{"id":69176,"date":"2021-01-26T11:08:55","date_gmt":"2021-01-26T10:08:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69176"},"modified":"2021-01-29T09:34:07","modified_gmt":"2021-01-29T08:34:07","slug":"corona-und-psychologie-angst-arbeitet-dem-demokratischen-miteinander-entgegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69176","title":{"rendered":"Corona und Psychologie: Angst arbeitet dem demokratischen Miteinander entgegen"},"content":{"rendered":"<p>Politik und Medien appellieren momentan gleichzeitig an die Gef&uuml;hlsebene der B&uuml;rger. Dieser Weg ist ohne Fachleute eingeschlagen worden. Das f&uuml;hrt zu einer psychologischen Vernachl&auml;ssigung der Menschen und in Folge zu einer Gefahr f&uuml;r die Gesellschaft. Psychoanalytikerin <strong>Jane-Anna Spiekermann<\/strong> hat dazu Gedanken aufgeschrieben.<br>\n<!--more--><br>\nL&auml;ngst ist die Angst &uuml;berall sicht- und sp&uuml;rbar. Mal latent, mal manifest. Wenn eine Angst-Dynamik solche Ausma&szlig;e erreicht hat, wie es seit der Corona-Krise der Fall ist, handelt es sich um einen komplexen Vorgang, bei dem es sehr schwierig wird, die einzelnen Komponenten zu definieren und zwischen Anteilen der bewussten Herbeif&uuml;hrung sowie Anteilen der Eigendynamik zu unterscheiden.<\/p><p>Dass es auch Anteile der bewussten Herbeif&uuml;hrung gibt, ist sp&auml;testens durch ein vertrauliches Strategiepapier des Innenministeriums bekannt geworden. &Uuml;ber das siebzehnseitige Papier berichtete zuerst der Rechercheverbund aus S&uuml;ddeutscher Zeitung, NDR und WDR im M&auml;rz. Die Arte-Dokumentation &bdquo;Sicherheit kontra Freiheit&ldquo; vom 10. November griff es wieder auf: &bdquo;Dieses Papier legt die Vermutung nahe, dass die deutsche Regierung im Fr&uuml;hjahr u.a. auf Angst und Emotionen setzte&ldquo;. So hei&szlig;t es: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Worst Case ist mit allen Folgen f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung in Deutschland unmissverst&auml;ndlich {&hellip;} zu verdeutlichen. Um die gew&uuml;nschte Schockwirkung zu erzielen, m&uuml;ssen die konkreten Auswirkungen einer Durchseuchung auf die menschliche Gesellschaft verdeutlicht werden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wenn nichts getan werde, prognostizieren die Verfasser ein <em>Worst-Case-Szenario von &uuml;ber einer Million Toten im Jahre 2020 &ndash; f&uuml;r Deutschland allein<\/em>. Es solle klargemacht werden, dass &bdquo;viele Menschen qualvoll um Luft ringend zu Hause sterben. Kinder w&uuml;rden Eltern anstecken.&ldquo; Der Leiter des Innenministeriums best&auml;tigte die Existenz des Papiers, wollte es aber nicht kommentieren, da es &bdquo;nicht f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit bestimmt&ldquo; sei (zitiert nach <a href=\"http:\/\/www.taz.de\">taz.de<\/a> vom 28.03.2020).<\/p><p>Gleich im Anschluss an diesen Auszug l&auml;sst Arte den Psychologen und renommierten Risikoforscher Prof. Gerd Gigerenzer aus dem Max-Planck-Institut f&uuml;r Bildungsforschung zu Wort kommen. Er erkl&auml;rt, dass Menschen, die Angst haben, sich besser steuern lassen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Man kann vermuten, dass die Modell-Rechnungen, die am Anfang kursierten und die viel zu hoch waren, geholfen haben, dass Menschen gen&uuml;gend Angst bekamen, so dass sie die Hygiene-Regeln befolgt haben. Im Allgemeinen ist es so, dass Angst nicht nur eine ganz menschliche Reaktion ist, um Gefahren zu entgehen, sondern man kann die Angst auch etwas sch&uuml;ren, um nachzuhelfen &ndash; wie es m&ouml;glicherweise dahinter gestanden ist &ndash;, damit die Menschen sich auch konformer verhalten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die im Strategiepapier erw&auml;hnte &bdquo;gew&uuml;nschte Schockwirkung&ldquo; erkl&auml;rt er psychologisch als Angst vor Schockrisiken. Ein Schockrisiko ist eine Situation, in der viele Menschen &ndash; wie bei einer Pandemie &ndash; innerhalb relativ kurzer Zeit sterben k&ouml;nnten. Wenn &uuml;ber einen vergleichbaren Zeitraum verteilt ebenso viele Menschen sterben &ndash; etwa durch eine Grippe oder Krankenhausviren &ndash; dann wird es sehr schwer, ebenso viel Angst auszul&ouml;sen.<\/p><p><strong>Angst-Dynamik als Lawine<\/strong><\/p><p>Es versetzt mich heute nicht mal mehr in Verwunderung, wenn ich Kinder sehe, die Maske tragen, obwohl sie alleine auf der Stra&szlig;e unterwegs sind. Das w&auml;re vor nur wenigen Monaten noch anders gewesen. Doch die Angst-Dynamik ist im Fr&uuml;hjahr wie ein Schneeball ins Rollen gekommen und inzwischen zu einer beachtlichen Lawine geworden. Die Psychologie eines Schockrisikos hat ihre Aufgabe erf&uuml;llt.<\/p><p>M&ouml;glicherweise wurde der Schneeball tats&auml;chlich einzig zum Schutz vor einem Worst-Case auf den Weg gebracht. Aber zum einen denke ich, dass es nicht &uuml;berraschen darf, wenn Menschen, die das Gef&uuml;hl haben, &bdquo;gesteuert&ldquo; zu werden, ein Unbehagen entwickeln, das das Vertrauen in das strategische Management der Corona-Krise untergr&auml;bt. Zum anderen rei&szlig;en Lawinen mit, was sie nicht mitrei&szlig;en sollen, haben zerst&ouml;rerisches Potential und lassen sich nur m&uuml;hsam und unbefriedigend stoppen, weshalb mir das Setzen auf Angst und Emotionen sowie das Erzielen einer Schockwirkung als naiv erscheint. Hier wurde eine Strategie angesetzt, ohne dass die Strategen zuvor imstande waren, unabh&auml;ngig von den eigenen Interessen eine klare Diagnose und Prognose zu stellen.<\/p><p><strong>Der &ouml;ffentliche Umgang mit angstmindernden Informationen<\/strong><\/p><p>Hinzu kommt, dass manche Nachrichten, die Angstgef&uuml;hlen entgegenwirken oder zumindest zu einem kritischeren Umgang mit den weit verbreiteten Zahlen (z.B. die &bdquo;Neuinfektionen&ldquo; betreffend) f&uuml;hren k&ouml;nnten, wenig Beachtung in den Leitmedien finden. Als Beispiel daf&uuml;r kann der Artikel &bdquo;Urteil gegen Corona-Test in Portugal: Was taugt der PCR-Test?&ldquo; der Ostth&uuml;ringer Zeitung dienen, die wohl als erste deutsche Zeitung berichtete, dass das Berufungsgericht von Lissabon die PCR-Tests f&uuml;r unzuverl&auml;ssig erkl&auml;rt hat: Auf diese Tests aufbauende Quarant&auml;ne-Ma&szlig;nahmen seien illegal. Das Urteil stammt vom 11.11.2020. Trotzdem blieb die Ostth&uuml;ringer Zeitung zumindest bis Ende November die einzige deutsche Zeitung, die angemessen dar&uuml;ber berichtete. Immerhin wurde am 29.11.2020 online in einer juristischen Fachzeitschrift dar&uuml;ber berichtet:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Corona-Urteil: Laut Lissabon sind PCR-Tests unzuverl&auml;ssig und d&uuml;rfen keine Quarant&auml;ne begr&uuml;nden&ldquo;. In dem Artikel hei&szlig;t es: &bdquo;Das Berufungsgericht f&uuml;hrt in seiner Begr&uuml;ndung aus, dass der PCR-Test an und f&uuml;r sich nicht in der Lage ist, zweifelsfrei festzustellen, ob die Positivit&auml;t tats&auml;chlich einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus entspricht. Somit sei das Risiko eines falsch-positiven Ergebnis sehr hoch&ldquo; (zitiert nach <a href=\"http:\/\/www.anwalt.de\">anwalt.de<\/a>) .\n<\/p><\/blockquote><p>Da die Corona-Politik bislang weitgehend auf dem PCR-Test basiert hat, k&ouml;nnte das ernstzunehmende Fragen aufwerfen, selbst wenn nach ausreichender &ouml;ffentlicher Diskussion z.B. entschieden w&uuml;rde, dass das Berufungsgericht f&uuml;r ein solches Urteil nicht die Befugnis hatte. Diese Diskussion k&ouml;nnte auch angstmindernd wirken, wenn dadurch bekannter w&uuml;rde, wie problematisch die Falsch-Positiv-Rate ist (worauf auch das Deutsche &Auml;rzteblatt hingewiesen hat), da dies die Zahl der &bdquo;Neuinfektionen&ldquo; in ein anderes Licht stellen w&uuml;rde. Wer jedoch kritisch hinterfragt bzw. bem&uuml;ht ist, einem &Uuml;berma&szlig; an Angst entgegenzuwirken, muss w&auml;hrend der aktuellen Krise vorsichtig sein, nicht den Verschw&ouml;rungs-Stempel aufgedr&uuml;ckt zu bekommen &ndash; so wie es z.B. manche Virologen trotz langj&auml;hriger beruflicher Expertise an Universit&auml;ten oder anderen renommierten Institutionen erleben mussten.<\/p><p><strong>&bdquo;Strukturniveau&ldquo;: Angst ist kein guter Berater<\/strong><\/p><p>Wie von Prof. Gigerenzer erkl&auml;rt, ist Angst per se kein prim&auml;r pathologisches Ph&auml;nomen. Etwa die Realangst, die Angst vor realer &auml;u&szlig;erer Bedrohung, ist zum &Uuml;berleben des Individuums unerl&auml;sslich. Im Gegensatz dazu ist die sog. neurotische Angst eine aus einer innerlich erlebten Bedrohung. Doch welchen Ursprungs die Angst auch immer sein mag &ndash; stets erleben wir sie als eben das: Angst. Dass Angst kein guter Berater ist, gilt also in beiden F&auml;llen. Sie ist kein guter Berater, weil Angst dazu f&uuml;hrt, dass unser sog. Strukturniveau weniger gut integriert ist: Ein hohes Strukturniveau kann auf ein mittleres fallen, ein mittleres auf ein niedriges. Die Unterscheidung in hohes, mittleres und niedriges Strukturniveau geht auf den anerkannten Psychologen Otto Kernberg zur&uuml;ck und beschreibt einen unterschiedlichen Reifegrad der psychischen Funktionen. Eine relevante psychische Funktion k&ouml;nnte in diesem Kontext z.B. das sichere Unterscheiden von innerer und &auml;u&szlig;erer Welt sein. Bezogen auf diesen Kontext: Wie viel der gef&uuml;hlten Bedrohung ist durch die &auml;u&szlig;ere Welt begr&uuml;ndet? Und wie viel ist durch das Sch&uuml;ren der Angst in meiner inneren Welt entstanden? Wenn ich stark verunsichert oder gar ver&auml;ngstigt bin, f&auml;llt mein Strukturniveau auf ein weniger reifes Niveau, und die Unterscheidung wird mir entsprechend schwerer fallen. Wenn strategisch auf Angst gesetzt wird, dann wird auch auf eine weniger &bdquo;reife&rdquo; Bev&ouml;lkerung gesetzt. Ob gewollt oder ungewollt.<\/p><p><strong>Angst erschwert das demokratische Miteinander <\/strong><\/p><p>Zur&uuml;ck zu Realangst und neurotischer Angst. Ich denke, dass wir es bei den Corona-Viren mit einer Mischung aus beidem zu tun haben &ndash; es gibt sowohl eine reale Bedrohung wie auch einen Anteil neurotischer Angst. Auch das, also ein Gemisch aus beidem, ist nichts Seltenes. Trotzdem ist es in diesem Fall von besonderer Brisanz, da jede und jeder Einzelne in diesem Land ihr jeweils pers&ouml;nliches Mischungsverh&auml;ltnis in sich hat, was in der Gesamtheit zu einer weiteren Emotionalisierung der Bev&ouml;lkerung zu f&uuml;hren scheint. Wer als j&uuml;ngerer, nicht-vorerkrankter Mensch wenig &auml;ngstlich ist, k&ouml;nnte einen kritischeren Blick auf die politischen Entscheidungen haben als jemand, der Vorerkrankungen und mehr Angst hat. Wer viel Angst hat, wird vielleicht sogar unempf&auml;nglich f&uuml;r wissenschaftliche Studien, die die Dramatik der Wahrnehmung lindern k&ouml;nnten.  Wer die kursierenden &Auml;ngste gar nicht ernst nimmt, k&ouml;nnte sich und anderen ebenfalls schaden. Zu erw&auml;hnen sind noch diejenigen, die zwar keine oder wenig Angst vor dem Virus haben, daf&uuml;r aber vor eventuellen Folgen der Krise f&uuml;r den Sozial- und Rechtsstaat. Die jeweiligen &bdquo;Mischungsverh&auml;ltnisse&ldquo; der Angst zeigen sich in den verschiedensten Gew&auml;ndern.<\/p><p>An dieser Stelle geht es mir vor allem darum, wie emotional und zu gro&szlig;en Teilen auch intolerant wir miteinander bzw. mit den unterschiedlichen &bdquo;Mischungsverh&auml;ltnissen&ldquo; anderer umgehen. Streitigkeiten scheinen kaum m&ouml;glich. Auch breite Debatten in den Leitmedien sind rar geworden. Warum ist das so?<\/p><p>Im besten Fall sind Auseinandersetzungen von einer gegenseitigen Offenheit f&uuml;r die jeweiligen Standpunkte gepr&auml;gt. Um eine Sichtweise zu begreifen, muss man sich erst einmal darauf einlassen &ndash; auch wenn man sie dann im n&auml;chsten Schritt zerlegen will. Aber diese Form der Auseinandersetzung ist in diesem Jahr meines Erachtens deutlich seltener geworden. &Ouml;ffentlich wie privat. Stattdessen werden Auseinandersetzungen &uuml;berraschend schnell emotional. Zum Teil so emotional, dass sich Gr&auml;ben zwischen anders Denkenden auftun. In meiner psychotherapeutischen Praxis h&ouml;re ich von Familien, die bewusst nicht mehr &uuml;ber Themen, die mit der Corona-Krise zu tun haben, sprechen, um zu vermeiden, dass sich Fronten bilden.<\/p><p>Ein anderes Ph&auml;nomen, das mir allgemein weit verbreitet scheint und die gew&uuml;nschte Form der Auseinandersetzung ebenfalls verhindert, ist das Zitieren in Kombination mit einem Herausrei&szlig;en aus dem Kontext. Ich erkenne meine eigenen Worte zum Teil nicht wieder, wenn Patienten mich &bdquo;zitieren&ldquo;. Irgendetwas, was ich gesagt habe, hat etwas in ihnen zum Klingen gebracht, das sie dann in ihren Kontext einbauen. Meine Worte k&ouml;nnen dadurch eine andere Bedeutung oder auch nur einen anderen Beigeschmack bekommen. In der &ouml;ffentlichen Diskussion bekommt die Problematik des Rei&szlig;ens von &Auml;u&szlig;erungen aus ihrem Kontext eine ernstere Sprengkraft.<\/p><p><strong>Zeiten des Notstands erfordern Solidarit&auml;t<\/strong><\/p><p>Im Rahmen der Ausbildung zur Psychoanalytikerin lernte ich, dass Solidarit&auml;t einen Ausweg aus Grabenk&auml;mpfen (wie etwa dem zwischen Mann und Frau) bieten kann. Ich vermute, dass die meisten Menschen &auml;hnlich denken und empfinden w&uuml;rden, wenn sie wie ich ihr Geld damit verdienen w&uuml;rden, den zu wenig beachteten Verlierern der Krise[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] zuzuh&ouml;ren und zu helfen &ndash; zum Beispiel denjenigen, die nicht nur von der Tatsache wissen, dass enorme wirtschaftliche Sch&auml;den entstanden sind und entstehen, sondern die es am eigenen Leib erfahren. Menschen, die dar&uuml;ber sprechen, dass sie Angeh&ouml;rige nicht auf dem Sterbebett begleiten durften; Menschen, die von ihren Enkeln nicht mehr umarmt werden, weil die Kinder &bdquo;niemanden t&ouml;ten&ldquo; wollen; Menschen, die ihre Existenzgrundlage bedroht sehen &ndash; die Beispiele lie&szlig;en sich fortf&uuml;hren. (Anmerkung der Redaktion: Die NachDenkSeiten haben in zahlreichen Artikeln und in dem Buch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66081\">&bdquo;Die im Dunkeln sieht man nicht&ldquo;<\/a> solche Schicksale geschildert.) Bei diesen Menschen hinterlassen Begriffe wie Freiheit und Gerechtigkeit inzwischen Bitterkeit. Ich bin jedes Mal dankbar, wenn sich auch Virologen zu Wort melden bzw. in den Leitmedien zu Wort melden d&uuml;rfen, die fordern, dass Soziologen, P&auml;dagogen und Psychologen mit an dem Tisch sitzen sollten, wenn zuk&uuml;nftige Ma&szlig;nahmen diskutiert werden.<\/p><p><strong>Die psychische Reife<\/strong><\/p><p>Im Verlauf des Jahres hat sich eine Atmosph&auml;re entwickelt, in der ich bereits aufgrund des vorherigen Satzes bef&uuml;rchten muss, von manchen Leserinnen und Lesern als Querdenkerin oder gar &bdquo;Covidiotin&ldquo; eingeordnet zu werden. Diese Gedanken bringen mich zur&uuml;ck zu meiner Frage, ob Solidarit&auml;t nicht eine besondere Bedeutung bekommen sollte. Wir brauchen keine diffamierenden Etiketten, die Emotionen noch weiter hochkochen lassen und die Gr&auml;ben vertiefen. Wie beschrieben, verlieren wir an psychischer Reife, wenn wir emotionalisiert sind. Daher ist es alles andere als hilfreich, wenn sich ausgerechnet die SPD-Vorsitzende Saskia Esken  bez&uuml;glich ihres Gebrauchs der Covidioten-Etikette verteidigt, indem sie erkl&auml;rt: Wer mit bestimmten Leuten zusammen marschiere, m&uuml;sse sich m&ouml;glicherweise Idiot nennen lassen. Ich wundere mich, dass es sie nicht betroffen und nachdenklich macht, dass Leute, die jahrzehntelang u a. ihre Partei gew&auml;hlt haben, auf die Stra&szlig;e gehen, OBWOHL sie dadurch &bdquo;mit bestimmten Leuten zusammen marschieren&ldquo; m&uuml;ssen, von denen sie sich NACH WIE VOR abgrenzen wollen. Ich wundere mich, dass es sie nicht betroffen und nachdenklich macht, dass die bislang geltende &bdquo;Regel&ldquo;, dass man nach Hause geht, sobald Demonstranten von rechts ebenfalls anwesend sind, TROTZ des nach wie vor bestehenden Bed&uuml;rfnisses nach Abgrenzung nicht mehr greift. Ich wundere mich, dass es die Vorsitzende einer &bdquo;Volkspartei&ldquo; nicht betroffen und nachdenklich macht, dass Teile der Bev&ouml;lkerung sich nicht mehr vertreten f&uuml;hlen. Stattdessen wird zu besagter Etikette gegriffen. In der oben genannten Arte-Dokumentation erkl&auml;rt die Politikwissenschaftlerin Ulrike Gu&eacute;rot: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn ich die Person diffamiere und sage, Du bist ein Covidiot, dann habe ich schon ein Ausschlusskriterium &ndash; das hei&szlig;t, ich muss Dein Argument nicht ernst nehmen. Und das ist das Verf&auml;ngliche heute in der Diskussion, dass sich eine geschlossene Meinungsdecke im Grunde selbstgerecht dazu entschlie&szlig;t, bestimmte Argumente nicht einmal ernst nehmen zu m&uuml;ssen, weil sie aus dem oder dem Mund kommen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wenn ein Diskurs einseitig gehalten wird, dann kommt die zu kurz gekommene Seite irgendwann und irgendwo zum Vorschein. Es hilft niemandem, wenn dann mit aufgeladenen Worten wie &bdquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&ldquo; oder &bdquo;Covidiot&ldquo; losgelegt wird. Selbst absto&szlig;ende, ver&auml;rgernde oder schockierende &Auml;u&szlig;erungen wirken anders auf mich, sobald ich verstanden habe, was dahinter steckt. Menschen sind nicht pl&ouml;tzlich schlecht oder dumm. Die Suche nach Gr&uuml;nden und der jeweils subjektiven Sinnhaftigkeit lohnt sich. Solidarit&auml;t w&uuml;rde f&uuml;r mich bedeuten, dass ich das im Hinterkopf mitdenke. <\/p><p>Jemand, der seine sterbende Ehefrau nicht in den Tod begleiten durfte, darf Wut auf die politischen Eingriffe haben, ohne gleich als Leugner oder Covidiot beschimpft zu werden. Die Wut darf selbstverst&auml;ndlich nicht dazu f&uuml;hren, r&uuml;cksichtslos mit den Bed&uuml;rfnissen derjenigen umzugehen, die &auml;ngstlich sind. Jemand, dessen Eltern &uuml;ber sechzig und wom&ouml;glich Asthmatiker sind, hat ein Recht auf seine Angst vor den Corona-Viren. Diese Angst darf aber nicht dazu f&uuml;hren, Menschen, denen es prim&auml;r um die Sorge um unsere Grundrechte geht, zu entwerten. Zeiten der Krise erfordern Solidarit&auml;t. Entwertung meiner Mitmenschen verunm&ouml;glicht Solidarit&auml;t und schafft stattdessen Gr&auml;ben. Gr&auml;ben k&ouml;nnen hier als Metapher verstanden werden f&uuml;r Spaltungstendenzen &ndash; wenn nicht sogar Spaltungen &ndash; die mit dem Fortschreiten der aktuellen Krise immer sichtbarer werden. <\/p><p>Wie kommen wir aus der Polarisierung der Gesellschaft heraus? Wenn ich oben sage: &bdquo;ich wundere mich&ldquo;, dann ist das kein Versuch in Diplomatie. Ich wundere mich tats&auml;chlich. Denn ich unterstelle der SPD-Vorsitzenden oder allen anderen, die ich als Beispiele f&uuml;r den schnellen Griff zur Diffamierung h&auml;tte auff&uuml;hren k&ouml;nnen, ebenfalls nicht, dass sie pl&ouml;tzlich schlecht oder dumm sind. Vielmehr wundere ich mich, wie eine ganze Gesellschaft sich in eine Richtung bewegt, die vom psychologischen Blickwinkel aus als psychisch unreif zu definieren ist.<\/p><p><strong>Spaltungen machen eine komplizierte Welt &uuml;berschaubarer<\/strong><\/p><p>Das bringt mich zur&uuml;ck zur Angst. Jedem von uns stehen sog. Abwehrmechanismen zur Verf&uuml;gung, derer die Psyche sich bedient, um mit schwierigen Gef&uuml;hlen fertig zu werden. Im Alltagssprachgebrauch hat sich zum Beispiel l&auml;ngst die &bdquo;Verdr&auml;ngung&ldquo; etabliert. Wir sagen, dass wir etwas verdr&auml;ngt haben, wenn wir etwas Unangenehmes aus unserem bewussten Denken weghaben wollen. Hier wird das oben beschriebene Strukturniveau wieder interessant. Denn je besser das Strukturniveau einer Person integriert ist &ndash; also je reifer der psychologische Entwicklungsstand &ndash;, desto reifer sind auch die Abwehrmechanismen. Ein sehr reifer Mechanismus w&auml;re zum Beispiel Humor. Auch bei der Intellektualisierung oder Rationalisierung handelt es sich um reife Bew&auml;ltigungsstrategien. Im Gegensatz dazu ist die Spaltung ein deutlich unreifer Abwehrmechanismus.<\/p><p>Im klinischen Kontext k&ouml;nnte man bei dieser drastischen Art der Abwehr als erstes an Patienten mit einer emotional-instabilen Pers&ouml;nlichkeitsst&ouml;rung denken, die auch Borderline-Pers&ouml;nlichkeitsst&ouml;rung genannt wird. Es handelt sich dabei um eine schwere St&ouml;rung. Die pathologische Abwehr erkennt man z.B. daran, dass diese Patienten ihre Welt in Schwarz und Wei&szlig; einteilen &bdquo;m&uuml;ssen&ldquo;, um mit schwierigen, sie &uuml;berfordernden Gef&uuml;hlen umzugehen. Graut&ouml;ne gibt es nicht mehr. Dadurch wird eine sie &uuml;berfordernde Welt &uuml;berschaubarer. Das Einteilen in Schwarz und Wei&szlig; \/ Gut und B&ouml;se hilft den Betroffenen also dabei, sich zu orientieren. Ihr Strukturniveau ist gering integriert, so dass die Spaltung als ein Weg der Bew&auml;ltigung zu verstehen ist.<\/p><p>In zusammenlebenden sozialen Verb&auml;nden kann sich eine solche pathologische Dynamik mit verschiedenen Rollen auf alle verteilen. Die an verschiedenen Stellen zu verzeichnenden gesellschaftlichen Spaltungstendenzen deuten darauf hin, dass das Angstniveau ein solches Ausma&szlig; erreicht hat, dass reifere Abwehrmechanismen nicht mehr greifen und wir als Gesellschaft m&ouml;glicherweise teilweise auf ein Borderline-Niveau gefallen sind.<\/p><p><strong>Das Sch&uuml;ren der Angst ist sch&auml;dlich<\/strong><\/p><p>Ich m&ouml;chte von meinem sozialpsychologischen Standpunkt aus also darauf aufmerksam machen, dass ein Sch&uuml;ren der Angst sch&auml;dlich ist. In Zeiten der Krise sollte klug abgewogen werden. Jede und jeder Einzelne sollte in der Lage sein, f&uuml;r sich und die Kinder gute Entscheidungen zu treffen &ndash; wie etwa die, dass Kinder nicht auf frische Luft verzichten sollten, wenn sie allein durch die Stra&szlig;en spazieren. Es ist nicht m&ouml;glich, klug abzuw&auml;gen und gute Entscheidungen zu treffen, wenn eine Gesellschaft auf ein Borderline-Niveau regrediert ist und ein &Uuml;berma&szlig; an Emotionen nur noch mit Hilfe des Abwehrmechanismus der Spaltung bew&auml;ltigt werden kann. In Zeiten des Notstands erfordert es mehr als ein Borderline-Strukturniveau, um den Sozial- und Rechtsstaat zu bewahren. Es kann gef&auml;hrlich werden, wenn Teile der Bev&ouml;lkerung das Bed&uuml;rfnis haben, die Welt in Gut und B&ouml;se einzuteilen, um sich in ihr zurechtzufinden. <\/p><p>Spaltungen umgehen die Mitte. Aber es ist genau das, was gebraucht wird: Br&uuml;cken, die die verschiedenen Gr&auml;ben miteinander verbinden. Bei der Therapie eines Borderline-Patienten verfolgen alle das gleiche Ziel: eine reifere Integration des Strukturniveaus. Trotzdem fliegt einem die Therapie bisweilen um die Ohren und es kommt zu Therapieabbr&uuml;chen. Auch gesellschaftlich verfolgen wir das gleiche Ziel: ein demokratisches Miteinander und m&ouml;glichst geringe Sterbezahlen. Trotzdem sind zunehmend mehr Menschen besorgt (Eingriffe in die Grundrechte, keine breite mediale Debatte, Selektierung in systemrelevante und nicht-systemrelevante Berufe etc.). Es bleibt sehr zu hoffen, dass uns das nicht &bdquo;um die Ohren fliegt&ldquo;.<\/p><p>Noch ein Wort zum Vorgehen vieler Medien in der aktuellen Krise: Mir ist bekannt, dass das Wecken von Emotionen ein gew&uuml;nschtes Mittel ist, um eine Zielgruppe &bdquo;bei der Stange zu halten&ldquo;. Medien haben aber auch eine Aufgabe und Verantwortung in und f&uuml;r die Demokratie &ndash; also f&uuml;r die gesamten hundert Prozent der Bev&ouml;lkerung. In emotional derart aufgeladenen Zeiten ist weniger Emotion mehr. Bei der Behandlung eines Borderline-Patienten ist das therapeutische Vorgehen klar festgelegt: Wenn die Emotionen hochkochen, gehe ich als Therapeutin einen Schritt zur&uuml;ck, damit das sog. psychische Funktionsniveau nicht noch unreifer wird.<\/p><p>Der Schriftsteller Matthias Eckoldt, der &uuml;ber das Machtdispositiv der Massenmedien promovierte, schreibt: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die hochgradig selektive und immer dramatische Realit&auml;t der Massenmedien ist kein Abbild der Wirklichkeit, wohl aber der Gesellschaft. Denn man wird das, was man sieht {&hellip;}. Die Funktion der Massenmedien besteht nicht darin, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, damit sie sich selbst erkennt. Vielmehr f&uuml;hren die Massenmedien der Gesellschaft ein Bild vor Augen, an dem sie sich zu orientieren hat. Die Disziplinarmacht geht mit der totalen Pr&auml;senz der Massenmedien in eine neue Runde (Eckold 2007)[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>].&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>In dem Sinne der Appell an die Massenmedien: Weniger Dramatik! Denn zu der Borderline-Dynamik kommt noch hinzu, dass wir es in dieser Krise ohnehin mit emotional aufgeladenen Themen zu tun haben (z.B. Tod, Krankheit, Lobbyismus oder Pharma-Industrie).<\/p><p>In meiner Praxis werde ich mich weiter um Einzelschicksale der Krise k&uuml;mmern. Hier lerne ich von Betroffenen, was in der politischen Schaltstelle in Berlin nicht ber&uuml;cksichtigt wird. Wenn zuk&uuml;nftige Ma&szlig;nahmen f&uuml;r das strategische Vorgehen in der Corona-Krise entschieden werden, m&uuml;ssen psychologische Fachleute in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden. Sowohl klinisch arbeitende Psychologinnen wie auch Sozialpsychologen. Dann w&uuml;rde vielleicht endlich bemerkt werden, dass zu Solidarit&auml;t mehr geh&ouml;rt, als eine Maske zu tragen.<\/p><p>Titelbild: GoodStudio \/ Shutterstock<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67578\">Psychologen in der Pandemie<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66081\">Die im Dunkeln sieht man nicht. Eine Dokumentation &uuml;ber Risiken und Nebenwirkungen bei einfluss-losen Kreisen macht Sinn<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63870\">Willkommen in der &bdquo;neuen Normalit&auml;t&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67985\">Eine Woche ohne Massen-Medien &ndash; Ein Selbstversuch<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64335\">Corona-Demo, Nawalny, Krieg und Frieden: Der unterirdische Zustand deutscher Medien<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60119\">Pandemie und Propaganda: Die ganz gro&szlig;e Verwirrung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62169\">Corona: Die bizarre Selbstsicht der Medien<\/a><\/p>\n<\/div><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Diejenigen, die an Covid-19 erkrankt sind oder jemanden verloren haben, die daran erkrankt war, sind nat&uuml;rlich ebenfalls stark und auf traurige Weise betroffen. Diese Menschen erfahren jedoch die Beachtung, die bei der von mir genannten Gruppe m. E. zu kurz kommt.  <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Eckoldt, M. (2007) Medien der Macht. Macht der Medien. Berlin: Kadmos.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik und Medien appellieren momentan gleichzeitig an die Gef&uuml;hlsebene der B&uuml;rger. Dieser Weg ist ohne Fachleute eingeschlagen worden. Das f&uuml;hrt zu einer psychologischen Vernachl&auml;ssigung der Menschen und in Folge zu einer Gefahr f&uuml;r die Gesellschaft. Psychoanalytikerin <strong>Jane-Anna Spiekermann<\/strong> hat dazu Gedanken aufgeschrieben.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":69180,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,149,165,11],"tags":[2775,1919,1163,2798,776,2507,2834],"class_list":["post-69176","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-gesundheitspolitik","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-esken-saskia","tag-lueckenpresse","tag-meinungspluralismus","tag-psychoanalyse","tag-schockstrategie","tag-streitkultur","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shutterstock_1823772641.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=69176"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69176\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69193,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69176\/revisions\/69193"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/69180"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=69176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=69176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=69176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}