{"id":6938,"date":"2010-10-05T10:49:48","date_gmt":"2010-10-05T08:49:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6938"},"modified":"2014-02-24T11:44:02","modified_gmt":"2014-02-24T10:44:02","slug":"kongress-oeffentlichkeit-und-demokratie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6938","title":{"rendered":"Kongress: \u00d6ffentlichkeit und Demokratie"},"content":{"rendered":"<p>&Uuml;ber das vergangene Wochenende fand in Berlin der von vielen  Initiatoren getragene Kongress <a href=\"http:\/\/www.oeffentlichkeit-und-demokratie.de\/static\/download\/Programmheft_Voll.pdf\">&bdquo;&Ouml;ffentlichkeit und Demokratie&ldquo; [PDF &ndash; 2.5 MB]<\/a> in Berlin statt. In einem der vielen Arbeitskreise habe ich mit Wolfgang Storz und Sven Giegold &uuml;ber das Thema &bdquo;Wirtschaftsjournalismus und Finanzkrise&ldquo; diskutiert. Ausgangspunkt war die Studie von Storz und Arlt <a href=\"http:\/\/www.otto-brenner-shop.de\/publikationen\/obs-arbeitshefte\/shop\/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise-ah63.html\">&bdquo;Wirtschaftsjournalismus in der Krise&ldquo;<\/a>. Hier die Langfassung meines Statements. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><\/p><p>Lassen Sie mich vorweg sagen, ich finde die kritische Analyse von Wolfgang Storz und Hans-J&uuml;rgen Arlt &uuml;ber den Wirtschaftsjournalismus  in der Krise au&szlig;erordentlich wichtig und verdienstvoll. Es ist die einzige mir bekannte Studie mit der ganz konkret an Hand von zahllosen Quellen und Belegen aus sieben Leitmedien &uuml;ber einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten das Versagen des Wirtschaftsjournalismus vor der Finanzkrise, beim Ausbruch der Krise und &ndash; etwas abgemildert in der Kritik &ndash; bei der Aufarbeitung der Krise herausgearbeitet wurde.<\/p><p>Diese Studie ist mutig, denn es gibt kaum einen Berufsstand, der auf eine &ouml;ffentliche Selbstkritik so abwehrend reagiert, wie den Journalismus. Es gibt sicherlich innerhalb der einzelnen Redaktionen Kontroversen und sogar Streit, aber der bleibt sozusagen in der Familie. Inhaltliche Einzelkritik von au&szlig;en f&uuml;hrt bekannterma&szlig;en zur Solidarisierung unter Kollegen und gilt gleich als &bdquo;Medienschelte&ldquo;. Eine Medienkritik etwa durch einen Politiker wird nach aller Erfahrung dem Kritiker tausendfach heimgezahlt. Der sog. Vierten Gewalt fehlt &ndash; anders als den drei anderen Gewalten &ndash; ein institutionelles kritisches Widerlager, wenn es um journalistisches Versagen geht. Es fehlt m.E. anders als das unter Wissenschaftlern geradezu ein Lebenselement ist eine journalistische Diskussionskultur. Die Selbstkontrolleinrichtungen sind da relativ zahnlos. Letztlich bleibt die moralische Selbstverpflichtung auf das berufliche Ethos und auf journalistische Standards. Medien machen keine Gesetze und sie w&auml;hlen keine Regierungen, aber sie &uuml;ben Einfluss auf die &ouml;ffentliche und damit auch auf die politische Debatte aus. Wer pr&uuml;ft, welche &ouml;konomischen Interessen die Medienunternehmen dabei m&ouml;glicherweise haben? Wo verl&auml;uft die Grenze zwischen Aufkl&auml;rung und Kontrolle der M&auml;chtigen einerseits und der Meinungsbeeinflussung oder gar Manipulation anderseits?<\/p><p>Nebenbemerkung: Etwas anderes gilt f&uuml;r zivilrechtliche Widerrufs- oder Unterlassungsanspr&uuml;che. Die Methoden, die dabei oftmals von privater Seite eingesetzt werden, grenzen oft schon an eine zivilrechtliche Zensur. Buchautoren oder Blogbetreiber k&ouml;nnen ein langes Klagelied dar&uuml;ber singen.<\/p><p>Die Kritik der Studie ist niederschmetternd, wenngleich sie mich als Mitherausgeber der kritischen Netzzeitung &bdquo;NachDenkSeiten&ldquo; nicht im Geringsten &uuml;berrascht hat. Albrecht M&uuml;ller und ich und viele andere Autoren unseres Blogs sind seit wir im November 2003 unseren Dienst ins Netz stellten, an vielen Einzelbeispielen belegt zu &auml;hnlich vernichtenden Urteilen &uuml;ber den wirtschaftspublizistischen Mainstream gekommen. Mit Fakten und fundierten Argumenten dagegen zu halten, sozusagen gegen den Strom zu schwimmen und damit Meinungsvielfalt zu vergr&ouml;&szlig;ern und Blicke hinter die Kulissen der Meinungsbeeinflussung zu werfen, betrachten wir deshalb auch als unsere Hauptaufgabe. <\/p><p>Was Arlt und Storz als journalistisches Versagen gegen&uuml;ber der Finanzkrise belegt haben, gilt leider nicht nur f&uuml;r dieses Thema. Wir haben die gleiche unkritische Begleitung, ja sogar eine massive Unterst&uuml;tzung bei der Verk&uuml;ndung und Umsetzung der Agenda-Politik erlebt, in nahezu allen Wirtschaftsredaktionen gibt es eine massive Ablehnung des Mindestlohns, unkritisch ist der Umgang mit der Demographie-Debatte oder bei der Propagierung der Privatisierung &ouml;ffentlicher Daseinsvorsorge. Man k&ouml;nnte noch viele andere Themen nennen, wo wir eine Verarmung der ver&ouml;ffentlichten Debatte feststellen k&ouml;nnten. Dass kaum ein Journalist vor der Finanzkrise gewarnt hat, geschweige denn diese vorausgesehen hat, hat das allgemeine Versagen des Wirtschaftsjournalismus nur verifiziert. <\/p><p>Fairerweise muss man allerdings hinzuf&uuml;gen, dass dieser Vorwurf genauso auch die Politik und schon gar die herrschende Lehre in den Wirtschaftswissenschaften trifft.<\/p><p>Noch heute wird in den allermeisten Medien die Bankenrettung unkritisch gelobt und bis jetzt hat kaum ein Medium hinterfragt, was eigentlich das &bdquo;systemische Risiko&ldquo; einzelner mit viel Geld geretteten Banken ausmachte. Einzig der Tagesspiegel hat einmal die Liste der Einlage- und Kreditgeber der HRE publik gemacht und da konnte man berechtigte Zweifel anmelden, ob diese Bank &bdquo;systemrelevant&ldquo; ist. Bis heute werden B&uuml;rgschaften und Kapitalzusch&uuml;sse ohne &ouml;ffentliche Debatte in geheim tagenden Gremien erteilt. Da werden &uuml;ber Nacht, ohne &ouml;ffentliche Diskussion mal eben 40 Milliarden-Garantien f&uuml;r die HRE gew&auml;hrt, ohne dass vorher eine Debatte stattfindet. Nicht nur das Parlament, sondern auch die Presse l&auml;sst sich das bieten.<\/p><p>So kritisch Hans-J&uuml;rgen Arlt und Wolfgang Storz an Hand der Berichterstattung &uuml;ber die Finanzmarktpolitik und die journalistische Aufarbeitung der Finanzkrise mit den untersuchten Medien umgehen und so wichtig ihre gut belegten Befunde sind, so sehr sind sie als Journalisten &ndash; verst&auml;ndlicherweise &ndash; Gefangene ihrer zugrunde gelegten Wertma&szlig;st&auml;be, n&auml;mlich den Ma&szlig;st&auml;ben eines qualitativ hochwertigen Journalismus. <\/p><p>Die Autoren pl&auml;dieren deshalb im Ergebnis f&uuml;r eine &ouml;ffentliche Debatte &uuml;ber die Produktionsbedingungen im Journalismus und geben dazu Anst&ouml;&szlig;e. Ich halte diese Debatte f&uuml;r wichtig und richtig, ich f&uuml;rchte allerdings, dass eine auf den Journalismus beschr&auml;nkte Diskussion zu kurz greift. <\/p><p>Dabei bleibt z.B. das Ph&auml;nomen ausgespart, dass sich in den letzten Jahrzehnten Verlage und von ihnen eingesetzte Chefredakteure mit den wirtschaftlich und politisch M&auml;chtigen geradezu verb&uuml;ndet haben. Ja, noch mehr, einzelne Verlagsh&auml;user versuchen erkennbar oder verdeckt die Politik vor sich her zu treiben. Ich nenne daf&uuml;r nur als Beispiel die Sarrazin-Kampagne von Bild oder dem Spiegel.<\/p><p>Albrecht M&uuml;ller ist in seinem Buch &bdquo;Meinungsmache&ldquo; diesen Ph&auml;nomenen ausf&uuml;hrlich nachgegangen. Mir fehlt die Zeit, das hier ausf&uuml;hrlicher darzulegen.<\/p><p>Die Ann&auml;herung, ja die teilweise unkritische Identifikation eines gro&szlig;en Teils gerade der Verantwortungstr&auml;ger in den Medien mit den Eliten in Politik und Wirtschaft war zwar nicht Gegenstand der Studie, doch sie erkl&auml;ren eigentlich erst ihre Befunde. <\/p><p>Zu einer umfassenden Analyse der Verfassung des Wirtschaftsjournalismus geh&ouml;rte neben dem in der Studie genannten &bdquo;Schmiergeld der N&auml;he&ldquo; zu den Subjekten und Objekten der Berichterstattung  m.E. weiter der Einfluss des krebsartig wuchernden Lobbyismus und die Wirkung der wirtschaftsnahen Think-Tanks und ihrer Propagandaagenturen auf die ver&ouml;ffentlichte Meinung. <\/p><p>Es m&uuml;ssten dar&uuml;ber hinaus auch die Mechanismen durchleuchtet werden, wie etwa die Bertelsmann Stiftung oder die Initiative Neue Marktwirtschaft ihr journalistisches &bdquo;Agenda-Setting&ldquo; betreiben und wie wenig distanziert mit interessenbezogenen sog. &bdquo;Experten&ldquo; in den Medien umgegangen wird.<\/p><p>In kaum einer Talkshow fehlt ein &bdquo;Botschafter&ldquo; der INSM. Hans-Olaf Henkel, Arnulf Baring, Oswald Metzger und wie die &bdquo;Botschafter&ldquo; dieser arbeitgeberfinanzierten PR-Organisation auch hei&szlig;en m&ouml;gen, werden h&ouml;chst selten als wirtschaftsliberale Polit-Lobbyisten, sondern meist als &bdquo;Experten&ldquo; eingef&uuml;hrt. Wenn man nur auf die Mainstream-Medien schaute, k&ouml;nnte man den Eindruck gewinnen, dass es in Deutschland nur ein paar Dutzend &Ouml;konomen mit Reputation g&auml;be. Es werden immer dieselben gefragt und zitiert, also die Sinns, die Straubhaars, die Franzens, die Zimmermanns, die H&uuml;thers, die Miegels und h&ouml;chst selten und oft nur als Alibi noch Bofinger oder Horn mit abweichender Meinung. <\/p><p>&ndash; Man fragt nicht nach dem Interessensbezug etwa von Herrn Raffelh&uuml;schen zur Versicherungswirtschaft,<br>\n&ndash; es interessiert offenbar nicht, wer die angeblich unabh&auml;ngigen Forschungsinstitute finanziert, woher die Hauptauftraggeber kommen oder wer mit welcher wirtschaftspolitischen Ausrichtung in deren Beir&auml;ten sitzt.<br>\n&ndash; Niemand macht transparent, dass etwa das &bdquo;Institut zur Zukunft der Arbeit&ldquo; weitgehend von der Deutschen Post AG ausgehalten wird, dass dessen Chef Klaus Zimmermann gerne in Anzeigen f&uuml;r die INSM posiert, dass sich etwa der geschasste Bundesagentur-Chef und jetzige Pr&auml;sident des selbst ernannten Arbeitgeberverbandes Neue Brief- und Zustellerdienste Florian Gerster oder Thilo Sarrazin &bdquo;Policy Fellows&ldquo; dieses angeblich unabh&auml;ngigen Wirtschaftsforschungsinstituts sind.<br>\n&ndash; Es lohnte sich fast immer einmal die Aufsichts- und Beir&auml;te z.B. des Instituts f&uuml;r Weltwirtschaft in Kiel, des &bdquo;Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung&ldquo; in Mannheim oder wie die neoliberalen Think-Tanks alle hei&szlig;en m&ouml;gen.<br>\n&ndash; Dass das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung eine Abteilung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit ist und schon deshalb dem politische vorgegebenen Auftrag der Bundesagentur nicht in die Parade fahren kann, wei&szlig; kaum jemand.<br>\n&ndash; Dass das fr&uuml;here Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) aus der &ouml;ffentlichen F&ouml;rderung durch die Leibniz-Gemeinschaft herausgefallen ist, weil seine wissenschaftlichen Erg&uuml;sse zu d&uuml;nn waren, hat dem publizistischen Renommee von Thomas Straubhaar und dessen nunmehr komplett privat gesponserten Institut unter dem neuen Namen HWWI offenbar nicht geschadet. <\/p><p>Ich will nun gar nicht bestreiten, dass einige dieser Institute eine hohe Reputation haben und viele ihrer Studien wissenschaftlichen Anspr&uuml;chen gen&uuml;gen, aber die allermeisten Wirtschaftsjournalistinnen und &ndash;journalisten haben offenbar vergessen oder haben nie dar&uuml;ber nachgedacht, dass die Wirtschaftswissenschaft keine &bdquo;harte&ldquo; sondern eine Gesellschaftswissenschaft ist, mit zahllosen Schulen und kontroversen Lehrmeinungen.<br>\nZu welch unterschiedlichen Ergebnissen &Ouml;konomen kommen und wie weit ihre wissenschaftlichen Befunde von der Realit&auml;t abweichen k&ouml;nnen, kann man regelm&auml;&szlig;ig etwa an den Konjunkturprognosen ablesen.<\/p><p>Dass &ouml;konomische Studien einem Erkenntnis leitenden Interesse, ja sogar einem unmittelbaren Interessensbezug auf einen Auftraggeber unterliegen k&ouml;nnen, scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Ideologiekritik oder Ideologieverdacht wird sogar als Verschw&ouml;rungstheorie beiseite geschoben. In den Medien hei&szlig;t es immer nur &bdquo;wie eine wissenschaftliche Studie des So-und-so-Instituts festgestellt hat&ldquo; und das wird dann meist als wissenschaftlicher Befund genommen oder jedenfalls unkommentiert berichtet.<\/p><p>Es w&auml;re falsch und unfair, wenn man einzelnen Wirtschaftsjournalisten den Vorwurf machte, sie seien zu unkritisch mit ihrer eigenen Wissenschaft oder sie w&uuml;rden sich sogar bewusst oder unbewusst f&uuml;r bestimmte Interessen oder f&uuml;r eine bestimmte Politik einspannen lassen. Man macht es sich zu leicht, wenn man die oft festzustellende Selbstgleichschaltung mit Konspiration erkl&auml;ren wollte. Nat&uuml;rlich gibt es Macht und nat&uuml;rlich gibt es auch die massive direkte oder indirekte Einflussnahme des &bdquo;gro&szlig;en Geldes&ldquo;, aber die Eindimensionalit&auml;t der &ouml;konomischen Denkwelt und der Verlust an kritischer Distanz erkl&auml;rt sich vermutlich erst, wenn man das &bdquo;Weltbild&ldquo; zur Kenntnis nimmt, das die &uuml;bergro&szlig;e Mehrheit der &Ouml;konomen in den letzten 30 Jahren von &bdquo;der Wirtschaft&ldquo; geschaffen hat. Ohne das dauernde ideologische Trommelfeuer der herrschenden Auffassung in der Volkswirtschaftslehre h&auml;tte es den klaren Sieg des Neoliberalismus niemals gegeben. <\/p><p>&bdquo;Konform, uniform, chloroform&ldquo; oder &bdquo;die neue Scholastik in Wissenschaft und Medien&ldquo; so lautet die &Uuml;berschrift eines Kapitels in Heribert Prantls B&uuml;chlein &bdquo;Kein sch&ouml;ner Land&ldquo; in dem er die &bdquo;Verbetriebswirtschaftlichung des Gemeinwesens&ldquo; nachzeichnet und beschreibt wie die neoklassische &Ouml;konomie in Deutschland nicht nur zur vorherrschenden sondern zur allein herrschenden Lehre geworden ist. N&auml;mlich mit dem Bedeutungsverlust der Makro&ouml;konomie zugunsten der Mikro&ouml;konomie, also zugunsten der Unternehmerlogik, mit der Verdr&auml;ngung von Neokeynesianern durch angbebotsorientierte Theorien und mit dem R&uuml;ckgang der empirischen National&ouml;konomie aus der sich &uuml;brigens die H&auml;lfte der amerikanischen Nobelpreistr&auml;ger der &Ouml;konomie rekrutierten. <\/p><p>Man muss ja nicht gleich Anh&auml;nger von Paul Krugman, Joseph Stiglitz, Jamie Galbraith, Jean-Paul Fitoussi oder wie die amerikanischen, franz&ouml;sischen oder britischen &Ouml;konomen auch alle hei&szlig;en m&ouml;gen, die die &bdquo;invisible hand&ldquo; oder die Selbststabilisierung der M&auml;rkte bestreiten.<br>\nAber solche Stimmen, die in den USA oder Frankreich auch in den gro&szlig;en Medien R&uuml;ckhalt finden, sind bei uns rar. Nat&uuml;rlich schreiben bei uns etwa Robert von Heusinger oder Thomas Fricke gegen den Mainstream an, doch in den gro&szlig;en Wirtschaftsredaktion wird die Wirklichkeit h&auml;ufig unter die herrschenden wirtschaftspolitischen Dogmen subsumiert. Marc Beise oder Nik Piper von der S&uuml;ddeutschen sind daf&uuml;r Musterbeispiele. Es gilt der Satz: Umso schlimmer f&uuml;r die Praxis, wenn sie nicht mit unserer Theorie &uuml;bereinstimmt. <\/p><p>Wir sind geradezu umzingelt von interessengeleiteten Think-Tanks, die reflexartig ihre Gesch&uuml;tzrohre in Stellung bringen, wenn ihre neoliberalen Glaubenss&auml;tze von der Wirklichkeit widerlegt werden. Ich k&ouml;nnte mit vielen Beispielen belegen, wie als Denkfabriken getarnte Propaganda-Agenturen regelm&auml;&szlig;ig mit ihren sog. Studien versuchen, die Stimmung im Lande zu beeinflussen. Wenn Sie an Belegen daf&uuml;r interessiert sind, k&ouml;nnte ich ihnen gerne viele Beispiele demonstrieren. <\/p><p>Hier nur ein Beispiel (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4558\">Siehe dazu mehr<\/a>): Als das Bundesverfassungsgericht am 9. Februar dieses Jahres die Hartz-IV-Regels&auml;tze f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;rt hat und die Stimmung im Lande in Richtung auf eine Erh&ouml;hung zu kippen drohte, warnte das Kieler Institut f&uuml;r Weltwirtschaft schon tags darauf vor einer solchen Anhebung. <\/p><p>Am 20. Februar ver&ouml;ffentlichte &ndash; nat&uuml;rlich exklusiv &ndash; die Wirtschaftswoche eine nat&uuml;rlich noch &bdquo;unver&ouml;ffentlichte&ldquo; ZEW-Studie unter der &Uuml;berschrift &bdquo;K&uuml;rzung von Hartz IV motiviert zur Jobsuche&ldquo;. Auch das &bdquo;Institut zur Zukunft der Arbeit&ldquo; (IZA) reagierte prompt und kramte eine alte Studie aus dem Jahre 2007 hervor, die vor einer Aufweichung von Hartz IV warnte.  <\/p><p>Schon im Vorfeld der Karlsruher Entscheidung ver&ouml;ffentlichte die ach so seri&ouml;se FAZ Berechnungen des Karl-Breuer-Instituts, also des wissenschaftlichen Schreibtischs des sich selbst so nennenden &bdquo;Bundes der Steuerzahler&ldquo;, dessen Mitglieder zu 60 bis 70 Prozent aus Unternehmen und dem gewerblichen Mittelstand kommen. Nach der in der FAZ ver&ouml;ffentlichten Tabelle, die wenige Tage auch in der Bild-Zeitung abgedruckt war, ergab sich, dass sich f&uuml;r viele Besch&auml;ftigten ihre Arbeit nicht lohne. Pech f&uuml;r FAZ und Bild war nur, dass sich auf kritisches Nachfragen, selbst das angebliche Forschungsinstitut von den ver&ouml;ffentlichten Ergebnissen distanzieren musste.<\/p><p>In diesem Trommelfeuer der Think-Tanks darf nat&uuml;rlich der regelm&auml;&szlig;ig &bdquo;Ordnungspolitische Einspruch&ldquo; des Direktors des arbeitgeberfinanzierten Instituts der deutschen Wirtschaft in K&ouml;ln im Handelsblatt nicht fehlen, der selbstverst&auml;ndlich im Verfassungsgerichtsurteil (Zitat) &bdquo;keinerlei Aufforderung zu einer Anhebung der Regels&auml;tze nach Hartz IV&ldquo; sieht. <\/p><p>Und nat&uuml;rlich schickte die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ihre Botschafter Arnulf Baring und den &bdquo;Neidtheoretiker&ldquo; Norbert Bolz ins Feld.<\/p><p>Durch diesen Theaterdonner dringen nachdenklichere Stimmen nicht mehr durch und nach einem wochenlangen Dauerfeuer ist die Stimmung im Lande wieder auf die passende Linie gebracht.<\/p><p>Statt Vorsicht und Abstand erleben wir bei vielen Journalisten N&auml;he und Kooperation mit Wirtschaft und Politik, wir beobachten Kampagnen- statt kritischen Journalismus, Nachplappern statt Analyse. Vor allem aber gibt es eine Verneigung vor den M&auml;chtigen und nur wenig Empathie f&uuml;r die Schw&auml;cheren in dieser Gesellschaft.<\/p><p>Ich wei&szlig;, dass ich mit meinem Urteil bei vielen Journalisten und Journalistinnen in die Nesseln setze, denn mir werden dann regelm&auml;&szlig;ig einzelne Beispiele entgegen gehalten, die belegen sollen, dass ich Unrecht habe, aber dennoch will ich meine These aussprechen: Ein beachtlicher Teil der schreibenden und sendenden Zunft l&auml;sst sich oft mehr nolens als volens in gezielt inszenierten Kampagnen der Meinungsbeeinflussung einspannen. Kampagnenjournalismus ist geradezu zu einem beherrschenden Charakteristikum geworden.<\/p><p>Wir haben das auf den NachDenkSeiten etwa am Beispiel der kollektiven Miesmache des &bdquo;Standorts&ldquo; Deutschland zur Durchsetzung der neoliberalen Strukturreformen belegt. Ein Land das schon damals zu den f&uuml;hrenden Exportnationen geh&ouml;rte wurde zum Problem erkl&auml;rt, das nur noch durch einen &bdquo;Ruck&ldquo; aus der Misere gef&uuml;hrt werden k&ouml;nne. Wir haben das erlebt, als die beiden Tarnworte &bdquo;Globalisierung&ldquo; und &bdquo;demographische&ldquo; Entwicklung unisono als unausweichliche Zw&auml;nge f&uuml;r eine Welle von Unternehmenssteuersenkungen und damit gleichzeitig f&uuml;r ein Ausbluten des Wohlfahrtsstaates, f&uuml;r Privatisierung und Deregulierung, f&uuml;r die Zerst&ouml;rung der Arbeitslosenversicherung und f&uuml;r den R&uuml;ckbau der gesetzlichen Rente als Grundsicherung und den Aufbau einer kapitalgedeckten Altersvorsorge erkl&auml;rt wurden.<\/p><p>Bei manchen Themen, wie etwa der Rente mit 67 kann man geradezu eine freiwillige Selbstgleichschaltung bei den Leitmedien beobachten. Am 15. August erkl&auml;rte z.B. J&ouml;rg Sch&ouml;nenborn im Presseclub vor laufender Kamera, dass er keine Journalisten in den &bdquo;g&auml;ngigen Medien&ldquo; gefunden habe, die zum Thema Rente mit 67 eine kritische Position in der Runde h&auml;tten einnehmen k&ouml;nnen. Die eingeladenen Journalistinnen und Journalisten kamen &uuml;ber die g&auml;ngige Betrachtung nicht hinaus. Wie eine Gebetstrommel wurde wiederholt: <\/p><p>Da immer mehr Alte auf weniger Arbeitsf&auml;hige kommen, m&uuml;sse das Renteneintrittsalter angehoben werden und\/oder die Renten k&ouml;nnten nicht mehr steigen. Die vielen anderen Stellschrauben zur L&ouml;sung des Problems werden einfach ignoriert. Etwa die Erh&ouml;hung der Arbeitsproduktivit&auml;t, die Erh&ouml;hung der Erwerbsquote insbesondere von Frauen und die Verringerung der Arbeitslosigkeit wie auch die M&ouml;glichkeit, den 8,6 Millionen Menschen, die nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes gerne mehr arbeiten w&uuml;rden, Arbeit zu verschaffen, alle diese politisch beeinflussbaren Variablen werden als Mittel zur L&ouml;sung des Problems schlicht ausgeblendet. Auch die m&ouml;glichen Ver&auml;nderungen der Finanzierungsbasis durch Einbeziehung von bisher nicht herangezogenen Beitragszahlern oder gar die Erw&auml;gung einer Wertsch&ouml;pfungsabgabe werden in der Regel nicht in betracht gezogen.<\/p><p>Ich k&ouml;nnte zu vielen anderen Themen &auml;hnlich eindimensionale Argumentationsrituale nennen. Zu diesem &ndash; wie ich es nenne &ndash; Kampagnenjournalismus &ndash; aus Zeitgr&uuml;nden nur noch ein ganz aktuelles Beispiel:<\/p><p>&bdquo;Wirtschaftswunder&ldquo;, &bdquo;Aufschwung XL&ldquo;, &bdquo;besser als andere L&auml;nder&ldquo;, &bdquo;Arbeitskr&auml;fte werden knapp&ldquo;, &bdquo;Zuwanderung ist n&ouml;tig&ldquo;, &bdquo;der Aufschwung ist eine Folge der so genannten Reformpolitik&ldquo;, solche Botschaften lesen und h&ouml;ren wir derzeit in fast allen Medien.<\/p><p>Nun will ich gewiss nicht beklagen, dass die Wirtschaft wieder etwas w&auml;chst und ich kann als ehemaliger Regierungssprecher nur zu gut verstehen, dass eine Regierung und zumal ein Wirtschaftsminister erfreuliche Daten als Erfolge der eigenen Politik darstellen wollen, muss man aber als kritischer Journalist gleich wie etwa Spiegel-Online &Uuml;berschriften wie &bdquo;Jubel &uuml;ber schwarz-rot-goldenes Jobwunder&ldquo; oder &bdquo;Wirtschaftsm&auml;rchen&ldquo; wie Bild, oder &bdquo;Wir sind bald wieder so stark wie vor der Krise&ldquo; so das manager-magazin produzieren oder wie der Focus titeln &bdquo;Ja der Aufschwung ist da!&ldquo;? Muss man Br&uuml;derle wie die BZ gleich als neuen Ludwig Erhard hochjubeln?<\/p><p>Das sind keine Einzelbeispiele, wenn Sie bei Google-News-Suche die Suche &bdquo;Wirtschafts- oder Jobwunder&ldquo; finden Sie hunderte von Eintr&auml;gen mit dem gleichen Tenor vor allem nat&uuml;rlich auch in den kleinen Regionalzeitungen, die im Meinungstrend der Leitmedien einfach mitschwimmen (m&uuml;ssen). <\/p><p>Ich will Sie jetzt nicht mit einer Latte relativierender Daten und Statistiken langweilen, Sie k&ouml;nnen diese in den Eintr&auml;gen der NachDenkSeiten der letzten Tage in Ruhe und im Detail nachlesen.<br>\nAber m&uuml;sste man im Sinne eines kritischen Journalismus nicht wenigstens auch darauf hinweisen, dass das angebliche &bdquo;Wirtschaftswunder&ldquo; bei den Arbeitnehmern nicht ankommt. <\/p><p>M&uuml;sste man, wenn man die IWF-Prognose f&uuml;r ein &uuml;ber dreiprozentiges Wachstum in Deutschland zitiert, nicht auch auf die Darstellung der Einkommensentwicklung im EU-Vergleich hinweisen, wo unser Land bei der durchschnittlichen j&auml;hrlichen Zunahme der realen Bruttoverdienste je Arbeitnehmer in den letzten 10 Jahren mit 0,1 Prozent das weit abgeschlagene Schlusslicht bildet? <\/p><p>M&uuml;sste man nicht an die triviale Tatsache erinnern, dass wer heftig abst&uuml;rzt auch wieder viel aufzuholen hat und deshalb hinzuf&uuml;gen, dass das BIP-Wachstum im 2. Quartal 2010 noch um minus 2,7 Prozent unterhalb des Niveaus vor dem letzten Quartal vor Ausbruch der Krise Anfang 2008 liegt? <\/p><p>M&uuml;sste man nicht kritisch anmerken, dass die wirtschaftliche Belebung ganz &uuml;berwiegend weiter dem Export geschuldet ist? <\/p><p>M&uuml;sste man, wenn man &uuml;ber das &bdquo;Jobwunder&ldquo; jubelt, nicht wenigstens so ehrlich sein, dass dem Zuwachs von 284.000 sozialversicherungspflichtigen Stellen im Vorjahresvergleich eine Zunahme von 174.000 sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjobs und von 177.000 Leiharbeiterjobs gegen&uuml;ber stehen. <\/p><p>Was soll man von dem von der Wirtschaft verk&uuml;ndeten und von den Medien kr&auml;ftig hinausposaunten Fachkr&auml;ftemangel halten, wenn zur gleichen Zeit das Statistische Bundesamt ermittelt, das sich rund 9 Millionen Menschen mehr Arbeit w&uuml;nschen und damit der Volkswirtschaft ungenutzte Arbeitskraft in gro&szlig;em Umfang verloren geht . <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Navigation\/Publikationen\/STATmagazin\/2010\/Arbeitsmarkt2010__06,templateId=renderPrint.psml__nnn=true\">Rund neun Millionen Menschen w&uuml;nschen sich (mehr) Arbeit<\/a><br>\nEs g&auml;be noch zahllose weitere Daten und Statistiken, die jedermann zug&auml;nglich sind, die man der aktuellen Besch&ouml;nigungs-Kampagne dagegen oder zumindest daneben stellen m&uuml;sste. Doch das erforderte ein wenig Ged&auml;chtnis oder wenigstens ein klein wenig Suchaufwand und das ist halt anstrengender als eben nur die regierungsamtlichen oder die Verlautbarungen einschl&auml;giger Verb&auml;nde zu reportieren. <\/p><p>Ich fasse die Ergebnisse zu denen Albrecht M&uuml;ller in seinem Buch Meinungsmache gekommen ist zusammen und spitze zu:<\/p><ul>\n<li>Die Medien verlieren ihre vom Grundgesetz geadelte kritische Distanz<\/li>\n<li>Wir erleben zunehmend Kampagnen- statt kritischem Journalismus<\/li>\n<li>Wir m&uuml;ssen mehr und mehr Kommerz statt Aufkl&auml;rung beobachten<\/li>\n<li>Die Berichterstattung wird immer st&auml;rker gepr&auml;gt durch N&auml;he und Kooperation mit Wirtschaft und Verb&auml;nden statt durch Vorsicht und Abstand<\/li>\n<li>Nur wenige Journalisten und meist in nicht meinungsf&uuml;hrenden Medien legen sich mit den M&auml;chtigen an, es gibt einen Verlust an Empathie mit den Schw&auml;cheren.<\/li>\n<li>Wir erleben Nachklappern und Nachplappern statt eigenen Recherche, Analyse und sachverst&auml;ndigem Nachfragen.<\/li>\n<\/ul><p>Anmerkung zum Kongress <a href=\"http:\/\/www.oeffentlichkeit-und-demokratie.de\">&Ouml;ffentlichkeit und Demokratie<\/a><\/p><p>Wie man schon dem <a href=\"http:\/\/www.oeffentlichkeit-und-demokratie.de\/static\/download\/Programmheft_Voll.pdf\">Tagungsprogramm [PDF &ndash; 2.5 MB]<\/a> war der Kongress in eine Vielzahl von Arbeitskreisen aufgeteilt. Man h&auml;tte sich Vierteilen m&uuml;ssen, um wenigstens einen Teil der interessanten Diskussionen verfolgen zu k&ouml;nnen. Als Teilnehmer musste man sich ganz gezielt seine Themen aussuchen. Dennoch fand ich die meisten der von mir besuchten Arbeitskreise gut besetzt und die Diskussionen waren interessant.<br>\nTypischer- und bedauerlicherweise waren allerdings nur ganz wenige professionelle Journalisten anwesend. Daf&uuml;r mag es viele Erkl&auml;rungen geben, aber das ist auch ein Indiz daf&uuml;r, dass es unter den Journalisten der &bdquo;Hauptmedien&ldquo; nur wenig Interesse gibt, kritisch &uuml;ber die eigene Arbeit zu diskutieren.<\/p><p>Gefreut habe ich mich dar&uuml;ber, dass s ich ganz viele Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten im Publikum gefunden haben und dass ich Gelegenheit hatte mit einigen etwas ausf&uuml;hrlicher zu sprechen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&Uuml;ber das vergangene Wochenende fand in Berlin der von vielen Initiatoren getragene Kongress <a href=\"http:\/\/www.oeffentlichkeit-und-demokratie.de\/static\/download\/Programmheft_Voll.pdf\">&bdquo;&Ouml;ffentlichkeit und Demokratie&ldquo; [PDF &ndash; 2.5 MB]<\/a> in Berlin statt. In einem der vielen Arbeitskreise habe ich mit Wolfgang Storz und Sven Giegold &uuml;ber das Thema &bdquo;Wirtschaftsjournalismus und Finanzkrise&ldquo; diskutiert. Ausgangspunkt war die Studie von Storz und Arlt <a href=\"http:\/\/www.otto-brenner-shop.de\/publikationen\/obs-arbeitshefte\/shop\/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise-ah63.html\">&bdquo;Wirtschaftsjournalismus in<\/a><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6938\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[1,50,41,211],"tags":[760,759,230,758,244],"class_list":["post-6938","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-das-kritische-tagebuch","category-finanzkrise","category-medienanalyse","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","tag-arlt-hans-juergen","tag-giegold-sven","tag-lieb-wolfgang","tag-storz-wolfgang","tag-vierte-gewalt"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6938","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6938"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6938\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20836,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6938\/revisions\/20836"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6938"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6938"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6938"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}