Kolonialverwaltung wieder einsetzen und lie&szlig; in sogenannten <em>politionele acties<\/em> (&bdquo;Polizeiaktionen&ldquo;) gro&szlig;e Teile des Inselreiches besetzen. Trotz zahlenm&auml;&szlig;iger &Uuml;berlegenheit waren die indonesischen Truppen den niederl&auml;ndischen bez&uuml;glich Ausbildung und Ausr&uuml;stung nicht gewachsen, so dass es kaum zu offenem milit&auml;rischen Schlagabtausch kam. Entscheidend und bedeutsamer war ein Guerillakrieg, da die niederl&auml;ndischen Truppen zur Kontrolle der riesigen Gebiete bei weitem nicht ausreichten. Die eigentliche Niederlage erlitten die Niederlande jedoch in der Diplomatie, da die Welt&ouml;ffentlichkeit zunehmend mit der indonesischen Seite sympathisierte. Dem politischen Druck seitens westlicher Regierungen (einschlie&szlig;lich Washingtons) folgend, unterzeichnete die niederl&auml;ndische K&ouml;nigin Juliana am 27. Dezember 1949 in Amsterdam die Souver&auml;nit&auml;ts&uuml;bergabe an die Republik Indonesien.<\/p><p>Just an dem Tag, da Japan seine Kapitulationsurkunde unterschreiben musste, am 2. September 1945, ging in Vietnam die <em>Viet Minh<\/em> (Liga f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit Vietnams), die als B&uuml;ndnis antikolonialer, nationalistischer und kommunistischer Kr&auml;fte sowohl gegen die Franzosen als auch gegen die Japaner gek&auml;mpft hatte, in die politisch-diplomatische Offensive. Nachdem am 18. August ein Nationaler Volkskongress der <em>Viet Minh<\/em> den allgemeinen Aufstand, die &bdquo;Augustrevolution&ldquo;, beschlossen hatte, verk&uuml;ndete Ho Chi Minh am 2. September die Unabh&auml;ngigkeit der Demokratischen Republik Vietnam (DRV). Die <em>Viet Minh<\/em> hatte geschickt ein kurzzeitiges Machtvakuum genutzt und setzte auf die Unterst&uuml;tzung der Alliierten. Die Anfangspassagen der Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung orientierten sich stark am US-amerikanischen Vorbild.<\/p><p>Doch wie auch die Niederl&auml;nder in Indonesien k&auml;mpfte Frankreich erbittert um die Wiederherstellung seiner politischen und &ouml;konomischen Macht in seiner vormaligen Kolonie. Seine Niederlage in der Schlacht von <em>Dien Bien Phu <\/em>im Fr&uuml;hjahr 1954 und weltweite Proteste gegen den Krieg f&uuml;hrten am 20.\/21. Juli zur Unterzeichnung der Genfer Indochina-Abkommen. Diese beendeten zwar vorerst die Kampfhandlungen, brachten aber nicht die Unabh&auml;ngigkeit und Einheit Vietnams. Das sollten allgemeine, freie Wahlen im Jahre 1956 besiegeln. Bis dahin wurde entlang des 17. Breitengrads eine milit&auml;rische Demarkationslinie gezogen, die das Land faktisch teilte. W&auml;hrend Hanoi auf die Durchf&uuml;hrung der in den Genfer Abkommen festgelegten allgemeinen Wahlen dr&auml;ngte, lehnte Saigon diese rundweg ab &ndash; aus Furcht vor einem &uuml;berw&auml;ltigenden Wahlsieg Ho Chi Minhs. Zu Beginn der 1960er Jahre war die Chance einer friedlichen Wiedervereinigung vertan und der innervietnamesische Konflikt durch die West-Ost-Blockkonfrontation internationalisiert worden.<\/p><p>Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen (ein vermeintlicher Angriff nordvietnamesischer Patrouillenboote auf einen US-amerikanischen Zerst&ouml;rer in internationalen Gew&auml;ssern, der Anfang August 1964 die sogenannte Tonkin-Aff&auml;re ausl&ouml;ste) provozierte die US-Regierung einen Krieg, der in Vietnam bis heute als &bdquo;Amerikanischer Krieg&ldquo; und im Ausland gemeinhin als Vietnamkrieg beziehungsweise &bdquo;Zweiter Indochinakrieg&ldquo; bezeichnet wird.<\/p><p>In seinem Hauptartikel der Ausgabe vom 7. April 1975 r&auml;sonierte das Hamburger Nachrichtenmagazin <em>Der Spiegel<\/em> &uuml;ber das Kriegsende und kam zu dem Fazit, dass &bdquo;er au&szlig;er Amerikas Reichtum (gesch&auml;tzte 140 Milliarden Dollar &ndash; <em>Anm.:<\/em> <em>RW<\/em>) auch Amerikas politische Moral schwer sch&auml;digte und &uuml;ber 56.000 Amerikaner das Leben kostete&ldquo;.<\/p><p>Weiter hie&szlig; es in diesem Beitrag:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Binnen drei Wochen krachte dieses asiatische Pseudo-Sparta zusammen, waren von (S&uuml;dvietnams General &ndash; Anm.: RW) Thieus 13 Divisionen sechs zerstoben, sah sich der Staatschef fast auf den Herrschaftsbereich des B&uuml;rgermeisters von Saigon reduziert &ndash; ein Debakel vergleichbar etwa mit dem j&auml;hen Fall Frankreichs 1940, dramatischer als die schleichende Katastrophe in Kambodscha, dessen Staatschef Lon Nol dieser Tage nach Bali entflog, ein Ergebnis &uuml;berlegener Kampfmoral wie &uuml;berlegener strategischer Phantasie. (&hellip;) 7,1 Millionen Tonnen Bomben hatten die Amerikaner &uuml;ber Vietnam abgeworfen, dreieinhalbmal so viel, wie im Zweiten Weltkrieg vom Himmel fielen. Eine Million Vietnamesen waren umgekommen, sechs Millionen verloren ihre Heimat und mussten vor den Fronten fl&uuml;chten, mehr als ein Viertel des Tropenwaldes war von Bomben und Granaten zerfetzt und auf viele Jahre durch chemische Entlaubungsgifte zerst&ouml;rt. Selbst in S&uuml;dvietnam, f&uuml;r das die Amerikaner den Dschungelkrieg f&uuml;hrten, hatten die Fl&auml;chenw&uuml;rfe der US-Bomber zw&ouml;lf Prozent der Agrarfl&auml;che zerst&ouml;rt; im feindlichen Norden ging fast die H&auml;lfte der D&ouml;rfer in Flammen auf.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der Krieg zog auch die auf Neutralit&auml;t bedachten Nachbarstaaten Kambodscha und Laos in Mitleidenschaft, wo ebenfalls massive B-52-Fl&auml;chenbombardements mit Napalm Millionen Menschen zwangen, in die St&auml;dte zu fliehen. Vor allem w&auml;hrend des am US-amerikanischen Kongress vorbei gef&uuml;hrten <a href=\"https:\/\/arbeit-und-leben-hochtaunus.de\/Amerikas%20geheimer%20Krieg%20in%20Laos%201962-1975.pdf\">&bdquo;geheimen Krieges&ldquo; in Laos<\/a> &ndash; und dort vorrangig die Ebene der Tonkr&uuml;ge und deren Umgebung &ndash; wurden von der US-Luftwaffe allein zwischen 1965 und 1973 2,1 Millionen Tonnen Bomben ausgeklinkt &ndash; mehr als &uuml;ber Deutschland und Japan w&auml;hrend des Zweiten Weltkrieges! Bis heute ist ein Gro&szlig;teil des Landes mit Blindg&auml;ngern und dem Entlaubungsmittel <em>Agent Orange<\/em> verseucht. Hauptquartier der CIA und der von ihr rekrutierten geheimen Hmong-Armee war Long Cheng. Dort errichtete die CIA ab 1962 eine Luftbasis mit 40.000 Einwohnern, und von dort aus wurde der Krieg koordiniert mit t&auml;glichen Starts und Landungen von &uuml;ber 400 Flugzeugen. Eine Zeitlang war Long Cheng die zweitgr&ouml;&szlig;te Stadt des Landes und der meistbeflogene Flugplatz der Welt. Ein Ort, der auf keiner Landkarte verzeichnet und dessen Existenz nicht einmal dem US-Kongress bekannt war. In diesem Zusammenhang sprach der damalige US-Senator und Vorsitzende des Senatsausschusses f&uuml;r ausw&auml;rtige Angelegenheiten, J. William Fulbright, zu recht von der &bdquo;Arroganz der Macht&ldquo; (1967).<\/p><p>Am 27. Januar 1973 war zwar im Abkommen von Paris das Ende eines &bdquo;Krieges ohne Fronten&ldquo; (Greiner 2007) vereinbart worden. Doch noch zwei erbitterte Kampfjahre mit massiven Bombardierungen der nordvietnamesischen Gro&szlig;st&auml;dte Hanoi und Haiphong vergingen, bis Saigon kapitulierte und die letzten US-Staatsb&uuml;rger mit Hubschraubern panisch au&szlig;er Landes geschafft wurden. Wie in Korea zwei Jahrzehnte zuvor hatte ein weiterer imperialer Nachfolgekrieg des Zweiten Weltkrieges die L&auml;nder Vietnam, Kambodscha und Laos in Schutthaufen verwandelt.<\/p><p><strong>Korea: &bdquo;Treuhandschaft&ldquo;, Teilung und erneut Krieg<\/strong><\/p><p>Vor allem in der fr&uuml;heren japanischen Kolonie Korea (1910-45) bejubelten die Menschen in freudiger Festtagsstimmung das langersehnte Ende des Krieges. Dort hoffte man, nunmehr endlich in Freiheit und Selbstbestimmung leben zu k&ouml;nnen. Die in den Untergrund gedr&auml;ngte antijapanische Opposition aus Nationalisten, Konservativen und Kommunisten konnte jetzt &ouml;ffentlich und legal wirken. Aus ihren Reihen waren in s&auml;mtlichen Landesteilen &ouml;rtliche Volkskomitees als Tr&auml;ger eines demokratischen Neubeginns entstanden. Am 6. September 1945 tagte die Repr&auml;sentativversammlung dieser Komitees in der Hauptstadt Seoul. Wichtigstes Konferenzergebnis war die Bildung einer gesamtnationalen Regierung der Volksrepublik Korea. Diese Republik hatte allerdings zwei Geburtsfehler: Ihr blieb internationale Anerkennung versagt und sie war kurzlebig.<\/p><p>Bereits vor der Kapitulation Japans hatten sich die USA und die Sowjetunion darauf verst&auml;ndigt, die koreanische Halbinsel entlang des 38. Breitengrads in zwei Besatzungszonen aufzuteilen und zun&auml;chst treuh&auml;nderisch zu verwalten. Im Norden hatte die Rote Armee und im s&uuml;dlichen Teil hatten die USA das Sagen. Am 8. September 1945 landete die 7. US-Infanteriedivision in Incheon an der Westk&uuml;ste Koreas. Die Besatzungstruppen unter F&uuml;hrung von General John R. Hodge ignorierten die gerade gebildete Regierung der Volksrepublik Korea und installierten stattdessen die <em>U.S. Army Military Government in Korea<\/em> (USAMGIK) als einzig legitime Regierung. Da keines ihrer Mitglieder Koreanisch sprach, lehnte die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung diese Regierung rundweg ab und sah ihre gerade erst wiedergewonnene Freiheit durch die amerikanische &bdquo;Befreiung&ldquo; gef&auml;hrdet.<\/p><p>Als Mitte November 1945 ein Kongress der Volksrepublik es ablehnte, sich selbst aufzul&ouml;sen, erkl&auml;rte General Hodge ihn kurzerhand f&uuml;r ungesetzlich. Auf Initiative der <em>USAMGIK<\/em> konstituierte sich Mitte Februar 1946 ein sogenannter Parlamentarischer Demokratischer Rat, dessen Vorsitzender der eigens aus den USA eingeflogene Exil-Koreaner Dr. Rhee Syngman wurde. Obgleich Rhee die koreanische Nachkriegsrealit&auml;t nicht kannte, wurde er mit US-amerikanischer R&uuml;ckendeckung zum Chef der vormals mit den Japanern kollaborierenden Kr&auml;fte &ndash; Gro&szlig;grundbesitzer, Kapitalisten und Staatsb&uuml;rokraten &ndash; aufgebaut. Selbst Mitglieder der <em>USAMGIK<\/em> &auml;u&szlig;erten unverhohlen Kritik am autorit&auml;ren Regierungsstil Rhees.<\/p><p>Im September 1946 erlie&szlig;en die amerikanischen Beh&ouml;rden Haftbefehl gegen namhafte kommunistische F&uuml;hrer. Diese setzten sich daraufhin in den n&ouml;rdlichen Landesteil ab. Wenig sp&auml;ter kam es im S&uuml;den zu gewaltsamen Protesten, die von US-Truppen und rechten paramilit&auml;rischen Schl&auml;gertrupps niedergeschlagen wurden. Zur &Uuml;berwachung und Einsch&uuml;chterung der Bev&ouml;lkerung entstanden sogenannte &bdquo;strategische Weiler&ldquo;, zentrale Sammelstellen, in die sich die Menschen zu Zehntausenden begeben mussten, um nicht als &bdquo;Umst&uuml;rzler&ldquo; zu gelten. Ausl&ouml;ser dieses als &bdquo;Hungerrevolte&ldquo; in die Geschichte eingegangenen Aufstandes waren die sozialen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse; &uuml;berall im Lande mangelte es an Nahrungsmitteln, Kleidung und Unterk&uuml;nften. Protest und Widerstand gegen diese miserable Lage wurden ausgerechnet von Polizeikr&auml;ften unterdr&uuml;ckt, die von den Japanern ausgebildet und nunmehr der US-Oberaufsicht unterstellt waren. Ihr Chef, der US-amerikanische Oberst William Maglin, sprach von &bdquo;geborenen Polizisten&ldquo;, die man nicht einfach wegschicken sollte, nur weil sie fr&uuml;her einmal unter den Japanern gedient hatten.<\/p><p>Die sowjetische Besatzungsmacht im n&ouml;rdlichen Landesteil lie&szlig; die Volkskomitees gew&auml;hren und protegierte die antijapanische Partisanentruppe um Kim Il-Sung, eine unter mehreren. Im Fr&uuml;hjahr 1946 setzte der Norden ein sozialpolitisches Signal, als eine weitreichende Bodenreform &uuml;ber 700.000 besitzlosen Bauernfamilien zu Landbesitz verhalf. Dieses Land hatte fr&uuml;her Gro&szlig;grundbesitzern geh&ouml;rt, die aber in den S&uuml;den geflohen waren. F&uuml;r Kim war dies zweifellos ein gro&szlig;er Legitimationsgewinn, zumal eine &auml;hnliche Reform im S&uuml;den der Halbinsel ausblieb.<\/p><p>Da sich im Nachbarland China bereits ein Sieg der von Mao Zedong gef&uuml;hrten Kommunistischen Partei abzeichnete, lag Korea unmittelbar an der Nahtstelle des einsetzenden Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion. Am 15. August 1948 konstituierte sich im S&uuml;den der Halbinsel mit US-amerikanischer Hilfe die Republik Korea. Am 9. September 1948 zog der Norden nach und rief &ndash; mit sowjetischer Unterst&uuml;tzung &ndash; die Demokratische Volksrepublik aus. Damit war die Teilung des Landes besiegelt. In den Hauptst&auml;dten Seoul und Pj&ouml;ngjang ert&ouml;nte schrille Propaganda, die Einheit notfalls gewaltsam zu erzwingen. Bewaffnete Provokationen beider Seiten an der Demarkationslinie entlang des 38. Breitengrads h&auml;uften sich. Und am 25. Juni 1950 &uuml;berschritten nordkoreanische Truppen die Demarkationslinie. Wenige Tage sp&auml;ter nahmen sie die s&uuml;dkoreanische Metropole Seoul ein und stie&szlig;en rasch bis zur Hafenstadt Busan im tiefen S&uuml;den des Landes vor.<\/p><p>General Douglas MacArthur, Oberkommandierender der US-Streitkr&auml;fte im Fernen Osten und gleichzeitig Kommandeur der von den Vereinten Nationen entsandten, von 15 L&auml;ndern gestellten Truppen, holte zur Gegenoffensive aus. Als diese den Yalu erreichte, den Grenzfluss zwischen Nordkorea und der Volksrepublik China, schickte Mao Zedong sogenannte Freiwilligenverb&auml;nde an die Front. General MacArthur drohte daraufhin gemeinsam mit Generalskollegen in der U.S. Air Force sogar mit dem Einsatz von Atombomben, um die grenznahen chinesischen St&auml;dte zu &bdquo;pulverisieren&ldquo;. Das jedoch ging der Truman-Regierung zu weit: Aus Furcht davor, die Dinge k&ouml;nnten aus dem Ruder laufen und die Gefahr eines Dritten Weltkrieges heraufbeschw&ouml;ren, musste MacArthur auf Druck des Pr&auml;sidenten demissionieren.<\/p><p>Drei Jahre dauerte dieser Krieg, in dem die Frontverl&auml;ufe mehrfach wechselten und in dessen Verlauf die modernsten Waffen eingesetzt wurden, darunter Napalm, bakteriologische, Milzbrand erregende Mittel. Die Auswirkungen von Napalm-Eins&auml;tzen beschrieb erstmalig der britische Korea-Korrespondent Ren&eacute; Cutforth:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Vor uns stand eine merkw&uuml;rdige, etwas vorgebeugte Gestalt mit gespreizten Beinen und seitw&auml;rts gestreckten Armen. Er hatte keine Augen, und seinen ganzen K&ouml;rper, der fast &uuml;berall durch verbrannte Stofffetzen hindurch sichtbar war, bedeckte eine harte schwarze, mit gelbem Eiter gesprenkelte Kruste. Der Mann musste stehen, weil sein K&ouml;rper keine Haut mehr hatte, sondern von einer leicht zerbrechlichen m&uuml;rben Kruste &uuml;berzogen war. Ich dachte an die Hunderte von niedergebrannten D&ouml;rfern, die ich pers&ouml;nlich gesehen hatte, und stellte mir die Verlustliste vor, die an der Koreafront ins Unermessliche wachsen musste.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Etwa zwei Millionen Zivilisten wurden get&ouml;tet. Laut Angaben der Vereinten Nationen verloren in diesem &bdquo;Krieg vor Vietnam&ldquo; au&szlig;erdem eine Million nordkoreanische und chinesische Soldaten sowie 250.000 Soldaten aus S&uuml;dkorea und 37.000 US-amerikanische GIs ihr Leben.<\/p><p>In keinem vorangegangenen Krieg war die Zahl der zivilen Opfer so hoch wie im Koreakrieg. Ganze Landstriche waren auf Jahre verw&uuml;stet. S&auml;mtliche gr&ouml;&szlig;eren St&auml;dte lagen in Schutt und Asche. Am schwersten betroffen war die nordkoreanische Hauptstadt Pj&ouml;ngjang, wo nur noch rauchende Ruinen in den Himmel stakten. Hochrangige US-amerikanische Milit&auml;rs wie Emmet &bdquo;Rosie&ldquo; O&rsquo;Donnell, Chef des US-Bomberkommandos im Fernen Osten, beklagten damals, dass es in Korea partout keine Ziele mehr gab. Carter J. Eckert, Direktor des <em>Harvard Center for Korean Studies<\/em>, sprach noch in den 1990er Jahren von der traumatisch nachwirkenden &bdquo;permanenten Belagerungsmentalit&auml;t&ldquo; der Nordkoreaner: &bdquo;Praktisch die gesamte Bev&ouml;lkerung&ldquo;, so Eckert, &bdquo;lebte und arbeitete drei Jahre lang in k&uuml;nstlich angelegten unterirdischen Bunkern, um den st&auml;ndigen Angriffen der US-Bomber zu entgehen, von denen jeder &ndash; aus Sicht der Nordkoreaner &ndash; eine Atombombe tragen konnte.&ldquo;<\/p><p>Erst nach monatelangem diplomatischen Ringen kam es am 27. Juli 1953 in dem unwirtlichen Ort Panmunjom auf der H&ouml;he des 38. Breitengrads zum Waffenstillstandsabkommen. Unterzeichnet wurde es lediglich von Nordkorea, der Volksrepublik China und dem US-amerikanischen General Mark W. Clark im Auftrag der Vereinten Nationen. S&uuml;dkoreas Pr&auml;sident Rhee Syngman weigerte sich nicht nur, das Abkommen zu unterschreiben. Er wollte den Krieg fortsetzen. Erst als die US-Regierung einem bilateralen Sicherheitspakt zustimmte, ihr in S&uuml;dkorea stationierter Oberbefehlshaber auch die Kommandogewalt &uuml;ber die s&uuml;dkoreanischen Truppen &uuml;bernahm und der s&uuml;dkoreanischen Seite betr&auml;chtliche Wirtschafts-, Finanz- und Milit&auml;rhilfe in Aussicht gestellt wurde, erkl&auml;rte sich auch Rhee bereit, die Waffenstillstandsklauseln zu respektieren. Ein Waffenstillstand, der bis heute nicht in einen Friedensvertrag &uuml;berf&uuml;hrt wurde!<\/p><p>Bis heute ist die Koreanische Halbinsel durch eine 240 Kilometer lange sogenannte &bdquo;entmilitarisierte Zone&ldquo; gespalten. Ein Euphemismus ohnegleichen: Denn tats&auml;chlich stehen sich dort noch heute eine Million Soldaten gegen&uuml;ber, darunter im S&uuml;den etwa 35.000 US-amerikanische GIs. Und bis 1993 regierten in S&uuml;dkorea Milit&auml;rdiktatoren, die ihre brutale Herrschaft unter anderem mit einem Gesetz absicherten, das unter den Japanern &bdquo;Gesetz zur Aufrechterhaltung der &ouml;ffentlichen Ordnung und Sicherheit&ldquo; genannt wurde und seit Ende 1948 schlicht &bdquo;Nationales Sicherheitsgesetz&ldquo; hei&szlig;t. Fast sieben Jahrzehnte nach Kriegsende ahndet die s&uuml;dkoreanische Justiz Vergehen gegen dieses Gesetz, das hei&szlig;t &bdquo;Kontakte zu einer staatsfeindlichen Organisation&ldquo; (wie Nordkorea darin bezeichnet wird), noch immer mit (teils hohen Haft-)Strafen.<\/p><p>W&auml;hrend ebenfalls bis heute diplomatische Beziehungen zwischen dem einstigen Aggressor Japan und Nordkorea ausstehen, sorgte ausgerechnet der ehemalige Leutnant Okamoto Minoru im Dienste des japanischen Kaisers f&uuml;r eine &bdquo;Auss&ouml;hnung&ldquo; zwischen Seoul und Tokio, als er 1965 den &bdquo;Normalisierungsvertrag&ldquo; zwischen beiden L&auml;ndern unterzeichnete. Ex-Leutnant Okamoto Minoru war der s&uuml;dkoreanische General Park Chung-Hee, Seouls &bdquo;starker Mann&ldquo; von 1961 bis 1979. Als Kollaborateur der Japaner hatte er deren Kaiser Hirohito einst geschworen, &bdquo;wie eine Kirschbl&uuml;te im Heiligen Krieg f&uuml;r die Errichtung der Gr&ouml;&szlig;eren Ostasiatischen Gemeinsamen Wohlstandssph&auml;re und in Verteidigung des <em>odo rakudo<\/em> (Reich des Rechten) zu fallen&ldquo;. In Artikel 3 des &bdquo;Normalisierungsvertrages&ldquo; anerkannte Tokio Seouls Alleinvertretungsanspruch f&uuml;r Korea und gew&auml;hrte S&uuml;dkorea neben einer einmaligen Zahlung von 500 Millionen US-Dollar zinsg&uuml;nstige Darlehen. Park Chung-Hee sicherte im Gegenzug japanischen Unternehmen lukrative Gesch&auml;ftsm&ouml;glichkeiten zu. Widerspruch duldete Park nicht. Im Oktober 1972 setzte er die Verfassung au&szlig;er Kraft und verh&auml;ngte &ndash; wie einen Monat zuvor Ferdinand E. Marcos in den Philippinen &ndash; das Kriegsrecht &uuml;ber das Land. Eine pr&auml;ventive Konterrevolution: In der Region ging n&auml;mlich die Angst um, nach der (sich bereits abzeichnenden) Niederlage der USA in Indochina k&ouml;nnten weitere L&auml;nder kommunistisch werden, zumindest aber aus dem US-amerikanischen Herrschaftsbereich ausscheren.<\/p><p><strong>Exkurs III: Wechselnde Frontverl&auml;ufe, Kriege hinter Frontverl&auml;ufen und das beschwiegene Massaker von No Gun Ri<\/strong><\/p><p>Im Koreakrieg (1950&ndash;53) ver&uuml;bten die US-amerikanischen Besatzungstruppen und ihre Verb&uuml;ndeten unter der Zivilbev&ouml;lkerung Massaker wie das von No Gun Ri. Jahrzehntelang wurden die Verbrechen tabuisiert.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich w&uuml;rde sagen, dass fast die ganze Halbinsel Korea ein einziger Schutthaufen ist.&ldquo;,\n<\/p><\/blockquote><p>erkl&auml;rte Emmett O&rsquo;Donnell. Mit dem Unterton des Bedauerns, als sei er gerade arbeitslos geworden, f&uuml;gte der US-amerikanische Luftwaffengeneral hinzu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Alles ist zerst&ouml;rt. Nichts Nennenswertes ist stehengeblieben. Kurz bevor die Chinesen in den Krieg eintraten, wurden von unseren Bombern keine Angriffe mehr geflogen. Es gab in Korea halt keine Ziele mehr.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Drei lange Jahre, von Ende Juni 1950 bis Ende Juli 1953, setzte die US-Luftwaffe in Korea systematisch und fl&auml;chendeckend Napalm gegen Mensch und Natur ein. St&auml;dte und D&ouml;rfer waren davon ebenso betroffen wie ehedem dichtbewaldete Bergh&auml;nge, aus denen bald nur noch verdorrte Baumst&uuml;mpfe in den Himmel ragten.<\/p><p>Zu Beginn des Krieges evakuierte die US-Armee vielfach ganze D&ouml;rfer im S&uuml;den Koreas. So erging es auch in den sp&auml;ten Julitagen des Jahres 1950 den Bewohnern von No Gun Ri. Dieser Ort, wenige Kilometer s&uuml;dlich der Stadt Daejeon gelegen, und die angrenzenden Gebiete waren vor der Ankunft US-amerikanischer Truppen in Korea eine Hochburg des antijapanischen Widerstandes. Nach der Kapitulation Japans Mitte August 1945 entstand hier das Yongdong-Volkskomitee, das in der vorwiegend b&auml;uerlichen Bev&ouml;lkerung gro&szlig;en R&uuml;ckhalt genoss. Noch vor der Evakuierung No Gun Ris, so erfuhren sp&auml;ter einger&uuml;ckte Einheiten der nordkoreanischen Volksarmee, waren im Zuge einer anderen Operation ann&auml;hernd 2.000 Zivilisten von GIs in die nahen Berge getrieben und dort regelrecht exekutiert worden. Der US-amerikanische Historiker und Korea-Experte Bruce Cumings verwies auf ein an Generalmajor Clark Ruffner adressiertes geheimes Nachrichtenmemo der US-Armee aus jener Zeit, in dem &bdquo;Hinrichtungskommandos&ldquo; gefordert wurden, um Leute &bdquo;auszuschalten&ldquo;, die im Verdacht standen, der Guerilla zuzuarbeiten.<\/p><p>Soldaten des 7. US-Kavallerieregiments gruben sich am 26. Juli 1950 bei No Gun Ri auf einem mehrere hundert Meter langen Frontabschnitt ein. Am Morgen desselben Tages funkte die F&uuml;hrung der 8. US-Armee folgenden Befehl an alle Truppen im Kampfgebiet: &bdquo;Fl&uuml;chtlinge haben die Front nicht zu &uuml;berqueren. Es wird auf jeden geschossen, der versucht, die Linien zu &uuml;berschreiten. Im Fall von Frauen und Kindern ist Besonnenheit zu wahren.&ldquo; Generalmajor William B. Kean erteilte der nahebei in Stellung gegangenen 25. Infanteriedivision den Befehl: &bdquo;Alle Zivilisten, die sich in diesem Gebiet aufhalten, werden als Feinde betrachtet und entsprechend behandelt.&ldquo;<\/p><p>Als sich noch am selben Tag ein Treck von 500 bis 600 Bewohnern umliegender D&ouml;rfer, die sich auf der Flucht vor anr&uuml;ckenden nordkoreanischen Einheiten befanden, der US-amerikanischen Frontlinie n&auml;herte, wurden die Fl&uuml;chtlinge von der Stra&szlig;e vertrieben. Die GIs wollten diese unbedingt f&uuml;r US-Milit&auml;rfahrzeuge freihalten, und sie zwangen die Menschen, auf einen angrenzenden Bahndamm auszuweichen. Als die Fl&uuml;chtlinge dort rasteten, warfen pl&ouml;tzlich US-Kampfflugzeuge anstelle von Warnzetteln Bomben ab und feuerten MG-Salven auf den Konvoi. Etwa hundert Menschen kamen nach koreanischen Augenzeugenberichten allein nach mehrfachem Beschuss aus der Luft ums Leben. Die &Uuml;berlebenden &ndash; haupts&auml;chlich alte M&auml;nner, Frauen und Kinder &ndash; fl&uuml;chteten sich in den Tunnel unter einer nahegelegenen Eisenbahnbr&uuml;cke. Schutz fanden sie dort allerdings nicht; unabl&auml;ssig ward auf sie gefeuert. Einige stapelten Leichen &uuml;bereinander, um Schutzw&auml;lle zu errichten, w&auml;hrend andere mit blo&szlig;en H&auml;nden L&ouml;cher in den Boden gruben, um vor dem Kugelhagel Deckung zu finden.<\/p><p>Einmal mehr in seiner Geschichte hatte das 7. US-Kavallerieregiment eine Blutspur hinterlassen. Seit seiner Aufstellung im Oktober 1866 hatte es zun&auml;chst gewaltsam Native Americans im eigenen Land unterworfen (zu seinen &bdquo;Heldentaten&ldquo; z&auml;hlte Ende 1890 das Massaker von <em>Wounded Knee<\/em> in South Dakota an mehreren hundert wehrlosen Sioux), und um 1900 &bdquo;reinigte&ldquo; es die Philippinen und Kuba von &bdquo;Insurrectos&ldquo; (&bdquo;aufst&auml;ndischen Banditen&ldquo;). Nun, 50 Jahre sp&auml;ter, terrorisierte es in Korea die absch&auml;tzig <em>&bdquo;Gooks&ldquo;<\/em> (f&uuml;r &bdquo;schlitz&auml;ugige, hinterh&auml;ltige Asiaten&ldquo;) genannte Bev&ouml;lkerung.<\/p><p>Fast ein halbes Jahrhundert blieben die grausamen Geschehnisse in No Gun Ri mehr oder weniger vergessen, wenngleich bereits 1982 erste Geheimdokumente &uuml;ber die US-amerikanische Kriegsf&uuml;hrung in Korea deklassifiziert wurden, mithin seitdem &ouml;ffentlich zug&auml;nglich sind. Doch zu der Zeit interessierte sich in den USA kaum jemand daf&uuml;r. In S&uuml;dkorea, seit Ende des Zweiten Weltkriegs der antikommunistische Frontstaat par excellence, wo bis 1993 Milit&auml;rregime an der Macht waren, blieb No Gun Ri tabuisiert. Solche und &auml;hnliche Massaker waren in der offiziellen Geschichtsschreibung Seouls das &bdquo;Teufelswerk nordkoreanischer Kommunisten&ldquo;. Und in Washington herrschte auf dem H&ouml;hepunkt des Kalten Krieges, des neuerlichen Wettr&uuml;stens gegen die Sowjetunion und nur eineinhalb Jahrzehnte nach dem die gesamte Nation aufw&uuml;hlenden Massaker im s&uuml;dvietnamesischen M&#7929; Lai (wo US-Truppen am 16. M&auml;rz 1968 504 Zivilisten &ndash; darunter zahlreiche Kinder, Frauen und Greise &ndash; als &bdquo;verd&auml;chtigte Vietcong&ldquo; kaltschn&auml;uzig ermordet hatten) partout kein Interesse daran, nunmehr auch noch No Gun Ri, einer der vielen Gr&auml;ueltaten vor M&#7929; Lai, nachzusp&uuml;ren und diese &ouml;ffentlich einzugestehen.<\/p><p>Erst Mitte der 1990er Jahre wendeten sich 30 &Uuml;berlebende und Hinterbliebene des No-Gun-Ri-Massakers mit einer Petition an das sogenannte Kompensationskomitee der s&uuml;dkoreanischen Regierung in Seoul. Zun&auml;chst bestritten sowohl s&uuml;dkoreanische als auch US-amerikanische Milit&auml;rbeh&ouml;rden kategorisch, dass es Vorf&auml;lle wie in No Gun Ri &uuml;berhaupt gegeben hatte. Doch in den s&uuml;dkoreanischen Medien konnten sich die Opfer Geh&ouml;r verschaffen, bis am 30. September 1999 die US-Nachrichtenagentur <em>Associated Press<\/em> ihren Bericht &uuml;ber No Gun Ri ver&ouml;ffentlichte und darin auch ein Dutzend US-Kriegsveteranen zu Wort kommen lie&szlig;. Ein Armutszeugnis f&uuml;r die Beh&ouml;rden und eine Vertuschung seitens der Regierung &ndash; das jedenfalls glaubt Pete McCloskey. Er war als Veteran des Koreakrieges mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet worden und sa&szlig; einst als Abgeordneter im US-Kongress: &bdquo;Ich glaube&ldquo;, gab er zu Protokoll, &bdquo;die amerikanische Regierung, das Pentagon und die meisten Regierungsbeh&ouml;rden wollen nicht, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt. Das w&uuml;rde die Regierung arg in Verlegenheit bringen.&ldquo;<\/p><p>In S&uuml;dkorea und in den USA regten sich Emp&ouml;rung und Abscheu. Nunmehr war auch das Pentagon gefordert, sich zu den Ereignissen in No Gun Ri zu &auml;u&szlig;ern. Nach 15-monatiger Untersuchung kam der Generalinspekteur der US-Armee in seinem im Januar 2001 publizierten Abschlussbericht zu einem Ergebnis, das die koreanischen &Uuml;berlebenden sowie die meisten US-amerikanischen Zeitzeugen als &bdquo;Sch&ouml;nf&auml;rberei&ldquo; bezeichneten. Im letzten Satz dieses Reports hei&szlig;t es w&ouml;rtlich:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Was den Zivilisten in der N&auml;he von No Gun Ri im sp&auml;ten Juli 1950 widerfuhr, war eine tragische und zutiefst bedauernswerte Begleiterscheinung eines Krieges, der unvorbereiteten US-amerikanischen und s&uuml;dkoreanischen Streitkr&auml;ften aufgezwungen worden war.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Vors&auml;tzliches T&ouml;ten, gar Befehle, auf Zivilisten zu schie&szlig;en, h&auml;tte es nicht gegeben. Zwar bedauerte noch der aus dem Amt scheidende Pr&auml;sident Bill Clinton im Januar 2001 den Tod unbewaffneter Zivilisten in No Gun Ri. F&ouml;rmlich entschuldigen mochte er sich nicht. Nach Lesart der US-Armee hatten GIs in Korea nicht vors&auml;tzlich get&ouml;tet; dann n&auml;mlich w&uuml;rde das US-Milit&auml;r &ouml;ffentlich am Pranger stehen, nicht zuletzt w&auml;re es ein justiziables Kriegsverbrechen gewesen.<\/p><p>Die offizielle Darstellung der Beh&ouml;rden in Washington und die diese st&uuml;tzende Sichtweise des Ex-Offiziers Robert L. Bateman wurden schlie&szlig;lich durch ein Dokument widerlegt, das der Historiker Sahr Conway-Lanz (2006) im US-Nationalarchiv entdeckte. Es handelte sich um ein Schreiben des damaligen US-Botschafters in S&uuml;dkorea, John J. Muccio, vom 26. Juli 1950. Darin unterrichtete der Diplomat das U.S. State Department &uuml;ber eine &bdquo;notwendige&ldquo; Entscheidung der 8. US-Armee in Korea, die in den USA zu negativen Reaktionen f&uuml;hren k&ouml;nnte. Adressat dieses Briefes von Muccio war Dean Rusk, der als stellvertretender Au&szlig;enminister f&uuml;r Ostasien zust&auml;ndig war und w&auml;hrend des Vietnamkrieges selbst Chef des State Department wurde. Muccio sprach von einem &bdquo;sehr ernsten Problem&ldquo;, das zunehmend &bdquo;auch das Milit&auml;r herausfordere&ldquo;. Die durch Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me verstopften Stra&szlig;en und Zufahrtswege behinderten die eigenen Milit&auml;rfahrzeuge, und au&szlig;erdem bef&uuml;rchte man, dass sich unter den Fl&uuml;chtlingen nordkoreanische Agenten befinden k&ouml;nnten.<\/p><p>Sodann verwies Muccio auf ein tags zuvor (25. Juli) stattgefundenes Treffen zwischen ihm, dem Kommandeur der 8. US-Armee einschlie&szlig;lich ihres Sicherheitsdiensts, Mitarbeitern des s&uuml;dkoreanischen Innenministeriums und des Ministeriums f&uuml;r soziale Angelegenheiten sowie dem Direktor der Nationalpolizei. Kernpunkt dieses Treffens war die danach ergangene Order: &bdquo;N&auml;hern sich Fl&uuml;chtlinge n&ouml;rdlich der US-Linien, werden Warnsch&uuml;sse abgefeuert. R&uuml;cken sie dennoch weiter vor, werden sie erschossen.&ldquo;<\/p><p>Muccios Brief an Rusk wurde weder im Abschlussbericht des Generalinspekteurs der US-Armee ber&uuml;cksichtigt, noch ist er den s&uuml;dkoreanischen Beh&ouml;rden, die sich ihrerseits mit der Untersuchung der Geschehnisse in No Gun Ri befassten, jemals zugegangen. Yi Mahn Yol, Vorsitzender des Nationalen Instituts der Geschichte Koreas und ein Mitglied der s&uuml;dkoreanischen Regierungskommission zur Kl&auml;rung der Vorf&auml;lle in No Gun Ri, ging deshalb davon aus, dass von Anfang an &bdquo;das Kommandosystem in alles einbezogen war und es sich keineswegs um einen beklagenswerten Unfall handelte&ldquo;. Manisch-repressiver Antikommunismus der US-Besatzungstruppen und ihres s&uuml;dkoreanischen Statthalters Rhee Syngman, manifester Rassismus unter den GIs und eine systematisch tolerierte und praktizierte Verletzung internationaler V&ouml;lker- und Menschenrechtsnormen waren verantwortlich f&uuml;r das, was in No Gun Ri und andernorts w&auml;hrend des Koreakrieges geschah.<\/p><p>Das Massaker von No Gun Ri blieb &uuml;berdies kein Einzelfall. Im August 1950 erteilte US-Generalmajor Hobart R. Gay die Order, eine Br&uuml;cke &uuml;ber den Nakdong-Fluss zu sprengen. In seinem Bericht war von Toten keine Rede. Als Pioniere eine zweite Br&uuml;cke &uuml;ber denselben Fluss in die Luft sprengten, so der Zeitzeuge und ehemalige Feldwebel Carroll F. Kinsman aus Gautier (Mississippi), kamen zahlreiche Menschen ums Leben &ndash; &bdquo;die komplette Br&uuml;cke war voller Fl&uuml;chtlinge&ldquo;. In den Milit&auml;rannalen hie&szlig; es dazu lakonisch: &bdquo;Ausgezeichnete Ergebnisse.&ldquo; Im selben Monat (August 1950) fanden 80 Zivilisten den Tod, die in einem Schrein des Dorfes Kokaan Ri nahe der s&uuml;dkoreanischen Stadt Masan Schutz gesucht hatten. An den Str&auml;nden der Hafenstadt Pohang kamen einen Monat sp&auml;ter weitere 400 Zivilisten durch gezielten Artilleriebeschuss der US-Marine ums Leben. Bislang sind &uuml;ber 60 solcher Massaker w&auml;hrend des Krieges bekannt und dokumentiert.<\/p><p>Was immer die kombinierten US- und UN-Truppen an Stellungen nicht halten konnten, wurde in die Luft gesprengt, um der gegnerischen Seite nichts in die H&auml;nde fallen zu lassen. Als Hunderttausende chinesische Freiwillige auf Seiten des milit&auml;risch bedr&auml;ngten Nordkorea in das Kriegsgeschehen eingriffen, sch&uuml;rte das erst recht eine antikommunistische Hysterie und Pogromstimmung. Als S&uuml;dkoreas Pr&auml;sident Rhee Syngman von US-Truppen wieder in seinen Amtssitz in Seoul, das zeitweilig unter nordkoreanischer Kontrolle gestanden hatte, eskortiert wurde, nahmen dessen Leute und Sympathisanten furchtbare Rache an allen, von denen sie glaubten, dass sie der gegnerischen Seite zuarbeiteten. Mehrere zehntausend Menschen fielen diesen Racheakten zum Opfer. Das wiederum f&uuml;hrte zu verst&auml;rkten Guerillaaktivit&auml;ten, die Mitte Januar 1951 ihren H&ouml;hepunkt erreichten.<\/p><p>Das US-Oberkommando sch&auml;tzte die Zahl der Aufst&auml;ndischen auf 30.000 bis 35.000 Personen. Um sie auszuschalten, erfanden die Milit&auml;rstrategen die &bdquo;Operation Rattent&ouml;ter&ldquo;, deren Kommando einem der sch&auml;rfsten antikommunistischen Haudegen S&uuml;dkoreas, General Paik Sun Yup, &uuml;bertragen wurde. (Paik, S&uuml;dkoreas erster Viersternegeneral, starb im Sommer vergangenen Jahres &ndash; siehe ausf&uuml;hrlich dazu meinen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63186\">Beitrag auf den NachDenkSeiten<\/a>). General Matthew B. Ridgway, der zwischenzeitlich den von US-Pr&auml;sident Harry S. Truman entlassenen Oberkommandierenden Douglas MacArthur abgel&ouml;st hatte, verk&uuml;ndete Ende Januar 1952 den Erfolg dieser Operation: &bdquo;Nahezu 20.000 Freisch&auml;rler &ndash; Banditen und organisierte Guerilleros &ndash; wurden get&ouml;tet oder gefangengenommen. Damit war diese Irritation ein f&uuml;r alle Mal beendet.&ldquo; Doch noch Ende 1952 war die Guerilla in den Bergen um den Jirisan im S&uuml;dwesten Koreas sehr aktiv.<\/p><p>F&uuml;r das Magazin <em>Life<\/em> verfasste die Fotografin Margaret Bourke-White im Dezember 1952 ein Feature mit dem Titel <em>&bdquo;The Savage, Secret War in Korea&ldquo; (&bdquo;Der grausame, geheime Krieg in Korea&ldquo;).<\/em> Ein trefflicher Titel; tats&auml;chlich bedeuteten die Guerillabewegungen hinter den Frontlinien einen <em>Krieg im Kriege<\/em>. Bourke-White interviewte mehrere Aufst&auml;ndische, unter ihnen auch couragierte Frauen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Einige der Aufst&auml;ndischen wechselten die Fronten und schlossen sich den Roten an. Tausende Nordkoreaner waren auch darunter, denen es gl&uuml;ckte, sich von ihren Einheiten abzusetzen, als die UN-Truppen den Belagerungsring durchbrachen, der um die s&uuml;dliche Hafenstadt Pusan gelegt worden war. Andere Aufst&auml;ndische kamen aus dem Norden, wo sie die Frontlinien der Alliierten &uuml;berwanden. Insgesamt handelte es sich also um eine Truppe, die nie mehr als zwei Jahre lang den um sie herumtobenden Krieg und die harschen Bedingungen in gebirgigem Terrain &uuml;berlebt h&auml;tte, w&auml;re sie nicht von der Bev&ouml;lkerung versorgt und unterst&uuml;tzt worden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Geordnetes Comeback der Eliten, permanente Counterinsurgency (Aufstandsbek&auml;mpfung) &amp; gesch&auml;tzte &bdquo;little brown brothers&ldquo;<\/strong><\/p><p>&bdquo;Die Filipinos&ldquo;, sagte einmal sp&ouml;ttisch der bekannteste zeitgen&ouml;ssische Autor des Landes, Francisco Sionil Jos&eacute;, &bdquo;verbrachten ann&auml;hernd 350 Jahre im spanischen Konventsmief. Es folgte nahezu ein halbes Jahrhundert unter der Herrschaft Hollywoods, unterbrochen von einem dreij&auml;hrigen japanischen Intermezzo. Unser Dilemma: Wir sind das Kind zu vieler Eltern.&ldquo;<\/p><p>In den Philippinen wurde nach dem Krieg die schlagkr&auml;ftigste antijapanische Widerstandsorganisation, die <em>Hukbalahap<\/em>, von der alten und neuen Kolonialmacht USA illegalisiert und bek&auml;mpft. (Nicht anders verhielt es sich im benachbarten Malaya, dem sp&auml;teren Singapur und Malaysia. Die Kommunistische Partei Malayas, die CPM, hatte den Japanern erbittert Widerstand geleistet, um nach dem Krieg von den alten und neuen Kolonialherren, den Briten, ebenso vehement als &bdquo;Umst&uuml;rzler&ldquo; und &bdquo;kommunistische Terroristen&ldquo; &ndash; kurz &bdquo;CTs&ldquo; genannt &ndash; denunziert und gejagt zu werden. Was London besch&ouml;nigend &bdquo;Emergency&ldquo; nannte, die von 1948 bis 1960 w&auml;hrende Phase des &bdquo;Notstands&ldquo;, war ein brutal gef&uuml;hrter Krieg, um die Kolonialinteressen auf der malaiischen Halbinsel so lange wie m&ouml;glich zu wahren.) Da die <em>Hukbalahap<\/em> nicht f&uuml;r den Austausch von Besatzern gek&auml;mpft hatte, f&uuml;hrte sie ihren Kampf im Untergrund weiter und benannte sich in Volksbefreiungsarmee, <em>Hukbong Mapagpalaya ng Bayan <\/em>(kurz: HMB), um.<\/p><p>Erst Mitte der 1950er Jahre &ndash; nach erbitterter &bdquo;Aufstandsbek&auml;mpfung&ldquo; (<em>counterinsurgency<\/em>), politischer Vereinnahmungen und versprochener Zuteilung von einem oder zwei Hektar Land an ehemalige Huk-K&auml;mpfer auf der S&uuml;dinsel Mindanao &ndash; gelang es Manila, die HMB milit&auml;risch zu besiegen. Unter anderem mit Mitteln ausgekl&uuml;gelter psychologischer Kriegsf&uuml;hrung <em>(psywar)<\/em> in Gestalt des <em>Aswang<\/em>-Projekts. Aswang ist eine d&auml;monische, h&auml;ufig weibliche Gestalt in der philippinischen Mythologie, die auch als Vampir ihr\/sein Unwesen treibt und mit r&ouml;hrenf&ouml;rmiger Zunge den Opfern das Blut aus dem K&ouml;rper saugt. Da der Gro&szlig;teil der Filipinos ebenso gl&auml;ubige Katholiken sind wie abergl&auml;ubisch, nutzten ausgebildete Spezialeinheiten der Armee dies im Rahmen von<em> psywar<\/em> aus, indem sie w&auml;hrend n&auml;chtlicher Kommandoaktionen den letzten Mann eines Huk-Trupps gefangen nahmen, ihn t&ouml;teten, zwei L&ouml;cher in seinen Hals bohrten und die Leiche anschlie&szlig;end ausbluten lie&szlig;en. Durch Mundpropaganda und\/oder das Abwerfen von Flugbl&auml;ttern im entsprechenden Operationsgebiet wurde sodann die Nachricht verbreitet, dass selbst Vampire oder &auml;hnliche d&auml;monische Wesen auf Seiten der Regierungstruppen st&uuml;nden und ihnen willig zu Diensten seien. <em>(s.u.a. Lansdale 1991)<\/em><\/p><p>Die w&auml;hrend des Krieges von US-Pr&auml;sident Roosevelt gegebene Zusage, alle Filipinos, die Seite an Seite mit den GIs gek&auml;mpft h&auml;tten, erhielten nach Kriegsende Entsch&auml;digungen und w&uuml;rden wie ihre amerikanischen Kampfgef&auml;hrten in den Genuss einer Krankenversicherung und Rente kommen, wurde nicht eingehalten. Bereits Anfang 1946 passierte den US-amerikanischen Kongress ein Gesetz, das diesen Gleichheitsgrundsatz ausdr&uuml;cklich nicht anerkannte. Mehr noch: Eine von der Truman-Regierung zugesagte Nothilfelieferung von urspr&uuml;nglich 620 Millionen US-Dollar wurde im US-Senat um 100 Millionen Dollar abgesenkt. Und die von der <em>U.S.-Philippine War Damage Corporation <\/em>urspr&uuml;nglich in Aussicht gestellten 1,25 Milliarden Dollar an Reparationszahlungen flossen nicht in voller H&ouml;he. (Immerhin war Manila neben Warschau die am meisten zerst&ouml;rte Hauptstadt w&auml;hrend des Zweiten Weltkriegs, wo allein im Februar 1945 nach offiziellen Angaben &uuml;ber 100.000 Tote im Zuge der R&uuml;ckeroberung der Stadt durch kombinierte US-amerikanisch-philippinische Einheiten zu beklagen waren.) Als die <em>War Damage Corporation<\/em> 1950 ihren Betrieb einstellte, hatte sie lediglich 388 Millionen Dollar an private Antragsteller ausgezahlt, die meist enge Kontakte zur Regierung in Manila pflegten.<\/p><p>Das ebenfalls 1946 in Kraft getretene philippinische Handelsgesetz oder der <em>Bell Trade Act<\/em> garantierte sogar <em>parity rights<\/em>. So genossen die US-Amerikaner in den Philippinen dieselben Rechte wie Filipinos in den USA. Die wirtschaftliche Vormachtstellung der USA in den Philippinen blieb auf Dauer so dominant, dass die am 4. Juli (zeitgleich mit dem US-amerikanischen Unabh&auml;ngigkeitstag!) 1946 ausgerufene Republik der Philippinen faktisch eine Neokolonie blieb. Vor allem wegen der politischen Erpressbarkeit ihres ersten Pr&auml;sidenten Manuel Roxas, der den japanischen Besatzern als Reiseintreiber gedient hatte. In Roxas&rsquo; Amtszeit fiel auch die Entscheidung, Washington den Unterhalt und Ausbau der gr&ouml;&szlig;ten au&szlig;erhalb des nordamerikanischen Kontinents befindlichen Milit&auml;rbasen (<em>Clark Air Field <\/em>und die <em>Subic Naval Base<\/em> der 7. US-Flotte) zu gestatten. Diese wiederum nutzte das US-amerikanische Milit&auml;r als bedeutsamen logistischen Dreh- und Angelpunkt seiner Aggressionskriege gegen Korea (1950-53) sowie gegen Vietnam, Laos und Kambodscha (1965-75).<\/p><p><em>Little brown brothers<\/em> war die gel&auml;ufige Bezeichnung der Filipinos w&auml;hrend der US-Kolonialherrschaft &uuml;ber den Archipel von 1898 bis 1946. Gepr&auml;gt wurde dieser paternalistische Begriff von William Howard Taft, Washingtons erstem Generalgouverneur auf den Philippinen (1901-1904) und 27. Pr&auml;sidenten der Vereinigten Staaten (1909-1913). Und geh&auml;tschelte <em>little brown brothers<\/em> blieben philippinische Politiker auch und gerade in der Nachkriegs&auml;ra. Kein Wunder, dass die Philippinen als verl&auml;sslichster Vasall der USA in S&uuml;dostasien auch die Hochburg par excellence f&uuml;r Antikommunismus und Kalten Krieg in der asiatisch-pazifischen Region bildeten.<\/p><p>Die am 8. September 1954 in Manila unter Federf&uuml;hrung der USA aus der Taufe gehobene <em>Southeast Asia Treaty Organization<\/em> (kurz SEATO; dt. S&uuml;dostasiatische Paktorganisation, auch bekannt als <em>Manilapakt<\/em>) mit Sitz in der thail&auml;ndischen Hauptstadt Bangkok verstand sich als pazifisches Pendant zur NATO. Ihr erkl&auml;rtes Ziel war gem&auml;&szlig; der 1947 verk&uuml;ndeten Truman-Doktrin die &bdquo;Eind&auml;mmung des Kommunismus in S&uuml;dostasien&ldquo;. Thailand und die Philippinen traten dem B&uuml;ndnis als einzige L&auml;nder aus der Region aus Sicherheitserw&auml;gungen bei, w&auml;hrend es den anderen Mitgliedstaaten (Frankreich, das Vereinigte K&ouml;nigreich, Australien und Neuseeland) nebst den USA um die Wahrung ihrer eigenen Interessen in der Region ging. Am 30. Juni 1977, zwei Jahre nach dem Debakel der USA in Vietnam, verschwand die SEATO unzeremoniell von der politischen Bildfl&auml;che. Gemeinsam mit der <em>CENTO<\/em> (*****) und der<em> NATO<\/em> im Westen ward so auf dem H&ouml;hepunkt des Kalten Krieges ein Cordon sanitaire gegen den &bdquo;kommunistischen Machtblock&ldquo;, repr&auml;sentiert durch die Sowjetunion und die Volksrepublik China, geschaffen.<\/p><p><strong>Amnesie und anhaltende Konflikte<\/strong><\/p><p>Wo nach 1945 die jeweilige Befreiungs- oder Unabh&auml;ngigkeitsbewegung schnell siegte &ndash; wie im Falle Indonesiens und Vietnams &ndash; waren die politischen und sozialen Verh&auml;ltnisse so undurchsichtig und die Probleme der Menschen so schwerwiegend, dass an eine W&uuml;rdigung der zahlreichen Kriegsopfer nicht zu denken war. Bis heute wird weder in Indonesien, Malaysia sowie Singapur noch in Thailand und Myanmar von offizieller Seite der hunderttausenden <em>Romushas <\/em>(Zwangsarbeiter) gedacht, die beispielsweise beim Bau der Thailand-Birma-Bahn von japanischen Truppen zwangsverpflichtet worden waren und dort namenlos starben. Bis heute bleibt, vor allem aus Gr&uuml;nden politischer Opportunit&auml;t, das Verh&auml;ltnis zwischen der VR China und Japan wegen des Nanking-Massakers (1937\/38) angespannt.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210124_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210124_01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Duldete Beijing lange keine Opfer des japanischen Militarismus, sondern nur &bdquo;Heroen des sozialistischen Aufbaus&ldquo;, so ging man in Tokio davon aus, im &bdquo;Gro&szlig;en Ostasiatischen Krieg&ldquo; f&uuml;r eine gerechte Sache, n&auml;mlich &bdquo;gegen den wei&szlig;en Kolonialismus und Imperialismus&ldquo; gek&auml;mpft zu haben. Opfer passten nicht ins (rechte Geschichts-)Bild, w&auml;hrend einflussreiche politische Kreise in Japan keinen Hehl daraus machen, mit h&ouml;chst umstrittenen Besuchen des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yasukuni-Schrein\">Yasukuni-Schreins<\/a> im Herzen der Hauptstadt gleichzeitig einst hochrangiger T&auml;ter einschlie&szlig;lich der in den Tokioter Prozessen verurteilten Kriegsverbrecher ehrenvoll zu gedenken. Ganz zu schweigen von den euphemistisch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65771\">&bdquo;Trostfrauen&ldquo;<\/a> genannten zwangsrekrutierten ost- und s&uuml;dostasiatischen M&auml;dchen und Frauen &ndash; einschlie&szlig;lich Niederl&auml;nderinnen in Den Haags vormaliger Kolonie Indonesien &ndash; die zu Zehntausenden in japanischen Milit&auml;rbordellen <a href=\"http:\/\/www.koreaherald.com\/view.php?ud=20210108000643\">systematisch gedem&uuml;tigt und gepeinigt<\/a> worden waren. Was vor allem das s&uuml;dkoreanisch-japanische Verh&auml;ltnis bis zum heutigen Tage <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2021\/01\/08\/asia\/japan-comfort-women-damages-intl-hnk\/index.html\">in beklemmendem Ma&szlig;e belastet<\/a>.<\/p><p>Last, but not least: Seitdem Birma (das heutige Myanmar) Anfang 1948 seine Unabh&auml;ngigkeit erhielt, befand sich dessen gewaltiger Armee- und Geheimdienstapparat in permanentem Kriegszustand mit nationalen Minderheiten, die zumindest f&uuml;r Autonomie stritten oder eintreten. Und seit der 1947 erfolgten Teilung des indischen Subkontinents in die unabh&auml;ngigen Staaten Indien und Pakistan bek&auml;mpften sich beide Seiten in Kriegen und milit&auml;rischen Konflikten um Kaschmir. W&auml;hrend dessen indischer Teil zum Bundesstaat Jammu und Kaschmir wurde, besteht dessen pakistanischer Teil aus der autonomen Teilregion Azad-Kaschmir und dem Sonderterritorium Gilgit-Baltistan. Erst mit dem Shimla-Abkommen vom 2. Juli 1972 wurde die &bdquo;Line of Control&ldquo; nach drei kriegerischen Auseinandersetzungen (1948, 1965 und 1971) um die gesamte Region Kaschmir von einer gemeinsamen indisch-pakistanischen Milit&auml;rkommission vermessen, kartiert und faktisch als Grenze zwischen beiden Staaten anerkannt. Was nichts daran &auml;ndert, dass beide Seiten nach wie vor die <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/fileadmin\/contents\/products\/aktuell\/2020A85_Kaschmir.pdf\">Souver&auml;nit&auml;t &uuml;ber das gesamte Territorium<\/a> f&uuml;r sich beanspruchen. Seit 1962, nach dem Indisch-Chinesischen Grenzkrieg, geh&ouml;ren mit Aksai Chin und dem Shaksgam-Tal Teile Kaschmirs auch zur Volksrepublik. Allesamt Konflikte, die 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zum Teil weit davon entfernt sind, f&uuml;r die Zivilbev&ouml;lkerungen g&uuml;tlich gel&ouml;st zu sein.<\/p><p>Titelbild: Sanga Park\/shutterstock.com<\/p><p><em><strong>Wegen ihres Umfangs finden Sie <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/r.-werning-nds-japan-nach-1945-anm.-quellen-literatur\">hier<\/a> separat das Quellenmaterial sowie eine &Uuml;bersicht weiterf&uuml;hrender Literatur zum vorliegenden Text.<\/strong><\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Die Ausnahme bildeten die USA, die als einzige Kolonialmacht in der Region im Zuge der Schaffung eines Commonwealth mit den Philippinen im Jahre 1935 dem Land die Unabh&auml;ngigkeit binnen eines Jahrzehnts in Aussicht gestellt hatten, was schlie&szlig;lich nach der unvorhergesehenen japanischen Okkupation ein Jahr sp&auml;ter, am 4. Juli 1946, realisiert wurde.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Die Central Treaty Organization (<em>abgek&uuml;rzt CENTO<\/em>, dt. <em>Zentrale Paktorganisation<\/em>, auch bekannt als <em>Bagdadpakt<\/em> und von 1955 bis 1959 als <em>Middle East Treaty Organization, METO<\/em>) war ein von 1955 bis 1979 bestehendes Milit&auml;rb&uuml;ndnis mit Hauptquartier in Bagdad und sp&auml;ter in Ankara. Deren Mitglieder &ndash; Iran, Irak, Gro&szlig;britannien, Pakistan und die T&uuml;rkei mit den USA im Beobachterstatus &ndash; ging es wie der NATO im Westen und der SEATO im Osten vorrangig um die Eind&auml;mmung des Einflusses der Sowjetunion in den Mitgliedsl&auml;ndern. Allerdings verf&uuml;gte die CENTO &uuml;ber keine einheitliche Kommandostruktur, noch unterhielten die USA und Gro&szlig;britannien in der Region zu der Zeit eigene Milit&auml;rbasen. 1979 wurde die CENTO nach politischen Ver&auml;nderungen in den Mitgliedstaaten aufgel&ouml;st &ndash; vor allem nach Verk&uuml;ndung der Islamischen Revolution in Iran, das sich fortan der <em>Bewegung der Blockfreien Staaten<\/em> anschloss.<\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/c9c2e3926c4746f887ac11634b26bf7a\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Nationale Befreiungsk&auml;mpfe im Schatten des Kalten Krieges: Den Anfang machten Indonesien und Vietnam.<\/strong><\/p>\n<p>Im abschlie&szlig;enden siebten, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69064\">zweigeteilten Teil<\/a> dieser Serie mit dem Titel <em>&bdquo;75 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs in Ost- und S&uuml;dostasien &ndash; Vorgeschichte, Verlauf, Verm&auml;chtnisse&ldquo;<\/em>, dessen erster Teil auf den NachDenkSeiten Mitte Februar 2020 erschien, befasst sich unser Autor Rainer Werning<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69070\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":69067,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,20,171],"tags":[2019,2871,379,2960,1043,2980,1620,2175,1497,1268,1312,2696,1792,2703,304,2457,2250,1378,1485,1971,1367,1983,2147,2991,1556,357,2360],"class_list":["post-69070","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-agent-orange","tag-antikommunismus","tag-china","tag-der-zweite-weltkrieg-in-ost-und-suedostasien","tag-frankreich","tag-indochina","tag-indonesien","tag-interventionspolitik","tag-japan","tag-kalter-krieg","tag-kambodscha","tag-kaschmir","tag-kolonialismus","tag-korea","tag-kriegsverbrechen","tag-laos","tag-nachkriegszeit","tag-niederlande","tag-nordkorea","tag-philippinen","tag-ruestungsausgaben","tag-suedkorea","tag-sowjetunion","tag-unabhaengigkeitsbewegungen","tag-usa","tag-vietnam","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/210124_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69070","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=69070"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69070\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69110,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69070\/revisions\/69110"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/69067"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=69070"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=69070"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=69070"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}