{"id":69405,"date":"2021-02-02T08:17:44","date_gmt":"2021-02-02T07:17:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405"},"modified":"2021-02-02T08:17:44","modified_gmt":"2021-02-02T07:17:44","slug":"hinweise-des-tages-3790","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h01\">Neoliberal ist neoliberal, diesseits und jenseits des Atlantik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h02\">Im Ausnahmezustand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h03\">Etwas skurril &ndash; Scholz bremst Altmaier bei Privatisierungen aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h04\">Ein aufschlussreiches Nachspiel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h05\">Millionen Menschen trotz Job von Armut bedroht: Wer besonders zu k&auml;mpfen hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h06\">Wann Kolleg*innen, wann?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h07\">Corona beweist: Auch Populisten k&ouml;nnten Grund- und Freiheitsrechte nicht besser abbauen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h08\">Mit Schnelltests &ouml;ffentliche R&auml;ume zur&uuml;ckerobern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h09\">Corona, Lockdown, Vernunft und Politik: Was genau lehrt uns die Wissenschaft?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h10\">Big Deal mit Daten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h11\">Spenden teurer als entsorgen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h12\">Bundesagentur bef&uuml;rchtet dauerhaften Anstieg der Langzeitarbeitslosen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h13\">Globale Eisbilanz: 28 Billionen Tonnen sind seit 1994 geschmolzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h14\">Kalter Krieg im Nahen Osten: Der iranisch-saudische Konflikt dominiert die Region<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h15\">Bundestag verabschiedet ID2020-Gesetz f&uuml;r Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h16\">Wir wissen jetzt, was passiert, wenn man bis zum &Auml;u&szlig;ersten geht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h17\">Jens Spahn, Minister f&uuml;r Selbst-Nachsichtigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69405#h18\">Scheuers peinliche Hybris<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Neoliberal ist neoliberal, diesseits und jenseits des Atlantik<\/strong><br>\nInterview mit dem &Ouml;konomen Heinz-Josef Bontrup &uuml;ber die US-Wahl und die Verflechtung von Wirtschaft und Politik.<br>\nHerr Bontrup, was f&uuml;r Vereinigte Staaten regiert nun Joe Biden? Noch am 4. November kommentierte Nicholas Richter in der S&uuml;ddeutschen Zeitung, die Wahl beweise, dass &ldquo;Donald Trump zu einem guten Teil die Seele der Vereinigten Staaten von Amerika verk&ouml;rpert&rdquo;. Wie k&ouml;nnen wir dieses Land verstehen?<br>\nHeinz-Josef Bontrup: Nun, zun&auml;chst einmal freue ich mich, dass Donald Trump Geschichte ist. Und das Beste w&auml;re, wir w&uuml;rden ihn einfach als eine Episode vergessen. Ich f&uuml;rchte allerdings, so einfach wird es nicht gehen.<br>\nDie Probleme in den USA liegen gesellschaftlich tiefer und haben auch einen historischen Hintergrund. Insofern ist es hoch interessant, wie sich die meisten Kommentatoren und Berichteschreiber geradezu naiv auf Donald Trump als personifizierte Ursache f&uuml;r alles B&ouml;se in den USA eingeschworen haben. Er ist sogar mit Nicholas Richter, wie Sie in ihrer Frage herausstellen, &ldquo;zu einem guten Teil die Seele der Vereinigten Staaten von Amerika&rdquo;. Das ist alles blanker Unsinn. Wir m&uuml;ssen uns vielmehr systemisch und nicht personalisiert die Frage stellen: Wer hat Trump zum Pr&auml;sidenten gemacht? Dann werden wir zu dem Befund kommen, dass Trump nur eine aus dem Ruder gelaufene Marionette des US-amerikanischen Kapitals war, das schon immer &uuml;ber die Republikanische Partei die einseitigen Profitinteressen der US-Plutokraten im Kongress und Senat hat vertreten lassen.<br>\nWir sollten uns allerdings in diesem Kontext auch fragen, ob die Demokraten letztlich im Kapitol nicht auch die Interessen der m&auml;chtigen Kapitallobby vertreten, selbst wenn man diese Interessen differenziert sehen muss. US-Demokraten sind keine Sozialisten, die den US-amerikanischen radikalen Kapitalismus abschaffen wollen. US-Demokraten sind Neoliberale. Selbst Bernie Sanders, den man in den USA einen &ldquo;Sozialisten&rdquo; schimpft, w&auml;re bei uns nur ein Sozialdemokrat, also ein Neoliberaler. Und trotzdem sind f&uuml;r viele Nicht-Denkende Amerikaner die Demokraten eine &ldquo;kommunistische Gefahr f&uuml;rs Land&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Neoliberal-ist-neoliberal-diesseits-und-jenseits-des-Atlantik-5038454.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nun, Bernie Sanders als &bdquo;Neoliberalen&ldquo; zu bezeichnen schie&szlig;t doch etwas &uuml;ber das Ziel hinaus. Es ist allerdings bezeichnend, dass Sanders nicht ein Posten in der Biden-Administration angeboten wurde.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Im Ausnahmezustand<\/strong><br>\nBei Beginn der lange erwarteten Impfkampagne k&ouml;nne es &ldquo;ruckeln&rdquo;, sagte der deutsche Gesundheitsminister vor wenigen Wochen und erweckte den Eindruck, er wisse bereits, dass der Schub seines Amtes die Verwaltungsbeh&ouml;rden auf Trab bringen werde. Es ist derselbe Minister, der vor genau einem Jahr, als die ersten Berichte Besorgnis ausl&ouml;sten, &uuml;berlegen auftrat: Ein Virus in China werde den Deutschen nichts anhaben k&ouml;nnen. Es sei alles im Griff. Wir wissen erst heute, dass das Virus bereits in Italien grassierte, schon seit November 2019, und der &uuml;berlegene Auftritt des Gesundheitsministers in der Sache naiv, in politischen Worten: Inkompetenz und Showgesch&auml;ft war. Dieses schlechte Theater setzt sich Tag f&uuml;r Tag fort. Nach der kurzen Erholung im vergangenen Sommer, die Pfleger und &Auml;rzte mit Ersch&ouml;pfung bezahlten, hat die deutsche Regierung die Hoffnung gen&auml;hrt, sie werde die Seuche durch Impfungen drosseln. Aber nun sind wir Zeugen eines v&ouml;lligen Scheiterns der &ldquo;Impfstrategie&rdquo;, nicht nur in Deutschland. Die Exekutive jener tollen EU, die Berlin dominiert, ist nicht in der Lage, dem historischen Auftrag, der ihr Dasein begr&uuml;ndet, Gen&uuml;ge zu tun: Lebensvorsorge zum Schutz der Gesellschaft.<br>\nEs kann nur best&uuml;rzen, dass die EU, unter deutscher &Auml;gide, mit Pharmakonzernen, die sie alimentiert hat, um Impfstoffe streitet: um Vertr&auml;ge und Preise, um geschw&auml;rzte Passagen und Mehrdeutigkeiten &uuml;ber Liefertermine, w&auml;hrend Millionen, die geimpft werden wollen, die zeitliche Spanne ihrer Hoffnung auf Schutz Tag f&uuml;r Tag dehnen. Dieses Versagen macht aggressiv. Es reduziert das Versprechen, Leben zu sch&uuml;tzen, das die Exekutive als die einzig berechtigte Ordnungsgewalt am Polizeikn&uuml;ppel tr&auml;gt, auf eine staatliche Drohung: Wut und Emp&ouml;rung in den n&auml;chtlichen Stra&szlig;en niederzuhalten, wie k&uuml;rzlich in Holland.<br>\nWut und Emp&ouml;rung entladen sich ziellos oder werden Verzweiflung, wenn die Exekutive das zu sch&uuml;tzende Leben auflaufen l&auml;sst: in den Ansageschleifen nicht erreichbarer &Auml;mter. Dr&uuml;cken Sie 2, ersatzweise 3, Sie erreichen uns sp&auml;ter. Hier wird die Hoffnung auf Schutz des gef&auml;hrdeten Lebens zu einem einsamen Wunsch von betagten Senioren und von Vorstadtbewohnern &ldquo;mit Migrationshintergrund&rdquo;, die bei der Internetsuche im Englischen schwach sind: Automatische Antwort. Please don&rsquo;t reply. Man ist dies gew&ouml;hnt, wenn es den Alltag und den banalen Verkehr mit Beh&ouml;rden betrifft. Aber jetzt geht es um mehr. Es geht um Leben und Tod.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8509\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Etwas skurril &ndash; Scholz bremst Altmaier bei Privatisierungen aus<\/strong><br>\nUm die enormen Kosten der Corona-Krise wieder reinzuholen, hatte Wirtschaftsminister Altmaier im WELT-Interview &uuml;ber den Verkauf von Staatsanteilen an Unternehmen gesprochen. Finanzminister Scholz kritisiert diese &Uuml;berlegung scharf.<br>\nAltmaier hatte am Wochenende im Interview mit WELT AM SONNTAG vorgeschlagen, angesichts der immensen Kosten der Corona-Pandemie eine Ver&auml;u&szlig;erung milliardenschwerer Staatsanteile an Unternehmen zu pr&uuml;fen. Der CDU-Politiker sagte: &bdquo;Der Wert der staatlichen Beteiligungen ist in den letzten Jahren ordentlich gewachsen. Deshalb sollten wir pr&uuml;fen, welche staatlichen Beteiligungen zur&uuml;ckgefahren werden k&ouml;nnen. Auch das bringt Geld in die Staatskasse, das wir f&uuml;r Zukunftsinvestitionen gut gebrauchen k&ouml;nnen.&ldquo;<br>\nAltmaiers &Uuml;berlegung sorgt nun in Politik und Wirtschaft f&uuml;r Diskussionen: Die Idee sei &bdquo;etwas skurril&ldquo;, sagte Scholz dem &bdquo;Redaktionsnetzwerk Deutschland&ldquo;. &bdquo;Gerade unterst&uuml;tzen wir mit massiven Hilfen Unternehmen und Besch&auml;ftigte dabei, die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu wuppen. Dabei spielen staatliche Beteiligungen keine unerhebliche Rolle, wenn ein wichtiges fachpolitisches Interesse des Bundes vorliegt.&ldquo; Der Verkauf staatlicher Firmenbeteiligungen habe keinen Einfluss auf die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse. &bdquo;Eigentlich d&uuml;rfte jeder wissen, dass m&ouml;gliche Privatisierungserl&ouml;se f&uuml;r die Einhaltung der Schuldenregel oder der Maastricht-Kriterien keinerlei Rolle spielen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article225484429\/Etwas-skurril-Scholz-bremst-Altmaier-bei-Privatisierungen-aus.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Wenn es stimmt, was Olaf Scholz sagt, &ldquo;dass m&ouml;gliche Privatisierungserl&ouml;se f&uuml;r die Einhaltung der Schuldenregel oder der Maastricht-Kriterien keinerlei Rolle spielen&rdquo;, dann ist Altmaiers Vorschlag einmal mehr als opportunistischer Vorschlag zur Entstaatlichung aus rein ideologischen Gr&uuml;nden enttarnt &ndash; &ldquo;privat geht vor Staat&rdquo; bzw. &ldquo;Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren&rdquo; in bester neoliberaler Manier. Der &ldquo;&Ouml;konom&rdquo; Felbermayer zeigt sich dann aber als Schw&auml;tzer und Hardcore-Neoliberaler im Quadrat, indem er einerseits (die teilweise nur noch hom&ouml;opathischen) Anteile an zentraler Infrastruktur &ndash; Post, Telekom und mal eben an einem wichtigen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/50Hertz_Transmission\">H&ouml;chstspannungs-Stromnetz-Betreiber<\/a> &ndash; verkauft haben will (damit Private an den Monopolen oder Oligopolen Geld verdienen) und andererseits Altmaier u. a. den Einstieg bei Commerzbank, TUI und Lufthansa vorh&auml;lt. &Auml;hmm&hellip; diese drei Unternehmen wurden mit vielen, vielen Milliarden Euro vom Staat, also von uns allen, gerettet, i.a. sogar zum gro&szlig;en Nachteil des Steuerzahlers, und w&auml;ren ohne den Staat schon lange pleitegegangen (die Commerzbank in der Finanzkrise 2008\/2009). Und alle Versuche des Staats, sich aus der ungl&uuml;ckseligen Commerzbank-Beteiligung zu l&ouml;sen, sind an der katastrophalen Entwicklung des CoBa-Aktienkurses gescheitert. Was will Felbermayer eigentlich?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ein aufschlussreiches Nachspiel<\/strong><br>\nSie haben sich mal wieder selbst &uuml;berboten: Rund f&uuml;nf Stunden haben die Parlamentarier im Wirecard-Untersuchungsausschuss Ende vergangener Woche einen britischen B&ouml;rsenspekulanten befragt. Es war eine ihrer l&auml;ngsten Vernehmungen eines Zeugen. Die Abgeordneten haben sich dabei wiederholt und monologisiert, im Kreis gedreht und im Kleinklein verheddert. Wie so h&auml;ufig.<br>\nUnter dem Strich haben sie dennoch schier Unglaubliches zutage gef&ouml;rdert: Dass Mitarbeiter bei der Whistleblower-Hotline der Finanzaufsicht Bafin kein Englisch konnten, sobald das Wort Wirecard fiel. Dass sie sofort auflegten, wenn sie den Namen des Aschheimer Zahlungsdienstleisters h&ouml;rten. Dass Deutschlands Finanzaufsehern das notwendige Gesp&uuml;r und Verst&auml;ndnis f&uuml;r betr&uuml;gerische Machenschaften fehlte und sie auf die absurdesten Geschichten hereinfielen.<br>\nEs war ein weiteres Beispiel f&uuml;r die bemerkenswerte Arbeit der Abgeordneten und ihre Fortschritte beim Aufarbeiten des Skandals. Das aufschlussreiche Nachspiel der Wirecard-Aff&auml;re, bei dem die Parlamentarier seit November Regie f&uuml;hren, kann aber nicht f&uuml;r das Versagen im Vorfeld entsch&auml;digen, dass auf so vielen Ebenen die Dinge schiefgingen und der Finanzplatz Deutschland provinziell und unterbelichtet daherkommt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/banken\/wirecard-warum-es-nicht-reicht-bafin-chef-felix-hufeld-auszutauschen-a-b6abc504-c803-41ab-adb9-19f0018a84f1\">Manager Magazin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Das h&ouml;rt sich alles so an, als wollte sich Deutschland &ndash; Bundes- und Landesregierungen &ndash; mit einem tollen Finanzplatz und tollen Tech-Firmen br&uuml;sten, w&auml;hrend die Aufsicht drittklassig daherkommt und absolut nicht auf einem ad&auml;quaten Stand ist. Staatsversagen oder Absicht, um Finanzbetr&uuml;gern das Leben leicht zu machen, siehe auch die Stichworte Geldw&auml;sche (mangelhafte &Uuml;berwachung), Cum-Ex (ging trotz Warnungen jahrelang), &ldquo;B&uuml;rokratieabbau&rdquo; (weniger Kontrolle &ouml;ffnet auch Betr&uuml;gern T&uuml;r und Tor)?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Millionen Menschen trotz Job von Armut bedroht: Wer besonders zu k&auml;mpfen hat<\/strong><br>\nArmut ist in Deutschland keine Seltenheit. Trotz der wachsenden Wirtschaftskraft, gelten viele B&uuml;rger:innen als armutsgef&auml;hrdet. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes liegt die Armutsgef&auml;hrdungsquote im Land bei 15 Prozent. Doch es sind nicht nur Menschen betroffen, die keine Arbeit haben, ganz im Gegenteil.<br>\nAktuelle Berechnungen zeigen, dass im Jahr 2019 acht Prozent der erwerbst&auml;tigen Menschen ab 18 Jahren als armutsgef&auml;hrdet galten. Besonders besorgniserregend: Die Zahlen beziehen sich allesamt auf die Zeit vor der Corona-Krise* in Deutschland. Vor der Pandemie waren folglich bereits rund 3,1 Millionen Menschen von Armut bedroht &ndash; und das trotz Job. Bei einigen Bev&ouml;lkerungsgruppen war das Armutsrisiko besonders hoch, darunter auch bei vielen Rentnern, die trotz Rente weiter arbeiten gingen.<br>\nArmut trotz Job &ndash; Wer besonders h&auml;ufig gef&auml;hrdet ist<br>\nDie Zahlen sind ern&uuml;chternd: Obwohl 2019 von der Corona-Pandemie und den wirtschaftlichen Folgen der Krise weit und breit noch nichts in Sicht war, galten mehr als drei Millionen Erwerbst&auml;tige als armutsgef&auml;hrdet. Nach offizieller Definition droht einem Menschen dann Armut, wenn er oder sie mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der Gesamtbev&ouml;lkerung auskommen muss. Dies liegt bei Singles vor, wenn eine Person im Jahr lediglich 14.109 Euro zum Leben hat. Bei zwei Erwachsenen mit zwei Kindern unter 14 Jahren betr&auml;gt die Armutsgef&auml;hrdungsgrenze laut Angaben des Statistischen Bundesamtes 29.628 Euro.<br>\nUm die Frage zu beantworten, wer h&auml;ufiger trotz einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeit von Armut bedroht ist, hat das Statistische Bundesamt seine Daten weiter aufgeschl&uuml;sselt. Aus der Auswertung geht hervor, dass im Jahr 2019 bei alleinerziehenden Menschen das Armutsrisiko besonders hoch war. 22,3 Prozent der Alleinerziehenden und damit jeder und jede f&uuml;nfte, verdienten weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/wirtschaft\/armut-deutschland-job-arbeit-arm-rente-einkommen-alleinerziehend-rentner-statistik-geld-leben-frankfurt-ltt-zr-90184137.html\">FR<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wann Kolleg*innen, wann?<\/strong><br>\nAufruf eines Musikers an die schweigende Mehrheit der K&uuml;nstler*innen. Als im M&auml;rz letzten Jahres die ersten Grundrechte fielen, schwiegen K&uuml;nstler*innen, Musiker*innen, Intellektuelle und mehr oder weniger Prominente fast ausnahmslos. Man kann vielleicht Verst&auml;ndnis daf&uuml;r haben. Die Situation war noch neu und verwirrend, viele hatten Angst, Leben zu gef&auml;hrden. So mancher wollte erst mal abwarten. Dann, falls sich die autorit&auml;ren Tendenzen im Staat verfestigten, k&ouml;nne man ja immer noch aufbegehren. Jetzt, fast ein Jahr sp&auml;ter, erleben wir mehr Grundrechtseinschr&auml;nkungen, l&auml;ngere und h&auml;rtere Lockdowns, eine wirtschaftliche und psychosoziale Katastrophe, schlimme &bdquo;Kollateralsch&auml;den&ldquo; &uuml;berall, die Gew&ouml;hnung an eine verst&uuml;mmelte Demokratie, an Duckm&auml;usertum und Denunziantentum. Und die K&uuml;ntler*innen schweigen noch immer &mdash; obwohl sie selbst mit monatelangem De-facto-Berufsverbot hart getroffen wurden. Was muss noch passieren, damit Ihr den Mund aufmacht?, fragt der Gitarrist, Komponist und Poetry-Slam-K&uuml;nstler Jens Fischer-Rodrian. Etwas besseres als den k&uuml;nstlerischen Tod findet ihr &uuml;berall. Nicht weil es eine Diktatur ist, wagst du es nicht &mdash; vielmehr: weil du es nicht wagst, droht es eine Diktatur zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/wann-kolleginnen-wann\">Hinter den Schlagzeilen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Corona beweist: Auch Populisten k&ouml;nnten Grund- und Freiheitsrechte nicht besser abbauen<\/strong><br>\n[&hellip;] Generell gesehen ergeben Neo- und Linksliberalismus eine widerspr&uuml;chliche Totalit&auml;t. Wobei der politisch-kulturelle oder &ldquo;progressive&rdquo; Liberalismus den Schein demokratischer Verh&auml;ltnisse, ja von einem humanistischem Fortschreiten der Welt weckt, w&auml;hrend der wirtschaftliche das pure Gegenteil stetig aufs Neue erzeugt. Beide funktionieren aber nur innerhalb dieser kapitalistischen Ganzheitlichkeit, sie sind zwei Seiten einer Medaille.<br>\nWelchen Anteil hat die 68er Generation an dieser neoliberalen Umorientierung?<br>\nMichael Wengraf: 1968 brachte den Sieg von verabsolutiertem Individuum und Individualismus in die Linke. Ohne dieses Moment der Negation des kollektiven Subjekts w&auml;re der neoliberale Siegeszug ab den 1970er Jahren nicht erkl&auml;rbar. Alain Touraine spricht als entscheidenden Bruch von 1968 das Verschwinden der Arbeit beziehungsweise der Arbeiterschaft an. Dass dies geschah, stellt sich als ein Etappensieg im Prozess der neoliberalen Revolution dar. 1968 ist, so gesehen, das Symboljahr des Abgleitens eines Gro&szlig;teils jener politischen Intellektuellen, die sich damals links nannten, in eine arbeiterfeindliche und offen antiplebejische Haltung. Sie hat sich inzwischen weiter entwickelt zu einer elit&auml;ren, ja elitistischen Einstellung. Was die Figuren der Revolte betrifft, etwa Daniel Cohn-Bendit, Josef Fischer, Otto Schily oder Ralph Miliband, um nur einige von ihnen zu nennen: Als &ldquo;gel&auml;uterte&rdquo; Gr&uuml;ne oder Sozialdemokraten bef&ouml;rderten sie sp&auml;ter ganz offen neoliberale Politik.<br>\nWie h&auml;ngen die aktuell popul&auml;re Konzentration linksliberaler Politik auf Feminismus, Anti-Rassismus, Multikulturalismus und Rechte sexueller Minderheiten mit diesem Prozess zusammen?<br>\nMichael Wengraf: Die tonangebenden Kr&auml;fte, die sich f&uuml;r Feminismus, Antirassismus, Multikulturalismus und sexuelle Minderheiten engagieren, stehen faktisch im B&uuml;ndnis mit den wissensintensiven &Ouml;konomien der Finanzindustrie und des New Public Management an Universit&auml;ten, Schulen und &ouml;ffentlichen Verwaltungen. Dass den sozial Marginalisierten nicht nur Verteilungsgerechtigkeit, sondern jede Anerkennung verweigert wird, spielt hingegen in ihrem Diskurs keine Rolle. Mehr noch: Der von den Linksliberalen gef&uuml;hrte Kampf um Gerechtigkeit und Anerkennung im horizontalen Segment verschleiert die Enteignung der Unterschichten.<br>\nDazu l&auml;sst er sich auch noch als emanzipatorisches Anliegen verkaufen. Hinzu kommt: Die postmoderne Identit&auml;tspolitik der partikularen (ethnischen, sexuellen und anderer) Lebensstile passt perfekt zur entpolitisierten Idee von Gesellschaft. Die horizontale &ldquo;Freiheit&rdquo; der Linksliberalen bezieht sich auf alle. Homosexualit&auml;t findet sich in den Unterschichten ebenso wie in der Elite.<br>\nDie vertikale Gerechtigkeit aber bezeichnet jene zwischen arm und reich, zwischen Beherrschten und Herrschern. Die Linken stellen nun den Eigennutz, auch jenen der sexuellen Orientierung, &uuml;ber den Kampf um Teilhabe am Reichtum. Das ist der Stoff, aus dem eine neoliberale Wolfsgesellschaft hegemonial gemacht wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Corona-beweist-Auch-Populisten-koennten-Grund-und-Freiheitsrechte-nicht-besser-abbauen-5036628.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Mit Schnelltests &ouml;ffentliche R&auml;ume zur&uuml;ckerobern<\/strong><br>\nLinke-Gesundheitspolitiker Wolfgang Albers will keinen h&auml;rteren Lockdown und erkl&auml;rt, warum die Covid-19-Klinik in der Berliner Messe ein Fehler war.<br>\nZu Beginn der Corona-Pandemie haben Sie vor zu viel Panikmache gewarnt. Wie sehen Sie das heute?<br>\nDavon ist nichts zur&uuml;ckzunehmen. Ich habe von Anfang an einen pragmatischen Umgang mit dieser als neu geltenden Infektionskrankheit gefordert. Aus &auml;rztlicher Sicht handelte es sich zwar um eine Erkrankung, die bis dahin noch weitgehend unbekannt und auch nahezu unerforscht war, schon deswegen musste man sie ernst nehmen. Aber es gab auch keinen Grund, sie zu d&auml;monisieren. Ich gebe jedoch zu, dass ich damals die sp&auml;tere Dynamik untersch&auml;tzt habe. F&uuml;r mich war die Debatte von Anfang an viel zu emotionalisiert und teilweise auch von irrationalen &Auml;ngsten bestimmt, auch durch die Art der Berichterstattung in den Medien und die Bilder aus Italien.<br>\nIst es bei einer derart ansteckenden Krankheit nicht auch angeraten, zu warnen?<br>\nSicher, aber die Frage ist doch, wie das geschieht. In allen Nachrichten wurden t&auml;glich die Infektionszahlen addiert. Alle warnten vor &raquo;italienischen Verh&auml;ltnissen&laquo;. So wurde ein Infektionsgeschehen suggeriert, das der klinischen Wirklichkeit bei uns nicht entsprach. Das italienische Gesundheitssystem ist mit dem deutschen nicht zu vergleichen. So werden dort zum Beispiel Blutuntersuchungen oder Rachenabstriche nicht von Haus&auml;rzten gemacht, sondern die Patienten werden daf&uuml;r in eine lokale Blutabnahmestelle oder gleich in die Klinik geschickt. Dort trafen sie dann auf Infizierte und steckten sich an. Oder in den Notzelten vor den Krankenh&auml;usern, die errichtet wurden, um den Ansturm ver&auml;ngstigter, aber auch tats&auml;chlich erkrankter Patienten zu bew&auml;ltigen. Auch die deutlich geringeren Intensivkapazit&auml;ten machen beide Systeme unvergleichbar. Das Virus ist &uuml;berall das gleiche. Die &raquo;italienischen Verh&auml;ltnisse&laquo; sind der Beleg daf&uuml;r, dass die Gefahr, die von einer Pandemie ausgeht, vor allem von den Bedingungen abh&auml;ngig ist, unter denen der Ausl&ouml;ser seine Wirkung entfalten kann. Aber dar&uuml;ber wurde nicht geredet&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1147570.wolfgang-albers-linke-mit-schnelltests-oeffentliche-raeume-zurueckerobern.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Corona, Lockdown, Vernunft und Politik: Was genau lehrt uns die Wissenschaft?<\/strong><br>\nGeht es um Politikberatung, kommt der Wissenschaft naturgem&auml;ss eine besondere Rolle zu. Sie verspricht einen unverstellten und umfassenden Blick auf die Sache. Damit unterscheidet sie sich deutlich von sonstigen Interessenvertretern, die im Verdacht stehen, die Belange ihrer eigenen Klientel zwar &auml;usserst scharf zu sehen &ndash; f&uuml;r alles andere aber weitgehend blind zu sein. Die Wissenschaft aber l&auml;sst sich einzig von ihrem interesselosen Wohlgefallen an der Wahrheitssuche leiten.<br>\nSo sollte es jedenfalls sein. Eigentlich. Das Gegenteil demonstriert dieser Tage jedoch ein Grossteil der die Politik beratenden Wahrheitssucher.<br>\nSeit dem Beginn der Pandemie mangelt es nicht an Empfehlungsschreiben, die mehr oder weniger drastische Zwangsmassnahmen gutheissen, um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 einzud&auml;mmen &ndash; Massnahmen also, die m&uuml;ndige B&uuml;rger zu M&uuml;ndeln des Staates degradieren und sich &uuml;ber fundamentale Grund- und Freiheitsrechte hinwegsetzen.<br>\nEin Paradebeispiel solcher Bevormundung liefert die j&uuml;ngste Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina, der deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften. Anfang Dezember 2020 ver&ouml;ffentlicht, forderte sie einen &laquo;harten Lockdown&raquo;, den Bund und L&auml;nder zun&auml;chst brav exekutierten und seitdem weiter &laquo;verh&auml;rten&raquo;. Warum? Weil ein &laquo;harter Lockdown&raquo;, so die unmissverst&auml;ndliche Leopoldina-Doktrin, &laquo;aus wissenschaftlicher Sicht unbedingt notwendig&raquo; sei; anders liesse sich die &laquo;zu hohe Anzahl&raquo; der Corona-Neuinfektionen nicht &laquo;schnell und drastisch verringern&raquo;.<br>\nTr&auml;gt die Ad-hoc-Beschw&ouml;rung angeblich auswegloser G&auml;ngelei tats&auml;chlich zu &laquo;einer wissenschaftlich aufgekl&auml;rten Gesellschaft&raquo; bei, der sich die Leopoldina gem&auml;ss eigenem Leitbild verschreibt? Geht es dabei wirklich um die &laquo;verantwortungsvolle Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Wohle von Mensch und Natur&raquo;? Ja, setzt man sich jetzt ausgerechnet auf diese Weise f&uuml;r &laquo;die Achtung der Menschenrechte&raquo; als Akademieziel ein?<br>\nNicht wirklich. Aufkl&auml;rung der Gesellschaft? Fehlanzeige. Verantwortungsvolle Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse? Fehlanzeige. Achtung der Menschenrechte? Fehlanzeige. Stattdessen: postulierte Alternativlosigkeit als akademische Bankrotterkl&auml;rung.<br>\n&Uuml;ber die relevanten Zahlen, Daten und Fakten kann sich inzwischen jeder leicht informieren: In westlichen L&auml;ndern einschliesslich Deutschlands und der Schweiz liegt das Durchschnittsalter derjenigen, die infolge einer Corona-Infektion verstorben sind, bei &uuml;ber 80 Jahren. Fast alle litten unter schweren Vorerkrankungen. Sehr viele der Todesf&auml;lle treten in Alters- und Pflegeheimen auf. Sonst schwankt die Gef&auml;hrlichkeit von Sars-CoV-2 und seinen Mutanten statistisch gesehen im Bereich &uuml;blicherweise akzeptierter Alltagsrisiken, wie nicht zuletzt der renommierte Stanford-Epidemiologe John Ioannidis immer wieder betont.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/corona-lockdown-vernunft-und-politik-was-genau-lehrt-uns-die-wissenschaft-ld.1598398\">NZZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Big Deal mit Daten<\/strong><br>\nEine US-Firma erm&ouml;glicht Beh&ouml;rden eine automatisierte Gesichtserkennung mit Hilfe einer Mega-Datenbank. Der Hamburger Matthias Marx geht dagegen vor.<br>\nIndem Clearview Firmen oder Beh&ouml;rden den Zugang zu seiner Datenbank verkauft, verdient es sein Geld: Dann kann etwa eine Polizeibeh&ouml;rde die Gesichtserkennungs-App von Clearview nutzen, dar&uuml;ber Fotos hochladen und diese mit Informationen aus der Datenbank abgleichen.<br>\nSo kommen die Beh&ouml;rden an Daten von Menschen, von denen sie selbst noch keine Informationen haben. Clearview sammelt nicht nur Fotos, sondern noch weitere pers&ouml;nliche Daten, um damit wiederum an noch mehr Daten zu kommen.<br>\n&bdquo;Nachdem ich durch die Antwort des Unternehmens herausfand, dass es biometrische Daten von mir verwendet, habe ich mich an Johannes Caspar gewandt&ldquo;, sagt Marx. Caspar ist der Hamburgische Beauftragte f&uuml;r Datenschutz.<br>\nSeine Beh&ouml;rde schickte einen Fragenkatalog an das Unternehmen. &bdquo;Die Fragen wurden lediglich ausweichend beantwortet&ldquo;, sagt Caspars Sprecher Martin Schemm. Caspar bohrte nach unter Androhung eines Strafgeldes von je 10.000 Euro f&uuml;r jede unbeantwortete der insgesamt siebzehn Fragen.<br>\nDie dann eingereichten Antworten des Unternehmens lie&szlig;en den Datenschutzbeauftragten zu der Ansicht kommen, dass Clearview gegen die europ&auml;ische Datenschutz-Grundverordnung verst&ouml;&szlig;t. &bdquo;Das Unternehmen zieht alle Bilder aus dem Internet, um damit seine Datenbank immer weiter auszubauen&ldquo;, sagt Schemm.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Hamburger-gegen-US-Ueberwachungsfirma\/!5744733\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Spenden teurer als entsorgen<\/strong><br>\nDer Einzelhandel ist wieder geschlossen, und weil auch keiner ausgeht und viel weniger Leute ins B&uuml;ro m&uuml;ssen, haben die meisten Menschen auch keine Lust auf neue Kleidung. Gerade im Business-Segment &ndash; dort, wo die H&auml;ndler am meisten verdienen -, bleibt die Ware auf den Kleiderst&auml;ndern h&auml;ngen.<br>\n&ldquo;Wir sch&auml;tzen, dass im Moment noch ungef&auml;hr die H&auml;lfte der Winterware da ist und nach unserer Hochrechnung ist das ungef&auml;hr eine halbe Milliarde&rdquo;, stellt Axel Augustin vom Handelsverband Textil fest. &hellip;<br>\nJuliane Kronen hat die Spendenplattform Innatura gegr&uuml;ndet. Hier landen Spenden von namhaften Unternehmen wie Adidas oder Nike, aber auch von kleinen Einzelh&auml;ndlern. &ldquo;Allen gemein ist, dass sie fabrikneu sind&rdquo;, erz&auml;hlt sie und packt zusammen mit ihren Mitarbeitern weiter Kartons aus, in dem modischen Fu&szlig;ballschuhe sind.<br>\nDie Spenden kommen sozialen Einrichtungen zugute. Obwohl die Pandemie ihr ein klares Plus an Spenden gebracht hat, k&ouml;nnten es noch mehr sein &ndash; g&auml;be es da nicht das deutsche Steuerrecht. Das erhebt n&auml;mlich auf Sachspenden 19 Prozent Umsatzsteuer. Ein Hindernis.<br>\n&ldquo;Wenn sich bei uns Unternehmen melden und dann erfahren, wie das steuerlich behandelt wird, sagen zwei von drei am Ende: Ganz ehrlich, das ist uns zu kompliziert und oder zu teuer.&rdquo; Spendensammlerin Kronen bringt es auf den Punkt: &ldquo;In der Regel ist es leider so, dass Spenden in Deutschland teurer ist als die Entsorgung.&rdquo;<br>\nMan kann es leicht ausrechnen: Eine Tonne T-Shirts zu verbrennen, kostet weniger als 100 Euro. Auf Spenden m&uuml;ssen 19 Prozent Umsatzsteuer gezahlt werden. Selbst wenn man den Wert eines T-Shirts bei nur einem Euro ansetzt, sind das f&uuml;r eine Tonne Shirts 900 Euro, die ans Finanzamt gehen.<br>\nDas Resultat dieser Politik: Sch&auml;tzungsweise 230 Millionen Textilien werden j&auml;hrlich vernichtet. Und das ist nur die Zahl vor der Pandemie. Die wirkliche Zahl allerdings kennen allenfalls die Entsorger. Logistikdienstleister wie Rhenus bieten ihre Dienste in Kleidervernichtung an. Doch Kleidervernichtung war schon vor Corona ein Tabuthema.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/textilien-wegwerfen-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bundesagentur bef&uuml;rchtet dauerhaften Anstieg der Langzeitarbeitslosen<\/strong><br>\nPandemie und fortschreitende Digitalisierung werden wohl f&uuml;r einen Anstieg der Sockelarbeitslosigkeit sorgen &ndash; neue Perspektiven sind gefragt.<br>\nDie Bundesagentur f&uuml;r Arbeit bef&uuml;rchtet einen dauerhaften Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. Allein seit Anfang 2020 habe sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen um rund ein Drittel erh&ouml;ht, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, der &bdquo;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&ldquo;. &bdquo;Die Zahl der Langzeitarbeitslosen war vor der Pandemie auf unter 700.000 gesunken, inzwischen ist sie wieder auf &uuml;ber 900.000 gestiegen&ldquo;, sagte Scheele.<br>\n&bdquo;Ich bef&uuml;rchte, dass wir es erstmals seit den Arbeitsmarktreformen der 2000er-Jahre wieder mit steigender Sockelarbeitslosigkeit zu tun bekommen&ldquo;, wird der Arbeitsmarktexperte zitiert. Sockelarbeitslosigkeit bezeichnet eine verfestigte Arbeitslosigkeit, die sich auch in einem Aufschwung nicht einfach wieder abbaut. Als langzeitarbeitslos z&auml;hlen Menschen, die ein Jahr oder l&auml;nger vergeblich auf Stellensuche sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ihre-vorsorge.de\/nachrichten\/lesen\/bundesagentur-befuerchtet-dauerhaften-anstieg-der-langzeitarbeitslosen.html%20\">Ihre Vorsorge<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.N.:<\/strong> Echte Neuerungen k&ouml;nnte es geben, wenn die Leistungen der Arbeitslosenversicherung endlich wieder verbessert werden w&uuml;rden: L&auml;ngere, nach Beitragsjahren gestaffelte Bezugsdauer, h&ouml;here Ersatzraten und ein Berufsschutz f&uuml;r Arbeitslose w&auml;ren schonmal ein Anfang. Und anstatt weiterhin Geld f&uuml;r &ldquo;Weiterbildungen&rdquo; bei irgendwelchen windigen Tr&auml;gern rauszuwerfen, k&ouml;nnte unser Staat gleich die gesamte Aus- und Weiterbildungsfinanzierung auf den Kopf stellen: Qualifikationsma&szlig;nahmen sollten nur noch an Berufsschulen, Meisterschulen, Berufsakademien, FH und Unis stattfinden &ndash; ganz nach Wahl und Eignung des &ldquo;Kunden&rdquo;. Jeder Mensch sollte ein Anrecht darauf haben, w&auml;hrend einer solchen Ausbildung ALG II oder regul&auml;res ALG mit erg&auml;nzendem ALG II zu beziehen. BAf&ouml;g\/BAB kann man dann abschaffen. Dann erhalten endlich alle in Aus- und Weiterbildung immer existenzsichernde Leistungen und sie starten nicht mit einem Schuldenberg ins Berufsleben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Globale Eisbilanz: 28 Billionen Tonnen sind seit 1994 geschmolzen<\/strong><br>\n28 Billionen Tonnen Eis &ndash; so viel ist auf der Erde zwischen den Jahren 1994 bis 2017 geschmolzen &ndash; also verloren gegangen. Das geht aus der bisher umfassendsten globalen Eisbilanz hervor, die Forscher der University of Leeds im Fachblatt &ldquo;The Cryospher&rdquo; ver&ouml;ffentlicht haben. Das Schrumpfen vieler Gebirgsgletscher ist eine Ursache, der zunehmende Eisverlust in Gr&ouml;nland der zweite, und auch in der Antarktis k&ouml;nnte die Gletscherschmelze schon irreversibel sein: Selbst die lange als stabil geltende Ostantarktis verliert inzwischen Eis. F&uuml;r ihre Bilanz werteten die Forscher Satellitendaten und Vor-Ort-Messreihen von mehr als 215.0000 Berggletschern, den polaren Eiskappen und den antarktischen Schelfeisen der Jahre 1994 bis 2017 aus. (&hellip;)<br>\nDramatisch ist, dass das Schmelzen immer schneller wird: Gegen&uuml;ber den 1990er Jahren hat sich der j&auml;hrliche Eisverlust bis heute um 57 Prozent erh&ouml;ht. Dabei geht das meiste Eis durch Tauen in der w&auml;rmeren Atmosph&auml;re zur&uuml;ck &ndash; 68 Prozent des Schmelzens. Die restlichen 32 Prozent wurden durch ein Abschmelzen von unten verursacht. Das w&auml;rmere Meerwasser hat Gletscherzungen und Meereis von unten her angetaut.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.piqd.de\/klimawandel\/globale-eisbilanz-28-billionen-tonnen-sind-seit-1994-geschmolzen\">piqd<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Kalter Krieg im Nahen Osten: Der iranisch-saudische Konflikt dominiert die Region<\/strong><br>\nIn Deutschland und Europa hat der Wahlsieg von Joe Biden gro&szlig;e au&szlig;enpolitische Hoffnungen geweckt. Nicht zuletzt erwarten viele Politiker und Kommentatoren, dass der neue US-Pr&auml;sident den R&uuml;ckzug seines Landes aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen mit Iran r&uuml;ckg&auml;ngig macht. Dies d&uuml;rfte sich jedoch schwieriger gestalten als erwartet, denn der Konflikt zwischen Iran und seinen Gegnern hat sich in den letzten f&uuml;nf Jahren versch&auml;rft. Nicht nur, dass US-Pr&auml;sident Trump Iran mit alten und neuen Sanktionen &uuml;berzog, wiederholt mit Krieg drohte, die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation einstufte und deren General Qassem Soleimani kurzerhand t&ouml;ten lie&szlig;.<br>\nAls noch wichtiger d&uuml;rfte sich erweisen, dass die Auseinandersetzung zwischen Iran und seinen regionalen Widersachern Saudi-Arabien und Israel in den Mittelpunkt ger&uuml;ckt ist. Seit dem Arabischen Fr&uuml;hling 2011 hat sich der jahrzehntealte Konflikt zu einem regelrechten Kalten Krieg im Nahen Osten ausgeweitet, der seinen bisherigen H&ouml;hepunkt in dem iranischen Angriff auf die saudischen &Ouml;lanlagen am 14. September 2019 fand. Ursache ist die iranische Expansionspolitik in der Region, die in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu verst&auml;rkten R&uuml;stungsanstrengungen f&uuml;hrte und Israel veranlasst, iranische Ziele und iranisch kontrollierte Milizen in Syrien und im Irak zu bek&auml;mpfen. Dass einige Golfstaaten und Israel zuletzt sogar Friedensabkommen schlossen, ist ein Indiz, dass die regionalen Gegner Irans ein B&uuml;ndnis schmieden. Selbst wenn es unter Pr&auml;sident Biden wieder zu Verhandlungen zwischen den USA und Iran kommen sollte, ist eine R&uuml;ckkehr zum Atomabkommen in seiner fr&uuml;heren Form unwahrscheinlich. Vielmehr hat der Konflikt das Potential, sich weiter zu versch&auml;rfen. Deutschland sollte deshalb seine Interessenlage in der Region kritisch &uuml;berpr&uuml;fen und sich auf Krisenszenarien vorbereiten. (&hellip;)<br>\nZur Vorbereitung auf die n&auml;chsten Monate und Jahre ist es zus&auml;tzlich angezeigt, die bisherige deutsche Interessendefinition zu &uuml;berdenken. Politiker, Diplomaten und Wissenschaftler haben in den letzten Jahren h&auml;ufig argumentiert, dass es in erster Linie gelte, eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Iran und seinen Gegnern zu verhindern. Das noch wichtigere Interesse der Bundesrepublik sollte aber sein, eine nukleare Bewaffnung von Regionalstaaten zu verhindern. Notwendige Konsequenz dieser Interessendefinition k&ouml;nnte es im Extremfall sein, auch einen Milit&auml;rschlag der USA und\/oder Israels gegen Iran zu unterst&uuml;tzen, falls dieser notwendig werden sollte, um eine nukleare Bewaffnung des Landes zu verhindern. Eine deutlichere Formulierung dieses Interesses k&ouml;nnte auch dazu dienen, den Druck auf Iran zu erh&ouml;hen, der in den letzten Jahren allzu oft versucht hat, Uneinigkeit zwischen Europa und die USA zu sch&uuml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.baks.bund.de\/de\/arbeitspapiere\/2021\/kalter-krieg-im-nahen-osten-der-iranisch-saudische-konflikt-dominiert-die-region%20\">Guido Steinberg in Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bundestag verabschiedet ID2020-Gesetz f&uuml;r Deutschland<\/strong><br>\nDer Bundestag hat einen entscheidenden Schritt bei der Umsetzung des ID2020-Projekts von Microsoft, Accenture und Rockefeller Stiftung getan, indem er die Steuer-Identifikationsnummer zur einheitlichen B&uuml;rgernummer f&uuml;r alle Beh&ouml;rden gemacht hat. Damit ist der Weg zur gl&auml;sernen B&uuml;rgerin vorgezeichnet.<br>\nDie Steueridentifikationsnummer soll zu einer umfassenden B&uuml;rgernummer werden, die den Beh&ouml;rden den Zugriff auf schon vorhandene Personendaten bei einer anderen Beh&ouml;rde erm&ouml;glicht. Das hat dir rot-schwarze Regierungskoalition im Bundestag gegen geschlossenen Widerstand der Opposition und gegen alle Bedenken von Datensch&uuml;tzern beschlossen. Der Bundesrat muss noch zustimmen, bevor das Gesetz, das viele f&uuml;r verfassungswidrig halten, in Kraft treten kann.<br>\nDas Bundesverfassungsgericht hat in der Vergangenheit geurteilt, dass es dem Grundrecht auf Privatsph&auml;re widerspricht, wenn der Staat eine Datenbank schafft, in der alle Daten zu einer Person versammelt sind. Denn das erm&ouml;glicht ein umfassendes Pers&ouml;nlichkeitsprofil, das weit &uuml;ber das f&uuml;r die einzelne beh&ouml;rdliche Anwendung n&ouml;tige Wissen hinausgeht.<br>\nDie Regierung will dieses Problem mit einem Trick umschiffen, mit dem Cookie-Banner-Prinzip der Vorspiegelung von freiwilliger Einwilligung. Die Nutzung dieses Prinzips f&uuml;r &Uuml;berwachungszwecke haben Weltwirtschaftsforum und Accenture, zusammen mit der US-Heimatschutzbeh&ouml;rde mit ihrem Known-Traveller-Digital-Identity-Projekt propagiert und seither wird es an vielen Stellen in Deutschland, Europa und der Welt entsprechend eingesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/die-regenten-der-welt\/bundestag-buergernummer\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Auch die Entscheidung der EU einen Impfpass auf den Weg zu bringen zeigt, dass die globale digitale &Uuml;berwachung der B&uuml;rger nicht mehr aufzuhalten ist und entweder im Hintergrund der Corona-Pandemie vorangetrieben wird bzw. die Pandemie selbst als Legitimation daf&uuml;r herangezogen wird.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Wir wissen jetzt, was passiert, wenn man bis zum &Auml;u&szlig;ersten geht<\/strong><br>\nAmerika kann sich nur erholen, wenn es sich vom extremen Liberalismus lossagt, sagt der Bestseller-Autor Patrick Deneen. Rassismus sei letztlich auch eine Klassenfrage.<br>\nZEIT ONLINE: In den F&uuml;nfzigerjahren waren die USA auch eine zutiefst rassistische Gesellschaft. Die vergangenen vier Jahre haben deutlich gezeigt, wie tief verwurzelt der Rassismus in den Vereinigten Staaten ist.<br>\nDeneen: Der Rassismus war und ist ein Problem, ein sehr gro&szlig;es Problem, weil es nie angemessen angegangen wurde. Ich denke auch nicht, dass sich die Situation durch die Art und Weise, wie es heute angegangen wird, verbessert.<br>\nZEIT ONLINE: Was meinen Sie damit?<br>\nDeneen: Die Art der Identit&auml;tspolitik, die wir heute an unseren Hochschulen beobachten, wird die rassistische Spaltung nicht mindern. Sie wird sie verschlimmern. Wir haben aber jetzt die einmalige Gelegenheit, mehr zu tun als nur &uuml;ber Identit&auml;t zu sprechen. Wir sollten &uuml;ber die Nachteile sprechen, die Menschen, die keine Gewinner der Globalisierung sind, unabh&auml;ngig von ihrer Gruppenzugeh&ouml;rigkeit allgemein sp&uuml;ren. Bei den Wahlen 2020 schnitt Donald Trump unter Hispanics und Schwarzen besser ab als 2016. Niemand hatte das erwartet. Entweder kennen diese Leute ihre eigenen Interessen nicht oder sie nehmen wahr, dass Donald Trump sich trotz all seiner Fehler zumindest f&uuml;r die Arbeiterklasse ausgesprochen hat, zu der sie geh&ouml;ren.<br>\nZEIT ONLINE: F&uuml;r Sie ist die rassistische Spaltung auch eine wirtschaftliche Spaltung?<br>\nDeneen: Die &ouml;konomische Spaltung basiert zunehmend nicht mehr nur auf rassistischen Annahmen, sondern auf Klassenunterschieden. Wenn es in den Vereinigten Staaten eine echte klassenbasierte Politik g&auml;be, w&uuml;rde dies nicht nur wei&szlig;en Arbeitern, sondern auch Afroamerikanern und Hispanics helfen. Was in der Vergangenheit haupts&auml;chlich Probleme von Minderheiten waren, also eine geringere Lebenserwartung, schlechterer Zugang zur Gesundheitsversorgung, weniger Aussichten auf gute Bildung, sind heute in den USA unabh&auml;ngig von der Herkunft weit verbreitete Probleme. Daher haben wir eine echte Chance, die Probleme nicht nur als eine Frage von Rassismus anzugehen, sondern auch als Klassenproblem. Am Ende k&ouml;nnte das der beste Weg sein, um die langj&auml;hrige Spaltung entlang der verschiedenen Gruppenzugeh&ouml;rigkeiten in Amerika zu bek&auml;mpfen.<br>\nZEIT ONLINE: Wenn Sie die Bilder der Menschen sehen, die das Kapitol erst&uuml;rmt haben, finden Sie nicht, dass das Rassisten waren?<br>\nDeneen: Ich bezweifle nicht, dass es unter ihnen Rassisten gab. Aber ich glaube nicht, dass die meisten Leute, die Donald Trump unterst&uuml;tzten, grunds&auml;tzlich rassistisch sind. Man muss bedenken, dass viele Leute, die f&uuml;r Donald Trump gestimmt haben, auch f&uuml;r Barack Obama gestimmt haben, sogar zweimal. Sie glaubten schlicht, dass Obama ihr Leben verbessern w&uuml;rde, und dachten dasselbe von Trump.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2021-01\/patrick-deneen-autor-interview-amerika-usa-liberalismus-rassismus\/seite-2\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein sehr interessantes Interview, dass zum wiederholten Male explizit darstellt, dass Trump nicht vom Himmel gefallen ist, sondern die Basis seines Wahlsieges 2016 die extreme soziale Polarisierung in den USA war. Bezeichnend die Fragestellung der Zeit-Interviewer, die &uuml;berhaupt nicht auf die dezidiert angesprochene soziale Ungleichheit als wesentliche Ursache der aktuellen politischen Situation in den USA eingehen, sondern nur ihr identit&auml;tspolitisches Narrativ best&auml;tigt sehen wollen, dass Trumps Anh&auml;nger &uuml;berwiegend Rassisten seien, obwohl Patrick Deneen darauf hinweist, dass gerade auch die linkeliberale Identit&auml;tspolitik die Spaltung der Gesellschaft vorantreibt.<\/em><\/p>\n<p><em>Interessant ist das Interview auch mit Blick auf Deutschland. Patrick Deneen meint, um die gesellschaftliche Spaltung zu &uuml;berwinden, m&uuml;sse &bdquo;Biden letztlich die Unterst&uuml;tzung von mehr Arbeitern erhalten, nicht nur aus der Laptop-Schicht.&ldquo; In Deutschland wird explizit von den Gr&uuml;nen der gegenteilige Weg eingeschlagen, wie dem neuen Buch Robert Habecks zu entnehmen ist, der darin von einer &bdquo;neuen Mitte&ldquo;, eines &bdquo;individualistischen, liberalen, kosmopolitischen, auf Selbstverwirklichung und das gute Leben&ldquo; ausgerichteten Milieus tr&auml;umt, das die gesellschaftliche und kulturelle Hegemonie &uuml;bernehmen soll.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Jens Spahn, Minister f&uuml;r Selbst-Nachsichtigkeit<\/strong><br>\nNun also soll ein &bdquo;Impfgipfel&ldquo; es richten &ndash; oder m&uuml;sste es besser hei&szlig;en: retten? Gesundheitsminister Jens Spahn ist jedenfalls seit Beginn der Pandemie immer auch damit besch&auml;ftigt, seine Karriere zu retten. Das war bereits in den ersten Wochen so, als er den Satz pr&auml;gte: &bdquo;Wir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen m&uuml;ssen.&ldquo; An diesem Satz war schon damals alles falsch. Erstens deshalb, weil gar nicht davon die Rede sein kann, dass wir &bdquo;einander&ldquo; verzeihen m&uuml;ssten: Jeder jedem &ndash; warum denn? Zweitens geht es vor allem darum, dass die Regierung erst mal f&uuml;r irgendetwas um Verzeihung bitten m&uuml;sste: Nur zu, lieber Herr Spahn, wir erwarten ihre Fehler-Verzeih-Vorschl&auml;ge! Alles andere ist eilfertige Selbst-Absolution f&uuml;r vergangene und k&uuml;nftige Unzul&auml;nglichkeiten.<br>\nKurzum: Spahn hat schon damals versucht, den politischen Raum zu moralisieren, man k&ouml;nnte auch sagen: ihn m&ouml;glichst r&uuml;ckstandslos zu desinfizieren vom Virus oppositioneller Kritik. Nur leider ist es drittens so, dass niemand sich selbst entschuldigen kann, nicht mal als ein Minister &ndash; das muss man schon anderen &uuml;berlassen, genau darum geht es ja beim Verzeihen. Und dieses Verzeihen, lieber Herr Spahn, setzt nicht canossahafte Scheinb&uuml;&szlig;ergesten, sondern die &Uuml;bernahme von politischer Verantwortung voraus.<br>\nGenau damit aber tun sie sich schwer, die Regierenden (und manche Journalisten): mit der &Uuml;bernahme und Identifikation von politischer Verantwortung. Jetzt hat Spahn nachgelegt. Ob sich das Coronavirus ausbreite oder nicht, sei nicht nur eine Sache politischer Entscheidungen, sondern von uns allen, sagte er der &bdquo;Bild am Sonntag&ldquo;, und: &bdquo;Es braucht entschlossenes staatliches Handeln, aber auch verantwortungsvolles Verhalten jedes Einzelnen. Wir sitzen alle in einem Boot.&ldquo;<br>\nDas ist ein, wie soll man sagen: Hammer-Zitat, das k&uuml;nftig reich diskutiert geh&ouml;rt in politikwissenschaftlichen Grundseminaren: Der gegenw&auml;rtig wichtigste Minister des Landes schrumpft sich in zwei S&auml;tzen von einem Staatsmann und Leader (&bdquo;entschlossenes staatliches Handeln&ldquo;) &uuml;ber einen P&auml;dagogen und Moderator (&bdquo;verantwortungsvolles Verhalten jedes Einzelnen&ldquo;) zum Mitb&uuml;rger und Nachbarn (&bdquo;sitzen alle in einem Boot&ldquo;) &ndash; mithin von einem helmutschmidthaften Krisenmeister voller Tatkraft und Handlungswillen &uuml;ber einen inputinteressierten Meinungsmanager in einer responsiven Corona-Demokratie zum Schiffbr&uuml;chigen einer politischen Havarie, der er als Kapit&auml;n genauso hilflos ausgeliefert ist wie alle &uuml;brigen Passagiere &ndash; sofern sie sich nicht einigen, in eine bestimmte Richtung zu rudern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/tauchsieder-jens-spahn-minister-fuer-selbst-nachsichtigkeit\/26866736.html\">Wirtschaftswoche<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Scheuers peinliche Hybris<\/strong><br>\nSchon der Grund f&uuml;r die Maut-Pl&auml;ne war besch&auml;mend. Die CSU beschloss 2013, mit Ressentiments gegen Ausl&auml;nder auf Stimmenfang zu gehen. Von Anfang an trug das Projekt Maut jene Diskriminierung &ndash; Ausl&auml;nder &ndash; sogar im Namen, die es vor den H&uuml;tern der Europ&auml;ischen Vertr&auml;ge zwangsl&auml;ufig zu Fall bringen musste. Als Generalsekret&auml;r der CSU trieb Scheuer die Pl&auml;ne dennoch voran. Ob mit der Maut jemals signifikante Einnahmen erzielt w&uuml;rden, war immer fraglich. Es ging vor allem darum, das Wahlprogramm einer deutschen Regionalpartei umzusetzen.<br>\nMit welchen Methoden Scheuer dann als Minister an seinem gr&ouml;&szlig;ten Projekt arbeitete? Die Aufkl&auml;rung des Mautdebakels f&uuml;hrt den Deutschen seit mehr als einem Jahr vor Augen, wie es in den Hinterzimmern der Macht zugehen kann. Millionenkosten wurden trickreich versteckt, Geheimgespr&auml;che mit Managern ohne jedes Protokoll gef&uuml;hrt; die Arbeit von Journalisten wurde torpediert, sogar zur L&uuml;ge soll Scheuer die Maut-Betreiber aufgefordert haben. Die Indizien f&uuml;r Gesetzesverst&ouml;&szlig;e wie dem Bruch von Haushalts- und Vergaberecht durch den Verkehrsminister Scheuer sind l&auml;ngst erdr&uuml;ckend. Der Bundesrechnungshof warf Scheuer das bereits schriftlich vor. &hellip;<br>\nAndreas Scheuers finaler Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss am Donnerstag machte endg&uuml;ltig klar: F&uuml;r ein Ministeramt ist er ungeeignet. Wer die Dreistigkeit besitzt, sich als Ressortchef auf Erinnerungsl&uuml;cken zu berufen, wenn es kritisch wird, oder die Verantwortung Mitarbeitern zuzuweisen, sollte auch keine tragen. Dass das Fiasko bislang keine personellen Konsequenzen hat, ist auch Scheuers Koalitionspartner SPD anzulasten. Die Sozialdemokraten sind zahmer geworden in ihren Angriffen, seit sie f&uuml;rchten, Kanzlerkandidat Olaf Scholz k&ouml;nnte im Fall Wirecard &auml;hnlich hart angegangen werden. H&auml;tte das Fiasko am Ende keine Folgen &ndash; es w&uuml;rde das Vertrauen in die Politik ersch&uuml;ttern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/meinung\/maut-scheuer-verkehrsminister-1.5189895\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Der wohl talentierteste Politiker seit Incitatus. <\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-69405","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69405","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=69405"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69405\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69408,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69405\/revisions\/69408"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=69405"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=69405"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=69405"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}